"Solange wir nicht tot sind, können wir immerfort etwas verlieren. Darin besteht die Ironie des Lebens. Nichts währt ewig."
"Die zersplitterte Krone" ist der vierte Band von Raymond E. Feist Midkemia Unterreihe der Schlangenkrieg-Saga. In den alten Taschenbuchausgaben wurde dieser Band aufgeteilt in "Die zersprungene Krone" und "Der Schatten der schwarzen Königin". Bisher waren meine Buddyread-Partnerin und ich von dieser Unterreihe nicht ganz so begeistert und so stehen wir nun am Ende mit vielen Fragen bezüglich einiger Entscheidungen des Autors da. Dazu aber später mehr.
Zuerst zum Inhalt:
Nachdem sich die Midkemianer bis nach Düstermoor zurückziehen mussten, müssen nun neue Kräfte mobilisiert, neue Truppen ausgehoben und Bündnisse gestärkt werden, um Krondor zurückzuerobern. Spione werden ebenso entsendet wie Truppen, denn auch der Feind hat seine Verbündeten und jedes Körnchen Wissen, könnte das Zünglein an der Waage sein ...
"Es ist verführerisch, sich selbst für mächtig zu halten, wenn alle in deiner Umgebung über geringere Kräfte verfügen. Mit den simplen Tatsachen der Existenz, mit der Urgewalt des Lebens und seines Durchhaltevermögens verglichen, sind wir alle nichts."
Wie eingangs bereits erwähnt, hat uns auch der letzte Band nicht so richtig begeistern können. In diesem vierten Band haben wir plötzlich neue Hauptcharaktere, die wir zwar schon kennen, die sich bisher allerdings nur als Randfiguren bewegt haben. Das hat uns etwas irritiert und wir hadern auch mit dieser Entscheidung von Feist, ob das so eine gute Idee war. Bisher war es in jeder Unterreihe so, dass wir zwei bis vier Hauptprotagonisten hatten, um die sich diese Story dreht, diese vierte Unterreihe bricht mit dieser Gewohnheit und wir finden, dass das dieser Reihe gar nicht gut tat. Der nächste Punkt, der uns etwas gestört hat, war das Finale. Hier wurde im Vorfeld eine große Spannung aufgebaut mit einigen Scharmützeln und so lief alles folgerichtig auf die finale Schlacht zu. Doch dieses großangekündigte Feuerwerk verpuffte dann zu einem kleinen Funken. Diese finale Schlacht um Krondor, war viel zu schnell erzählt und nahm nicht mehr Raum ein, als die Kämpfe zuvor. Natürlich war nicht alles schlecht. Die politischen Spielereien waren schön zu lesen und einige der Charaktere haben eine tolle Entwicklung gemacht. Allerdings so richtig ans Herz wachsen konnte uns keiner, eben weil Feist hier ständig die Hauptprotas wechselte. Besonders gern mochten wir am Ende Pugs Move, der den unsympathischen Prinzen Patrick auf den Pott setzte. Allerdings fanden wir auch hier, das Feist die Angelegenheit zu schnell abhandelte. Hier war Potenziel für viel mehr Emotionen, die Feist jedoch verschenkt hat.
Rückblickend auf die Schlangenkrieg-Saga finden wir nicht, dass sie einen Mehrwert für die Midkemia-Reihe hat. Wir finden sie überflüssig und gehen, gerade auch im Hinblick darauf, dass Patrick künftig die Geschicke des Reiches lenken wird, eher unbefriedigt und enttäuscht aus der Reihe raus. Für uns endet die Reise durch Midkemia erst einmal. Wir werden sehen, ob wir nach einer Pause nochmal zurückkehren werden.
"Die Vergangenheit, sagte er, kann für dich zu einer Fessel werden, zu einer nicht zu sprengenden Kette. Du schleppst sie mit dir herum, schaust ständig über die Schulter und fragst dich, was dich bloß immer festhält. Wenn du sie loslässt, kannst du dich vorwärts bewegen."
Übersetzt von Andreas Helweg
Raymond Feist
Lebenslauf
Alle Bücher von Raymond Feist
Der Lehrling des Magiers
Der verwaiste Thron
Die Gilde des Todes
Dunkel über Sethanon
Gefährten des Blutes
Die Rückkehr des Schwarzen Zauberers
Die Verschwörung der Magier
Im Labyrinth der Schatten
Neue Rezensionen zu Raymond Feist
"Dämonenkönig" ist der dritte Band von insgesamt vier Bänden der Schlangenkrieg-Reihe aus Raymond E. Feists großem Midkemia Universum.
Die Streitkräfte der Smaragdkönigin stehen nun vor den Toren Krondors. Dem Prinzen und seinen Getreuen ist jedoch klar, dass es schwer wird dieser Invasion der Schlangenmenschen zu widerstehen. Und während sich Krondor vorbereitet, Pläne schmiedet und Fallen ersinnt, sind sich Pug, Macros, Miranda und Tomas einig, dass eine noch größere Gefahr hinter den Pantharianern lauert. Eine Kreatur, die die Quelle des Lebens erobern will, um sie zu verderben. Pug und Macros ist klar, dass sie gewinnen müssen, denn sonst ist alles verloren.
"Alles, was wir über die Realität wissen, ist nur eine Illusion, ein Traum, den wir kaum begreifen können."
Diesen dritten Band fanden wir definitiv wieder besser als Band 2, denn hier ging es wieder um den Konflikt und Krieg mit den Pantharianern - den Schlangenmenschen. Während sich die erste Hälfte des Buches etwas in die Länge zieht und eigentlich nichts passiert, wartet die zweite Hälfte dann wieder mit mehr Spannung und Action auf. Es gibt kleinere Scharmützel und große Schlachten, Intrigen und große Pläne. Die Charaktere entwickeln sich, ob der Herausforderungen weiter und wachsen an ihnen. Vor allem von Eriks Entwicklung waren wir sehr angetan. Besonders erfreut waren wir jedoch über das längst überfällige Wiedersehen mit den Magiern Pug und Macros und auch mit Tomas, dem besten Freund von Pug. Es war schön, dass diese Figuren, die wir aus der Hauptreihe kennen, hier wieder mehr ins Zentrum der Geschichte rücken. Jedoch lässt Feist auch viele Charaktere über die Klinge springen, die uns schon eine Weile begleiten. Leider geschieht dies auf eine sehr distanziert erzählte Art und Weise, die uns eher kalt ließ - es hat uns im Gegensatz zu anderen Büchern eher ungerührt zurückgelassen und hallte nicht nach. Nun ist diese Reihe natürlich auch weniger charakterbasiert, so dass man die Nähe zu den Figuren sowieso nicht so stark empfindet wie bei anderen Büchern. Doch etwas mehr Emotionalität wäre schon wünschenswert gewesen.
Trotz allem schleicht sich bei uns gerade eine gewisse Müdigkeit ein. Für uns scheint diese Saga allgemein auserzählt zu sein, denn vieles wiederholt sich nun bzw. ähnelt zu sehr bereits Erzähltem. Den letzten Band der Schlangenkriegsaga werden wir nun aber noch lesen, danach machen wir allerdings erst einmal eine Pause von diesem Universum.
"Wer soll wissen, was das Richtige ist? Du bist anders als jedes Wesen auf dieser Welt, aber wie alle Männer oder Frauen, die in diese Welt hineingeboren werden, egal, in welchen Rang, musst du ganz allein entscheiden, wer du sein willst."
Eine liebe Lesefreundin und ich haben uns gemeinsam Raymond E. Feists Midkemia Universum vorgenommen. Eine etwas ältere High-Fantasy-Reihe, die wir gemeinsam entdecken möchten. Mit "Herr der Münzen", dem zweiten Buch der Schlangenkrieg-Saga, hat uns Raymond Feist zum ersten Mal auf dieser langen Reise etwas enttäuscht.
Das Buch setzt an, wo der erste Band aufgehört hat. Erik, Roo und alle anderen überlebenden Kämpfer unter Krondors Flagge kehren in die Heimat zurück. Glücklich, überlebt zu haben und traurig, ob all der erlittenen Verluste. Während Erik sich den Roten Adlern, einer besonderen Kriegertruppe der Krone, anschließt, um das Land vor dem Angriff der Pantharianer zu verteidigen, entscheidet Roo sich für ein freies Leben. Er möchte Händler werden und damit ungemein reich. So eröffnet er mit seinem Cousin Duncan einen Weinhandel, ehe er sich notgedrungen auf andere Waren spezialisieren muss. Und somit beobachten wir hauptsächlich Roos Weg und Werdegang, anstatt uns mit Erik aufs Schiff zu schwingen und ihn zu begleiten, wenn er den Schlangenmenschen die Stirn bieten muss.
Und genau hierin liegt unser Problem mit dem Buch. Diese Unterreihe behandelt eigentlich die Schlangenkriege in Midkemia, doch was wir in diesem zweiten Band bekommen ist ein Crashkurs für Händler bzw. jene, die es werden wollen. Die eigentliche Story, rund um den Krieg mit den Pantharianern gerät dagegen sehr in den Hintergrund und wir bekommen nur hier und da kleine Fragmente davon geliefert, wie es bei Erik, Calis und Co gerade so läuft. Das ist sehr unbefriedigend für uns gewesen. Was uns bei diesem Buch ebenfalls stört, ist das doch eher mangelhafte Frauenbild. Die Frauen gehen hier sehr unter und sind eher still und unterwürfig, mit Ausnahme einer adligen Dame, die hingegen sehr klischeehaft bösartig, zickig und intrigant dargestellt wird. Uns dünkt Feist fehlt hier die Hand von Janny Wurts, mit der er in der Kelawan-Unterreihe großartige Frauencharaktere geschaffen hat.
Das ist das elfte Buch einer zweiunddreißig-bändigen Reihe, daher sind wir uns einig, dass wir Feist in diesem Fall nochmal verzeihen können und hoffen im nächsten Band wieder auf mehr Schlangenkrieg und weniger Handels-Einmaleins. Für uns ist diese Reise also noch nicht beendet - drückt uns die Daumen, dass wir auf der weiteren Reise unsere Rechnungsbücher zu Hause lassen können und stattdessen wieder zu Wanderschuhen, Schwert und strategischen Plänen greifen dürfen.
(Es handelt sich hierbei um eine gemeinsame Rezension.)
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Raymond Feist wurde am 23. Dezember 1945 in Los Angeles (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.
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