Ralph Winkler

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Rezension zu "Nie wieder Flügelhemd: Eine autobiografische Erzählung" von Ralph Winkler

Zurück ins Leben gekämpft
LeseBlickvor 2 Monaten

Inhaltsangabe
Es ist ein warmer Sommertag wie jeder andere. Bis Ralph Winkler auf dem Rückweg seiner Motorradtour lebensgefährlich verunglückt. Der genaue Unfallhergang bleibt für ihn bis heute ein Rätsel. Nachdem er klinisch tot war und reanimiert werden konnte, schaffte er es, sich langsam zurück ins Leben zu kämpfen. Eindrucksvoll erzählt Ralph Winkler von diesem Leidensweg. Beginnend mit seinen Nahtod- und Wachkoma-Erlebnissen, nimmt er den Leser mit auf seine ganz persönliche Reise.

Meine Meinung
Zu allererst möchte ich mich bei Ralph und Susanne bedanken, dass ihr mir diese doch sehr persönliche Geschichte in die Hände zu legen. Ralph, es war mir eine Ehre deine Geschichte kennen zu lernen.

Motorradfahren.
Das war das Erste, was mir an diesem Morgen durch den Kopf ging.
Und es war das, was mein Leben für immer verändern sollte. (S. 3)


In dem autobiographischen Roman erzählt Ralph Winkler in drei Teilen von dem Schicksalsschlag, welcher sein Leben in mehrerlei Hinsicht verändern sollte.

TEIL 1
Auf zwei Seiten erfährt der Leser, wie der 21.06.2015 für Ralph begann.
Es war Sonntag und Ralph wollte einfach nur noch eine Runde mit dem Motorrad drehen… Plötzlich befinden wir uns in einem Krankenzimmer und der Autor beschreibt seine Gefühle und Empfindungen. Weder er hat zu diesem Zeitpunkt eine Ahnung bzw. Erinnerung, was ihm zugestoßen ist, noch der Leser hat genauere Informationen. Dieser Fakt ist super! Denn so konzentriert man sich beim Lesen, auf die Beschreibungen, welche Ralph anführte.
Für mich waren diese zum Teil erschreckend, fast schon gruselig.
Zwischenzeitlich fragte ich mich, ob er halluziniert.
Da waren ein Turm, seltsame Keramikmaskenfrauen und Mäuse.
Kurz um, diese Erzählungen waren bedrückend zu lesen und man kann sich nicht vorstellen, wie der Autor diese Geschehnisse selbst empfunden haben muss.
Ralph befand sich zu diesem Zeitpunkt im Wachkoma.

TEIL 2
Im mittleren Teil muss man sich auf einiges gefasst machen.
Sowohl auf Begebenheiten, bei denen man denkt: nein, das kann so nicht passiert sein, als auch auf positive und aufbauende Erlebnisse.
Der Autor versucht den Unfall und den anfänglichen Leidensweg danach anhand von verschiedenen Quellen (Erzählungen, Berichte der Zeitung und Polizei) für uns Leser zu beschreiben.
Ralph war meines Erachtens kein Motorradfahrer, der gelegentlich auf den Straßen unterwegs war, nein! Es war seine Leidenschaft. Und das gerade diese ihm diese schwierige Folgezeit bescheren sollte, ist einfach nur traurig.
Am Sonntagnachmittag macht er sich auf den Weg.
Kurze Zeit später…

„Es kam zu einem brutalen Zusammenstoß.“ (S. 61)

Das Autorenduo arbeitete einiges an Zeitungsartikel und Bildmaterial in dieses Buch ein. Als Leser bedanke ich mich dafür, denn man kann es dadurch noch zehn Mal intensiver miterleben.
Und dann war da dieser „schützende Engel“ (diesen Songtext der Band Frei.Wild führt Ralph in seinem Buch an), der eine sehr schnelle Rettung und Behandlung des Verunglückten ermöglichte. Ralph, meiner Meinung nach hatten die Engel da oben gerade eine Versammlung, als es passierte…

Im Anschluss nimmt uns Ralph mit ins Krankenhaus.
Als Ergo- und Schmerztherapeutin waren diese Abschnitte unheimlich interessant zu lesen. Ich möchte euch absolut nicht zu viel vorwegnehmen, aber eines muss ich hier einfach einfügen. Der operierende Arzt schätze allein 220-250 Knochenbrüche in seinem Gesicht. Ich bin fast vom Glauben abgefallen, holte ich mir doch sofort die Anatomie des Kopfes in Erinnerung und blieb nur mit einem offenen Mund zurück.

Den Rest, darunter auch der dritte Teil, in dem Ralph und Susanne auf die Zeit von 2015-2019 eingehen, möchte ich euch nicht auch noch vorweg nehmen.
Für mich steht fest, dass ich sehr dankbar bin, dieses Buch gelesen zu haben.
Ich musste das Gelesene nun tatsächlich eine Woche sacken lassen, bevor ich mir sicher war, wie ich meine Empfindungen in Worte fassen werde, um dem Buch gerecht zu werden.

Mein Fazit
„Nie wieder Flügelhemd“ hat allein schon einen Preis für diesen Titel verdient.
Zu Beginn scheint er für viele, auch für mich, etwas aus der Luft gegriffen, aber bereits nach den ersten Kapiteln, steht dieses Buch für diese Aussage ein.
Ralph war und ist ein Kämpfer!
Und ich möchte an dieser Stelle betonen, wie mutig du warst uns deine Geschichte zu erzählen. Nicht nur deine Erlebnisse, sondern auch die vielen privaten Bilder, welche dich in sehr hilflosen Situationen zeigen.
Für alle Leser, die sich auf Menschenschicksale einlassen können und dankbar sind, dass uns Betroffene ihre Geschichten erzählen, spreche ich eine ganz klare Leseempfehlung aus.

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Rezension zu "Nie wieder Flügelhemd: Eine autobiografische Erzählung" von Ralph Winkler

Ein ganz besonderes Buch
SuRavor 2 Monaten

Das Buch „Nie wieder Flügelhemd“ beschreibt den sehr schweren Motorradunfall eines 42-Jährigen mit all seinen Folgen. Gleich zu Beginn berichtet Ralph anschaulich von seiner Nahtoderfahrung. Wie sah es dort konkret aus? Welche Szenen haben sich dort abgespielt? Wie erlebte er den Weg zurück? Worin unterscheidet sich sein Nahtoderlebnis von der nun folgenden Wachkomazeit? Wie empfand er jenen Moment, in dem sie ihn zurück ins Leben holten? Lassen sich einige Erlebnisse besagter Tage mit der Realität abgleichen?

Ralph teilt diese Erfahrungen schonungslos mit seinen Lesern. Im zweiten und dritten Teil beschreibt er seinen weiteren schweren Genesungsweg. Wie gehen die Pfleger und Ärzte mit ihm um? Welche Tipps hat er im Umgang mit Wachkomapatienten? Wie kann man es schaffen, mit der Gewissheit, den Tod eines Menschen mitverschuldet zu haben, weiterzuleben? Welche Prozesse werden nach einem so schweren Unfall in Gang gesetzt? Welche versicherungstechnischen und strafrechtlichen Prozeduren hatte der Unfall zur Folge?

Spannend ist ebenfalls, was mit dem eigenen Körper passierte. Wie veränderte sich seine Psyche? Wie verarbeitet man ein solches Erlebnis? Ebenso wichtig ist: Wie funktioniert der eigene Körper noch? Wie viele Operationen musste er sich unterziehen und wie steht er heute da? Kann er seiner Arbeit als Lehrer weiterhin nachkommen?

All diese Fragen werden mit einer beeindruckenden Ehrlichkeit beantwortet, was das Buch für mich so besonders macht. Aber keine Angst, auch der Humor kommt nicht zu kurz.

Die einzige Frage, die nicht zu 100% beantwortet werden kann, ist die Frage nach dem Unfallhergang selbst. Wie konnte es auf einer anderthalb Kilometer geraden Strecke überhaupt zu so einem „Bild des Grauens“ kommen? Ein Gedächtnisverlust von mehreren Stunden verhindert bis heute die Klarheit und die Frage, warum er den Unfallbeteiligten nicht gesehen hat, wird ihn sein Leben lang begleiten.

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