Raymond Carver

 4.2 Sterne bei 162 Bewertungen

Lebenslauf von Raymond Carver

Raymond Carver wurde in Clatskanie (Oregon) geboren und wuchs in Yakima, Washington auf. Carver studierte Creative Writing bei dem Autor John Gardner am Chicago State College. Am Humboldt State College in Kalifornien, wo er 1963 einen B.A. erwarb, und an der University of Iowa setzte er sein Studium fort. Er veröffentlichte zu Lebzeiten in verschiedenen Zeitschriften, darunter The New Yorker und Esquire, eine Anzahl von Erzählungen, zum Teil Kurzgeschichten, die aus dem Leben einfacher Menschen berichten. Seine Arbeiten zeichnen sich durch ihren lakonischen Stil aus, an dem sein Lektor beim Esquire, Gordon Lish, großen Anteil hatte. In den letzten Jahren wurden Lishs zum Teil massive Eingriffe in Carvers Texte zunehmend kritisiert. Noch zu Lebzeiten von Carver erschienen einzelne Erzählungen in einer von diesen Eingriffen gesäuberten Form. Stilistisch wird Carver dem literarischen Minimalismus zugerechnet. Carver war mit der Lyrikerin Tess Gallagher verheiratet und gut befreundet mit Tobias Wolff und Richard Ford. Im Jahre 1988 wurde er in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen. Seit seiner Zeit am Humboldt State College bis zehn Jahre vor seinem Tod war Carver ein starker Alkoholiker. Viele seiner Geschichten zeugen von seiner Alkoholsucht. Carver starb im Alter von 50 Jahren in Port Angeles (Washington) an Lungenkrebs. Carvers Erzählungen wurden von Haruki Murakami ins Japanische übersetzt.

Alle Bücher von Raymond Carver

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Cover des Buches Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden (ISBN: 9783596903887)

Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden

 (44)
Erschienen am 23.05.2012
Cover des Buches Würdest du bitte endlich still sein, bitte (ISBN: 9783596903900)

Würdest du bitte endlich still sein, bitte

 (42)
Erschienen am 23.05.2012
Cover des Buches Beginners (ISBN: 9783763265305)

Beginners

 (17)
Erschienen am 01.01.2012
Cover des Buches Kathedrale (ISBN: 9783596903894)

Kathedrale

 (15)
Erschienen am 23.05.2012
Cover des Buches Erste und letzte Storys (ISBN: 9783833300981)

Erste und letzte Storys

 (7)
Erschienen am 01.05.2004
Cover des Buches Ein neuer Pfad zum Wasserfall (ISBN: 9783596950058)

Ein neuer Pfad zum Wasserfall

 (4)
Erschienen am 25.04.2013
Cover des Buches Gorki unterm Aschenbecher (ISBN: 9783875122091)

Gorki unterm Aschenbecher

 (3)
Erschienen am 01.01.1992
Cover des Buches Raymond Carver: Kathedrale (ISBN: B0056U4FOQ)

Raymond Carver: Kathedrale

 (3)
Erschienen am 01.01.1989

Neue Rezensionen zu Raymond Carver

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Rezension zu "Beginners" von Raymond Carver

Der "echte" Carver
Duffyvor 9 Monaten

Raymond Carver wird als der
Meister der Kurzgeschichte bezeichnet und egal, wie man zu Superlativen steht, unbestritten ist in seiner Leserschaft, unter den Kritikern und Kollegen, dass er wirklich der Autor ist, der bei den Short Stories Maßstäbe gesetzt hat. Seine Art, sich in eine Geschichte hinein- und hinauszuschleichen und in dem Teil, in dem er seine Geschichte spielen lässt, eine derart dichte und intensive Atmosphäre zu schaffen, ist einmalig und hat viele Schriftsteller beeinflusst.

Carver wurde nicht alt und hatte Zeit seines Lebens mit dem Alkoholismus zu kämpfen, erst als er sich von dieser Sucht befreit hatte, wurde sein Schreiben noch effizienter. So passt sein Gesamtwerk in drei Bände und bekannt geworden ist er mit „Wovon wir reden wenn wir von Liebe reden“.

Dieses Buch wurde allerdings durch seinen Lektor Gordon Lish um etwa 50% gekürzt. Wobei dieses Lektorat von Carver seinerzeit unterstützt wurde, zwischen den beiden Männern bestand eine Freundschaft und Lish ist es zu verdanken, dass Carver überhaupt in dieser Form veröffentlichen konnte. Doch natürlich war das Lektorat etwas Einseitiges, denn Lish, dessen Fähigkeiten als Lektor unzweifelhaft waren, tat dem Werk Carvers durch die Beschneidungen nicht nur Gutes an.

Nach seinem Tod im Jahr 1988 mit nur 50 Jahren haben seine Lebensgefährtin, die Autorin Tess Callagher und diverse andere Helfer versucht, den schmalen Nachlass von Carver zu sichten und zu ordnen. Besonders hervorheben muss man da die Veröffentlichung der letzten Gedichte des Autors. Aber auch der Band „Wovon wir reden ...“ wurde „restauriert“, d.h., es wurden die Stücke in ihrer ursprünglichen Form, also ohne die Streichungen des Lektors Lish, zusammengefügt und in diesem Band „Beginners“ neu veröffentlicht. Man kann hier nur von einem Gewinn sprechen, denn vergleicht man die beiden Versionen, dann kann man diese hier vorliegende, ursprüngliche Version nur vorziehen, denn die von Lish gestrichenen Passagen verstärken den Zauber, den Carver in seine Geschichten einwob.

Im Anhang gibt es Erläuterungen zu den Texten, den Streichungen, die Lish vorgenommen hat und den Veröffentlichungsdaten, in denen erwähntt ist, wann in welcher Form die Texte veröffentlicht wurden.

Außerdem gibt es eine Reihe von Briefen von Carver an Lish, in denen er sich über die Kürzungen und Streichungen in seinen Texten auslässt und man kann genau nachvollziehen, wie sehr er unter dem Zwiespalt gelitten hat, die Freundschaft von Lish vom Lektorat abhängig zu sehen.

Für alle Carver-Anhänger ist diese Version seines ersten Geschichtsbandes eine wunderbare Ergänzung, fast schon ein neues Buch. Und alle, die Carver jetzt zufällig für sich entdecken, haben einen umfassenderen Einstieg in dessen Werk als mit der ersten Version. Essentiell.

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Rezension zu "Beginners" von Raymond Carver

Schonungslos offen
The iron butterflyvor 2 Jahren

Beginners – Die Originalfassungen von siebzehn Carver Erzählungen. Schonungslos offen.
Raymond Carver wurde von Gordon Lish als Lektor und Freund beraten und betreut. Carver hatte großes Vertrauen in Lish, seine Anmerkungen, seine Titelauswahl, seine Meinung und dessen eigenes literarisches Talent. Als Carver jedoch seine Erzählungen für „Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden“ nach dem Lektorat durch Lish liest, überfällt ihn nach Jahren des Vertrauens und auch einer gewissen demütigen Haltung gegenüber Lish, eine ungekannte Unsicherheit. Carver bittet Lish das Buch in der lektorierten Form nicht zu veröffentlichen. Teilweise kürzte Lish die Erzählungen um mehr als 50 Prozent. Der Band „Beginners“ enthält auch einen Auszug aus dem Schriftverkehr Carvers an Lish und zeigt seinen Stimmungswandel, seine Emanzipation auf. „Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden“ wurde in der überarbeiteten Variante veröffentlicht. William L. Stull und Maureen P. Carroll arbeiteten viele Jahre an der Wiederherstellung der Originalfassungen. Diese wurde mit „Beginners“ erstmals veröffentlicht.

Wer Carver gelesen hat, weiß einzuschätzen, dass er kein blumiger Ausschmücker ist, sondern eher ein sehr nüchterner Betrachter, ein Chronist des Alltags. So fragte ich mich, was mich bei den Originalfassungen erwarten mag, wird sein unverblümter Blick verschattet? War das nicht Carver, den ich bisher schätzte? Durchaus war es Carver und ist Carver geblieben. Stellenweise sehr schonungslos offen, grenzwärtig schmerzhaft, aber was tut uns die Filmwelt in dieser Hinsicht oft an. Bei Carver ist es niemals der voyeuristische Blick oder gar die Übertreibung, dieses Überdrehen des Schmerzes. Carver öffnet Wände, Fenster und Türen und lässt den Leser in die Köpfe und Herzen seiner Protagonisten blicken. Es sind nie Helden, nie die Gewinner, niemals die Begünstigten, daher ist die Lektüre selten unterhaltsam oder etwas erheiternd. Dennoch liest sich jede dieser abgrundtief ehrlichen Erzählungen wie eine Bereicherung, weil er den Mut hatte hinzusehen ohne zu verurteilen.

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Rezension zu "Ein neuer Pfad zum Wasserfall" von Raymond Carver

Carvers lyrisches Vermächtnis
Duffyvor 2 Jahren

Nachdem Carver seine Krebsdiagnose bekommen hatte, machte er sich zusammen mit seiner Frau, der Autorin Tess Gallagher, an die Arbeit zu einem letzten Buch mit Gedichten, die hier nun unterteilt in sechs Abschnitte vorliegen. Obwohl Carver für seine Short-Stories berühmt und auch bis heute auf dem Gebiet das Maß aller Dinge ist, hat er seiner Lyrikproduktion große Aufmerksamkeit gewidmet, er war nicht der Schreiber, der "nebenbei" Gedichte verfasst. Das, was von ihm in dieser Form existiert, ist wahrscheinlich noch wirkungsvoller als seine Geschichten, denn in seiner Lyrik hat er die Grenzen von Lyrik und Prosa verschmolzen, er wollte keine Trennung, er hat eine freie Form geschaffen, die es dem Leser ermöglicht, Transparenz von Prosa ins Lyrische mitzunehmen. Dadurch wurde der Unterschied der Formen aufgehoben und eine profitierte von der anderen. Die daraus entstandene Mischform machte es möglich, Inhalte so reich wie möglich zu präsentieren, vom Gedicht her konzipiert und dann eben als "Summe" aller Möglichkeiten zur "erweiterten Lyrik" ausgearbeitet. Zudem hat Carver seine Gedichte in die von anderen Autoren eingebettet, vornehmlich Tschechov, und betonte damit seine lyrische Verwandschaft zu diesen Kollegen.
In ihrem ausführlichen und wunderbaren Nachwort gibt Tess Gallagher, seine Ehefrau und ebenfalls Schriftstellerin, Auskunft über die Arbeit an diesem Buch, Sie lässt uns aber auch an den letzten Monaten des Ausnahmeschriftstellers teilhaben und gibt tiefe emotionale Einblicke in den Menschen Carver.
Ein unverzichtbares Buch für alle Carver-Anhänger, aber auch die Novizen können getrost mit dieser Sammlung anfangen, denn ganz sicher  werden sie den (überschaubaren) Rest von Carvers Werk auch noch lesen wollen.

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