Ralf Rothmann

 4.1 Sterne bei 285 Bewertungen
Autor von Im Frühling sterben, Milch und Kohle und weiteren Büchern.
Ralf Rothmann

Lebenslauf von Ralf Rothmann

Zwischen Berlin und Ruhrgebiet: Ralf Rothmann, gebürtiger Schleswiger und Jahrgang 1953, ist ein Ausnahmeautor. Vor seiner schriftstellerischen Tätigkeit war er in verschiedenen Berufsfeldern tätig und arbeitete unter anderem als Koch und Krankenpfleger. Den endgültigen Anstoß zum literarischen Schaffen gibt der Lyrikband „Kratzer“, für den Rothmann 1986 das „Märkische Stipendium für Literatur“ erhält. Seither wird er praktisch im Jahrestakt für seine Werke ausgezeichnet: Vom Wilhelm-Raabe- über den Max-Frisch- bis hin zum Kleist-Preis erfährt der Autor seit Mitte der Achtzigerjahre wichtige Ehrungen. Zu Recht: Mit seinem scharfen Blick auf die Gesellschaft, Detailgenauigkeit und die in seinen Romanen spürbare Sympathie für die Protagonisten schafft Rothmann eine intensive Atmosphäre. Auch kurze Formen beherrscht Rothmann: Verschiedene Bände mit Erzählungen ergänzen die Veröffentlichungen des Autors. Aufgewachsen in Oberhausen und 1976 nach Berlin übergesiedelt, lässt Rothmann seine Geschichten in beiden Orten spielen. Zu seinem Publikationen gehören die sogenannten Ruhrgebietsromane „Stier“ (1991), „Wäldernacht“ (1996), „Milch und Kohle“ (2001) und „Junges Licht“ (2004) sowie die Berlinromane „Flieh, mein Freund“ (2000), „Hitze“ (2005) und „Feuer brennt nicht“ (2010). Mit „Im Frühling sterben“ (2016) und „Der Gott jenes Sommers“ (2018) beschäftigt sich Rothmann mit Schicksalen im Zweiten Weltkrieg bzw. an dessen Ende.

Alle Bücher von Ralf Rothmann

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Im Frühling sterben

Im Frühling sterben

 (64)
Erschienen am 08.08.2016
Milch und Kohle

Milch und Kohle

 (41)
Erschienen am 15.12.2001
Junges Licht

Junges Licht

 (32)
Erschienen am 27.02.2006
Feuer brennt nicht

Feuer brennt nicht

 (28)
Erschienen am 21.06.2010
Hitze

Hitze

 (18)
Erschienen am 28.02.2005
Der Gott jenes Sommers

Der Gott jenes Sommers

 (18)
Erschienen am 07.05.2018
Ein Winter unter Hirschen

Ein Winter unter Hirschen

 (18)
Erschienen am 22.09.2003
Stier

Stier

 (12)
Erschienen am 25.10.1993

Neue Rezensionen zu Ralf Rothmann

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Rezension zu "Im Frühling sterben" von Ralf Rothmann

Der unbekannte Vater einer ganzen Generation
Beustvor 6 Tagen

Rothmann erzählt die Geschichte zweier junger Männer – Fiete und Walter –, die in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges noch in die Waffen-SS gezwungen und an die Front in Ungarn geschickt werden. Rothmann versteht es, in diesem kurzen Roman die Coming-of-Age-Geschichte Walters zu erzählen und dabei gleichzeitig tiefe Freundschaft, große Liebe und Nachdenken über den Tod im Angesicht des Granatenhagels zu den Themen von Walters Generation zu machen. Walter will überleben und Fete einfach nur raus. Der eine ist pragmatisch und kommt aus dem Krieg, um nicht gerade das Leben eines Siegers zu führen, der andere zu freigeistig, um sich zu beugen.

Mir hat vor allem gefallen, wie es „Im Frühling sterben“ schafft, eine Geschichte zu erzählen, die gleichzeitig so gewöhnlich wirkt, wie sie außergewöhnlich ist, so dass sie auch als Geschichte einer ganzen Altersgruppe gehört, nämlich jener Flakhelfergeneration, von der die Bundesrepublik nach dem Krieg so geprägt wurde. Es erscheint folgerichtig, dass die in der Rahmenhandlung Walters Sohn zum Erzähler wird und die ahnungslose Fragehaltung der Nachgeborenen einnimmt, die ratlos vor der Kriegserfahrung der Väter stehen.

Überdies ist der Roman ganz unaufgeregt und nachdenklich geschrieben und hätte auch das Etikett Liebesgeschichte verdient.

Eine echte Leseempfehlung.

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Rezension zu "Der Gott jenes Sommers" von Ralf Rothmann

Meine Meinung zu "Der Gott jenes Sommers" von Ralf Rothmann
SomeBodyvor 2 Monaten

Nachdem mich Ralf Rothmann im vergangenen Jahr mit "Im Frühling sterben" absolut für sich gewinnen konnte, war ich unheimlich gespannt auf "Der Gott jenes Sommers". Sehr wohl empfand auch ich diesen neuen Roman - wie viele andere Leser - als vielleicht nicht ganz so grandios wie seinen Vorgänger und mancherorts sogar allzu schabloniert. Doch im Gesamten konnte Ralf Rothmann mich dann auch mit diesem Einzelschicksal inmitten der Kriegsdramen, welches sicher niemanden richtig kalt lässt, und vor allem wohl auch mit seiner unheimlich präzisen Art zu Schreiben von sich überzeugen.

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Rezension zu "Der Gott jenes Sommers" von Ralf Rothmann

Der Gott jenes Sommers
*Arienette*vor 4 Monaten

Wieder hat sich Rothmann die Zeiten des Krieges ausgesucht, erst der grandiose Roman "Im Frühling sterben", dieses Mal nun dieser neu erschienene Roman aus Sicht einer Zwölfjährigen.

Anfang 1945 flieht die 12-jährige Luisa mit ihrer Mutter und der älteren Schwester auf's Land. In Kiel fallen die Bomben, dort ist es zu gefährlich. Auf dem Land wohnen sie auf dem Hof des Schwagers Vinzent, der SS-Offizier ist. Hier kann Luisa die unverhoffte Freiheit genießen, durch die Wälder streifen. Hier kann sie sich auch ihrem Hobby, dem Lesen, intensiv widmen. Hier erfährt sie auch die erste Liebe, sie verliebt sich in den Melker Walter.

Doch auch wenn sie und ihre Familie etwas abseits des Kriegsgeschehens erleben, so bekommen sie doch die Auswirkungen zu spüren. Immer mehr Flüchtlinge werden dem Hof zugeteilt, alle müssen zusammenrücken.

Ein ausuferndes Fest endet für Luisa und ihre Schwester katastrophal.

Aus der Sicht einer Zwölfjährigen erzählt Rothmann über die Grauen des Kriegsgeschehens, vielleicht etwas zu distanziert. Luisa selbst erscheint mir ein wenig zu unkindlich, altklug.

Rothmann streut hin und wieder den (sprachlich wohl dem damaligen Deutsch angepassten) Bericht des Gelehrten Bredelin Merxheim über die Wirrnisse und Schrecken des Dreißigjährigen Krieges ein. Merxheim lässt eine Kapelle bauen, um den unter dem Krieg leidenden Menschen einen religiösen Halt zu geben. Was genau mit diesen Einsprenkseln bezweckt werden soll, hat sich mir nicht ganz erschlossen und diese haben mich dann doch etwas gestört.

Luisas Entscheidung am Ende des Romanes lässt Rothmanns Nähe zur Religion erahnen.
"Der Gott jenes Sommers" ist dennoch ein lesenswerter Roman, Rothmann kann schreiben. Aber es ist sicher nicht sein bester.

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Gespräche aus der Community

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L
Wie ist das Bild der Medizin im Buch "Stier" von Ralf Rothamnn?Welchen Stellenwert hat sie?
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Ralf Rothmann wurde am 10. Mai 1953 in Schleswig (Deutschland) geboren.

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