Raoul Schrott , Klaus Buhlert Das Gilgamesch-Epos

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Inhaltsangabe zu „Das Gilgamesch-Epos“ von Raoul Schrott

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  • Rezension zu "Das Gilgamesch-Epos" von Raoul Schrott

    Das Gilgamesch-Epos
    sabisteb

    sabisteb

    04. April 2011 um 10:43

    Gilgamesch, der namensgebende Held dieses Hörspiels, ist der König der sumerischen Hauptstadt Uruk und zu einem Drittel Mensch und zu zwei Dritteln Gott. Er ist ein despotischer Alleinherrscher. , daher beschweren sich die Frauen von Uruk bei Ischtar beschweren. Die Muttergöttin Aruru erschafft auf Anweisung von Ischtars Vater An Enkidu aus Lehm und Staub. Enkidu lebt daraufhin in der Steppe um Uruk. Enkidu, der alS Tierschützer die lokalen Fallensteller verärgert soll mit Hilge der Hure Schamḫat verführt und abgelenkt werden und Schamḫat überredet Enkidu mit ihr nach Uruk zu kommen, wo er Gilgamesch trifft und im Zweikampf mit ihm gleichauf ist. Die beiden Männer werden zu Freunden, und wie das bei Männerfreundschaften auch heute noch der Fall ist, beschließen die beiden gemeinsam Heldentat zu vollbringen. Sie töten den Dämon Chumbaba, den Hüter von Ischtars Zedernwald und fällen die Bäume. Ob dieser Heldentat verliebt sich die Göttin Ischtar in Gilgamesh, der sie jedoch zurückweist. Erbost sinnt sie auf Rache und bittet ihren Vater Anu den Himmelsstier auf Gilgamesch anzusetzen. Enkidu und Gilgamesch töten den Stier daraufhin und verärgern damit die Götter, die Enkidu eine tötliche Krankheit senden, um Gilgamesh zu strafen. Der Tod des Freundes trifft Gilgamesch schwer. Er will nicht das gleiche Schicksal wie Enkidu erleiden und will Unsterblichkeit erlangen. Er reist zu seinem Urahn Utanapisti und seiner Frau auf der Insel des Seeligen. Utanaspstis erzählt Gilgamesh die Geschichte der Sintflut und wie er das ewige Leben erlangte (Die Geschichte von Utnapischtim erinnert stark an die biblische Noah Geschichte, und hätte es damals schon ein Copyright gegeben, währen die Autoren der Bibel wohl verklagt worden.) Die Geschichte ermüdet Gilgamesh wohl so sehr, dass er sechst Tage und Nächte durchschläft und nervt er vor allem Utanaspstis Frau, die ihn nur noch möglichst schnell loswerden will, daher sagen sie ihm wo er eine Pflanze findet, die das ewige Leben schenkt, die ihm von einer Schlange geklaut wird. Das Gilgamesch-Epos ist mit eine der ältesten überlieferten Mythen und musste aus Fragmenten rekonstruiert werden, so dass auch heute noch Lücken in der Geschichte klaffen. Es stammt aus dem 18. Jahrhundert v. Chr. Möglichweise reichen seine Wurzeln bis ins 24. Jahrhundert v. Chr. Das BR Hörspiel aus dem Jahr 2001 basiert auf der Bearbeitung des Epos durch Raoul Schrott, auf den damals neuen Ergebnissen aufbaut und in Zusammenarbeit mit führenden Assyrologen entstand. Das Hörspiel wurde in vier Teilen gesendet (Die Stadt Uruk (1. Teil), Der Berg Libanon (2. Teil), Das Rote Meer (3. Teil), Die Zwillingsberge von Mashu (4. Teil)), die insgesamt eine Laufzeit von ca. 202 min haben. Wie es sich so mit antiken Mythen verhält, wirken sie heutzutage fremd. Die Denk- und Erzählweise der damaligen Zeit wirken auf uns ungewohnt und verwirrend und auch die dahinterstehenden Prinzipien sind und nicht mehr ganz einsichtig, wie das Verteilen der Auren des toten Humbaba. Da hilft es auch nicht, die Geschichte in moderne Sprachen zu übersetzen, sie bleibt chaotisch und schwer zu verstehen bis unverständlich. Wer das Gilgamesh Epos gerade mal vom Namen her kennt und sonst noch nie Kontakt zu dieser Geschichte hatte, wird auch dieses Hörspiel kaum verstehen. Denn nicht nur ist die Geschichte fremd und fast schon surrealistisch, nein, sie wird auch noch auf zwei Zeitebenen erzählt, teils rückblickend als Göttergericht über Gilgamesh und teils mit Einblendungen der Gerichtsverhandlung über Gilgamesh. Hinzu komm dass Enkidu als Naturbursche breitestes Bayrisch spricht (was mich teils wirklich irritierte) während Utanapisti seine Kölner Provenienz nicht verbergen kann. Erzähler: Martin Lucke Gilgamesh: Martin Wuttke Ishtar / Shamhat / Siduri: Kathrin Angerer Enkidu: Josef Bierbichler Uta-Napishti: David Hirsch Humbaba: Bernhard Schütz Ur-Shanabi / Ishullanu: Felix von Manteuffel Mammitum: Christine Schorn Ninsun: Jutta Hoffmann Ereshkigal: Christiane Roßbach Anu: Thomas Holtzmann Enki: Thomas Thieme Enlil / Skorpionmännchen / Skorpionweibchen: Helmut Stange Shamash: Jürgen Rohe Uta-Naphishti's Frau: Jennifer Minetti Shangashu: Stefan Wilkening Neti: Bernhard Schütz Chor: Christine Diensberg, Rike Schinzler, Gesche Piening Fazit: Putzig. Anders kann ich diese Geschichte kaum beschreiben. Einerseits verquirlt wie die antiken griechischen Mythen, andererseits einfach dermaßen fremdartig, dass es schon außerirdisch wirkt. Die Auswahl der Sprecher sorgt teils für unfreiwillige Lacher und die Geschichte an sich ist schwere Kost, da ist Tolstoi einfacher zu durchschauen. Wer Gilgamesh nur vom Namen her kennt, sollte sich auf jeden Fall erst mal kundig machen, um was es geht, bevor er dieses Hörspiel anhört, sonst kann man der Geschichte nur sehr schwer ist fast gar nicht folgen und sie bleibt eine Aneinanderreihung schwer verständlicher Einzelepisoden.

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