Ray Bradbury Das Böse kommt auf leisen Sohlen

(48)

Lovelybooks Bewertung

  • 55 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 8 Rezensionen
(12)
(25)
(9)
(2)
(0)

Inhaltsangabe zu „Das Böse kommt auf leisen Sohlen“ von Ray Bradbury

Eines Nachts kommt heimlich und verstohlen ein Jahrmarkt in eine kleine Stadt in Illinois und schlägt seine Zelte auf. William »Bill« Halloway und James »Jim« Nightshade, zwei Jungs aus der Stadt, spüren als Erste, dass mit dem Jahrmarkt etwas nicht geheuer ist. Sie entdecken das dunkle Geheimnis eines Karussells, das auf zerstörerische Weise in das Leben der Fahrgäste eingreift. Ihre Entdeckung bleibt nicht unbemerkt: Auf leisen Sohlen, aber unerbittlich werden die Jungen vom Bösen verfolgt und in die Enge getrieben.

Bradburys Schreibstil ist noch immer einzigartig und eine Quelle der Inspiration.

— GuidoVobig

Eine überaus bildhafte und metapherschwangere Sprache, dabei ein Grauen, das unweigerlich zunimmt. Bradbury als der Vater des Horrorromans?

— LitteraeArtesque

Die Zahl der metapherlastigen Bilder erschlägt das Böse ein wenig...

— parden

Am Anfang schöne gruselige Atmosphäre, zunehmend surreal, ab dem zweiten Teil konnte mich die Geschichte nicht mehr wirklich überzeugen.

— Apfelgruen

Neben "Es" und "Sommer der Nacht" ein Hammer Coming-of-Age Horror Roman. Sollte jeder gelesen haben!

— Power86

Das Buch hat mich, als ich 14 Jahre alt war gerettet und in die Böse" Erwachsenenwelt herübergehoben. Blue Velvet in Buchform!

— rallus

Stöbern in Fantasy

Coldworth City

Die Idee war wirklich super. Aber da die Geschichte so kurz ist, hat es einiges an Spannung und Tiefe eingebüßt. Schade.

Ywikiwi

Die magische Pforte der Anderwelt (Pan-Spin-off)

Eine schöne Geschichte, nur konnte sie mich nicht so ganz erreichen.

Lila-Buecherwelten

Riders - Schatten und Licht

Es hatte gute Ansätze & das Thema ist spannend. Jedoch fand ich es etwas langwierig, weil es mir repetitiv vorkam & manches übertrieben war

schokigirl

Ewigkeitsgefüge

Tolle Charaktere, Habdlung aber leider sehr schleppend. Da hätte man mehr draus machen können! 3,5/5

Weltenwandlerin98

Die Chroniken der Verbliebenen - Der Kuss der Lüge

Tolles Buch!!!

SandysBunteBuecherwelt

Gwendys Wunschkasten

Eine wirkliche Kurzgeschichte, die eher in eine Kurzgeschichtensammlung Kings gepasst hätte.

Schwamm

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Verlockungen...

    Das Böse kommt auf leisen Sohlen

    parden

    11. January 2017 um 23:35

    VERLOCKUNGEN... Eines Nachts kommt heimlich und verstohlen ein Jahrmarkt in eine kleine Stadt in Illinois und schlägt seine Zelte auf. William »Will« Halloway und James »Jim« Nightshade, zwei Jungs aus der Stadt, spüren als Erste, dass mit dem Jahrmarkt etwas nicht geheuer ist. Sie entdecken das dunkle Geheimnis eines Karussells, das auf zerstörerische Weise in das Leben der Fahrgäste eingreift. Ihre Entdeckung bleibt nicht unbemerkt: Auf leisen Sohlen, aber unerbittlich werden die Jungen vom Bösen verfolgt und in die Enge getrieben. "Eines Jahres begann Allerheiligen schon am 24. Oktober, drei Stunden nach Mitternacht. In diesem Jahr war James Nightshade (...) dreizehn Jahre, elf Monate und dreiundzwanzig Tage alt. William Halloway von nebenan war dreizehn Jahre, elf Monate und vierundzwanzig Tage alt. Beide streckten ihre Hände nach dem vierzehnten Geburtstag aus und spürten ihn fast schon leise zitternd zwischen ihren Fingern. Das war jene Woche im Oktober, in der sie über Nacht erwachsen wurden, in der das Jungsein ihnen entglitt..." Obwohl die beiden Jungen fast auf den Tag genau gleich alt sind und beste Freunde noch dazu, sind sie von ihrer Wesensart her komplett verschieden. Jim ist der, der Angst hat, das Leben zu verpassen - immer vorneweg und ohne Furcht vor irgendetwas, doch mit viel Sehnsucht nach dem, was da noch kommen mag. Will dagegen ist der, der nachdenkt, der träumt, der innehält - doch er läuft mit Jim, um ihn nicht zu verlieren. Heimliche nächtliche Ausflüge sind an der Tagesordnung, der Weg durchs Fenster statt durch die Tür ist Ehrensache. Beide Jungen treiben aufs Erwachsenwerden zu, doch während Jim es kaum abwarten zu können scheint, tastet sich Will eher vorsichtig heran. Als ein Blitzableiterverkäufer in die kleine Stadt kommt, erfasst eine erste dunkle Ahnung die Jungen. Und der unterschiedliche Charakter der beiden offenbart sich einmal mehr: während Will darauf besteht, den Blitzableiter am Haus zu befestigen, wagt Jim das Spiel mit dem Feuer und reißt ihn wieder ab. In derselben Nacht kommt unerwartet ein alter Zirkus in die Stadt. Die Jungen wachen bei dessen Ankunft auf und beobachten die dunklen Schatten, die den Zirkus aufzubauen scheinen. Doch tagsüber scheint alles normal... "Ein Jucken spür' ich, ganz verstohlen, Das Böse kommt auf leisen Sohlen." Shakespeare Der Zirkus zieht die Menschen magisch an, mit seinen Karussells, seinen Attraktionen, seinen Monstrositäten. Doch Jim und Will spüren, dass hier das Böse Einzug hält. Unsichtbar für jeden, nur nicht für die empfindsamen, vibrierenden Seelen der Heranwachsenden. Aber werden sie sich der Gefahr erwehren können? Oder auch nur wollen? Denn die Verlockungen sind groß... Bei Ray Bradbury kommt das Grauen nicht zähnefletschend und bluttriefend daher. Sondern mit Zuckerwatte, Musik und verlockenden Versprechungen. Ein subtiles Gefühl von Bedrohung, von Düsternis, aber auch von Melancholie, erfasste mich immer wieder beim Lesen. Vor allem zu Beginn die 'Ruhe vor dem Sturm', die 'bleierne Stille vor dem Gewitter' - die fand ich richtig gelungen. Hier wird allegorisch eine Geschichte erzählt über das Leben, über Trauer, über Freundschaft, über Träume, über die Verbundenheit von Vätern und Söhnen und natürlich über den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, der nicht hoffnungslos sein muss. "Der Rest des Weges ging glatt, wunderbar, leicht, herrlich. Sie schwangen sich über das Fensterbrett und blieben dort eine Weile sitzen, gleich groß, gleich schwer, getönt von denselben Sternen. Sie umarmten sich mit dem Gefühl herrlicher Erschöpfung, lachten leise miteinander preßten einander die Hand auf den Mund, aus Angst, jemanden zu wecken – Gott, das Land, die Frau, die Mutter, die Hölle. Sie spürten die warem Quelle der Heiterkeit dort, blieben noch einen Augenblick so sitzen, die Augen hell und feucht vor Liebe.“ Und doch hatte ich trotz des überzeugenden Ansatzes einige Probleme mit der Lektüre. Zum einen fiel es mir schwer, mich an den doch altertümlich anmutenden Schreibstil zu gewöhnen (die Originalausgabe erschien bereits 1962 unter dem Titel 'Something Wicked This Way Comes', die deutsche Ausgabe erstmals im Jahr1969). Zum anderen gab es hier einige Schwachpunkte, die den Gruseleffekt für mich immer wieder verwischten oder unterbrachen: Ein stellenweise inflationär anmutender Gebrauch von Bildern und Metaphern war gelegentlich anstrengend zu lesen und zwang die Gedanken beim Lesen immer wieder auf die mögliche hintergründige Bedeutung zwischen den Zeilen. Langatmige Passagen philosophischer Gedankengänge und Monologe wirkten auf mich teilweise zu raumfordernd und der Spannung abträglich. Manche Szenen wirkten (alb-)traumartig und surreal und verwirrten mich damit mehr als dass sie den Gruseleffekt verstärkten. Und auch wenn am Ende das Tempo noch einmal deutlich anzog, war mir die Auflösung letztlich zu einfach, zu 'platt'. "Nein, ganz stimmte das auch nicht. Aus sich selbst heraus macht er ein Geräusch, er seufzt wie der Wind, der deine Gardinen bläht weiß wie der Atem des Schaums. Oder er macht ein Geräusch wie die Sterne, die sich in deinem Traum drehen. Vielleicht kündigt er sich auch an wie Mondaufgang und Monduntergang. Ja das ist am besten: Wie der Mond über die Tiefen des Alls segelt, so treibt ein Ballon dahin.“ Dennoch war mein erstes Buch von Ray Bradbury insgesamt eine interessante Lektüre - sein sicherlich bekanntestes Werk 'Fahrenheit 451' möchte ich auch unbedingt noch lesen. Als einer der bekanntesten und schöpferischsten Schriftsteller Amerikas hat Ray Bradbury viele seiner schreibenden Kollegen der nachfolgenden Generationen zwangsläufig beeinflusst und inspiriert. So offensichtlich auch Stephen King: Parallelen von 'Das Böse kommt auf leisen Sohlen' beispielsweise zu 'Es' lassen sich einfach nicht leugnen. Ein Buch voller Symbolik und Allegorien, das nicht immer einfach zu lesen ist, das aber den Leser fordert, in die Abgründe hinter den Zeilen einzutauchen. © Parden

    Mehr
    • 7
  • Der Zirkus kommt

    Das Böse kommt auf leisen Sohlen

    walli007

    09. January 2017 um 21:16

    Die beiden fast 14jährigen Will und Jim sind dicke Freunde. Zusammen gehen sie durch dick und dünn. Natürlich sind sie nicht immer einer Meinung, mal scheint der eine etwas erwachsener mal der andere. So langsam ist es an der Zeit von der Kindheit Abschied zu nehmen. Was kann ihnen da besseres passieren als die Ankunft eines Zirkus. Mitten in der Nacht erreichen die Wagen den Ort. Ein ungewöhnlicher Zirkus scheint es zu sein, ein unheimlicher. Doch Will und Jim lassen sich nicht abschrecken, sie wollen unbedingt sehen, was die Artisten und Menschen mit besonderen Fähigkeiten zu bieten haben. Wills Vater Charles allerdings ist etwas besorgt. Die Geschichte über die Freundschaft der beiden Jungen Will und Jim, die an der Schwelle zum Erwachsen werden auf eine harte Probe gestellt wird, fesselt und lässt einen schaudern. Schließlich handelt es sich bei den Artisten des Zirkus` um eine gar unheimliche Schar. Da ist zum Beispiel Mr. Dark, der illustrierte Mann, dessen Tätowierungen eine seltsame Lebendigkeit entfalten. Die blinde Hexe scheint durch ihre geschlossenen Augenlieder in die Seelen hinein sehen zu können. Und dieses Spiegelkabinett, das nicht alle seine Besucher wieder zum Vorschein kommen lässt, wirkt sehr unheimlich. Diese und noch mehr Besonderheiten zeichnen diesen seltsamen Zirkus aus. Warum wird der Heimatort von Will und Jim aufgesucht oder sollte man besser sagen heimgesucht. Ein Schauerroman von Ray Bradbury, der einen gefangen nimmt und bei dessen Lektüre es einen gruselt. Auch wenn man solch düstere leicht ins Horrorgenre spielende Geschichten nicht unbedingt täglich liest, kann man diesem Roman doch einiges abgewinnen. Schön beschrieben ist die Freundschaft der Jungen Will und Jim und auch die Fürsorge, die Charles sowohl seinem Will als auch Jim angedeihen lässt. Eigentlich lernt Will seinen Vater durch die Ereignisse viel besser kennen und schätzen. Und gerade diese Vertiefung der Beziehung zwischen Vater und Sohn überzeugt und regt zum Nachdenken an. Schließlich waren auch die eigenen Eltern mal was anderes als nur Eltern. Da treten die Gruselelemente fast ein wenig in den Hintergrund, obwohl es einen beim Lesen schon tüchtig schaudert.

    Mehr
  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

    Mehr
    • 1133
  • Seelendiebe

    Das Böse kommt auf leisen Sohlen

    Legeia

    05. July 2016 um 16:57

    Klappentext:Eines Nachts kommt heimlich und verstohlen ein Jahrmarkt in eine kleine Stadt in Illinois, die identisch ist mit Green Town in Bradburys autobiografischem Episodenroman Löwenzahnwein, und schlägt seine Zelte auf. William "Bill" Halloway und James "Jim" Nightshade, zwei Jungs aus der Stadt, spüren als erste, dass mit dem Jahrmarkt etwas nicht geheuer ist: Traumfiguren wandeln unerkannt unter den Bewohnern der Stadt, und nur die Jugendlichen können sie erkennen, während die Erwachsenen dem Phänomen kaum Beachtung schenken. Die heimlichen bösen Wünsche der Stadtbewohner gehen in Erfüllung, ein Karussell verwandelt Kinder in Greise und Greise in Kinder und der Jahrmarkt selbst stiehlt die Seelen der Menschen. Jim und Bill nehmen den Kampf gegen die Zirkusdirektoren G. M. Dark und J. C. Cooger auf. Hilfe finden sie in der Bibliothek, wo Charles Halloway arbeitet, Williams Vater.Der Autor:Ray Bradbury, geboren 1920 in Waukegan (Illinois). Nach dem Highschool-Abschluss verkaufte er an einer Straßenecke die Zeitschrift ›Futura Fantasia‹. Die Namen unter den Beiträgen täuschten: Geschrieben hatte Bradbury fast alles selber. 1953 erschien ›Fahrenheit 451‹, sein erster und berühmtester Roman, den François Truffaut verfilmte. Das Spektrum des »Louis Armstrong der Science-Fiction« (Kingsley Amis) reicht aber weiter, über Kinderbücher und Gedichte bis zu Drehbüchern, wie jenes zu ›Moby Dick‹ von John Huston. Ray Bradbury starb 2012 in Los Angeles. Meine Meinung:Ein unheimlicher Jahrmarkt kommt in die Stadt - morgens um drei Uhr. Zwei Jungen, Will und Jim, beobachten das Treiben, angelockt von einem merkwürdigen Ton, und sind sich bald sicher, dass dort nichts mit rechten Dingen zugeht. Sie beobachten wie ein Mann, als er rückwärts auf dem Karussell fährt, immer jünger wird. Doch ist dies überhaupt möglich? Und welchen Preis zahlt man dafür, sein jüngeres Ich, zumindest im Spiegel, wieder zu begegnen?Umgeben von Freaks und der Frage, was Realität ist oder nicht, begeben sich die beiden nachts auf einen Horrortrip, in denen sie eigentlich selig in ihren Betten schlafen müssten, denn die beiden Zirkusdirektoren Dark und Cooger haben mehr Geheimnisse, als Will und Jim lieb sein dürfte."Das Böse kommt auf leisen Sohlen" ist ein Buch, das mit Ängsten, Wünschen und Sehnsüchten gekonnt spielt.Sicher, es ist andersartig, metaphorisch und soll viel aussagen, dennoch hat mich die Geschichte nicht richtig überzeugt. Dadurch, dass sie herausstechen soll, war sie ein wenig wirr geschrieben und hat mich nur anfangs gepackt. Da hatte ich wirklich etwas Gänsehaut, die sich alsbald verflüchtigte. Ich mag Gruselromane, die auf Jahrmärkten spielen, Coming of Age-Bücher, in denen der Leser das Erwachsenwerden der Figuren begleitet. Nur hier war mir vor allem der Schluss viel zu dick aufgetragen und auch zwischendurch besaß das Buch erhebliche Längen, auch wenn die Kapitel kurz gehalten waren.Ab der Hälfte bis zum Schluss hin habe ich quergelesen, weil ich lediglich wissen wollte, wie es endet.An sich ist die Idee dahinter richtig toll, die Auflösung gut gelungen, nur der Weg dahin war beschwerlich.Der Schreibstil ist etwas besonderes, gleichzeitig an einigen Stellen ermüdend. Es gibt bestimmt Leser, die dieses Buch anpreisen und hochjubeln, ich gehöre nicht dazu.Trotzdem gebe ich 3 Sterne für den Beginn, die Gänsehautmomente und die Auflösung.

    Mehr
    • 2
  • Das Böse kommt auf leisen Sohlen

    Das Böse kommt auf leisen Sohlen

    rallus

    Es gibt Bücher, die begleiten einen das ganze Leben. Die will man jedem lieben Menschen schenken, bis man selbst das Buch nicht mehr hat und es einem erst wieder einfällt, wenn man gefragt wird, was denn die besten Bücher seien, die man je gelesen hat. Und natürlich müssen solche Bücher auch immer wieder gelesen werden. Schaffen sie es, mit den Jahrzehnten des eigenen Lebens mitzuwachsen, als Lieblingsbücher im eigenen Herzen zu verweilen? Ray Bradbury ist ein Autor den ich immer wieder lesen kann und Das Böse kommt auf leisen Sohlen eines der Bücher, die ganz oben auf dem Stapel sind, Bücher für die einsame Insel. Es ist Oktober und ist Oktober nicht die schönste Zeit für Jungen? Die Schule hat ihre Zügel schon wieder schleifen lassen und die Natur lädt zum Herumstreunen ein. William ‘Bill’ Halloway und James ‘Jim’ Nightshade, nur 5 Minuten bei ihrer Geburt getrennt und doch an verschiedenen Tagen geboren, spüren, dass der vierzehnte Geburtstag die Finger nach ihnen ausstreckt. Beide wohnen Haus an Haus, sind aber trotz ihrer Nähe sehr unterschiedlich. Jim ist der, der vorne weg läuft und keine Angst kennt. Will ist dahinter und denkt mehr, als dass er handelt. “Bei Jim war es so, dass er stets die Welt vor Augen hatte und nie den Blick abwenden konnte. Wenn man sein ganzes Leben lang niemals wegsieht, dann hat man mit dreizehn schon soviel gesehen wie andere mit zwanzig. Will Halloway war jung und blickte immer darüber hinweg oder daran vorbei. Er hatte mit dreizehn erst sechs Jahre Schauen hinter sich gebracht.” Mitte Oktober kommt ein Zirkus in die Stadt. In der Nacht kommt er und die Jungen werden von dem Pfiff der Lokomotive geweckt. Sie sehen, wie sich Schatten daran machen, das Zirkuszelt aufzubauen. Tagsüber sieht alles ganz normal aus, doch etwas spüren die beiden, etwas Böses ist mit dem Zirkus in die Stadt gekommen.Ein Jucken spür’ ich, ganz verstohlen, Das Böse kommt auf leisen Sohlen (Shakespeare) Da sind die beiden Zirkusdirektoren G. M. Dark und J. C. Cooger, die genau wissen, was sich die Jungen wünschen. Einmal älter sein. Vielleicht zwanzig oder gar einundzwanzig, groß mit Muskeln, die Welt steht einem offen. Dafür haben sie ein Karussell, das diese Wünsche ermöglicht. Eine Runde ist ein Jahr. Und es kann auch rückwärts fahren! Was würde sich Bills Vater – ein zurückgezogener Bibliothekar Anfang fünzig – nicht wünschen seine alten Knochen gegen junge einzutauschen, die Verheißung ewiger Jugend. Doch diese heimlichen bösen Wünsche werden nicht umsonst erfüllt, nichts anderes als die Seele ist der Preis. Gut zu sein ist gar nicht so einfach. “Andererseits sieht man manchmal Menschen vorbeigehen, unglücklich, bleich, niedergeschlagen – das sind zuweilen die wirklich guten Menschen. Will. Gut sein ist nämlich furchtbar schwierig. Die Menschen strengen sich an und zerbrechen dabei oft.” Doch wäre es nicht schön, wieder so jung und frei zu sein wie früher, die Leichtigkeit zu spüren, herumzutollen. “Der Rest des Weges ging glatt, wunderbar, leicht, herrlich. Sie schwangen sich über das Fensterbrett und blieben dort eine Weile sitzen, gleich groß, gleich schwer, getönt von denselben Sternen. Sie umarmten sich mit dem Gefühl herrlicher Erschöpfung, lachten leise miteinander preßten einander die Hand auf den Mund, aus Angst, jemanden zu wecken – Gott, das Land, die Frau, die Mutter, die Hölle. Sie spürten die warem Quelle der Heiterkeit dort, blieben noch einen Augenblick so sitzen, die Augen hell und feucht vor Liebe.” Die Kreaturen des Zirkus spüren die Wünsche der Kinder und machen sich auf die Suche nach den Jungs. Mit Hilfe der Staubhexe haben sie einen starken Mitkämpfer. Mit ihrem Ballon schwebt sie über der kleinen amerikanischen Stadt und erspürt die Jungen, deren Wünsche sie anziehen wie ein Magnet. Doch auch diese spüren den Ballon der Hexe. “Nein, ganz stimmte das auch nicht. Aus sich selbst heraus macht er ein Geräusch, er seufzt wie der Wind, der deine Gardinen bläht weiß wie der Atem des Schaums. Oder er macht ein Geräusch wie die Sterne, die sich in deinem Traum drehen. Vielleicht kündigt er sich auch an wie Mondaufgang und Monduntergang. Ja das ist am besten: Wie der Mond über die Tiefen des Alls segelt, so treibt ein Ballon dahin.” Bradbury kennt man als Autor von Fahrenheit 451 oder den Mars-Chroniken, mit Das Böse kommt auf leisen Sohlen hat er für mich aber ein Alltime-favourite geschrieben. Seine poetische und lyrische Art vermischt sich mit dem Bösen, Mythischen des Zirkus und seiner Gestalten und treibt mir subtil feine Gänsehaut auf die Arme. Das Buch ist voller Symbolik, Allegorien und beinhaltet so viele magische Momente, die auch 40 Jahren, nachdem ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, nicht verblasst sind. Ein einzigartiger Autor mit einem brillanten, einmaligen Buch welches Generationen von Autoren nach ihm, wie z.B. Stephen King, beeinflusst hat.

    Mehr
    • 2
  • Rezension zu "Das Böse kommt auf leisen Sohlen" von Ray Bradbury

    Das Böse kommt auf leisen Sohlen

    rallus

    08. January 2010 um 15:54

    Eines der Bücher die ich öfters gelesen, und am meisten verschenkt habe. Ein sehr atmosphärisches Buch über eine Jungenfreundschaft, das Älterwerden und die damit verbundene Trennung. Teilweise gruselig aber sehr stimmig und wunderbar dunkel melancholisch!

  • Rezension zu "Das Böse kommt auf leisen Sohlen" von Ray Bradbury

    Das Böse kommt auf leisen Sohlen

    JoK

    29. January 2009 um 23:52

    Hat ein paar sehr philosophische Kapitel voller Lebensweisheit, zum Ende hin wird es mir aber zu sehr Klischee.

  • Rezension zu "Das Böse kommt auf leisen Sohlen" von Ray Bradbury

    Das Böse kommt auf leisen Sohlen

    EdeKnievel

    18. August 2008 um 19:18

    Ein leicht schauriges Märchen, schön erzählt und spannend. Eine Geschichte über Freundschaft, das Älterwerden und die Angst davor.

  • Rezension zu "Das Böse kommt auf leisen Sohlen" von Ray Bradbury

    Das Böse kommt auf leisen Sohlen

    ArnieQ

    19. July 2008 um 16:07

    Ein wunderschönes Buch, nur hab ich's zum falschen Zeitpunkt gelesen. Dafür muss man in Stimmung sein. Die vordergründige Geschichte ist relativ trivial: Zirkus kommt in Stadt, böse Menschen machen gute Menschen tot. Die hintergründige Geschichte über Ängste, Erfahrung, Alter und Jugend ist wesentlich subtiler. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, einen Albtraum zu träumen, so liest sich das Buch. Etwas für den Winter. Mit Gruselkomponente und in einer Phase gefestigten Seelenlebens.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks