Ralf Rothmann Im Frühling sterben

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Inhaltsangabe zu „Im Frühling sterben“ von Ralf Rothmann

Im Frühling sterben ist die Geschichte von Walter Urban und Friedrich – »Fiete« – Caroli, zwei siebzehnjährigen Melkern aus Norddeutschland, die im Februar 1945 zwangsrekrutiert werden. Während man den einen als Fahrer in der Versorgungseinheit der Waffen-SS einsetzt, muss der andere, Fiete, an die Front. Er desertiert, wird gefasst und zum Tod verurteilt, und Walter, dessen zynischer Vorgesetzter nicht mit sich reden lässt, steht plötzlich mit dem Karabiner im Anschlag vor seinem besten Freund ... In eindringlichen Bildern erzählt Ralf Rothmann vom letzten Kriegsfrühjahr in Ungarn, in dem die deutschen Offiziere ihren Männern Handgranaten in die Hacken werfen, damit sie noch angreifen, und die Soldaten in der Etappe verzweifelte Orgien im Angesicht des Todes feiern. Und wir erleben die ersten Wochen eines Friedens, in dem einer wie Walter nie mehr heimisch wird und noch auf dem Sterbebett stöhnt: »Die kommen doch immer näher, Mensch! Wenn ich bloß einen Ort für uns wüsste ...«

Aufwühlend und glaubwürdiger Roman über die letzten Kriegsmonate

— Karin_Koch
Karin_Koch

Fesselnd, begeisternd, mitreißend – ein grandioser Roman über die letzten Kriegstage 1945.

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    Bücherwürmer und Leseratten
    ChattysBuecherblog

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    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

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  • Die letzten Kriegsmonate des 2. Weltkrieges

    Im Frühling sterben
    Ambermoon

    Ambermoon

    15. April 2017 um 16:55

    Im Frühling sterben ist die Geschichte von Walter Urban und Friedrich – »Fiete« – Caroli, zwei siebzehnjährigen Melkern aus Norddeutschland, die im Februar 1945 zwangsrekrutiert werden. Während man den einen als Fahrer in der Versorgungseinheit der Waffen-SS einsetzt, muss der andere,Fiete, an die Front. Er desertiert, wird gefasst und zum Tod verurteilt, und Walter, dessen zynischer Vorgesetzter nicht mit sich redenlässt steht plötzlich mit dem Karabiner im Anschlag vor seinem besten Freund ...In eindringlichen Bildern erzählt Ralf Rothmann vom letzten Kriegsfrühjahr in Ungarn, in dem die deutschen Offiziere ihren Männern Handgranaten in die Hacken werfen, damit sie noch angreifen, und die Soldaten in der Etappe verzweifelte Orgien im Angesicht des Todes feiern. Und wir erleben die ersten Wochen eines Friedens, in dem einer wie Walter nie mehr heimisch wird und noch auf dem Sterbebett stöhnt: »Die kommen doch immer näher, Mensch! Wenn ich bloß einen Ort für uns wüsste ...«...(Klappentext)                                  ----------------------------------------Mein Großvater, dazumals selbst als junger Bursch als letzte Hoffnung an die Front geschickt, hat mir einiges aus dieser Zeit erzählt und ich habe auch schon vieles an Biographien und Geschichtsbücher gelesen, aber es ist immer wieder erschreckend wie brutal und grausam in dieser Zeit agiert und reagiert wurde - selbst in den eigenen Reihen.In diesem Buch wird die Geschichte von Walter erzählt - ein junger SS-Soldat, der, wie so viele, nichts mit dem Krieg zu tun haben wollte und noch am Ende zwangsrekrutiert wurde, um den erhofften Endsieg doch noch zu erlangen.Dabei hat er es als Versorgungsfahrer noch mehr oder weniger gut getroffen, da ihm somit die Front erspart blieb. Man durchlebt mit ihm Fliegeralarme, Bombeneinschläge, die Angst vor dem näherrückenden Iwan, kroteske Besäufnisse, Grausamkeit und Kaltblütigkeit gegenüber sog. Partisanen und selbst in den eigenen Reihen, den Zwang mitmachen zu müssen, um nicht selbst an die Wand gestellt zu werden, etc.Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, der Erzählstil schonungslos und ergreifend. Ohne Beschönigung und Glorifizierung wird einem hier die Sicht eines Soldaten beschrieben.Der Autor schafft es dieses Buch spannend und facettenreich zu gestalten und schlägt auch mal ruhige und nachdenkliche Töne an. So beschreibt dieser Roman nicht nur Gräueltaten, sondern auch was damals Hoffnung, Freundschaft, Kameradschaft und auch Mut bedeuteten.Durch diesen Roman wird wieder einmal mehr bewusst, dass diese Zeit nicht nur für die sog. "Feinde" und die Zivilbevölkerung grausam und beängstigend war, sondern auch für die Soldaten. Denn viel zu oft wird vergessen, dass nicht alle der Soldaten (egal ob SS oder Wehrmacht) von Hitlers Ideologie überzeugt waren, mit Freuden in den Krieg zogen, Feinde aus dem Weg räumten oder zu Gräueltaten fähig waren.Dieser Roman ist keineswegs leicht zu lesen, aber welches Buch mit dieser Thematik ist das schon? - egal, ob aus Soldatensicht, aus der Sicht eines jüdischen Überlebenden oder aus der Sicht der Zivilbevölkerung.Das sollte einem jedoch nicht daran hindern dieses Buch zu lesen, denn nichtsdestotrotz ist dieses Buch gute Literatur die auf jeden Fall Aufmerksamtkeit verdient. Fazit:Für schwache Nerven und Mägen ist dieser äußerst authentische Roman nichts und auch mit starken Nerven ist dieser Roman nicht leicht zu lesen - erschreckend, ergreifend, traurig, schonungslos. Der Autor schafft es trotzdem diese Thematik in einen spannenden Roman zu verpacken. Denn so erschreckend und bedrückend vieles ist, so interessant und aufschlussreich ist es auch.Dieser Roman ist bis jetzt eines meiner wenigen Lesehighlights dieses Jahres und bekommt daher eine absolute Leseempfehlung.

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  • Die "Im Westen nichts Neues"-Variante für den zweiten Weltkrieg. Nur leider in nicht ganz so gut.

    Im Frühling sterben
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    21. February 2016 um 16:19

    Im Sommer des vergangenen Jahres sorgte Ralf Rothmann für ein kleines Erdbeben im Feuilleton. Anstatt sich standesgemäß in den Medienrummel rund um den Deutschen Buchpreis einspannen zu lassen, ließ sich Herr Rothmann von seinem Verlag gar nicht erst für die Auszeichnung nominieren. Ob dies eine reine PR-Entscheidung war (denn für Gesprächsstoff sorgt man auf diese Art und Weise auf jeden Fall), darf gerne diskutiert werden, heimlich muss sich der Gewinner (wir erinnern uns: Frank Witzel mit dem extralangen Buchtitel ""Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch depressiven Teenager im Sommer 1969") wohl mit Rothmanns Buch messen lassen. Das dürfen auch gerne andere Menschen machen, denn die RAF-Erfindung habe ich nicht gelesen. "Im Frühling sterben" schon und deswegen folgt in den nächsten Zeilen nun eine Einschätzung. Rothmann umrahmt seine Geschichte der beiden Freunde, die sich am Ende des zweiten Weltkriegs unerwartet wieder gegebenüberstehen, der eine an der Wand, der andere mit dem Gewehr in der Hand, mit einer kurzen Vater-Sohn-Beziehung, die man meiner Meinung nach auch einfach hätte weglassen können. Diese 13 Seiten erklären für mich nicht die verwirrende Erbtheorie, die Ralf Rothmann in "Im Frühling sterben" aufzustellen versucht. Aber dazu gleich. Februar 1945. Walter und Fiete sind zwei junge Buben (das Wort wollte ich unbedingt mal benutzen), 17 Jahre alt und lebten bisher als Melker auf einem Bauernhof in Norddeutschland. Der Krieg ist verloren, nein, natürlich nicht, deswegen sucht die SS auch die allerletzten verbliebenen, kriegstauglichen Männer und schickt sie als Kanonenfutter an die Front. So landen Walter und Fiete in Ungarn. Der Weg der beiden Freunde trennt sich aber schnell, Walter wird Fahrer in der Versorgungseinheit, Fiete muss als einfacher Soldat ganz nach vorne. Während Walter es mehr schlecht als recht schafft, sich aus dem Gröbsten rauszuhalten (sofern das mit einer SS-Uniform überhaupt geht), wird Fiete bei einem Angriff schwer verletzt und landet im Lazarett. Statt nach Hause geschickt zu werden, soll er aber wieder an die Front. Kanonenfutter, wir erinnern uns. Und da macht Fiete nicht mit. Er will fliehen, er desertiert, wird gefasst und entsprechend bestraft. Ein Erschießungskommando steht bereit. Und in eben jenem Erschießungskommando steht nun plötzlich Walter und weiß nicht, was er tun soll. Er kann doch nicht seinen Freund erschießen! Oder? "Aus Menschlichkeit, natürlich. Weil du sein Freund bist, wie du sagst. Da wirst du gut zielen, damit er nicht leidet." Dieser moralische Konflikt hinterlässt laut Ralf Rothmann Spuren. Nicht nur bei Walter selbst. Sondern auch in seinen Genen. Das Gedächtnis der Zellen wird sich auf ewig daran erinnern, wird diese Erinnerung sogar weitergeben. Die Spermien von Walter tragen dieses Leid an all die Kinder weiter, die Walter zeugen wird. Und darum auch die Rahmenhandlung, in der er Sohn Walters leidet und nicht weiß warum. Wenn diese eigenartige, verschwubbelte Erbtheorie nicht wäre, wäre "Im Frühling sterben" ein sehr viel besseres Buch. Eigentlich will ich gar nicht ein Buch aufgrund eines einzigen Aspektes so negativ bewerten, aber wenn Ralf Rothmann gerade diesen sogar selbst so herausstellt (wie bei "Titel, Thesen, Temperamente"), scheint ihm dies wichtig zu sein. Und damit kann ich leider gar nichts anfangen. Ja, Kinder werden von ihren Eltern beeinflusst. Aber nicht durch traumatische Erinnerungen, die sich in den Genen speichern und durch Spermien und Eizellen weitergegeben werden. Sondern durch Verhaltensmuster. Und ich glaube nicht, dass Rothmann hier nur ein plastisches Bild dafür schaffen will, sondern an diese Vererbungslehre wirklich glaubt. Abschließend: "Im Frühling sterben" zeigt ausschnittsweise die Grausamkeiten des Krieges auf Seiten der Soldaten. Der Vergleich mit "Im Westen nichts Neues" drängt sich hier unwillkürlich auf. Für mich ist Remarques Buch aber das prägnantere, direktere Buch zum Thema.

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2016

    LovelyBooks Spezial
    Daniliesing

    Daniliesing

    Die Themen-Challenge geht 2016 in eine neue Runde und jeder ist herzlich eingeladen, dabei zu sein! Wenn ihr eine besondere Leseherausforderung sucht, dann seid ihr bei dieser Challenge genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den meine Kollegin nordbreze (Marina) oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken wird. Schickt dazu eine persönliche Nachricht hier auf LovelyBooks an nordbreze mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Ich bin in Mutterschutz / Elternzeit und kann mich darum nicht kümmern. Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2016 bis 31.12.2016 . Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man schon vor der Anmeldung zur Challenge im Jahr 2016 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch von einem Autor, von dem ihr bereits mindestens ein anderes Buch gelesen habt. (Verratet auch, welches ihr schon kennt.) Ein Buch, in dessen Buchtitel ein Wort mindestens 2 mal vorkommt. Ein Buch, auf dessen Cover mehrere Punkte zu sehen sind. Ein Buch, dessen Autor 2 Vornamen hat. Ein Buch, das der erste Teil einer Buchreihe ist (mindestens 3 Bände) und von der auch schon mindestens 3 Bände erschienen sind. Ein Buch, auf dessen Cover eine bekannte Sehenswürdigkeit abgebildet ist. (Bitte benennt auch diese Sehenswürdigkeit.) Ein Buch, das einer deiner Freunde bei LovelyBooks in seiner Bibliothek als bereits gelesen gelistet und auch zumindest mit Sternen bewertet hat. (Wenn du noch keine Freunde hast, findest du hier in der Challenge bestimmt ganz schnell welche :-)) Ein Buch, das 2016 erstmalig in der Sprache, in der es gelesen wird, veröffentlicht wurde. Ein Buch, dessen Titel nur aus einem Wort besteht. Ein Buch, dessen Cover vorranging blau ist. Ein Buch, das hauptsächlich in einem europäischen Land spielt, jedoch nicht in Deutschland, Frankreich oder Großbritannien. Ein Buch, auf dessen Cover ein Gesicht, aber nicht der Rest der Person abgebildet ist. Ein Buch, das kein Happy End hat. (Vorsicht, wenn ihr hier bei anderen Teilnehmern vorbeischaut - euch könnte das Ende eines Buches verraten werden.) Ein Buch, das zwischen 300 und 350 Seiten lang ist. Ein Buch, bei dem der gesamte Name des Autors aus genauso vielen Buchstaben besteht, wie dein eigener gesamter Name. (Vor- und Nachname sind gefragt, Doppelnamen sollen nur mitgezählt werden, wenn sie auch für gewöhnlich mit genannt werden! Bitte gebt die Anzahl mit an, nennt aber nicht euren vollständigen Namen.) Ein Buch, das mindestens 20 LovelyBooks-Mitglieder in ihrer Bibliothek haben. (Ihr findet die Anzahl, wenn ihr auf der Buchseite oben mit der Maus über die Sternebewertung fahrt.) Ein Buch, dass im Zeitraum von 2008 bis 2012 erstmalig erschienen ist. Ein Buch, das ihr schon einmal gelesen oder aber früher schon einmal angefangen aber nicht zu Ende gelesen hattet. Ein Buch, das der jeweilige Autor als erstes veröffentlicht hat - das Debüt des Autor. Ein Buch, dessen Titel kursiv geschrieben ist. Ein Buch, in dem ein bestimmter Beruf eine wichtige Rolle spielt und in dem aus dem Berufsleben der Figur detailliert berichtet wird. (Bitte benennt auch den Beruf.) Ein Buch, das mindestens 100 Jahre in der Zukunft oder aber mindestens 100 Jahre in der Vergangenheit spielt. Ein Buch, das mindestens 4cm dick ist. Ein Buch, das noch keine einzige Sterne-Bewertung auf LovelyBooks hat. (Auf der Buchseite sind in diesem Fall die Sterne oben grau und nicht gelb.) Ein Buch in einer Fremdsprache (nicht Deutsch). Ein Buch, bei dem Vor- und Nachname des Autors mit dem selben Buchstaben enden. Ein Buch, bei dem ein Wort (Gegenstand) aus dem Buchtitel auch auf dem Cover abgebildet ist. Ein Buch, das ihr in einer stationären Buchhandlung zum regulären Preis gekauft habt. (Nicht online oder als Mängelexemlar) Ein Buch, das ihr als E-Book gelesen oder als Hörbuch gehört habt. Ein Buch, das auf LovelyBooks mit durchschnittlich 3-4 Sternen bewertet ist. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch, in dessen Buchtitel eine Aufzählung vorkommt (mindestens 3 Wörter). Ein Buch, das euch von einem anderen Leser persönlich empfohlen wurde. (Bitte schreibt auch dazu, von wem die Empfehlung kam: beste Freundin, Mutter, Bruder o.Ä.) Ein Buch aus einem Verlag, aus dem ihr schon mindestens 3 andere Bücher zuvor gelesen habt. (Bitte Verlagsname und 3 zuvor gelesene Bücher mit angeben.) Ein Buch, für dessen Covergestaltung auch ein echtes Photo verwendet wurde. Ein Buch, in dessen Buchtitel ein zusammengesetztes Substantiv vorkommt. Ein Buch, in dem die Schule eine Rolle spielt. Ein Buch, zu dem es eine Leserunde auf LovelyBooks gibt, an der ihr auch teilgenommen habt (mindestens 5 Beiträge in Leseabschnitten wurden geschrieben). Ein Buch, dessen Hauptfigur zwischen 20 und 30 Jahre alt ist. Ein Buch, auf dessen Cover ein Buch zu sehen ist. Ein Buch, in dessen ISBN (ISBN-13) eine Zahl genau 3 mal aufeinander folgt. Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen:* Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt!* Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung* Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen.* Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden.* Wichtig ist, dass man das Buch 2016 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal.* Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Wer sein Jahresziel erreicht hat, schreibt bitte kurz eine persönliche Nachricht dazu an nordbreze und gibt auch die Anzahl der geschafften Themen mit an. Teilnehmerliste: AAberRushAduja (20/20)agi507Aglaya (40/40)Agnes13AjanaAlchemillaAleida (33/30)alicepleasanceAlondria (33/20)Amelienamigo8347ANATAL (30/30) andymichihelli (40/40)Anendienangi_stumpf (40 / 40)Aniday (30/30) AnnejaAnneMayaJannika (30/30)Ann-KathrinSpeckmannAnrubaArachn0phobiA (40/40)Artemis_25 (40/40)Ascari0Athene79Bban-aislingeach BandeloBeaSurbeck (30/30)BeatDropsOutBella233 (40/40)BellastellaBellis-Perennis (40/40)Betsbybeyond_redemptionBiancaWoeB_ini (40/40)BioinaBjjordisonblack_horse (40/40)blauerklausblessedBloodyBigMess (32/30)Bluebell2004BlueSunsetbookgirlbooksnstoriesBookwormyBosni (40/40)BuchblogDieLeserinBuchgespenst (34/30)Buchhandlung_am_SchaeferseeBuchnascherinBuchraettin (31/30)buecherduftBuechermomenteBUechersindmeineWeltBuschchristineCCadiya (35/30)Caillean79 (38/30)calimero8169 (20/20)CaroasChattysBuecherblog (20/20)ChoikangDeerChrischiD (26/20)ChrissiHchristariraChubbChubbCithielClaudia-MarinaClaudias_LesefreudenCode-between-lines (38/30)ConjaConnyKathsBooksCori2016Crazy-Girl6789crimarestricrumb (20/20)CupcakeCat (22/20)czytelniczka73 (31/30)Ddaneegold (40/40)DaniliesingDaninskyDanni89DarcyDebbi1985DeenglaDeinSichererTodDelphynadia78DieBertaDieTina2012digra (40/40)DiniLivingdisadelidivergent (32/30)DonnaVivi (20/20)Dreamworx (37/37)Eelane_eodainelemyyElkeel_lorene (38/30)elmidi (20/20)elodie_kEmmas_bookEmotionenEngelchen07 (30/30)Ernie1981 (20/20)Eternity (33/30)Eva-Maria_ObermannEvan (30/30)FfairybooksFantworldfelicitas26Feni Finchen411Flamingo FLYING_ROXFornika (40/40)franzzifrauschnuerchenfredhel (25/20)furchtlos (20/20) GGelis (20/20)gemischtetueteglueckGetReadyGinevraGinny-Katniss27glanzenteGlanzleistungGrOtEsQuE (35/30)Gruenentegst (30/30)guutemineGwendolinaHhalfbadhannelore259HarIequinhasirasi2 (38/30)haTikvaHenny176 HerbstmondHerzkirscheehexepanki (30/30)Hikarihisteriker (40/40)HoneyIndahouse (37/30)hundeliebhaberIIcelegs (36/20)ichundelaineIgelaIgelmanu66 (40/40)IMG_1001ImYoursInaVainohulluInsider2199 (31/30)iorethIraWirairishladyIsiVitalitsabookwormthingJJadrajala68 (20/20)janaka (36/30)Janina84janinchens.buecherweltJaninezachariaejasbrJashrin (40/40)_Jassijenvo82jk14JulesWhethetherJulia2610Julia_liest (20/20)juliane108JuliB (40/40)Julie209 (36/30)JusyKKarin_Kehrer (30/30)Kasin (30/30)katha_strophe (40/40)Kattel82KayvanTeeKendraKidakatashkillerprincesskingofmusicKionaKirschLilliKleine1984kleinechaotinKlene123KnirinKnorke (24/20)kn-quietscheentchenKrimiwurmKuhni77KurousagiLLaDragoniaLadyIceTea (40/40)LadySamira091062LandbienelaraundlucaLarii-MausiLarryPi (20/20)lauterundleiseLena205LenaausDDlenicool11 (30/30)LeonoraVonToffiefee (37/30)lesebiene27LeseJetteLese-Krissi (22/20)Lesemaus1984lesende_samtpfoteleseratteneuLeseratz_8Lesestunde_mit_MarieLesetaubeLesezirkel (20/20)lexana (20/20)Lexi216189LiberaceLibriHollyLilawandel (30/30) lilylovesbookslille12Lilli33 (33/30)LillianMcCarthy (40/40)LimitLess (35/30)linda2271lLisbeth0412Lisbeth76Lissy (30/30)Literaturlivinginaworldofbookslizzie123LMonLoki_Laufeysonlouella2209Lovely90 (30/30)lovely_bookwormLrvtcb (20/20)LucretiaLuiline (40/40)luminasbooksLuzi92MmabuereleMaggieGreenemaggiterrineMalinaldamareike91Marina2483marinasworldMariposa93marpijemartina400 (30/30)M-aryMaus71maxine-julieMeinhildSmelanie1984 (30/30)MelEMe-LianMelvadjaMeseMiamou (31/30)miekenMiniMixiMinnaMMira20 (37/30)MiracleDay (30/30)MissErfolgmiss_mesmerized (40/40)MissSnorkfraeulein (29/20)MissStrawberry (31/20)MissTalchenmistellor (40/35)Mizuiro (30/30)mona_lisas_laechelnMone97 mondy (20/20)moziread Mrs_Nanny_Oggmsmedlock MsChillimyownnameNNachtorchideenaddoochnaninka (39/30)Nelkennemo91 (20/20) nessie500N9erzNightflower (40/40)Nisnisnonamed_girlnordbreze (33/20) NuddlOonce-upon-a-time (40/40)PPachi10 (40/40)paevalill (20/20)pamNparden (40/40)paschsoloPaulamybooksandme (40/40)peedee (40/40)PelippaPessimonPfoten-LinsePhiniPMelittaM (37/30)PusteblumenfarmQQueenelyza (40/40)QueenSize (30/20)RrainbowlyRegina99Reisen-durch-BuecherRitja (30/30)RosenmadlRotkäppchen (20/20)SSabanasabine3010_Sahara_sameaSamuel_PickwickSanakitoSaphierSarafinchenSardonyxsassthxticscarlett59schaclaschafswolkeSchCh121 (40/40)Schlehenfee (40/40)Schneeflocke2013Schnutsche Schwertlilie79 (27/20)sechmetSeelensplitterShaylanaShineOn (30/30)Sick (30/30)Sikal (36/20)SkybabeSnordbruchsnowberrysnowi81solveig (40/40)Somayasommerlese (40 / 40)Sophiiiespecialangspozal89StarletStefanieFreigericht (40/40) StefanieFreigericht - 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    • 6501
  • Ein Meisterwerk

    Im Frühling sterben
    Himmelfarb

    Himmelfarb

    Erst einmal vorweg: Dieses Buch ist ein Meisterwerk! Hätte Ralf Rothmann seinen Suhrkamp Verlag nicht gebeten, das Buch nicht zum Deutschen Buchpreis 2015 einzureichen, es hätte - und da sind sich fast alle Literaturkritiker und --kenner des Landes einig- den Preis bekommen müssen! Wenn man, wie ich, Kind eines Wehrmachtssoldaten ist, dann könnte " Im Frühling sterben" so etwas wie eine Bibel werden, denn der Roman macht deutlich, wie das Grauen des Krieges auch noch die folgende Generation belastet. So ist denn " Im Frühling sterben" vergleichbar mit " Die Brücke" von Manfred Gregor, der ebenfalls den Irrsinn des militärischen Gehorsams kurz vor dem Zusammenbruch thematisiert. Rothmann aber ist der bessere Schriftsteller. In einer leisen, poetischen Sprache erzählt er vom Schicksal zweier 17- jähriger Melker aus Norddeutschland, Walter und Fiete, die noch kurz vor Kriegsende, im Frühjahr 1945, zwangsrekrutiert werden, an die ungarische Front müssen, und dort den ganzen Wahnsinn dieses längst verlorenen Krieges erleben. Rothmann findet apokalyptische Bilder des Grauens, die gemischt sind mit den fast poetischen Naturbeobachtungen Walters. Dieser Walter, offensichtlich ein alter ego von Rothmanns Vater, ist ein guter Mensch, der bis zum bitteren Ende versucht, das Richtige zu tun. Immer wieder hatte ich beim Lesen einen Kloß im Hals, wenn dieser einfache junge Mann als einziger in diesem Irrsinn moralisch handelt. Ich hoffe, als Kind der Nachkriegsgeneration, das mein Vater ähnlich gehandelt hat, aber ich weiß es nicht... In meiner Familie wurde das, was der Vater während des Dritten Reichs erlebte, nie angesprochen. Was in Rothmanns umwerfenden Buch sehr deutlich wird, ist das Schweigen in den Familien, über das, was geschah, und welche Erblast auf den Nachkommen derer liegt, die den Krieg durchlebt und mitberantwortet haben. "Im Frühling sterben" ist somit der wichtigste Roman der letzten Jahre!

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    • 3
  • Blick zurück ins Grauen

    Im Frühling sterben
    Babscha

    Babscha

    13. December 2015 um 22:21

    Weit geht das Buch zurück. In die Welt der letzten Kriegsmonate im Frühjahr 1945, als die Auflösungserscheinungen des deutschen Reiches bereits unverkennbar waren und die Schlinge sich auf allen Seiten langsam zuzog. In genau diese Zeit versetzt der Autor seine Geschichte um zwei siebzehnjährige Jungen, Walter und Friedrich, die in Schleswig-Holstein als Melker auf einem Gutshof arbeiten und über Nacht von der Waffen-SS zwangsrekrutiert und nach Ungarn in die Nähe der Front verfrachtet werden. Was sie dort an Gräueln und Kriegswahnsinn erleben, davon handelt dieses Buch. Bis eines Tages der sensible Friedrich noch kurz vor Kriegesende desertiert, aufgegriffen und wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt wird. Rothmann legt ein absolut authentisches, so brutal wie eindringlich geschriebenes Buch vor, das in seinem ganzen Facettenreichtum und mit seiner so einfachen wie unglaublichen Sprachgewalt tief unter die Haut geht. Es hebt über seine beiden Protagonisten und deren Einbindung in einen unmenschlichen Staatsapparat mit willfährigen Dienern nochmal den ganzen Irrsinn der damaligen Endzeit und beleuchtet deren Menschen in ihren verschiedensten charakterlichen Schattierungen. Über die Figuren von Walter und Friedrich wird absolut transparent, wie sehr der einzelne Mensch Spielball äußerer Lebensumstände werden kann, ohne jede Möglichkeit, diese im geringsten zu beeinflussen. Nämlich immer dann, wenn es nur noch ums nackte Überleben geht und sich zeigt, wie jeder Einzelne mit so einer Situation dann umgeht. Äußerst gelungen und damit diesem Meisterwerk den genau richtigen Rahmen gebend blendet Rothmann im Vorwort und im Epilog aus dem Hauptthema, den Erlebnissen von Walter in seinem achtzehnten Lebenjahr, um in die neuere Zeit aus dem Blickwinkel seines Sohnes, der die Geschichte seines Vaters damit vollständig und zu Ende erzählt. Ein berührendes, kluges, beeindruckendes Buch und damit eine absolute Leseempfehlung.

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    Daniliesing

    Daniliesing

    10. December 2015 um 10:37

    Die Vorweihnachtszeit ist doch die schönste Zeit im Jahr für tolle Buchempfehlungen, oder? Da es ja schon eine kleine Tradition geworden ist, möchten wir vom LovelyBooks Team euch auch 2015 wieder unsere Lieblingsbücher des Jahres empfehlen und einen von euch sogar mit einem Buchpaket, das alle 15 Bücher enthält, glücklich machen! Bevor es mit den einzelnen Lieblingsbüchern losgeht, möchten wir euch aber ein wunderbares Kinderbuch ans Herz legen, das uns alle bezaubert hat und das Klein und Groß mit seiner berührenden Geschichte in seinen Bann zieht! "Lua und die Zaubermurmel" ist unser gemeinsamer Buchtipp für das Jahr 2015. Unsere Buchempfehlungen: 1. kultfigur empfiehlt: "Unterwerfung" von Michel Houellebecq Ein hochinteressantes Gedankenspiel zum schlummernden Konfliktpotential in unserer Gesellschaft und der Anpassungsfähigkeit des Einzelnen. Zeitlos und aktuell zugleich. Für mich ein geniales Buch, gerade weil es stellenweise auch banale und langweilige Seiten hat - denn so sind wir Menschen nunmal. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel" von Bradley Somer Ein Goldfisch fällt aus dem 27. Stock - vorbei an den vielen Fenstern des Hochhauses und den Geschichten der Menschen dahinter. Gekonnt verknüpft Bradley Somer die einzelnen Schicksale dieser Menschen - mal ganz gewöhnlich, mal total abstrus und verbindet sie zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk, das man in dieser Form bestimmt noch nicht gelesen hat! Genial! 3. TinaLiest empfiehlt: "Im Frühling sterben" von Ralf Rothmann Ralf Rothmann hat mich mit seinem sprachlich sehr beeindruckenden Roman "Im Frühling sterben" aus einer Leseflaute geholt: Ich habe ebenso gebannt wie erschüttert von den Erlebnissen des Protagonisten Walter während der letzen Monate im zweiten Weltkrieg gelesen & auch nach dem Lesen hat mich der Roman nicht so schnell losgelassen. Ein beeindruckendes, leises und sehr starkes Buch! 4. doceten empfiehlt: "Chaos" von David Mitchell In "Chaos" erzählt David Mitchell in neun Geschichten über den freien Willen des Einzelnen in einer deterministisch-chaotischen Welt - nicht das kleinste Thema für einen Debütroman. Nahezu mikroskopisch klein sind jedoch oft die verbindenden Elemente zwischen den Geschichten, bis sie sich in ein großes Ganzes fügen, das wir wohl Leben nennen. Wer die Erzählweise aus dem bekannteren "Cloud Atlas" mag, wird auch von "Chaos" begeistert sein - ich bins! 5. Malista empfiehlt: "Die schönste Art, sein Herz zu verlieren" von Mamen Sánchez Es gibt Bücher, die liest man und am Ende waren sie gut. Und es gibt Bücher wie Mamen Sanchez' "Die schönste Art sein Herz zu verlieren", erschienen im Thiele Verlag, welches einen auf eine Reise mitnimmt, die niemals enden soll! Die Faszination des Buches liegt in den pointierten Beschreibungen der Protagonisten, ihrer Herkunft und ihrer Lebensstile, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unbedingt lesen! 6. ValerieLiebtLesen empfiehlt: "Das achte Leben (Für Brilka)" von Nino Haratischwili Ich habe das Familienepos dieses Jahr im Sommerurlaub in Portugal gelesen und war vom ersten Moment an gefesselt von dieser spannenden Geschichte rund um acht beeindruckende Frauenfiguren. Die 1200 Seiten habe ich verschlungen und danach war ich fast ein wenig wehmütig, dass die Geschichte "schon" rum war. Grandios! 7. Sophia29 empfiehlt: "Das Geheimnis des weißen Bandes" von Anthony Horowitz In diesem Jahr bin ich auf den Sherlock Holmes-Geschmack gekommen. Deswegen zählt „Das  Geheimnis des weißen Bandes“ von Anthony Horowitz zu meinen absoluten Lesehighlights 2015. Die ersten Seiten dieses Buches haben ausgereicht, um mich voll und ganz in seinen Bann zu ziehen:   London im November 1890 – der unvergleichliche Detektiv Sherlock Holmes und sein alter Freund Dr. Watson setzen alles daran, das Geheimnis um „Das weiße Band“ schnellstmöglich zu lüften, um   weitere Morde zu verhindern. Ich habe die beiden wirklich gerne auf ihrer Verfolgungsjagd begleitet und von Seite zu Seite mehr der Auflösung dieses dubiosen Falls entgegengefiebert. Dieses Buch bietet nicht nur durch und durch sympathische Protagonisten und einen einzigartigen Stil des Autors, sondern garantiert vor allem auch Spannung bis zum Schluss. 8. HannaBuecherwurm empfiehlt: "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss Lasst euch nicht vom schleppenden Anfang des Buches trügen! Sobald ihr diesen einmal hinter euch habt, wird euch das Buch vollkommen fesseln und bis zur letzten Seite nicht mehr loslassen. Vor allem der originelle Schreibstil macht dieses Buch aus, macht euch darauf gefasst, wiederholt in Lachen ausbrechen zu müssen. Das Buch ist der Auftakt zu einem fantastischen Fantasy-Epos, auf dessen Fortsetzung ich nun richtig gespannt bin! 9. aba empfiehlt: "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie Gegen Ende des Jahres nur ein Lieblingsbuch zu nennen, fällt einem oft schwer, wenn fast jedes gelesene Buch diese Auszeichnung verdienen könnte. Dieses Mal ist es bei mir nicht so, ich musste keine Sekunde lang überlegen, die Entscheidung stand schon im Frühjahr fest. "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie ist mein absolutes Lieblingsbuch aus 2015. Für so viel Leidenschaft, so konsequente und menschliche Charaktere, und eine glaubhafte und spannende Entwicklung habe ich dieses Buch sehr geliebt. 10. Kathycaughtfire empfiehlt: "Wer die Nachtigall stört ..." von Harper Lee Eines der Bücher, das man in seinem Leben unbedingt gelesen haben sollte. Es ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, aber einer, den man schlichtweg lieben muss. Die Geschichte ist wunderschön, die Botschaft nach wie vor eine unglaublich wichtige und Harper Lee eine grandiose Autorin. 11. markusros empfiehlt: "Vom Inder, der auf dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden" von Per J. Andersson Das Buch und speziell der so mutige Pikay haben mir die eigene Lust am Abenteuer und an fernen Ländern nicht nur in den Lesestunden zurückgebracht. Ich bewundere den Mut, sich aus Überzeugung für eine Sache in Situationen zu begeben, ohne vorher alle Eventualitäten intellektuell durchdacht und durchdrungen zu haben. 12. Tree_Trunks empfiehlt: "Altes Land" von Dörte Hansen Für mich ist "Altes Land" von Dörte Hansen eines der besten Bücher 2015 gewesen. Die Geschichte beschreibt die kleinen Wunden, die sich die Generationen einer Familie gegenseitig zufügen können und erzählt von der Bürde der Vergangenheit. Gleichzeitig hat Dörte Hansen einen tollen Humor, der mich wirklich laut zum Lachen gebracht hat und der von einer ungetrübten Menschenkenntnis zeugt. Ein großartiges Buch über menschliche Stärken und Schwächen! 13. Tasmetu empfiehlt: "Ich bin Malala" von Malala Yousafzai Dieses Buch war so viel mehr als das, was ich erwartet habe und ließ mich tief berührt und nachdenklich zurück. Es ist die Geschichte des Swat Lands, es ist die Geschichte der Taliban, des Islams, es ist die Geschichte ihres Dorfes, ihrer Eltern, ihrer Freunde, ihrer Heimat, ihrer Flucht. Sympathisch, aufrüttelnd, aktuell. 14. nordbreze empfiehlt: "Bora" von Ruth Cerha Die Frankfurter Verlagsanstalt sollte dieses Buch nur zusammen mit einem Flugticket nach Kroatien verkaufen. Obwohl ich schon immer eine Wasser-Sehnsucht hatte, war diese noch nie so stark wie beim Lesen von "Bora". Ich möchte auch eine Insel erkunden, klettern, schwimmen, Wein trinken (ich mag gar keinen Wein ..) und Fisch essen. Ruth Cerha beschreibt das Inselleben einfach, alltäglich, aber trotzdem prägnant, so dass man das Gefühl hat, schon einmal dort gewesen zu sein (was ich für mich ausschließen kann. Ich war noch nie in Kroatien). Hinzu kommen mit Mara und Andrej zwei unaufdringliche Protagonisten, deren Liebesgeschichte so dezent aufgestellt ist, eigentlich will ich das gar nicht Liebesgeschichte nennen. Zwischen den beiden herrscht einfach eine große Vertrautheit, die ohne große Worte auskommt. Seid ihr neugierig auf unsere 15 Lieblingsbücher 2015 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 6. Januar Zeit, bei der Verlosung eines tollen Buchpakets mit allen 15 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns über den "Jetzt bewerben"-Button ganz oben nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir selbst immer so gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Welche sind eure Buchgeschenktipps des Jahres? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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    • 990
  • Ein fantastischer bewegender Roman über die letzten wahnsinnigen Monate des 2. Weltkrieges

    Im Frühling sterben
    TheBook

    TheBook

    14. November 2015 um 18:38

    Ralf Rothmann's fantastischer Roman "Im Frühling sterben" beschreibt auf nüchterne Art mit einer grandiosen Sprache, was an Wahnsinn in den letzten Monaten des 2. Weltkriegs vorgefallen ist. Ich hab schon relativ viel über den 2. Weltkrieg gelesen und gesehen, aber hier wurden Sachen beschrieben, die einen erschüttern. Die Zwangrekrutierung von 17/18jährigen z.B. in die Waffen-SS war ein Unding. Dieses Buch ist eines der besten, die ich zu letzt gelesen habe. Und, das sage ich nicht oft, ich werde dieses Buch irgendwann nochmals lesen. Und mir zeitnah ein anderes Werk von R. Rothmann zur Hand lesen. Vielen Dank für dieses Buch!!!!!

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  • Große Verlosung zum Leserpreis 2015: 5 Buchpakete mit je 50 Büchern!

    Ein ganz neues Leben
    Daniliesing

    Daniliesing

    Lust auf eins von 5 riesigen Buchpaketen zum Leserpreis 2015? Es ist wieder soweit - für den Leserpreis 2015 suchen wir eure Lieblingsbücher. Wir sind schon wahnsinnig gespannt, welche Bücher euch in diesem Jahr am meisten begeistern konnten und können das Ergebnis, das am 26. November feststehen wird, gar nicht erwarten! PS: Die Gewinner stehen mittlerweile fest! Hier könnt ihr alle Preisträger und Platzierungen sehen! Unsere große Verlosung für euch! Jedes Jahr, wenn der Leserpreis näher rückt, dann kommt bei uns eine ganz besondere Stimmung auf. Es ist ein bisschen, als würde Weihnachten einfach mal 2 Monate nach vorn gezogen und würde ganz lange dauern :-) Deshalb möchten wir euch neben den tollen Buchempfehlungen und der Möglichkeit selbst mitzuentscheiden, auch eine ganz besondere Verlosung bieten. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen verlosen. Fünf Gewinner dürfen sich also über eine ordentliche Ladung neuen Lesestoff freuen! Und mal ehrlich - davon kann man doch nie genug haben, oder? 1. Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - 3 der 5 Buchpakete verlosen wir unter allen Bloggern, die auf ihrem Blog über den Leserpreis berichten und darauf verlinken. Bitte teilt uns den Link zu eurem Blogbeitrag hier mit, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt! http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ Grafikmaterial findet ihr hier! 2. Wenn ihr keinen Blog habt, könnt ihr alternativ auf den Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter, Google + und ähnlichen auf den Leserpreis hinweisen. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 2 Buchpakete mit jeweils 50 Büchern. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt und ihn uns hier verlinkt. Bitte verlinkt, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, direkt auf eurer Posting und nicht auf euer gesamtes Profil. Außerdem müssen in eurem Social-Media-Posting unbedingt der Link zum Leserpreis und der Hashtag #Leserpreis enthalten sein. http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ 3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns, indem ihr oben auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button klickt und das Formular komplett ausfüllt, ein Buch, das ihr durch den diesjährigen Leserpreis entdeckt habt und das ihr jetzt unbedingt lesen möchtet. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 5 einzelne Bücher, die die jeweiligen Gewinner auf ihren Wunschzetteln haben. Ihr dürft natürlich auch 1 & 2 oder 1, 2 & 3 kombinieren und so eure Chancen steigern :-) Die Teilnahme ist bis einschließlich 29. November möglich! Wir wünschen euch ganz viel Spaß & schaut doch mal rein, welche Bücher in diesem Jahr das Rennen gemacht haben! PS: Die angehängten Bücher sind ein paar Beispiele, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen!

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    • 1599
  • Über das dreckige Gesicht des Krieges

    Im Frühling sterben
    gudrunheller

    gudrunheller

    05. October 2015 um 08:57

    „Im Frühling sterben“ von Ralf Rothmann erhellt ein bislang relativ unbekanntes Kapitel des zweiten Weltkrieges: Die Zwangsrekrutierung von jungen Männern für die SS. Fiete und Walter, zwei 17jährige Melker aus Norddeutschland, werden im letzten Kriegsjahr auf einer Tanzveranstaltung dazu gezwungen, sich für die SS zu verpflichten. Ohne das sadistische Unwesen des Großteils der SS-Schergen beschönigen zu wollen, zeigt Ralf Rothmann, wie es praktisch unmöglich ist, im Laufe des Kriegsgeschehens nicht selbst zum Täter zu werden. Walter, der als Fahrer „nur“ hinter der Frontlinie seinen Dienst verrichten muss, scheint zunächst mit einem blauen Auge davon kommen zu können. Er tut seinen Dienst zwar inmitten all des schrecklichen Geschehens, kann aber zunächst verhindern, selbst Unrecht zu begehen. Bis ihm das Schlimmste passierte, was einem Menschen wohl passieren kann – er ist zur falschen Zeit am falschen Ort und wird dazu gezwungen, seinen besten Freund Fiete zu erschießen. Der Krieg zeigt sein schmutzigstes Gesicht und Ralf Rothmanns sensible Schilderung zieht uns mitten in dieses Geschehen hinein. Eine leise und eindringlich erzählte Geschichte, die ihren Leser von Anfang bis Ende mitreißt. Und ein bisschen erhellt, warum es praktisch unmöglich ist, aus einem Krieg nicht traumatisiert zurückzukehren.

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  • Ende der Ruhezeit

    Im Frühling sterben
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    Ein Roman fehlt dieses Jahr auf der Nominierungsliste zum Deutschen Buchpreis. Nicht, weil die Jury seine Qualitäten nicht erkannte, sondern weil sich der Autor Ralf Rothmann ausdrücklich nicht nominieren ließ, ja sogar dem Wunsch einer Nachnominierung widersprach. Es ist einerseits natürlich verständlich, dass ein Schriftsteller sich und sein Werk dem umstrittenen Versuch, den "besten deutschsprachigen Roman des Jahres" zu küren entzieht, andererseits hätte gerade dieser Roman dieses Prädikat mehr als verdient. Rothmann erzählt in seinen Romanen immer wieder auch seine eigene Geschichte und die seines früh verstorbenen Vaters, eines schweigsamen, einfachen Kohlebergmanns.  Auch für "Im Frühling sterben" liefert dies sicher die Vorlage.  Es ist die Geschichte des 17jährigen Walter Urban, aus dem Ruhrgebiet als Melker nach Norddeutschland entsandt, vermeintlich eine kriegswichtige Aufgabe, der 1944 durch einen Trick zusammen mit seinem Freund Fiete doch noch in die Waffen-SS zwangsrekrutiert und nach kurzer Ausbildung nach Ungarn verschickt wird. Hitlers letztes Aufgebot.  Was die beiden Jungen dort erleben, wobei Walter als Fahrer noch "Glück" hatte, ist in seiner menschenverachtenden Grausamkeit zwar jedem halbwegs geschichtlich informierten Leser nicht unbekannt, in dieser gnadenlosen Härte aber selten literarisch gestaltet worden. "Im Westen nichts Neues" oder "Der Streit um den Sergeanten Grischa" wären vielleicht vergleichbare Meisterwerke der Antikriegsliteratur.  Trotzdem schafft Ralf Rothmann in all dem Grauen auch Momente der Schönheit, der Poesie, oft versinnbildlicht in der Natur. Aber auch in mitmenschlichen Beziehungen.  Ein emotionaler Höhepunkt ist das Zusammentreffen Walters und Fietes in einer Arrestzelle. Fiete, verletzt im Lazarett liegend, hat versucht zu desertieren, am Morgen soll er standrechtlich erschossen werden. Und zwar von Walters Einheit. Verweigerung gleicht Hochverrat, auch eine Befreiung davon kann Walter nicht erwirken. Er darf sich lediglich verabschieden.  Eine genauso herzzerreißende, dabei völlig unkitschige Szene wie die von Fietes Sterben.  Rothmann trifft genau die richtigen Worte.  Und stellt dabei eine der Kernthesen des Romans auf, eine in letzter Zeit auch in der Literatur häufiger verhandelte Theorie der genetischen Vererbung von Taumata. "Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden"  lautet bereits das von Ezechiel entliehene Motto des Romans.  Und auch Fiete spricht zu Walter von diesem Erbe. Und als dieser fragt,  "was ist mit dem, der schießen muss? Was vererbt der?" antwortet er "Woher soll denn ich das wissen, Häuptling. Wahrscheinlich eine große Traurigkeit..."  Diese große Traurigkeit ist es wohl auch, die Walters Vater nach dem Krieg fast verstummen ließ.  Nach seiner Pensionierung schenkte ihm der Sohn, wie Rothmann Schriftsteller, ein Heft, in das er seine nie erzählten Kriegserinnerungen eintragen sollte.  "Wozu denn noch? Hab ich´s dir nicht erzählt? Du bist der Schriftsteller" antwortet dieser.  "Im Frühling sterben" ist der Versuch, diese Erinnerungen doch noch zu Papier zu bringen. Anders als viele frühere Autoren aber nicht in Form einer Abrechnung mit dem Vater, sondern, um einen Romantitel Peter Härtlings zu bemühen, mit "Nachgetragener Liebe".  Im Epilog sucht der Sohn das Grab der Eltern im Schnee, es soll aufgehoben werden, "Ende der Ruhezeit". Er findet es nicht. Aber er, und lassen wir uns ruhig Ralf Rothmann dahinter vermuten, sorgt mit diesem großartigen Buch dafür, dass die lange Ruhezeit der nie erzählten Erinnerungen Walter Urbans ebenfalls endet. Und damit vielleicht auch ein Wenig der Last, die auch auf die Nachgeborenen vererbt wurde.

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    • 3
  • Wir müssen uns erinnern!

    Im Frühling sterben
    Girl56

    Girl56

    Ralf Rothmann erzählt in seinem neusten Roman „Im Frühling sterben“ von den letzten Kriegsmonaten im Frühjahr 1945, als zwei junge Burschen, gerade mal siebzehn Jahre alt, mehr oder weniger gezwungen werden, bei der Waffen-SS  Mitglied zu werden und sofort, nach einer ganz kurzen Ausbildungszeit, an die Front in Österreich bzw. in Ungarn verlegt werden. Walter und „Fiete“ waren gemeinsam Lehrlinge auf einem Hof in Norddeutschland, glaubten, dass ihre Arbeit als Melker „kriegswichtig“ ist und sind nun doch auf einmal mitten  in den Kriegshandlungen. Die beiden Freunde werden getrennt, Walter kommt zum Fahrdienst seiner Truppe, Fiete muss kämpfen. Beide junge Männer werden Zeugen von den schrecklichsten Dingen, die der Krieg und eine entmenschlichte Soldateska anrichten, aufrecht hält sie nur der Glaube, dass es eine friedliche und glückliche Zukunft für sie geben wird. Doch im Verlauf der Wochen verliert Fiete alle Kraft, wird mehrfach verwundet und verlässt aus dem Lazarett heraus seine Einheit. Was dann mit ihm geschieht, wird seinen Freund Walter für den Rest seines Lebens begleiten und auch immer mehr zum Verstummen bringen.   Ralf Rothmann erzählt uns Walters Geschichte als Erinnerung eines im Sterben liegenden  Mannes, dem in den letzten Lebensstunde die erlebten Kriegsgräuel wieder ganz nah rücken und die erlittenen Qualen  und die Angst für die ausharrenden Angehörigen , die Ehefrau und der Ich-Erzähler, der Sohn sehr deutlich spürbar werden.   Ralf Rothmanns Roman besticht durch eine wunderbare, sehr bildhafte Sprache. Er findet sowohl für die Beschreibung von Natur als auch der Kriegshandlungen  die richtigen Worte, lässt gerade seinen Helden „Walter“ empfänglich sein für das, was um ihn herum geschieht, gibt ihm aber nicht mehr Wissen mit, als er von seinem familiären und schulischen Hintergrund haben kann. Dadurch schafft der Autor harte Kontraste zu den Erwachsenen, die ihre Herzensbildung und Mitmenschlichkeit lange schon hinter sich gelassen haben, und sich nur noch formelhaft hinter den Parolen von Hitler und Himmler verstecken.   Ich war von diesem Buch sehr beeindruckt und  auch bewegt und kann die Lektüre nur jedem empfehlen, der sich dafür interessiert, wie gerade auch ganz junge Menschen im letzten Weltkrieg fast unschuldig schuldig geworden sind.        

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    • 3
    Floh

    Floh

    01. September 2015 um 06:54
  • Ein starker Roman!

    Im Frühling sterben
    sandyseeber

    sandyseeber

    20. August 2015 um 23:00

    Der Melker Walter und sein bester Freund Fiete werden kurz vor Ende des Krieges eingezogen und nach einer kurzen Ausbildung Richtung Front nach Ungarn geschickt. Während Walter sich den Umständen so gut wie möglich anpasst, versucht Fiete der aufgezwungenen Pflicht zu entkommen. Am Ende hofft Walter, dass in seinem Karabiner, den nun er gezwungenermaßen auf den Freund richtet, nur eine Platzpatrone steckt. Ralf Rothmann zeichnet das Bild von zwei Siebzehnjährigen, die völlig unterschiedlich auf die aufgezwungene Pflicht reagierten und schließlich die Konsequenzen ihrer Handlungen und Entscheidungen tragen mussten. Dabei erwacht die Natur trotz dröhnenden Bombern und zerstörten Dörfern langsam in das neue Jahr, in den Frühling genauer gesagt. Die Leser begleiten Walter, dessen Gedanken nur in den wenigen Briefen an seine Schwester oder an Liesel zum Ausdruck kommen. Sie fühlen mit ihm, wenn es brenzlig wird und kämpfen gegen die Ohnmacht, wenn es keinen Ausweg gibt. Der Autor versteht es, den Konflikt seines Protagonisten zu übertragen auf die Leser, die sich unweigerlich konfrontiert sehen, mit einer Entscheidung, deren Tragweite sie nicht überblicken wollen, selbst dann nicht, wenn sie dazu in der Lage wären. Genau aus diesem Grund ist das 234 Seiten starke Buch Literatur für die Jugend – nicht weil es ein Antikriegsroman ist, sondern weil es den jugendlichen Leser dazu auffordert, sich der Konsequenzen seiner Entscheidungen bewusst zu werden.

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  • Wenn die Wurzel eines Menschen der Krieg und das Töten ist ...

    Im Frühling sterben
    Monsignore

    Monsignore

    12. July 2015 um 18:29

    Bitte nicht schon wieder! - war meine erste Regung: Vater-Sohn-Geschichte mit Kriegshintergrund, Waffen-SS in der Barbarei der letzten Kriegswochen in Ungarn ... ja, muss das denn sein ... die Wiederkaufunktion hat bei Rindern einen Sinn, aber beim Menschen ? Doch dann der erste Satz. Hanns Erich Nossack sagte einmal, dass der erste Satz von entscheidender Bedeutung sei; stimmt er nicht, kann man das Buch auf der Stelle vergessen. "Das Schweigen, das tiefe Verschweigen, besonders wenn es Tote meint, ist letztlich ein Vakuum, das das Leben irgendwann von selbst mit Wahrheit füllt." Was dann folgt, ist von einer sprachlichen Wuchtigkeit, die Authenzität und Kunstfertigkeit gemeinsam mit Wahrheit und Dichtung auf einen Nenner bringen kann. Dialoge tragen das Buch, Dialoge, deren Eindringlichkeit ich selten gelesen habe. Rothmanns Sprache macht es möglich, unfassbare Untergangsszenerien vorstellbar zu machen: Wüste Gelage in beschlagnahmten Hotels inmitten von Leichen und Sterbenden, sturzbesoffene SS-Schwulenfeten, ein über Grammatik dozierender Kommandant im Moment des Untergangs seiner Kompanie. Im Kopf des Lesers werden Dreck, Ratten, Eiter, Sperma und Blut zu einer Flüssigkeit, die ein ganzes Land überzieht und aus dem nur wenige - schwerst traumatisiert für den Rest ihres Lebens - herauskriechen können. Eines Lebens, das sie selbst nicht mehr verstehen können. Wie Rothmanns Vater, der danach 30 Jahre lang als "Wühler" unter Tage im Ruhrgebiet schuftete, mit dem Leben über Tage erhebliche Schwierigkeiten hatte. Der große Schock des Buches ist eine Desertion. Die stark biografisch gefärbte Hauptperson, ein 17jähriger Zwangsrekrutierter, muss beim Erschießungskommando mit anlegen. Vor ihm steht sein Freund. Wenn er nicht schießt, wird er selbst erschossen. Wenn auch nur einer aus dem Kommando daneben schießt, müssen alle sofort an die Front ... Oft wird die Frage gestellt: Wie hätte ich mich verhalten? Die Frage ist falsch gestellt, denn wir leben nicht in der Vergangenheit. Die richtige Frage lautet: Wie werde ich mich verhalten? Um diese Frage für sich zu beantworten, muss man wissen, was Krieg mit einem Menschen macht. Welche Dynamik, welchen Zwang das menschliche Urthema Krieg unrettbar auslöst. Davon erfährt man viel in diesem Buch.

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  • Mein Favorit für den Dt. Buchpreis 2015

    Im Frühling sterben
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    02. July 2015 um 15:03

    In seinem neuen Roman „Im Frühling sterben“ erzählt Ralf Rothmann die Geschichte von zwei siebzehnjährigen Jungen, Walter und Fiete, die Anfang 1945 noch zur Waffen-SS eingezogen werden und in Ungarn auf eine dramatische Weise sich ein letztes Mal gegenüberstehen. Ralf Rothmann hat die Geschichte von Walter und Fiete in eine Rahmenhandlung gekleidet, die zu der Vermutung Anlass gibt, dass der Roman den einen oder anderen autobiographischen Hintergrund hat. Er stellt seinen Roman unter ein biblisches Motto aus dem Buch des Propheten Ezechiel: „Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden.“ Wir befinden uns zu Beginn  der Erzählung Anfang des Jahres 1945 auf einem großen Bauernhof in Schleswig-Holstein. Walter (ist in ihm die Vaterfigur Rothmanns versteckt?) und Fiete, beide gerade mal 17 Jahre alt, arbeiten dort als Melker, als sie bei einem geschickt getarnten Fest der NS- Bauernorganisation quasi gezwungen werden, sich freiwillig zum Kriegsdienst zu melden. Die Ausbildung erleben sie noch zusammen, doch dann  werden sie an getrennte Einsatzorte geschickt. Walter arbeitet als Ungarn als Fahrer, immer hinter der Front. Was er dort allerdings sieht und erlebt, ist erschütternd und  wird ihn  später sein ganzes Leben lang stumm machen und verschlossen und seinem Sohn ein Rätsel, das er damit zu lösen versucht, indem er sich schreibend dem Schicksal seines Vaters nähert. Höhepunkt des Dramas ist die Wiederbegegnung Walters und Fietes auf dem Richtplatz, nachdem Fiete wegen eines im betrunkenen Zustand versuchten Fluchtversuchs exekutiert wird. Vorher hatte Walter noch unter Lebensgefahr seinen Vorgesetzten, der ihm etwas schuldig  war, um Gnade für seinen Freund gebeten. Wie Ralf Rothmann sich diesem Schicksal nähert, ist große Literatur. Mit einer einfühlsamen und poetischen Sprache gelingt es ihm, die letzten Monate des Krieges zu beschreiben und die erste Zeit nach dem Krieg, als Walter über mehrere Stationen glücklich wieder nach Hause kommt (ohne Verletzung und Behinderung) und seine Freundin seinen Heiratsantrag annimmt. Doch auch ihr gegenüber und erst recht später seinem eigenen Sohn gegenüber, dessen Erzählung diesen beeindruckenden Roman umschließt, kann er sich nicht öffnen, und wie so viele andere aus dem Krieg an Leib und Seele Versehrten schweigt er sein ganzes Leben lang,  bis auf sein Totenbett. Indem Ralf Rothmann den Sohn sich in die Geschichte seines Vaters erzählend hineinversetzen lässt, verschafft er nicht nur ihm eine literarische Art von Befreiung, sondern gibt auch vielen älteren Lesern, die wie der 1954 geborene Rezensent in  ihrer Kindheit und Jugend lange mit dem Schweigen der Großväter und Väter leben mussten, so etwas wie eine späte Antwort. Walters Freund Fiete lässt er an einer Stelle, als Walter in ihn  der Todeszelle besucht,  etwas sagen, was die Situation dieser Nachgeborenen gut beschreibt. Fiete erwähnt seinen Vater, einen Arzt: „Und einmal, als ich meine Träume erwähnte, sagte er mir, dass es ein Gedächtnis  der Zellen in unserem Körper gibt, auch den Samen- und Eizellen also, und das wird vererbt. Seelisch oder körperlich verwundet zu werden macht etwas mit den Nachkommen. Die Kränkungen, die Schläge oder die Kugeln, die dich treffen, verletzen auch deine ungeborenen Kinder, sozusagen. Und später, wie liebevoll behütet sie auch heranwachsen mögen, haben sie panische Angst davor, gekränkt, geschlagen oder erschossen zu werden. Jedenfalls im Unterbewusstsein, in den Träumen.“ Das lange quälend Unausgesprochene bekommt mit diesem Roman Ausdruck und Form. Auf eine so überzeugende Weise, dass dieses Buch für mich ein Anwärter auf den Deutschen Buchpreis 2015 ist.

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