Ralf Konersmann

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Alle Bücher von Ralf Konersmann

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Ralf KonersmannWörterbuch der Unruhe
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Wörterbuch der Unruhe
Wörterbuch der Unruhe
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Erschienen am 27.04.2017
Ralf KonersmannHandbuch Kulturphilosophie
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Handbuch Kulturphilosophie
Handbuch Kulturphilosophie
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Erschienen am 01.10.2012
Ralf KonersmannDie Unruhe der Welt
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Die Unruhe der Welt
Die Unruhe der Welt
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Erschienen am 21.05.2015
Ralf KonersmannKulturphilosophie
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Kulturphilosophie
Ralf KonersmannDas Leben denken - Die Kultur denken
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Das Leben denken - Die Kultur denken
Das Leben denken - Die Kultur denken
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Erschienen am 01.05.2007
Ralf KonersmannDas Leben denken - Die Kultur denken
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Das Leben denken - Die Kultur denken
Das Leben denken - Die Kultur denken
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Erschienen am 01.11.2007
Ralf KonersmannZwischen Bild und Realität
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Zwischen Bild und Realität
Zwischen Bild und Realität
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Erschienen am 01.10.2006
Ralf KonersmannKulturwissenschaftliche Studien 3
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Kulturwissenschaftliche Studien 3
Kulturwissenschaftliche Studien 3
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Erschienen am 01.10.1998

Neue Rezensionen zu Ralf Konersmann

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Rezension zu "Wörterbuch der Unruhe" von Ralf Konersmann

Eine interessante, andere Betrachtung der Gegenwart
michael_lehmann-papevor einem Jahr

Eine interessante, andere Betrachtung der Gegenwart

Die Zeiten, in denen man mit Ende 50 als „alt“ galt und, bildlich zumindest, im Schaukelstuhl neben dem Ofen in „aller Ruhe“ und „Genügsamkeit“ sein Altersbrot (manchmal auch „Gnadenbrot“) zu sich nahm., sind als eine solche Vorstellung nun lange vorbei.

Selbst im Alter gilt für die Gegenwart leistungsfähig zu bleiben, fit, interessiert, modisch, aktiv sein Alter zu gestalten wie das gesamte Leben überhaupt ständig ein Lernen, gestalten, aktiv sein bedeutet.

Mit einem anderen Wort (das Konersmann bestens treffend wählt), der Mensch der Gegenwart lebt in unruhigen Zeiten, hat ein unruhiges Leben, erträgt „Ruhe“ in Form von Langeweile und Ereignislosigkeit kaum und trägt diese „Unruhe“ tatsächlich wohl mittlerweile tief in der eigenen Person.

„Die Unruhe ist uns in Fleisch und Blut übergegangen, ohne dass wir uns hätten anstrengen müssen“.

Was aber genau ist diese „Unruhe der Zeit“? Woher leitet sie sich ab, wie hat sie sich entwickelt, wie drückt sie sich in den einzelnen Lebensbereichen aus?

Dem geht Konersam, sprachlich bestens zu lesen, in der Form der Essays nach und wendet sich in gesamter Breite (was einem „Wörterbuch“ gut zu Gesichte steht) dem „Zustand“ zu.

Jenem Zustand, bei dem „wir vorwärtskommen müssen“ und bei dem gilt, „dass, wer nicht kämpft, schon verloren hat“.

Kernsätze, die mit einer Welt der geforderten inneren und äußeren Mobilität korrespondieren, in denen kaum wirklich „Verhältnisse“ privat oder beruflich je als dauerhaft gesichert angesehen werden können, der Mensch immer, irgendwie, „auf dem Sprung“ oder zumindest „sprungbereit“ zu sein hat (und ist).

Soweit, dass Konersmann, durchaus zu recht, von einem „Glauben“ spricht, den alle teilen, von „Erlösungsformeln“ für das innerweltliche Dasein, dass, „wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen“ als Motto zu tragen scheint. Ein Motto, bei dem „Effektivität“ statt „Glück, Ruhe und Zufriedenheit“ die neue „Kernkompetenz“ ist und aus jeder momentanen Erfüllung und Zufriedenheit umgehend wieder Unruhe erwächst hin zum nächsten Ziel und Vorhaben.

Sei es die Arbeit, sei es eine Haltung des „Cool-Seins“, seien es ständige Erwartungen auf das Morgen gerichtet, sei es die Unruhe als „Schicksalsmacht“ und vieles mehr, mit dem Konersmann im Buch die verschiedenen Seiten der Unruhe als „den Menschen treibend“ aufgreift und präzise und gekonnt den Nerv jeweils trifft.

Seien es aber auch die „Chancen“, diesem Hamsterrad immer wieder einmal zu entkommen durch „Faulsein“ (was man lernen kann, sich zu gestatten) oder „Gelassenheit“ als „Sieg über die Unruhe“, die aber nun einmal einen Preis kostet, was Konersmann pointiert herausstellt. Einen Preis in Form eines Glaubens, der tiefer geht als die je aktuellen, möglichen Werke, welche die Hände erschaffen können.

Eine Gelassenheit, die nicht mehr jedem gegeben zu sein scheint, nicht mehr allgemein möglich ist, weswegen die „Unruhe“ selbst dann wieder als „Zerstreuung“, „die Räder rollen lassen“ in Form einer „Trösterin“ auftaucht.

Sprachlich formuliert Konersmann ungeheuer treffend, teils assoziativ, teils wie nur in Stichworten die vielfachen „Glaubenssätze der Unruhe“ zu den einzelnen Themen rezitierend, immer aber präzise und sprachlich abwechslungsreich auf den Punkt formuliert, was dem Leser bei der Lektüre, zum Glück, keine Unruhe vermittelt, sondern für eine anregende Abwechslung in aller Gelassenheit sorgt.

Ein Buch, dass dem Leser sehr, sehr viel über die eigene, innere Lebenshaltung und Lebensweise aufdeckt, ein „Dokument der Unruhe“ in den 30 Essays und dennoch zudem hintergründig mit konstruktiven Möglichkeiten versehen, die eine „etwas ruhigeren Gestaltung“ der eigenen, inneren „Aufgeregtheiten“ vermittelt.

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Rezension zu "Die Unruhe der Welt" von Ralf Konersmann

Breite Darlegung eines wesentlichen Lebensthemas der Moderne
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Breite Darlegung eines wesentlichen Lebensthemas der Moderne

Schon die ersten Kapitel des Buches zeigen, dass Konersmann eine große Breite von Wissen, von thematischen Gebieten und von Betrachtungswinkeln einnimmt.

Wirtschaft, Kunst, Politik, Alltag, Philosophie, Trends, der wissenschaftliche Diskurs und einige andere Bereiche des öffentlichen und kulturellen Lebens führt Konersman an, um sein Kernthema und die Folgen immer wieder in den Fokus zu rücken.

„Was also ist das für eine Kultur, die sich, ohne dies jemals beschlossen zu haben, der Unruhe verschrieben hat?“.

Und daraus folgen, was ist das für eine Unruhe? Und was kostet sie, was sind ihre Auswirkungen?

„Ein hoffnungsfrohes Taumeln, das die Unterscheidung zwischen Treiben und Getrieben-Sein nicht kennt“, das zum einen (wie Konersman im Weiteren immer wieder vertiefen und ausführen wird).

Mit einer gravierenden Folge, nicht nur „im Menschen“, sondern gesellschaftlich dann betrachtet. Das nämlich Ziele, Handlungsziele nicht mehr angestrebt werden, um sie zu erreichen und es dann auch gut sein lassen zu können, sondern das Ziele nur mehr neue Startpunkte darstellen um „etwas – irgendetwas – In Bewegung zu halten“.

Wenn das Ziel aber im tieferen Sinne die „unruhige Bewegung“ ist und damit die „Unfähigkeit zur Ruhe“ hinter allem stehen könnte, dann sind Entscheidungen, Weichenstellungen, Orientierungen für konkrete Zukunftsprojekte in ihrer Substanz durchaus gefährdet, denn etwas zu erreichen als Ziel und dann nur mehr zu bewahren wäre dem unruhigen Geist ja unerträglich. Ein fester Boden, eine gesellschaftliche oder individuelle Substanz wird aufgegeben zum Zwecke der Schaffung eines ständigen Freiraumes von und für Möglichkeiten.

Konersmann illustriert dies verständlich am Begriff der Kunst, in der lange die „Gestalt der gültigen Aussage, das Werk“ im Mittelpunkt stand und nun, mehr und mehr, der „Übergang“ auch in der Kunst in den Vordergrund gerückt, das Flüchtige statt „der Aussage eine kühne und klar umrissene Gestalt zu geben“.

Durch die Jahrhunderte hinweg geht nun Kornersmann der Unruhe auf die Spur, zeigt die Zerstreuung auf, die Inquietät, aber verweist auch auf die „Seelenruhe und was dazugehört“.

So gelingt es Kornersmann durchaus, den Grundbestand der Spannung menschlichen Seins zwischen Unruhe und Ruhe zu formulieren. „Das Glück des Menschen verlangt Sorglosigkeit und beständige Ruhe“, so formuliert es die griechische Philosophie“, aber auch gilt der Mythos der Genesis vom Menschen, der aus dem Paradies vertrieben wurde „und mit Unruhe geschlagen ist“.

Eine Welt, in der die Wichtigkeit der Beständigkeit und Ruhe nun allerdings immer weniger Gewicht erhält und die damit einseitig in Richtung der ständigen Unruhe abdriftet, gerät allerdings in Gefahr, aus den Fugen zu geraten. Und zwar, wie Konersmann herausarbeitet, aufgrund der „Um-Bewertung“ der Unruhe.

Diese ist nicht mehr die (positive) Kraft eines gespürten Mangels eines „noch nicht“, der weiterhin zur Entwicklung antreibt, sondern wird in der modernen Weltetwas „Bestimmendes und Bestimmtes“, das selbst etwas gilt. Somit statt einer Antriebskraft eine Art Zielvorstellung, die nicht ans Ziel kommen darf.

Für ein kluges Zusammenspiel von Ruhe und Unruhe plädiert Konersman letztendlich und, hat man sich in die eher komplexe Sprache des Buches eingelesen, ist dies durchaus ein stimmiger Schluss als Synthese von „alter, stürmischer Unruhe“ und einer (neu) möglichen Unruhe, die ihr Maß kennt.

In der Breite der Darstellung, des auch häufigen, teils ständigen Wechsels der Beispiele und Perspektiven (aus denen die Kunst als eine Art roter Faden der Illustration herausragt), ist es für den Leser allerdings nicht immer leicht, den konkreten Themen zu folgen. Die Lektüre bedarf fast durchweg hoher Konzentration.

Auch eine Art Dialog zwischen Leser und Buch will sich nicht recht einstellen, zu plakativ und entschieden formuliert Kornersmann, was in Teilen nur mit einem Bejahen oder Verneinen seiner Darlegungen beantwortet werden kann.

Alles in allem aber eine interessante und kundige „Spurensuche“ der „Veränderung der Unruhe“ und der Möglichkeiten, mit dieser konstruktive Entwicklungen zu gestalten.

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Rezension zu "Handbuch Kulturphilosophie" von Ralf Konersmann

Rezension zu "Handbuch Kulturphilosophie" von Ralf Konersmann
michael_lehmann-papevor 6 Jahren

Das Portrait einer Fachrichtung

Im Rahmen der aktuellen Diskussion der Kulturphilosophie legt Ralf Konersmann nun als Herausgeber sein Handbuch vor. Und dies, gerade in Bezug auf diese Fachrichtung, zu einer Zeit der entscheidenden Konsolidierung des Faches. Denn, anders als Ethik, Philosophie, Moral, Logik oder Physik kann die Kulturphilosophie nicht auf eine lange Geschichte zurückblicken und verfügt noch nicht im klassischen Sinne über einen „Kanon“. So tritt der spannende Umstand mit auf den Plan, interdisziplinär sich einer Denkrichtung und Fachrichtung zu nähern, die gerade erst dabei ist, sich in Bezug auf die Philosophie und im Kreis der Nachbarwissenschaften zu verorten.

Mit der Folge, dass das vorliegende Handbuch zwar auch den Status quo der Diskussion benennt, die Kernbegriffe vorstellt und erläutert, „klassische“ Positionen ausführlich würdigt (in Vorgeschichte, Gründungsphase Anfang des 20. Jahrhunderts und den Aktualisierungen nach 1945) und gleich zu Beginn die thematischen Schwerpunkte benennt, daneben aber im offenen Diskurs sich vor allem einer „Systematik der Übergänge“ annimmt, die durchaus als offener Prozess noch zu verstehen ist. Anhand der Beiträge gerade dieses Teils des Buches eröffnen sich fundierte und breite Möglichkeiten für die weitere Diskussion in Bezug auf eine weitere Vertiefung der Kulturphilosophie und eben einer weiteren Konkretisierung ihres „Kanons“.

Übergänge, die in Architektur, Design, Geschichte, Gesellschaft, Moral, Natur, Politik und vielen anderen Bereichen des gestalteten öffentlichen Lebens zu finden sind und die durch die einzelnen Autoren im Buch sachgerecht und sorgfältig benannt werden, Sowohl im aktuellen Stand der Diskussion als auch im mitschwingenden Ausblick. Hier sei unter anderem auf die profunde Darstellung des „Mediums Sprache“ für die philosophische Diskussion durch Westermann im Buch verwiesen, die als „unhintergehbar begrifflich-symbolisch“ strukturiert vorgelegt wird. In der Korrespondenz der „Bereiche der Übergänge“ mit der konkreten Fällung von Begrifflichkeit (Identität, objektiver Geist, symbolische Form, Fest, Gastlichkeit, Kontingenz, Medium u.a.) lädt das Buch ein zu einem lebendigem Entdecken von Wechselwirkung, von Reflektionen der Kultur, von einem Erfahren der vielfachen Verbindungen und Verwurzelungen der Kulturphilosophie in der gesamten Breite von ganz alltäglichen Erfahrungen bis zu abstakten Denkgebäuden.
Ebenso wird deutlich, dass die Kulturphilosophie im Kern eine feste Verankerung in der kulturellen Wirklichkeit der Gesellschaften in der Regel vorlegt und von dort aus dann in Korrespondenz mit anderen „Nebenwissenschaften“ die Wirklichkeit aus ihrer speziellen Blickrichtung benennt und interpretiert. Aber nicht nur mit anderen Wissenschaften, gerade im Themenfeld des „interkulturellen“, in der Diskussion der Begriff wie „Fremdheit“, „Verstehen“ und „Identität“ bietet das Buch mehrfach deutliche Anregungen für einen vertieften, anderen Diskurs dessen, sich dem „Außen“ konkreter Kulturen zuzuwenden.

So folgt das Buch auch dem vorweg benannten Ziel, in Zeiten, in denen die Kultur auf ihre Schauwerte reduziert wird, daran zu erinnern das die Kultur ihrer Idee nach ist: Die Welt des freigestellten Menschen, der in vielen Bezügen sich vorfindet und daher in vielen Bezügen sich einer notwendigen, kulturellen Reflektionsaufforderung gegenüber sieht. Auf dem Weg, die „Ordnung eines konsistenten, eigenen Regeln folgenden Sinnzusammenhangs“ zu stiften. Denn es stimmt, was im Handbuch Seite für Seite herausgearbeitet wird, „mit der Kultur etablieren wir eine Form des Weltbegreifens“, eine Form, die sich durchaus vom gängigen Verständnis vieler Elemente des Lebens unterscheidet und die Sicht auf die Dinge, die hinter den Begriffen erkennbar werden, verändert. So, wie der Orientierungsbegriff der Geschichte die Welt „verzeitlicht“, so wird sie durch den Orientierungsbebriff der Kultur „humanisiert“.

Ein im Gesamten hoch interessantes Unterfangen, welches in sprachlich komplexer und wissenschaftlicher Form im Buch vorliegt. Eine Erarbeitung des Faches, die damit eine hohe Konzentration beim Leser voraussetzt, die durch die vielfachen weiterführenden Literaturhinweise Türen der eigenständigen Vertiefung eröffnet und die, vor allem, einen aktuellen Stand der Diskussion des Faches überzeugend vor Augen führt.

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