Rawi Hage Als ob es kein Morgen gäbe

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Inhaltsangabe zu „Als ob es kein Morgen gäbe“ von Rawi Hage

Die Freunde Bassam und George, genannt De Niro, wachsen im vom Krieg zerstörten Beirut auf. Sie werden Teenager mit zu langen Haaren, kiffen, saufen und drehen krumme Dinger. Doch ihre Leben driften unweigerlich auseinander – De Niro schließt sich der christlichen Miliz an, während Bassam nur noch an eines denkt: wie er dem Bombenregen entkommen kann. Doch plötzlich ist nicht mehr der Krieg sein größter Feind, sondern sein Freund De Niro …

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  • Zehntausend Bomben

    Als ob es kein Morgen gäbe
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    11. June 2014 um 18:17

    "Zehntausend Bomben waren eingeschlagen, und ich wartete auf George." So beginnt Rawi Hages Roman, der zur Zeit des Libanonkrieges 1982 in Beirut spielt. Und so lakonisch bewegen sich die beiden Freunde Bassam und George in diesem allgegenwärtigen Krieg. Sie sind jung, übermütig, "halbstark", treiben nicht immer ganz saubere Geschäfte, stellen den Frauen nach, nehmen Drogen. Doch immer wieder stoßen sie an die engen Grenzen, die ihnen ein Land im Kriegszustand, eine in christlichen Osten und palästinensischen Westen geteilte Stadt zieht. Als nach seinem Vater auch seine Mutter bei einem Bombenangriff stirbt, ist für Bassam klar: Er muss hier endlich raus, seine Träume von einer Flucht nach "Roma" verwirklichen. George geht einen anderen Weg, verstrickt sich immer mehr in den Krieg, wird Teil der christlichen Milizen, die ihr Geld mit äußerst unsauberen Mitteln machen und mit den Massakern in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila einen schrecklichen Höhepunkt erreichen. War der Krieg zu Beginn noch eine Art Abenteuerspielplatz für die Jugendlichen, ist er nun blutiger Ernst, dem auch die Freundschaft der beiden nicht standhalten kann. Rawi Hage schildert diesen Kriegsalltag dringlich, in radikaler Sprache, die sowohl lakonisch als auch hochpoetisch sein kann. Er verwendet originelle Metaphern und scheut auch nicht das Pathos. Dabei erzählt er aber so atemlos und dicht, mit schnellen Schnitten und sehr visuell, dass sich das Ganze fast wie ein Thriller liest. Hage betreibt keine Analyse des Geschehens, die Frage von Schuld und Unschuld spielt kaum eine Rolle, zentrale Fragen, auch die psychologische Entwicklung der Protagonisten betreffend, bleiben offen. Mit Bitterkeit und auch ein wenig lakonischem Humor wird die Ausweglosigkeit und Verzweiflung deutlich. "DeNiro´s game", so der Originaltitel, spielt auf das Russische Roulette an, das der Schauspieler Robert DeNiro in einem seiner Filme spielt, DeNiro ist auch der Spitzname, den George trägt. DeNiro´s game wird auch die Freundschaft von Bassam und George beenden und schafft zudem eine Verbindung zum stark filmisch geprägten Stil des Romans. Schade, dass der Originaltitel mal wieder nicht beibehalten wurde.

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  • Rezension zu "Als ob es kein Morgen gäbe" von Rawi Hage

    Als ob es kein Morgen gäbe
    sabatayn76

    sabatayn76

    17. May 2011 um 21:20

    Beirut Hal Zarafat? Hintergrund: Beirut galt einst als das 'Paris des Nahen Ostens', bevor es während des libanesischen Bürgerkrieges (1975-1990) und schließlich im Verlauf des Libanonkrieges 2006 bombardiert und zu großen Teilen zerstört wurde. Inhalt: Bassam und sein Freund George leben in Beirut und ergaunern sich Geld, während die Stadt mehr und mehr zerstört wird und Unzählige bei Bombardements sterben. Bassam träumt von Rom, wo seiner Meinung nach die Welt noch in Ordnung ist und das Glück wartet. George schließt sich einer christlichen Miliz an und zieht in den Krieg. Aus den alten Freunden werden schließlich Todfeinde. Mein Eindruck: Ich brauchte verhältnismäßig lang, bis ich mich richtig in das Buch eingelesen hatte. Der Autor macht es dem Leser nicht sehr einfach, verwendet häufig sehr lange Sätze, benutzt zahlreiche Metaphern. Man kann das Buch nicht schnell überfliegen - und genau das soll man auch nicht. Jeder Satz, jedes Wort beschreibt die dunkle Kulisse des Krieges, der Bomben, des Todes, der zahlreichen Verluste. Und doch kommt es noch schlimmer, und zur Kriegsstimmung kommen noch ganz persönliche Katastrophen hinzu: Verrat, Drogen, Erbarmungslosigkeit, politische Gewalt, Habsucht, verletztes Vertrauen, Hoffnungslosigkeit, Trostlosigkeit. Mein Resümee: 'Als ob es kein Morgen gäbe' beschreibt eine politische und persönliche Apokalypse. Wie eine große schwarze Wolke breitet sich das Grauen über Beirut, über die Protagonisten und über den Leser aus. Keine leichte Kost, aber nachhaltig, bewegend und wachrüttelnd. Empfehlungen: Wer sich für Nahost und Belletristik mit politischem Hintergrund interessiert, sollte Yasmina Khadra lesen. Besonders empfehlen kann ich 'Die Schwalben von Kabul', 'Die Lämmer des Herrn' und 'Die Sirenen von Bagdad'.

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  • Rezension zu "Als ob es kein Morgen gäbe" von Rawi Hage

    Als ob es kein Morgen gäbe
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. October 2010 um 22:49

    Dieses Buch hat mir den Atem geraubt, es hat mich mit seiner Poesie schwindlig gemacht und hielt mich von der ersten bis zur letzen Seite gefangen. Die Sprache des Buches ist authentisch, schrecklich, poetisch, unbeschreiblich. Ich kann mich nicht erinnern wann ich das letzte Mal ein sprachlich so geniales Buch gelesen zu habe. Weil ich es nur schwer beschreiben kann, habe ich hier für euch die erste Seite abgetippt: Zehntausend Bomben waren eingeschlagen, und ich wartete auf George. Zehntausend Bomben waren auf Beirut, die übervolle Stadt, gefallen, und ich lag auf einem weissen Schonbezug auf einem blauen Sofa, dem weder Staub noch der Dreck meiner Füsse etwas anhaben konnten. Ich muss hier weg, dachte ich. Bei meiner Mutter lief das Radio. Es lief schon seit Anfagn des Krieges, mit Batterien von Rayovac, die zehntausend Jahre halten sollten. Das Radio meiner Mutter war in löchrig grünes Plastik gehüllt; Küchenfinger hatten ihre Spuren hinterlassen, und der Staub war in die Drehknöpfe gedrungen, die das Gehäuse bekränzten. Was auch passiert Fairuz' melodische Lieder hörten niemals auf. Nicht vor dem Krieg wollte ich fliehen, sondern vor Fairuz, der berühmt-berüchtigten Sängerin. Der Sommer war da und mit dem Sommer die Hitze. Die nahe Sonne verbrannte das Land, heizte unser Dach auf, bis die Wohnung kochte. Christliche Katzen schlenderten lässig durch die schmalen Gassen unter unserem weissen Fenster, ohne vor einem schwarz gewandeten Priester das Knie zu beugen, ohne sich auch nur ein einziges Mal zu bekreuzigen.

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  • Rezension zu "Als ob es kein Morgen gäbe" von Rawi Hage

    Als ob es kein Morgen gäbe
    philine

    philine

    02. July 2010 um 17:25

    Es geht um zwei Jungen, die ihren Überlebenskampf im libanesischen Bürgerkrieg führen. Sie sind eigentlich beste Freunde - bis sich George einer christilichen Miliz anschließt und brutal wird. Bassam will nach Frankreich flüchten. Das besondere an dem Buch ist, dass es "echt" ist. Die Ich-Perspektive macht viel aus und auch dass der Autor weiß wovon er spricht/schreibt, weil er selber dabei war. ... nominiert für den Landshuter Jugendbuchpreis 2010. :) -> Gruppe: Auserlesen - Landshuter Jugendbuchpreis

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  • Rezension zu "Als ob es kein Morgen gäbe" von Rawi Hage

    Als ob es kein Morgen gäbe
    mezzomix

    mezzomix

    13. April 2009 um 13:38

    Eine sehr spannende, ehrliche und mitreissende Geschichte aus dem Beirut zur Zeit des Bürgerkrieges. Der Autor schafft es die Beschreibung der schrecklichen Kriegswirren mit einer sehr literarischen Geschichte zu verweben in der Gewalt, Hass, Krieg, Liebe, Freundschaft und Famile ihren Platz haben. Sehr Lesenswert!

  • Rezension zu "Als ob es kein Morgen gäbe" von Rawi Hage

    Als ob es kein Morgen gäbe
    asita

    asita

    12. April 2009 um 08:50

    mein erster eindruck aus einer rezension:

    "Du bist ein Mörder. Ich weiß es. Den alten Mann und seine Frau hast du auch auf dem Gewissen. Du warst immer schon ein Mörder. WIR waren Mörder, Bassam, sagte George. Er sah mich an und wiederholte: WIR waren Mörder.
    Zehntausend Küsse können Bomben nie aufwiegen."