Rayk Wieland Ich schlage vor, dass wir uns küssen

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Inhaltsangabe zu „Ich schlage vor, dass wir uns küssen“ von Rayk Wieland

Mit einer Einladung fängt alles an. Herr W. soll an einer Podiumsdiskussion unbekannter Untergrunddichter teilnehmen. Dumm nur, dass Herr W. sich überhaupt nicht erinnern kann, je schriftstellerisch tätig gewesen zu sein. Herr W. stellt Nachforschungen an und nimmt schließlich Einsicht in seine Stasi-Akte. Was für ein Fund: Tatsächlich sind hier seine lyrischen Gehversuche unter dem Titel »Mögliche Exekution des Konjunktivs« abgeheftet, dazu sämtliche Liebesbriefe an Liane in München …

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  • Fernbeziehung in der Zeit des Sozialismus

    Ich schlage vor, dass wir uns küssen
    Felice

    Felice

    04. March 2014 um 19:24

    Schon der einleitende Satz sagt alles über das Buch: es ist so realistisch wie es die DDR war. Als "Wessi" kann man nur den Kopf schütteln und sagen: kann das alles wahr sein? Die Stasi wurde durch eine Kleinigkeit auf einen jugendlichen Ost-Berliner aufmerksam und nimmt fortan sein Leben genau unter die Lupe. Briefe, die er zu seiner Freundin nach München schreibt, werden abgefangen und sozialistisch interpretiert. Von all dem hat er keine Ahnung und ist umso erstaunter, als er zwanzig Jahre nach der Wende aufgefordert wird, aus seinen "Werken" zu lesen. Da er sich nicht erinnert, je schriftstellerisch tätig gewesen zu sein, beginnt er nachzuforschen und gerät sogar in eine "Rückführung", die ihm beim Erinnern helfen soll. Er berichtet von seiner Jugend, wie er die Wende erlebte und was er von dieser "Autorenlesung" hält. Nebenbei wird noch ein sozialistisches Gemälde, das im inneren Deckel abgebildet ist, analysiert. Amysant und aufschlussreich. Wie nah an der Realität angesiedelt kann ich leider nicht beurteilen.

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  • Rezension zu "Ich schlage vor, dass wir uns küssen" von Rayk Wieland

    Ich schlage vor, dass wir uns küssen
    Duffy

    Duffy

    28. March 2012 um 16:01

    Herr W. wird zu einer Podiumsdiskussion unbekannter Untergrunddichter in der ehemaligen DDR eingeladen. Er kann sich aber partout nicht erklären, wir er in diesen illustren Kreis von Zeitgenossen gelangt. Die einzigen Poeme, die ihm jemals aus der Feder geflossen sind, waren die an seine damalige Freundin, die in München lebte. Zögerlich liest W. seine Stasi-Akte und erlebt sein blaues Wunder. Eigentlich ist Wielands Roman der perfekte Wenderoman. Wenn es denn so etwas je gegeben hat. Der Ahnungslose, der in die Fänge der staatlichen Observation geraten ist und keinerlei Schimmer hat, welche Assoziationen seine kleinen Liebesgedichte bei der Staatsmacht ausgelöst haben, ist ein Beispiel für die Willkür, die die damalige politische Führung beim Ausspionieren seiner Bürger hat walten lassen. Wieland beleuchtet aber hier auch die DDR und den Wenderummel von einer Seite, die ganz sicher den einen oder anderen Aufschrei provoziert. Zu Recht oder Unrecht sei dahingestellt. Es ist eine interessante und schlüssige Betrachtungsweise, die dem ganzen Buch seine Rechtfertigung und vor allem seine Wirkung gibt. Eine Lektüre mit einem höchst angenehmen Aha-Erlebnis. Zucker sind auch die erwähnten und dokumentierten Gedichte, um die es ging und die im Anhang beigefügten Stasi-Notizen.

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  • Rezension zu "Ich schlage vor, dass wir uns küssen" von Rayk Wieland

    Ich schlage vor, dass wir uns küssen
    aichlinn

    aichlinn

    31. July 2009 um 14:06

    Herr W. bekommt unerwartete Post. Er wird zu einer Podiumsdiskusssion der Untergrunddichter der DDR eingeladen und fragt sich, ob denn nicht eine Verwechslung vorliegt, schließlich war er weder Dichter, noch im Untergrund. Nach einem Telefonat mit den Initiatoren wird er neugierig und fordert seine Stasi-Akte an. Beim Lesen entdeckt er Gedichte, die er als Jugendlicher geschrieben, aber irgendwann verbrannt hat. Die Stasi sammelte und interpretierte diese akribisch. Herr W. wurde zum Staatsfeind erklärt, dabei schrieb er diese Gedichte weder für den Widerstand noch gegen den Staat, sondern lediglich, um Liane zu imponieren, seiner Jugendliebe, die in München wohnte. Wieland nähert sich der Thematik weder mit erhobenem Zeigefinder, noch neunmalklug nach dem Motto "Ich habe das Spiel damals nicht mitgespielt". Er erzählt die Geschichte etwas ungläubig, mit einem amüsiertem Unterton, den man in 20 Jahren Nachwendebiographie entwickeln kann und mit Worten, die klingen und wirken und mich den Tag, da ich das Buch ausgelesen hatte, verfluchen ließen.

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