Ramón José Sender

 4 Sterne bei 2 Bewertungen

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Requiem für einen spanischen Landmann

Requiem für einen spanischen Landmann

 (1)
Erschienen am 23.05.2018
Der König und die Königin

Der König und die Königin

 (1)
Erschienen am 14.02.1972
Requiem für einen spanischen Landsmann.

Requiem für einen spanischen Landsmann.

 (0)
Erschienen am 01.01.1964

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Rezension zu "Der König und die Königin" von Ramón José Sender

Rezension zu "Der König und die Königin" von Ramón José Sender
Kalifvor 6 Jahren

Ramón José Senders Roman spielt vor dem Hintergrund des Spanischen Bürgerkriegs (1936-39), in dem die Falangisten unter General Franco die vom kommunistischen Ausland unterstützte Republik bekämpfen. Die persönlich gehaltene Einleitung des Verfassers, die auf die Auswirkungen des Bürgerkriegs auf die eigene Familie hinweist, führt den Leser gewissermaßen in die Irre. Denn die Historie bildet hier nur eine Kulisse, um eine Ausnahmesituation zu schaffen, in der sich die Machtverhältnisse zwischen Senders Charakteren plötzlich und dramatisch verändern:
Der Gärtner Romulo seiner Herrin, einer spanischen Herzogin, die Nachricht vom Ausbruch der Kampfhandlungen überbringt, kommt es zu einer pikanten Begegnung zwischen Diener und Herrin, denn die Herzogin ist gerade beim Baden und zeigt sich Romulo nackt, weil sie ihn eher als Teil des Inventars denn als Mann betrachtet. Romulo, der diese Demütigung nicht verwinden kann, nutzt die Situation aus, als sich die Herzogin im Turm der herrschaftlichen Villa verstecken muss, weil die republikanischen Truppen Madrid übernommen haben. Romulo tut nun zwar alles, damit seine Herrin unentdeckt bleibt, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass sie in seiner Abhängigkeit bleibt - er liefert sogar ihren Ehemann, den Herzog, den revolutionären Garden aus, die ihn hinrichten werden...
Senders Roman kann aufgrund seiner sprachlichen Gestalt durchaus fesseln, aber zumindest aus meiner Sicht blieb die Botschaft unverständlich. Das Verhältnis zwischen Diener und Herrin entbehrt jeder erotischen Spannung - es ist also kein erotischer Roman. Ein Bürgerkriegsroman ist es auch nur mit Einschränkungen, denn man erfährt letztlich doch zu wenig über die Hintergründe, die sozialen Spannungen und die Beweggründe der Konfliktparteien. Am Schluss löst sich alles in einer eher surrealistischen Szene auf, die ich nicht verstanden habe... Wer sich jedoch für die spanische Gegenwartsliteratur begeistert und evtl. sogar Vorkenntnisse mitbringt, kann der Lektüre jedoch ziemlich sicher mehr abgewinnen als ich.

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