Würdest du bitte endlich still sein, bitte

von Raymond Carver 
4,2 Sterne bei41 Bewertungen
Würdest du bitte endlich still sein, bitte
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Inhaltsangabe zu "Würdest du bitte endlich still sein, bitte"

Mit seinem ersten Erzählungsband 'Würdest du bitte endlich still sein, bitte' katapultierte Raymond Carver sich über Nacht in die erste Liga der amerikanischen Autoren. Dramatische, berührende und auch witzige Geschichten über die Verlierer im Kampf um den American Dream – diese ersten Erzählungen zeigen bereits Carvers ganze Meisterschaft.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596903900
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:23.05.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.03.2001 bei Parlando erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    The iron butterflys avatar
    The iron butterflyvor 3 Jahren
    Versetzen sie sich in meine Lage

    22 Erzählungen des amerikanischen Schriftstellers Raymond Carver, die nachhaltig unterstrichen durch die Einleitung seines Freundes und Kollegen Richard Ford ihre Wirkung entfalten. Carver, der selbst viele Höhen und Tiefen in seinem Leben erlebte, erzählt still, jedoch mit einem scharfen Kennerblick. Seine Erzählungen sind Ausschnitte aus dem Leben, seine Protagonisten nicht nur Verlierer oder Gestrandete, sondern auch einfach nur Menschen, ganz schlichte, normale Menschen, wie man sie überall antreffen kann, auch im eigenen Spiegelbild.

    So zum Beispiel Bill und Arlene Miller in der Erzählung „Nachbarn“. Bill, Buchhalter und Arlene, Sekretärin sind ein glückliches Paar und doch fühlen sie sich vom Leben übergangen. Ganz besonders deutlich wird ihnen dies, als sie wieder einmal für die Stones von nebenan Wohnung und Katze versorgen, während die beiden auf einer Reise unterwegs sind. Die Nachbarwohnung zieht beide in ihren Bann, auch wenn dort nur die Alltäglichkeit zu finden ist, so scheinen Bill und Arlene sich regelrecht danach zu verzehren zwischen Socken und Bettwäsche den Schlüssel für ein erfüllteres Leben zu finden.

    Oder der Lehrer Ralph Wyman in der Erzählung „Würdest du bitte endlich still sein, bitte!“, der als junger Student noch unstet seinen Weg suchte und diesen nach dem Zusammentreffen mit der schönen Marian Ross gefunden hatte. Nach Jahren des Glücks wächst eine kleine Familie zusammen und doch schwelt in Ralph eine Glut, die er nicht beherrschen kann. Seine Ahnung, dass Marian ihn zwei oder drei Jahre zuvor auf einer Party mit Mitchell Anderson betrogen hat, ist schon lange nicht mehr nur eine Ahnung. Als beide sich über den damaligen Abend unterhalten stürzt Ralph in ein tiefes emotionales Loch, alles scheint über ihm zusammenzubrechen.

    Carver lässt den Leser innehalten. Danach schüttelst du das Leben der anderen entweder befreit von dir ab und kehrst in dein Idyll zurück oder du verzweifelst an deiner eigenen Kleinbürgerlichkeit und den Barrieren, die dich beschränken.

    Kommentare: 2
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    JimmySalarymans avatar
    JimmySalarymanvor 5 Jahren
    Weltklasse

    Carver gilt nicht umsonst als Schwergewicht der short story. Dieses uramerikanische Format gelingt ihm immer wieder wie keinem Zweiten; es gibt viele Epigonen zwar, jedoch ist niemand dabei, der annähernd seine Klasse erreicht. Was macht Carvers Schreibe so besonders? Eine Frage, die man gar nicht so leicht beantworten kann: Carver liebt und kennt seine Figuren, das ist immer mehr als nur eine Milieustudie, immer mehr als nur eine Skizze, ein Anriss. Er spielt mit seinen Protagonisten, weil er selber Teil des Spiels ist, und er weiß, wie das geht, das Verlieren. Großartig, und mit keinem anderen Autoren vergleichbar.

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    PaulTemples avatar
    PaulTemplevor 6 Jahren
    Rezension zu "Würdest du bitte endlich still sein, bitte" von Raymond Carver

    Das "zwischen den Zeilen lesen" wird bei Raymond Carvers Kurzgeschichten zur absoluten Kunstform erhoben. Die oftmals nur zehn Seiten umfassenden Short Stories erzählen von Paaren an der Schwelle zum Auseinanderleben, zum wieder Zusammenfinden, von Menschen auf der Suche nach sich selbst. Carver brilliert darin, aus normalen Alltagssituationen viel Tiefgang herauszuholen, indem er seinen Protagonisten enormen emotionalen Spielraum zugesteht. Die Figuren überlegen, wägen ab, orientieren sich neu - alles zwischen der eigentlichen Handlung und nur für den mitdenkenden und -fühlenden Leser sichtbar gemacht. Für Freunde amerikanischer Erzählkunst definitiv zu empfehlen!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Würdest du bitte endlich still sein, bitte" von Raymond Carver

    Carvers Figuren gehen auf die Jagd, Angeln, Rauchen, Trinken, klären Beziehungsprobleme und meistens warten sie einfach nur, dass die Zeit vergeht. Viel mehr nicht. Es sind sehr amerikanische Figuren. Und auch der Ton Carvers, von dem man sich nur schwer losreißen kann, ist sehr amerikanisch. Carvers oft sehr kurze Erzählungen zeigen scheinbar Banales, nichtssagende Dialoge, lakonische Szenen- und ereignisarme Alltagsbeschreibungen, Allerweltsdinge, die kaum einer Erwähnung bedürfen, so könnte man meinen. Dann bricht es unvermittelt ab und die Erzählung ist zuende. Nichts ist passiert, nichts wird passieren - wir haben lediglich einem kleinen Lebens-Ausschnitt beigewohnt. Doch was hier zwischen den Zeilen passiert, was nicht ausgesprochen, was ausgespart wird, das ersetzt ganze Dramen, ganze Biografien. Wie sehr schafft es Carver doch, mit so wenig Sätzen beim Leser ein viel umfassenderes Bild herzustellen, fast alles was hier an Dramatischem sichtbar wird, wird erst im Leser erschaffen, es steht nicht dort geschrieben. Das ist die große Kunst Carvers.

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    Rock-n-Rolls avatar
    Rock-n-Rollvor 8 Jahren
    Rezension zu "Würdest du bitte endlich still sein, bitte" von Raymond Carver

    Carver ist der Meister des sprachlichen Minimalismus.
    Die 22 Kurzgeschichten dieses Bandes sind alle in sich schlüssig und leben von der Neugier des Lesers durchs
    Schlüsselloch des Nachbarn zu schauen. Er erzählt von der unteren Mittelschicht in Amerika, Menschen, die im Leben
    an einem Punkt angekommen sind, an dem es kein Entrinnen mehr zu geben schein. Die Handlungen sind dabei meist
    Momentaufnahmen, es wird ein wenig in die Vergagngen geschaut, die Zukunft bleibt offen, sieht aber düster aus.
    Die meisten Geschichten hinterlassen ein beklemmendes Gefühl, eine Ahnung, dass es nicht gut ausgehen wird.
    Durch die spartanische Sprache bleibt viel Raum für Fantasie, vor dem gestigen Auge sieht man die Handlungsorte
    sehr genau, etwas, das von der erzählenden Literatur meist vorweggenommen wird. Viele Geschichten sind zeitlos, erzählen von unerfüllten Träumen, von Menschen die sich hoch verschulden um auf großem Fuss leben zu können, von Ehen die zugrunde gehen oder von Spannungen zwischen Eltern und Kindern. Dieses Buch ist nicht nur für Amerika Fans lesenwert.

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    Lysander
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