Rana Dasgupta Solo

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Inhaltsangabe zu „Solo“ von Rana Dasgupta

Ein episches Meisterwerk voller lebendiger Figuren, wundersamer Mythen und wahrer Begebenheiten Die Frage nach dem Sinn seines Daseins treibt Ulrich um, als er kurz vor seinem hundertsten Geburtstag zurückblickt, sich an eine verlorene Liebe und viele verpasste Chancen erinnert und zu begreifen versucht, warum trotz günstigster Umstände und bester Anlagen alles schiefgegangen ist. In seiner Fantasie erfindet er sich ein neues Leben – schnell, bunt, voller Möglichkeiten und kreativer Energie. Solo erzählt zwei Romane in einem und steckt voller ungewöhnlicher Geschichten und unvergesslicher Figuren.

Ein sehr alter Mann denkt über sein Leben nach und an die guten alten Bräuche, von der die Großmutter erzählt hatte.

— Bluesky_13

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    Solo

    Bluesky_13

    12. November 2017 um 08:57

    INHALT: Ulrich, ein fast hundertjähriger Mann, der durch gewisse Umstände erblindet ist, erzählt uns hier sein Leben. Seine Rente, die vor Jahren noch ausreichend war, reichte nun bei weitem nicht mehr. Dank seiner Nachbarn hatte er immer was zum Essen. Er war auf die Großzügigkeit seiner Nachbarn angewiesen. Seine Wohnung lag im vierten Stock und das war eine große Hürde für ihn. Er saß sehr viel vor dem Fernseher, obwohl er nichts mehr sehen konnte. Wenn er an seinem Fenster saß, nach draußen hörte, sah er vor seinem inneren Auge sein vergangenes Leben. Seine Großmutter hatte in seiner Kindheit immer die Lebensgeschichte von den Verstorbenen an einem Baum vor ihrem Haus befestigt. Die Zettel hingen da an einer Schnur, doch sie wurden nach und nach vom Regen aufgelöst. Im Jahr darauf erneuerte sie die Zettel dann. Ulrich fragte sie immer wieder, wie sie sich daran erinnern kann. Es war ein schöner alter Brauch, doch der Vater von Ulrich hielt nichts davon, deswegen hing auch nie irgendwas von der Großmutter in irgendeinen Baum. Ulrich dachte über sein langes Leben nach und er wollte es nicht in Ignoranz beenden. Deswegen wollte er hier noch mal alles erzählen. Ulrich war in Sofia geboren und sein Vater hatte eine schwäche für das Deutsche. Deswegen hatte er diesen alten deutschen Namen. Sein Vater war wohlhabend und entsprechend wurde auch das Haus gebaut, im Wiener Stil. Sein Vater war Eisenbahningenieur und er baute mir an den Strecken. Ulrich war mit seinen Eltern sehr viel unterwegs in Zügen und Hotels. Das alles war für ihn als Kind sehr schwierig und er wollte seine Mutter nur für sich haben. Seinen Vater ärgerte es sehr, dass Ulrich so verschlossen war, er wollte keinen Versager großziehen. MEINE MEINUNG: Dieses Buch ist sehr emotional geschrieben. Es geht um einen Mann, der dem Tod näher war als dem Leben und der schwelgte in Erinnerungen. Da ist ein kleiner Junge, der nur die Aufmerksamkeit seiner Eltern, mit Vorliebe die seiner Mutter will. Doch Wohlstand hatte schon immer einen hohen Preis. Elizaweta hörte ihren Sohn Ulrich einmal singen und es gefiel ihr. Sein Vater hoffe ja immer, dass er sich für Maschinen oder für die Forschung interessierte. Die Mutter war überrascht, was ihr Sohn mit sechs Jahren für eine erstaunliche Stimme hatte. Immer wenn Ulrich hörte, dass Zigeuner in der Stadt waren, dann ging er dorthin. Er liebte die Musik der Zigeuner. Als die Mutter merkte, wie sehr er an der Musik hing, kaufte sie ihm eine Geige. Ulrich wollte seinem Vater bei der Heimkehr einen Walzer vorspielen. Doch der Vater reagierte nicht so, wie Ulrich und die Mutter sich das erhofften. Er nahm Ulrich die Geige weg und warf sie ins Feuer. Diese Zeit war für Kinder nicht sehr einfach. Die Väter bestimmten über die Zukunft ihrer Kinder und über das Familienleben. Wenn der Vater, so wie bei Ulrich, wohlhabend war, war der Weg schon vorbestimmt. Der Sohn sollte in die Fußstapfen des Vaters treten. Die Zeit war für Ulrich nicht leicht, er musste mit zu sehen, wie sein Vater in den Krieg zog. Von dort kam er mit nur einem Bein und total verändert zurück. Ulrich provozierte ihn mit der Musik, weil er enttäuscht war. Dann verloren seine Eltern auch noch das Haus, sein Vater zog sich immer weiter zurück. Das Buch zeigt uns, das Ulrich nichts so wichtig war, wie seine Mutter. Alles hatte er für sie aufgegeben und das musste ihm sein Freund Boris sagen. Freunde, wahre Freunde sehen oft die Hintergründe von manch Handeln und Tun. Selbst nimmt man das nicht so recht war, die eigene Wahrnehmung ist getrübt, aber dafür hat man ja Freunde. Ulrich wollte Chemie studieren, brach aber ab, als kein Geld mehr da war und seine Mutter nach ihm rief. Dieses Buch zeigt uns sehr deutlich, die schwere und auch schreckliche Zeit in der die Länder untereinander im Krieg lagen. Bulgarien wurde mit in den Krieg hineingezogen und Menschen wurden wegen der falschen politischen Meinung verhaftet und hingerichtet. Menschen, egal ob jung oder alt, ob männlich oder weiblich wurden in Arbeitslager geschickt, wo viele starben. Das Leben war nicht einfach in dieser Zeit. In diesem Buch werden uns zwei Geschichten erzählt. Ulrich unternimmt eine Reise durch sein Leben, auch eine kleine Wunschreise erzählt er uns hier. Dieses Buch ist wunderbar und sehr emotional geschrieben. Ich weiß, dass dieser Bericht vielleicht an manchen Stellen sehr verwirrend klingt, aber das ist der Inhalt dieses Buches.  Ich hoffe dennoch ich konnte euch das Buch ein klein wenig näher bringen, denn es ist ein kleiner literarischer Leckerbissen. Es zeigt uns hier das Schicksal eines Menschen, der sein Leben gerne anders gelebt hätte, als er es leben musste. Eine Geschichte die ans Herz geht und die in dieser Zeit ganz normal war. Heute kann man sich das nicht mehr vorstellen, dass man nicht seinen Weg gehen kann und darf. Doch leider war es häufig so, dass die Umstände es nicht anders zuließen. Um sich eine sorgenfreie Zukunft zu sichern, war der Weg nicht immer einfach und der Weg, den man selbst anstrebt. Traurig aber wahr. Eure Bluesky_13 Rosi        

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  • Ein schwieriges Leben in Bulgarien - wenig gelungen

    Solo

    Stephanus

    18. April 2017 um 10:44

    Die Lebensgeschichte des das 100jährigen Ulrich ist zugleich die Geschichte Bulgariens, dem Land in er aufwächst und Zeit seines Lebens verbleibt. Als Junge erlebt er die Unabhängigkeit des Landes mit, an der sein Vater zerbricht. Mit dem Abstieg der Familie und seinem eigenen, gehen die turbulenten Zeiten Bulgariens bis zum Ende des 2. Weltkriegs einher, bevor der Kommunismus Einzug hält und Ulrich sein Leben als Staatsangestellter einer Blausäurefabrik verlebt. Letztlich kommt der Zusammenbruch des Kommunismus und die Schattenseite des Kapitalismus, die er nun ebenfalls als alter Greis erlebt und erleidet. Der zweite Teil handelt dann vom Ausbruch Ulrichs aus seinem Leben. An seinem hundertsten Geburtstag beginnt er mit dieser Fantasie, die Ihn schließlich über Sehnsuchtsorte und eine imaginäre Handlung bis nach New York und seinem inneren Frieden führt. Mit knapper, aber wohl durchdachter Sprache und in einem schönen Erzählton schreibt der Autor sein Buch über ein Land und ein Leben. Besonders gut gelungen sind die Lebensschilderungen von Ulrich, wohingegen der Teil 2, die Phantasie von einem Leben in New York, so einige Schwächen offenbart. Unlogische Konstruktionen und ein weitgehend fehlender Bezug zu Teil 1 kommen hinzu. Beim Lesen kam mir immer der Gedanke, dass es besser gewesen wäre, aus diesem Buch zwei separate Bücher zu machen, da die beiden Teile für meinen Geschmack zusammen nicht überzeugen. Daher für mich keine Empfehlung.

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  • Rezension zu "Solo" von Rana Dasgupta

    Solo

    Zebrafink

    04. September 2010 um 07:02

    Anspruchsvoller Roman über ein langes Leben in Bulgarien. Im ersten Teil wird das Leben von Ulrich beschrieben, Ein fast hundertjähriges Leben im 20. Jahrhundert im Zeitalter von Kriegen und Umbrüchen in Bulgarien. Der zweite Teil handelt von den Tagträumen von Ulrich, wie er es lieber erlebt hätte. Schon fazinierend geschrieben.

  • Rezension zu "Solo" von Rana Dasgupta

    Solo

    kleinfriedelchen

    31. August 2010 um 09:27

    Ein indisch stämmiger Engländer, der über ein Land schreibt, in dem er noch nie war und über das er nichts weiß. Kann das gut gehen? Offenbar nein. Wenn man nämlich bereits nach den ersten Seiten eines Buches das Gefühl bekommt, das es einen nicht zum Weiterlesen reizt, ist das ein schlechtes Zeichen. Dabei klingt der Klappentext doch so vielversprechend. Worum geht es? Ein fast hundertjähriger blinder Mann sitzt in seiner kleinen Wohnung in Bulgarien und resümiert über sein Leben. Dieses verlief eher leidlich. Als kleiner Junge wollte er Geiger werden, doch sein Vater war gegen solch ein Lotterleben. Als junger Mann war es sein Traum, Chemiker zu werden, doch sein Studium in Berlin musste er abbrechen, als seiner Familie das Geld ausging. Zurück in der Heimat, muss er miterleben, wie sein bester Freund aus Kindertagen als politischer Aufständischer von der neuen Regierung ermordet wird. Und schließlich verlässt ihn seine Frau zusammen mit dem gemeinsamen Sohn, da sie das eher ärmliche Leben mit ihm nicht ertragen kann. Jetzt, am Ende seines Lebens angelangt, erschafft sich der alte Mann eine Fantasiewelt, um seiner Realität zu entkommen. In seinen Tagträumen erobert ein junger Geiger die ganze Welt mit seiner Musik. Und der alte Mann sieht endlich seinen Sohn wieder… Klingt doch gut, oder? Leider hat mich das traurige Schicksal des alten Mannes und seiner Lebensbegleiter, das vom Faschismus, Sozialismus und Kommunismus geprägt wurde, beim Lesen einfach nicht berührt, da der Autor alles so oberflächlich schildert, dass einem die Charaktere überhaupt nicht ans Herz wachsen und man somit auch nicht mitleiden kann. Und überhaupt, die Charaktere. Die wirkten einfach flach und zeitweise fürchterlich unglaubwürdig in ihren Handlungen. Welche Frau beispielsweise würde, nachdem sie ihr Exmann gerade beim leidenschaftlichen Sex mit einem anderen beobachtet hat, danach freundlich zur Tür gehen, den Spanner herbeiwinken und ihn liebevoll drücken? Diese und andere Szenen ließen mich an der Tiefe und Glaubwürdigkeit der Charaktere zweifeln. Dazu kommt der Schreibstil. Einerseits sehr flüssig geschrieben, andererseits so oberflächlich, dass es beim Leser keine Gefühle auslöst. Und immer wieder blieb mein Auge an Satzkonstruktionen hängen, die so platt waren, dass ich ernsthaft an der Schreibfähigkeit des Autors gezweifelt habe. Romanhaft klingt die Geschichte, doch besonders im ersten Teil des Buches ähnelt die Ausführung eher einem Sachbuch, da es eine Aneinanderreihung von historischen Fakten ist, gespickt mit persönlichen (angelesenen) Erfahrungen. Der Autor sagt selbst, dass er über Bulgarien nichts wusste, bis er dieses Buch geschrieben hat, und ich finde, das merkt man auch. Die Beschreibungen der Orte, der gesamten Szenerie wirken blutleer und reizlos, das Flair des Landes und der Zeitgeist wollen einfach nicht richtig aufkommen. Und wer keine Ahnung von bulgarischer Geschichte hat, dürfte sich etwas verloren vorkommen. Wissen über die politische Situation Bulgariens am Anfang des 20. Jh. wird offenbar vorausgesetzt, denn erklärt wird kaum etwas, man wird nur mit Namen der Politiker überhäuft. Mit einem Geschichtsbuch wäre ich an dieser Stelle besser bedient gewesen. Mein Fazit: ein streckenweise gutes, dann wieder schwaches Buch über das Leben in einem politisch zerrissenen Land. Leider bleibt nichts hängen, sobald man das Buch zugeklappt hat. Am gelungensten war da wohl noch der Klappentext. Schade eigentlich.

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