Rayk Wieland Kein Feuer, das nicht brennt

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Inhaltsangabe zu „Kein Feuer, das nicht brennt“ von Rayk Wieland

W., der Held aus Rayk Wielands hoch gelobtem Debüt 'Ich schlage vor, dass wir uns küssen', ist jetzt etwa vierzig Jahre alt und Reisereporter. Ungewöhnlich ist nur, dass er nicht reist. Seit 1989 hat er, der im Osten Berlins lebt, kein einziges Mal die Grenzen der ehemaligen DDR überschritten. Die Reisefreiheit, so lautet W.s Credo, ist immer die Reisefreiheit der anderen. Seine Reportagen, die in der renommierten International Geographic Revue erscheinen, sind allesamt erfunden, aber sie kommen beim Publikum außerordentlich gut an. Als jedoch ein Text über Nordkorea von der diplomatischen Vertretung des Landes beanstandet wird, fliegt er auf und aus der Redaktion. Der Skandal lässt W.s Leben in Turbulenzen geraten. Er ergraut von einem Tag auf den anderen und beantragt Asyl in der nordkoreanischen Botschaft. Leider hat er nicht die geringste Ahnung, wie es weitergehen soll. Widerwillig tritt er die erste Reise seines Lebens an. Sie führt ihn an die Große Chinesische Mauer und zu Feuern, die nicht brennen …

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  • Ich reise nicht!

    Kein Feuer, das nicht brennt
    Juana

    Juana

    24. June 2013 um 14:09

    Was ist realer, wahrer: Das, was Touristen in aller Welt vor Ort sehen, oder das, was wir in Reportagen oder Dokumentationen über ferne Länder zu Hause lesen oder sehen? Bestätigen wir unser Bild nicht nur, wenn wir reisen? In Rayk Wielands Roman „Kein Feuer, das nicht brennt“ erzählt ein Reisereporter, der nicht reist, warum er das nicht tut. Früher in der DDR, da hätte es ihn gereizt, aber seit die Grenzen offen sind ... Seine Reportagen erfindet er bis er auffliegt. Er verliert seinen Job und tritt schließlich doch seine erste Reise an. Eine Satire über unsere Reisewut. Wieland stellt die Fragen: Was suchen wir in der Ferne? Und was haben wir da zu suchen? 

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  • Rezension zu "Kein Feuer, das nicht brennt" von Rayk Wieland

    Kein Feuer, das nicht brennt
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. November 2012 um 08:04

    „Nicht fördernd ist es, wohin zu gehen.“ (I Ging, Das Buch der Wandlungen) W., einigen Lesern vielleicht bekannt aus Rayk Wielands hoch gelobtem Debüt „Ich schlage vor, dass wir uns küssen“, ist nun etwa vierzig Jahre alt und arbeitet als Reisereporter für die renommierte „International Geographic Revue“. Ungewöhnlich ist nur, dass er nicht reist. Seit 1989 hat er, der in Ostdeutschland geboren wurde und im Osten Berlins lebt, kein einziges Mal seine Heimat verlassen. Die Reisefreiheit, so lautet W.s Credo, ist immer die Reisefreiheit der anderen. Seine Reportagen sind komplett aus anderen Reportagen und Berichten ausgiebig recherchiert und neu zusammengeschrieben worden. Allerdings kommen sie beim unwissenden Publikum außerordentlich gut an. W. selbst hat bei dieser Vorgehensweise kein Unrechtsbewusstsein, für ihn ist es eine ganz normale Arbeit. Als er jedoch einen Text über Nordkorea verfasst, der von der diplomatischen Vertretung des Landes beanstandet wird, fliegt er auf und verliert seine Arbeit. Der Skandal lässt W.s Leben in Turbulenzen geraten. Er gerät in einen Autounfall, woraufhin er in einem Krankenhaus im Westteil der Stadt erwacht. Er flieht aus dem Krankenhaus und beantragt Asyl in der nordkoreanischen Botschaft, die gleichzeitig als Hostel genutzt wird. Hilfe erhofft er sich von seinem Freund Moses. Der macht ihm klar, dass W.s Karriere beendet ist und er nun erstmal untertauchen sollte. Am besten auf einer weiten Reise… Und so begibt sich W. zum ersten Mal in seinem Leben auf eine Reise, die ihn nicht nur zu einer alten Freundin führt, sondern bis an die große Mauer und zu Feuern, die nicht brennen. Rayk Wieland, geb. 1965, studierte Philosophie und ist gelernter Reisereporter. Er ist Mitherausgeber des dreibändigen Standardwerks »Öde Orte« und WDR 3 Glossenschreiber. Die Geschichte ist voller Ironie und Doppeldeutigkeit. In dem Buch geht es um Wahrheit und Fiktion, nicht nur im Journalismus. Um den Sinn und Unsinn des Reisens. Zwei Fragen stellt der Autor: Was suchen wir in der Ferne? Und: Was haben wir da zu suchen?

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  • Rezension zu "Kein Feuer, das nicht brennt" von Rayk Wieland

    Kein Feuer, das nicht brennt
    Tru1307

    Tru1307

    04. June 2012 um 11:29

    Kein Feuer, das nicht brennt hat mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht. Der Roman entführt den Leser auf charmante Art in das Leben des W., einem selbst ernannten Reisereporters, der seinen Prinzipien treu bleibt. Reisefreiheit ist super, aber bitte für alle anderen. W. ist ein Charakter, den man einfach mögen muss, weil er herrlich schräg ist. Seit Jahren arbeitet er für ein Reisemagazin und berichtet von fernen Ländern und aufregenden Trips. Dabei hat er nicht eine dieser Reisen selbst angetreten. Er hat in der Zeit nach dem Mauerfall noch nicht einmal die ehemalige Berliner Grenze übertreten. Er achtet sogar beim U-Bahn fahren darauf, ja nicht in das Westgebiet Berlins zu kommen. Dementsprechend bricht für ihn natürlich eine Welt zusammen, als er nach einem Unfall in ein Westberliner Krankenhaus gebracht wird und somit das erste Mal überhaupt "verreist". Das klingt alles recht skurril. Nach dem Klappentext hatte ich einen ironischen Roman erwartet und meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Man hat den Eindruck, dass nichts wirklich ernst genommen wird. Rayk Wieland schafft es mit seiner geschliffenen Sprache auf einmalige selbstironische Weise den Leser gefangen zu nehmen. Auf charmante und humorvolle Art lässt der Autor uns an dem "Aufwachen" W.s teilhaben. Weil er auffliegt ist er seinen Job los und muss sein Leben neu überdenken. Das erste Mal in seinem Leben tritt W. eine Reise an und berichtet nicht nur darüber. W. als Charakter ist tatsächlich einmalig. Man begleitet ihn auf seiner Reise, die nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich stattfindet. Er muss sich von seinem sicheren Leben verabschieden und überdenken, wie es mit ihm weitergehen soll. Im ganzen Roman bleibt W. aber schwer zu fassen. Auch wenn man ihn mag - man kann ihn nicht verstehen. Das macht aber nichts, denn mit seiner Einstellung regt er dazu an, selbst einmal zu reflektieren, was man im Leben will. Muss es immer das "höher, schneller, weiter" sein? Was will man eigentlich in der Ferne? Und warum muss man sich verbiegen, anstatt das zu tun, was man gerne möchte? Beim Lesen wusste ich nicht, dass es ein zweiter Band um den Protagonisten W. ist. Ab und an hatte ich den Eindruck, dass ich was verpasst habe, aber man kann Kein Feuer, das nicht brennt auch wunderbar lesen, ohne zuvor Ich schlage vor, das wir uns küssen gelesen zu haben. Ich werde bei Gelegenheit auch noch zum anderen Roman greifen, denn der muss ja ähnlich ironisch und humorvoll sein. Bewertung Kein Feuer, das nicht brennt ist ein Roman, der schwer einzuschätzen ist und dazu anregt, die eigene Welt einmal zu reflektieren. Auf der einen Seite ist der Roman erheiternd und belebend, hat aber auch seine Momente, in denen W. zur Ruhe kommt. Insgesamt absolut empfehlenswert für jeden, der es gerne mal selbstironisch mag.

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  • Rezension zu "Kein Feuer, das nicht brennt" von Rayk Wieland

    Kein Feuer, das nicht brennt
    Claudia-Marina

    Claudia-Marina

    19. March 2012 um 12:53

    W. ist Reisereporter. Seine Reportagen erscheinen in den bekanntesten Magazinen, werden hochgelobt. Was niemand weiß, ist das W. auch zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer Ostberlin nicht verlassen hat. Sein ganzes Leben ist ein Lügengebäude, bröckelig wie die Überreste der Mauer und so ist es nicht verwunderlich, dass es eines Tages einstürzt. Seinen Job ist er damit los – was also nun machen? Er beantragt einfach Asyl in der Botschaft des Landes, das seinen Absturz ins Rollen gebracht hat – Nordkorea. Von da an wird es skurril. Er begegnet Menschen, die nach ihm suchen, ohne dass er überhaupt weiß, warum. Schließlich hat er nichts verbrochen – er hat nur das Geld für die Reisen und die Reportagen behalten, ohne zu reisen. Das aber aus Überzeugung, denn für ihn bedeutet Reisefreiheit die Reisefreiheit der anderen. Rayk Wieland schreibt mit Kein Feuer, das nicht brennt einen Roman, der an Skurrilität kaum zu überbieten ist. Allein die Idee des nichtreisenden Reisereporters ist einmalig abstrus, und so zieht sich dieses Motiv im gesamten Roman fort. Allerhand verschrobenen Personen wird W. begegnen und in mir keimt die Frage „Kann das denn wirklich sein, kann es denn immer noch skurriler werden?“ In diesem Fall – Ja. Es kann. Denn schließlich bricht W. zu seiner allerersten Reise an die Chinesische Mauer auf. Was er dort findet, wem er dort begegnet? Auch das reiht sich nahtlos in die vorherigen Begegnungen ein. Muss ja ein verdammt witziger Roman sein, den Rayk Wieland da geschrieben hat. Ja, ich musste häufig sehr laut auflachen und den Kopf schütteln. Was mir gefehlt hat, war aber ein wenig Tiefgang. Warum schreibt W. über seine fiktiven Reisen, was steckt letztendlich dahinter? Dazu hätte ich mir noch mehr gewünscht. Mehr Tiefgang eben. Letztendlich ist es so ein kurzweiliger Roman über einen Sonderling geblieben, der einem zwar ans Herz wachsen, den man aber nicht verstehen kann. Vielleicht fehlt mir dazu die Lektüre von Ich schlage vor, das wir uns küssen, Rayk Wielands Debütroman und erster Auftritt von W. – vielleicht würde ich ihn dann besser verstehen.

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