Reay Tannahill Sex in History

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Inhaltsangabe zu „Sex in History“ von Reay Tannahill

Drawing on art, architecture, literature, theology and numerous scientific disciplines, the author intends to provide a long entertaining look at sexual attitudes, customs and practices in all the world's major civilizations past and present. (Quelle:'Flexibler Einband/01.12.1989')

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  • Das Geschlecht in der Antike, in Asien und heute.

    Sex in History
    Admiral

    Admiral

    02. October 2015 um 11:17

    Ihr könnt es schon an meiner Überschrift ablesen. Ich habe das Buch nicht komplett gelesen. Aber tatsächlich habe ich immerhin mehr gelesen, als ich wollte ! Zunächst hatte ich den Plan, ausschließlich den Teil über die römische Zeit zu lesen (S. 106-135), doch bereits die Einleitung hatte in mir die Neugier geweckt durch die Themenspezifizierung, die lockere Schreibweise und die Offenheit des Umgangs mit dem Thema. So will ich hier mal keine ausdrückliche Rezension schreiben, sondern vielmehr einen teilweisen Eindruck. Die britische Historikerin/Autorin Reay Tannahill (bereits 2007 verstorben) versucht hier in ihrem Buch "Sex in History" (1980) die Bedeutung der Geschlechterzuweisung in der Menschheitsgeschichte zu ergründen. Gelesen habe ich, wie gesagt, nicht alles: Vorwort (11f.); Prähistorie (14-55); Antike/Christenheit zT (58-161); China (164-198); Übergang zur Zeitgeschichte (348-426). Dabei ist natürlich vorauszusetzen, dass das englische "sex", nicht dem dt. "Sex" entspricht, sondern eher "Geschlecht" meint. Tannahill behandelt in ihrer lockeren Formulierungsweise allerdings natürlich auch sexuelle Ereignisse und Wendungen. So habe der Übergang des Menschen vom a tergo-stil (Sex von hinten) zur Missionarsstellung ddas heute gültige Sexideal eingeleitet (S. 16-18), da erst hier das Gesicht und die Front/Brust der Frau für den mann sichtbar wurden. Vorher galt eher eine umfassende (=gebärfreudige ?) Hüfte als schön, während nachher zunehmend die Gesichtschönheit und ein wohlgeformter Busen relevant wurden. Aus der urprünglich üblichen a tergo-Sexposition rühre bspw. auch die Orientierung auf die "inneren Werte" eines Mannes, da die Frau den Mann so beim Verkehr nicht im Blickfeld hatte. Dabei könnten wir natürlich als Kritikpunkt einwenden, dass sie ihn doch vorher und nachher sieht. Aber der Gedanke ist grundlegend verlockend. Der römische Part kommt mir leider deutlich zu kurz. Alberto Angela (wenn ihr wollt, könnt ihr mal in meine Rezension dazu reinlesen) hat ja erst vor kurzem gezeigt, wie viele Aspekte dort mit reinspielen und wie viel sich aus den antiken Zeugnissen herauslesen lässt. Tannahill hingegen beschränkt sich mit ihren etwa 30 Seiten auf einige wenige Aspekte: Verhaltenstraditionen zw. Mann und Frau aus der pastoralen Zeit (zB der Alkoholprüfungskuss); die 3 Heiratsarten; der umstrittene Schmuckrückforderungsaufstand der Frauen im Jahre 215; Konkubinat; für die Antike einzigartige Ideenfreiheit der Frauen; religiöse Rolle von Frauen; Trennung. Dabei geht sie weniger chronologisch, als vielmehr thematisch an diesen Punkten entlang. Dabei wäre eine Abhandlung zu zeitübergreifenden Tendzen evtl. noch interessant gewesen. Der oft angeführte Epochenübergang von der Republik zum Principat wird dabei gewiss keine große Rolle gespielt haben. Bestimmt allerdings werden das Entstehen des Patriziats (wobei es hier kaum Quellen gibt...), das Aufkommen der Massensklaverei (Osteroberung) oder die massiven Völkerströme in der Spätantike größere Änderungen bewirkt haben. Das chronologische Element fehlt mir. Andererseits ist diese thematische Bezogenheit deswegen auch ganz gut, da es dezidierte Fragestellungen zur Folge hat, die sich an zeitgenössischen Vorlieben orientiert. So zB die Frage nach der geistigen Freiheit der Frau oder nach Verhütung. Bes. interessant ist auch noch der krasse Kontrast zwischen christlicher Moral (S. 136-161) und dem außereuropäischen Geschlechterverhältnis (China: S. 164-198). Hier zeigt sie schön die unterschiedlichen Moralvorstellungen, sowie den unterschiedlichen Umgang mit Sexualität der Gesellschaften auf. Die Christenheit sei hier sehr rigide und habe eine Voprstellung geschaffen, die bis heute mehr oder weniger gültig ist: nämlich die der sexuellen Sünde. In China hingegen wurde deutlich entspannter mit Sex umgegangen. So gab es schon in der Han-Zeit (206 vZ - 24 uZ !) Sexhandbücher, die den Leern ermöglichen sollten, eine Yin-Yang-Harmonie zu erlangen. Sex ist hier also eine Art Glücksethik. Da wir heute eine historisch gesehen einzigartige (?) Offenheit beim Thema Sex und Geschlterverhältnis haben, ist das Thema natürlich sehr zeitgemäß gewählt. Aber darum nicht weniger interessant ! Tannahill geht sehr wissenschaftlich vor und schafft zeitgleich die Balance mit einem angenehmen Narrativ. Schön ist ihre politische Objektivität, die dazu verleiten könnte, Vorwegnahmen in die Geschichte hineinzuinterpretieren (Frauenemanzipation zB). Dennoch wird sie politisch, wenn es zum Fazit kommt, wo sie Fragen aufwirft, die auch heute noch (2015) Geltung haben, nämlich nach dem Erfolg der emanzipierten Frauenbewegung und ihren Folgen. Eine Antwort gibt sie nicht, doch ist das evtl. auch gut so. Das Buch gefällt mir. Evtl. nehme ich es mir irgendwann nocheinmal in seiner Gesamtheit vor.

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