Raphael Schaffarczik

 3.3 Sterne bei 12 Bewertungen

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Tagebuch über die Entdeckung der Welt

Tagebuch über die Entdeckung der Welt

 (12)
Erschienen am 24.08.2015

Neue Rezensionen zu Raphael Schaffarczik

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hi-speedsouls avatar

Rezension zu "Tagebuch über die Entdeckung der Welt" von Raphael Schaffarczik

Das schlechte Benehmen lässt grüßen
hi-speedsoulvor 3 Jahren

"Tagebuch über die Entdeckung der Welt" ist das Tagebuch des 8jährigen Jimmys, der eigentlich Hendrick heißt, manchmal auch Obama. Sein Tagebuch ist, wie soll es anders sein, in Tage gegliedert, wobei diese ohne Datum sind. Es beginnt an Tag 1 und endet am einunddreißigsten Tag.
Wie das bei Kindern und auch Tagebüchern so ist, erzählt Jimmy von vielen einzelnen Abenteuern, aber bleibt manchmal auch länger bei einem Thema, das ihn einfach mehr beschäftigt.

Die Grundidee des Buches fand ich sehr schön - deswegen hat mich das Buch auch interessiert. Ich arbeite als Volksschullehrerin und finde es immer wieder lustig/nett, über Kindergedanken zu lesen. Kinder haben einen ganz eigenen Bezug zur Welt und sehen vieles anders als Erwachsene. Oft kann man von Kindern lernen und die wesentlichen Dinge des Lebens aus einem anderen Blickwinkel  betrachten.
Somit waren meine Erwartungen sehr hoch, ich habe mich wirklich sehr über das Buch gefreut.

Gleich zu Beginn des Tagebuchs beschäftigt sich Jimmy mit der Müllproblematik, da sie dies in der Schule durchgenommen haben - das gefiel mir sehr gut, genauso wie Jimmys Gedanken.
Leider hielt meine positive Einstellung zu dem Buch nicht lange an. Jimmys Verhalten wird im Laufe des Tagebuchs immer frecher, unverschämter und nicht altersadäquat. Erwachsenen widerspricht er prinzipiel, Konsequenzen gibt es kaum bis gar nicht. Jimmy stellt sich gern als das Opfer, den Unschuldigen dar und weiß auch, wie man Mama "rumbekommt", damit sie einen gern hat, denn, "er ist doch so ein lieber Junge".

An einem Tag möchte Jimmy z.B. eine Zirkusvorstellung aufführen und benötigt hierfür natürlich Tiere. Einen Hund, der vor einem Geschäft angeleint ist, nimmt er einfach mit, genauso wie die Meerschweinchen der Nachbarin - leider zetritt er diese dann aber unabsichtlich. Natürlich legt er die toten Haustiere dann einfach in den Käfig der Nachbarn zurück.
Dieses Verhalten, so wie viele ähnliche, haben 0 Konsequenzen, zumindest erfährt man davon nichts in dem Buch. So ein Verhalten finde ich, geht gar nicht, abgesehen davon, dass meinr Meinung nach, ein 8jähriger keine zwei Meerschweinchen gleichzeitig zertreten kann - doch darüber hab ich mir noch nie Gedanken gemacht und werde ich auch nicht - hier hört sich der Spaß dann wirklich auf!

So gehen die Geschichten weiter. Sei es auf dem Rummelplatz, in der Schule oder im Museum. Jimmys Verhalten ist unverschämt, frech, egoistisch und einfach nicht altersgemäß - sehr wenig 8jährige würden sich so aufführen.

Das Buch ist mit viel Humor geschrieben, den ich aber nur sehr selten passend finde und kaum darüber lachen konnte. Ich finde es nicht witzig, wenn 8jährige die Jacke der Lehrerin mit Baklava (türk. Süßsgebäck) beschmieren oder die Jause auf einem antikem Museumsschreibtisch auspacken (Ja, Jimmy wurde dies mitgeteilt!).

Die Sprache ist einfach und verständlich - sie passt zu dem Wortschatz eines 8jährigen.

Laut Autor ist das Buch sowohl für Kinder, als auch Erwachsene, wobei ich Kindern unter 10 Jahren dieses Buch nie in die Hand geben würde, da die Missetaten des Jungen 0 Konsequenzen haben und jüngere Kinder vielleicht auch nicht verstehen würden, dass das nur Spaß bzw. ausgedacht ist.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Kinder dürfen gerne über Lausebengel und - mädchen lesen. Schöne, liebe und brave Geschichten müssen nicht immer sein. Pippi Langstrumpf, Michel, Pumuckel,... - es gibt viele tolle, freche Abenteuer, die aber doch auch die Konsequenzen/Lehre aufzeigen.

Für mich leider kein empfehlenswertes Buch, weder für Kinder, noch Erwachsene.



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Imoagnets avatar

Rezension zu "Tagebuch über die Entdeckung der Welt" von Raphael Schaffarczik

Ein egoistischer, ungezogener, verzogener Junge, der meine Erwartungen nicht erfüllt hat
Imoagnetvor 3 Jahren

Meine Erwartungen an das Buch waren, dass ich erfahre, wie 8jährige Kinder denken. Dass ich ihre Gedanken hinter ihrem Verhalten erfahre, dass mir als Erwachsenen eventuell die Augen geöffnet werden und ich in meiner Beurteilung aus Erwachsenensicht vielleicht sogar umdenke.

Also bin ich sehr offen an dieses Buch herangegangen.

Der Beginn war auch ganz lustig, nämlich die Stellen, wo sich Jimmy, der eigentlich gar nicht Jimmy heißt, vorstellt.

Das erste übergeordnete Thema ist Umweltverschmutzung und Müllentsorgung. Jimmy nimmt das, was seine Lehrerin erzählt ziemlich ernst und versucht das Problem auf seine Weise zu lösen. Da hat sich bei mir das erste Mal das Gefühl eingestellt, dass die Mutter irgendwie nicht eingreift.

Und so rutscht Jimmy von einem „Abenteuer“ ins nächste.

Dabei verhält er sich Erwachsenen gegenüber respektlos, findet ihre „Ansagen“ unfair und wähnt sich auch noch auf der Seite des Rechts.

Zum Beispiel sollte Jimmy ein Gedicht schreiben, aber statt dies selbst zu tun, hat er es abgeschrieben und nur etwas verändert (dies kann ich mir gut bei 8jährigen vorstellen). Die Lehrerin hat ihm dann erklärt, dass und warum dies nicht geht. Und anstatt dies einfach zu akzeptieren, fängt er an zu diskutieren und weil es ihm dann „zu bunt“ wurde, haut er einfach aus dem Unterricht ab. So zieht sich das durchs ganz Buch durch. Statt für dieses Verhalten eine angemessene Konsequenz zu bekommen, geht Jimmys Mutter mit ihm auch noch zum Rummel. Dort darf der Junge sich austun und Kettenkarussel fahren. Dort verliert er seine Schuhe (was wirklich witzig war). Aber statt das „Nein!“ des Achterbahnangestellten (wo er seine Schuhe holen wollte) zu akzeptieren, denkt er wieder nach, wie unfair das Verhalten des Mannes sei, dass es eigentlich Diebstahl ist und dass er am liebsten die Polizei holen würde.

Jimmy verdreht permanent die Tatsachen und alle anderen außer er haben Schuld, nur er handelt angeblich immer richtig.

Solches extreme Verhalten wie auf dem Rummel findet auch noch im Zoo, im Museum beim Zirkusspiel usw. statt.

Als ein neues Mädchen in die Nachbarschaft zieht, zeigen sich die Auswirkungen von Jimmys Einstellung. Anstatt sich nach einem unabsichtlichen Gegeneinanderstoßen einfach zu entschuldigen - wie es auch das Mädchen tut - beharrt Jimmy auf seinem vermeintlichen Recht. Das Ende vom Lied: das Mädchen geht irgendwann, weil sie auch keinen Bock mehr auf diese Situation hat und Jimmy steht beleidigt da, weil ja alle so ungerecht sind.

Ich war beim Lesen oft sehr genervt von Jimmy und seiner Art. Und oft habe ich mich erwischt, dass ich dachte, dass ich auch sauer auf Jimmys Mutter war, weil sie nicht eingegriffen hat.

Zusammengefasst muss ich sagen, dass Jimmy ein egoistisches, unerzogenes, verzogenes Kind ist, was mit Sicherheit keine (bzw. nur wenige) Freunde hat (was ja aber nicht an ihm liegt, nein, die anderen sind schuld, weil die einfach doof sind). Damit sich jemand mit ihm abgibt (auch im späteren Leben), lockt er mit materiellen Anreizen.

Mich hat das Buch sehr enttäuscht und meine Erwartungen in keinster Weise erfüllt. Die Sprache entspricht jedoch die eines 8jährigen.

Der Humor ist nicht meiner, denn ich finde es nicht witzig, wenn man sich (ohne zu Fragen) Tiere aus der Nachbarschaft „ausleiht“ und sie dann tot zurückgibt. Oder wenn ein 8jähriger denkt, aus Muscheln könnte man Eis herstellen. Oder wenn Jimmy beim Zoll ein Eis mitschmuggelt und als Rache, weil der Zollbeamte es gefunden hatte und das ganze nicht lustig fand, das Eis extra nochmal von Jimmy umgepackt wird und der Zollbeamte nochmal in die Matsche greift. So verhält sich kein Kind.

In einer Leserunde hat der Autor verraten, dass alle Handlungen fiktiv seien. Ich hoffe sehr, dass dem auch wirklich so ist und dass dies keine Kindheitserlebnisse des Autors in veränderter Form sind.

Auch in der Leserunde hat der Autor erwähnt, dass dies sowohl ein Buch für Erwachsene als auch für Kinder sei. Ich für meinen Teil würde keinem Kind daraus vorlesen, denn selbst wenn manche Streiche vielleicht witzig sind, werden sie nicht aufgelöst. Also Jimmy wird nie bestraft, es wird nie gesagt, dass Jimmy sich falsch verhält und dadurch Jimmy an jedem Erwachsenen Rache nimmt, der ihm mal sagt, wo es lang geht (meistens beschmiert er dessen Kleidung mit Nutella oder anderen klebrigen Essensresten), könnten Kinder denken, dies sei in Ordnung.

Ich kann dieses Buch leider nicht weiter empfehlen. Schade, denn die Idee ist eigentlich toll, die Welt aus den Augen eines Kindes zu sehen. Aber da gibt es schon viele tolle Bücher, in denen dies hervorragend gelungen ist, wie zum Beispiel alle Bücher von Astrid Lindgren oder auch die „Möwenweg-Bücher“ von Kirsten Boie.

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Sabriiina_Ks avatar

Rezension zu "Tagebuch über die Entdeckung der Welt" von Raphael Schaffarczik

Schau dir die Welt aus der Sicht eines Kindes an :)
Sabriiina_Kvor 3 Jahren

Das Buch fand ich sehr interessant und ansprechend, da es die Welt aus der Sicht eines 8 jährigen Jungen beschrieben wird.Das Cover ist zuckersüß gestaltet mit den verschiedenen Comictieren und lädt zum Lesen ein. Das Buch ist mit den 124 Seiten sehr dünn und lässt sich sehr fix lesen.


In dem Buch geht es um das Leben von Jimmy, der viele verrückte Ideen hat, viel Quatsch macht und vorlaut ist. Jimmy ist ein sehr neugieriges und engagiertes Kind, das sich viele Gedanken um die Welt macht und viel Phantasie einsetzt, um Probleme zu lösen. Diese Lösungen sind allerdings im wirklichen Leben sehr bedenklich.
Das Buch ist für etwas ältere Kinder (so ca. 10 Jahren) zu empfehlen, da Jimmy für jüngere Kinder eher als schlechtes Vorbild dient und die jungen Leser auf die Idee kommen könnten und die Ideen aus dem Buch nachzuahmen. Als Erwachsene habe ich das Buch sehr gerne gelesen und fand es wirklich an einigen Stellen sehr amüsant.
Es war sehr spannend, die Welt mal mit Kinderausgen zu sehen. Der Schreibstil half dabei wirklich gut, weil er an die kindliche Sprache angepasst ist.
Das Buch hat zwar keine großartige Spannung und eine große Handlung gibt es auch nicht, aber es hat mir trotzdem gut gefallen weil es einfach gut geschrieben war. 

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Gespräche aus der Community

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Ich heiße Jimmy und bin acht Jahre alt. Jimmy ist nicht mein richtiger Name, meine Eltern nennen mich Hendrik. Aber jeden Tag den gleichen Namen zu haben, ist mir viel zu langweilig. Letzte Woche hieß ich Barack, so wie ein Mann aus den Nachrichten. Doch meine Freunde wollten Barack als Namen nicht durchgehen lassen. Ich glaube, sie gucken einfach nur zu wenig Fernsehen. Jedenfalls heiße ich seit gestern Jimmy. Genau genommen bin ich auch nicht acht Jahre alt, sondern acht Jahre und dreiundzwanzig Tage. An meinem achten Geburtstag habe ich beschlossen, all die wunderbaren Ideen aufzuschreiben, die mir in den Kopf kommen, und die meine Eltern gar nicht verstehen. Aber nach meinem Geburtstag sind wir drei Wochen in den Urlaub gefahren, und danach brauchte ich zwei Tage, um meinen Koffer wieder auszupacken. Deswegen bin ich jetzt genau dreiundzwanzig Tage zu spät. Die hänge ich einfach hinten dran.

Die Sommerferien sind vorbei und wenn ich am Küchentisch sitze und schreibe, glaubt Mama, ich mache Hausaufgaben, und lässt mich stundenlang in Ruhe arbeiten. Manchmal bringt sie mir sogar ein Stück Kuchen, da ich so fleißig bin. Sie stellt es ganz leise neben mich auf den Tisch, um mich nicht zu stören. Früher dachte ich, wir wären arm, weil Mama immer erst meinen benutzten Teller wieder abgeholt hat, um darauf später ein neues Stück zu bringen. Ich dachte, wir könnten es uns nicht leisten, mehr als einen Teller zu benutzen. Doch dann hat Mama mir erklärt, dass es nicht gut für die Umwelt ist, so viel Geschirr schmutzig zu machen. Das habe ich verstanden. Denn mache ich mehr Teller mit meinem Kuchen dreckig, sind weniger saubere für andere Menschen in meiner Umwelt übrig. Vielleicht möchte jemand eine Geburtstagsparty feiern, und nur weil ich für jedes Stück Kuchen neues Geschirr gebraucht habe, ist keines mehr für die Gäste da und die Party muss abgesagt werden. Deshalb esse ich jetzt alle meine Mahlzeiten vom gleichen Teller. Manchmal lasse ich Fridolin, unseren Hund, darüber lecken, damit er wieder sauber ist. Doch das ist eine andere Geschichte ...

Jedenfalls möchte ich von euch gerne wissen, was ihr von meinem Buch haltet. Deswegen könnt ihr an meiner Leserunde teilnehmen und auch ein gedrucktes Buch von mir bekommen.  Also, macht einfach mit! Immerhin geht es um so spannende Dinge wie Zirkusse, Eiskekse und Riesenhandschuhe!

Bis bald!
Jimmy

hi-speedsouls avatar
Letzter Beitrag von  hi-speedsoulvor 3 Jahren
http://www.lovelybooks.de/autor/Raphael-Schaffarczik/Tagebuch-%C3%BCber-die-Entdeckung-der-Welt-1187302438-w/rezension/1200427690/ Hier ist nun auch meine Rezension. Ich habe lange zwischen einem und zwei Sterne überlegt, aber für mich war dann vor allem die Meerschweinchen-Geschichte ausschlaggebend für den einen Stern. Auch habe ich einigen Freunden und Arbeitskollegen von dem Buch erzählt und merkte, dass ich eigentlich immer grantiger auf Jimmy geworden bin. Ich möchte mich trotzdem bedanken, dass ich das Buch geschenkt bekommen habe und lesen durfte. Die Rezension habe ich unter gleichem Namen auch auf amazon.de gepostet.
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