Raymond Federman Eine Liebesgeschichte oder sowas

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Inhaltsangabe zu „Eine Liebesgeschichte oder sowas“ von Raymond Federman

Die wohl charmanteste, zweifelsohne aber berühmteste Geschichte des französisch-amerikanischen Autors, der mit seinen vielfältigen Texten zu den bemerkenswertesten Autoren in der Geschichte der modernen amerikanischen Literatur zählt. Es ist die Geschichte von Moinous, einem liebenswerten, einsamen und armen französischen Emigranten in New York, der sich in die etwas ältere Sucette verliebt, eine bürgerliche politische Aktivistin und angehende Schriftstellerin. Die vertrackte Liebesgeschichte entwickelt sich nach vielen Anläufen und Irrwegen langsam doch, aber der Leser stellt sich bald die Frage, wer eigentlich der Erzähler ist, Federman oder Sucette, die sich gerade einen Moinou erfindet.

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  • Rezension zu "Eine Liebesgeschichte oder sowas" von Raymond Federman

    Eine Liebesgeschichte oder sowas

    libri

    30. April 2012 um 15:40

    Eine schöne Liebesgeschichte. Tolle Idee, die mich am Ende reichlich verwirrt zurückgelassen hat. Alles erfunden oder doch passiert ?

  • Rezension zu "Eine Liebesgeschichte oder sowas" von Raymond Federman

    Eine Liebesgeschichte oder sowas

    Clari

    02. April 2010 um 14:48

    Emigrantenschicksal einmal anders erzählt. Eines Tages im Februar oder März zu Beginn der fünfziger Jahre an einem regnerischen Tag in New York sehen sich zwei Menschen zum ersten Mal: ein zaghaftes Lächeln bringt sie zusammen, den aus Frankreich geflüchteten Juden Moinous, der sich nur mühsam mit Gelegenheitsarbeiten durchschlägt, und die aus einer konservativen alteingesessenen Familie aus Boston stammende Sucette. Sie ist aus ihrer Gesellschaftsklasse ausgebrochen und beteiligt sich an politischen Demonstrationen gegen die Missstände in ihrem Land. Nach der ersten Begegnung ist ausgemacht, dass sie sich wieder sehen werden. Gäbe es nicht die Taube Charlie, mit der sich Moinous angefreundet hat,--er wäre ganz alleine auf der Welt! Moinous soll schon bald die Familie in Boston kennen lernen. Für das ungleiche Paar bleibt der Besuch unvergesslich. Das Haus der Familie, das saturierte Benehmen der Familienmitglieder und das vornehme Ambiente mit Butler und Dienstboten versetzt Moinous in eine Art Trance, in der er alle anwesenden Familienmitglieder von den Nichten bis zur Urgroßmutter visionär entkleidet sieht und sie bei obszönen Handlungen beobachtet. Anders kann er sich diesem prätentiösen Gehabe nicht entziehen, bei dem er sich klein und erbärmlich vorkommt. Zwischen Moinous und Sucette, der er von seinen Visionen erzählt, entbrennt ein heftiger Streit. Auf die Vorhaltungen von Sucette über seine mangelnde geistige Integrität antwortet Moinous mit den treffenden Worten:“ wir leben alle wie Küchenschaben in den Winkeln unserer verschrobenen Vorstellungen...... schwanken hin und her zwischen Drüsenfunktionen und purer Lüsternheit, zwischen Einsamkeit und geistigem Unwohlsein“. Er fährt fort, ihr seine Ansichten vorzustellen, die von Ironie und Sarkasmus getragen direkt und ehrlich sind. Unabhängig davon treibt ihn die unstillbare Sehnsucht nach Liebe und Heimat zu ihr hin. Die Liebesgeschichte nimmt einen unerwarteten Verlauf : Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen zu einem undefinierbaren Ganzen, denn Sucette schreibt einen Roman, der den Leser überraschen wird. Nicht die Liebesgeschichte alleine steht im Fokus der Erzählung sondern auch das in den fünfziger Jahren von der McCarthy-Ära und vom Koreakrieg gebeutelte Amerika. Man sieht sich im Verlauf der Handlung mit einer heftigen und kritischen Analyse der amerikanischen Lebensweise konfrontiert. Witzig, immer wieder sarkastisch und mit beißendem Humor zeigt der biographisch gefärbte Roman von Raymond Federmann, wie man sich als Immigrant im Land der unbegrenzten Möglichkeiten fühlte. In der Liebesgeschichte wird von den Hoffnungen und Träumen erzählt, die, wie könnte es anders sein, in Enttäuschungen münden werden. Geistreich, witzig und brillant geschrieben, zeigt das Werk ein ungewöhnliches in New York angesiedeltes Emigrantenschicksal. Raymond Federman ist ein großer Erzähler, der zu den amerikanischen Klassiken zählt.

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