Ratih Kumala Das Zigarettenmädchen

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Inhaltsangabe zu „Das Zigarettenmädchen“ von Ratih Kumala

Jeng Yah – diesen Namen flüstert der Zigarettenbaron Pak Raja immer wieder, als er im Sterben liegt. Er möchte sie vor seinem Tod noch einmal sehen. Seine drei Söhne wollen dem letzten Wunsch ihres Vaters entsprechen. Was aber hat es mit dieser Frau auf sich, über die ihre Mutter vor Wut und Eifersucht nicht reden will? Die jungen Männer machen sich auf die Reise, die sie von Jakarta tief ins Herzen Javas führt – und in eine Vergangenheit, die von Schuld und Verrat, von Liebe und Freundschaft, von Neid und Eifersucht erzählt. Zwei Männer, die wegen einer schönen Frau zu bitteren Feinden werden, zwei Familien, deren Wege sich über drei Generationen immer wieder kreuzen, bis die Versöhnung unmöglich scheint … »Das Zigarettenmädchen«, der fünfte Roman der indonesischen Autorin Ratih Kumala, ist eine Geschichte über zwei Gründer von Zigarettenfabriken und die Entwicklung der Tabakindustrie, die das Land bis heute nachhaltig prägt. Dabei webt sie die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe der jungen Republik ein, vom Ende der niederländischen Kolonialherrschaft und der Invasion der Japaner über die Massenmorde an den Kommunisten bis hin zum heutigen Indonesien. »Das Zigarettenmädchen« – ein großer Familienroman, unterhaltsam und leichtfüßig, ein verrauchtes indonesisches »Buddenbrooks«.

Spannend, faszinierend und interessant - ein gelungenes erstes papierenes Werk aus dem Culturbooks Verlag!

— DunklesSchaf
DunklesSchaf

Ein literarisches Highlight dieses Jahr für mich. Anders, erfrischend und liebenswert.

— Wolly
Wolly

Der Schreibstil ist erzählerisch, aber leider – trotz viel wörtlicher Rede – sehr trocken. Es kostete mich viel Mühe weiter zu lesen…

— StMoonlight
StMoonlight

modernes Märchen

— Rebecca1120
Rebecca1120

Liebenswerte und ungewöhnliche Geschichte über Familie, Zigarettenherstellung und Rauchkultur vor dem Hintergrund indonesischer Historie.

— krimielse
krimielse

Eine wunderbare indonesische Familiensaga, die Liebe, Geschichte und Kultur auf bezaubernde Art und Weise vereint. Lesenswert!

— robertina
robertina

Ein sehr schönes und empfehlenswertes Buch über zwei rivalisierende Familien vor dem Hintergrund indonesischer Kultur & Geschichte. Toll!

— Nepomurks
Nepomurks

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— Joachim_Tiele
Joachim_Tiele

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  • Leserunde zu "Black Mamba Boy" von Nadifa Mohamed

    Black Mamba Boy
    Literatur

    Literatur

    Herzliche Einladung zur Leserunde „Black Mamba Boy“ Habt Ihr Interesse an einer Leserunde zum Roman „Black Mamba Boy“? Inhalt: Jemen 1935. Der kleine Jama, ein halbwilder Straßenjunge, streift mit seinen Freunden durch die Gassen Adens auf der Suche nach Nahrung und ein paar Münzen. Als seine Mutter viel zu jung stirbt, begibt er sich, allein und gefährdet, auf eine Odyssee durch das von Kolonialismus und Faschismus verheerte Ostafrika, nach Somaliland, Dschibuti, Eritrea, in den Sudan, bis nach Ägypten, auf der Suche nach seinem geheimnisvollen, nie gesehenen Vater, dann auf der Suche nach Arbeit und einer Grundlage für ein eigenes Leben. Viele Jahre später führt ihn diese abenteuerliche und verzehrende Reise 1947, Jama ist inzwischen Seemann geworden, schließlich nach England. Auf der Grundlage der Erlebnisse ihres Vaters schrieb Nadifa Mohamed diesen schönen, erschütternden und aufwühlenden Roman, ihr Debüt, das in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet wurde. Der C.H.Beck Verlag stellt freundlicherweise wieder 15 Leseexemplare für die Leserunde zur Verfügung, die ich hier vergeben darf. Wenn Ihr mitmachen möchtet, beantwortet mir bitte bis zum 21.01.2015 folgende Frage unter dem Unterpunkt "Bewerbung": Was interessiert Euch an diesem Roman? Habt Ihr schon einen Roman von Nadifa Mohamed gelesen? Die aktive gemeinsame Lesephase wird voraussichtlich ab der zweiten Februarwoche (je nach Versanddauer der Leseexemplare) bis Mitte März stattfinden. Bedingung für den Erhalt eines Leseexemplares ist die Teilnahme an der Leserunde im genannten Zeitraum und das Verfassen einer Rezension bis Ende März 2016. Ich werde die Gewinner der Leseexemplare am 22.01.2016 verlosen und hier bekannt geben. Bitte schaut hier nach, ob ihr gewonnen habt (es erfolgt keine Gewinnbenachrichtung per PN!), und sendet mir im Gewinnfall Eure Adresse mittels PN bis spätestens 25.01.2016. Ansonsten werde ich nachverlosen, um den zeitlichen Ablauf der Leserunde nicht zu gefährden. Ihr könnt natürlich auch gerne mit Eurem eigenen Exemplar teilnehmen. Außerdem besteht die Möglichkeit, im Rahmen der Leserunde Fragen an den Verlag zu stellen. Ich werde die Fragen sammeln, am Ende der Leserunde gesammelt an den Verlag weiterleiten und die Antworten nach Erhalt veröffentlichen, sodass nach dem gemeinsamen Lesen noch die Möglichkeit einer anschließenden Diskussion besteht. Herzlichen Dank an den C.H.Beck-Verlag für die Unterstützung dieser Leserunde! Ich freue mich über eine rege Teilnahme und einen interessanten Austausch! Liebe Grüße, Literatur

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    • 337
  • Moderene Literatur vor dem Hintergrund der indonesischen Geschichte

    Das Zigarettenmädchen
    Wolly

    Wolly

    Inhalt: Ein Mann liegt im Sterben. Er hat noch einen letzten Wunsch. Eine Frau aus seiner Vergangenheit wiedersehen - Jeng Yah. Seine drei Söhne haben diesen Namen noch nie gehört, seine Ehefrau kennt sie, doch schweigt aus Eifersucht. Was hat es mit der Unbekannten auf sich? Die Söhne erleben eine Reise, bei der sie viel über die eigene Familie, ihr Handwerk der Zigarettenherstellung und die Geschichte Indonesiens lernen werden. Meinung: Dieses Werk ist aus mehreren Gründen aussergewöhnlich. Zum einen spielt das Buch in Indonesien und ist gespickt mit geschichtlichen Fakten, Bräuchen und sprachlichen Eigenheiten des Landes. Ein etwas anderer Schauplatz, der sonst nicht so häufig als Hintergrund in der Literatur verwendung findet. Gerade deshalb sind die neuen Eindrück dieser fremden Kultur spannend für mich. Der zweite Ungewöhnliche Punkt ist das Grundthema Zigarette. Herstellung, wirtschaftlicher Stellenwert und Vieles mehr werden behandelt und auch darüber bin ich bisher in Büchern selten gestolpert. Die dritte nicht so häufige Sache, war der stete Perspektivwechsel, sowohl in der Erzählweise, als auch in der Zeit. Sehr geschickt schafft es die Autorin verschiedene Erzählstränge zu führen und zu verknüpfen, ohne dabei Verwirrung zu stiften. Ein schöner Mix aus Gegenwart und Vergangenheit bietet Abwechselung und erhöht das Tempo. Sprachlich konnte mich das Buch überzeugen, war aber nichts spektakuläres. Einfach angenehm zu lesen. Die Geschichte selbst, eine große Familiensaga, hatte Alles was eine gute Geschichte braucht. Glück und Neid lagen ebenso nah beieinander wie Erfolg und Zerstörung. Fazit: Für mich ein rundherum lesenswertes Buch. Spannendes Thema, interessante kulturelle Einblicke, schöne Geschichte. Von mir eine klare Leseempfehlung.

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    • 3
  • Verrauchte Familiensaga in Indonesien - erfrischend anders

    Das Zigarettenmädchen
    DunklesSchaf

    DunklesSchaf

    13. January 2016 um 21:31

    Mittlerweile lese ich ja fast ausschließlich Krimis und Thriller. Nur sehr selten wandert mal ein Buch aus einem anderen Genre in meine lesenden Hände. So ist es nun aber mit „Das Zigarettenmädchen“ von Ratih Kumala geschehen, welches ich in einer Leserunde lesen durfte. Ab und an kann man schon mal „out of the box“ treten und seinen Blick erweitern, vor allem, wenn es das erste, papierne Buch im Verlag culturbooks ist, der ja u. a. von Zoë Beck geleitet wird, und das hervorragende ebook-Sortiment erweitert. Als der Vater von Lebas, Karim und Tegar im Sterben liegt, flüstert der alte Mann immer wieder den Namen Jeng Yah. Die Brüder wissen damit nichts anzufangen, doch die Mutter wird wütend und verrät nur sehr wenig. So machen sich der jüngste und der älteste Bruder auf, um herauszufinden, welche Frau einen so bleibenden Eindruck hinterlassen hat – und nicht des Vaters Ehefrau geworden ist. Die Reise führt sie nicht nur tief in das Herz Indonesiens, sondern auch in die Geschichte Indonesiens, der Zigarettenindustrie und zwei Dynastien. Der Klappentext lässt ein Roadmovie vermuten, doch schon recht bald werden die Brüder ein wenig vernachlässigt und der Leser befindet sich in der Vergangenheit, bei zwei Freunden: Idroes Moeria und Soedjagad. Nicht nur die Herstellung von Nelkenzigaretten sondern auch die schöne Roemaisa macht die beiden aber zu erbitterten Konkurrenten. In einer einzigartigen Geschichte erzählt die Autorin Ratih Kumala, wie die drei Brüder mit den Gründern von zwei Zigarettendynastien verbunden sind. Eine Geschichte, die nicht nur die indonesische Geschichte im Laufe der Zeit näher beleuchtet, sondern auch die Geschichte der Nelkenzigarette. Doch keinesfalls ist die Geschichte belehrend oder gar langweilig. Die Zeitgeschichte ist eingeflochten in die Geschichte der beiden Familien und beeinflusst diese immens. Auch kulturelle Eigenheiten und Traditionen lassen sich finden. Wie meistens gefällt mir gerade dieser Blick über den Tellerrand sehr gut – wer kennt sich denn schon aus in der Geschichte Indonesiens? In der Schule ist man ja doch eher auf europäische Geschichte konzentriert und guckt, wenn überhaupt übers Meer, eher in den Westen. Vielleicht fällt einem noch ein, dass Indonesien eine holländische Kolonie war, aber danach wird es vermutlich eher düster. Und so finde ich es wiederum einfach grandios, mich mit Unterhaltungsliteratur nicht nur weiter zu bilden, sondern gleichzeitig auch Spaß und Lesegenuss zu haben. Die Geschichte der Nelkenzigaretten ist hingegen nicht nur eine Geschichte aus Daten und Fakten, die im Text eingewoben sind, sondern kann mit einem Lebensgefühl aufwarten. Rauchen ist Genuss und Heilung zugleich, die Nelken und andere Aromen werden in den unterschiedlichsten Mengen und Variationen beigefügt, so dass es eine Fülle an verschiedenen Marken gibt. Auch das Marketing macht sich seine Gedanken – wohlklingend und verführerisch muss der Name sein, ansprechend und mit Wiedererkennungswert die Verpackung, auch wenn die Verpackung noch mit Hand beschriftet wird. Einige der Verpackungen sind übrigens als Bilder im Buch vorhanden. Nelkenzigaretten sind nicht nur aus kaufmännischer Sicht der Lebensinhalt der Zigarettenhersteller, es ist eine Einstellung, ein Gefühl, welches ihr Leben untrennbar mit diesen kleinen, unscheinbaren Stäbchen verbindet, die doch so große Auswirkungen haben. Die Geschichte einer Familie, ein Rückblick und ein wenig Roadmovie - diese Teile verbindet die Autorin mühelos zu einem Roman über Liebe und Verrat, Geschäft und Politik, Freundschaft und Konkurrenz. Mit einer Leichtigkeit schreibt die Autorin über schwere Geschichte, verpackt dies in eine spannende Familiengeschichte und lässt einen mit der letzten Generation noch ein Schmunzeln davon tragen, um am Ende noch ein wenig gerade zu rücken. Auch wenn ich ein wenig Roadmovie mehr bevorzugt hätte, ist der Roman eine gelungene Mischung. Fazit: Eine Geschichte, die unterhält, aber ganz nebenbei noch so viele interessante Dinge enthält, dass das Lesen wie im Flug vergeht.  Genau das richtige Buch, um einen Ausflug aus dem Krimigenre zu wagen. Na los, traut Euch!

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  • Wechselvolle Geschichte einer indonesischen Zigarettendynastie

    Das Zigarettenmädchen
    Miramis

    Miramis

    29. December 2015 um 22:12

    Ein indonesischer Zigarettenbaron ruft auf dem Sterbebett immer wieder den gleichen Namen einer unbekannten Frau. Aus diesem Anlass begeben sich seine drei Söhne auf Spurensuche und forschen nach der Vergangenheit ihrer Familie, einer großen Zigarettendynastie. Die wechselvolle Geschichte Indonesiens seit dem 2. Weltkrieg wird dabei ausgebreitet, ebenso wie das Schicksal einzelner Protagonisten, die alle das eine verbindet: die Herstellung und der Vertrieb der ganz besonderen Nelkenzigaretten Indonesiens. Die Handlung bewegt sich auf zwei Zeitebenen; die drei Brüder Tegar, Karim und Lembas suchen nach den Spuren einer Frau namens Yeng Yah in der Jetztzeit, während in Rückblenden das Leben eben dieser Frau ab Geburt nachgezeichnet wird. Zunächst ist nicht klar, warum Pak Raja, der Vater der drei Brüder, auf dem Sterbebett nach ihr verlangt und wie ihre Geschichte miteinander verknüpft ist. Aber nach und nach legt die Autorin alle wesentlichen Geschehnisse dieser verwickelten Familiengeschichte frei. Dabei gibt es in beiden Strängen interessante Einblicke in die Geschichte Indonesiens, von der ich bis jetzt überhaupt nichts wusste. Von der Kolonialzeit über die Besetzung durch Holland, China und Japan über den Einfluss und das Schicksal des Kommunismus, dies alles war für mich Neuland. Trotzdem war ich froh, dass die Autorin diese Themen zwar wunderbar in die Handlung einflicht, aber keinen ausgeprägten Geschichtsunterricht erteilt. Dies wäre sicher zu Lasten der eigentlichen Geschichte gegangen, und wer das Thema vertiefen möchte, findet bestimmt genug Materialien dazu. Sehr intensiv dagegen und detailliert geht Ratih Kumala auf das Thema Zigaretten ein. Die Zigaretten sind in diesem Buch allgegenwärtig; es geht um ihre Herstellung, ihren Geschmack, ihre Verpackung, ihre Vermarktung und vieles mehr. Auch ich als Nichtraucherin konnte mich durchaus für das Thema begeistern lassen, vor allem weil die indonesischen Nelkenzigaretten ein ganz besonderes Genussmittel sind und das Leben der Protagonisten komplett bestimmen. Während die Figuren der Rückblende noch dabei sind, sich ein kleines aber sicheres Auskommen durch die Zigarettenherstellung zu verschaffen und ihre Zigaretten noch per Hand herstellen, sind die drei Brüder der Jetztzeit bereits in dritter Generation Inhaber eines Zigarettenimperiums mit Fabriken und einem großen Namen. Die drei sind sehr interessante Figuren, da sie sehr unterschiedlich gezeichnet sind, und es immer wieder zu Reibungen zwischen ihnen kommt. Der leichtlebige Lebas und der verantwortungsbewusste Tegar haben mir mit ihren spritzigen, kontroversen Dialogen sehr viel Spaß gemacht; und Karim als Dritter im Bunde hatte meist die Aufgabe, ausgleichend auf die beiden anderen einzuwirken. Ihre Spurensuche gleicht einem Roadmovie durch die indonesischen Landschaften, immer auf der Spur der Zigaretten. Die Antwort auf all ihre Fragen liegt aber in der Vergangenheit, und darin liegt auch der Hauptaugenmerk des Romans. Ich fand es sehr spannend, Idroes Moeria auf seinem Weg vom einfachen Arbeiter bis zum anerkannten Zigarettenproduzenten zu begleiten. Welche Rolle dabei seine Tochter Dasiyah spielt, warum sie "Zigarettenmädchen" genannt wird und was sie letztendlich mit der Familie Djagad zu tun hat, das wird hier nicht verraten. Ratih Kumala hat auf vergleichsweise wenigen Seiten eine wunderbar verwickelte und ausgeklügelte Familiensage geschaffen, die sich durch den federleichten, eleganten Schreibstil sehr schön lesen lässt. Das außergewöhnliche Setting und das faszinierende Thema der Zigarettenherstellung verleihen der Geschichte eine würdigen Rahmen. Mir hat es sehr viel Freude gemacht, diesen besonderen Roman aus der Werkstatt der Culturbooks zu lesen; übrigens die erste Printausgabe dieses bislang rein auf ebooks ausgelegten Verlags. Mit dem indonesischen Glossar und einigen kurzen geschichtlichen Abrissen wird der Roman ergänzt und manche Unklarheit, insbesondere bei der Namensverwendung, ausgeräumt.

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  • Der Zigarettenkrieg

    Das Zigarettenmädchen
    TochterAlice

    TochterAlice

    28. December 2015 um 08:12

    ist ausgebrochen, zwischen zwei Familien, ja Dynastien, die sich einen harten Konkurrenzkampf um die beste Nelkenzigarette weit und breit liefern. Eigentlich ging die ganz Sache los als Kampf unter Rivalen - ein "Krieg" um eine Frau, der aber auch nach deren Entscheidung und weiteren Windungen des Schicksals nie aufhörte und weitere Generationen hindurch andauert. Ein indonisischer Familienroman, der als indonesisches Buddenbrooks angepriesen wird - ein Etikett, dem der Roman mit Sicherheit nicht gerecht wird, das auch gar nicht will. Es ist eine eher leichte, unterhaltsame, gleichwohl gut geschriebene und eloquente Familiengeschichte, die zunächst in der Gegenwart startet: drei erwachsene, sehr, sehr unterschiedliche Brüder, Sprößlinge einer Zigarettendynastie, wollen den letzten Wunsch ihres Vaters erfüllen und eine ganz bestimmte Frau ausfindig machen. Sie haben keine Ahnung, wer diese Jeng Yah, deren Namen er wieder und wieder nennt, auch wenn er sonst kaum mehr etwas zu sagen vermag,sein könnte, doch dass ein tief in der Vergangenheit verwurzelter Bezug vorhanden ist, der irgendwie mit Liebe und Sehnsucht zu tun hat, das ist klar. Zumal die Mutter alles andere als amused ist und sich weigert, das Thema anzuschneiden. Doch die Söhne lassen nicht locker und begeben sich auf eine Art Roadmovie-mäßigen Trip in die Heimatstadt der Eltern - und in eine Vergangenheit, von der sie keine Ahnung hatten und die auch den Leser überrascht. Bis in die dreißiger Jahre des 20sten Jahrhunderts reicht die Geschichte, die immer wieder die indonesische Geschichte streift. Eines darf der Leser nicht erwarten: eine Historie des Landes geliefert zu bekommen. Man hat sich vor Augen zu führen, dass die Autorin einen indonesischen Roman geschrieben hat, der in diesem Lande spielt und sicher auch vorrangig für indonesische Leser gedacht war. Also ist immer mal Recherche angesagt, wenn man den Durchblick nicht verlieren will. Ein kleines Glossar zur Erläuterung der Begrifflichkeiten ist vorhanden, mir hatte dies nicht gereicht. Es hat Spaß gemacht, immer mal wieder zu googeln und mein Interesse an Indonesien und seiner Geschichte wurde nachhaltig geweckt! Eines kann ich verraten: Helmut Schmidt und seiner Loki hätte der Roman sicher gefallen - zumindest im Hinblick auf die Menge der Zigaretten, die darin geraucht werden und der Liebe, mit der von  ihrer Herstellung gesprochen wird. Doch auch ich als Nichtraucherin war fasziniert von dieser fremden, in vielen Aspekten bereits vergangenen Welt, die von der jungen Autorin so lässig und liebevoll zugleich beschrieben wird. Wer sich für fremde Länder interessiet und auch literarisch bereit ist, sich auf etwas Neues einzulassen, dem kann ich dieses Buch empfehlen.

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  • Kretek Gadis

    Das Zigarettenmädchen
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    Indonesien ist ein Land, von dem man bisher literarisch hierzulande kaum etwas kannte. Im Rahmen "Gastland der Frankfurter Buchmesse" wurden nun auch in Deutschland einige interessante Romane aus diesem sehr vielfältigen Inselreich veröffentlicht. Einer davon ist Ratih Kumalas "Zigarettenmädchen". Es erzählt eine weit zurückreichende Familiengeschichte, ausgehend vom Patriarch einer Zigarettenmanufaktur, der auf dem Sterbebett nach einer Frau aus seiner Vergangenheit verlangt: Jeng Yah, das Zigarettenmädchen. Was hat es mit dieser Frau, deren Name in der Familie noch nie gefallen war und die doch bei der Mutter extreme Eifersucht auslöst, auf sich. Die drei Söhne Tegar, Karim und Lebas machen sich von Jakarta auf nach Kudus und M, dem einstigen Zentrum der väterlichen Zigarettenherstellung um sie zu suchen und erfahren von einer großen Liebe, einer ewigen Konkurrenz und einem bösen Verrat. Der Leser taucht in Rückblenden tief in die Familiengeschichte ein, erfährt, wie zeitgeschichtliche Ereignisse wie die japanische Besetzung 1942 oder die Massaker an Kommunisten 1965 diese beeinflusst haben und lernt dabei nicht nur einiges über Indonesien, sondern auch über die Geschichte der dortigen Zigarettenproduktion, die typischen Nelkenzigaretten Kretek und die dortige Rauchkultur. Große Gefühle, regelrechte Dramen, und doch kommt das Buch ganz leicht, heiter, völlig unpathetisch daher. Ein leicht märchenhafter Ton liegt über allem und ein feiner Humor. Das macht dieses Buch so leicht lesbar und unterhaltsam. Eine sehr liebenswerte Entdeckung aus dem fernen Inselreich.

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    • 2
  • Leserunde zu "Das Zigarettenmädchen" von Ratih Kumala

    Das Zigarettenmädchen
    Axynia

    Axynia

    "Das Zigarettenmädchen" - Der erste Titel der neuen CulturBooks Reihe "Unplugged", das erste gedruckte Buch des sonst reinen eBook Verlags, passend zur Frankfurter Buchmesse aus Indonesien! Indonesien ist der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2015. Machen Sie jetzt mit bei der Leserunde zu "Das Zigarettenmädchen" von Ratih Kumala und erhalten Sie eines von FÜNF Büchern ODER eines von FÜNF eBooks in Ihrem Wunschformat zur Rezension. Über das Buch Jeng Yah – diesen Namen flüstert der Zigarettenbaron Pak Raja immer wieder, als er im Sterben liegt. Er möchte sie noch einmal sehen, bevor er stirbt. Seine drei Söhne wollen dem letzten Wunsch ihres Vaters entsprechen. Was aber hat es mit dieser Frau auf sich, über die ihre Mutter vor Wut und Eifersucht nicht reden will? Die jungen Männer machen sich auf die Reise, die sie von Jakarta tief ins Herzen Javas führt – und in eine Vergangenheit, die von Schuld und Verrat, von Liebe und Freundschaft, von Neid und Eifersucht erzählt. Zwei Männer, die wegen einer schönen Frau zu bitteren Feinden werden, zwei Familien, deren Wege sich über drei Generationen immer wieder kreuzen, bis die Versöhnung unmöglich scheint … »Das Zigarettenmädchen«, der fünfte Roman der indonesischen Autorin Ratih Kumala, ist eine Geschichte über zwei Gründer von Zigarettenfabriken und die Entwicklung der Tabakindustrie, die das Land bis heute nachhaltig prägt. Dabei webt sie die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe der jungen Republik ein, vom Ende der niederländischen Kolonialherrschaft und der Invasion der Japaner über die Massenmorde an den Kommunisten bis hin zum heutigen Indonesien. »Vater hat recht, dachte Tegar, Rauchen öffnet die Gedanken. Es war, als trüge der Rauch ihn in den Himmel hinauf.« Warum es dem CulturBooks Verlag gefällt »Das Zigarettenmädchen« ist ein großer Familienroman, unterhaltsam und leichtfüßig, ein verrauchtes indonesisches »Buddenbrooks«. Die Autorin Ratih Kumala wurde 1980 in Jakarta geboren. Sie arbeitet als freiberufliche Drehbuchautorin fürs Fernsehen und hat bisher bereits einige Romane veröffentlicht, unter anderem Tabula Rasa (2004), Genesis (2005) und Kronik Betawi (2009) sowie den Kurzgeschichtenband Larutan Senja (2006). Gadis Kretek (2012) ist ihr fünfter Roman und greift ihren eigenen kulturellen (javanischen) Hintergrund auf. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung und auf eine spannende Leserunde! Mehr Informationen zum Verlag und zum Buch finden Sie hier: http://www.culturbooks.de/portfolio/ratih-kumala-das-zigarettenmaedchen-roman/

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    • 241
  • Spannende und anrührende Zeitgeschichte aus einem anderen Kulturkreis

    Das Zigarettenmädchen
    Joachim_Tiele

    Joachim_Tiele

    Rauchen beflügelt die Gedanken... …und wer es nicht glauben will, lese diesen Roman. Ich verschieße mein Pulver nicht zu früh, wenn ich meine Rezension damit beginne, dass er einer der schönsten Romane ist, die ich seit langem gelesen habe. Nicht der beste oder anspruchsvollste, den ich je gelesen hätte, aber doch: er ist schön, gut und anspruchsvoll. Dennoch liest er sich leicht und ist auch gut verständlich, sobald man sich an die ungewohnten Namen und ihre Varianten gewöhnt hat und sie auseinanderhalten kann. Es ist bei einigen der Namen so ähnlich, als würde in einem deutschen Roman eine Person als „Johannes“ eingeführt, später in einem Dialog als „Hans“ angesprochen und noch später jemand von ihm als „Hänschen“ sprechen. Bei manchen der Figuren hier muss man vielleicht mal etwas zurückblättern, um den Überblick nicht zu verlieren, aber es lohnt sich. Erzählt wird die Geschichte Indonesiens seit der Vertreibung der holländischen Kolonialherren an Hand der Geschichte verschiedener Zigarettenmarken und insbesondere der zweier Familien von Zigarettenherstellern, die über einige Jahrzehnte hinweg zusammenhängt, ohne dass dies allen Familienmitgliedern klar ist, ein Familiengeheimnis, sozusagen. Dass es ein Geheimnis gibt und dass man gut daran tut, es aufzuklären zu versuchen, wird den erwachsenen Söhnen und letzten Nachfahren einer dieser Familien bewusst, als ihr Vater dem Lebensende entgegengeht und immer wieder einen Frauennamen erwähnt, der bei ihrer Mutter starke Eifersuchtsgefühle auslöst. Dass der Vater mit dieser Frau noch irgendetwas offen hat, das er vor seinem Tod noch bereinigen möchte, ist den Söhnen und letztlich auch seiner Frau klar. Die Aufklärung dieses Geheimnisses beginnt als eine Art Roadmovie dreier Brüder, das aber auch einige Flugreisen umfasst, im Rückblick, um die Beziehungen der Brüder untereinander und zu ihrem Vater zu verdeutlichen, teilweise auch außerhalb Indonesiens stattfindet, das sich aber langsam der Stadt annähert, in der die Herkunft dieser Unbekannten vermutet wird. Die ersten beiden Kapitel könnten auf manche Leser etwas „klamaukig“ wirken, wechseln auch etwas unmotiviert zwischen der ersten und der dritten Person als Erzählperspektive, aber das mag den Besonderheiten des indonesischen Buchmarktes geschuldet sein, in dem, wie man hört und liest, anspruchsvolle Belletristik nicht unbedingt einen leichten Stand zu haben scheint. Aber spätestens ab Kapitel drei erweist sich die Autorin als große Erzählerin, die weite Bögen genauso spannen kann, wie berückende und bedrückende Einzelheiten beschreiben. Obwohl die Geschichte auf einen großen persönlichen wie geschäftlichen Verrat hinausläuft, gibt es keinen eindeutig „Bösen“. Die Verstrickungen der Beteiligten in die historischen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse des Landes werden so plausibel und nachvollziehbar beschrieben, dass individuelle Verurteilungen gar nicht erst entstehen. Wunderbar beschrieben sind insbesondere die auf Liebe beruhenden Beziehungen der meisten der Beteiligten, seien diese in der Tradition des Landes und seiner Kultur verwurzelt oder, insbesondere die von Vätern zu ihren Töchtern, von dieser auf eine angenehme und verständnisvolle Weise abweichend. Im Rahmen der aktuellen Islamdebatten wird ja, eher selten, auch immer wieder mal darauf hingewiesen, dass es in Indonesien einen liberalen, fast aufgeklärten Islam gibt. Hier wird er beschrieben und nachvollziehbar gemacht. Der Roman spielt nicht mit der Gefühlsklaviatur der Leser, sondern beschreibt Gefühle als etwas, was man hat wie Hunger oder Durst. Gerade dadurch ist ihre Darstellung realistisch und kann auch bei Männern in die Nähe der einen oder anderen Träne führen, der man(n) sich nicht zu schämen braucht. Für unseren Kulturkreis inzwischen ungewöhnlich geworden ist die Beschreibung des Rauchens als positive sinnliche und kommunikative Erfahrung. Damit bringt der Roman die Erinnerung daran zurück, dass es eher der Tabak als (im weitesten Sinne) Kulturpflanze ist, der Flügel verleiht, als das ungesunde Kaltgetränk, das seit einigen Jahren hier im Westen behauptet, dies zu tun. Jedem, der an Literatur über unseren engeren Kulturkreis hinaus interessiert ist, uneingeschränkt zu empfehlen. Joachim Tiele

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    • 2
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    26. November 2015 um 16:47
  • Bei dieser Lektüre raucht einem der Kopf ...

    Das Zigarettenmädchen
    StMoonlight

    StMoonlight

    13. November 2015 um 15:13

    Trotz der Geschichte des Romans scheint es in erster Linie um die Rauchkultur Indonesiens zu gehen, denn immer wieder wird der Leser stille Zeuge zwischen Diskussionen wie z.B.: Warum wurden Nelkenzigaretten ursprünglich für Asthmatiker angepriesen? Werden Nelkenzigaretten durch den Speichel eines hübschen Mädchens schmackhafter? Auch Bilder gibt es, nämlich von den (selbst hergestellten) Zigarettenpäckchen. Die Bilder sind ganzseitig und stellen sehr gut die Veränderung im Laufe der Zeit dar. Zumindest diese Entwicklung fand ich sehr interessant – und natürlich auch wie viel Arbeit und Herzblut die Männer in ihre Ideen gesteckt haben. Sehr verwirrend werden schnell die indonesischen Begrifflichkeiten. Da ich „Das Zigarettenmädchen“ als Ebook las, nutzte ich für diese die enthaltene Suche (über Wikipedia). Leider fast immer erfolglos. Erst am Ende des Buches fand ich einen Anhang mit sämtlichen Begrifflichkeiten. Hier hätte ich mir eine Verknüpfung direkt an den entsprechenden Textstellen gewünscht. Der Schreibstil ist erzählerisch, aber leider – trotz viel wörtlicher Rede – sehr trocken. Es kostete mich viel Mühe weiter zu lesen… Ich durfte dieses Buch im Rahmen einer Leserunde kennenlernen. Leider konnte ich es nicht lieben lernen.  Zwar ist die Geschichte an sich gut erzählt und auch der Grundgedanke ist sehr interessant, aber so recht wollte ich mit diesem Roman nicht warm werden. Die vielen verschiedenen Namen und Beschreibungen innerhalb des Textes, dem ich nicht über die Ebookreader auf den Grund gehen konnte, störten mich zu sehr. Auch wollte keine rechte Spannung aufkommen. Wer weiß, vielleicht liegt es einfach daran, dass ich Nichtraucherin bin!?

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  • Familiengeschichte, Rauchkultur, indonesische Zeitgeschichte und eine Suche

    Das Zigarettenmädchen
    krimielse

    krimielse

    "Ein verrauchtes Indonesisches Buddenbrooks" im Klappentext des Buches hat mich zu dieser Geschichte gelockt und ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch erzählt auf absolut liebenswerte und pragmatische Weise eine wundervolle Geschichte über Rauchkultur und Zigarettenfabrikation, über zwei Familien, deren Wege Jahrzehnte miteinander verknüpft sind, und über Liebe und Eifersucht vor dem Hintergrund indonesischer Geschichte ab dem Ende der holländischen Kolonialherrschaft während des zweiten Weltkrieges bis in die heutige Zeit. Schwerkrank und im Delirium wispert ein indonesischer Zigarettenfabrikant den Namen einer Frau, was bei seiner Ehefrau Wut und bei seinen drei Söhnen Bestürzung und Neugier auslöst. Daraufhin begeben sich die drei ungleichen Brüder von Jakarta aus ins Herz Javas auf der Suche nach der geheimnisvollen Frau, nach der Vergangenheit und nach einem Familiengeheimnis. Sie stoßen gemeinsam mit dem Leser auf eine spannende Geschichte von Liebe, Eifersucht, von Verrat und Leid und von großen Hoffnungen und Unabhängigkeitswillen. Als Ausgangspunkt am Ende der holländischen Kolonialherrschaft steht ein schönes und kluges Mädchen, in das sich zwei junge Männer verlieben. Einer der beiden kann sie für sich gewinnen, indem er Lesen und Schreiben lernt und eine eigene Zigarettenfabrikation aufbaut. Der andere ist eifersüchtig und versucht, seinen ehemaligen Freund in der Herstellung von Nelkenzigaretten zu kopieren und zu übertrumpfen. Daraus entspinnen sich die Familiengeschichten zweier Zigarettendynastien vor dem Hintergrund japanischer Invasion, Unabhängigkeitsbestrebung, Putsch und Kommunistenverfolgung in Java. Eine besondere Rolle nimmt im Buch die Rauchkultur Indonesiens ein, alle handelnden Personen sind große Zigarettenliebhaber und Kenner verschiedener Marken der traditionellen Nelkenzigaretten. Es wird darüber sinniert, ob eine Zigarette durch den süßen Speichel eines schönen Mädchens schmackhafter wird oder warum Nelkenzigaretten ursprünglich als für Asthmatiker geeignet angepriesen wurden. Werbeslogans für Zigaretten aus verschiedenen Zeiten und Zeichnungen von Etiketten der einzelnen Zigarettenmarken der beiden Familiendynastien geben ein für mich herrlich schräges Bild ab. Am Ende der Geschichte wird durch die drei Brüder ein großer Verrat aufgedeckt, aber auch das wertungsfrei und pragmatisch, so daß man als Leser keiner der handelnden Personen die Schuld an diesem zurückliegenden Ereignis zuweisen mag. Im Gegenteil, die Erkenntnis bewirkt Großzügigkeit, wo zuvor Geschäftssinn im Vordergrund stand, und eine Annäherung sowohl der ungleichen Brüder als auch der beiden Familien. Für mich war es ein ausgesprochener Genuss, dieses Buch zu lesen. Ich habe daneben viel gelernt über Nelkenzigaretten, javanesische Kultur und Tradition und indonesische Geschichte.

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    • 5
  • modernes Märchen

    Das Zigarettenmädchen
    Rebecca1120

    Rebecca1120

    30. October 2015 um 12:31

    Die Geschichte handelt von Zigarettendynastien in Indonesien und rankt sich um das Schicksal von drei Generationen. Dasiyah (genannt Jen Yah) interessiert sich bereits sehr früh für die Zigarettenfabrik ihres Vaters, welche dieser unter vielen Widrigkeiten aufgebaut hat. Dabei entwickelt sie sehr viel Geschick. Man behauptet ihr süßer Speichel wäre beim Drehen und Schließen der Zigaretten der Grund für deren außergewöhnlichen Geschmack. Dann lernt sie Djagad kennen und lieben. Sie überredet sogar ihren Vater ihn einzustellen und als künftigen Schwiegersohn zu akzeptieren. Damit ist ihr Schicksal besiegelt …. Die Handlung ist aus zwei Perspektiven geschrieben. Einmal wird aus der Sicht des  Firmengründers, Idroes Moeria, erzählt und dann aus der Sicht der 3. Generation, durch Lebar. Der Schreibstil der Autorin lässt sich flüssig an. Ich konnte jederzeit den Mensch und die Gegenden „greifen“ bzw. mir vorstellen. Schwierigkeiten hatte ich allerdings mit den für deutsche Verhältnisse doch recht ungewöhnlichen Namen und dazu kamen dann auch noch die Nick Name. Da hatte ich stark dran zu grübeln. Als Person hat mir am besten der jüngste Spross der Djagad-Dynastie gefallen: locker das Leben nehmend, immer die eigenen Interessen im Vordergrund, aber letztendlich doch seinen Weg gehend. Der Schluss >Schuldbekenntnis und Wiedergutmachung< kommt mir allerdings eher märchenhaft und unrealistisch vor. So nach dem Motto – Ende gut, alles gut. Eine Leseempfehlung möchte ich daher nur bedingt aussprechen.

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  • Liebe, Rauch und Leid - vor großer Kulisse

    Das Zigarettenmädchen
    taniafolaji

    taniafolaji

    Die Geschichte dreier Generationen, ein großer Roman um Liebe, Maisblattzigaretten und Liebesleid: Die Idee, die Sage um das Zigarettenmädchen Roro Mendut und die jüngere Geschichte Indonesiens in eins zu packen und das episch breit zu erzählen, angereichert durch biographische Hintergründe, der Großvater von Ratih Kumala war lokaler Gewürzzigarettenhersteller, machten das Buch für mich zu einer kurzweiligen, interessanten Lektüre. Also: Liebe, Zigaretten und politische Umwälzungen in einem mir bisher fremden Land. Zwei interessant-schöne Nachmittage mit dem Zigarettenmädchen auf der Couch. Die ausführliche Rezension zum Zigarettenmädchen von Ratih Kumala auf: http://taniafolaji.com/2015/10/03/695/

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  • Wenn die Vergangenheit nicht ruht …

    Das Zigarettenmädchen
    robertina

    robertina

    27. October 2015 um 23:47

    Die Autorin Ratih Kumala sollte sich jeder merken, der an indonesischer Geschichte und Kultur interessiert ist. Sie versteht es nämlich auf sehr feinfühlige Weise, dieser Familiensaga mit Fakten und Traditionen aus ihrer Heimat einen noch höheren Wert zu verleihen, ohne sie dadurch trocken oder gar langweilig zu gestalten. Zigaretten, Liebe, Freundschaft. So könnte man dieses Buch inhaltlich zusammenfassen. Denn alles beginnt in den 40-er Jahren mit zwei Freunden, die aber bald zu größten Konkurrenten werden. Sie verlieben sich in die gleiche Frau, und damit nimmt das Drama seinen Lauf. Damit nicht genug, versuchen sie sich auch im Zigarettengeschäft ständig zu übertrumpfen. Nachwirkungen ihrer großen Konkurrenz beschäftigen in der Gegenwart drei Brüder, die gleichzeitig Erben einer großen Zigarettendynastie sind. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem Schlüssel, mit dem sie endlich ein großes Familiengeheimnis lüften können. Was sie aber letztendlich finden, ist nicht nur ein gutes Stück Familiengeschichte, nein. Auf ihrer Reise finden sie auch sich selbst und können sich endlich losmachen von aufgezwungenen oder anerzogenen Dogmen.   Ein wundervolles Leseerlebnis. Absolut lesenswert!

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  • Ein wunderbares Familienepos vor dem Hintergrund indonesischer / javanischer (Kultur-) Geschichte...

    Das Zigarettenmädchen
    Nepomurks

    Nepomurks

    27. October 2015 um 23:09

    "Das Zigarettenmädchen" erzählt uns die Geschichte zweier Freunde, die durch Liebe, Eifersucht und Neid zu Feinden werden. Die Autorin nimmt den Leser aber auch mit auf eine Reise durch die indonesische / javanische Kultur und Geschichte, insbesondere der großen Zigarettendynastien - beginnend im frühen 20. Jahrhundert bis hin zur Neuzeit. Man liest von den Besatzungszeiten, Krieg und Folter. Aber auch von indonesischem Brauchtum, Tabakkultur und (Aber-) Glauben. Die Autorin nutzt einen sehr eingänglichen und angenehmen Schreibstil. Die Zeit- und Erzählstränge wechseln häufiger, was anfangs etwas verwirrend wirkt. Die fremd klingende indonesische / javanische Sprache (Namen, Anreden, Koseformen, etc.) ist zu Beginn auch noch etwas schwierig zu lesen und zuzuordnen* - zumindest ging es mir damit so. Insgesamt war das Buch aber sehr gut zu lesen. Vor allem wohl auch, weil es bis zum Ende hin spannend blieb und zusätzlich sehr informativ war! Mich hat "das Zigarettenmädchen" von Anfang bis Ende begeistert! Deswegen auch 5 Sterne! :D *Hier hilft ein ausführliches Glossar am Ende des Buches, in dem wirklich alles ausreichend erläutert wird! :) 

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