Walküre in Detmold

von Ralph Bollmann 
4,0 Sterne bei2 Bewertungen
Walküre in Detmold
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Inhaltsangabe zu "Walküre in Detmold"

Eine Bildungsreise der besonderen Art: Staunen, wenn ein Provinznest den ganzen »Ring« auf die Beine stellt, aber manchmal lässt Schilda grüßen im Umgang mit den kulturellen Ressourcen. Was 1998 als Ferienvergnügen begann, wurde zu einem ungewöhnlichen Panorama unseres Landes, seiner Bewohner und seiner wechselvollen Geschichte.

Rund achtzig feste Opernensembles gibt es hierzulande, beinahe so viele wie im gesamten Rest der Welt. Nicht nur in München und Dresden, sondern auch in Detmold und Cottbus. Ralph Bollmann hat sie alle besucht. Als er in Meiningen die »Tosca« sah, wurde das Land noch von Helmut Kohl regiert. Als er in Plauen »Lohengrin« besuchte, rief Gerhard Schröder die Hartz-Reformen aus. Und als er 2010 nach Ulm zur »Salome« fuhr, stand der Euro vor dem Absturz.

Eine Entdeckungsreise durch Geschichte und Gegenwart: Die deutsche Kleinstaaterei mit all ihren Skurrilitäten und der Föderalismus sind der Boden, auf dem dieser kulturelle Reichtum der Provinz gewachsen ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783608961607
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:303 Seiten
Verlag:Klett-Cotta
Erscheinungsdatum:11.02.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    WinfriedStanzickvor 7 Jahren
    Rezension zu "Walküre in Detmold" von Ralph Bollmann

    Die Oper und Deutschland – das ist ein ganz besonderes Verhältnis. Auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es in Deutschland nahezu achtzig Opernhäuser, mit den dazugehörigen Ensembles und Orchestern. Es gibt sie natürlich in den großen Städten, aber auch in der Provinz. Und alle versuchen sie sich mehr oder minder erfolgreich auch an den großen Stoffen.

    Es gibt seit langem eine Debatte darüber, ob es gerecht und sozial- und kulturpolitisch vertretbar sei, diesen Fleckenteppich an Opernhäusern aus öffentlichen Mitteln noch länger zu unterhalten, denn ohne die Millionen der jeweiligen Bundesländer könnte keine einzige Bühnen wirklich überleben. Und natürlich wird immer wieder jenes uralte Argument aus der Mottenkiste geholt, dass die Oper nur von wenigen Reichen und Gebildeten genutzt wird. Der Rezensent, der es genießt, 15 Kilometer von seinem Wohnort mit dem Staatstheater in Darmstadt eine respektable Oper zu haben, und diese etwa einmal im Monat besucht, hat bei seinen unzähligen Opernbesuchen in den letzten zehn Jahren da andere Beobachtungen gemacht. Die Oper ist eben nicht mehr der Treffpunkt allein der Arrivierten, auch nicht mehr ein Schaulaufen der neuesten Konfektionen, auch wenn ich mir bei manchen Besuchern doch eine etwas angemessenere Kleidung wünschen würde. Tatsache ist jedenfalls, dass ich niemals einmal im Monat bis nach Frankfurt etwa fahren würde.

    Der Journalist Ralph Bollmann, lange Jahre bei der taz und nun bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, ist nicht nur oft unterwegs, sondern er liebt auch Opern. Deshalb hat vor vielen Jahren schon begonnen, auf seinen Reisen durch Deutschland Opernhäuser zu besuchen. Zwischen 1997 und 2009 hat er sie alle gesehen, auch die „Walküre in Detmold“. Und er hat notiert, was er dort erlebt und beobachtet hat. Herausgekommen ist eine nun bei Klett-Cotta erschienene „Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz“, bei man nicht nur viel über Opern, Opernensembles, gelungene und auch missratene Aufführungen lesen kann, sondern auch sehr aufschlussreiche und unterhaltsame Beobachtungen über unser Land und seine Kultur.

    Wer sich für die Oper interessiert und für Literatur, den möchte ich an dieser Stelle auf zwei wunderbare Bücher hinweisen. Lea Singer hat mit dem Roman „Der Opernheld“ im Frühjahr 2011 nicht nur eine Hommage an die Oper, insbesondere die italienische, geschrieben, sondern auch ein Psychogramm eines Mannes, der sich in seiner Begeisterung für die Oper regelrecht verliert.

    Ende August 2011 erscheint bei Residenz der neue Roman von Peter Henisch unter dem Titel „Grosses Finale für Novak“, in dem er die Geschichte eines biederen Mannes erzählt, dessen stumpfes und langweiliges kleinbürgerliches Leben mit dem Kontakt zur Opernmusik eine dramatische Wendung nimmt. Ich habe es vorab gelesen und halte es für eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr bisher in der Hand hatte.

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    BWV-57vor 2 Jahren

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    Pressestimmen

    »Sympathisch, wohlwollend, klug, unterhaltsam und gut gelaunt erzählt [Bollmann] von seinen Erlebnissen und schafft damit ganz nebenbei auch einen einzigartigen musikalischen Reiseführer quer durch Deutschland. "Walküre in Detmold", das nun endlich auch als Taschenbuch vorliegt, ist eine Liebeserklärung an all die Veranstaltungshäuser, die mit weltweit einzigartiger Fülle ihr Publikum mit Oper und Schauspiel, Konzert und Tanz versorgen! Es ist eine Liebeserklärung an die deutsche Kulturlandschaft selbst!«
    Crescendo, Juni/Juli/August 2017

    »“Walküre in Detmold“ ist das schönste Buch, das seit langem über Deutschland erschienen ist.«
    Sebastian Hammelehle, Spiegel Online, 21.09.2011

    »Ein Buch, das einen Deutschland mit anderen, mit offeneren Augen sehen lässt: ein kosmopolitischer Blick nach innen, ein fremder Blick aufs Eigene.«
    Johan Schloemann, Süddeutsche Zeitung, 30./31.07.2011

    »So vollführt das Buch eine Art Paukenschlag, der endgültig aufräumt mit dem Klischee von der angeblichen Engstirnigkeit, dem Biedersinn und Kleingeist der Provinz. Denn was sich da vor dem staunenden Leser auftut, ist ein kaleidoskopisch ausgebreiteter Reichtum an Inszenierungen, deren Niveau trotz knappen Kassen teilweise bemerkenswert ist, an steinernen Denkmälern und pointiert skizzierten regionalen Mentalitäten.«
    Edelgard Abenstein, Deutschlandradio Kultur, 6.9.2011

    »Man liest sich fest bei dieser Reise in 80 Abenden um die deutsche Opernwelt und möchte am liebsten gleich die Tasche packen, um wenigstens einige der architecktonischen Juwelen mit eigenen Augen zu sehen.«
    Frederik Hanssen, Der Tagesspiegel, 15.11.2011

    »… endlich beschreibt jemand die Reichhaltigkeit der deutschen Theaterlandschaft in einer vernünftigen Sprache, weder akademisch noch von den Euphorismen des Marketingdeutsch belastet.«
    Katrin Bettina Müller, taz, 30./31.7.2011

    »... auch für Kenner der deutschen Opernprovinz eine Fundgrube. ... Je länger Bollmann unterwegs ist, je mehr Opern er an Orten sieht, die er nie zuvor besucht hat, desto stärker schlägt auch seine Wertschätzung der deutschen Kulturlandschaft durch - und das Bedürfnis, die historischen Wurzeln der weltweit einzigen Theaterdichte freizulegen.«
    Albrecht Thiemann, Opernwelt, September/Oktober 2011

    »Fasziniert und ein wenig neidisch schlägt man dieses Buch auf und legt es dann ungern wieder aus der Hand. Ralph Bollmann hat tatsächlich über zehn Jahre lang Deutschland kreuz und quer bereist, um nach und nach alle Opernhäuser zu besuchen. Sein Vorhaben ist ebenso brillant wie einleuchtend: Ausgehend von der Historie und gegenwärtigen Situation der Theater breitet der Autor ein Panorama deutscher Stadtkultur aus ... Dieses Buch geht weit über eine Hommage an eine einzigartige Opernlandschaft hinaus und berührt den Kern dessen, was das Selbstverständnis unserer Kultur insgesamt ausmacht.«
    Juan Martin Koch, Neue Musikzeitung, Dezember 2011

    »Wer sich einen Überblick über die immer noch reiche deutsche Opernlandschaft verschaffen will, wird mit dem Buch sehr gut bedient.«
    Gerals Martens, Das Orchester, Dezember 2011

    »Der wichtigste Beitrag zur Opernkunst in Deutschland fand diesen Sommer auf keiner Festspielbühne statt, sondern hatte im Juli auf 285 Buchseiten Premiere: „Walküre in Detmold“ heißt das Buch und ist eine „Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz“. ... Der Leser von „Walküre in Detmold“ blickt in ein bunt variierendes Kaleidoskop der deutschen subventionierten Kulturprovinz von Aachen bis Görlitz und von Stralsund bis Freiburg und erkennt dabei, dass „unser kulturföderalistisches Deutschland keine bornierte Rentnerpromenade“ ist.«
    Pascal Morché, Crescendo, 07/2011

    »Bollmann kommt mit den Augen des Neugierigen, des Historikers, der sich für die Kleinstaaten, föderalen Wurzeln interessiert, die Deutschland unter anderem eben auch den kulturellen Reichtum so vieler Opernhäuser hinterlassen haben … Bollmanns Ausflüge in die Städte neben den Opern, um die es ihm ja ausgehend von dem Wunder von Neustrelitz ursprünglich ging, sind lehrreich, weil sie genau beobachtet sind und im Kleinen, manchmal im Vorbeigehen, das Große entdecken, das es neben einer mitreißenden Operninszenierung auch zu erzählen gilt - über die Stadt und was sie ausmacht.«
    Felix Zimmermann, Oldenburger Lokalteil, 16.8.2011

    »Herausgekommen ist mit „Walküre in Detmold“ eines der liebenswertesten Lesebücher der letzten Jahre über diese Republik.«
    Alexander Dick, Badische Zeitung, 08.11.2011

    »Ein faszinierendes Psychogramm der Provinz, in Ost wie West, in klammen wie in wohlhabenden Regionen. Da der Autor auch Historiker ist, hat er einen sicheren Blick dafür, wie sich Mentalitäten im Umgang mit Kultur auswirken. Er beschreibt, was war und was ist, und wie symptomatisch der Zustand dieses weltweit einzigartigen Musiktheatersystems fürs Gemeinwesen ist.«
    Joachim Mischke, Hamburger Abendblatt, 23.7.2011

    »Feuilletonistisch locker und kurz, nie schönfärbend, zuweilen ein wenig frech und polemisch - was Lokalpatrioten stören oder aber aufrütteln mag - ist das ein aktuell formuliertes Plädoyer für die weltweit einzigartige Kulturlandschaft.«
    Lübecker Stadtzeitung, 08.11.2011

    »Walküre in Detmold ist das schönste Buch, das seit Langem über Deutschland erschienen ist.«
    Sebastian Hammelehle, Spiegel Online

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