Rasha Khayat

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Rasha KhayatWeil wir längst woanders sind
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Weil wir längst woanders sind
Weil wir längst woanders sind
 (24)
Erschienen am 01.07.2016

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ulrikerabes avatar

Rezension zu "Weil wir längst woanders sind" von Rasha Khayat

Leben mit der Lücke
ulrikerabevor 10 Monaten

Basil und seine Schwester Layla haben von Kindheit an eine innige Beziehung zueinander . Beide in Saudi Arabien geboren, die Mutter Deutsche, der Vater Saudi, müssen als Kinder nach Deutschland übersiedeln.
Nach ihrem Umzug verstirbt der Vater plötzlich, eine Rückkehr in das gewohnte Leben ist aussichtslos. Auch wenn die deutschen Großeltern den Kindern ein liebevolles Aufwachsen ermöglichen, leben sie mit einer „Lücke“, keiner Kultur, keiner Heimat anzugehören.
Als Layla als junge Frau beschließt, nach Saudi Arabien zurückzukehren um dort zu heiraten ist Basil, der sich an ein westliches Leben gewöhnt hat wie vor den Kopf gestoßen . Zur Hochzeit der Schwester nach Jeddah eingeladen, tritt er diese Reise mit gemischten Gefühlen an.
Weil wir längst woanders sind beschreibt das Gefühl internationaler Kinder, die sich keiner Heimat zugeordnet fühlen. Die auf der Suche nach kultureller Identität sind.
Basils erlebt das alte Zuhause aus sehr männlicher Sicht, die Männer mit denen er dort zusammen trifft strotzen nur so von Klischees. Dekadent. Bigott, chauvinistisch, ganz viele Schubladen öffneten sich mir beim Lesen.
Laylas Sicht der Dinge liest sich ganz anders. In Jeddah meint sie, auch wenn sie Restriktionen unterworfen ist, kann sie dort viel mehr ohne den Belastung leben, es werden nicht die gleichen Erwartungen an sie gestellt, mit denen sie in Europa konfrontiert wäre.
Die Autorin Rasha Khayat hat ähnliches erlebt wie Layla und Basil. Das Leben mit der „Lücke“ macht daher nachdenklich, leider bleiben mir bei diesem Buch zu viele Aspekte zu plakativ und nicht nachhaltig.

Der dem Roman nachgesetzte Essay der Autorin "Buddha und Petersilie" hat mich mehr berührt als der gesamte Roman davor, eine authentische autografische Beschreibung .


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Readrats avatar

Rezension zu "Weil wir längst woanders sind" von Rasha Khayat

Kurzweilig, aber großartig!
Readratvor 2 Jahren

Eckdaten:

„Weil wir längst woanders sind“ von Rasha Khayat 

Dumont Verlag; Hardcover, 187 Seiten


Inhalt:

Layla trifft eine Entscheidung, die alles verändert und die niemand versteht: Sie beschließt zu heiraten, einen Mann aus der alten Heimat, Saudi-Arabien. Nicht aus Liebe, aus Prinzip. Ihr Bruder Basil macht sich von Hamburg auf den Weg, um bei dem Fest dabei zu sein und um zu begreifen, was seine bisher sehr freiheitsliebende Schwester bewegt. Seine Reise wird zu einer Begegnung mit der eigenen Vergangenheit und einem anderen möglichen Leben.


Schreibstil:

Äußerst angenehm und unkompliziert.


Meinung:

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Zunächst einmal ist der Schreibstil sehr leicht, man kommt umgehend, ohne Schwierigkeiten in die Geschichte rein. 

Das ist Buch ist mit seinen 187 Seiten sehr kurz, das Thema dafür relativ „groß“. Aber die Autorin hat es dennoch geschafft, diese Geschichte wunderbar darzustellen und Basil, aus dessen Sicht das Buch erzählt wird, gut zu beschreiben. 

Natürlich hätte man detaillierter und sehr viel tiefer in die verschiedenen Religionen und Unterschiede beider Länder (Deutschland-Saudi Arabien) gehen können. Hätte, hätte, hätte… Mir hat es jedoch gereicht. Schön schnurstracks durch erzählt. 


Auch das Cover finde ich „cool“, alles andere als kitschig. 


Fazit:

Ein kurzer, aber sehr gelungener schöner, kurzweiliger Roman über zwei unterschiedliche Länder und Lebensentscheidungen. 


Klare Leseempfehlung!

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Calanthas avatar

Rezension zu "Weil wir längst woanders sind" von Rasha Khayat

Eine wunderschöne Geschichte über die Fremde in der Heimat und die Heimat in der Fremde
Calanthavor 2 Jahren


Basil macht sich auf den Weg nach Jeddah in Saudi Arabien, weil seine Schwester bald heiraten wird. Was sich erst anhört nach einer typischen arabischen Familiengeschichte, geht jedoch viel tiefer. Denn Layla und Basil sind in Deutschland aufgewachsen. Als Kinder, kaum dass sie in die Schule gingen, kamen Sie mit dem arabischen Vater, welcher Arzt war und der deutschen Mutter, die Krankenschwester war, nach Deutschland.
Hier werden sie komplett Deutsch erzogen, so sehr dass Basil nicht einmal mehr Arabisch spricht und sich nur an Wortfetzen erinnert. Sie wachsen absolut liberal auf, fahren nicht einmal auf Besuch nach Saudi Arabien. Der Kontakt zu diesem Land, wurde komplett abgebrochen. Layla macht eine Ausbildung als Buchhändlerin und ist schon Mitte Zwanzig, als ihr plötzlich alles zuviel wird. Sie haut aus der WG mit dem Bruder und ihrem Ex-Freund ab und meldet sich erst ein Jahr später. Sie wäre in Saudi Arabien und würde heiraten, in einem Land was sie das letzte Mal gesehen hatte, als sie ein kleines Kind war und einen Mann, den sie gar nicht richtig kennt. Basil macht sich auf den Weg nach Jeddah um herauszufinden, was in die Schwester gefahren ist. Die große Frage, die immer im Hintergrund steht ist: Warum?


Das Buch ist ein Mosaik der Gefühle und Eindrücke. Wir begleiten Basil auf seiner Entdeckungsreise nach Saudi Arabien und nehmen aus seiner Sicht wahr, wie fremd alles ist. Fremd, aber auch beeindruckend. Das Buch lebt auch von den Rückblenden, wo Basil sich an die gemeinsame Kindheit erinnert und zeigt, wie es sich für ein Kind anfühlt, plötzlich die Heimat zu verlieren. Besonders in diesen kindlichen Episoden bekommt man nochmal einen ganz unvoreingenommen Blick präsentiert. Dem älteren Basil, ist die Sache nicht ganz geheuer. Er sucht nach der Antwort, warum seine Schwester dieses Leben in Saudi Arabien bevorzugen möchte, obwohl sie doch alle Freiheiten in Deutschland hatte. Zwischen den Zeilen, kann man ganz viele dieser Gründe finden. An manchen Stellen konnte man förmlich die herzliche Atmosphäre spüren und den duftenden Kardamom-Kaffee riechen. Dies liegt auch an der fantastischen bildreichen Sprache, die Rasha Khayat verwendet. Sie streut auch immer wieder arabische Ausdrücke oder Satzstücke ein, die jedoch in der deutschen Umschrift sind und einen schönen Eindruck vom Klang der Sprache vermitteln und das Buch sehr authentisch gestalten.


Wir erleben in der Geschichte die Gegensätze des Landes und sehen Prunk und Luxus. Wir beobachten, dass die Gesellschaft privat wesentlich liberaler ist, als in der Öffentlichkeit und Layla auf kaum etwas verzichten muss. Gemessen am Reichtum Saudi Arabiens, kommt einem das deutsche Leben sogar bettelarm vor. Fest steht auf jeden Fall: Layla ist kein Mädchen, dass auf den Kopf gefallen ist. Tatsächlich scheint sie in Jeddah, glücklicher und freier, als sie es je zuvor war.


Es scheint an manchen Stellen sogar, dass Basil etwas neidisch ist, auf die Schwester, die eine so gute Verbindung zu ihrer Heimat und Kultur hat, während er sich mit allem schwer tut und sich auch dieses Gefühl der Verwurzelung und Identifikation, beim ihm nicht einstellen will. Während Basil sich komplett von seiner Vergangenheit distanziert hat, liegt für Layla alles darin, was sie immer vermisst hat.


Während man am Anfang noch denkt, Basil und seine Mutter würden einfach nicht hinter der Entscheidung von Layla stehen, merkt man mit der Zeit, dass es noch einen ganz anderen Grund gibt, warum sich Basil und seine Mutter so sehr von Saudi Arabien distanzieren, was aber überhaupt nichts mit diesem Land zu tun hat. Es ist fast so, als würde ein Teil der Familie krampfhaft versuchen, die Vergangenheit auszublenden, während Layla eine beherzte Offenheit an den Tag legt, die sogar dazu führt, dass sich Teile der Familie wieder vereinen. Mit Liebe und Offenheit versucht sie die Wunden der Vergangenheit zu heilen und somit wohl auch sich Selbst.


Das Buch ist einer beeindruckenden Sprache geschrieben, die die selbe Liebe und Leichtigkeit vermittelt, die Layla wohl fühlen muss. Für mich ist es das Buch-Highlight 2016. Das liegt daran, dass mich diese Geschichte in ihrer Wärme und Herzlichkeit tief berührt hat.

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