Das Spiel der Könige

von Rebecca Gablé und Jan Balaz
4,6 Sterne bei608 Bewertungen
Das Spiel der Könige
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (555):
Odenwaldwurms avatar

Wieder eine tolle Story über das englische Königreich, den Brüderkriegen und der Familie Waringham. Ich kann das Buch nur sehr empfehlen.

Kritisch (6):

Ich finde, es ist der schlechteste Teil der Trilogie, weil viele Dinge genauso laufen wie in den anderen und daher vorhersehbar sind und wei...

Alle 608 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Das Spiel der Könige"

England 1455: Der Bruderkrieg zwischen Lancaster und York um den englischen Thron macht den achtzehnjährigen Julian unverhofft zum Earl of Waringham. Als mit Edward IV. der erste König des Hauses York die Krone erringt, brechen für Julian schwere Zeiten an. Obwohl er ahnt, dass Edward seinem Land ein guter König sein könnte, schließt er sich dem lancastrianischen Widerstand unter der entthronten Königin Marguerite an, denn sie hat ihre ganz eigenen Methoden, sich seiner Vasallentreue zu versichern. Und die Tatsache, dass seine Zwillingsschwester eine gesuchte Verbrecherin ist, macht Julian verwundbar.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404163076
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:1200 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:11.08.2009
Das aktuelle Hörbuch ist am 08.10.2008 bei Der Hörverlag erschienen.

Videos zum Buch

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,6 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne396
  • 4 Sterne159
  • 3 Sterne47
  • 2 Sterne4
  • 1 Stern2
  • Sortieren:
    sommerleses avatar
    sommerlesevor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Die Rosenkriege in England: Fesselnd und lehrreich erzählt
    Ein weiterer spannender Teil der Waringham-Reihe

    "Das Spiel der Könige" ist der dritte Roman aus der Waringham-Reihe von Rebecca Gablé. Er erschien 2008 im Bastei Lübbe Verlag.

    Im dritten Band der Reihe werden Blanche und Julian of Waringham, die Kinder von John of Waringham, die Protagonisten. England hat eine schwere Zeit zu überstehen, es geht um den 30-jährigen Rosenkrieg.



    Rebecca Gablé verknüpft ihre Geschichte um die fiktive Adelsfamilie der Waringhams geschickt mit den wahren historischen Gegebenheiten und baut eine interessante Handlung auf, bei der man die Geschichte aus nächster Nähe mitverfolgen kann.

    Der geistig angeschlagenen Henry VI., für den seine französische Frau die Regierungsgeschäfte führt, bietet keine große Angriffsfläche und im Gerangel um die Königskrone kommt das Haus York mit Richard Plantagenet an die Macht. Julian wird Earl und ist damit dem König unterworfen, er kämpft mit seinem walisischen Verbündeten Jasper Tudor für den letzten Lancaster, den jungen Henry Tudor. Es bricht ein grausamer Krieg aus, der legendäre englische Bruderkrieg mit der roten Rose des Hauses Lancaster und der weißen Rose für das Haus York. England wird gespalten und die Geschwister Blanche und Julian geraten zwischen die Fronten.


    Julian steht fest zu seiner Meinung, doch er zweifelt mehrfach und sieht auch die grausamen Folgen im Falle eines Widerstands. Es wird gemordet und getötet, nur für die Krone.
    Seine Schwester Blanche hat ebenfalls ein schwieriges Schicksal an der Seite ihres gewalttätigen Ehemanns, der bereits zwei Gemahlinnen auf dem Gewissen hat. Blanche entkommt ihrem Mann und hinterlässt ihre Spuren an seinem Körper, sie flieht und lebt heimlich mit Jasper Tudor, der Bruder des Königs, zusammen. Doch die Rache ihres Mannes verfolgt sie wie ein Damoklesschwert.


    Die Waringhams haben in diesem Band keinen leichten Stand, es geht ständig an ihre Existenz und um ihr Leben. Damit bekommt man einen authentischen Eindruck über die Grausamkeiten dieses Rosenkrieges, bei dem besonders die Bevölkerung zu leiden hatte.


    Die Charaktere zeichnet Rebecca Gablé gewohnt lebendig und ausdrucksstark, was besonders bei der Figur des Julian deutlich wird. Seine innere Zerrissenheit und sein Verantwortungsbewusstsein für seine Leute und Freunde erlebt man betroffen mit. Aber auch Blanches Schicksal lässt mich als Leser mit ihr bangen und hoffen.


    In dieser Zeit sind die Namen Henry, Richard und Edward häufig mehrfach vergeben und es ist schwierig sie auseinander zu halten. Die Autorin gibt einigen Spitznamen, aber man muss schon aufmerksam lesen und gegebenenfalls im Stammbaum oder der Personenliste im Anhang des Buches nachschlagen.


    Das Buch zieht den Leser in seinen Bann, jedoch kann sich die Handlung durch die historischen Ereignisse nicht ungezwungen und frei entfalten. Stets gibt es Ränkespiele, Kriegsgetümmel und Machtkämpfe, die den Ablauf etwas gezwungener wirken lassen.




    Rebecca Gablé ist für mich eine der besten Autorinnnen von mittelalterlichen historischen Romanen. Sie kann Geschichte fesselnd und lehrreich erzählen und haucht ihren Figuren Leben ein. Dieser Roman zeigt die grausamen Rosenkriege mit all ihren Intrigen und Kämpfen und den Folgen für die Bevölkerung.

    Kommentieren0
    63
    Teilen
    Isar-12s avatar
    Isar-12vor 6 Monaten
    Die Waringhams inmitten der Rosenkriege ...

    "Das Spiel der Könige" ist der dritte Roman aus der Waringham-Reihe von Rebecca Gablé. Dieser Band setzt in der nächsten Generation der Waringhams nach Robin und John ein und umfasst die Zeit der Rosenkriege von 1455 bis 1485. Auch in diesem Roman verknüpft die Autorin wieder sehr geschickt ihre fiktive Adelsfamilie der Waringhams mit wahren historischen Gegebenheiten und Personen. Julian, irgendwie innerlich zerrissen, hegt eigentlich mehr Sympathien für den Duke of York als für den immer wieder geistig verwirrten Henry VI. Doch er besinnt sich seiner Herkunft und ergreift wie schon seine Vorfahren Partei für  das Haus Lancaster, als der Kampf um Englands Krone offen ausbricht. Als aber die Yorks an die Macht kommen, zwingt ihn das sogar letztendlich in den Widerstand gemeinsam mit Jasper Tudor, seinem walisischen Verbündeten. So kämpfen sie für den letzten legitimen lancastrianischen Erben der Krone, der junge Henry Tudor. Er war der letzte König Englands, der den Thron auf dem Schlachtfeld errang und die Rosenkriege mit seine Ehe mit Elisabeth von York beendete. Obwohl Rebecca Gablé in ihrem Nachwort sagt sie wollte nie einen Roman über die Rosenkriege schreiben, hat sie sich doch an das Thema herangewagt. Und wie ich finde mit vollem Erfolg. Auch mit diesem Band konnte sie mich wieder faszinieren für die Waringhams und ihre Erlebnisse innerhalb der 30 Jahre im 15. Jahrhundert. Mit 1200 Seiten zwar ein Schwergewicht, aber für mich nie mit Längen und spannend von der ersten bis zur letzten Seite.

    Kommentare: 1
    17
    Teilen
    Thommy28s avatar
    Thommy28vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Grandioser3.Teil der Waringham-Saga - Geschichte spannend und turbulent erzählt
    Grandioser3.Teil der Waringham-Saga - Geschichte spannend und turbulent erzählt

    Wer sich zum Inhalt informieren möchte sei die Kurzinfo hier auf der Buchseite empfohlen. Meine persönliche Meinung:

    Auch dieser 3. Teil der Waringham-Sage kann voll überzeugen. In der wundervollen, bildhaften und trotzdem leicht lesbaren Schreibweise lässt die Autorin das 15. Jahrhundert vor den Augen das Lesers zum Leben erwachen. 

    Echte Geschichte und echte historische Figuren verknüpft die Autorin gekonnt mit einer spannenden fiktiven Handlung und erfundenen Protagonisten. Dabei gelingt es ihr, die Grenzen zwischen Realität und Fiktion gekonnt zu verwischen und ein stimmiges Ganzes daraus zu formen.

    Die handelnden Personen sind sehr detailliert gezeichnet und der Handlung fehlt es nicht an Tempo und Spannung. 

    Niemand mit ein wenig Interesse an Geschichte sollte sich vom Umfang der Bücher abschrecken lassen - sie sind ein wahrer Lesegenuss! Ich freue mich schon sehr auf den 4. Teil!

    Kommentieren0
    36
    Teilen
    Hermione27s avatar
    Hermione27vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Anspruchsvolle und kurzweilige Unterhaltung für alle Fans des historischen Romans!
    Ein perfekt recherchierter historischer Roman

    England, im Jahr 1455:

    Der 18jährige Julian wird plötzlich Earl von Waringham, während der Krieg zwischen Lancaster und York um den englischen Thron tobt.

    Als Edward IV. aus dem Hause York englischer König wird, muss Julian sich entscheiden, wen er unterstützt. Er schließt sich dem Widerstand des Hauses Lancaster an, der von der entthronten Königin Marguerite angeführt wird.

    Julians Zwillingsschwester Blanche ist als Verbrecherin gesucht, was nicht gerade hilfreich ist.

     

    Ein weiterer Band der Waringham-Saga, der einem ein schönes Wiedersehen beschert mit liebgewonnenen Charakteren bzw. deren Nachfahren in der weitverzweigten Familien der verschiedenen Adelsgeschlechter in England. Auch mit der Pferdezucht, der berühmten Seekrankheit der Waringhams und so einigen anderen Besonderheiten gibt es erneute Begegnungen.

    Insgesamt ist dies wieder ein perfekt recherchierter und sehr spannender Roman von Rebecca Gablé, der Meisterin des historischen Romans.

    Ich habe das Buch wirklich verschlungen und konnte es kaum aus der Hand legen. Die Charaktere sind gut nachvollziehbar gezeichnet, die Handlung ist spannend und man fühlt sich wirklich ins England des 15. Jahrhunderts versetzt.

    Insgesamt kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der sich für gut gemachte und anspruchsvolle historische Romane interessiert. Ein großer Lesegenuss!

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    Filzblumes avatar
    Filzblumevor 2 Jahren
    Englands blutigste Epoche

    Dieser Teil 3 der Waringham -Saga hat mir persönlich am besten gefallen.

    Die ersten beiden Bände hatten für mich etliche Längen, die, so fern dieser Band welche hat, nicht aufgefallen sind.Henry VI. ist König und aus dem Hause Lancaster, doch er ist geistig verwirrt, kein würdiger König, und kaum in der Lage sein Land zu führen, seine Königin Marguerite ´d Anjou, sehr zielstrebig, aber unbeliebt, und ihr Sohn Edward, der nächste Thronfolger.
    Doch das Haus York erhebt Anspruch auf die Krone. So kommt es unweigerlich zu Konflikten zwischen beiden Häusern.
    Die Waringhams sind standfeste Lancasterianer: Wir begleiten den jungen Julian of Waringham, dem Zwillingsbruder von Blanche in den Jahren von 1455-1485. Dieser wurde unfreiwillig der Earl of  Waringham. Aufgewachsen ist er bei Richard Earl of Warwick, später "Königsmacher"

    Da die Stammbäume in diesem Buch enthalten sind, konnte ich immer mal wieder nachlesen, denn zu dieser Zeit hießen sehr viele Charaktere Edward, was sehr verwirren kann. Wer sich in der Geschichte etwas auskennt, kommt meiner Meinung nach gut zurecht. Ansonsten nachschlagen.

    Besonders bemerkenswert fand ich die Recherchen der Autorin zu den Rosenkriegen - dem Kampf des Hauses Lancaster und York, um den Thron, der ständig umworben, entrissen und immer blutig erkämpft wurde. Besonders das Schicksal der beiden Prinzen, aus dem Hause York wurde hier nach dem neusten geschichtlichen Stand gut recherchiert, aber ich kann nicht verraten wie Spoiler!

    Alle Personen waren sehr gut dargestellt und hatten Tiefe. Das Buch las sich flüssig, auch die Figur des Julian, kam glaubhaft rüber, als z. Bsp.  John of Waringham, in dem Band zuvor- der war mir zu perfekt. Dieser Band kann auch ohne Kenntnis seiner Vorgänger gelesen werden, bietet aber trotzdem Einsteigern einen Rückblick. Der Schreibstil ist wie immer wunderbar. Hin und wieder taten sich Wörter aus unserem heutigen Sprachgebrauch auf, was aber durch die Spannung der Geschichte und den vielen geschlagenen Schlachten in Vergessenheit gerät.
    Viele Köpfe werden rollen, - es war nun mal Englands blutigste Epoche, denn der "Königsmacher" möchte am Ende selbst auf den Thron und scheut vor nichts zurück, seine ehrgeizigen  Ziele zu erreichen.

     

     

     

     

     

    Kommentieren0
    63
    Teilen
    Blackfairy71s avatar
    Blackfairy71vor 3 Jahren
    Die dritte Generation der Waringham

    Gestern habe ich den dritten Teil der Waringham-Saga beendet und ich kann nur sagen, dass ich wieder sehr begeistert bin. Wenn ich so drüber nachdenke, gefiel mir dieser Teil bisher am besten.
    Obwohl ich gleich auf den ersten Seiten ziemlich sauer war auf die Autorin, weil ich mich von einer meiner Lieblingsfiguren aus "Die Hüter der Rose" verabschieden musste. Wie kann sie sowas denn machen? :-( 


    Aber dadurch geht die Geschichte natürlich voran und der junge Julian wird überraschend früh zum neuen Earl of Waringham. Wovon er allerdings zunächst gar nicht begeistert ist. Als Knappe aufgewachsen in den Diensten des yorkistischen Earl of Warwick, gerät er zwischen die politischen Fronten des Bruderkrieges zwischen dem Hause York und dem Hause Lancaster, für das sein Vater und sein Großvater seit Jahrzehnten kämpfen. Sein Vorsatz, sich aus der Sache herauszuhalten, gerät jäh ins Wanken, als der Duke of York mit unfairen Mitteln versucht, Julian für sich zu gewinnen. Und ein Gespräch mit seiner Mutter Juliana öffnet ihm die Augen über seinen Vater und das Vermächtnis seiner Familie. Zusammen mit ein paar treuen Freunden und den Halbbrüdern des Königs, Edmund und Jasper Tudor, unterstützt er Königin Marguerite in ihrem Kampf für das Haus Lancaster und ihren Sohn Edouard, damit dieser einmal die Nachfolge seines Vaters, des schwachen Königs Henry antreten kann. Dieser Kampf wird sich über Jahrzehnte und Generationen  hinziehen und später als Rosenkriege in die Geschichte eingehen, denn York und seine Nachfolger sind nicht bereit, ihren Anspruch auf Englands Thron aufzugeben. 
    Auch Julians Zwillingsschwester Blanche unterstützt den Kampf für das Haus Lancaster. Nach einer schrecklichen Ehe ist sie auf der Flucht vor dem Gesetz und ihrem rachsüchtigen Mann und schließt sich Jasper Tudor und seinen Rebellen in Wales an. Ebenfalls über Jahre beschützen sie einen weiteren wichtigen Erben in der Thronfolge, den jungen Henry, Sohn von Edmund Tudor und Margret "Megan" Beaufort, einer Nachfahrin von John of Gaunt, des Duke of Lancaster. 
    Wird es ihnen wirklich gelingen, den Thron für das Haus Lancaster zu halten und England damit endlich Frieden zu geben? 

    Kenner der englischen Geschichte wissen natürlich, wie das Ganze ausgeht und wer am Ende der neue König von England wird. Aber bis es soweit ist, passiert sehr viel und Rebecca Gablé gelingt es mal wieder hervorragend historische Fakten und Figuren mit Fiktion zu vermischen, so dass man am Ende glauben kann, dass auch alles wirklich so gewesen sein kann und die Familie Waringham vielleicht doch existiert hat. ;-)  Im Nachwort erklärt sie z. B. ihre Idee zu Blanche und Jasper und ich dachte mir: Warum nicht? 
    Nach Robin und John ist es mit Johns Kindern Julian und Blanche nun die dritte Generation des Haues Waringham, die hier im Mittelpunkt steht, ebenso wie die Söhne von Owen Tudor: Jasper, Edmund und Owen. Und wie immer sind alle Charaktere bis in die Nebenfiguren vielschichtig und lebendig gezeichnet, bis auf wenige Ausnahmen haben alle sowohl positive als auch negative Charakterzüge, eben menschlich. 
    Was mir auch an den Büchern immer gut gefällt, ist, dass nicht seiten- oder kapitelweise nur gekämpft wird. Oft wird im Nachhinein erzählt, was passiert ist oder es steht in einem Brief oder einer der Charaktere erzählt es einem anderen. 

    Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich in der damaligen Zeit hätte leben wollen, aber manchmal wünsche ich mir, dass ein paar der Werte aus dieser Zeit des Rittertums bis heute überlebt hätten. 

    Fazit: "Das Spiel der Könige" ist wieder ein rundum gelungenes Kapitel aus der Familiensaga der Waringham, das nicht nur wunderbar unterhält, manchmal witzig, manchmal sehr emotional ist, sondern es bringt dem Leser auch einen wichtigen Teil der englischen Geschichte näher: die Rosenkriege. Ein Bruderkrieg, mit dm das Land und die Menschen eigentlich nichts zu tun hatten, unter dem sie aber trotzdem litten und für den Zehntausende ihr Leben ließen.

    Kommentare: 11
    63
    Teilen
    LindyBookss avatar
    LindyBooksvor 3 Jahren
    Rezension zu "Das Spiel der Könige" von Rebecca Gablé

    England 1455: Der Bruderkrieg (auch die Rosenkriege genannt) zwischen Lancaster und York um den englischen Thron macht den achtzehn-jährigen Julian unverhofft zum Earl of Waringham. Als mit Edwart IV. der erste König des Hauses York die Krone erringt, brechen für Julian schwere Zeiten an. Obwohl er ahnt, dass Edward seinem Land ein guter König sein könnte, schließt er sich dem lancastrianischen Widerstand unter der entthronten Königin Marguerite d'Anjou an, denn sie hat ihre ganz eigenen Methoden, sich seiner Vasallentreue zu versichern. Und die Tatsache, dass seine Zwillingsschwester eine gesuchte Verbrecherin ist, macht Julian verwundbar...

    Dies ist der dritte Band der großartigen Waringham-Saga! Nach wie vor bin ich sehr begeistert von dieser Reihe, man erfährt sehr viel der englischen Historie im Mittelalter, die Personen, wachsen einem sehr ans Herz, sowohl fiktive und historische (natürlich nur "die Guten"). Es lässt sich leicht lesen und obwohl es immer dicke Wälzer sind, merkt man es nicht.

    Nun bin ich bei Band 4 mit dem Titel "Der dunkle Thron", dort geht es gut und interessant weiter.

    Für die gesamte Waringham-Saga kann es nur 5 Sterne geben!

    Kommentieren0
    29
    Teilen
    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Der dritte Teil der imposanten Familien-Saga beschäftigt sich mit den "Rosenkriegen". Lancaster gegen York - heißt das Match.
    Das blutige Gemetzel um Englands Thron geht weiter ..

    Das Spiel der Könige (1455 bis 1485)

    Der Intrigantenstadl geht weiter. Wer sich bislang mit der Englischen Geschichte beschäftigt hat, kann nun auf ein weiteres Kapitel blicken:

    Wir befinden uns in den rund dreißig Jahren des 15. Jahrhunderts, die als Zeit der „Rosenkriege“ bekannt sind.

    Der (fiktive) Clan der Waringhams entwickelt sich parallel zu den Adelshäusern Lancaster (= rote Rose) und York (=weiße Rose). Die Geschichte verläuft wechselvoll und turbulent.
    Die Häuser Lancaster und York erheben beide den Anspruch auf die Königswürde. Im Augenblick regiert der schwache Henry VI. Seine französische Gemahlin ist sowohl beim Adel als auch beim Volk unbeliebt.

    Edward von York sieht seine Chance. Mit List und Erfolg in der Schlacht von Towton bringt er sich und seinen Clan auf den Königsthron.
    Doch die Lancaster-Getreuen samt französischer Ex-Königin geben nicht auf. Henry wird wieder eingesetzt und verliert, völlig regierungsunfähig, den Thron abermals an Edward IV. Nach Edwards plötzlichem Tod wird Richard III. (Ja, der Bösewicht von Shakespeare) König. Er lässt Edwards Söhne ermorden.
    Als weiteren möglichen Thronkandidaten gibt es noch den im bretonischen Exil lebenden Henry Tudor.
    Er wird als Henry VII. Elizabeth of York heiraten, und dadurch die Rosenkriege beenden.
    Damit beginnt die Regentschaft der Tudors.

    Nun zu den Waringhams:

    Julian of Waringham ist – wie seine Vorfahren - ein Anhänger des Hauses Lancaster. Manchmal wird ihm diese Treue schlecht vergolten. Sind die Lancasters am Zug, dann hat auch Julian Oberwasser, sind die Yorks an der Macht, muss er um seinen Kopf fürchten.
    Edward IV. ist, nach seiner Thronbesteigung 1461 auf Aussöhnung der Häuser Lancaster und York bedacht. Daher wird Julian verpflichtet eine York-Anhängerin zu heiraten.
    Seine Schwester Blanche trifft ein ähnliches Schicksal. Ihr gewalttätiger Ehemann hat schon zwei Gemahlinnen unter die Erde gebracht.
    Als sie in bei einem Handgemenge ihrem Mann die Hand abschlägt, muss sie flüchten.
    Heimlich lebt sie mit Jasper Tudor (dem Bruder des Königs) zusammen, immer in Angst vor ihrem Mann, der sich natürlich rächen will.

    In weiterer Folge werden Jasper Tudor und Julian of Waringham zu Seefahrern und Schiffseignern.
    Gemeinsam versuchen sie die Besitzungen der Tudors in Frankreich für England zu behalten.

    Auch für die Waringhams selbst geht es immer wieder um Kopf und Kragen. Mehrfach entkommen sie nur mit großer Mühe dem Tod. Sie müssen ins Exil, das erst Schlacht von Bosworth Field endet.

    Wie immer entführt Rebecca Gablé ihre treuen Leser gekonnt in die intriganten Boudoirs des Englischen Königshofes.

    Kommentare: 1
    10
    Teilen
    K
    Kytomavor 3 Jahren
    Anders, aber genauso gut

    Das ist mein Fazit nach dem 3. Band der Waringham Saga. Der Hauptcharakter Julian ist meines Erachtens völlig anders als seine beiden Vorgänger. Nicht ganz so perfekt, nicht ganz so übermenschlich gut, aber dafür umso menschlicher. Das ist gut, denn Menschen sind nun mal nicht perfekt.
    Die Handlung an sich empfand ich als sehr spannend über die ganzen knapp 1200 Seiten. Das ist kein Wunder, es ist auch eine sehr spannende Epoche der Geschichte. Das Einzige, was ich manchmal als etwas störend empfand, war die Menge der Charaktere, so das ich ab und zu schon mal nachsehen musste, wer denn das nun wieder ist. Aber das ist kaum die Schuld der Autorin.
    Meiner Meinung nach ein weiteres Meisterwerk von Rebecca Gablé, ein bißchen anders als die Vorgänger, aber grad deswegen kann ich es nur mit der Höchstpunktzahl bewerten.

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    Kopf-Kinos avatar
    Kopf-Kinovor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Gute historische Wiedergabe der komplexen Rosenkriege im 15. Jhd - leider mit modernen Sprachelementen. Ansonsten authentisch und spannend.
    Wars of the Roses

    England, 15. Jahrhundert: Der junge Julian of Waringham verehrt – ganz zum Leidwesens seines Vaters, der jeher ein treuer Lancastrianer war – den Duke of York und sähe lieber ihn auf dem englischen Thron als den jämmerlichen König Henry. Als jedoch der offene Kampf um Englands Krone sowohl Land als auch Volk überrollt und Julians Vater fällt, muss Julian sich entscheiden, auf welche Seite er in diesem Bruderkrieg zwischen den Adelshäusern York und Lancaster gehört. Schwere Zeiten brechen nicht für gesamt England, sondern ebenfalls für Julian und dessen Zwillingsschwester Blanche, die es auf der Flucht vor dem englischen Gesetz nach Wales verschlägt, an. Die später als Rosenkriege bekannten Machtkämpfe drohen das Land mit seinen blutigen Krallen zu zerreißen - die Ereignisse überschlagen sich und stiften ein Wirrwarr aus Ränkespiele, Intrigen, Verrat und politischem Kalkül.

    Auf 1.200 Seiten erzählt Gablé 30 Jahre englische Geschichte und stellt die komplexe Handlung verständlich und übersichtlich dar. Mit den Rosenkriegen hat sich die Autorin aufgrund wechselnden Koalitionen sowie der verwirrenden Stammbäume der Häuser York & Lancaster gewiss keiner leichten Aufgabe angenommen. Letzteres löste die Autorin sehr geschickt, indem sie gleichnamigen Personen - fast alle heißen Edward, Henry oder Richard - Spitznamen verlieh, um die verschiedenen Charaktere besser unterscheiden zu können. Trotz allem ist beim Lesen eine gute Portion Konzentration erforderlich, um die Verwandtschaftsverhältnisse (alle sind gefühlt miteinander verwandt...) im Kopf zu behalten – zur besseren Übersicht schaffen Stammbäume und eine Personenliste Abhilfe im Roman.

    Die agierenden Personen wirken sehr lebendig und sind überwiegend keine schwarz-weißen Abziehbilder, da beinahe keine Figur in die absolute Rolle der 'Guten' oder 'Bösen' einzuordnen ist. Viele Charaktere haben ihre Schwächen – die einen hadern mit ihnen, andere wiederum nicht. Die inneren Konflikte der Figuren, die vor der Wahl stehen, zur welchen Seite sie sich bekennen sollen, werden hierbei gut zum Ausdruck gemacht.

    Als Besonderheit möchte ich noch erwähnen, dass der Protagonist dieses Romans, der fiktive Julian of Waringham, nicht durchgehend ein Sympathieträger ist, was ich im Kontext von historischen Romanen recht erfrischend finde. Nicht immer konnte ich seine Ansichten und Entscheidungen verstehen, was ihn umso interessanter und plastischer machte. Charismatische Personen sind hier nur schwer zu finden.

    Eine gewisse Vorliebe, die die Autorin gegenüber einem der Adelshäuser hegt, sickert hier etwas durch. Nun, (beinahe) jeder Roman scheint seinen Bösewichten zu benötigen, wobei ich es bei historischen Figuren (wie hier) etwas fragwürdig finde, wenn ihnen Gräueltaten unterstellt werden, die nicht bewiesen sind. Hierzu äußert sich die Autorin noch im Nachwort – nachvollziehen konnte ich es nicht wirklich.

    Die Thematik 'Liebe' spielt im 'Spiel der Könige' eine untergeordnete Rolle, was mir gut gefiel. Auf die detaillierten Sexszenen hätte ich jedoch gut verzichten können – aus dem einfachen Grund, da sie die Geschichte weder vorantrieben noch beeinflussten und somit unnötig waren. Haben Autoren historischer Romane grundsätzlich Angst, ihre Leser bräuchten eine Prise Sex, um nicht gelangweilt zu werden?

    Zum Glück machten die vielen politischen Diskussionen um Machtkampf und Thronerbe die kleinen Ausrutscher wieder wett und den Roman anspruchsvoll.

    Mit einfacher Sprache und sicherer Hand führt Gablé den Leser durch die Wirrungen der politischen Zusammenhänge, sodass ich beinahe dazu geneigt bin, diesen Roman als mittelalterlichen Politthriller zu bezeichnen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig (wenn ich von den mir als unpassend gewählten Satzanfängen „doch“ und „aber“ absehe).

    So gut wie Gablé auch erzählen mag, stieß ich über grobe Schnitzer, die mir sprachlich überhaupt nicht gefielen. 

    > Des öfteren unterscheidet sich die Sprache von Adel und Gesindel stilistisch kaum – abgesehen davon, dass Adlige gesiezt werden. Dies hinterlässt leider den Eindruck, jeder x-beliebige Bauer habe zu jenen Zeiten eine schulische Bildung genossen und die Kunst der Rhetorik erlernt. Schade.

    > Merkwürdig fand ich außerdem, dass bspw. die englische Redewendung 'Sweet jesus!', welche ein Ausruf des Erstaunens ist, wortwörtlich mit 'Süßer Jesus!' übersetzt wurde. Da schüttelte es mich regelrecht. Zunächst dachte ich an einen groben Übersetzungsfehler – bis ich feststellte, das Gablé eine deutsche Autorin ist.

    > Befremdlich fand ich ebenfalls, dass Kinder ihre adligen Eltern nicht siezten. Zwar ist der Roman in England mit den weniger genauen Abstufen bzgl. den pronomialen Anredeformen (lediglich 'you' und 'thou') angesiedelt, aber da Gablé ihn der dt. historischen Anrede anpasste, müssten meines Wissens nach die Kinder ihre Eltern zwar mit 'Mutter' und 'Vater' ansprechen, aber dennoch siezen, oder? Für Korrekturen bin ich jederzeit sehr dankbar.

    > Über ein paar zeitlich unpassende Wörter stieß ich ebenfalls. Gablé übersetzte bspw. das englische 'level' mit 'Niveau', wobei dieses Wort im Deutschen erst seit dem 17. Jahrhundert existiert. Warum sie nicht einfach 'Ebene, Stufe, Stand' etc. wählte, ist mir ein Rätsel. Ja, es mag kleinlich klingen, aber bei historischen Roman bin ich – was Historik anbelangt – pingelig.

    Ich gebe Gablés Roman 3,5 Sterne, runde jedoch auf 4 Sterne auf, da die Autorin angesichts der Flut an historischen Romanen ein kleiner Lichtblick ist – immerhin essen ihre Personen im Mittelalter keine Kartoffeln. Danke, Frau Gablé!

    Trotz den Schwächen möchte ich diesen Roman jeden Interessierten ans Herz legen, der Näheres über die Rosenkriege, gute historische Unterhaltung oder endlich mal einen Roman von Gablé lesen möchte. Für weitere Empfehlungen aus ihren Federn wäre ich sehr dankbar.

    PS: Dies stellt der dritte Teil der Waringham-Saga dar, wobei dieser problemlos als Einzelband gelesen werden kann.

    Kommentare: 13
    49
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks