Raymond Carver

 4.2 Sterne bei 158 Bewertungen

Lebenslauf von Raymond Carver

Raymond Carver wurde in Clatskanie (Oregon) geboren und wuchs in Yakima, Washington auf. Carver studierte Creative Writing bei dem Autor John Gardner am Chicago State College. Am Humboldt State College in Kalifornien, wo er 1963 einen B.A. erwarb, und an der University of Iowa setzte er sein Studium fort. Er veröffentlichte zu Lebzeiten in verschiedenen Zeitschriften, darunter The New Yorker und Esquire, eine Anzahl von Erzählungen, zum Teil Kurzgeschichten, die aus dem Leben einfacher Menschen berichten. Seine Arbeiten zeichnen sich durch ihren lakonischen Stil aus, an dem sein Lektor beim Esquire, Gordon Lish, großen Anteil hatte. In den letzten Jahren wurden Lishs zum Teil massive Eingriffe in Carvers Texte zunehmend kritisiert. Noch zu Lebzeiten von Carver erschienen einzelne Erzählungen in einer von diesen Eingriffen gesäuberten Form. Stilistisch wird Carver dem literarischen Minimalismus zugerechnet. Carver war mit der Lyrikerin Tess Gallagher verheiratet und gut befreundet mit Tobias Wolff und Richard Ford. Im Jahre 1988 wurde er in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen. Seit seiner Zeit am Humboldt State College bis zehn Jahre vor seinem Tod war Carver ein starker Alkoholiker. Viele seiner Geschichten zeugen von seiner Alkoholsucht. Carver starb im Alter von 50 Jahren in Port Angeles (Washington) an Lungenkrebs. Carvers Erzählungen wurden von Haruki Murakami ins Japanische übersetzt.

Alle Bücher von Raymond Carver

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Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden

Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden

 (44)
Erschienen am 23.05.2012
Würdest du bitte endlich still sein, bitte

Würdest du bitte endlich still sein, bitte

 (41)
Erschienen am 23.05.2012
Beginners

Beginners

 (16)
Erschienen am 01.01.2012
Kathedrale

Kathedrale

 (15)
Erschienen am 23.05.2012
Erste und letzte Storys

Erste und letzte Storys

 (7)
Erschienen am 01.05.2004
Ein neuer Pfad zum Wasserfall

Ein neuer Pfad zum Wasserfall

 (4)
Erschienen am 25.04.2013
Gorki unterm Aschenbecher

Gorki unterm Aschenbecher

 (3)
Erschienen am 01.01.1992
Call if you need me

Call if you need me

 (2)
Erschienen am 25.04.2013

Neue Rezensionen zu Raymond Carver

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Rezension zu "Beginners" von Raymond Carver

Schonungslos offen
The iron butterflyvor 6 Monaten

Beginners – Die Originalfassungen von siebzehn Carver Erzählungen. Schonungslos offen.
Raymond Carver wurde von Gordon Lish als Lektor und Freund beraten und betreut. Carver hatte großes Vertrauen in Lish, seine Anmerkungen, seine Titelauswahl, seine Meinung und dessen eigenes literarisches Talent. Als Carver jedoch seine Erzählungen für „Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden“ nach dem Lektorat durch Lish liest, überfällt ihn nach Jahren des Vertrauens und auch einer gewissen demütigen Haltung gegenüber Lish, eine ungekannte Unsicherheit. Carver bittet Lish das Buch in der lektorierten Form nicht zu veröffentlichen. Teilweise kürzte Lish die Erzählungen um mehr als 50 Prozent. Der Band „Beginners“ enthält auch einen Auszug aus dem Schriftverkehr Carvers an Lish und zeigt seinen Stimmungswandel, seine Emanzipation auf. „Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden“ wurde in der überarbeiteten Variante veröffentlicht. William L. Stull und Maureen P. Carroll arbeiteten viele Jahre an der Wiederherstellung der Originalfassungen. Diese wurde mit „Beginners“ erstmals veröffentlicht.

Wer Carver gelesen hat, weiß einzuschätzen, dass er kein blumiger Ausschmücker ist, sondern eher ein sehr nüchterner Betrachter, ein Chronist des Alltags. So fragte ich mich, was mich bei den Originalfassungen erwarten mag, wird sein unverblümter Blick verschattet? War das nicht Carver, den ich bisher schätzte? Durchaus war es Carver und ist Carver geblieben. Stellenweise sehr schonungslos offen, grenzwärtig schmerzhaft, aber was tut uns die Filmwelt in dieser Hinsicht oft an. Bei Carver ist es niemals der voyeuristische Blick oder gar die Übertreibung, dieses Überdrehen des Schmerzes. Carver öffnet Wände, Fenster und Türen und lässt den Leser in die Köpfe und Herzen seiner Protagonisten blicken. Es sind nie Helden, nie die Gewinner, niemals die Begünstigten, daher ist die Lektüre selten unterhaltsam oder etwas erheiternd. Dennoch liest sich jede dieser abgrundtief ehrlichen Erzählungen wie eine Bereicherung, weil er den Mut hatte hinzusehen ohne zu verurteilen.

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Rezension zu "Ein neuer Pfad zum Wasserfall" von Raymond Carver

Carvers lyrisches Vermächtnis
Duffyvor einem Jahr

Nachdem Carver seine Krebsdiagnose bekommen hatte, machte er sich zusammen mit seiner Frau, der Autorin Tess Gallagher, an die Arbeit zu einem letzten Buch mit Gedichten, die hier nun unterteilt in sechs Abschnitte vorliegen. Obwohl Carver für seine Short-Stories berühmt und auch bis heute auf dem Gebiet das Maß aller Dinge ist, hat er seiner Lyrikproduktion große Aufmerksamkeit gewidmet, er war nicht der Schreiber, der "nebenbei" Gedichte verfasst. Das, was von ihm in dieser Form existiert, ist wahrscheinlich noch wirkungsvoller als seine Geschichten, denn in seiner Lyrik hat er die Grenzen von Lyrik und Prosa verschmolzen, er wollte keine Trennung, er hat eine freie Form geschaffen, die es dem Leser ermöglicht, Transparenz von Prosa ins Lyrische mitzunehmen. Dadurch wurde der Unterschied der Formen aufgehoben und eine profitierte von der anderen. Die daraus entstandene Mischform machte es möglich, Inhalte so reich wie möglich zu präsentieren, vom Gedicht her konzipiert und dann eben als "Summe" aller Möglichkeiten zur "erweiterten Lyrik" ausgearbeitet. Zudem hat Carver seine Gedichte in die von anderen Autoren eingebettet, vornehmlich Tschechov, und betonte damit seine lyrische Verwandschaft zu diesen Kollegen.
In ihrem ausführlichen und wunderbaren Nachwort gibt Tess Gallagher, seine Ehefrau und ebenfalls Schriftstellerin, Auskunft über die Arbeit an diesem Buch, Sie lässt uns aber auch an den letzten Monaten des Ausnahmeschriftstellers teilhaben und gibt tiefe emotionale Einblicke in den Menschen Carver.
Ein unverzichtbares Buch für alle Carver-Anhänger, aber auch die Novizen können getrost mit dieser Sammlung anfangen, denn ganz sicher  werden sie den (überschaubaren) Rest von Carvers Werk auch noch lesen wollen.

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Rezension zu "Erste und letzte Storys" von Raymond Carver

Carver ist komplett
Duffyvor einem Jahr

Macht es noch Sinn, Carver zu rezensieren? Wenn sich die Leser und alle Autoren einig sind, dass er der Meister der Kurzgeschichte ist? So will sich auch der Rezensent nicht mit einer "normalen" Rezension beschäftigen, denn auch diese Storys nehmen sich inhaltlich Carvers bekannten Themen an. Es sind die Storys von kleinen Dingen, von gewöhnlichen Menschen, die nur ab und an das Pech haben, auf der falschen Seite des Lebens zu stehen, im Lager der Unglücklichen oder Verlierer.
Carvers kurzes Leben war stark geprägt von Alkohlproblemen und zum Schluss von Krankheit. Das machte seinen Output übersichtlich. Der Berlin-Verlag hat eine wunderschöne dreibändige Ausgabe seiner Werke herausgebracht und zeichnet auch für diesen Band verantwortlich. Bis kurz vor seinem Tod arbeitete Carver noch an einer Zusammenstellung seiner Lieblingsgeschichten. Die legte seine langjährige Lebensparnterin Tess Gallagher diesem Band zugrunde. Er enthält frühe Geschichten, die vor dem Erscheinen seiner drei Hauptwerke geschrieben wurden. Schon hier zeigt sich sein außergwöhnliches Talent in diesem Genre, einige der Storys sind schon besser als das, was sonst als Short-Story herausgebracht wird. Die neues Storys zeigen seinen ausgereiften Sti. den er perfektioniert hat und der das Material unwiderstehlich macht.
Da im Laufe der letzten Jahre auch seine Gedichte ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben, ist Carvers Werk nun vollständig der Öffentlichkeit zugänglich.
Ein großes Lob auch an den Übersetzer Helmut Frielinghaus, der alle Carver-Bücher mit Herzblut und Empathie bearbeitet hat und genau den Ton getroffen hat, der den Originalen zugrunde liegt.
Unverzichtbar und großartig.

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