Das Haupt der Welt

von Rebecca Gablé 
4,4 Sterne bei280 Bewertungen
Das Haupt der Welt
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (249):
Odenwaldwurms avatar

Ein Buch das man sehr empfehlen kann.

Kritisch (6):
Elodins avatar

Habe bis jetzt alle Gables gelesen, die meisten fand ich super. Dieses musste ich nach 200 Seiten weglegen, ich habs wohl über, schade.

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Inhaltsangabe zu "Das Haupt der Welt"

Brandenburg 929: Beim blutigen Sturm durch das deutsche Heer unter König Heinrich I. wird der slawische Fürstensohn Tugomir gefangen genommen. Er und seine Schwester werden nach Magdeburg verschleppt, und bald schon macht sich Tugomir einen Namen als Heiler. Er rettet Heinrichs Sohn Otto das Leben und wird dessen Leibarzt und Lehrer seiner Söhne. Doch noch immer ist er Geisel und Gefangener zwischen zwei Welten. Als sich nach Ottos Krönung die Widersacher formieren, um den König zu stürzen, wendet er sich mit einer ungewöhnlichen Bitte an Tugomir, den Mann, der Freund und Feind zugleich ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404172009
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:960 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:13.08.2015
Das aktuelle Hörbuch ist am 23.02.2018 bei Lübbe Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    SarahCepins avatar
    SarahCepinvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Durchaus lesenswert ...
    Anders als sonst ...

    Ich lese Rebecca Gablé sehr gerne, auch wenn die Bücher nichts mit den Waringhams zu tun hatten.
    Auch "Das Haupt der Welt" ist nicht schlecht und lässt sich meiner Meinung nach sehr gut lesen. Narürlich gibt es in einem so umfangreichen Buch immer wieder Stellen, die Hintgründe erklären oder das Leben an sich schildern. Für mich macht gerade das ein Historisches auch aus. Ich mag zwischenmenschliches gern und finde das nicht langweilig.

    Dennoch kann ich nur vier Sterne geben. Alle Figuren sind gut geschildert und ihre Leben und Handlungsweisen nachvollziehbar, doch ich bekam nicht so eine tiefe Verbindung wie sonst. Gerade das machte aber immer den Reiz ihrer Bücher aus.

    Die Geschichte der Sachsen ist interessant und ich war sehr erfreut, einmal etwas über so frühe mittelalterliche Geschichte zu lesen, doch die Schilderung der englischen Geschichte in den anderen Romanen der Autorin haben mich mehr überzeugt.

    Alles in einem dennoch lesenswert.

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    R
    raeubertochtervor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Spannendes Stück deutscher Geschichte auf geniale Art und Weise lebendig gemacht!
    Deutsche Geschichte lebendig

    In Das Haupt der Welt schafft es Rebecca Gablé erneut, auf geniale und unaufdringliche Art und Weise Geschichte lebendig zu machen.
    Dieses Mal handelt es sich um ein Stück deutscher Historie um Otto den Großen, die mir persönlich bis zu diesem Roman vollkommen fremd war und mich deshalb umso mehr fasziniert hat.

    Nicht nur ihre eigens für den Roman erfundenen Charaktere werden hier lebendig, sondern auch echte historische Figuren werden mitsamt ihrer möglichen Gefühle, Motive und Gedanken greifbar.

    Als Leser dieser lehrreichen – aber nicht belehrenden – Romane freue ich mich schon während der Lektüre immer auf Gablés Nachwort, um dort zu erfahren, was wirklich so geschehen ist und in welchen Bereichen sie sich größere schriftstellerische Freiheiten genommen hat.

    Das Haupt der Welt ist einer meiner absoluten Favoriten unter den historischen Romanen: Die Charaktere sind authentisch, die Geschichte spannend und der wahre Hintergrund unglaublich fesselnd.

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    monerls avatar
    monerlvor 8 Monaten
    Geschichte zum Anfassen

    Kurzmeinung:

    Genre: Historischer Roman

    Handlung: Wir lernen in diesem historischen Roman viel über einen älteren Teil der deutschen Geschichte. Als Leser ist man dabei, als König Heinrich I, König des Ostfränkischen Reichs, seine Grenzen sichert, gegen die "wilden", barbarischen und ungläubigen Slawen kämpft und die Ungarn vertreibt. Hautnah erleben wir, wie er seinen mittleren Sohn bevorzugt, ihn noch zu Lebzeiten zu seinem Nachfolger benennt und wie Otto zu König Otto I, Otto der Große, wird. Nebenbei bekommen wir auch über Tugomir, den gefangengenommenen slawischen Prinzen, Einblicke in das Leben der Slawischen Völker. Eine spannende Geschichte über die Geschichte entfaltet sich...

    Charaktere: Es ist sehr gut, dass es in diesem Roman eine Dramatis Personae gibt, denn der Leser muss mit einer Flut von Figuren, insbesondere von vielen historischen Personen, auskommen und versuchen, den Überblick nicht zu verlieren. Dabei ist das Personenregister absolut hilfreich. Es gibt einige Chraktere, die die Funktion einer Hauptfigur wahrnehmen. So sind neben der ganzen Königsfamilie Heinrichs I. und später Ottos I. auch das slawische Geschwisterpaar Tugomir und Dragomira im Fokus. Wie man es von Rebecca Gablé gewohnt ist, werden auch in diesem Roman die Charaktere sehr gut und tief ausgearbeitet. Keine ist platt und eindimensional. Auch die Antagonisten haben ihre hellen und spannenden Seiten.

    Spannung: Der Hauptteil der Spannung liegt auf dem Erzählstrang des Slawenprinzen Tugomir. Als Kriegsgefangener und Sklave König Heinrichs I. stellt sich die Frage, wie wird sein Leben weitergehen? Welche Höhen und Tiefen muss er überstehen und wird er das alles überleben? Da dies ein historischer Roman ist und sich deshalb natürlich größtenteils auf historische Fakten stützt, ist der Erzählstrang von König Heinrich I. Otto des Großen nicht ganz überraschend. Doch die Autorin schafft es durch ihre erzählerische Kunst auch hier den Leser tief in das Buch versinken zu lassen und dabei gespannt zu sein, wie sich welche Intrigen entwickeln und wer welchen Krieg gewinnt oder verliert.

    Schreibstil: Rrebecca Gablé schafft es ihren epischen Roman kurzweilig erscheinen zu lassen. Die Charaktere sind immer in Bewegung und durch interessante und gelungene Dialoge liest sich das Buch sehr leicht und flüssig.

    Ende: Zum Schluss hin häufen sich die Kriegsszenen sehr und waren mir dann irgendwann ein bisschen zu viel. Obwohl diese natürlich historisch belegt sind, spürte man ab einem gewissen Zeitpunkt, dass das Ende naht und das Lesen wurde hin und wieder etwas zäh. Dennoch ist Rebecca Gablé der Abschluss gelungen, der den Roman gekonnt abrundet.

    Hörbuch: Über BookBeat konnte ich hin und wieder in das ungekürzte Hörbuch, gelesen von Detlef Bierstedt, reinhören. Es ist eine prima Alternative, wenn einem das Buch mit 864 Seiten zu dick und zu schwer zum Halten ist und man sich lieber vom Sprecher in die Geschichte hineinversetzen lassen möchte.

    Fazit: Ein gekonnter Auftakt zur Reihe Otto der Große und eine interessante Aufarbeitung der frühen deutschen Geschichte des 10. Jahrhunderts. Mich animierte das Buch zur Recherche der historischen Fakten, über die ich alles nachlesen wollte. Ein historischer Roman, der gleichzeitig unterhält als auch informiert. Genau so, wie ich solche Schmöker liebe und von der Autorin auch bisher gewöhnt war. Ein echter Gablé!
    _____________________________________
    http://bit.ly/2n6KPHP

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    Hortensia13s avatar
    Hortensia13vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Toller Roman über den Beginn des Mittelaters in Deutschland. Absolut lesenswert!
    Beginn des Mittelalters

    Heinrich I. nimmt nach dem Sturm auf die Brandenburg im Jahre 929 den slawischen Fürstensohn Tugomir und seine Schwester gefangen. Als Geiseln werden sie nach Magdeburg verschleppt. Tugomir muss seinen Weg in dieser Situation unter den feindlichen Sachsen zu leben. Bald schon entsteht eine Verbindung zwischen Tugomir und Heinrichs Sohn Otto, die ihr beider Leben unwiderbringlich aneinanderkettet.Rebecca Gablé ist hier eine tolle historische Saga gelungen. Vom ersten Satz an war ich von der Geschichte rund um Tugomir und Otto gefesselt. Besonders gut fand ich, dass man nie den Faden verliert, wer wer ist und wo die Handlung gerade stattfindet, was bei solchen historischen Romanen schnell passiert.

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    Thommy28s avatar
    Thommy28vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wundervoller Einblick in das 10. Jahrhundert. Historische Fakten und Personen gekonnt mit Fiktion gemixt.
    Toller Einblick in das 10.Jahrhundert. Historische Fakten & Personen gekonnt mit Fiktion gemixt

    Eine ganz kleinen Einblick in die Handlung gibt die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:

    Dies war mein erstes Buch der Autorin. Ich hatte hohe Erwartungen ob der hohen Bewertungen hier. Diese Erwartungen wurden nicht enttäuscht. 

    Der Autorin ist es gelungen den Leser - trotz der vielen handelnden Personen und Orte - tief in das Geschehen eindringen zulassen, ohne daß dieser den Überblick verliert. Das allein ist schon sehr bemerkenswert und eine Meisterleistung. 

    Darüber hinaus schafft es die Autorin in gerade zu bewundernswerter Weise die Zeit und das Leben der Menschen im 10. Jahrhundert zum Leben zu erwecken. Dies alles auch noch vor einem historisch korrekten und gut recherchierten Hintergrund, den die Autorin auf faszinierende Weise mit einer fiktiven Handlung verknüpft. 

    Die Schreibweise ist klar und angenehm zu lesen. Das Buch hat einen sehr guten Spannungsbogen; man mag es zeitweilig garnicht aus der Hand legen. Bei einem solch doch recht umfangreichen Werk lassen sich kleinere Längen nicht immer ganz vermeiden; so auch hier. Aber dies tut dem Buch in Gänze keinen Abbruch.

    Ein sehr fesselnder, spannender, manchmal tragischer, manchmal grausamer Roman - aber auch die Liebe ist hier nicht zu kurz gekommen. Dazu kommt der Kampf der Religionen und eine Menge Kampfgetümmel und eine Vielzahl von Intrigen. 

    Insgesamt ein Buch das toll unterhalten kann und mir ein paar sehr schöne Lesestunden beschert hat.

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    Giselle74vor einem Jahr
    Grandios!

    Mit "Das Haupt der Welt" legt Rebecca Gablé einen neuen Historienroman vor. Diesmal geht es um das frühe deutsche Mittelalter, die Zeit der Ottonen, genauer die frühen Regierungsjahre Ottos des Großen. Der Großteil der Charaktere ist historisch verbrieft, natürlich etwas ausgeschmückt, aber wie sagt die Autorin im Nachwort: "Jede Geschichtsschreibung ist Fiktion".

    Mit dem Sturz der Brandenburg werden der slawische Prinz Tugomir und seine Schwester Geiseln König Heinrichs I. Schon bald darauf rettet Tugomir Heinrichs Sohn Otto das Leben und wird bekannt als Heiler. Seine Schwester dagegen bekommt ein uneheliches Kind von Otto. Und so nimmt die Geschichte der Geschwister ihren Lauf...

    Liebe und Intrigen am sächsischen Fürstenhof, Umsturzversuche und Machtspiele, die Autorin nimmt uns mit in eine aufregende Zeit. Das deutsche Reich römischer Nation ist aufgelöst, doch Otto sieht sich als Nachfolger im Geiste Karls des Großen und versucht sein Reich zusammenzuhalten, auszudehnen und die Slawen zu christianisieren. Das ist nicht einfach, zumal auch nicht alle Familienmitglieder mit seiner Wahl zum Nachfolger Heinrichs I. einverstanden sind. Und so kämpft Otto um den Thron und die Verwirklichung seiner Ideale.

    Rebecca Gablé schafft es mit bemerkenswerter Leichtigkeit, den Leser in andere Zeiten zu versetzen, die Farben, Gerüche, das Leben im Mittelalter aufleben zu lassen. Historische Informationen werden gekonnt nebenher serviert, ohne den Fluss der Geschichte zu verlangsamen oder zu unterbrechen. Dabei ist es gar nicht einfach, die wechselnden Bündnisse, Grenzverläufe, Volkszugehörigkeiten etc zu vermitteln. Viel ändert sich in wenig Zeit, Ottos Reich besteht aus Grafschaften und Marken, nur zusammengehalten durch den Willen ihm zu dienen. Trotzdem kommt keine Langeweile auf, denn die Charaktere sind ausgereift und in sich logisch. Einziger Wermutstropfen: Otto bleibt ein wenig blass, wie es so häufig mit dem hehren, ewig guten Helden geht. Bösewichter sind eben spannender...

    Eine sehr gelungene Umsetzung eines Romanthemas, über das noch recht wenig geschrieben wurde, lebendig und farbenfroh. Es wird sicher nicht das einzige Buch bleiben, das ich von dieser Autorin lesen werde...

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    Blackfairy71vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Deutsche Geschichte wie immer lebendig erzählt von Rebecca Gablé.
    Deutsche Geschichte lebendig erzählt

    Brandenburg im Jahr 929: Sachsenkönig Heinrich I. greift mit seinen Söhnen Thankmar und Otto die Slawen an und tötet Fürst Vaclavic. Seinen Sohn Tugomir und dessen Schwester Dragomira verschleppt er nach Magdeburg. Mit den Jahren macht sich Tugomir zwar einen Namen als Heiler und rettet auch Otto das Leben, aber er bleibt eine Geisel am Hof von König Heinrich. Nach wie vor lebt er als Heide in der christlichen Welt und ist nicht bereit, seinen Göttern abzuschwören und den Gott der Sachsen als "wahren Glauben" zu akzeptieren. Dragomira wird Ottos Geliebte und schenkt ihm einen Sohn. Als Heinrich Otto als seinen Nachfolger benennt und außerdem die Ehe mit der angelsächsischen Prinzessin Editha für ihn arrangiert, wird Dragomira in ein Kanonissenstift geschickt. 
    Otto wird nach Heinrichs Tod König und Tugomir der Lehrer seiner Kinder. Aber nicht alle sind mit dem zweitältesten Sohn Heinrichs auf dem Thron einverstanden und immer wieder gibt es Widersacher in den adeligen Kreisen, um Otto zu stürzen. Allen voran intrigiert sein jüngerer Bruder Henning gegen Otto, denn er sieht sich selbst als rechtmäßigen Thronfolger, der "im Purpur geboren" wurde, da sein Vater zu der Zeit bereits König war. Ottos älterer Bruder Thankmar dagegen ist ganz zufrieden mit Heinrichs Entscheidung, da er selbst nie das Verlangen nach der Krone hatte. 
    Otto stehen schwere Zeiten bevor und eines Tages wendet er sich mit einem ungewöhnlichen Plan an Tugomir, der mit den Jahren Freund und Feind zugleich geworden ist. 

    "Das Haupt der Welt" erzählt über einen Zeitraum von zehn Jahren die Anfänge von König Otto, später auch Otto der Große. 
    Wie immer gelingt es Rebecca Gablé Geschichte so zu erzählen, dass man glaubt, man wäre selbst dabei gewesen. Beim Lesen wird das 10. Jahrhundert lebendig, man sieht die Pfalzen und Burgen, die slawischen Tempel, die Flüsse und Wälder vor sich. 
    Historische Fakten werden wunderbar mit Fiktion verknüpft und die Autorin füllt die "leeren Flecken" so, dass man denkt: Ja, so könnte es gewesen sein. 
    Auch die Charaktere sind authentisch dargestellt. Tugomir als slawischer Priester, der ständig zwischen zwei Welten hin und her gerissen ist und Otto, der als späterer König schwere Entscheidungen treffen muss, sind sich ähnlicher, als beiden lieb ist. 
    Dann Thankmar, der leider ein trauriges Ende nimmt. Dragomira, die eigentlich nur geliebt werden möchte und natürlich das Beste für ihren Sohn will.
    Ich denke, jeder Leser hat hier seine Favoriten, die er entweder liebt oder hasst. 

    Von Anfang bis Ende fühlte ich mich gut unterhalten und es war sehr interessant für mich, auch mal etwas über die frühe deutsche Geschichte zu erfahren. Und wenn sie dann noch erzählerisch so gut verpackt ist, da bleiben beim historisch interessierten Leser eigentlich keine Wünsche offen. 
    Am Anfang ist dargestellt, welche Personen tatsächlich gelebt haben und welche erfunden sind. Und auch im Nachwort der Autorin erfährt man noch einige interessante Dinge.

    "Das Haupt der Welt" war für mich spannend, auch mit witzigen und emotionalen Momenten. Deswegen gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

    Und für mich ist jetzt klar, dass ich die Fortsetzung von Ottos Geschichte in "Die fremde Königin" auch lesen werde.

    Kommentare: 5
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    FarinaKavins avatar
    FarinaKavinvor einem Jahr
    Ein historisches Meisterwerk

    Tugomir, ein slawischer Fürstensohn, wird zusammen mit seiner Schwester Dragomira vom Sachsenkönig Heinrich I. gefangen genommen und als Geisel nach Magdeburg gebracht. Während seine Schwester als Liebhaberin von Heinrichs Sohn Otto ein recht ruhiges Leben führt, hat Tugomir nur eines im Sinn: er muss zurück in seine Heimat. Da jedoch ein Druckmittel besteht, das ihn an seiner Flucht hindert, verlegt er sich auf das, was er am Besten kann: das Heilen – und macht sich damit einen Namen. Er rettet Otto mit seinem Wissen das Leben und fortan ist er dessen Leibarzt, mit anfänglichen Widerwillen auch sein Freund. Doch Tugomirs Wunsch ist weiterhin groß und als Otto mit einer ungewöhnlichen Bitte an ihn herantritt, muss er seine Loyalität beweisen.

    „Das Haupt der Welt“ von Rebecca Gablé stellt eine knapp 870seitige Herausforderung dar, der ich mich für meinen Teil mit Genuss gestellt habe. Denn fast keiner weiß es, so geschickt Geschichte mit Fiktion zu verbinden. Es ist ein stetiges Vergnügen, die Charaktere über einen langen Zeitraum zu verfolgen, mit ihnen zu leiden, zu lieben, zu hassen, zu kämpfen und zu vergeben.

    Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht Tugomirs und Ottos erzählt, sodass man einen besseren Einblick in das Leben der Sachsen auf der einen und das Leben der Slawen auf der anderen Seite bekommt. Dabei kommt meiner Meinung nach auch für beide Seiten Verständnis auf.

    In ihrem Nachwort führt die Autorin aus, dass „jede Geschichtsschreibung [...] Fiktion [ist]“ ... sie flicht geschickt Fiktion in historisch Belegtes, verzaubert mit ihrem äußerst angenehmen Schreibstil und schafft es so ganz nebenbei auch noch, den Leser dazu zu bringen, sich in ihre einzigartigen Figuren zu verlieben – wobei Thankmar, der ältere Halbbruder König Ottos, der sich mit Ungestüm und Übermut in mein Herz geschlichen hat, mein Favorit ist.

    Mein Fazit: Selten habe ich einen historischen Roman so verschlungen wie Rebecca Gablés „Das Haupt der Welt“. Die Autorin beschreibt die geschichtlichen Fakten belebend und interessant und verwebt diese mit ihren Fantasien auf eine Art und Weise, wie ich es bisher bei keinem anderen historischen Werk gelesen habe.

    Ein Buch, das mich (einem eigentlichen Fantasy-Fan, der sich selten an den Rand der Wirklichkeit traut) von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen hat.

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    schafswolkes avatar
    schafswolkevor einem Jahr
    Spannend erzählte deutsche Geschichte über Otto den Großen

    Ich hatte das Buch schon einige Zeit in meinem Regal stehen und schon fast vergessen. Als jetzt der zweite Teil aus der Reihe um Otto den Großen "Die fremde Königin" erschein, fiel mir ein, dass ich "Das Haupt der Welt" ja noch gar nicht gelesen habe und so habe ich damit angefangen.

    Im Mittelpunkt stehen Prinz Otto und Tugomir, ein verschleppter Fürstensohn der Slawen. Die beiden verbindet eine ungewöhnliche Beziehung oder darf/kann man es Freundschaft nennen? Denn immerhin lebt Tugomir als Sklave am Hof Heinrich I.
    Tugomir macht sich als Heiler einen guten Ruf und scheint für Otto nur schwer zu entbehren, denn er entpuppt sich auch als guter Ratgeber.
    Die Zeiten im Deutschen Reich sind schwierig und ein Konflikt jagt den nächsten, denn Intrigen sind an der Tagesordnung. Jeder versucht stets das beste für sich rauszuholen und so gibt es fast täglich neue Bündnisse, Verat und Krisen an allen Ecken des Reiches.

    Die Geschichte um Otto fand ich sehr spannend und interessant, wobei Tugomir und seine Schwester Dragomira meine Lieblingsfiguren waren. Aus dieser geschichtlichen deutschen Zeit kenne ich nicht so viele Bücher. Rebecca Gablé versteht es aber Geschichte nicht trocken und langweilig aussehen zu lassen und so hatte ich auch hier keine Zweifel, dass ihr es wieder einmal gut gelungen sein wird. Und so war ich auch hier schnell drin in der Geschichte. Auch wenn sehr viele Figuren auftauchen habe ich nie den Überblick verloren.
    Mich schreckt eine hohe Seitenzahl nie vom lesen ab und auch hier kam bei mir keine Langeweile auf.

    Von mir gibt es 4 Sterne und eine klare Leseempfehlung. Warum nur 4 Sterne? Die Waringham-Saga hat mich noch mehr in den Bann gezogen und da konnte ich die Bücher überhaupt nicht weglegen. Aus diesem Grund gibt es einen kleinen Abzug.

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    suse9s avatar
    suse9vor einem Jahr
    Rebecca Gablé eben!

    Die Romane Rebecca Gablés sind unterhaltend, spannend, lehrreich und schön dick. Auch wenn sie ohne Kitsch auskommen, ist immer eine prickelnde Liebesgeschichte dabei, Hass lässt den Atem anhalten und Intrigennetze kurbeln meine Gedanken an. Dabei ist es mir eigentlich egal, in welcher Zeit die Handlung spielt, denn ich weiß, dass die Autorin farbenfroh erklären und lebendig erzählen kann.

    Auch im Buch „Das Haupt der Welt“ fand ich all das, was ich erhoffte, ja erwartete. Der slawisches Fürstensohn Tugomir und seine Schwester, beide von den Sachsen als Geiseln festgehalten – über viele Jahre – stehen im Mittelpunkt der Handlung zu Zeiten Otto I.. Auch wenn sich beide in ihrer Umgebung eingliedern und ihren Weg finden können, bleiben sie doch Gefangene und müssen immer wieder Erniedrigungen und Grausamkeiten einstecken.

    Der Leser fühlt sich mit einbezogen und nimmt am Leben Tugomirs teil. Dabei entwickelt sich die Handlung nie so wie erwartet. Oft ist man überrascht, was mir sehr gut gefällt. Ich mag keine vorhersehbaren Ereignisse – nicht in Romanen.

    Vor allem schätze ich an Rebecca Gablé aber, dass sich die Autorin Zeit nimmt. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und können sich entwickeln. Landschaften lässt sie lebendig werden, und geschichtliche Ereignisse werden so erklärt, dass ich als Leser nicht erst eine Enzyklopädie zu Rate ziehen muss, um folgen zu können.

    Für mich war es wieder die richtige Mischung aus Fiktion und historischem Hintergrund. Mehr brauche ich nicht, um in ein Leseabenteuer abtauchen zu können. Ein Dankeschön an die Autorin.

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