Ralph Giordano Erinnerungen eines Davongekommenen

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Inhaltsangabe zu „Erinnerungen eines Davongekommenen“ von Ralph Giordano

Der Spiegel-Bestseller jetzt als Taschenbuch!»Die Beschreibung der Jahre von 1933 bis 1945 ist der beklemmende, der heiße Kern dieser Erinnerungen, grandios und minutiös geschildert. Dass Giordano sich noch einmal den Strapazen des Erinnerns ausgesetzt hat, ist nun ein Glück für den Leser.« Volker Hage, Der Spiegel Dass er als Sohn einer jüdischen Mutter davonkommen würde, war unwahrscheinlich. Wie er dennoch davonkam, und das immer wieder, darüber legt der Journalist, Fernsehautor und Schriftsteller Ralph Giordano Zeugnis ab – engagiert und kämpferisch wie eh und je. Es ist atemberaubend mitzuerleben, wie der Zehnjährige 1933 über Nacht konfrontiert wird mit einer Macht, vor der bald schon die Welt zittern wird. Unter welchem Druck muss ein Siebzehnjähriger stehen, der das Leben der geliebten Mutter beenden will, um ihr ein schlimmeres Schicksal zu ersparen? Und wie lässt sich ein sich immer steigernder Schrecken aushalten, bis der Zweiundzwanzigjährige erlebt, woran er nicht mehr geglaubt hat: die Befreiung? Dennoch wird eines im Leben dieses Aufklärers bleiben – die Konfrontation mit Mächten wie Nationalsozialismus, Stalinismus und Islamismus. Hier wird ein Zeitalter besichtigt, widergespiegelt in der Biographie eines Mannes von unerschöpflicher Kreativität. Wir werden Zeugen, wie der Schwur, Deutschland zu verlassen, allmählich dahinschmilzt und der Verfolgte von einst Anteilnahme empfindet für Menschen, die in den bedrohtesten Jahren seines Lebens auf der anderen Seite gestanden hatten. Und wie er hartnäckig um ein schwer erreichbares Ziel kämpft – Zugehörigkeit. Bei aller politischen Durchdringung dieses Daseins aber ist es ein durch und durch persönliches Buch, das Schlüsseldokument eines unvergleichlichen Lebens, die Bilanz eines großen Humanisten.  

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  • Rezension zu "Erinnerungen eines Davongekommenen" von Ralph Giordano

    Erinnerungen eines Davongekommenen
    FabAusten

    FabAusten

    25. March 2011 um 20:54

    Der Publizist Ralph Giordano legt mit Erinnerungen eines Davongekommenen seine Autobiografie vor. 1923 in Hamburg geboren, hat R. Giordano die Wechselfälle der deutschen Geschichte erlebt. So zählte er als Sohn einer jüdischen Mutter zu den Bedrängten der Nationalsozialisten und erfuhr dadurch täglich Ausgrenzung, Angst, Bedrohung, Gewalt. Schließlich musste sich seine Familie in einem Keller verbergen, der zusätzlich noch ein paar Ratten beherbergte. Nach der Befreiung Hamburgs durch englische Soldaten war er über 10 Jahre Mitglied der KPD und lebte 1955 sogar einige Monate in der DDR. Zurück in der BRD wurde er Beobachter der beginnenden NS-Prozesse. In dieser Zeit entwickelte er den Begriff der “zweiten Schuld“, denn die Bundesrepublik zog es vor, die Vergangenheit, zu vergessen statt aufzuarbeiten und bspw. alte Eliten in ihren Ämtern zu belassen. Leider ein Vorgang, der auch nach 1989 zu beobachten war. Später bereiste R. Giordano als Fernsehjournalist für den WDR viele Länder der Erde und berichtete auch dort über Missstände und Ungerechtigkeit. In den Jahren der nationalsozialistischen Verfolgung war der Entschluss gereift, einmal einen Roman über seine Familiengeschichte zu verfassen und erste Recherchen schon betrieben worden. 1982 wurden “Die Bertinis“ tatsächlich veröffentlicht und zu einem großen Erfolg. Eine Verfilmung folgte. Nach der Beendigung seiner Arbeit für das Fernsehen fuhr er mit seiner schriftstellerischen Tätigkeit fort. …. Fünf Leben hat der Autor seiner Meinung nach geführt. Sie entsprechen jeweils der glücklichen Kindheit von 1923 bis 1934, der Zeit von 1934 bis 1945, den Jahren als KPD-Mitglied und Prozessbeobachter, denen als Fernsehschaffender und dann den daran anschließenden als Schriftsteller, der sich keiner öffentlichen Diskussion entzieht. Jedem dieser „“Leben“ widmet er einen Abschnitt seiner Autobiographie. Zusätzlich beschreibt das erste Kapitel seinen familiären Hintergrund und das Schlusskapitel umreißt sein momentanes Dasein. …. Man kann gut nachvollziehen, warum R. Giordano mehrere Leben geführt haben will. Jedes stand unter einem anderen „Stern“, wurde von anderen Vorzeichen begleitet, bot andere Herausforderungen, denen er begegnen musste. Dadurch veränderte er sich und doch gibt es rote Fäden. Der Kampf gegen Ungerechtigkeit, die Fürsorge für seine Lieben, das Streben nach dem Zusammengehörigkeitsgefühl zu den Deutschen, das zwischen 1933 und 1945 geraubt worden war, und die Kreativität, die er in seine Arbeit einfließen lässt. …. Die Autobiografie beinhaltet Passagen, die sehr bewegend sind. Beispielsweise war Ralph Giordano mit zwei Brüdern befreundet. Siegfried galt nach nationalsozialistischer Rassenlehre (und dieses Beispiel führt sie nur einmal mehr ad absurdum) als „Volljude“, sein Bruder Gerhard nicht. Somit wurde Siegfried nach Auschwitz deportiert, von wo er seinem Bruder eine Nachricht zukommen lassen konnte und diese rührt zu Tränen. Es gibt aber auch erheiternde Momente, besonders wenn R. Giordano über seine Kindheit schreibt. Der Bruch, den er während der Nazi-Diktatur erleben musste, ist in seinem Lebensbericht jedoch immer spürbar und nachvollziehbar. Insgesamt analysiert er sehr bewusst, welche Einflüsse in seinem Leben und Charakter wirken. Ohne Zweifel ist er eitel und verleiht seiner Meinung starken Ausdruck und dies spiegelt sich in seinem autobiografischen Werk wider. Seine gedrechselten Sätze muss man konzentriert lesen und manchmal auch mehrmals, um den Sinn voll erfassen zu können. Nichtsdestotrotz ist sie reich, zieht den Leser ins Geschehen, schafft Bilder vor dem inneren Auge. …. Einziges leichtes Manko ist, dass im Gegensatz zu den ersten drei großen Abschnitten, die übrigen ein wenig "wie im Zeitraffer" erzählt werden. Das kann aber eine rein subjektive Wahrnehmung sein. .... Die “Erinnerungen eines Davongekommenen“ sind äußerst lesenswert, denn sie geben Einblick in einen streitbaren, vielschichtigen Charakter und in die deutsche Geschichte und zeigt welchen Einfluss die Letztere auf das Leben und das Wesen eines Menschen haben kann. .... Ralf Giordano mischt sich ein, er ist unbequem und manchmal schießt er über das Ziel hinaus, aber selbst dann muss man ihm zugute halten, dass er die Menschen damit zum Nachdenken bewegt. Solche Stimmen fehlen überall auf der Welt. Man kann sich nur ein Beispiel an ihm nehmen, zumal er trotz seines Alters immer noch sehr aktiv ist. …. Ich durfte bei einer Lesung dieses Buches dabei sein und abgesehen von dem Werk war auch der Autor ein Erlebnis, da er sehr charismatisch wirkte. Kann man der Rezension vielleicht noch anmerken. Eine Lesung also nicht entgehen lassen, wenn sich die Möglichkeit ergibt.

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  • Rezension zu "Erinnerungen eines Davongekommenen" von Ralph Giordano

    Erinnerungen eines Davongekommenen
    Karin

    Karin

    23. September 2008 um 12:21

    Ralph Giordano erzählt über das Leben seiner Familie,anfangs seine glückliche Kindheit und dann die Jahre des Schreckens, der Angst und der Verfolgung in der NS-Zeit. Sein Leben ab 1945 in unserer sich entwickelnden Demokratie ist ein Zeitdokument, hochinteressant und spannend.Ich habe schon einige seiner Bücher gelesen.Und nachdem ich dieses "verschlungen" hatte,war ich wieder einmal sehr froh und dankbar,dass Ralph Giordano nach 1945 Deutschland nicht verlassen hat und seine Sprache deutsch geblieben ist. Unser Land wäre ärmer ohne ihn.

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