Raphael Fellmer Glücklich ohne Geld!

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Inhaltsangabe zu „Glücklich ohne Geld!“ von Raphael Fellmer

Raphael Fellmer lebt komplett ohne Geld - er verdient nichts, er bezahlt nichts. Sein Essen holt er sich von diversen Biosupermärkten, wo er es vor dem Wurf in die Tonne rettet. Er lebt von dem, was in der Überflussgesellschaft zu viel produziert und in der Regel vernichtet wird. Diese Entscheidung trifft Fellmer vor drei Jahren, auf einer Reise ohne Geld und per Anhalter von Holland mit dem Segelboot über den Atlantik, die ihn über Brasilien durch Zentralamerika bis nach Mexiko führt. Zurück in Deutschland steht seine Entscheidung fest: Genau so möchte er weiterleben. Er ernährt sich vegan von weggeworfenen Lebensmitteln, die noch genießbar sind, aber nicht mehr verkauft werden können. 'Lebensmittel retten' nennt er das. Seine Klamotten bekommt er gebraucht von Freunden und Verwandten. Mit seiner Konsumverweigerung will der dreißigjährige Berliner aufzeigen, wie viele Ressourcen heute unnötig verschwendet werden. Er beschreibt, wie ein Leben und Alltag ohne Geld aussehen kann, berichtet aus praktischer Erfahrung und erzählt von packenden Begegnungen mit Menschen, die über diesen Lebensentwurf erst staunen - und dann ins Nachdenken kommen. Es ist auch die Geschichte eines Menschen, der anders und erfüllter und vor allem freier leben will.

Gelungene Darlegung eines alternativen Entwurfes zur Konsumgesellschaft mit ihren unschönen Folgen

— paulsbooks
paulsbooks

Wichtige Botschaft, anschaulich erklärte Zusammenhänge. Kann bisweilen jedoch etwas weltfremd und "verstrahlt" anmuten.

— Anmara
Anmara

Dieses herausragende Buch hat mein Leben sehr verändert: absolut in die richtige, postive Richtung! Danke!

— Tine_Kempf
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— Emileth
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  • Wer "Geldsystem" sagt, darf auch über Alternativen nachdenken - dies geschieht hier

    Glücklich ohne Geld!
    paulsbooks

    paulsbooks

    02. November 2016 um 12:32

    Es freut mich sehr, auch dieses Buch hier zu finden! Ich habe es als kostenloses E-Book gelesen. Natürlich ist dies keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern mehr ein Lebensbericht. Dennoch werden Aspekte des Geldsystems, die man heutzutage als vollkommen selbstverständlich empfindet, aber zutiefst schädlich sind (Stichwort: Kreditgeld, Aufschuldungszwang, inflationärer/deflationärer Crash), einmal aus der anderen Perspektive beleuchtet. Hierzu werden ganz wunderbar Beispiele herangezogen, die jedem ins Auge springen: Weshalb muss gutes, unter Einsatz wertvoller Ressourcen hergestelltes Essen eigentlich aus Effizienz- oder Bürokratiegründen weggeworfen werden? Weshalb soll eine Gesellschaft, die auf Schenken beruhen würde, eigentlich unmöglich sein?Jeder Leser wird sich unmittelbar seine eigene Meinung zu diesen Themen bilden bzw. sogleich seine bestehende Meinung damit abgleichen. Und wer ehrlich ist, wird die eigenen Standpunkte nicht nur hinterfragen, sondern Dinge hier und da vielleicht anders sehen wollen und können, nachdem er dieses Buch gelesen hat. Denn es ist nicht belehrend oder gar intrusiv geschrieben - der Leser begleitet Raphael Fellmer durch einen wichtigen Teil seines Lebens und lässt das Buch zu sich selbst sprechen. Daher vergebe ich 5 Punkte an dieses wichtige Sachbuch.Vielleicht noch eine persönliche Anmerkung: Ich habe vor wenigen Jahren den Autor getroffen und durfte ihn aktiv mit einer Sachschenkung an seine Familie unterstützen. Er ist nicht nur äußerst sympathisch und charismatisch, sondern steht absolut hinter dem, was er tut und lässt. Inzwischen akzeptiert er für den einen oder anderen Zweck auch wieder Geldzahlungen, hat also laut seinem Blog seinen harten Geldstreik beendet, jedoch tut er dies sehr bewusst und nicht ohne einen kritischen Blick darauf. Ich persönlich bin ein Fan von Pragmatismus und verstehe auch diese Entscheidung vollkommen.Jeder, der Raphael kennt und sich ein wenig Herzlichkeit bewahrt hat, wird sich sogleich mit ihm verstehen, selbst wenn er sein Leben vollkommen anders gestaltet. Seine Unaufdringlichkeit ist in dieser Zeit voll Druck und Political Correctness einfach herzerfrischend.Herzlichen Dank, Raphael!

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    • 5
  • Ein interessantes buch, welches zum Nachdenken anregt

    Glücklich ohne Geld!
    NiJo

    NiJo

    09. May 2014 um 10:51

    Dieses buch war mit eins der ersten kostenlosen E-Books, welches ich mir auf meinen neuen Kindle geladen habe. Der Schreibstil ist einfach und gut zu lesen. Allerdings wird der leser teilweise mkit sehr vielen Fakten und Zahlen überschüttet, die erstmal verarbeitet werden müssen. Wir lernen Raphael zunächst kennen und beleiten ihn durch sein leben. Er hat seinen zivildienst in mexico gemacht und danach in holland studiert. Er wird von Freunden nach mexico eingeladen, weil diese dort heiraten woller und er macht sich auf die Reise. 11 Monate lang. Auf dieser Reise lenrt er auch sie heutige frau kennen und lieben und sie reist teilweise mit ihm und in mexico ist sie dann schwanger. Mehr wie oben möchte ich nicht mher zu dem Buch sagen, weil ich sonst zuviel verrate. Insgesamt liest sich das Buch sehr interessant - auch wenn mitunter zuviele Fakten auf einmal kommen. Der Reisebericht ist sehr lebhadt erzählt und die Lebensweise finde ich sehr interessant. Sie wäre aber nicht für mich Raphael ist überings der "Erftinder" und Begründer der Foodshringseite im Internet. Wer Lust hat, kann ja mal unter: Foodsharing gucken. diese Seite finde ich sehr interessant.

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  • Wenn das Klima eine Bank wäre, wäre es längst gerettet worden (Hugo Chávez)

    Glücklich ohne Geld!
    sabisteb

    sabisteb

    17. January 2014 um 23:27

    Raphael Fellmer (der Gründer von foodsharing.de und Lebensmittelretter.de) hat eine weitreichende Entscheidung getroffen, er will ohne Geld leben, denn er hat erkannt, dass Geld die Wurzel allen Übels ist (ich bin eher der Meinung der Zins ist es), aber wir sind uns einig, der Konsum und der Zwang zum Konsum ist definitiv ein Mittel der Knechtschaft und die Ursache von viel Elend und Leid in Deutschland, Europa und der ganzen Welt. Dieses Buch will und soll keinen bekehren, der Autor will aufklären und Zusammenhänge erklären, die ihm im Laufe seines Lebens und seiner Reisen bewusst wurden. Als er, wie Ernesto Che Guevara in seinen Motorcycle Diaries, durch Südamerika trampte, machte er in etwas die gleichen Erfahrungen wie Che und kam zu einem ähnlichen Entschluss. Er wollte mit diesem neoliberalen kapitalistischen Ausbeutersystem nichts mehr zu tun haben und sich diesem, so gut es geht entziehen, um ihm friedlichen den Kampf anzusagen. Raphael trat in einen Geldstreik, er wollte mit Geld nichts mehr zu tun haben und nur noch von dem Leben, was überzählig ist und keiner mehr will. Wer in den Mühlen des Kapitalismus steckt, sich jeden Tag in die Arbeit schleppt, um irgendwie zu überleben und damit selber unglücklich ist, dass man nur damit beschäftigt ist, seinen Status zu wahren und nicht mehr zum Lebenkommt, sich das aber noch nicht eingestehen will und auch noch nicht so weit ist mit dem System selber zu brechen, wir diese Entscheidung Raphaels als Schmarotzertum auf Kosten der Allgemeinheit ansehen. Wenn man sich die Rezensionen auf amazon so anschaut, sind noch viele Menschen in diesem System vor allem mental gefangen, oder sie neiden Raphael diesen mutigen Entschluss vielleicht ganz tief in ihrem Inneren. Natürlich kann Raphaels Konsumstreik nur so lange funktionieren, solange noch genug Geld und Ressourcen da sind, dass er vom dem geldlos leben kann, was andere ohnehin nicht mehr wollen und brauchen und wegwerfen (würden). Was ist daran verwerflich, wenn er damit glücklich und zufrieden ist? Was die Deutschen an Raphaels Entschluss sicherlich am meisten ärgert ist, nicht mehr für Geld arbeiten zu wollen, sich der Ideologie des Schaffens und Häuslebauens und der Knechtschaft einer geregelten, sinnlosen Arbeit, die einen nur unglücklich macht, zu entziehen, auf Prestige(-objekte) zu verzichten und ein freies, glückliches Leben fernab der gesellschaftlichen Konventionen zu führen. Das Buch beschreibt Raphaels Weg zur „Erkenntnis“. Zu beginn ist er sehr extrem. Er verweigert jegliches Geld und was mit Geld irgendwie in Berührung gekommen ist, bis ihm nach und nach klar wird, dass man in größeren Zusammenhängen denken muss und das das extrem Kleinteilige weniger bewirkt als einige wenige, aber wichtige Änderungen im eigenen Leben. Diese Erkenntnisse, die Zusammenhänge und wie und warum jeder sein Leben ändern kann und auch soll, um den Konzernen langsam das Wasser abzugraben und eine friedliche Revolution in Gang zusetzten, beschreibt er in diesem Buch und in vielen seinen Vorträgen (und geht damit in vielen Dingen mit der Wissensmanufaktur um Riko Albrecht und Andreas Popp konform). Am wichtigsten ist es global zu denken und lokal zu handeln. D.h. nur regionale Waren (direkt vom Erzeuger) zu kaufen, die vor Ort saisonal angebaut wurden und auch selber, wenn möglich Lebensmittel im Garten anzubauen. Den Fleischkonsum zu reduzieren oder ganz einzustellen, wenn möglich auch auf alle industriellen tierischen Produkte zu verzichten, denn die Fleischproduktion verschlingt Unmengen an pflanzlichen Ressourcen, die viel mehr Menschen ausgewogen ernähren könnten als das Fleisch, das damit auf qualvolle Weise erzeugt wird. Konsumgüter gebraucht kaufen (damit werden diese auch für die Geheimdienste schwerer zuordenbar) und auch wieder reparieren. Dinge teilen, denn ich jeder braucht eine eigene Bormaschine und Säge und dergleichen, vieles liegt meist ungenutzt herum. Essen retten, also auch Restegerichte kochen wie Schupfnudeln (gehen nur aus alten Kartoffeln vom Vortag), Semmelknödel (gehen nur aus altbackenem Brot), selber anbauen, (ein-)kochen und nicht verwendetes verschenken. Die mafiösen Konzerne und ihre Produkte aus dem täglichen Leben ausklammern und den Banken das Geld entziehen, indem man es nicht mehr verwendet oder, wie Riko Albrecht und die Wissensmanufaktur vorschlagen, alles Geld daheim in bar zu lagern und den Banken nichts zum wirtschaften lassen. Banken haben nur eine 3% Eigenkapitaldeckung, wenn das Volk ihnen dieses Geld in Form von Bargeld entzieht, bricht das System endlich zusammen und man kann beginnen eine neue Ordnung zu erschaffen, in der man diese Verursacher der aktuellen Misere entmachtet. Der Zusammenbruch ist nicht mehr zu verhindern, man kann nur verhindern, dass viele Menschen noch länger unnötig leiden und sich Netzwerke aufbauen, in denen man bargeldlos überleben kann, wenn der große, unvermeidliche Knall kommen wird. „Was dem Autor jedoch sehr wichtig ist, ist „Echte Nachhaltigkeit, die auch erfüllt und glücklich macht, kann nur durch Einsicht und aus einer freien Entscheidung entstehen. Sonst passiert es wie fast überall auf der Welt: Dort, wo Menschen wenige materielle Dinge ihr Eigen nennen, ist der Konsumwunsch besonders stark ausgeprägt. (S. 42)“ Der Verzicht auf Konsum, das sich Entziehen aus den Klauen der Konzerne muss eine bewusste, freiwillige Entscheidung sein. Punkteabzug gibt es, weil die Reise durch Südamerika teils ein wenig konfus in Bezug auf die Teilnehmer ist. Wer war wann dabei, wie viele Leute waren dabei? Das ist teilweise ein wenig wirr. Es gab ein paar Grammatikfehler, die wohl durch Umschreiben entstanden sind. Des Weiteren neigt der Autor zum begeisterten schwallen und solchen Formulierungen wie hier: „Raphael und ich waren uns ganz nahe und wir spürten, wie unsere Ideen, Gedanken und Träume sich berührten, inspirierten und gegenseitig befruchteten. (S. 202)“ ziehen sich durch das ganze Buch. Stilistisch gruselig und schwurbelig. Außerdem wäre es schön, wenn er Quellen angeben würde, wie für das Affenexperiment auf S. 144. Insgesamt ist der Autor in meinen Augen auch ein wenig blauäugig. Er träumt davon dass: „Anstatt weiter nebeneinander wirtschaftlich zu wachsen, ist es Zeit, dass wir aus Einsicht und in Freiheit anfangen, wirtschaftlich zu schrumpfen und zusammen zu wachsen. Teilen statt Besitzen ist der Schlüssel für ein neues, gerechtes, ehrliches und vom Herzen kommendes Zusammenleben auf dem Planeten. Gemeinsam können wir Zusammenleben schaffen, das nicht auf Geld, Korruption, Bereicherung und Materialismus fußt, sondern auf unseren wahren Bedürfnissen und unserer Berufung, ohne dabei andere Lebewesen negativ zu beeinflussen. (S. 72)“ […] „Wir Menschen sind fähig, in Harmonie mit uns selbst, der Natur und allen Lebewesen auf der Erde zu leben. Eine Gesellschaft ist machbar, in der nur das Nötigste produziert wird, und zwar so umweltfreundlich und langlebig wie nur irgendwie möglich. Eine Welt ist machbar, die nach ethischen Werten ausgerichtet ist, wo Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen herrschen, wo nicht das Geld regiert und es keine Grenzen, sondern eine große Gemeinschaft gibt. (S. 79)“ Dabei vergisst er leider, dass nur die wenigsten Menschen so intelligent und aufgeklärt sind, wie er und seine Mitstreiter. Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf: Friedliche Zeitgenossen kommen leider in Zeiten des Umsturzes unter die Räder und werden von den machthungrigen Primitivlingen (die leider immer noch die Mehrheit der Menschheit ausmachen) aus dem Genpool eliminiert. Das war schon immer so, leider. Außerdem scheint dem Autor nicht bekannt zu sein, dass die von ihm so hoch gelobten Tafeln teil eines perfiden, vom McKinsey entwickelten Unterdrückersystems sind, dass das menschenunwürdige Hartz IV System stabilisiert und so dafür sorgt, dass es mit den anderen Europäischen Ländern massiv bergab geht. In diesen großen, makroökonomischen Zusammenhägen ist der Autor noch nicht angekommen, weil er sich im Lebensmittelretten verzettelt, statt die Menschen und ihre Würde zu retten und das Übel an der Wurzel zu packen, die ein wenig tiefer sitzt, als Ökolebensmittel und Konsumverweigerung. Entsprechend seinem geldlosen Leben, gibt es das Buch natürlich kostenlos, sowohl als ebook als auch als Hörbuch. Das Taschenbuch ist vegan hergestellt und soll nicht besessen, sondern weiterverschenkt werden, um seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Wenn man mit amazon und den anderen großen Konzernen nichts zu tun haben will, gibt es das Buch auch auf der Webseite des Autors http://www.gluecklich-ohne-geld.de/

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  • Glücklich ohne Geld

    Glücklich ohne Geld!
    Luc

    Luc

    11. December 2013 um 20:15

    „Glücklich ohne Geld leben- wie ich ohne Geld besser und ökologischer lebe“ heißt das Buch von Raphael Fellmer. Ganz seiner Prämisse folgend ist das Buch im Internet gratis zu haben. Fellmer ist niemand der gerne halbe Sachen macht. Er verdient nichts und bezahlt auch nichts in bar. Er sammelt des Abends sein Essen zusammen, indem er die Abfalltonnen von Biomärkten öffnet und sich aneignet, was von der Überflussgesellschaft, als nicht mehr essbar eingestuft wird. Einfach weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist oder sonst irgendeinem Mitteleuropäischer Wohlstandszinnober das teilen von Grundnahrungsmitteln verhindert. Ähnlich konsequent, wie die neoliberale Wirtschaftsideologie, Gier, Ellenbogengesellschaft und durch ökonomisieren sämtlicher Lebensbereiche predigt schlägt sich der Idealist Fellmer auf die Seite der Andersdenkenden und setzt die Liebe an die Stelle des Götzen Geld, den die Menschen der westlichen Gesellschaftsform anbeten, um die eigene Leere zu füllen. Sein Leben gerät nach langen Auslandsaufenthalten zum kompletten Gegenentwurf zur Konsumfixiertheit der Vernunftmenschen, die nur Dummes zustande bringen. Er hat nichts Geringeres vor, als die Welt zu verändern und das geht nur, wenn man beim eigenen Verhalten beginnt. Fellmer geht in den Geldstreik, bereist die Welt per Anhalter und indem er selbstredend kostenlos auf einem Segelboot über die Meere schippert. Denn er zur Erkenntnis gekommen, dass alle wirklich wertvollen Dinge ohnehin gratis zu bekommen sind. Und so hat er unterwegs Begegnungen, statt fiebrig auf sein Handy zu starren. Sein Weg vom Vegetarier zum Veganer folgt einer „Liebe auf der ganze Linie“ Logik, die Tiere miteinschließt. Dazu inspirieren ihn Menschen und er gibt sein Wissen weiter, als er in Berlin Foodsharing aufbaut. Schließlich landet er nach Autostopp und Couchsurfing sogar in einer deutschen Talk Show, um über seine Projekte und seinen Geldstreik zu berichten. Ein radikaler Gutmensch sitzt zwischen den Karrieristen der Nachwendezeit. Fellmer hat es eher mit der Einfachheit mexikanischer Armutsviertelbewohner. Wieso nicht mit minimalen Mittel optimal Leben? Das ist sein Ansatz und den zieht er durch. Sein Kampf gilt der Umweltverschmutzung, der Verschwendung und den Konzernen. Damit liegt er auf einer Wellenlänge mit der deutschen Empörungskultur. Doch begreift er die Dinge nicht nur und krakeelt. Nein, der Don Quichote aus Berlin kämpft mit den Mitteln des gesunden Menschenverstandes gegen die Windmühlen einer Wegwerfgesellschaft, die nichts als Müll und Tod produziert. Mich hat das Buch sehr beeindruckt und inspiriert. Fellmers Analysen sind treffend. Seine Konsequenz bewundernswert. Er stellt die Dinge vom Kopf zurück auf die Füße und lebt einen radikal ökologischen Ansatz. Fellmer zeigt auf mit welch einfachen Maßnahmen sich Lebensglück steigern lässt. Er lebt solidarisches Handeln und nachhaltigen Umgang mit vorhandenen Ressourcen vor. In dem Buch finden sich Dutzendfach Anregungen, wie jeder Einzelne sein Leben ändern kann, um in einen neuen Strom des Denkens zu kommen. All jenen, die von der Unmöglichkeit dieses Weges schwadronieren muss man entgegenhalten, dass sie den Abgrund auf den die Menschheit zugeht hinnehmen, wie eine Herde Schafe, die von Psychopathen in den Tod in geführt wird. Es ist klar, dass Raphael Fellmers Buch polarisiert und viele Gegner finden wird. Die Liebe wird nicht geliebt. Warum eigentlich?

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