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Annabel

vor 3 Monaten

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Gleich zu Beginn ist mir positiv aufgefallen, dass alle offenen Probleme des ersten Bandes im zweiten wieder aufgegriffen werden und es sogar noch einmal unterschwellige Erklärungen gibt, weshalb ich keine Probleme hatte, mich wieder in die Geschichte einzufinden. Und selbst, wenn ich eine Figur bereits vergessen hatte, ergab sich ihre Rolle schnell wieder im Kontext. Trotzdem habe ich schnell gemerkt, dass „Der verwaiste Thron“ in einer ganz anderen Atmosphäre startet.- Selbstverständlich, denn die Welt ist auch eine vollkommen andere.Und selbst die Charaktere, die aus dem ersten Band geblieben sind, haben sich verändert, was in diesem Fall keineswegs etwas Schlechtes ist. Sie sind schlichtweg reifer und erwachsener geworden, teilweise jedoch auch reservierter und trockener.
Im Vergleich zu „Der Lehrling des Magiers“ gibt es in diesem Band von allem mehr: Mehr Liebe, mehr Gefühl, längere Kämpfe, ausgeweitete politische Gespräche und Handlungen und eine Menge neuer Figuren. Vor allem liegt das daran, dass der Großteil dieses Buchs in der feindlichen Welt, nämlich in der der Tsuranis, spielt. Und da der Leser auch diese Welt genauso gut wie Midkemia kennen soll, hat der Autor die meisten Kapitel ihr gewidmet. Spannend war es auf jeden Fall, eine neue Kultur zu entdecken und gleichzeitig verfolgen zu können, wie es in Midkemia weiterging. Denn während Pug durch seine Gefangenschaft in dem fremden Land sein Leben vollkommen umlenkt, bekommen die ehemaligen Nebencharaktere aus Band 1 mehr Aufmerksamkeit. Vor allem die Mitglieder der Königsfamilie und ihre Verbündeten konnte ich viel besser kennenlernen und auch zu ihnen Beziehungen aufbauen. Da dies aber nur langsam und Figur für Figur passiert ist, war es nie anstrengend, all diese neuen Verknüpfungen und Abenteuer beibehalten zu können.
Aber ich muss gestehen, dass ich streckenweise doch daran gezweifelt habe, ob mir der zweite Band der Midkemia-Saga gefallen würde. Nicht, weil er schlechter geschrieben ist, doch war die Handlung teilweise einfach nicht fesselnd. Viele Gespräche über Politik füllen die erste Hälfte und lange Zeit passiert gefühlt nichts und gleichzeitig doch eine Menge. Auch ist Pug, der Hauptcharakter aus dem ersten Band, an dem ich mir damals so einen Narren gefressen hatte, nicht mehr der Selbe.- Zumindest für sehr lange Zeit. Auch habe ich mich mit dem ersten Viertel des Buches schwergetan, weil einfach viele langatmige Vorgänge thematisiert werden und Pugs weiterer Werdegang lange Zeit nur ein tristes Hin und Her war, weshalb manchmal der Rote Faden verloren ging. Es war manchmal einfach schwer, zu differenzieren, was wichtig ist und was nicht.
Glücklicherweise hat Raymond Feist das Ruder an einem bestimmten und sehr passenden Punkt herumgerissen und die Geschichte wieder auf das Niveau des ersten Bands gebracht. Und auch der seichte Humor, den er hin und wieder gekonnt in Szene gesetzt hat, kam wieder auf. Letztendlich hat alles zu einem sehr spannenden und mehr als zufriedenstellenden Ende voller Aufregung geführt.


(mehr auf:  http://a-bookdemon.blogspot.com/2017/02/rezension-die-midkemia-saga-2-der.html)

Autor: Raymond Feist
Buch: Der verwaiste Thron
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