Rana Foroohar Makers and Takers

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Inhaltsangabe zu „Makers and Takers“ von Rana Foroohar

Was hat den Niedergang der US-Wirtschaft verursacht? CNN-Journalistin Rana Foroohar sagt: Die Probleme sind hausgemacht. Die „Makers“, diejenigen, die Waren produzieren und Dienstleistungen anbieten, wurden über Jahrzehnte von den „Takers“, der Finanzindustrie, immer mehr an den Rand gedrängt. Gute Zahlen statt gute Produkte, so lautet die Devise. Foroohar geht dieser Entwicklung auf den Grund. Sie findet die bis an den Beginn des 20. Jahrhunderts zurückreichenden Wurzeln in den Chefetagen der Unternehmen, in den Wirtschaftswissenschaften, in der MBA-Ausbildung … Aber sie zeigt auch, was getan werden muss, um Amerika – und die Weltwirtschaft – fit für die Zukunft zu machen.

Ein Plädoyer gegen die Dominanz der Banken!

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  • "Wir brauchen ein radikal anderes Machtgleichgewicht zwischen Finanzwirtschaft und Realwirtschaft"

    Makers and Takers
    R_Manthey

    R_Manthey

    14. March 2017 um 16:33

    Fordern kann man sicher viel, schwerer wird es allerdings, wenn man solche gut und richtig klingenden Forderungen auch durchsetzen will. Wie das nämlich gehen soll, weiß auch die Autorin nicht, zumal sie das Wesen dieser über viele Jahre gewachsenen Macht der Finanzwelt über die Realwirtschaft nicht versteht. Im Buch geht es vor allem um die kränkelnde US-Wirtschaft, die nicht nur unter den Auswirkungen der Globalisierung leidet, sondern auch durch die Wall Street kaputtgespielt wurde. Besonders diesen Teil der Geschichte beleuchtet die Autorin sehr gut. Auch wenn Rana Foroohar die eigentliche Ursache der von ihr beklagten Zustände nicht begreift, so kann man aus ihren Beschreibungen eine Menge lernen, unter anderem, dass Trumps "America first" allein die Sache nicht lösen wird. Allerdings muss man sich dafür durch eine Menge Seiten quälen. Wenn Journalisten Bücher schreiben, dann gehen sie dabei selten wissenschaftlich vor. Vielmehr wollen sie Geschichten erzählen und das ganze Material ihrer "Recherche" nutzen. Zahlreiche Wiederholungen, viel zu viele unnötige und in vielen Geschichten versteckte Details und zu wenig wirkliche tiefergehende Einsichten zeichnen das Resultat einer solchen Herangehensweise aus. Im Jahre 1919 kam es in der US-Rechtssprechung zu einem Präzedenzfall mit weitreichenden Folgen. Vor dem Obersten Gericht Michigans standen sich der Mehrheitsaktionär Henry Ford von der Ford Motor Company und die Brüder Dodge gegenüber, ebenfalls Aktionäre von Ford. Die Ford Company saß auf einem angehäuften Kapital von  52 Millionen US-Dollar (heute 1,1 Milliarden US-Dollar wert). Ford wollte dieses Kapital in neue Werke investieren. Dagegen hatten die Dodge-Brüder geklagt. Sie forderten eine erheblich höhere Dividende, also eine Gewinnausschüttung statt der geplanten Investitionen. Und sie erhielten Recht. Fortan war damit klar, dass der hauptsächliche Auftrag von börsennotierten US-Unternehmen darin besteht, die Renditen der Aktionäre zu maximieren und deren Interessen über die aller anderen Gruppen (darunter auch die der Kunden) zu stellen. Das Shareholder-Value-Prinzip war geboren worden - eine entsetzliche Missgeburt zum Schaden einer ganzen Volkswirtschaft. Denn was bedeutet dieses Prinzip tatsächlich? Anteilseigner an Aktiengesellschaften sind in der Regel Banken und Fonds, also die Finanzwelt. Wenn deren Gewinne im Mittelpunkt der Unternehmenspolitik stehen, dann regiert in der Regel nur noch kurzfristig orientiertes Denken. Es geht hauptsächlich darum, die Unternehmen auszupressen. Die Folgen dieser Herangehensweise waren und sind katastrophal. Die Autorin zeigt an vielen Beispielen, wie die Innovationskraft solcher Gesellschaften, die Qualität ihrer Produkte und das Betriebsklima systematisch zerstört wurden. Der Niedergang der US-Automobilindustrie, die Umformung von General Electric von einem kreativen Unternehmen in eine faktische Schattenbank, der Niedergang von Xerox oder Hewlett Packard und andere Katastrophen zeigen mit aller Deutlichkeit, wohin eine solche Reise führt. Die Autorin nennt diese Entwicklung die "Finanzialisierung" der Industrie und beklagt den Niedergang der "Main Street" unter der Fuchtel der Wall Street. Noch 1970 erklärte der Star-Ökonom Milton Friedman, einer der strenggläubigen Vertreter der sogenannten Chicagoer Schule, die nicht nur diese Irrlehre in die Welt setzte: "Die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens ist es, seine Gewinne zu steigern." Eugene Hama, ein anderer Vertreter dieser Schule, wurde durch die offensichtlich falsche "Effizienzmarkthypothese" berühmt und mit einem Nobelpreis geehrt. Diese seltsame Theorie war übrigens unter anderen einer der Wegbereiter der Finanzkrise von 2008. Am Rande sei erwähnt, dass die Autorin auch die Niederlage der USA im Vietnamkrieg auf die "Erbsenzählermentalität" des damaligen Kriegsministers McNamara zurückführt, dessen Denkweise von dieser Schule geprägt war, die bis heute die US-Wirtschaft dominiert. Um die US-Wirtschaft wieder fitzumachen, wird es nach diesen Erkenntnissen nicht ausreichen, sie einfach nur gegen die Billigkonkurrenz abzuschotten. Vielmehr muss es auch darum gehen, sie aus der festen Umklammerung der Finanzwirtschaft zu lösen. Wie das jedoch gehen soll, lernt man aus diesem Buch nicht. Und es gibt auch keinen wirklichen Anlass zu irgendeinem Optimismus, denn die Wucherungen scheinen aus vielen Gründen inoperabel zu sein. Die Autorin versucht zu erklären, wie es zu einer solchen erdrückenden Abhängigkeit der Main Street von der US-Finanzwirtschaft überhaupt kommen konnte. Was sie dazu schreibt, mag im Detail ganz interessant sein, doch leider übersieht sie das Wesen der Geschichte. In den USA gab es mehrere Versuche, eine Zentralbank zu installieren. Selbst berühmte US-Präsidenten aus vergangenen Jahrhunderten bekämpften solche Vorhaben. Doch 1913 gelang es den Großbanken endlich die FED zu gründen. Verfolgt man deren Geschichte, dann sieht man klare Zusammenhänge zwischen ihrer sogenannten Geldpolitik und heftigen Wirtschaftskrisen. Eigentlich sollte die FED der letzte Rettungsanker in einer Bankenkrise sein, so jedenfalls lautete 1913 ein Argument. Stattdessen musste jedoch 2008 der Steuerzahler im Wesentlichen die Banken "retten". Im Buch kann man gut nachlesen, wie folgenlos diese Krise dann für die Banken blieb. Faktisch ist die Obama-Administration vor ihnen in die Knie gegangen. Was damals zu groß zum Sterben war, ist heute noch größer. Wie konnte das geschehen? Alle jüngeren US-Administrationen waren vollständig von Vertretern der Finanzindustrie durchseucht. Nicht nur die Main Street liegt im Würgegriff des Finanzkapitals, sondern faktisch der gesamte Staat. Auch das konstatiert die Autorin, wenn auch weniger deutlich. Was sie jedoch nicht sieht, sind die Ursachen. Woher kommt wohl das Geld, das der völlig überschuldete Staat ständig benötigt? Und wohin fließt es anschließend? Darauf geht die Autorin überhaupt nicht ein. Die FED kommt bei ihr erst sehr spät vor und dann auch nur am Rande. Ohne das ständig in die Finanzwirtschaft gepumpte Kapital, das aus dem Nichts erschaffen wurde und das folglich auch kein ökonomisches Gegengewicht besitzt, wären all die Exzesse der jüngeren Vergangenheit gar nicht möglich gewesen. Zwar stehen am Ende ihres dicken Buches einige Empfehlungen, wie dieses Machtungleichgewicht, das sie beklagt, verändert werden kann. Allerdings klingen diese Ratschläge nicht nur naiv, sie sind es auch. Selbstverständlich würde es sehr helfen, wenn Banken ein höheres Eigenkapital besitzen müssten, und selbstverständlich würde es erst recht helfen, wenn man sie bei einer Größe, bei der sie nicht sterben dürfen, zerschlagen müsste. Die Chance war 2008/2009 da, aber sie wurde nicht ohne Grund vertan. Ganz ähnlich verhält es sich beim US-Steuersystem, das bei der Autorin auch immer wieder  Anlass zur Kritik ist. Die meisten US-Großkonzerne zahlen trickreich keine oder nur minimale Steuern. Doch wer legt eigentlich die Regeln dafür fest? Noch nicht einmal an dieser Stelle kann sich der Staat durchsetzen, weil er es nämlich gar nicht will oder nicht darf. Auch hier dominieren die Gewinninteressen der Finanzwirtschaft. Eine andere, aber damit eng verbundene Geschichte stellt das angebliche "Marktversagen" dar, auf dem die Autorin mehrfach beharrt. Dies ist ein tiefsitzendes Missverständnis, weil es Märkte irgendwie personifiziert, ihnen so etwas wie die Möglichkeit eines Versagens zuspricht. Märkte sind keine Menschen, sie können gar nicht versagen. Sie werden jedoch durch menschliches Handeln erst gemacht. Wenn also etwas schiefläuft, dann haben nicht die Märkte versagt, sondern die Spielregeln, nach denen sie funktionieren sollten. Und die wiederum werden allein durch die Politik bestimmt. Wenn also Märkte nicht oder falsch reguliert wurden, dann sollte man sich nicht über die Märkte aufregen, sondern einfach einmal die Regeln hinterfragen, nach denen sie funktionieren sollten. Leider tut das die Autorin nicht. Was bleibt also von diesem Buch? Man kann sehr gut verstehen, warum die US-Wirtschaft in den beklagenswerten Zustand gekommen ist, in dem sie sich jetzt befindet. Die Ursachen dieser Fehlentwicklung liegen sehr tief und sind nicht oder nur sehr schwer zu beseitigen. Auch einige andere komplexe Erscheinungen in der US-Wirtschaft kann man durch diesen Text viel besser verstehen. Auf der anderen Seite versteht die Autorin jedoch nicht, dass das Geldsystem und die staatliche Überschuldung die eigentlichen Ursachen für die faktische Macht der Finanzwirtschaft sind. Immer neue von dieser Finanzwirtschaft erzeugte Krisen verschärfen die Abhängigkeit aller von diesem System immer mehr. Und damit beißt sich die Katze in den Schwanz, denn wie soll man sich von etwas befreien, das einem am Überleben hält? Deutlicher als das Versagen der Obama-Administration bei den Versuchen, das System nach der Finanzkrise von 2008 auch nur ansatzweise zu regulieren, kann man das kaum demonstrieren. 

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