Ralph Giordano Mein irisches Tagebuch

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Inhaltsangabe zu „Mein irisches Tagebuch“ von Ralph Giordano

Eine poetische Hymne auf eine schöne und gewalttätige, idyllische und zerrissene Insel in Europa Irland ist ein unbegreifliches Land – es sei denn, wir sehen es mit den Augen Ralph Giordanos. Er hat mit seinen Büchern über Israel und Ostpreußen eine eigene Form von Reiseliteratur geschaffen. Mein irisches Tagebuch setzt einen neuen Glanzpunkt in einer einzigartigen Reihe.Die Iren sind anders. Der Nationalcharakter dieses zerrissenen Volkes ist gleichermaßen fremd und liebenswert. Wo verehren die Menschen ihre Dichter leidenschaftlicher als in Irland? Wo sonst bejubeln Lottogewinner ihr Glück in aller Öffentlichkeit? Und wo sonst haben Melancholie und Exzess geheiratet? In einem Teil von Europas Grüner Insel, in Nordirland, herrscht noch der Hass. Noch stehen sich Protestanten und Katholiken als Feinde gegenüber. Noch droht die Gewalt jeden Tag aufs Neue auszubrechen, obwohl die Mehrheit beider Bevölkerungsgruppen den Frieden will. Wie lange müssen sich Menschen dort noch vor Bomben fürchten?Ralph Giordano vereint auf ganz eigene Weise Sensibilität und analytischen Sinn in seiner poetischen Hymne auf ein Land, das uns so rückständig und schön erscheint. Wie mit bunten Farben schildert er Menschen und Ereignisse, in denen sich die Vergangenheit ausprägt wie nirgendwo in der Welt. Giordano durchstreift nahezu jede Region der Insel, sucht überall das Gespräch mit Menschen, gerät zwischen die Fronten des nordirischen Konfliktes, folgt wochenlang den Spuren irischer Dichter und findet endlich am Lough Sheelin sein lebenslang gesuchtes Paradies.
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    Mein irisches Tagebuch
    Ulenflucht

    Ulenflucht

    22. March 2014 um 14:58

    Irland ist wohl das Sehnsuchtsziel aller Deutschen, deren Sehnsuchtsziel nicht der Süden ist. Man denkt, der Regen wäre in Irland leichter zu ertragen, wo die Landschaft weit und offen ist und die Bars das Zentrum der Gesellschaft. Dass Irland aber - oh Wunder - viele Seiten hat und einige davon auch gar nicht schön sind, zeigt dieses umfassende, fast 500 Seiten starke Buch. Wo Heinrich Böll anekdotenhaft sein Irland in einem schmalen Bändchen darstellte, holt Giordano weit aus und hat nicht den Anspruch, Literatur zu schaffen. Es ist das Protokoll eines mehrmonatigen Aufenhalts, eine Reise durch Irland, wo mal einfach nur Autofahrten beschrieben werden, die etwas einschläfernd wirken für denjenigen, der kein Bild vor Augen hat, und mal die Tragödie des Landes erzählt wird. Die großen Hungersnöte, die Abgründe des Katholizismus, das Drama Nordirlands und die Auswanderung. Aber dem entgegen steht immer auch die Liebe für Irland, die den Autor überhaupt erst dazu getrieben hat, sich umfassend mit der grünen Insel zu beschäftigen und sie nicht zu verklären. Alles wirkt gut recherchiert und verblüfft vor allem in den Details. Dass es in Irland keine Maulwürfe gibt etwa und überhaupt nur etwa 30 Säugetierarten statt 150 wir auf den Kontinent. Gut für den Tourismus der grünen Wiesen. Oder die Begegnung mit dem Taxifahrer Neill in Dublin, der behauptet, die Iren können Ländernamen in männlich und weiblich unterteilen, England aber schlicht "nothing" sei. Sehr lang geworden ist der Part um Nordirlandkonflikt. Bewundernswert ist, wie sich Giordano einem Kriegreporter gleich zwischen den Fronten bewegt und wohl keine Demontration auslässt. Gerade hier merkt man dem Buch aber auch an, dass es tief in den 90ern verwurzelt ist und man sich schon beim Lesen fragt, wie sehr sich heute wohl alles verändert haben mag. Das macht das Buch nicht weniger reizend für Irlandliebhaber, zeigt aber auch, was es letztlich ist: Ein Tagebuch von vor 20 Jahren, das auffordert, den Aktualitätsgrad selber zu prüfen.

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  • Rezension zu "Mein irisches Tagebuch" von Ralph Giordano

    Mein irisches Tagebuch
    annikki

    annikki

    08. November 2008 um 16:48

    Ein schöner Reisebericht. Mit Plätzen die man nicht in jedem Reisebericht findet. Ist nur weiter zu empfehlen