Ralf Rothmann Rehe am Meer

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Inhaltsangabe zu „Rehe am Meer“ von Ralf Rothmann

Liebesgeschichten? Gibt es denn andere? fragt der Autor. Und ob er nun von den Nöten einer Zwölfjährigen schreibt, die sich nach dem Tod der Mutter verantwortlich fühlt für die Familie, ob er einen Polterabend mit ostdeutschen Bauarbeitern schildert oder von einer Krankenschwester in der Uckermark erzählt, die ihr Haus westdeutschen Feriengästen überläßt, während sie mit ihrem Sohn im Garten kampiert, ob er uns einen arbeitslosen Alkoholiker vorstellt, der seiner Frau auf die Schliche kommt, oder einen Zirkushelfer, der die Mißhandlung der Tiere nicht mehr erträgt – immer ist die Liebe das Wasserzeichen dieser Geschichten.

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  • Rezension zu "Rehe am Meer" von Ralf Rothmann

    Rehe am Meer
    SV

    SV

    30. April 2008 um 17:32

    Erzählungen von Menschen die weit unten sind, die fremd sind – in einem fremden Land, einer fremden Umgebung, einer fremden Situation. Erzählt wird ein Ereignis, eine Situation die möglicherweise eine große Veränderung bewirken wird. Das Davor und das Danach überlässt Rothmann dem Leser, gleichzeitig deutet er mehrer Möglichkeiten an – es ist nicht so eindeutig zu sagen, woher die Figuren kommen und wohin sie gehen werden. Der Junge der nicht möchte, dass das Haus vermietet wird, er mit seiner Mutter in einem Wohnwagen wohnt, der die Frau des Urlauberpaares mit dem Kleinkind am Wohnwagen vorbeiführt wo die Schuhe seiner Mutter liegen, neben dem Paar des Ehemannes und der Wohnwagen bewegt sich ein wenig. („Stolz des Ostens“) Sie findet endlich eine Wohnung, groß, alt. Sie macht Geräusche, wenn sie zur Mülltonne geht, es gibt viele Ratten, der Haumeister sagt: es gibt drei Millionen Berliner, auf jeden kommen vier Ratten, sie klettern im Innern der Häuser die Rohre hoch. Der Hausmeister sagt ihr bei Schimmel an den Wänden gibt’s eine Spezialfolie die man auf die Wände klebt, darüber Raufasertapete, fertig. Ihr Freund hustet sehr viel, wenn er bei ihr ist. Sie hört Schritte aus dem oberen Stockwerk: der Hausmeister und sein Freund sind dabei eine völlig vermüllte Wohnung zu leeren – die Leiche ist schon weggebracht. („Sie Schatten der Seele“) Sie ist mir ihrem toten Mann in der Wohnung, wartet auf ihre Schwester. Der Monteur hat einen Termin, wird ein anderes mal wiederkommen, aber er möchte schnell ihre Toilette benutzen, er entdeckt den Toten, entschuldigt sich, will ihr helfen, und beschließt für sie zu kochen als Trost und Hilfe: („Willst du Nudeln?“) Rothmann mag seine Figuren, obwohl sehr harte realistische Geschichten, bleibt immer ein Restchen Sympathie. Er bietet keine leichten Lösungen, man muss sich schon damit auseinandersetzen, er macht Umwege auf seinen Weg zum Ende der Geschichte – die dann im Kopf zwangsläufig weitergedacht wird. Sehr spannend und meisterhaft erzählt.

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  • Rezension zu "Rehe am Meer" von Ralf Rothmann

    Rehe am Meer
    Liisa

    Liisa

    07. May 2007 um 20:16

    Kürzlich wurde ich auf Ralf Rothmann aufmerksam. Er hat bereits einige Romane und Erzählbände veröffentlicht und wurde 2005 mit dem Heinrich-Böll-Preis ausgezeichnet. Nun ist sein neuer Erzählband »Rehe am Meer« erschienen und genau diese Titel war es, der mich verlockt hat, zu diesem Buch zu greifen und es zu lesen. Offenbar hat Ralf Rothmann eine spezielle Zuneigung zu Rehen und Hirschen (es erschien bereits ein Erzählband von ihm mit dem Titel »Ein Winter unter Hirschen«). Liest man seine Erzählungen wird aber auch schnell klar, dass seine Zuneigung auch den Menschen gilt. Er ist ein sehr genauer und feiner Beobachter der Menschen und versteht es seine Beobachtungen in präzisen Worten in lesenswerte Erzählungen umzusetzen. Diese Erzählungen sind immer wieder durch wunderbare Bilder und Formulierungen angereichert. Schade nur, dass er nicht mehr davon in seine Erzählungen einbringt. So schleichen sich hier und da doch Längen ein, was den Lesegenuß etwas trübt. Trotzdem darf man Ralf Rothmann sicher zu den besseren zeitgenössischen Erzählern deutscher Sprache zählen.

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