«B»ücher können Verschiedenes, beispielsweise unterhalten, uns zum Nachdenken über die Welt auffordern oder uns auf eine Reise mitnehmen. In Raphael Dorigos Buch Meotod vermischen sich diese Ebenen, besonders prägnant ist dabei die, die uns nachdenken lässt. Titelgebend ist eine Reflexion über Gegensätze und ihre Harmonisierung. Trotz dieser tiefgehenden Gedanken macht das Buch Spass zu lesen. Es entführt in eine altskandinavische Welt voller Gottheiten, Magie und transzendenter Wesen. Verschiedene Momente im Leben des Protagonisten spiegeln dessen Suche nach der Wahrheit und dem Guten, symbolisiert in einer geheimnisvollen Stimme, die ihm eine unverständliche Aufgabe übermittelt. Er versucht sie zu ergründen, scheitert aber immer wieder an seinen eigenen Grenzen. Richtungsweisend sind schliesslich Magiewellen. Zerstörerisch überfluten sie die Welt des Protagonisten und reissen alles mit sich. Er beschliesst, etwas gegen diese Schicksalsmacht zu unternehmen und ihren Ursprung zu ergründen. In Begleitung von sehr unterschiedlichen Freunden forscht er nach Antworten auf seine Fragen. Hinter all dem steckt jedoch vor allem seine eigene Suche nach sich selbst.
Mir hat dieses Buch sehr gefallen, denn es nimmt die Leser mit auf eine Reise sowohl zu philosophischen Gedanken als auch zu einem Nachdenken über die Aufgabe des Menschen in der Welt. In epischer Sprache entführt es in eine Mise en abyme über Pflicht, Rechenschaft, Zweifel, Liebe und Hass. Richtungsweisend sind auch die eingefügten Zitate, die uns in verschiedene Denktraditionen mitnehmen.
Cineastische Umsetzung wäre erwünscht. Realisierbar ist sie vielleicht (leider) nicht.




