Raul Zelik

 3,6 Sterne bei 18 Bewertungen

Lebenslauf

Raul Zelik, 1968 in München geboren, ist Schriftsteller und Politikwissenschaftler und publiziert seit vielen Jahren zu den sozialen Konflikten in Lateinamerika. Bis 2013 lehrte er als Associate Professor an der Nationaluniversität Kolumbiens in Medellín. Seit 2016 ist er Mitglied im Bundesvorstand der Partei Die Linke.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Raul Zelik

Cover des Buches Berliner Verhältnisse (ISBN: 9783453404854)

Berliner Verhältnisse

 (7)
Erschienen am 02.05.2007
Cover des Buches Der bewaffnete Freund (ISBN: 9783936738278)

Der bewaffnete Freund

 (2)
Erschienen am 10.05.2007
Cover des Buches Vermessung der Utopie (ISBN: 9783865057297)

Vermessung der Utopie

 (2)
Erschienen am 01.04.2015
Cover des Buches Bastard (ISBN: 9783935936255)

Bastard

 (1)
Erschienen am 01.01.2004
Cover des Buches Der Eindringling (ISBN: 9783518126585)

Der Eindringling

 (1)
Erschienen am 21.10.2012
Cover des Buches Kanaillen-Kapitalismus (ISBN: 9783518127377)

Kanaillen-Kapitalismus

 (1)
Erschienen am 11.11.2018
Cover des Buches Berlin Tropikal (ISBN: 9783936738834)

Berlin Tropikal

 (0)
Erschienen am 01.06.2013

Neue Rezensionen zu Raul Zelik

Cover des Buches Wir Untoten des Kapitals: Über politische Monster und einen grünen Sozialismus (edition suhrkamp) (ISBN: 9783518127469)
Georg333s avatar

Rezension zu "Wir Untoten des Kapitals: Über politische Monster und einen grünen Sozialismus (edition suhrkamp)" von Raul Zelik

Der "gänzlich entarteten Menschheit" ist laut des Unbewegten Bewegers nicht mehr zu helfen (Bertha Dudde, Jakob Lorber)! Hätte Zelik DESSEN Mitteilungen und Endzeit-Offenbarungen gelesen, wüßte er, daß sein "grüner Sozialismus" in dieser Menschheitsepoche keine Chance hat, v.a. nicht in der "Drangsalszeit" (Daniel, AT) bzw. in den "letzten sieben Jahren der Erde" (m.E. 2026-33)!
Georg333vor 24 Tagen

Prolog: a) S. 14: "Warum werden die Börsen, die sich wieder einmal als tickende Zeitbomben erweisen, nicht endlich geschlossen oder zumindest radikal reglementiert? Wieso ist es normal, dass wir mit Milliarden Euro Steuergeldern Großkonzerne retten, aber undenkbar, dass wir demokratisch darüber entscheiden, was, wo und unter welchen Bedingungen diese Unternehmen produzieren? Und weshalb treiben wir in einer Zeit, in der sich immer mehr Krisen nur global lösen lassen (für den Klimawandel gilt das ja genauso wie für Pandemien), den Aufbau globaler Strukturen wie der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht viel entschlossener voran?"

b1) [PH.01_049,17] So geht es, wenn Menschen, ja ganze Völker ihr geistiges Glück mit Füßen treten, nur dem Weltlichen nachhängend und am Ende, nachdem sie das Weltliche verloren haben, nicht fähig sind, sich das Geistige anzueignen. Es ist ihre eigene Schuld. – Dies ist der Grund des Erweckens [!] Meinerseits. Nicht umsonst sagte Ich: „Wenn dich ein Auge ärgert, so reiße es aus; denn es ist besser, daß du mit einem Auge in einer besseren Welt ankommst, als daß du dich mit zwei Augen der größten, geistigen Qual aussetzest!

b2) [PH.01_053,16] Ich habe bei der Schöpfung in alles, auch in das geringste Atom, Meinen Geist hineingelegt, um die Materie fähig zu machen, sich zu etwas Größerem und Höherem zu entwickeln.

b3) [PH.01_053,17] Wenn die Wesen der Schöpfung, der Vergeistigung reif, an dem Punkt angekommen sein werden, wo auch die feinste Materie noch als grob erscheinen muß, dann ist diese, mit so vielen Wundern und Schönheiten ausgestattete Welt ein zu grober Träger für das Rein-Geistige, und es muß dann die ganze Schöpfung als Wohnort den Wohnenden gemäß eingerichtet werden, was die Auflösung [!] bedingt.  https://ia800200.us.archive.org/11/items/LeopoldEngel-DasGrosseEvangeliumJohannes-Band11/GrossesEvangeliumJohannis11.pdf

1) Fazit: a) Zelik stellt in Zeiten zunehmender Entdemokratisierung, Katastrophen, "gänzlicher Entartung" (Bertha Dudde)... viele sinnvolle und notwendige Fragen! Deren richtige Beantwortung & optimales Handeln ist allerdings unmöglich, wenn man die umfangreichen Hilfen, Erläuterungen und WAHRHEITEN unberücksichtigt, ignoriert oder ungelesen läßt! Siehe v.a.  Bertha Dudde,  M Kahir und Jakob Lorber!.

b) Rationalismus & Emotionalismus sollten immer durch ausreichend bzw. möglichst viel GEIST verfeinert sein (GEISTFÜNKLEIN/GOTTESFUNKE des Herzens, siehe v.a. Max Seltmann & Meister Eckhart), was hier leider fehlt, wie auch notwendig sehr scharfe, analytisch basierte  Kritik! Siehe v.a. Rainer Mausfeld, Alex-Demirovic, Ullrich Mies, Jaroslav Langer, Collin McMahon, Alexander Christ, Noam Chomsky...!

c) Für WAHRHEITSgemäße Analyseergebnisse & Prognosen fehlt Zelik m.E. leider ausreichend Weitsicht, GEIST und GLAUBE einschließlich der Kenntnis der extrem wichtigen Offenbarungen und Endzeit-Prophezeiungen des Unbewegten Bewegers, s.v.a. Bertha Dudde,  M-Kahir und Jakob Lorber!.

Rationalität ist, GEISTIG und zahlenmäßig gesehen, die blinde und taube Untermenge von WAHRHEITEN-gefüllter Irrationalität! Auch wenn die "Welt" Das anders sieht! ;-)

d) "Global governance" (Weltdiktatur, Extrem-Totalitarismus) ist das bereits im AT der Bibel (Daniel u.A.) vorgesagte Ende der irdischen Menschheit dieser "Entwicklungsepoche", deren "letzten sieben Jahre" (m.E. 2026-33!) extrem dramatisch & katastrophal sein werden! Siehe Gerd Gutemann (j-lorber.de!), Kurt Eggenstein, Bertha Dudde,  M-Kahir! Eine neue Menschheit wird folgen wie prophezeit!

Beachtenswert
Wolfgang Streeck: "Only a Europe at peace with Russia, one that respects Russian security needs, could hope to free itself from the American embrace, so effectively renewed during the Ukrainian crisis. ("Fog of War", Wolfgang Streeck. 01 March 2022 Politics: newleftreview.org)

2) Hilfreiches
blaetter.de raul-zelik: Aufsätze
freitag.de raul-zelik: Spaniens Sozialisten wollen mit Resten der Franco-Diktatur aufräumen
zeitschrift-luxemburg.de raulzelik
die-linke.de parteivorstand/parteivorstand-2021-2022/zelik-raul

3) Rezensionen/Stimmen
suhrkamp.de
perlentaucher.de: "Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.07.2020
Rezensent Georg Sturm ist angenehm überrascht, dass der Linkenpolitiker Raul Zelik hier nicht nur für die Ablösung des Kapitalismus durch einen grünen Sozialismus plädiert, sondern auch präzise erläutert, wie eine solche Entwicklung vonstatten gehen könnte: soziale und parteipolitische Initiativen müssen sich verbünden, hat er gelernt. Zelik wirbt laut Sturm für eine "Mischung aus linkem Green New Deal, Infrastruktursozialismus und Wirtschaftsdemokratie", deren Effektivität er anhand vieler Quellen belegen und die er unterhaltsam erklären kann, lobt der Rezensent."

4) Zitate aus dem Rezensionsbuch
S. 9-10 "Auch wenn im Augenblick noch völlig unklar ist, wie groß die Folgen der Krankheit [Corona-Virus] für die Gesellschaften und die globalen Beziehungen sein werden, stellt sich die Grundfrage dieses Buchs vor dem Hintergrund der Ereignisse nur noch dringlicher. Die Ausgangsthese dieses Essays ist, dass unsere Produktions- und Lebensweise aus ökologischen und sozialen Gründen an ihre Grenzen stößt und wir über Gegenentwürfe nachdenken müssen, die über den Kapitalismus, aber auch den Sozialismus in seinen bisherigen Ausprägungen hinausweisen. Die Covid--Krise führt einem die ganze Absurdität und Zerbrechlichkeit unseres Wirtschaftssystems vor Augen.Während Billionen Dollar und Euro zur Rettung von Finanzmärkten und Konzernen bereitgestellt werden, erleben selbst die reichsten Industriestaaten den Kollaps ihrer Gesundheitssysteme. In Spanien dürfen Kinder aufgrund der Ausgangs-
sperre seit einem Monat nicht aus dem Haus, obwohl wochenlang normal weiter produziert und gearbeitet wurde, um »die Wirtschaft am Laufen« zu halten. Fast überall zeugen leer geräumte Regale davon, dass es mit den Selbstheilungskräften des Marktes in Krisenmomenten nicht allzu weit her ist; die Schlangen vor den Waffengeschäften in den USA geben einen Hinweis darauf, was geschieht, wenn jeder in den Mitmenschen in erster Linie Konkurrent*innen sieht. Und die in Frankreich auf den Straßen patrouillierenden Militärs sollen wohl jene Sicherheit vermitteln, welche die »schlank« gesparten Gesundheitssysteme nicht mehr gewährleisten können. Dazu kommen erdumspannend Fake News und Weltuntergangserzählungen in den sozialen Netzwerken. All das ist real. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass diese Krise einen Moment der Offenheit repräsentiert, in dem fast alles zur Disposition steht. So fürchterlich die Bilder aus den Notkrankenhäusern sind und so beängstigend der Wirtschaftskollaps eines schlagartig deglobalisierten Kapitalismus erscheinen mag, sollten wir uns doch auch vergegenwärtigen, dass vieles an der Situation durchaus ermutigend ist. Überall in der Welt werden die größten Einschränkungen des Soziallebens akzeptiert, um die Schwächsten zu schützen, das heißt, die medizinische Versorgung derjenigen zu
ermöglichen, die wegen ihres Alters oder aufgrund von Vorerkrankungen auf die Intensivstation müssen. »Flatten the curve« bedeutet ja eben nicht das Recht des Stärkeren, sondern Solidarität, denn in der Sprache des Marktes wären die Alten und Kranken nur ein lästiger Kostenfaktor«. Die Tatsache, dass die Gesellschaft dem Markt zumindest für einen Augenblick einmal Paroli bietet, ist keine Kleinigkeit.
Auch die Maßnahmen, die viele Regierungen bisher ergriffen haben, tragen immerhin dazu bei, den politischen Vorstellungshorizont wieder ein wenig zu öffnen. Sicher – ein Großteil der Billionen Euro und Dollar wird auch diesmal ausgeschüttet, um Banken und Konzerne, also in erster Linie superreiche Shareholder vor einem Vermögensverlust zu schützen. Aber plötzlich werden wirtschafts- und sozialpolitische Positionen vertreten, die noch wenige Tage zuvor als sozialistisches Teufelszeug galten: Neoliberale Börsenexpert*innen plädieren für die Verstaatlichung von Unternehmen (um sie vor ausländischen Übernahmen zu schützen), Finanzminister setzen die schwarze Null außer Kraft, die EU -Kommissionspräsidentin von der Leyen hält jene europäischen Staatsanleihen auf einmal für denkbar..."

S. 12-14: "Walter Benjamin hat in einer Vorarbeit zu seinen geschichts-philosophischen Thesen einst den Satz notiert, Revolutionen
seien gar nicht, wie Marx meinte, die Lokomotive der Weltgeschichte, sondern der Griff des »im Zug reisenden Men-
schengeschlechts nach der Notbremse«. 2 Dass der Zug kurzzeitig zum Halten gekommen ist, alle Regeln und Vereinba-
rungen plötzlich zur Disposition stehen und wir beobachten, wie vieles auch ganz anders sein könnte, eröffnet Mög-
lichkeiten. Zum Schlechteren wie zum Besseren.
Es gibt unzählige Gründe, sich Sorgen zu machen. Die
Schließung von Grenzen befeuert den Nationalismus, die Un-
terbrechung der globalen Wertschöpfungsketten kann zur
Herausbildung von Regionalblöcken führen, die dann schon
bald militärisch um Märkte und Rohstoffe kämpfen werden,
in Südeuropa droht die schlimmste Wirtschaftskrise der Ge-
schichte, und die Gesundheitssysteme im globalen Süden
werden die schweren Fälle dieser Pandemie gar nicht erst ver-
sorgen können.Wir erleben, wie Menschen Psychosen ausbil-
den, Hamsterkäufe machen, nur an sich selbst denken. Aber
auch das Gegenteil: Gesundheitsarbeiter*innen, die alles ge-
ben, obwohl sie Gefahr laufen, sich selbst anzustecken und
zu sterben, Menschen in Quarantäne, die vom Balkon aus
abendlich den Pfleger*innen und Ärzt*innen applaudieren
oder sich zum Singen am Fenster verabreden, und bürger-
liche Politiker*innen, die auf einmal die Stärkung des öffent-
lichen Gesundheitssystems als politische Priorität für sich
entdecken.
Wenn es einen Lichtblick gibt, dann ist es der Charakter
der von der Pandemie aufgeworfenen Fragen: Warum stehen öffentliche Infrastrukturen wie das Gesundheitswesen eigentlich nicht im Mittelpunkt jeder ökonomischen Theorie, wenn sie doch offenbar die Grundlage unseres Lebens garantieren? Wieso werden Krankenpfleger*innen, Kassierer*innen und Transportarbeiter*innen nicht »systemrelevant« bezahlt, wenn ohne sie nichts geht? Weshalb werden die ganzen Markttheorien nicht endlich ins Reich der Ideologie verwiesen, wenn der Markt in jedem schwierigen Moment Panikkäufe und Warenknappheit produziert?

Warum werden die Börsen, die sich wieder einmal als tickende Zeitbomben erweisen, nicht endlich geschlossen oder zumindest radikal reglementiert? Wieso ist es normal, dass wir mit Milliarden Euro Steuergeldern Großkonzerne retten, aber undenkbar, dass wir demokratisch darüber entscheiden, was, wo und unter welchen Bedingungen diese Unternehmen produzieren? Und weshalb treiben wir in einer Zeit, in der sich immer mehr Krisen nur global lösen lassen (für den Klimawandel gilt das ja genauso wie für Pandemien), den Aufbau globaler Strukturen wie der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht viel entschlossener voran?

Warum bauen wir keine globalen Gesundheits- und Umweltministerien auf, die nicht von Nationalregierungen ernannt, sondern durch eine demokratische Wahl aller Weltbürger*innen bestimmt werden? Oder umgekehrt: Wenn es zu utopisch ist, solche globalen Struktu-
ren jenseits der Nationalstaaten aufzubauen, warum gelingt es uns dann seit Jahrhunderten, globale Wirtschaftskreisläufe zu organisieren? Wäre es nicht andersherum viel erfolgversprechender: mehr globale Demokratie, weniger globalisierte Produktionsketten? Eine für Menschen offene Lokalisierung der Ökonomie?"


Cover des Buches Der bewaffnete Freund (ISBN: 9783936738278)
glasperlenspiel13s avatar

Rezension zu "Der bewaffnete Freund" von Raul Zelik

Raul Zelik "Der bewaffnete Freund"
glasperlenspiel13vor 11 Jahren

Den Schriftsteller Raul Zelik habe ich letztes Jahr aufeiner Lesung in Frankfurt kennengelernt. Damals stellte er sein aktuelles Buch "Der Eindringling" vor, hatte aber auch noch ältere Titel im Gepäck und so entdeckte ich seinen 2007 erschienen Roman "Der bewaffnete Freund".

Die Geschichte eines Deutschen, der mit einem abgetauchten und gesuchten Basken befreundet ist, fesselte mich sofort. Nach der Lesung und einer näheren Beschäftigung mit der Person Raul Zelik war mir bewusst, dass das Buch eine gewisse Brisanz in sich bergen wird. Wie sehr es mich jedoch aufwühlte, war mir nicht klar. Hoch politisch und polarisierend thematisiert Zelik viele aktuelle Problematiken der heutigen europäischen Gesellschaft: Die Einwanderung der afrikanischen Völker über das Mittelmeer, die ausufernde Gewalt im Baskenlandkonflikt, die Frage nach kultureller und völkerrechtlichen Identität im immer stärker werdenden Europa. Das (meist positiv besetzte) klischeebehaftete Spanien a lá Olé, Stierkampf, Sonne, Flamenco, Wein und Oliven bekommt in diesem Zusammenhang einige wohltuende Risse:

"Spanien" fahre ich fort " hat nie mit der Diktatur gebrochen. Der König wurde von Franco eingesetzt und auch das erst, nachdem Zubietas Organisation Carrero Blanco, den ursprünglichen vorgesehenen Nachfolger, umgebracht hat. Die Verfassung wurde in der Region bei einem Referendum genauso abgelehnt wie der Eintritt in die NATO. Kein Franquist kam je ins Gefängnis, auf den Polizeiwachen wird heute noch gefoltert, und wenn es in den letzten Jahren eskalierte, hat man immer wieder damit gedroht die Panzer aus den Kasernen zu holen."

Kurz zur Geschichte selbst: Alex, wissenschaftlicher Mitarbeiter und in Berlin lebend, erhält den Zuschlag für ein Forschungsprojekt an der Universität von X (Die größte Stadt des Baskenlandes Bilbao wird im Roman konsequent X genannt). Er kennt die Stadt und die Umgebung sehr genau, da er zu Jugend- und Studentenzeiten viele Sommer in der Gegend verbracht hat. Dort machte er auch die Bekanntschaft mit Zubieta. Schon damals engagierte sich dieser für die Unabhängigkeit des Baskenlandes und befreite einen sehr bekannten baskischen Schriftsteller aus dem Gefängnis. In diesem Zusammenhang musste er aus Europa fliehen und nach Lateinamerika flüchten. Die Freundschaft mit Alex blieb aber über die Jahre bestehen. Nun sind beide zurück. Der eine mittlerweile Kopf der verbotenen Organisation, der andere auf dem besten Weg eine wissenschaftliche Karriere einzuschlagen. Alex wird über einen geheimen Kontakt Zubietas angesprochen. Seine Bitte: Alex soll Zubieta durch halb Spanien zu einem bestimmten Treffpunkt fahren. Die Reise gestaltet sich zu einer rasanten Fahrt durch das aktuelle Spanien, getragen von Fragestellung: Was macht eine Freundschaft aus und was hält sie aus?

Neben den gesellschaftlichen brisanten Sachverhalten und den Motiven der Freundschaft nimmt sich Zelik aber auch der komplexen wie emotionsgeladenen Thematik der Sprache (insbesondere des Baskischen) an. Dazu ein Interview mit dem bekannten Schriftsteller Bernado Atxaga, das im Buch wieder gegeben wird:

"Der Schriftsteller wird gefragt, warum er so viel Energie in die längst nicht mehr verbotene, nur noch überflüssige Sprache investiert.
 INTERVIEWER: ... mir wäre es, angenommen, ich könnte das Englische gut genug, egal, meine Muttersprache aufzugeben und ins Englische zu wechseln.
 ATXAGA:  Es kommt selten vor, dass jemand die Sprache, mit der er groß geworden ist, aufgibt. Da geht es um affektive, familiäre Dinge. Wenn Sie mir sagen, dass Ihnen die Beziehung zu Ihren Freunden nicht wichtig ist, mag das stimmen. Ich bin alt genug, um zu wissen, dass so etwas vorkommt. Aber genauso akzeptabel ist es, wenn es jemand anderem nicht so geht. Es gibt Menschen, die wegen einer Liebe 2.000 Kilometer reisen, während andere nicht einmal 1.000 Kilometer gehen würden.
Ich hatte vor kurzem Besuch von einem Schriftsteller, der als einer der renommiertesten englischsprachigen Autoren gilt, obwohl seine Muttersprache nicht Englisch ist. Warum schreibt er auf Englisch? Weil er aus einem Land der Peripherie stammt, und es einen Unterschied macht, ob du deine Autorenrechte in Dollars oder in namibischen Kronen beziehst. Dahinter steckt eine Machtbeziehung - zwischen Nord und Süden, zwischen Reich und Arm. Und dabei glaube ich nicht, dass eine Sprache eine transzendentale Angelegenheit ist. In ihr spiegelt sich kein verborgenes kollektives Bewusstsein, keine festgeschriebene Andersartigkeit. Es ist einfach eine Sprache, die man gerne spricht. Mehr nicht."

Immer wieder bindet Zelik Rückblicke aus der spanischen/europäischen Geschichte ein und gibt interessante Einblicke in das aktuelle spanische Konstrukt. Alex wird als Mensch mit all seinen Fehlern, Gefühlen und Ängsten sehr genau gezeichnet.
Mich hat die Radikalität der Aussagen teilweise überrascht aber auch zum Nachdenken gebracht. Solch Lektüre wünscht man/frau sich mehr und ich bin froh, dass ich dieses Buch für mich entdeckt habe.

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