Raymond Chandler Der große Schlaf

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Inhaltsangabe zu „Der große Schlaf“ von Raymond Chandler

Raymond Chandler hat mit 'Der große Schlaf' den hard-boiled detective erschaffen, der trinkt, raucht und alle Frauen haben kann – auch wenn er gar nicht will. In Kriminalfällen ist seine Logik nüchterner als er selbst, seine Menschenkenntnis und seine Erfahrung besser als die eines jeden Polizeibeamten. Dieser Kriminalroman ist ein Klassiker, der ein neues Genre des Detektivromans geschaffen hat. Thomas M. Müller hat den Stil der Dreißigerjahre und die Abgebrühtheit Marlowes in großartigen Bildern dargestellt.

Klassiker unter den Detective-Storys. Etwas schnell erzählt, dafür kurzweilige Spitzenunterhaltung im bester Krimi-Manier.

— Gordon_McBane

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  • Die Mutter aller Krimis

    Der große Schlaf

    Wassollichlesen

    21. July 2016 um 23:47

    Endlich habe ich es geschafft, diesen Klassiker der Kriminalliteratur zu lesen.  Nachdem ich besonders im letzten Jahr so richtig auf das Buch aufmerksam geworden bin, und zwar durch die Empfehlung von niemand geringerem als Declan Burke, der beimirischen Leseabend mit Sam Millar verraten hat, dass er ohne Raymond Chandler nicht zu dem geworden wäre, was er jetzt ist; nämlich Autor. „Der große Schlaf“ hat ihn sehr geprägt. Neben Burke schwärmen auch Blogs, denen ich folge, durchweg von diesem Meilenstein. Man muss sich mal vor Augen führen, dass das Buch von 1939 (!) ist. Wahnsinn. „Der große Schlaf“ hat also vor fast 80 Jahren schon alles gehabt, was einen guten Krimi auszeichnet: einen verschlagenen Plot, Mord, Gewalt, Alkohol, Knarren, Geld, Verfolgungsjagden, Sex und einen abgefuckten Detektiv, der nichtsdestotrotz bzw. besonders deshalb die coolste Sau ist, die man sich vorstellen kann (besonders 1939!!), trockener Humor inklusive. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und kann euch nur empfehlen, trotz des Überangebots von Krimis, das wir heutzutage haben, diesem Werk einen Platz in eurem Bücherregal bereitzustellen.   "Was machte es schon, wo man lag, wenn man tot war? In einem schmutzigem Tümpel oder in einem Marmorturm oben auf einem hohen Berg? Man war tot, man schlief den großen Schlaf, man brauchte sich um solche Dinge nicht mehr zu kümmern."   Fazit   Die Mutter aller Krimis!

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  • “Dead men are heavier than broken hearts.”

    Der große Schlaf

    Stefan83

    Kapitulation – eine Entscheidung, welche ich in meinem bisherigen Leben noch in keiner Situation als Alternative in Erwägung gezogen habe. Bei der Niederschrift meiner Rezension zu Raymond Chandlers Debütroman „Der große Schlaf“ kam mir zwischendurch aber tatsächlich mal der Gedanke, dass ich es besser lassen sollte, das Werk des Mannes einer Bewertung zu unterziehen, welcher zwar nicht das eigentliche Genre aus der Taufe gehoben – dafür zeichnet allgemein anerkannt Dashiell Hammett verantwortlich – aber wie kaum ein anderer den „Hardboiled“-Roman so nachhaltig geprägt und letztlich auch salonfähig gemacht hat. Oder um es bildlich auszudrücken: Die Tür zu einer neuen Art von Literatur wurde vielleicht von Hammett gezimmert, die Türklinke um sie zu öffnen und die Welt dahinter zu betreten, verdanken wir meines Erachtens jedoch Chandler. Sein Stil gilt bis heute für alle Schriftsteller, die sich im „Noir“-Bereich und deren Grenzgebiet tummeln als richtungsweisend und taktgebend. Kaum einer, der den 1888 in Chicago gebürtigen Autor nicht als Vorbild angibt, kaum ein Verlag, der den zugkräftigen Namen nicht an irgendeiner Stelle des Buchdeckels platziert, um die Relevanz und Größe des jeweiligen Werks zu unterstreichen. Wann immer man zu einem Buch von John Connolly, Dennis Lehane, Michael Connelly (oder gerade aktuell Ben Atkins „Die Stadt der Ertrinkenden“) und Co. greift – der Name Chandler fällt einem, meist schon auf dem Klappentext, direkt ins Auge. Und dass diese an Heldenverehrung grenzende Würdigung durchaus seine Berechtigung hat, wird man bereits nach der Lektüre von „Der große Schlaf“ feststellen. 1939 veröffentlicht, kehrt hier eine Figur zurück, welche bereits vier Jahre zuvor, genauer gesagt im Januar 1935, ihren ersten Auftritt in der Kurzgeschichte „Killer in the Rain“ (erschienen im Magazin „Black Mask“) gefeiert hatte und den sein schriftstellerischer Vater in „Der große Schlaf“ auf einer neuen Bühne präsentiert: Der Privatdetektiv Philip Marlowe. Seine erste literarische Ermittlung hat nicht nur die Grundfesten des damaligen Krimi-Genres erschüttert, sondern letztlich sogar die Entwicklung einer neuen Film-Gattung befeuert. Und die Verkörperung Marlowes durch Humphrey Bogart an der Seite von Lauren Bacall in der Leinwandumsetzung „Tote schlafen fest“ gilt bis heute gar als einer Höhepunkte des Film Noir. Mehr noch: Es fällt schwer Chandlers Marlowe Reihe zu lesen und dabei nicht wenigstens ab und zu Bogarts Antlitz vor Augen zu haben. Falls jemand jedoch weder das Buch gelesen, noch den (äußerst sehenswerten) Film gesehen hat, sei hier der Inhalt kurz angerissen: Los Angeles in den 30er Jahren. Die ersten Regenfälle kündigen sich schon in den kalifornischen Vorbergen an, als der 33-jährige Philip Marlowe das Anwesen des steinreichen, aber auch sterbenskranken ehemaligen Ölmagnaten General Guy Sternwood betritt, welcher – mit zwei missratenen Töchtern geschlagen – den Privatdetektiv um Hilfe bittet. Vor wenigen Tagen erhielt der General mit der Post drei Schuldscheine über einige tausend Dollar. Alle unterschrieben von seiner jüngsten Tochter Carmen, die, wie ihre älter Schwester Vivian, verheiratetet mit einem vor kurzem verschollenen Schnapsschmuggler namens Terence „Rusty“ Regan, mit Freude dem Glücksspiel frönt. Der Hintergrund liegt auf der Hand: Erpressung. Marlowe soll die Sache nun näher aufklären und den Absender „zur Rede“ stellen. Dieser ist schnell gefunden. Arthur Gwynn Geiger, nach außen hin einfacher Inhaber eines Antiquariats, scheint unter der Theke noch ganz andere Geschäfte zu betreiben. Zumindest seine ihn verleugnende Angestellte legt diesen Verdacht nahe, welche augenscheinlich keinerlei Ahnung von Literatur, dafür aber ganz andere Reize in Petto hat. Marlowe folgt daraufhin kurzerhand Gwynns Spur zu dessen Haus im Laverne Terrace, wo seine nächtliche Observierung durch einen Schuss und einen darauffolgenden markerschütternden Schrei ein jähes Ende findet. Im Haus findet er den Antiquar – eindeutig tot – in einer Art Fotostudio. Vor der in einer maskenähnlichen Skulptur versteckten Linse räkelt sich die im Vollrausch befindliche, gänzlich nackte Carmen Sternwood. Von einem Täter oder der Mordwaffe fehlt jegliche Spur. Befindet sich die Pistole vielleicht unterhalb der Leiche? Marlowe, der glaubt nicht mehr viel Zeit zu haben, bis die Polizei am Tatort eintrifft, schleppt Carmen kurzerhand aus dem Haus und fährt diese nach Hause, wo sie von einem erleichterten Butler im Empfang genommen wird. Fall erledigt so scheint es. Doch bei seiner Rückkehr zum Tatort muss er feststellen, dass auch Geigers Leiche inzwischen durch Abwesenheit glänzt. Wer hat sie dort weggeschafft? Und hat dieser jemand gesehen, wie er Carmen aus dem Haus geschafft hat? Als er am nächsten Morgen vom Tod des Chauffeurs der Familie Sternwood erfährt – er ist offensichtlich samt dem Dienstwagen ins Meer gerast – wird Marlowe klar, dass er mit seinen Ermittlungen in ein Wespennest gestochen hat, in dem Erpressung durch Pornografie nur die Spitze des Eisbergs darstellt. Ein gefährlicher Spießrutenlauf beginnt … Während auf der anderen Seite des Atlantiks die Morduntersuchung als fairer Sport unter Gentleman das „Golden Age“ der „Whodunits“ trug, stellte Philip Marlowe Ende der 30 Jahre eine gänzlich neue Art des Ermittlers dar. Er ist der Ur-Typus des unbestechlichen, harten und melancholischen Einzelgängers. Ein Privatdetektiv, dem der Auftrag wichtiger ist als das Geld, dass er dafür bekommt und der gnadenlos tötet, wenn es sein muss und sich doch zwischen all den korrupten und geschmierten Bullen des sonnigen Kaliforniens eine gewisse Moral bewahrt hat. Und diese ist nicht selten auch der Leitpfaden seiner Geschichten, da im Laufe der Ermittlungen der eigentliche Fall auch mal in den Hintergrund gerät. Zigarrenasche auf dem Teppichboden, Lippenstift auf dem Glas, Fußspuren im matschigen Untergrund – solch kleine Hinweise überlässt ein Marlowe lieber Detektiven wie Hercule Poirot, Gideon Fell oder Miss Marple. (…) „Ich bin nicht Sherlock Holmes oder Philo Vance. Ich schnüffle nicht, nachdem die Polizei schon da war, noch mal am Tatort rum, um 'ne zerbrochene Füllfeder aufzulesen und 'nen Fall drauf aufzubauen. Wenn sie glauben, dass es einen im Detektivgeschäft gibt, der so seine Brötchen verdient, dann kennen sie die Polente schlecht.“ (…) Philip Marlowe trifft Entscheidungen stattdessen aus dem Bauch, folgt den Menschen, welche er in die Enge treibt, umgarnt, bedroht oder einfach verhört. Je nachdem was die Situation gerade erfordert. Und statt Tee, Morphium oder Pfeife gönnt sich Marlowe auch lieber (mitunter etwas übertriebene) Unmengen an Alkohol. Raymond Chandlers Skizzierung von Philip Marlowe hebt sich hier nicht zufällig von den Figuren auf der anderen Seite des großen Teichs ab, sondern ist vielmehr als direkter Gegenentwurf zu verstehen, was das obige Zitat mehr als deutlich macht. Ohne Übertreibung darf man behaupten, dass Chandler die künstlichen Welten einer Christie (mit der er sogar einen barschen Briefwechsel geführt hat) oder einer Sayers regelrecht gehasst hat, da er den Wohlfühlfaktor dieser Rätselkrimis nie mit der brutalen Realität eines echten Mords in Einklang bringen konnte. Er wollte das stereotype Schema aufbrechen, dem Genre literarische Bedeutung verleihen, Realismus, Milieucharakter und Sozialkritik im Krimi Einzug halten lassen. Selbst auf die Gefahr hin, damit gänzlich gegen die damals populäre Form der Detektivgeschichte anzusteuern. Ein Risiko, dass sich letztlich auszahlte. Ende der 30er, Anfang der 40er Jahre begann die heile Welt des „Golden Age“ – auch durch die Schrecknisse des Krieges – endgültig zu bröckeln. Aus diesen Trümmern erhob sich Philip Marlowe. Intelligent, mitunter charmant, aber vor allem bodenständig. Die Zeit des geistigen Superhirns, das am Ende dem Leser erklären musste, wie der Mord abgelaufen ist – sie war vorbei. Chandler und auf ihn folgende Schriftsteller wie z.B. James M. Cain oder Richard Stark interessierten sich nun weniger für die Identität des Mörders, als vielmehr für die Umstände, die ihn dazu verleiteten, einen Mord zu begehen. Und sie brachten noch ein Element mit, das meiner Ansicht nach sogar das wichtigste darstellt: Eine gehörige Portion Coolness. Man könnte fast behaupten: Vor Philip Marlowe war „Cool“ nur ein Begriff ohne Inhalt. Ein Begriff, den Marlowe mit Leben füllt, denn egal wie sich dieser oftmals sexistische und taktlose Chauvinist gegenüber anderen verhält – sein nur oberflächlicher Zynismus entlarvt ihn letztlich doch als Idealist. Ein Idealist, der sich aber keine Blöße gibt und sich auch für niemanden verbiegt: (…) „Von mir aus können Sie die feine Dame markieren oder aus einer Whiskypulle frühstücken. Sie dürfen mir auch gern Ihre Beine zeigen. Es sind prima Beine, und es ist mir ein Vergnügen, ihre Bekanntschaft zu machen. Sie können meine Manieren kritisieren. Sie sind ja auch schlecht. Ich habe an langen Winterabenden schon manche Träne darüber vergossen. Aber versuchen Sie nicht, mich ins Kreuzverhör zu nehmen.“ (…) Es sind Abschnitte wie dieser, welche nicht nur von der Intelligenz Marlowes künden, sondern die auch verdeutlichen, warum es bis heute keinen Schriftsteller gibt, der Chandler in seinem Fach wirklich das Wasser reichen kann. Sicher, es gibt einige Figuren, die Marlowe stark ähneln. Es gibt viele Krimi-Serien, die ein ähnlich atmosphärisches Setting aufweisen. Es gibt Bücher, deren Plot Parallelen zu Marlowes Fällen aufweist. Der Stil aber – er bleibt unnachahmlich, unkopierbar einzigartig. Chandler hat seine Gedanken mit einem lakonischem Witz, tiefschwarzem Sarkasmus und einer unerreichten Coolness aufs Papier gebracht. Eine Mischung, die bis heute beeindruckt und seinesgleichen sucht. Weit weg vom Glamour Hollywoods tauchen wir hier in düstere Gassen ein, harren in dunklen Ecken aus und treffen bildhübsche Frauen, deren Attraktivität aber letztlich nicht reicht, um uns von unserem Weg, der Aufklärung, abzubringen. Über knapp 200 Seiten führt uns Chandler durch diese dennoch erstaunlich komplexe Geschichte aus Erpressung, Entführung, Mord und Prostitution – mit einer Sprache, die schnurrt wie ein Kätzchen, mit einer atmosphärischen Dichte, welche man mit dem Messer schneiden könnte, mit Twists and Turns, die uns mit den Ohren schlackern lassen. "Der große Schlaf" ist nicht mehr und nicht weniger, als ein (auch sprachlich) herausragendes Kunstwerk. Ein kultiger Klassiker, der keinerlei Staub angesetzt hat, der in jeder Zeile vor Leben sprüht, und der alles, ja, aber auch alles bietet, was ich an dem "Hardboiled"-Genre so liebe. Und was das den finalen Showdown angeht – für mich eine der besten Szenen, die ich jemals in einem Krimi gelesen habe.

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    • 6

    Rheinzwitter

    18. October 2015 um 18:37
  • Ein Klassiker

    Der große Schlaf

    eskimo81

    General Stenwood ist alt, reich und hat zwei schöne und wilde Töchter.  Die aufreizende Carmen wird erpresst und der General engagiert den Privatdetektiv Philip Marlowe, er soll die Angelegenheit diskret aus der Welt schaffen.  Auf einmal säumen Leichen den Weg des Ermittlers. Was ist der wirkliche Grund für das alles?  "Er war sehr tot" (Seite 33) "Es war gegen elf Uhr morgens, Mitte Oktober, ein Tag ohne Sonne und mit klarer Sicht auf die Vorberge, was klatschkalten Regen verhiess (Seite 5) Eine wundervolle Sprache. Ein Klassiker, den man einfach lesen muss! Manchmal jedoch hatte ich das Gefühl, dass Chandler seine Depressionen (sofern er welche hatte) verarbeitete. Es war oftmals Düster und einfach "wirr"  Mir passt Simenon mit Maigret um Welten besser. 

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    • 2

    Floh

    02. September 2014 um 03:08
  • Klassiker des Krimi-Genres

    Der große Schlaf

    Stephanus

    25. November 2013 um 17:59

    Raymond Chandler, einer der ganz großen Krimi-Autoren schickt in diesem Buch seinen wohl bekanntesten Krimi-Helden, Philip Marlow, in seinen ersten Fall. Marlow übernimmt zunächst einen einfach erscheinenden Fall für einen alten reichen Mann, der darin besteht, einem Erpressungsversuch nachzugehen. Sehr schnell wird aber klar, dass etwas mit der Familie des Auftraggebers und insbesondere mit den beiden Töchtern nicht stimmt und Marlow findet schließlich die erste Leiche, die der Erpresser ist. Dieser war offenbar ebenfalls mit der Halb- und Unterwelt verbunden und im weiteren Verlauf kommen noch einige Leichen hinzu und Marlow schafft die Lösung sämtlicher Fragen. Chandler entwirft eine sehr komplexe Krimi-Handlung mit überraschenden Wendungen. Im Mittelpunkt steht dabei der Ermittler, Philip Marlow, der reihbeinig, skrupellos und hart ist und der Archetypus einer ganzen Ermittlergeneration werden soll (was auch gelang). Der Stil und die Sprache erinnern fast ein wenig an eine Kurzgeschichte (und auch die Einteilung in kleine, kurze Kapitel) und ist sehr gut lesbar. Der Autor schafft es gekonnt, die Fäden am Ende zusammenzuführen. Das Buch ist nach wie vor sehr spannend und jederzeit empfehlenswert. Mich selbst störte ein wenig, dass ab der Mitte des Buches nicht immer klar war, warum Marlow jetzt diese oder jene Spur verfolgte und damit Orte aufsuchte. Zudem finde ich Marlow ein wenig zu düster und raubeinig (im Vergleich zu Sam Spade von D. Hammend). Ein Klassiker, der immer noch spannende Lesezeit beschert.

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  • Rezension zu "Der große Schlaf" von Raymond Chandler

    Der große Schlaf

    Asmodi

    Was für ein Buch! Für mich mit das Beste, was je geschrieben wurde. Was war Raymond Chandler doch für ein phänomenaler Schriftsteller! „Der große Schlaf“ ist ein Urstoff. Der Roman steht charakteristisch für all das, was der Pionier der so genannten Hard-boiled Novels geschaffen hat. Diese Hervorhebung mag ein bisschen ungerecht gegenüber Raymond Chandlers anderen Texten sein, schließlich waren sie alle toll, aber dieser Thriller ist eben der ultimative Kult – nicht zuletzt, weil hier mit dem im Großraum Los Angeles tätigen Privatermittler Philip Marlowe eine stilbildende Detektivfigur etabliert wurde. Zudem ist der Roman schlichtweg eine literarische Initialzündung. Er brachte etwas völlig Neues in die Welt. Im Grunde ist schon alles über dieses Werk gesagt worden. Bataillone von Literaturwissenschaftlern und Rezensenten haben sich diesen Kriminalklassiker vorgenommen und seine Bedeutung für die Buchkultur hervorgehoben. Eine weitere Exegese ist daher wohl unnötig, man kann sich im Grunde auf eine Leseempfehlung beschränken. Nur soviel: Natürlich ist es die Sprache, die diesen Roman so außergewöhnlich macht – diese Mischung aus lakonischem Fatalismus und saloppem Sarkasmus, die unendlich viele Nachahmer fand, aber in dieser Passgenauigkeit nie wieder erreicht wurde. Dazu die vielen unvergleichlich originellen Vergleiche („... kleine scharfe Raubtierzähne, weiß wie frisches Orangenmark ...“) – superb! Dass die Handlung mit jeder Seite komplexer und verwirrender wird, tut dem Lesevergnügen seltsamerweise keinen Abbruch. Gerade weil auch der ermittelnde Protagonist erhebliche Mühe hat, den Überblick zu halten, ergeben sich zusätzliche Spannungsmomente. Der Identifikationsfaktor ist extrem hoch, und am Schluss passt doch irgendwie alles zusammen (im Gegensatz zur Howard-Hawks-Filmadaption mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle auch der Tod von Owen Taylor, dem Chauffeur. Aber das nur nebenbei). „Was machte es schon , wo man lag, wenn man tot war? In einem schmutzigen Tümpel oder in einem Marmorturm oben auf einem Berg? Man war tot, man schlief den großen Schlaf ...“ – mmmhh, ein ganz feines Sahnestück Literatur.

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    • 4

    DieBerta

    10. April 2013 um 12:18
    Asmodi schreibt Was für ein Buch! Für mich mit das Beste, was je geschrieben wurde. Was war Raymond Chandler doch für ein phänomenaler Schriftsteller! „Der große Schlaf“ ist ein Urstoff. Der Roman steht ...

    dafür hätte ich jetzt gern mal mehrer Herzchen verteilt, aber eins ist sicher ;)

  • Rezension zu "Der große Schlaf" von Raymond Chandler

    Der große Schlaf

    FabianD

    29. September 2012 um 18:48

    Philip Marlowe ist nicht irgendein Detektiv, er ist der hard-boiled Urtypus des Detektivs (natürlich zusammen mit Hammetts Sam Spade). Raymon Chandler lässt diesen bodenständigen und nüchternen Ermittler das erste Mal in seinem Debütroman ‚Der große Schlaf‘ 1939 auftreten. Bis heute einer der Klassiker des Krimis und immer noch absolut lesbar. Auch wenn Chandler meint, dass Marlowe sich schon in den Detektiven seiner vorhergehenden Kurzgeschichten abzeichnet, ist es hier, wo er seine unverwechselbare Stimme findet: Den klassischen Monolog eines oberflächlich zynischen Mannes, der hinter seiner Melancholie einen unbrechbaren Idealismus verbirgt. Diesen Charakter setzte schließlich Humphry Bogart sein Gesicht auf. Man braucht Marlowe nicht zu lieben oder auch nur zu mögen, heutzutage wäre er wohl ein ziemlicher Sexist, Chauvinist und auch ziemlich taktlos. Er konsumiert unwahrscheinliche Mengen Alkohol, die einem entweder die Augen übergehen oder lachen lassen, je nachdem mit wie viel Humor man es nehmen kann. Aber natürlich ist er ein Kind seiner Zeit. So muss man ihn auch nehmen. Aber sein Stil, die Stimme, der Sarkasmus und der Witz, den Chandler ihm gibt, sind unverwechselbar und - obwohl es oft versucht wurde - unnachahmbar. Wir ziehen an der Seite dieses Haudegens durch das Los Angeles der späten 30er. Eine Welt, die das Buch mit wenigen, präzisen Worten in grandiosen Bildern festnagelt. Die Stadt ist zerrissen zwischen der Dekadenz Hollywoods und dem ärmlichen Rest, zwischen einer Polizei, die zu gern wegsieht, und Unternehmern für die Moral kein Hindernis ist. Marlowe passt in keine der Gruppen, die wir treffen; er ist stets der Außenseiter. Aus dieser Position heraus erlaubt er sich auch seine charakteristischen Kommentare und er hält sich vor wirklich niemandem zurück; weder gegenüber seinem Auftraggeber General Sternwood noch dessen Töchtern aber auch nicht vor dem Gangster Eddie Mars und schon gar nicht vor dessen Handlanger Canino. Dabei tritt der Fall fast ganz in den Hintergrund. Marlowe jagt nicht kleinste Hinweise, wie ein Holmes, Dupin, Poirot oder eine Miss Marple die aus den Details des Tatorts ganze Tagesabläufe rekonstruieren. Stattdessen folgt er seinem Bauch, findet, trifft und verhört Verdächtige. Der ganze Roman setzt sich aus kurzen atmosphärischen Beschreibungen und grandiosen intelligenten Dialogen zusammen - auch wenn Chandler erst später in seinem Leben zu höchster Form aufläuft (ganz besonders in ‚Der lange Abschied‘), so schimmert sein Genie in ‚Der Große Schlaf‘ bereits durch. Noch fehlen Marlowe die Qualitäten des Literaturkenners und Schachspielers, auf die er in seinem Sarkasmus immer wieder Bezug nimmt; trotzdem verbirgt er hinter der Fassade des einfachen Mannes viel Intelligenz. Unangenehm auffallen tut an dieser Abfolge von Dialogen nur, dass manchmal nicht ganz klar ist, was Marlowe von einem Ort zum anderen treibt. Gerade im Mittelstück des Romans konnte ich nicht allem gut folgen, das mag auch an Chandlers Art liegen seine Kurzgeschichten auszubeuten, um sie am Ende zu einem neuen Kriminalfall zusammenzufügen. Doch er entschädigt den Leser weitreichend. Gerade am Anfang und gegen Ende kreiert er Szenen, die in ihrer Einprägsamkeit und übertriebenen Ästhetik eines Ennio Moricone-Filmes würdig wären. Doch Marlowe ist und bleibt eine Figur Raymond Chandlers und nur seine Hände konnte ihn wirklich zum Leben erwecken. Vier von fünf Sternen für diesen Roman, der fast mehr Charakterstudie als Kriminalfall ist. Den fehlenden Stern sichert sich Chandler erst mit seinem, meiner Meinung nach, größten Werk, ‚Der Lange Abschied‘.

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  • Rezension zu "Der große Schlaf" von Raymond Chandler

    Der große Schlaf

    Chefkriminalist

    Nachdem ich den Film schon x-mal gesehen hatte, wollte ich endlich auch mal das Buch lesen. Was soll ich sagen - sehr faszinierend, vor allem aufgrund seiner Sprache, die so lakonisch ist und vor markanten Sprüchen trieft, dass man sich am liebsten auf jeder Seite ein Highlight merken möchte. Die Story selbst bleibt etwas im Dunkeln, und die Ermittlung hangelt sich von Hinweis zu Hinweis, wird dabei aber nie langweilig. Bestimmt nicht das letzte Buch von Chandler, das ich gelesen habe!

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    • 2
  • Rezension zu "Der große Schlaf" von Raymond Chandler

    Der große Schlaf

    Blinkmotte

    30. June 2009 um 09:16

    Marlowe wird vom, im Sterben liegenden, General Sternwood beauftragt sich um einen Erpresser zu kümmern, aber bald ist dieser tot und Marlowe findet die jüngste Tochter seines Mandanten im Haus des Toten - nackt, zugedröhnt, in unmittelbarer Nähe der Leiche. Ihm wird klar, dass dies mehr als eine "harmlose" Erpressungsgeschichte wegen Spielschulden ist. - verfilmt (1946) mit Humphrey Bogart und Lauren Bacall. - Marlowe ist ein sehr cooler Ermittler mit einem guten Riecher für dreckige Geschichten, viele Leichen, Verstrickungen, Schlägereien, Verführungsversuche.

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  • Rezension zu "Der große Schlaf" von Raymond Chandler

    Der große Schlaf

    Eltragalibros

    20. October 2008 um 09:12

    Da ich kein großer Krimifan bin, habe ich das Buch mit sehr kritischem Auge gelesen. Die Sprache finde ich zu milieuträchtig, spiegelt aber durchaus die Gangsterwelt, in der sich der Detektiv bewegt wider. Desweiteren behandelt der Autor meiner Meinung nach viel zu viel Steretypen (Frauen als verführerische oder unmoralische Wesen).

  • Rezension zu "Der große Schlaf" von Raymond Chandler

    Der große Schlaf

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. December 2007 um 15:39

    ein spannendes Buch und der Prototyp des amerikanischen Detektivs.

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