Raymond Chandler

 4,2 Sterne bei 572 Bewertungen
Autor von Der große Schlaf, Der lange Abschied und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Raymond Chandler ist ein US-amerikanischer Autor von Hardboiled Detective Stories und der Schöpfer des Privatdetektivs Philip Marlowe. 

Am 23. Juli 1888 als Raymond Thornton Chandler in Chicago, Illinois geboren, verbrachte er seine Jugend mit seiner irischen Mutter in England. Obwohl er amerikanischer Staatsbürger war, diente Chandler im ersten Weltkrieg in der kanadischen Armee und später in der Royal Air Force. Nachdem er nach Kalifornien zurückgekehrt war, arbeitete Raymond Chandler in den 1930er Jahren zunächst als Manager einer Mineralölgesellschaft. Erst während der Weltwirtschaftskrise wendete sich Chandler dem Schreiben zu. Seine erste veröffentlichte Kurzgeschichte erschien 1933 in der „Pulp“ -Magazin Black Mask. Ab 1943 war er Drehbuchautor in Hollywood. Zu seinen bekanntesten Drehbüchern gehören die Filme Frau ohne Gewissen (Double Indemnity, 1944),  Die blaue Dahlie (The Blue Dahlia, 1946) und Der Fremde im Zug (Strangers on a Train, 1951).

Chandler vollendete sieben Romane, alle mit Philip Marlowe als Held. Chandler bezeichnete Marlowe selbst als einen armen, aber ehrlichen Idealisten in einer opportunistischen und manchmal brutalen Gesellschaft in Los Angeles. Außerdem veröffentlichte Chandler zahlreiche Kurzgeschichten und Essays. Die beliebtesten Filmversionen von Chandlers Werk waren Murder, My Sweet (1944) mit Dick Powell und The Big Sleep (1946) mit Humphrey Bogart, beide Film Noir-Klassiker.

Raymond Chandler starb nach schwerer Krankheit am 26. März 1959 in La Jolla, Kalifornien. Sein letzter Roman Poodle Springs blieb unvollendet.

Alle Bücher von Raymond Chandler

Cover des Buches Der große Schlaf (ISBN: 9783257261066)

Der große Schlaf

 (96)
Erschienen am 25.06.2013
Cover des Buches Der lange Abschied (ISBN: 9783257261059)

Der lange Abschied

 (72)
Erschienen am 25.06.2013
Cover des Buches Die Tote im See (ISBN: 9783257203110)

Die Tote im See

 (42)
Erschienen am 24.02.2009
Cover des Buches Lebwohl, mein Liebling (ISBN: 9783257203127)

Lebwohl, mein Liebling

 (46)
Erschienen am 23.02.2009
Cover des Buches Das hohe Fenster (ISBN: 9783257202083)

Das hohe Fenster

 (39)
Erschienen am 23.02.2009
Cover des Buches Die kleine Schwester (ISBN: 9783257202069)

Die kleine Schwester

 (37)
Erschienen am 24.02.2009
Cover des Buches Playback (ISBN: 9783257610567)

Playback

 (30)
Erschienen am 27.04.2021
Cover des Buches Die kleine Schwester (ISBN: 9783257246308)

Die kleine Schwester

 (21)
Erschienen am 26.04.2022

Neue Rezensionen zu Raymond Chandler

Cover des Buches Das hohe Fenster (ISBN: 9783257247336)
S_Malts avatar

Rezension zu "Das hohe Fenster" von Raymond Chandler

SOLIDER KRIMI MIT WITZ - IN ERFRISCHENDER NEUÜBERSETZUNG
S_Maltvor 5 Monaten

Diogenes - 2022 - Neuübersetzung (Ulrich Blumenbach) - 320 Seiten


Nach „Der große Schlaf“ von 1939 und „Lebwohl, mein Liebling“ von 1940 ist der vorliegende Roman von 1942 der dritte Band aus der Reihe mit dem berühmten Privatermittler Philip Marlowe.

Wieder gerät Marlowe, nach der Übernahme eines zunächst harmlosen Falles zwischen die Fronten. Er muss sich mit Gangstern und der Polizei auseinandersetzen, gerät unter Mordverdacht und wird des Lebens bedroht. Und trotz alledem schafft er es, in seiner typischen Gelassenheit und mit seinem lockeren Mundwerk, der Gerechtigkeit genüge zu tun.


Er geht gewohnt straight voran, ist unbestechlich, erkennt die wahren Täter und hilft den zu unrecht verdächtigten aus der Klemme - auch, wenn er dafür der Polizei nicht immer alles verrät oder auch die ein oder andere Spur an einem Tatort verwischt und Beweise einsteckt. Auch wird nicht unbedingt jeder Leichenfund direkt gemeldet.


Dabei erlerbt man als Leser einen taffen Ermittler, den nicht alles kalt lässt, der auch menschliche Züge zeigt - das Ganze mit einem unnachahmlichen Wordwitz und einer Kombinationsgabe, die einem Sherlock Holmes zur Ehre reichen würden.


So begleitet man Marlowe durch die Untiefen eines verzwickten Falles und beobachtet, wie er einen Hinweis nach dem anderen sammelt und zum Schluss den Fall messerscharf im Sinne eines who done it Krimis auflöst. Alles in allem ganz großes Kino Noir.



»Nein. Auf die Weise wimmeln Sie die Cops nicht ab.

Denen müssen Sie das befriedigende Gefühl geben, dass Sie offen und ehrlich sind und nichts zu verbergen haben.

Solange die glauben, Sie hätten etwas zu verbergen, lassen sie nicht locker. Erzählen Sie denen eine einleuchtende und plausible Geschichte, und sie zwitschern fröhlich ab. Und die einleuchtendste und plausibelste Geschichte ist nun mal die Wahrheit. Was dagegen, die zu erzählen?«


Wieder einmal ein fabelhafter Krimi, jedem Krimi-Fans zu empfehlen!


5/5


Dem Verlag vielen Dank für das Rezensionsexemplar

Cover des Buches Lebwohl, mein Liebling (ISBN: 9783257203127)
S_Malts avatar

Rezension zu "Lebwohl, mein Liebling" von Raymond Chandler

PHILIP MARLOWE IST WIEDER DA - ZYNISCH UND HARBOILED - EIN MUSS UND EIN VERGNÜGEN
S_Maltvor 5 Monaten

Dies ist der zweite Marlowe-Roman von Chandler. Auch diesen habe ich wieder mit großem Vergnügen gelesen und habe mich dabei wiedergefunden in der Gangsterwelt von Hollywood Ende der 1930er, Anfang der 1940er. Der Privatdetektiv Phlip Marlowe will eigentlich den Mann einer Auftraggeberin aufspüren und zurückbringen; dabei gerät er jedoch - eher zufällig - in eine Situation, die mit einem Mord endet. Der Täter, Moose Malloy, ein hünnhafter und bärenstarker Mann, auf der Suche nach seiner Freundin Velma, entkommt. Auf Bitte des etwas sehr faulen Polizisten Nulty - und weil er gerade keinen anderen Fall hat - ermittelt Marlowe. Schnell findet er eine Spur, die zur Witwe des Vorbesitzers der Bar führt, in welcher der Mord geschehen ist.

Parallel erhält er einen Auftrag von einem Mann namens Marriott, den er bei einer Geldübergabe für den Rückkauf einer gestohlenen Jadehalskette begleiten soll. Dierse Übergabe schlägt reichlich fehl, übrig bleiben eine Leiche und ein in die Besinnungslosigkeit geschlagener Marlowe.


Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, nur soviel - Marlowe ermittelt, gerät in Lebensgefahr, kann sich herrauswinden und löst den Fall, der mit einem - für mich sehr überraschendem - Twist endet.

Ein einflußreicher Gangster, ein unbekannter Helfer, ein weiterer (tüchtiger) Polizist, eine - nein - zwei schöne Frauen und ein zwielichtiger Wunderheiler spielen noch eine entscheidende Rolle.


Chandler lässt Marlowe wieder als den zynischen und furchtlosen Helden auftreten, der die Sache in der Regel im Alleingang regelt. Er bringt sich dabei immer wieder in Gefahr, lässt aber die Gerechtigkeit dabei nicht eine Sekunde aus dem Blick. Er geht hierfür häufig einen Schritt zu weit, kann sich aber immer gerade noch einmal vor dem Fall in den Abgrund retten. Ja, er trinkt und raucht heirbei viel (zu viel) und tritt den Leuten gehörig auf die Füsse; gerade das macht jedoch einen Heidenspaß. Auch der dichte Schreibstil, gespickt von komisch-zynischen Dialogen macht das Lesen zu einem wahren Vergnügen.


Sie sind so wunderbar«, sagte sie. »So tapfer, so entschlossen, und Sie arbeiten für so wenig Geld. Jeder haut Ihnen eins über den Schädel, würgt Sie, knallt Ihnen was aufs Kinn und pumpt Sie voll mit Morphium, aber Sie klopfen unbeirrt weiter auf den Busch, bis allen schließlich die Puste ausgeht. Was ist es, was Sie so wundervoll macht?«

»Nur weiter«, knurrte ich, »erleichtern Sie Ihr Herz.«

Nachdenklich sagte Anne Riordan: »Einen Kuß will ich, verdammt noch mal!«


Ich habe das Buch genossen und werde zeitnah den dritten Marlowe (Das hohe Fenster) angehen, welches mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar in der Neuübersetzung (Ulrich Blumenbach) von 2022 zur Verfügung gestellt wurde.


Wer auf Gangsterfilme der 1940er, auf Film Noir und Roman Noir steht, der sollte sich dieses Buch bzw. die ganze Reihe zu Gemüte führen.


10/10

Cover des Buches Playback (ISBN: 9783257072471)
sabatayn76s avatar

Rezension zu "Playback" von Raymond Chandler

‚Wo es die Möglichkeit des Scheiterns nicht gibt, gibt es keinen Erfolg.‘
sabatayn76vor 6 Monaten

‚Wo es die Möglichkeit des Scheiterns nicht gibt, gibt es keinen Erfolg.‘ (Seite 156)

Philip Marlowe erhält in aller Frühe einen Anruf von Clyde Umney, einem Anwalt. Umney möchte, dass Marlowe eine Frau beschattet, eine gewisse Eleanor King. Mehr Informationen erhält Marlowe nicht, doch er lässt sich auf den Deal ein.

Marlowe folgt der Frau ins Hotel El Rancho Descansado und erfährt, dass sie sich nun Betty Mayfield nennt und von einem Mann namens Larry Mitchell erpresst wird.

Marlowe sucht kurz vor ihrer Abreise aus dem Hotel das Gespräch mit ihr, wird niedergeschlagen, und als er wieder zu sich kommt, ist sie weg.

‚Playback‘ war mein erstes Buch von Raymond Chandler.

Sprachlich fand ich den Roman einfach wunderbar. Ich habe keinen Vergleich zur alten Übersetzung, aber die Neuübersetzung ist einfach großartig. Hier trifft man auf fast vergessene und/oder ungewöhnliche Wörter und Phrasen, die sehr viel zur unvergleichlichen Atmosphäre im Buch beitragen, z.B. ‚sülzte ihr die Hucke voll‘ (Seite 15) und ‚ein mittelblonder Pferdeschwanz ragte ihr aus der Rübe‘ (Seite 24).

Ich empfand den Roman, der mir auch inhaltlich gefallen hat und der beim Lesen eine längst vergangene Welt wiederauferstehen ließ, als klug, mondän, voller Sprachwitz und teilweise bitterböse.

So ganz ist der Funke trotzdem nicht übergesprungen, aber dennoch wurde ich perfekt unterhalten und möchte gerne andere Bücher von Chandler lesen.

Gespräche aus der Community

Beginn: 15.6.23

204 Beiträge
claudiaZs avatar
Letzter Beitrag von  claudiaZvor einem Jahr

Ich wäre auch über einen Autorenwechsel glücklich.
Vorschläge kann ich adhoc jedoch nicht machen.

November-Leserunde der Klassikergruppe

97 Beiträge
Favoles avatar
Letzter Beitrag von  Favolevor 4 Jahren

Leider hatte ich nach dem ersten und auch zweiten Abschnitt immer eine große Pause. Dafür hab ich die beiden letzten in einem Rutsch gelesen. Auch wenns jetzt schon Dezember geworden ist.

Ich hatte leider ein wenig mit dem Durcheinander an Charakteren und Handlungssträngen zu kämpfen, was sicher auch den Pausen geschuldet war. Am Ende fügt sich allerdings doch alles ganz gut zusammen, wobei ein zweites Lesen, da sicher gar nicht falsch wäre. ;o) Ich mag ja so klassische Happy Ends mit gut und böse und allem, aber dieses Grau, was sich durch das ganze Buch zieht ist doch schon perfekt für einen Krimi Noir und so passt sich da auch das Ende gut ein.

Ich glaube, ich muss wirklich mal den Film mit Bogart dazu sehen, da in meinem Kopf sowieso ein Schwarz-Weiß-Film ablief.

Chandlers Beschreibungen und Marlowes Sprüche fand ich schon ziemlich toll. Und ich denke, irgendwann muss ich wirklich mal ein weiteres Buch lesen. Mich würde schon interessieren, wie es mit der Figur Marlowe weiter geht.

Zusätzliche Informationen

Raymond Chandler wurde am 23. Januar 1895 in Vereinigte Staaten von Amerika geboren.

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auf 47 Merkzettel

von 15 Leser*innen aktuell gelesen

von 19 Leser*innen gefolgt

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