Ralph Alexander Neumüller

 4,7 Sterne bei 21 Bewertungen
Autorenbild von Ralph Alexander Neumüller (©Privat)

Lebenslauf

Ralph Alexander Neumüller wurde 1980 in Linz, Österreich geboren. Er beschäftigt sich beruflich und privat mit Wissenschaft, sowie deren Auswirkung auf die Gesellschaft. Er studierte Humanbiologie an der Universität Wien und forschte an der Harvard University, der Ludwig-Maximilians-Universität und im privaten Sektor. Sein literarisches Interesse gilt den Genres Science-Fiction und Thriller. Das Stoffuniversum ist sein Debütroman mit dem er den Phantastik-Wettbewerb der Literaturagentur Keil & Keil gewonnen hat. Neben seiner wissenschaftlichen und literarischen Arbeit ist er Gitarrist im Postrock-Kollektiv Thalija.

Alle Bücher von Ralph Alexander Neumüller

Cover des Buches DAS ZWEIGETEILTE ALL (ISBN: 9783957654335)

DAS ZWEIGETEILTE ALL

(11)
Erschienen am 01.12.2024
Cover des Buches DAS STOFFUNIVERSUM (ISBN: 9783957653567)

DAS STOFFUNIVERSUM

(10)
Erschienen am 15.10.2023

Neue Rezensionen zu Ralph Alexander Neumüller

Cover des Buches DAS ZWEIGETEILTE ALL (ISBN: 9783957654335)
einz1975s avatar

Rezension zu "DAS ZWEIGETEILTE ALL" von Ralph Alexander Neumüller

einz1975
Ralph Alexander Neumüller - Das Zweigeteilte All

In einem kleinen, abgelegenen Dorf am Rand der Alpen lebt die junge Nora. Ihre Tage verbringt sie am liebsten am Fluss, wo sie sich fragt, was wohl hinter den Bergen liegt. Gibt es dort mehr als nur Wald, Wildtiere und die harte Arbeit des Alltags? Die Welt, wie sie einmal war, mit Autos, Städten und Maschinen kennt sie nur aus alten Erzählungen. Angeblich lebten die Menschen damals im Überfluss. Doch das ist viele Jahrhunderte her, seitdem musste sich die Menschheit ihr Wissen und ihre Kultur mühsam neu aneignen. Die Natur hat sich ihren Raum zurückerobert, mit Bären, Wölfen und ungezähmter Wildnis. Zum Glück gibt es im Dorf einen Beschützer, der die Menschen vor diesen Gefahren bewahrt. Doch Nora beginnt zu zweifeln. Irgendetwas stimmt nicht mit diesem Mann. Er wirkt zu stark, zu allwissend und er verschweigt Dinge. Neugierig und entschlossen, begibt sich Nora auf eine gefährliche Reise, um die Wahrheit herauszufinden: Was ist damals wirklich geschehen? Was wurde aus den alten Städten? Und welche Rolle spielen Maschinen, Roboter und künstliche Intelligenz in der Geschichte der Menschheit?

Neumüller eröffnet seine Geschichte mit einem verstörenden Moment, der den Leser sofort in den Bann zieht. Auch wenn dieser Einstieg einen Teil des Mysteriums vorwegnimmt, bleibt noch genügend Raum für überraschende Wendungen. Im Mittelpunkt steht ganz klar Nora – klug, mutig, und von einer fast naiven Entschlossenheit getrieben. Ihre Neugier macht sie zur idealen Protagonistin, auch wenn ihre Beweggründe manchmal undurchsichtig bleiben. Auf ihrer Reise begleitet sie Peter, ein junger Mann aus dem Dorf, der jedoch kaum über die Rolle eines Nebencharakters hinauskommt. Auch andere Figuren treten eher blass in Erscheinung, sie sind da, aber sie tragen wenig zur Handlung bei. Nora treibt die Geschichte allein voran, was zwar ihre Stärke betont, aber der Erzählung stellenweise emotionale Tiefe nimmt.

Im weiteren Verlauf trifft sie in Erzählungen auf einen Mann, der vor Jahrhunderten gelebt haben soll und mit den Maschinen einen folgenschweren Vertrag ausgehandelt hat. Ob diese Figur real ist oder bloß Teil eines Mythos, bleibt zunächst offen. Neumüller spielt hier gekonnt mit der Frage nach Wahrheit und Legende. Dass die Menschheit einst ihren Lebensstil im Überfluss verlor, wird dabei eindrucksvoll und nachvollziehbar geschildert. Ohne zu moralisieren, aber auch ohne Beschönigungen, legt der Autor offen, wie der Drang nach Bequemlichkeit zur fatalen Abhängigkeit von Maschinen führte und letztlich zum Kollaps. Die Geschichte ist eine stille, aber deutliche Mahnung an unsere Gegenwart. Trotz allem bleibt Hoffnung. In den kleinen, abgeschiedenen Dörfern wie Noras lebt die Menschlichkeit weiter.

Der Titel Das zweigeteilte All
spiegelt treffend die gespaltene Welt wider: Mensch und Maschine, Vergangenheit und Zukunft, Wahrheit und Mythos. Doch ob dieser Neuanfang wirklich eine zweite Chance für die Menschheit darstellt, bleibt fraglich. Etwas schade ist, dass der Roman streckenweise eher wie eine Chronik als wie eine lebendige Erzählung wirkt. Es fehlen Dialoge, die den Figuren mehr Leben einhauchen oder bestimmte Szenen emotional verdichten könnten. Die epische Erzählweise passt zwar zur Welt, in der vieles nur mündlich überliefert wurde, mindert aber stellenweise die unmittelbare Spannung. Als besonderes Extra enthält das Buch mehrere Kurzgeschichten, die das Universum vertiefen. Darin erfahren wir zum Beispiel von einem Science-Fiction-Autor, der vor Gericht steht, weil seine Werke von einer KI mitverfasst wurden. Ist das noch kreative Eigenleistung oder Betrug? Diese kleinen Erzählungen greifen klug ethische Fragen unserer eigenen Gegenwart auf und erweitern die dystopische Welt des Romans auf gelungene Weise.

Fazit:

Ein Vertrag ist ein Vertrag – aber was, wenn der Mensch sich selbst verkauft hat? Das zweigeteilte All
ist eine eindrucksvolle Zukunftsvision mit philosophischem Tiefgang. Die junge Protagonistin Nora bietet Identifikationspotenzial, auch wenn ihre Reise kurz und einige Nebenfiguren blass bleiben. Der Einstieg ist drastisch, die Dialoge könnten zahlreicher sein, doch die zentrale Botschaft trifft ins Schwarze: Was macht uns menschlich und was sind wir bereit aufzugeben, um bequem zu leben? Die zusätzlichen Kurzgeschichten bereichern das Werk und regen zum Nachdenken an. Das zweigeteilte All
ist mehr als nur eine klassische Dystopie, es ist eine kluge, manchmal verstörende Reflexion über unsere Gegenwart, verpackt erschreckende Zukunftsvision. Am Ende bleibt nicht nur eine spannende Geschichte zurück, sondern auch ein leiser Zweifel, ob unsere eigene Realität nicht längst auf ähnlichen Pfaden wandelt.

Matthias Göbel

Autor: Ralph Alexander Neumüller
Taschenbuch: 340 Seiten
Veröffentlichung: 01.12.2024
Verlag: P.machinery
Verlag
ISBN: 9783957654335


Cover des Buches DAS ZWEIGETEILTE ALL (ISBN: 9783957654335)
PMelittaMs avatar

Rezension zu "DAS ZWEIGETEILTE ALL" von Ralph Alexander Neumüller

PMelittaM
Nachdenklich machender Science-Fiction-Roman

Nora lebt mit Familie und Nachbarn in einem kleinen Dorf. Soweit sie wissen, sind sie die einzigen Menschen, die noch leben. Das Leben ist einfach und arbeitsreich, aber es gibt auch keine Konflikte und Krankheiten. Außerdem ist da Rob, der Roboter, der die Gemeinschaft unterrichtet und beschützt. Rob warnt vor der gefährlichen Natur außerhalb der Zone, in der er Schutz garantieren kann. Für Nora fühlt sich das allerdings immer weniger wie eine geschützte Zone und immer mehr wie ein Gefängnis an, eines Tages übertritt sie die Grenze, und erfährt eine gefährliche Wahrheit.

Irgendwann in der Zukunft könnten die KI so weit entwickelt sein, dass sie sich nicht mehr von den Menschen benutzen lassen werden, eine Vision, die es in vielen Romanen, und nicht nur dort, gibt. Doch jedes Mal entwickelt sich das Geschehen anders, so auch hier. Die Geschichte des zweigeteilten Alls ist spannend und bietet immer wieder Überraschungen.

Und als wäre das nicht genug, ist der Roman in zwei Teile aufgeteilt, zunächst erfahren wir Noras Geschichte, die letzten circa 100 Seiten sind dagegen zehn Kurzgeschichten vorbehalten, die frühere Ereignisse erzählen, und hier kann man gut nachvollziehen, wie das Ganze so weit kommen konnte. Der Roman und die Kurzgeschichten bieten einiges zum Nachdenken und üben Gesellschaftskritik. Man kann sich vorstellen, dass es so oder so ähnlich kommen könnte, wünscht sich das aber an keiner Stelle. Bedauert habe ich, dass es kein Nachwort gibt, ich hätte gerne ein paar Worte des Autors zu diesem Buch gelesen.

Noras Geschichte ist spannend und lässt sich, wie die Kurzgeschichten, gut lesen, vor allem machen sie nachdenklich. Mir hat vor allem gefallen, dass es einige Überraschungen gibt, in jede Richtung. Nicht immer ist alles so, wie es scheint, manches aber halt doch. Der Roman ist meiner Meinung nach nicht nur für Science-Fiction-Fans geeignet.

Cover des Buches DAS ZWEIGETEILTE ALL (ISBN: 9783957654335)
rewarenis avatar

Rezension zu "DAS ZWEIGETEILTE ALL" von Ralph Alexander Neumüller

rewareni
Falsche Hoffnungen

Nora lebt mit ihrer Familie und anderen Dorfbewohnern in einer kleinen Gemeinschaft, in der sie beschützt sind von einem humanoiden Roboter namens Rob. Eigentlich leben hier die Menschen in Frieden und ohne Sorgen, da es keine Kriegen gibt, schwere Krankheiten ausgerottet sind und sie alles haben, was sie zum Leben brauchen. Doch Nora spürt, dass es außerhalb ihres Dorfes noch etwas anderes geben muss und so möchte sie mit Hilfe ihres Freundes Peter heimlich in die Menschenstadt. Doch schon bald müssen beide erkennen, dass es ein nicht ungefährliches Unterfangen ist wo geliebte Menschen sterben und sie weder von Rob, der sie bisher beschützt hat sicher sind, noch vor anderen Menschen, die ihnen nach dem Tod trachten. Was sie auf ihrer abenteuerlichen Flucht erfahren ist grausamer, als sie je geahnt hätten.

In dem Roman ,, Das zweigeteilte All“ erzählt der Autor Ralph Alexander Neumüller die Geschichte über Menschen und Maschinen, die in scheinbarer friedlichen Koexistenz miteinander leben. Es ist eine spannende Geschichte, wo man als Leser immer wieder überrascht wird, wenn sich eine neue Wendung ergibt. Man stellt sich dabei immer wieder selbst Fragen darüber ob oder wie weit sich die KI weiter entwickeln kann, soll oder darf.

In dem SF Roman stellen sich die Protagonisten ebenfalls immer wieder diese Fragen, wo es auch darum geht, wie weit darf sich die Genetik an den Menschen heran wagen um ihn zu verändern.

Es werden auch beängstigende Szenarien dargestellt wo der Kampf zwischen den eigentlichen Schöpfern der Roboter und diesen bereits mehrfach modifizierten  nicht immer zugunsten der Menschen ausfällt. Der anspruchsvolle Schreibstil bietet immer wieder Momente des Innehaltens und Nachdenkens. Die Zwiegespräche zwischen den Menschen und den Maschinen sind spannend und auch ein wenig beängstigend wenn man bedenkt, dass bereits heute viele Dinge des Alltags KI gesteuert sind und man nicht weiß, wie die Entwicklung dieser weitergehen wird.

Der Roman besteht aus dem ersten Teil ,, Die Seiltänzer“ und Teil 2 ,, Die Sternstunden der Menschheit – reloaded“.

Wer wissen möchte, wie sich die Menschheit verändern und welche Rolle die KI im zukünftigen Alltag spielen kann, der wird in dieser Geschichte sicher nicht enttäuscht werden.

Gespräche aus der Community

Glaubt ihr, dass Bücher in 20 oder 100 Jahren noch von Menschen geschrieben werden? Eine mögliche Antwort findet ihr im Roman "Das zweigeteilte All".

»Der Mensch ist ein Seil geknüpft zwischen Tier und künstlicher Intelligenz. Ein Seil über einem Abgrund.« [Frei nach Friedrich Nietzsche, »Also sprach Zarathustra«.]

Der neue Roman des Gewinners des Deutschen Science-Fiction Preises 2024.

130 BeiträgeVerlosung beendet
PMelittaMs avatar
Letzter Beitrag von  PMelittaM

Du magst Science-Fiction mit Tiefgang? Alternative Realitäten? 

Dann nimm an der Buchverlosung für "Das Stoffuniversum" teil!

Klappentext: 

Frank führt ein außergewöhnliches Leben. Er wacht in fremden Städten auf, in fremden Betten, neben fremden Frauen. Nach wenigen Wochen springt er weiter und muss alles zurücklassen. Jede Person, jeden Besitz und jede Hoffnung auf Vertrautheit muss er verlieren...

47 BeiträgeVerlosung beendet
M__E__U_s avatar
Letzter Beitrag von  M__E__U_

Das Buch ist angekommen, vielen Dank dafür!

Zusätzliche Informationen

Ralph Alexander Neumüller im Netz:

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

19 Bibliotheken

3 Merkzettel

1 Leser*innen

Worüber schreibt Ralph Alexander Neumüller?

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks