Ralf Wolfstädter

 4 Sterne bei 26 Bewertungen
Autor von Rehab: Hamburg Rain 2084 (KNAUR eRIGINALS), Svarogia und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ralf Wolfstädter

Ralf Wolfstädter wurde 1976 in Würzburg geboren. Bevor er über die Mitwirkung an mehreren Kurzfilmen zum Schreiben fand, studierte er Informatik und Elektrotechnik. Es folgten Veröffentlichungen in der Satirezeitschrift Pardon und dem Computermagazin c't, sowie die Aufführung des Theaterstücks Deus et Machina. 2010 begann er mit der Arbeit an einem längeren Text, der den Titel »Svarogia« trug und welcher letztendlich zu seinem ersten Roman werden sollte.

Alle Bücher von Ralf Wolfstädter

Ralf WolfstädterRehab: Hamburg Rain 2084 (KNAUR eRIGINALS)
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Rehab: Hamburg Rain 2084 (KNAUR eRIGINALS)
Rehab: Hamburg Rain 2084 (KNAUR eRIGINALS)
 (19)
Erschienen am 22.10.2015
Ralf WolfstädterSvarogia
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Svarogia
Svarogia
 (5)
Erschienen am 09.12.2014
Ralf WolfstädterHamburg Rain 2085. Cop: Dystopie
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Hamburg Rain 2085. Cop: Dystopie
Hamburg Rain 2085. Cop: Dystopie
 (2)
Erschienen am 01.12.2016
Ralf WolfstädterDer Fall Cartier
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Der Fall Cartier
Der Fall Cartier
 (0)
Erschienen am 15.09.2016

Neue Rezensionen zu Ralf Wolfstädter

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Rezension zu "Rehab: Hamburg Rain 2084 (KNAUR eRIGINALS)" von Ralf Wolfstädter

Experimente...
pardenvor 10 Monaten

EXPERIMENTE...

Hamburg ist im Jahr 2084 im ewigen Regen nach einer Klimakatastrophe zum Moloch mit 22 Millionen Einwohnern herangewachsen. Bauwerke früherer Epochen sind zu einem einzigen Gebäude verschmolzen, das sich über eine gigantische Fläche erstreckt und weit in den Himmel ragt. Wie ein surreales Gebilde aus dem Traum eines Wahnsinnigen reckt es seinen Körper aus Stein, Glas und Stahl in die Wolken und unablässig fließt der Regen an seinen Milliarden Ecken und Kanten herab. Dieser gigantische Koloss ist in Ebenen unterteilt, die weit in die Höhe und tief unter die Oberfläche reichen. Das Leben ist streng hierarchsich organisiert: Je reicher, desto weiter oben; je ärmer, desto weiter unten. Während sich oben im wenigen Sonnenlicht die Reichen und Schönen vergnügen, leben die Armen in Dunkelheit und Müll. Nur die Mittelschicht bildet da mit ihren Träumen von einer besseren Wetl die Ausnahme. Und manchmal geschieht es, dass jemand den zugewiesenenLebensraum verlässt. Mit unvorhersehbaren Folgen. Davon handeln die Storys der dystopischen Science Fiction eBook-Serie 'Hamburg Rain 2084'.

'Sundown' ist nach dem Prequel  der dritte Band der ersten Staffel des spannenden Future Fiction eSerials. Die Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens sind:

V2 Sundown
Rehab
Zerfall
Risse im Fundament
Die SeucheAlle Bände sind unabhängig voneinander und in beliebiger Reihenfolge lesbar.


* * *


Daniel Arzberger kann sich an nichts erinnern, als er aus tiefer Bewusstlosigkeit erwacht. Neben ihm in seiner Wohnung liegt eine sterbende Frau, die ihm gerade noch einen Namen zuraunen und eine Disc in die Hand drücken kann. Bevor sich Daniel noch fragen kann, was das alles soll, klopft auch schon die Polizei an seine Wohnungstür und verlangt energisch Einlass. Daniel bleibt nichts anderes übrig als zu fliehen, will er jemals der Wahrheit auf die Spur kommen.

Doch die Polizei setzt ihren besten Mann auf den Flüchtigen an, und so landet Daniel schließlich im Gefängnis. Er wird des Mordes angeklagt, aber Daniel ist von seiner eigenen Unschuld überzeugt. Um dem Gefängnis zu entkommen, stimmt er der Möglichkeit zu, Teil eines Forschungsprojektes zu werden. Als die rätselhaften Ereignisse in dem Forschungslaboratorium zunehmen, beschließt Daniel zu fliehen, um auf eigene Faust nach Antworten zu suchen. Doch was er findet, lässt ihn an seinem eigenen Verstand zweifeln...

Nach einem abrupten Beginn, der den Leser gleich in medias res wirft, entwickelt sich die Handlung zunächst spannend. Vor allem die Frage, was eigentlich hinter all dem stecken mag, treibt nicht nur Daniel Arzberger immer weiter durch das Geschehen. Wie bei einer Schnitzeljagd begibt sich der Hauptcharakter auf der Suche nach der Wahrheit von Spur zu Spur, doch die Geheimnisse wollen sich lange nicht auflösen. Dafür gerät Daniel immer wieder in große Gefahr, und nicht nur er.

Die Ausgangssituation versprach eine weitere spannende Folge des Serials um die Stadt Hamburg im Jahr 2084. Auch die sich entwickelnden ethischen Fragestellungen (z.B. Grenzen von wissenschaftlichen Allmachtsfantasien, heimliche Experimente an Strafgefangenen u.a.m.) ist eigentlich eine gute Grundlage für eine interessante Erzählung. Die Umsetzung jedoch konnte mich hier nur wenig überzeugen. Viel Action mit zunehmender Skrupellosigkeit dominiert das Geschehen, was gemeinsam mit einer oftmals rüden und zotigen Sprache recht überdimensioniert wirkt. Dabei zieht sich Daniel auch meist wenig elegant aus der Affäre, sondern entwickelt plötzlich Superheldqualitäten, die die interessante Fragestellung hinter der eigentlichen Geschichte leider eher in den Schatten rücken.

Die Szenen wirkten auf mich oft auch nicht ausgereift, sondern eher oberflächlich skizziert, so dass ich mich beim nächten Abschnitt manchmal fragte, ob ich etwas überlesen hatte, da ich den plötzlichen Sprung nicht nachvollziehen konnte. Am meisten störte mich aber die Darstellung des Hauptcharakters, der ähnlich wie ein Westernheld eher unnahbar blieb. Die Emotionen Daniels waren für mich jedenfalls nicht greifbar, so dass sich bei mir auch hier eher der Eindruck einer Oberflächlichkeit festigte. Auch die anderen Charaktere blieben für mich eher flach und oftmals überzeichnet. So reicht es bei einem niesen Polizisten nicht aus, dass er korrupt ist, sondern er muss von morgens an saufen, am Arbeitsplatz masturbieren und wehrlose Betrunkene verprügeln, um den Stressabbau zu gewährleisten...

Alles in allem also für mich eher eine schwächere Folge der Reihe, doch die Grundidee hinter der Geschichte fand ich durchaus interessant. Hier wurde für mich jedoch Potential verschenkt zugunsten einer überdimensionierten und zur Brutalität neigenden Actionlastigkeit. Schade.


© Parden 

Kommentare: 5
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loralees avatar

Rezension zu "Rehab: Hamburg Rain 2084 (KNAUR eRIGINALS)" von Ralf Wolfstädter

Was trebt die Wissenschaft im Jahr 2084?
loraleevor 2 Jahren

Ein Thriller, der es in sich hat und nebenbei Antworten auf die Fragen nach Verantwortlichkeit der Wissenschaft und der Politik sucht.

Wie weit ist die Gesellschaft von morgen bereit zu gehen? Wie hoch muss der Leidensdruck sein, um als letzten Ausweg aus der sozialen Misere die Manipulation des menschlichen Gehirns gewählt wird? Ich muss an Dürrenmat’s Physiker denken.

Ein Wissenschaftler merkt, dass er mit seinen Forschungen zum Wohl des Menschen zu weit gegangen ist, da diese auch eine schreckliche Kehrseite hat. Er kann aber das Rad nicht mehr zurückdrehen und muss die Konsequenzen und die Verantwortung tragen. Dieses ethische Gedankenspiel in einen Thriller verpackt und in das dystopische Hamburg versetzt, lässt die Spannung enorm stark ansteigen.

Ich habe bisher drei Bände aus der ersten Hamburg Rain Staffel gelesen. In diesem Band wird das zukünftige Hamburg etwas ausführlicher beschrieben. Straßenzüge, Plätze, etc. Einiges ist wiederzuerkennen, anderes hat außer dem Straßennamen keinerlei Ähnlichkeit mit dem heutigen Hamburg. Ich kann mir jetzt ein besseres Bild der Stadt im Jahr 2084 machen, in der es ewig regnet und wo Arm und Reich strikt voneinander getrennt leben.

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MikkaGs avatar

Rezension zu "Rehab: Hamburg Rain 2084 (KNAUR eRIGINALS)" von Ralf Wolfstädter

Die Büchse der Pandora
MikkaGvor 3 Jahren


Die Geschichte hat an sich eine Menge Potential: der moralische Morast absoluter Macht, Polizeigewalt und Korruption, heimliche Experimente an Strafgefangenen... Dazu kommt ein Protagonist, der an totaler Amnesie leidet und nur wenig Zeit hat, um die Wahrheit herauszufinden: ist er ein Mörder, oder ein Opfer von politischen Intrigen? 

So ganz neu ist die Idee des vermeintlichen Mörders mit Gedächtnisverlust ja nicht, aber dennoch hätte daraus ein hochspannendes Buch werden können - leider scheiterte das für mich an vielen kleinen Dingen.

Zum einen konnte mich der Schreibstil einfach nicht überzeugen. Besonders die Dialoge klangen für mich oft hölzern, und die verschiedenen Charaktere hatten meines Erachtens keine prägnante, unverwechselbare Stimme. Oberflächlich gesehen bedienen sie sich vielleicht unterschiedlicher Sprache, aber es häufen sich dennoch die immer gleichen Ausdrücke, besonders dann, wenn sie aufgebracht sind. Auch sonst empfand ich den Schreibstil als nicht sehr einfallsreich, besonders, was die Sprecherverben betrifft:

"stieß er sorgenvoll aus", "stieß er amüsiert aus", "stieß er nachdenklich aus", "stieß er grinsend aus", "stieß sie überrascht aus", "stieß sein Gesprächspartner euphorisch aus", "stieß Daniel wütend aus"... 

Viele Ausdrücke klingen für mich auch einfach etwas merkwürdig, so wird zum Beispiel von einer Frau gesagt, ihre Lippen seien "hufeisenförmig gen Hals gezogen", jemand macht eine "esoterische Handbewegung" und bei einer Prügelei heißt es: "Tritte wechselten den Besitzer".

Die Welt wird an sich sehr eindringlich und atmosphärisch beschrieben, was mir gut gefiel, aber sie erschien mir nicht immer in sich schlüssig, gerade was den Stand der Technik betrifft. Ich hatte das Gefühl, dass immer das gerade möglich oder nicht möglich ist, was am praktischsten für den Verlauf der Handlung ist. Einerseits hat Daniel eine Tätowierung, die seine Gesundheitsdaten fortwährend an das Gefängnis sendet - also eine Form absoluter Überwachung -, andererseits kann er beinahe problemlos unerkannt aus besagtem Gefängnis hinausspazieren.

Das Buch enthält viele rasante, actionreiche Szenen, aber die Spannung verpuffte für mich oft dadurch, dass Daniel völlig unglaubwürdig die noch so gefährlichste Situation meistert. Entweder hat er wahrhaft herausragendes Glück, oder im Buch tummeln sich die unfähigsten Wächter und Polizisten der Menschheitsgeschichte! Wenn es nur eine Szene gewesen wäre, in der es Daniel gelingt, unbewaffnet einen ausgebildeten, bewaffneten Gegner (oder sogar mehrere) zu überwältigen, würde ich ja gar nichts sagen - aber solche Szenen ziehen sich durch das ganze Buch. Dazu kommt noch eine Szene, in der ein Gegner ihm im Prinzip sagt: ich werde dir gleich xyz antun - ich fand, das solltest du wissen, bevor ich dich in diesem nicht abgeschlossenen Raum allein lasse...

Außerdem wird Daniel aus den unerwartetsten Ecken Hilfe angeboten, was ich auch nicht immer glaubhaft fand. Warum sollte zum Beispiel jemand, der im schlimmsten Ghetto lebt, tagtäglich mit Verbrechen und Gewalt zu tun hat und dadurch sicher etwas abgestumpft ist, sein eigenes Leben riskieren, um einem Fremden zu helfen?

Die dramatische Wendung am Schluss kam für mich leider überhaupt nicht unerwartet. Es gab schon im zweiten Drittel des Buches eine Szene, in der mit fadenscheiniger Begründung etwas so offensichtlich vor Daniel und dem Leser vertuscht wird, dass es mich stutzig machte und dadurch genau das Gegenteil erreichte: es gab in meinen Augen nur einen möglichen Grund für diese Vertuschung, nämlich genau besagte dramatische Wendung.

Die Charaktere wirkten auch mich überwiegend eher flach - besonders die Bösen sind so dermaßen allumfassend unsympathisch, dass es nicht reicht, dass sie korrupt sind, sie müssen auch am frühen Morgen saufen, regelmäßig Prostituierte besuchen und am Arbeitsplatz onanieren, wenn das Verkloppen von wehrlosen Betrunkenen zum Stressabbau nicht mehr reicht.

Fazit:
"Hamburg Rain 2084" ist eine epische Dystopie, erzählt als eSerial, bei dem jeder Band von einem anderen Autor geschrieben wurde. Scheinbar bin ich dazu verdammt, die Bände abwechselnd großartig und enttäuschend zu finden, und nachdem mich "Sundown" voll überzeugt hatte, tat sich "Rehab" wieder sehr schwer.

Der Schreibstil las sich für mich sperrig, mit vielen Wortwiederholungen, die Charaktere erschienen mir sehr eindimensional und stereotyp, und vor allem fand ich den Verlauf der Handlung oft überhaupt nicht glaubwürdig. Auch das Ende hatte ich leider schon vor der großen Enthüllung erraten.

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Ralf Wolfstädter wurde am 10. November 1976 in Würzburg (Deutschland) geboren.

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