Fahrenheit 451

von Ray Bradbury 
4,1 Sterne bei582 Bewertungen
Fahrenheit 451
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (458):
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WOW! Ein Buch, dass einen auch nach dem Lesen nicht loslässt und zum Nachdenken anregt.

Kritisch (31):
Catnisss avatar

Eine gute Grundidee, die allerdings wenig erinnerungswürdig zurückbleibt. Verglichen mit anderen Zukunftsromanen nicht sehr überzeugend.

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Inhaltsangabe zu "Fahrenheit 451"

451 Grad Fahrenheit, 232 Grad Celsius: die Temperatur, bei der Bücherpapier Feuer fängt und verbrennt … In der Zukunft ist das Lesen von Büchern streng verboten, und es ist die Aufgabe der Feuerwehr, Bücher aufzustöbern und zu verbrennen. Pflichtgetreu versieht Feuerwehrmann Guy Montag seinen Dienst. Doch als er die junge Clarisse kennenlernt, ändert sich seine Einstellung, und er begeht eine folgenschwere Tat: Er liest ein Buch.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453319837
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:13.08.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 14.08.2008 bei Bbc Consumer Publishing erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    MissEmmaWoodhouses avatar
    MissEmmaWoodhousevor einem Monat
    Gesellschaftskritik mit viel Poesie.

    Fahrenheit 451 hat mich von der ersten Seite an in den Bann gerissen und bis zur letzten Seite auch überzeugt. 

    Während meiner Lektüre hatte ich das klamme, leise Gefühl, dass sich unsere heutige Welt gar nicht mehr so stark von dieser Dystopie unterscheidet. Ray Bradbury kritisierte schon damals Probleme, die in unsere Gesellschaft hochaktuell sind. 
    Der Verdruss Bücher zu lesen -  wieso auch, wenn ich mir eine viertelstündige Zusammenfassung auf Youtube anschauen kann. Wie viele junge Erwachsene meiner Generation können mit Begriffen wie "Tolstoi", "Jane Austen" oder selbst "Fahrenheit 451" noch etwas anfangen?
    Die Beeinflussung durch Medien wie der "Fernsehwand" bei Bradbury. Die Manipulation der Masse von den führenden Kräften des Staates wie bei der angeblichen Exekution von Montag. 
    Die eigentliche Faszination von diesem Buch war für mich persönlich seine Sprache. Eine Dystopie poetisch erzählt. 
    Mein Lieblingszitat: 
    "The good writers touch life often. The mediocre ones run a quick hand over her. The bad ones rape her and leave her for the flies."
    Sprachlich gesehen, hat mich das Buch, vor allem durch seinen andauernden Wechsel von leeren, platten Gespräche der Bevölkerung und poetischen Passagen überzeugt. 
    Durch die Mischung von Gesellschaftskritik mit Poesie, sind mir viele Sätze, Passagen und Anregungen im Kopf geblieben, die mich nach wie vor nachdenklich und kritisch zurücklassen.

    Ein absolut lesenswerter Klassiker!

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    Rdannyvor einem Monat
    Kurzmeinung: Bedingungslos zu empfehlender Klassiker, welcher zum Nachdenken anregt.
    Auch heute noch lesenswert

    Wer gern Dystopien liest ist hier sehr gut aufgehoben.
    Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen - die Story ist stets nachvollziehbar und schlüssig.
    Zusammen mit dem Nachwort ergibt sich hier ein vollkommen rundes Gesamtwerk.

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    BluestoneBlogs avatar
    BluestoneBlogvor 5 Monaten
    absolute Leseempfehlung für diesen Klassiker

    „451 Grad Fahrenheit oder 232 Grad Celsius - die Temperatur, bei der Papier verbrennt“ 

    Ray Bradbury malt mit seiner Dystopie eine Welt, in der Bücher verbrannt und Wissen verbannt wird. Denn wer nichts weiß, kann sich keine Sorgen machen und ist glücklich.

     Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Guy Montag, einem Feuerwehrmann, dessen neue Aufgabe es ist Bücher zu verbrennen, anstatt Flammen zu löschen. Schon dieser Widerspruch macht den Irrsinn deutlich, der hier vorherrscht.

    Gefangen im System des vermeintlichen Glücks bringt ihm eine Begegnung mit einem Mädchen dazu, die Welt und sein eigenes Glück zu hinterfragen. Seine Erkenntnisse zu verfolgen, seinen inneren Konflikt und seine Gefühlswelt, ist dabei sehr spannend.

     Nicht zuletzt liegt das an der bedrückenden Welt, die beschrieben wird. Sie ist grau, einheitlich, nur oberflächlich fröhlich ohne jeden Tiefgang, ohne dass auch nur irgendwas hinterfragt wird. Beim Lesen kommt dadurch eine gewollt unangenehme Stimmung auf, man wehrt sich gegen die leeren Gespräche, die aneinander vorbeiführen, und den rigorosen Umgang mit einem so wichtigen Gut wie das Wissen. Ich war somit gefangen zwischen einer Faszination für die Geschichte und einer Abneigung gegen diese Welt.

     Die Anzahl der Protagonisten ist hierbei auch das Nötigste beschränkt. Dadurch wurde allen einen tiefergehender Charakter verliehen, der das System und die Welt von unterschiedlichen Punkten beleuchtet. Jeder ist auf seine Weise faszinierend und spielt eine wesentliche Rolle. Genau wie die Frage, ob das menschliche Streben nach Wissen unterdrückt werden kann und was dies mit einem Menschen macht.

     Auch wenn das Buch bereits 1953 geschrieben wurde, so ist es in seiner Thematik auch heute noch aktuell. Denn der darin beschriebene Umgang mit Informationen und den Drang zur Komprimierung und Vereinfachung ist heute so präsent wie nie. Die beschriebene Entwicklung, wie es zu der dystopischen Welt gekommen ist, wirkt erschreckend einleuchtend. Denn auch wenn es einer Dytopie gleich der schlimmste eingetretene Fall ist, so ist dieser doch nachvollziehbar und gerade dadurch sehr beklemmend.

     „Fahrenheit 451“ lädt den Leser dazu ein, sich näher mit dem aktuellen Umgang mit Informationen und dem Wert von Wissen und differenzierten Denken auseinanderzusetzen. Schon dafür lohnt es sich allemal, diesen Klassiker der Literatur zu lesen.

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    Johanna_Jays avatar
    Johanna_Jayvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Science Fiction Klassiker mit bemerkenswerten Parallelen zur aktuellen Gesellschaft. Das Ende hat mir jedoch leider nicht gefallen.
    Ein absolut lesenswerter Science Fiction Klassiker

    Fahrenheit 451 ist ein absoluter Klassiker in der Science Fiction Literatur. In dem Buch wird eine Welt vorgestellt, in der die Menschheit sehr oberflächlich (Politiker werden aus optischen Gründen gewählt) und Spaß-orientiert sind. Bücher zu besitzen ist streng verboten und wird bekannt, dass jemand ein Buch besitzt wird die Feuerwehr zu ihm geschickt um das gesamte Haus zu verbrennen. Montag, der Protagonist des Buchs, ist ein solcher Feuerwehrmann und ist stolz auf sich und seinen Beruf… Zumindest zu Beginn des Buches. Nach und nach schleichen sich Zweifel in sein Bewusstsein ob die Welt so wie sie ist denn wirklich richtig ist, und vor allem, ob nicht irgendetwas fehlt. Montag beschließt nach einem längeren inneren Kampf zu ergründen warum er diese Leere verspürt und bringt sich und alles was er besitzt damit in Gefahr. 

     

    Für mich persönlich war das Buch lesenswert, weil ich es immer sehr spannend finde zu erleben welche zukünftigen Welten in Büchern erschaffen werden und wir weit, oder wie unweit wir selber von einer solchen Welt entfernen sind. In Fahrenheit 451 sind meiner Meinung nach viele interessante, und aktuelle Punkte vorhanden, wenn auch in dem Buch alles sehr überspitzt dargestellt wird.

     

    Ich fand das Buch überraschend kurzweilig und spannend, Punktabzug gibt es von mir aus dem Grund weil mir das Ende nicht zugesagt hat. Zum einen wirkte es am Ende überstürzt und für meinen Geschmack dann doch ein Stück zu unrealistisch. Genauer kann ich es leider nicht erläutern, da ich sonst zu viel vorne weg nehmen würde.

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    PMelittaMs avatar
    PMelittaMvor 5 Monaten
    Ein Klassiker, den man gelesen haben sollte

    Guy Montag ist Feuerwehrmann. Allerdings löscht er keine Feuer – da in seiner Welt der Besitz von Büchern verboten ist, ist die Aufgabe der Feuerwehr, das Verbrennen von Büchern geworden. Erst als Guy die 17jährige Clarisse McClellan kennen lernt, stellt er dieses Vorgehen in Frage.

    Eine Welt, in der Bücher verboten sind – ein Alptraum für jeden Bücherfreund. Guys Vorgesetzter behauptet, die Menschen seien selbst schuld daran, hätten sich immer mehr anderen Medien zugewandt und immer weniger gelesen. Man könnte den Roman also als Kritiker des Medienkonsums sehen, im Roman ist der größte Wunsch Mildreds, Guys Ehefrau, vier Fernsehwände zu besitzen, also einen Raum, der sie rundum beschallt. Heute gibt es massenhaft Fernsehsender, mit oft sehr fragwürdigen Programmen, jeder besitzt PC und Handy und verbringt viel Freizeit mit beiden – aber es gibt immer noch eine ganze Menge Menschen, die gerne lesen, auch wenn dazu immer öfter ein Reader benutzt wird.

    Immerhin hätten die Menschen im Roman auch einfach mit dem Lesen aufhören können, warum hat es das Regime für notwendig gehalten Bücher trotzdem zu verbieten? Mit Büchern wird auch das Denken angeregt, es vermittelt Wissen und lässt den Leser reflektieren. Wer Bücher verbietet, will also freies Denken verhindern. Dass das nicht immer gelingt, sieht man an Clarisse, aber auch an Guy selbst. Für mich ist dieser Roman daher im wesentlichen ein Plädoyer dafür, sich das Denken nicht verbieten zu lassen. Und alleine dafür ist der Roman bereits lesenswert.

    Lesenswert wird er aber auch durch seine fast schon poetische Sprache. Es ist ein Genuss, ihn zu lesen, Ray Bradbury hat wunderbare Sätze gebildet, die zusätzlich zeigen, wie schade es wäre, ohne Bücher leben zu müssen. Aber der Autor verließ sich nicht nur auf seine Sprache, er hat auch einen spannenden Roman geschrieben, den man stellenweise fast atemlos liest – auch wenn man vielleicht zunächst ein paar Seiten benötigt, um sich einzulesen.

    Für mich ist Fahrenheit 451 ein Klassiker (das Original stammt von 1953), der von jedem einmal gelesen werden sollte, ich empfehle ihn sehr gerne weiter und vergebe volle Punktzahl.

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    Shannons avatar
    Shannonvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Völlig zu Recht ein Klassiker!
    Liebeserklärung an die Bücher

    Es ist schwer eine Rezension für dieses Buch zu schreiben, da man kurz nach der Lektüre noch nicht sagen kann, wie lange es in einem nachwirkt. Und nachwirken wird es - das steht fest!
    Bradbury hat zu Beginn der 50er Jahre Dinge vorausgesehen, die heute Realität sind und bringt in diesem Buch eine der ergreifendsten Definitionen von Literatur überhaupt. Sehr beeindruckend!

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    Buchlandung_in_Muenchens avatar
    Buchlandung_in_Muenchenvor 6 Monaten
    Die Welt in Flammen

    Ich bin schwer beeindruckt von der Weitsicht des Autors. In den 1950er Jahren solche Ausmaße, wie sie heute teilweise schon vorhanden sind, so genau „vorauszuahnen“, ist schlicht bemerkenswert. In diesem kleinen Buch steckt viel Wucht, aber auch Poesie. Ich bin froh, dass ich dieses Werk jetzt erst gelesen habe. Als Schüler hätte ich das nicht schätzen gewusst. Die Geschichte spiegelt für mich das beste und das schlechteste im Menschen wieder: Neugier und Macht. Neugier fördert Wissen, Offenheit, Fantasie und Zufriedenheit. Macht fördert (häufig) Kontrolle, Unterdrückung, Zensur. Aber Wissen ist auch Macht und daran zerbrachen und zerbrechen auch heute noch Völker, Nationen und menschliche Beziehungen aller Art. All das ist in diesem Werk zu finden. Es bietet keine Lösung an, es bleibt vieles offen, aber es schafft auch Hoffnung. Es wird immer ein wichtiges und aktuelles Werk sein und bleiben. Ein Buch für die Ewigkeit.

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    Betsys avatar
    Betsyvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Dystopie, die aktueller denn je ist und zum Nachdenken anregt. Wie wichtig sind Bücher für unser Leben und was bringen sie uns bei?
    Bücher in Flammen

    "Gib einem Menschen ein paar Verszeilen, und er glaubt Herr über die ganze Schöpfung zu sein."

    Eine Welt in der Bücher bei Strafe verboten sind und rigoros verbrannt werden von der Feuerwehr, die hier keine Feuer mehr löscht, sondern sie selbst verursacht und mit ihren Flammenwerfern die gefährliche Büchersaat verbrennt, die die Leute nur zum eigenständigen Denken verführen könnte. Auch der Feuerwehrmann Guy Montag führt seinen Job aus und spürt die Hitze des Feuers wenn er es wieder einmal entfacht. Als das junge Mädchen Clarisse in sein Leben tritt und ihn mit ihrer Art Fragen zu stellen und Dinge wahrzunehmen durcheinanderbringt, ändert sich quasi über Nacht sein ganzes bisheriges Leben, denn er beginnt selbst nachzudenken und zu hinterfragen. Als er seine entfachte Neugierde über den Inhalt von Büchern nicht länger zurückhalten kann, riskiert er letztendlich sein ganzes bisheriges Leben.


    Leider war der Einstieg in das Buch für mich schon mal ein wenig ärgerlich, da die Diogenes Ausgabe von 2015 mit einer sogenannten neuen Einleitung vom Autor selbst beginnt und dieser leider ein wenig spoilert. Es wirkt dann auch ein wenig vermessen, davon auszugehen, dass jeder schon mal mit der Materie von Fahrenheit 451 in Berührung gekommen ist. Die Einleitung ist auch insofern auch unnötig, weil es ein Nachwort gibt, wo dann auch teilweise fast dasselbe drinnen steht, nur ein wenig weiter ausgeführt, weshalb man sich schon fragt, warum man gerade diese Dinge die hier etwas zu viel verraten nicht ebenfalls hinten aufgeführt werden und warum es diese Einleitung überhaupt braucht.

    So, nun aber zum eigentlichen Inhalt, der eine für Dystopien so typisch düstere Zukunftsvision zeigt. Was wäre, wenn Bücher verboten sind? Wenn der Großteil der Leute sie auch gar nicht vermisst, weil sie durch ständige Dauerberieselung der Medien und simplen Aktivitäten, auch gar keinen Anreiz mehr haben? Wo der Krieg präsent ist, aber dennoch nicht bedrohlich wirkt und die Menschen scheinbar gar nicht wirklich begreifen was dieser für sie bedeuten könnte? Wo eine tiefsinnige Unterhaltung mehr als ungewöhnlich ist und man oftmals nur noch interaktiv mit anderen agiert? Was wenn ein junges Mädchen einen Feuerwehrmann dazu bringt doch nachzudenken ob er wirklich glücklich ist?

    "Wir haben alles, was wir brauchen, um glücklich zu sein, aber wir sind es nicht. Etwas fehlt. Ich habe mich umgesehen. Das Einzige, von dem ich mit Bestimmtheit wusste, das es uns abhanden gekommen ist, das sind die Bücher, die ich in den letzten zehn, zwölf Jahren verbrannt habe."

    Eine Dystopie, die heute wohl aktueller denn je ist, in Zeiten von Massenmedien, sozialen Netzwerken und elektronischen Spielzeugen, die in unserem Leben immer unersetzlicher werden und es uns auch immer bequemer machen. Zugleich aber auch die Bedrohung durch Kriege und Atombomben, die heute so präsent sind wie schon in der Vergangenheit. Bradbury mahnt mit erhobenem Zeigefinger was passieren könnte, wenn Bücher, selbstständiges Nachdenken und Hinterfragen, sowie immer weniger echte Unterhaltungen von Angesicht zu Angesicht einen immer geringeren Wert in unserer Gesellschaft einnehmen und die moderne Technologie dies alles weniger wichtig erscheinen lässt. Wahrscheinlich geht die Geschichte dem Leser auch deshalb so unter die Haut, da sie aktueller den je ist, auch wenn die Skepsis gegenüber dem technischen Fortschritt schon damals ein großes Thema war. Das Buch zeigt sehr schön worauf wir zutreiben können, wenn wir uns nicht verdeutlichen, was wir dabei verlieren, nämlich letzten Endes uns selbst, dank der dauernden stumpfsinnigen Berieselung von Technologie und Medien als auch dem einfachen Zugang dazu. Bradbury zeichnet in seinem Buch eine düstere Zukunft für uns, doch gerade durch solche Bücher kommt man ins Grübeln und es besteht Hoffnung, dass es nicht so enden muss, auch wenn die Menschheit bislang leider oftmals zu wenig aus ihrer eigenen Geschichte gelernt hat.

    Das Buch teilt sich in 3 Kapitel die jedes für sich genommen einen anderen Schwerpunkt haben. So ist Kapitel 1 der Einstieg und zeigt in was für einer Welt Montag lebt und wie diese durch die Begegnung mit Clarisse immer mehr Risse bekommt. Im 2. Kapitel erleben wir mit wie Montag die Grenzen überschreitet und regelrecht wahnhaft agiert und sich in regelrechte Raserei hineinsteigert, so dass man selbst kaum noch zum Luftholen und Nachdenken kommt was da gerade passiert, so rasant entwickelt sich alles und ein Teil von Montags Wahn überträgt sich regelrecht auf einen selbst. Im letzten Kapitel muss sich Montag den Konsequenzen seines Handelns stellen und zugleich ist es ein recht poetischer und nachdenklicher Abschnitt. Es gibt generell in diesem Buch einige überraschende Wendungen und ein gelungenes, wenn auch etwas anderes, vielleicht sogar zu gutgläubiges, Ende als vielleicht erwartet. Zugleich sind vor allem die Nebenfiguren genauso wichtig wie Montag selbst, da sie seinen Weg hier quasi leiten und durch ihre ausdrucksstarke Persönlichkeiten Montag sogar in den Schatten stellen, da man über sie leider viel weniger Informationen verfügt und man sich deshalb vielleicht auch mehr Gedanken über sie macht.

    Fazit: Trotz der mitreißenden Handlung und dem intensiven Leseerlebnis bleibt manches durch die Kürze der Geschichte recht oberflächlich und etliche Figuren werden nicht wirklich greifbar, weil man fast zu wenig über sie erfährt, obwohl sie neben Montag genauso wichtig für die Geschichte sind. Auch andere Details am Rande der Geschichte bleiben ein wenig unklar und sorgen für die eine oder andere Grübelei. Es ist ein Buch, das viele Interpretationen zulässt und zum Nachdenken anregt über die Zeit in der wir leben. Bradbury mahnt uns davor unser eigenständiges Denken und unsere Gefühle nicht zugunsten der Bequemlichkeit und der Berieselung durch Banalitäten aufzugeben und abzustumpfen. Eine Geschichte voller Raserei und Poesie, Gefühl und Distanz, die definitiv zum Nachdenken anregt, auch wenn sie durchaus einiges an Interpretationsspielraum bietet. Dank des hier vorhandenen Nachworts gibt es einige sehr interessante Infos, zB wie sich das Buch entwickelt hat, die Schwierigkeiten es zu veröffentlichen und inwiefern seine eigene Zeit geprägt und inspiriert hat ein Buch über Zensur, Krieg und dem Niedergang der Bücherkultur zu schreiben, aber auch interessante Gedanken zu seinen Figuren. Wirklich etliche tolle Zusatzinfos, auch wenn der Abschnitt "Neue Einleitung" wie gesagt etwas spoilert. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der Dystopien mag, aber auch allen, die mal wieder Stoff zum Nachdenken suchen, der noch dazu unglaublich intensiv geschrieben ist und einen letztendlich enorm mitreißt, auch wenn man gerne manches noch näher ausgeführt gehabt hätte.

    Kommentare: 5
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    Federfeevor 6 Monaten
    Großartige Dystopie in poetischer Sprache, aktueller denn je, leicht zu lesen

    Gleich zu Anfang hat es mich umgehauen. Wie kann ein Büchlein, das 1953 geschrieben wurde, so aktuell sein?! Wie weit in die Zukunft der Autor Ray Bradbury gedacht hat!

    Aber – ich muss daraus auch den Schluss ziehen, dass man sich wohl nur einbildet, der Zustand unserer Gesellschaft sei mit nichts vorher zu vergleichen. Die Unterschiede sind wohl nur gradueller Art und anscheinend war alles schon immer so.

    Ray Bradburys 'Fahrenheit 451' ist ein kurzer dystopischer Roman mit Science-Fiction-Elementen und steht in einer Reihe mit George Orwells '1984' und Aldous Huxleys 'Schöne neue Welt'. Obwohl 1953 geschrieben (die McCarthy-Ära, der Kalte Krieg), ist es von unglaublicher Aktualität und thematisiert die grundlegenden Probleme der modernen Welt, vor allem den Niedergang der Kultur - hier durch die Vernichtung von Büchern - und der Vorherrschaft des Fernsehens, dem großen Manipulator und Gleichmacher.

    Guy Montag, der Protagonist, ist Feuerwehrmann und somit Bücherverbrenner. Anfangs hat man den Eindruck, sein Job mache ihm Spaß. Poetisch beschreibt Bradbury das Feuer: "… eine gierige Lohe, die sich rot und gelb und schwarz in den Abendhimmel hineinfraß."

    Doch dann tritt das Mädchen Clarisse auf und stellt ihm ausgefallene Fragen, die ihre Unangepasstheit deutlich machen, u.a. auch "Sind Sie glücklich?" Damit setzt sie etwas in Gang, was anscheinend schon vorher in Montag rumort hat, denn er hat schon mehrmals heimlich Bücher gerettet und in seinem Haus versteckt, was streng verboten ist.

    Dort erwartet ihn seine gefühlskalte, oberflächliche Frau, die nur in ihrer glitzernden TV-Welt lebt und mir typisch für die kritisierte Gesellschaft zu sein scheint, die sich durch das Fernsehen und die, die dahinter stehen, willenlos manipulieren lässt. Montag begehrt zunehmend auf und bringt sich damit in große Gefahr. Sein Chef und Gegenspieler Beatty (der Antagonist), belesen und gebildet, hat ihn schon im Auge und unter Verdacht.

    Die Lage eskaliert, es ist richtig spannend und doch höchst intelligent mit Gesellschaftskritik durchsetzt: die Massenmedien mit ihrer gefährlichen Einflussnahme (wenn Bradbury die sog. 'sozialen' Medien heute erleben würde!), die Vereinsamung des Menschen, der zunehmend in einer technisierten, künstlichen Welt lebt, die Tendenz hin zu Konformität und Gleichmacherei, die Gefühlskälte, die Tendenz, alle Probleme mit Hilfe von Drogen zu unterdrücken. Heute könnte man mit Fug und Recht noch 'Sex' und 'Massen-Events' mit dazu nehmen.

    Es geht um Kulturverlust, um eine zunehmende atomare Bedrohung (1953 war die Zeit des 'Kalten Krieges' und der atomaren Aufrüstung), Zensur und die Gefahren einer rein konsumorientierten Gesellschaft.

    Auch wenn das nun sehr abstrakt klingt, ist dieses Buch das bisher 'leichteste', das ich zu diesem Thema gelesen habe. Dazu kommt eine poetische Sprache, die ich so bei Bradbury gar nicht erwartet hatte.

    Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

    Kommentare: 4
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    GlitasticBookss avatar
    GlitasticBooksvor 8 Monaten
    Eine Fiktion, die bittere Realität wird?

    Heute rezensiere ich mal einen Klassiker, den vielleicht einige von euch aus der Schule kennen. Es ist eine Dystopie und handelt von einer Gesellschaft, in der es der Job von Feuerwehrmännern ist, Bücher zu verbrennen. Ihr lest richtig: Bücher verbrennen, denn für die Menschen stellen sie eine Gefahr dar. Sie vermitteln Wissen und das ist verboten.
    In Fahrenheit 451 geht es um den Feuerwehrmann Guy Montag, der seinen Beruf schon jahrelang ausübt, ohne dies auch nur zu hinterfragen. Auch der Rest der Bevölkerung ist durch die Dauerbeschallung von Fernsehen und Radio so abgestumpft, dass es das Leben nicht mehr hinterfragt. Eines Tages trifft Guy auf die junge Clarisse und öffnet ihm durch ihre kluge Fragen, die  in dieser Welt keiner mehr stellt, die Augen. Als schließlich seine Ehefrau einen Selbstmordversuch unternimmt und Clarisse verschwindet, beginnt er Dinge zu hinterfragen. Unter anderem das System, in dem er lebt...
    Mit dem Schreibstil konnte ich mich zwar anfreunden und auch die Dialoge zwischen Guy und seiner Frau irritieren manchmal, wobei sie recht belanglos sind und man das Gefühl hat, dass sie aneinander vorbeireden. Trotzdem wird die Botschaft klar und das ist Grund genug, das Buch zu lesen.
    Ray Bradbury hat das Buxh 1953 und es kommt einem so vor, als habe er die Zukunft prophezeit. Man erkennt viele von den beschriebenen Entwicklungen in unserer heutigen Gesellschaft wieder, sodass es den Leser sehr nachdenklich zurücklässt.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Apfelgruens avatar
    Herzlich willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe „Wir lesen Klassiker der Weltliteratur“. 
    Im April wollen  wir zusammen „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury lesen. 
    Die Leserunde startet  am 1. April und wir freuen uns über jeden, der mit uns liest!
    PMelittaMs avatar
    Letzter Beitrag von  PMelittaMvor 6 Monaten
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    NiWas avatar
    Willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe Klassiker Leserunden
    Wir wollen ein bisschen Leben in die altehrwürdige Literaturwelt bringen. Daher haben wir beschlossen, einige Klassiker gemeinsam zu lesen. 

    Wichtig: Bei dieser Leserunde lesen wir unsere eigenen Bücher, es werden keine Exemplare verlost!

    Für den April haben wir uns Fahrenheit 451 von Ray Bradbury ausgesucht.

    Klappentext:
    Der große Klassiker der Weltliteratur 451 Grad Fahrenheit oder 232 Grad Celsius – die Temperatur, bei der Papier verbrennt. Guy Montag ist Feuerwehrmann. Es ist seine Aufgabe, Bücher zu beschlagnahmen und zu verbrennen. Denn Bücher sind die Quelle allen Unglücks ... Mit "Fahrenheit 451" hat Ray Bradbury Literaturgeschichte geschrieben – neben Orwells "1984" und Huxleys "Schöne neue Welt" gibt es nichts Vergleichbares. Zum 90. Geburtstag von Ray Bradbury – einer der bedeutendsten Romane der Literaturgeschichte in einer einzigartigen Sonderausgabe.
    Die Leserunde beginnt am 1. April und die Klassiker-Leserunden-Gruppe freut sich über jeden, der mit uns an „Fahrenheit 451“  lesen will.:-)

    Wichtig ist, dass es auch von diesem Klassiker verschiedene Ausgaben gibt.

    Sollten hier markante Unterschiede auffallen, gebt bitte in der Rubrik Meine Ausgabe Bescheid, damit wir die Einteilung dementsprechend anpassen können. Soweit man sich in der Leserunde orientieren kann, ist natürlich jede Version in Ordnung.
    Wir freuen uns über zahlreiche TeilnehmerInnen!

    • Bitte schreibt eure Beiträge in die bestehenden Kategorien, damit  die Leserunde übersichtlich bleibt.
    • Bitte denkt auch daran, den Spoiler-Haken zu setzen!

    lysala_sterns avatar
    Letzter Beitrag von  lysala_sternvor 3 Jahren
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