Ralf Konersmann Handbuch Kulturphilosophie

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Inhaltsangabe zu „Handbuch Kulturphilosophie“ von Ralf Konersmann

Was folgt auf den Feuerraub des Prometheus? Der Sage nach begann damit alle Kultur – und heute ist der Begriff in Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Kunst relevanter denn je. Das Handbuch vertieft alle Bereiche der Kulturphilosophie und ihrer verwandten Disziplinen und Strömungen. Wer sind die maßgeblichen Vertreter? Wo positioniert sich der Kulturbegriff gegenüber Architektur, Natur und Technik oder Wirtschaft, Politik und Gesellschaft? Das Werk gibt grundlegende und ausführliche Antworten. Mit einem umfangreichen Register zu Namen, Sachen und Begriffen sowie Metaphern.

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  • Rezension zu "Handbuch Kulturphilosophie" von Ralf Konersmann

    Handbuch Kulturphilosophie

    michael_lehmann-pape

    04. December 2012 um 11:28

    Das Portrait einer Fachrichtung Im Rahmen der aktuellen Diskussion der Kulturphilosophie legt Ralf Konersmann nun als Herausgeber sein Handbuch vor. Und dies, gerade in Bezug auf diese Fachrichtung, zu einer Zeit der entscheidenden Konsolidierung des Faches. Denn, anders als Ethik, Philosophie, Moral, Logik oder Physik kann die Kulturphilosophie nicht auf eine lange Geschichte zurückblicken und verfügt noch nicht im klassischen Sinne über einen „Kanon“. So tritt der spannende Umstand mit auf den Plan, interdisziplinär sich einer Denkrichtung und Fachrichtung zu nähern, die gerade erst dabei ist, sich in Bezug auf die Philosophie und im Kreis der Nachbarwissenschaften zu verorten. Mit der Folge, dass das vorliegende Handbuch zwar auch den Status quo der Diskussion benennt, die Kernbegriffe vorstellt und erläutert, „klassische“ Positionen ausführlich würdigt (in Vorgeschichte, Gründungsphase Anfang des 20. Jahrhunderts und den Aktualisierungen nach 1945) und gleich zu Beginn die thematischen Schwerpunkte benennt, daneben aber im offenen Diskurs sich vor allem einer „Systematik der Übergänge“ annimmt, die durchaus als offener Prozess noch zu verstehen ist. Anhand der Beiträge gerade dieses Teils des Buches eröffnen sich fundierte und breite Möglichkeiten für die weitere Diskussion in Bezug auf eine weitere Vertiefung der Kulturphilosophie und eben einer weiteren Konkretisierung ihres „Kanons“. Übergänge, die in Architektur, Design, Geschichte, Gesellschaft, Moral, Natur, Politik und vielen anderen Bereichen des gestalteten öffentlichen Lebens zu finden sind und die durch die einzelnen Autoren im Buch sachgerecht und sorgfältig benannt werden, Sowohl im aktuellen Stand der Diskussion als auch im mitschwingenden Ausblick. Hier sei unter anderem auf die profunde Darstellung des „Mediums Sprache“ für die philosophische Diskussion durch Westermann im Buch verwiesen, die als „unhintergehbar begrifflich-symbolisch“ strukturiert vorgelegt wird. In der Korrespondenz der „Bereiche der Übergänge“ mit der konkreten Fällung von Begrifflichkeit (Identität, objektiver Geist, symbolische Form, Fest, Gastlichkeit, Kontingenz, Medium u.a.) lädt das Buch ein zu einem lebendigem Entdecken von Wechselwirkung, von Reflektionen der Kultur, von einem Erfahren der vielfachen Verbindungen und Verwurzelungen der Kulturphilosophie in der gesamten Breite von ganz alltäglichen Erfahrungen bis zu abstakten Denkgebäuden. Ebenso wird deutlich, dass die Kulturphilosophie im Kern eine feste Verankerung in der kulturellen Wirklichkeit der Gesellschaften in der Regel vorlegt und von dort aus dann in Korrespondenz mit anderen „Nebenwissenschaften“ die Wirklichkeit aus ihrer speziellen Blickrichtung benennt und interpretiert. Aber nicht nur mit anderen Wissenschaften, gerade im Themenfeld des „interkulturellen“, in der Diskussion der Begriff wie „Fremdheit“, „Verstehen“ und „Identität“ bietet das Buch mehrfach deutliche Anregungen für einen vertieften, anderen Diskurs dessen, sich dem „Außen“ konkreter Kulturen zuzuwenden. So folgt das Buch auch dem vorweg benannten Ziel, in Zeiten, in denen die Kultur auf ihre Schauwerte reduziert wird, daran zu erinnern das die Kultur ihrer Idee nach ist: Die Welt des freigestellten Menschen, der in vielen Bezügen sich vorfindet und daher in vielen Bezügen sich einer notwendigen, kulturellen Reflektionsaufforderung gegenüber sieht. Auf dem Weg, die „Ordnung eines konsistenten, eigenen Regeln folgenden Sinnzusammenhangs“ zu stiften. Denn es stimmt, was im Handbuch Seite für Seite herausgearbeitet wird, „mit der Kultur etablieren wir eine Form des Weltbegreifens“, eine Form, die sich durchaus vom gängigen Verständnis vieler Elemente des Lebens unterscheidet und die Sicht auf die Dinge, die hinter den Begriffen erkennbar werden, verändert. So, wie der Orientierungsbegriff der Geschichte die Welt „verzeitlicht“, so wird sie durch den Orientierungsbebriff der Kultur „humanisiert“. Ein im Gesamten hoch interessantes Unterfangen, welches in sprachlich komplexer und wissenschaftlicher Form im Buch vorliegt. Eine Erarbeitung des Faches, die damit eine hohe Konzentration beim Leser voraussetzt, die durch die vielfachen weiterführenden Literaturhinweise Türen der eigenständigen Vertiefung eröffnet und die, vor allem, einen aktuellen Stand der Diskussion des Faches überzeugend vor Augen führt.

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