Rebecca Goldstein 36 Argumente für die Existenz Gottes

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Inhaltsangabe zu „36 Argumente für die Existenz Gottes“ von Rebecca Goldstein

Meisterhafte Literatur voller Komik und Tiefgang über die Liebe in Zeiten von Glaubenskrisen 36 Argumente für die Existenz Gottes ist eine brillant erzählte, wahrhaft göttliche Komödie voller Sprachwitz, prall lebendiger Figuren und Tiefgang. Große Literatur für unsere verwirrenden Zeiten.

In wunderbarer Sprache und mit viel Hingabe erzählt Goldstein die Geschichte eines Religionspsychologen, der eigentlich nicht an Gott galubt! Mit diesem Buch lernt man Lieben und Glauben...

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Freue mich auf die Testleserunde!

— Tiffy_01
Tiffy_01

Man braucht keine 36 Argumente für die Existenz Gottes , guckt euch einfach nur den Menschenssohn an und ihr wisst , dass da oben was sein muss !!!

— LoveGod
LoveGod

Freu mich schon :)

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Bin gerade mitten drin und finde es sehr spannend, wenn auch ganz anders, als ich es mir vorgestellt hätte! Auf jeden Fall sollte man sich viel Zeit dafür nehmen :-)

— DieBuchkolumnistin
DieBuchkolumnistin

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  • 36 Argumente

    36 Argumente für die Existenz Gottes
    rallus

    rallus

    17. June 2013 um 18:56

    Es existieren 36 historische Argumente für die Existenz Gottes. Wer jetzt denkt, dass Rebecca Goldstein im vorliegenden Roman diese erläutert, irrt. Nein, Sie klärt die Fehler in den Argumentationen auf. Ist dies dann ein atheistisches und gottloses Buch? Nein, denn es ist durchtränkt von etwas Anderem, nennen wir es die Eigenverantwortlichkeit der Moral des Menschen. In dem Roman geht es um Cass Seltzer der ein Buch geschrieben hat, vergleichbar mit diesem, wo er die 36 Argumente der Existenz Gottes entkräftet. Es ist die Geschichte um seine Vergangenheit, sein jüdisches Erbe und die Suche nach der Liebe. Rebecca Goldstein macht es dem Leser sehr schwer. Zu verwirrend sind die Sprünge, die philososphischen Gedankengänge, die Abhandlungen über den jüdischen Glauben. Doch der Leser wird entschädigt mit dem Ende, des Streitgespräches von Cass mit einem Theologen und dem Anhang , die 36 Argumente für die Existenz Gottes. "Und so bemühen wir uns, so gut wir können, der Ungeheuerlichkeit unserer unwahrscheinlichen Existenz gerecht zu werden. Und so leben wir, so gut wir es vermögen, für uns, denn wer würde sonst für uns leben? Und wir leben, so gut wir es vermögen für andere, denn was wären wir sonst?" Ein sperriges aber in Teilen warmes, erhellendes Buch über uns.

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  • Rezension zu "36 Argumente für die Existenz Gottes" von Rebecca Goldstein

    36 Argumente für die Existenz Gottes
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. February 2011 um 12:43

    „Der Glaube an einen Gott, der jeden von uns liebt, den es interessiert, ob wir unser volles Potenzial als Menschen verwirklichen, ist eben der Glaube, den wir zur Verwirklichung unseres vollen Potenzials benötigen. Der Glaube an einen Gott, der uns nach seinem Bild geschaffen hat, ist der Glaube, der uns allen Geltungen verleiht. Wie können Menschenleben einen transzendenten Sinn erlangen, wenn nicht durch eine transzendente Handlungsinstanz?“ Die Ironie des Schicksals! Bereits während des Lesens dieses Romans, machte ich mir immer wieder Gedanken darüber, wie ich am besten eine Inhaltsangabe zu dem Buch schreiben sollte. Und jedes Mal, wenn ich versuchte, meine Gedanken zu dem Inhalt zu sortieren, fiel mir auf, dass dieses Buch nicht aus einer Geschichte, sondern viel mehr aus vielen Geschichten besteht. Dieses Buch ist eine Sammlung von Geschichten über den Glauben, die Religion, das Leben – und die Liebe! Cass Seltzer ist Professor für Religionspsychologie an der Frankfurter University und eine nationale Berühmtheit. Mit seinem Buch hat er für großes Aufsehen gesorgt, denn im Anhang des Buchs widerlegt er 36 Argumente für die Existenz Gottes. Er selbst bezeichnet sich als ungläubig, dabei muss er feststellen, dass die Liebe, an die er glaubt und festhält, ein Teil der Religion ist! Er gerät zwischen die Fronten: Lucianda Mandelbaum, eine ebenso intelligente wie hübsche Psychologin und Spieltheoretikerin, will mit Cass ihr Leben verbringen; doch dann taucht plötzlich Cass’ alte Freundin Roz Margolis auf, eine Anthropologin, die der Menschheit zur Unsterblichkeit verhelfen will. Beide wollen ihn, und auch er will beide und so beginnt für Cass ein innerer Kampf – und eine Debatte um seinen Glauben. Ich wusste ja nicht, auf was ich mich einlasse, als ich mir dieses Buch zugelegt habe! Rebecca Goldstein, eine der berühmtesten zeitgenössischen Philosophinnen, schrieb mit „36 Argumente für die Existenz Gottes“ den für mich wundervollsten Roman des Jahres. Die unheimliche Sprachgewalt, die philosophischen Dialoge und die authentisch beschriebenen Gefühle der drei Hauptpersonen haben mich überzeugt und zum Nachdenken angeregt. Philosophisch betrachtet bietet dieser Roman ein unheimliches Potential, zum Nachdenken und Diskutieren. Lesen musste ich in vielen, kleinen Etappen, um die ganze Bandbreite des Romans zu verstehen und um mich auf den Inhalt, den Glauben, einzulassen. Aber es lohnt sich! Dieses Buch hat mir all die wunderbaren Seiten des Glaubens gezeigt, all die Seiten, die ich vorher nie betrachtete. Sprachlosigkeit herrscht jetzt noch, ein halbes Jahr nachdem ich den Roman gelesen habe, in meinem Kopf! Danken muss ich Goldstein für diesen so berührenden und wundervollen Roman – ein Stück literarische Weltgeschichte! „Die Vernunft – Logik und Wissenschaft, beweist also selbst, dass der Glaube unumgänglich ist. Daher kann nicht zutreffen, was uns diese Schar eifernder Ungläubiger einreden will: dass auf der einen Seite Religion und Glaube herrschen und auf der anderen Vernunft und Wissenschaft, und dass sie sich versöhnlich gegenüberstehen. So wie der Glaube ohne Vernunft blind ist, ist die Vernunft ohne Glauben gelähmt.“ Erstveröffentlichung: http://literaturecosmos.wordpress.com/

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  • Rezension zu "36 Argumente für die Existenz Gottes" von Rebecca Goldstein

    36 Argumente für die Existenz Gottes
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. February 2011 um 13:24

    Cass Seltzer stammt aus einer streng jüdisch orthodoxen Gemeinschaft, er selber ist aber ein "Atheist mit Seele" und so wundert es einen eigentlich, dass Cass nicht weiter Medizin studieren will, sondern lieber Religionsphilosophie. Fortan beschäftigt er sich mit der Frage, ob Gott existiert. Nebenbei versucht er auch ein Privatleben zu führen und da hat er besonders Probleme mit den Frauen. Viele Jahre später schreibt er DEN Bestseller, der vielleicht die uralte Frage endlich klärt. Fortan wird aus dem einfachen Professor eine Berühmtheit und auch die Frauen beginnen sich für ihn zu interessieren - besonders die aus der Vergangenheit und auch seine jetzige Lebensgefährtin... Ein etwas anderes Buch, nicht aber ohne Charme! Es gibt Bücher, die kann man nicht einfach so weglesen und erst recht nicht einfach bewerten. Man kann bei diesem Buch nicht einfach sagen, toll oder nicht toll, gut oder schlecht... Viel mehr ist es ein Buch, das einen über einen langen Zeitraum begleitet. Besonders die 36 angehängten Thesen beschäftigen einen lange. So wundert es niemanden, dass ich fast ein Jahr gebraucht habe, um mich von diesem Buch zu lösen... Man kann das Buch in zwei Teile teilen. Der erste ist Cass Geschichte, ein netter Roman voller Gefühl und Tiefgang. Hier kann man sich einfach treiben lassen und den Bestsellerautoren ins Herz schließen. Seine Liebesgeschichten und Freundschaften, auch mit längst vergessenen Professoren, beschäftigen einen, amüsieren einen oder bringen einem zum Grübeln. Ich fand Cass nicht unsympathisch, auch seinen "inneren Monolog" mit sich selbst und der ewig im Raum stehenden Frage, ob "er" da nun oben ist oder nicht, ist sehr gefühlvoll geschildert und beschrieben. Der Roman alleine hat mit Sicherheit schon alleine 4 Pfoten verdient. Der zweite Teil ist der Anhang. Hier werden alle Theorien erläutert und erklärt und der Leser hat die Möglichkeit sich zu entscheiden, welcher Theorie man glauben mag. Ich selber muss gestehen, ich fand sie alle gut und kann mich immer noch nicht entscheiden... Es ist ein Buch das unterhält, unterrichtet und zum Denken anregt. Schwerer Stoff in netter Verpackung mit schrägen Figuren, mitten aus dem Leben. Ein guter Mix und etwas, das man nicht so einfach in den Regalen entdeckt. Ich kann das Buch empfehlen, wer aber nur unterhalten werden will, der wird vielleicht bei diesem Buch aufgeben - dafür ist es einfach zu voll.

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  • Rezension zu "36 Argumente für die Existenz Gottes" von Rebecca Goldstein

    36 Argumente für die Existenz Gottes
    brigitta

    brigitta

    27. October 2010 um 11:15

    36 Argumente für die Existens Gottes ist kein Roman, den man mal eben zur Hand nimmt und liest. Es ist leider auch eines der ganz wenigen Bücher, das ich nicht fertig gelesen habe, obwohl ich es Monate lang tapfer versucht habe. Deswegen wird dies hier auch keine lange und ausführliche Besprechung, im Stile meiner anderen Rezensionen, sondern nur ein kurzer Einblick in mein Urteil. Das Buch dreht sich um Cass Seltzer, Religionspsychologe und nun Bestsellerautor. Sein dasein als Bestsellerautor hat sein Leben ganz schön verändert, da er nun begehrter ist als je zuvor. Dadurch kommt er aber auch in die Situation, sich mit Liebe, Wahrheit und Wahrhaftigkeit auseinander zu setzen. Was nicht immer ganz einfach ist... Cass begegnet in diesem Roman vielen verscheidenen Menschen, die mit ihm über seine Theorien sprechen wollen, oder sich in seinem Ruhm sonnen möchten oder auch nur ganz einfach ihn selbst kennen lernen wollen. Cass muß lernen diese von einander zu unterscheiden. Mir persönlich würde in diesem Buch einfach zuviel langatmig zerredet. Immer wieder gab es Sätze oder Einwürfe, die mich sehr amüsiert haben oder auch zum Nachdenken angeregt haben, aber dann wurde es meist wieder sehr lang diskutiert und ausgeführt ..... Ich konnte auch leider mit der Sprache nicht recht warm werden und hatte vielleicht deswegen die Probleme mit den langen Ausführungen. Alles in allem, denke ich, das dieses Buch viele amüsiert, viele zum Nachdenken bringt, aber für mich war es leider nichts

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  • Rezension zu "36 Argumente für die Existenz Gottes" von Rebecca Goldstein

    36 Argumente für die Existenz Gottes
    Die Buchprüferin

    Die Buchprüferin

    Achtung! Ironiekontaminiertes Gelände! Bierernstnehmen verboten. Alle haften für ihre jeweilige Weltanschauung. Cass Seltzer, studierter Religionspsychologe, hat den Bestseller des Jahres geschrieben: „Die Vielfalt religiöser Illusion“. Dafür wird er international gefeiert, ohne dass er eigentlich so recht weiß, wie ihm geschieht. Doch damit nicht genug, obendrein hat sich ihm auch noch Lucinda Mandelbaum zugewandt, die „Göttin der Spieltheorie“, eine Frau, die nichts weniger verdient als „seine grenzenlose Anbetung“. Schon die ersten Seiten des Romans bilden damit eine spitzfindige Schleife – der Religionspsychologe, der nicht gläubig ist, aber eine Frau anbetet –, die die Autorin später noch weiter ausbauen wird: zu einer ganzen Horde aus Widersprüchen. Sprachlich fein geschliffen, so fein, dass der Schleifstaub in der Nase kitzelt und ständig zum Lachen reizt, lässt sie ihre Figuren durch den Roman tänzeln und taumeln. Professor excellentissimus Jonas Elijah Klapper, der sich unerträglich ernst nimmt und damit die größten Lacher provoziert; das Wunderkind Azarya, das der gleichen Gruppe Chassidim entstammt wie auch Cass und dem eine schwere Entscheidung bevorsteht; die quirlige Roz, eine frühere Geliebte von Cass, die just jetzt wieder aufgetaucht ist und ihn dazu überreden möchte, sich ihren vitamingestützten Maßnahmen zur Unsterblichkeit anzuschließen; Pascale, seine Exfrau, die aufgrund eines Blutgerinnsels vorübergehend der Sprache beraubt wurde und deren erster durchrhythmisierter Satz danach lautete: „Ich bin gezwungen, dir das Herz zu brechen“. Wunderschön, wie Rebecca Goldstein bei aller Ironie sämtlichen Figuren auch etwas Liebenswertes mitgibt, etwas, das man nachvollziehen kann. Anstatt sie heimlich für ihre Schwächen, Marotten, Tics, für ihre Angewohnheiten, ihre bizarren Rituale zu verurteilen, lässt sie überall ein Hintertürchen (oder auch ein großes Portal) offen, durch das man sich ihnen nähern kann. Hier wird niemand endgültig ausgelacht, alle sind menschlich und damit voller Widersprüche – bloß für die Bierernsten, die sich selbst das größte Podest errichten, bleibt wenig Spielraum. Nur gerecht, wie ich finde: Wer über sich selbst nicht lachen kann, verdient, dass stattdessen andere über ihn lachen. Diese kluge Autorin hat mich besonders mit einem Satz sehr berührt, der ungefähr in der Mitte ihres Buches steht: Er besagt, dass die verlorenen Paradiese „die einzigen Paradiese sind, die es gibt“. Wie viele Menschen bin auch ich immer auf der Suche nach einem Zustand, der mir größtmögliche Zufriedenheit garantiert, einem Ort in Zeit und Raum, wo ich einfach nur glücklich sein kann. Dass es diesen Ort nicht gibt, kann man täglich erfahren; das Leben, die Umstände, andere Menschen, man selbst – ständig pfuscht einem irgendwas ins Glück hinein, macht es madig, macht es unvollkommen. Der Satz von Goldstein (den sie übrigens auf Marcel Proust zurückführt) hat mich eindrücklich darauf hingewiesen, dass es dennoch keinen Grund gibt, deswegen unfroh zu sein: Denn ihr zufolge wird ein Ort oder eine Zeitspanne immer erst rückwirkend zu einem Paradies. Durch Verklärung, durch selektive Erinnerung, die sich nur das Beste herauspickt und alles andere elegant unter den Tisch fallen lässt. Das bedeutet umgekehrt, dass wir zwar nach bestmöglichen Verhältnissen streben können (und sollten, denke ich), aber auch im Unperfekten glücklich sein können. Dass vollkommenes ewiges Glück nicht möglich ist (sondern nur in der Erinnerung möglich scheint), ist so kein Grund mehr zu verzweifeln. Und damit zieht sie elegant eine neue Schleife hin zum Heilsversprechen so vieler Religionen an uns Leidende und manchmal Verzweifelnde, das genau darauf abzielt: auf Paradies, Nirwana, Himmel, den Ort nach dem letzten Gericht. Ob wir es für möglich halten, dass es dergleichen jenseits unserer jetzigen Erfahrung, in einem überirdirschen, „jenseitigen“ Bereich gibt, hängt dann natürlich vom Glauben ab. Glaube folgt, das ist es ja gerade, keinen Argumenten. Niemand, die/der glauben will, wird daher von diesem Buch davon abgebracht werden. Und wer der Autorin eine Absicht in dieser Richtung unterstellt, hat den Roman vermutlich ziemlich ironiefrei gelesen. Aus meiner Sicht hat Rebecca Goldstein einfach einen unglaublich schlauen, durchdachten, scharfsinnigen und warmherzigen Diskussionsbeitrag geliefert, der – auch dank der hervorragenden Übersetzung – herrlich und unterhaltsam zu lesen ist. Dass sie manchmal etwas zu viele Perspektiven in einem Rutsch durchstreift, stört beim Lesevergnügen nicht weiter, das im Fall von „36 Argumente für die Existenz Gottes“ auch ein großes Denkvergnügen ist. Daher empfiehlt die Buchprüferin allen, die auf Letzteres Lust haben: lesen!

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  • Rezension zu "36 Argumente für die Existenz Gottes" von Rebecca Goldstein

    36 Argumente für die Existenz Gottes
    Leserrezension2010

    Leserrezension2010

    24. August 2010 um 10:23

    A138 366 Argumente für die Existenz Gottes von Rebecca Goldstein Achtung! Ironiekontaminiertes Gelände! Bierernstnehmen verboten. Alle haften für ihre jeweilige Weltanschauung. Cass Seltzer, studierter Religionspsychologe, hat den Bestseller des Jahres geschrieben: „Die Vielfalt religiöser Illusion“. Dafür wird er international gefeiert, ohne dass er eigentlich so recht weiß, wie ihm geschieht. Doch damit nicht genug, obendrein hat sich ihm auch noch Lucinda Mandelbaum zugewandt, die „Göttin der Spieltheorie“, eine Frau, die nichts weniger verdient als „seine grenzenlose Anbetung“. Schon die ersten Seiten des Romans bilden damit eine spitzfindige Schleife – der Religionspsychologe, der nicht gläubig ist, aber eine Frau anbetet –, die die Autorin später noch weiter ausbauen wird: zu einer ganzen Horde aus Widersprüchen. Sprachlich fein geschliffen, so fein, dass der Schleifstaub in der Nase kitzelt und ständig zum Lachen reizt, lässt sie ihre Figuren durch den Roman tänzeln und taumeln. Professor excellentissimus Jonas Elijah Klapper, der sich unerträglich ernst nimmt und damit die größten Lacher provoziert; das Wunderkind Azarya, das der gleichen Gruppe Chassidim entstammt wie auch Cass und dem eine schwere Entscheidung bevorsteht; die quirlige Roz, eine frühere Geliebte von Cass, die just jetzt wieder aufgetaucht ist und ihn dazu überreden möchte, sich ihren vitamingestützten Maßnahmen zur Unsterblichkeit anzuschließen; Pascale, seine Exfrau, die aufgrund eines Blutgerinnsels vorübergehend der Sprache beraubt wurde und deren erster durchrhythmisierter Satz danach lautete: „Ich bin gezwungen, dir das Herz zu brechen“. Wunderschön, wie Rebecca Goldstein bei aller Ironie sämtlichen Figuren auch etwas Liebenswertes mitgibt, etwas, das man nachvollziehen kann. Anstatt sie heimlich für ihre Schwächen, Marotten, Tics, für ihre Angewohnheiten, ihre bizarren Rituale zu verurteilen, lässt sie überall ein Hintertürchen (oder auch ein großes Portal) offen, durch das man sich ihnen nähern kann. Hier wird niemand endgültig ausgelacht, alle sind menschlich und damit voller Widersprüche – bloß für die Bierernsten, die sich selbst das größte Podest errichten, bleibt wenig Spielraum. Nur gerecht, wie ich finde: Wer über sich selbst nicht lachen kann, verdient, dass stattdessen andere über ihn lachen. Diese kluge Autorin hat mich besonders mit einem Satz sehr berührt, der ungefähr in der Mitte ihres Buches steht: Er besagt, dass die verlorenen Paradiese „die einzigen Paradiese sind, die es gibt“. Wie viele Menschen bin auch ich immer auf der Suche nach einem Zustand, der mir größtmögliche Zufriedenheit garantiert, einem Ort in Zeit und Raum, wo ich einfach nur glücklich sein kann. Dass es diesen Ort nicht gibt, kann man täglich erfahren; das Leben, die Umstände, andere Menschen, man selbst – ständig pfuscht einem irgendwas ins Glück hinein, macht es madig, macht es unvollkommen. Der Satz von Goldstein (den sie übrigens auf Marcel Proust zurückführt) hat mich eindrücklich darauf hingewiesen, dass es dennoch keinen Grund gibt, deswegen unfroh zu sein: Denn ihr zufolge wird ein Ort oder eine Zeitspanne immer erst rückwirkend zu einem Paradies. Durch Verklärung, durch selektive Erinnerung, die sich nur das Beste herauspickt und alles andere elegant unter den Tisch fallen lässt. Das bedeutet umgekehrt, dass wir zwar nach bestmöglichen Verhältnissen streben können (und sollten, denke ich), aber auch im Unperfekten glücklich sein können. Dass vollkommenes ewiges Glück nicht möglich ist (sondern nur in der Erinnerung möglich scheint), ist so kein Grund mehr zu verzweifeln. Und damit zieht sie elegant eine neue Schleife hin zum Heilsversprechen so vieler Religionen an uns Leidende und manchmal Verzweifelnde, das genau darauf abzielt: auf Paradies, Nirwana, Himmel, den Ort nach dem letzten Gericht. Ob wir es für möglich halten, dass es dergleichen jenseits unserer jetzigen Erfahrung, in einem überirdirschen, „jenseitigen“ Bereich gibt, hängt dann natürlich vom Glauben ab. Glaube folgt, das ist es ja gerade, keinen Argumenten. Niemand, die/der glauben will, wird daher von diesem Buch davon abgebracht werden. Und wer der Autorin eine Absicht in dieser Richtung unterstellt, hat den Roman vermutlich ziemlich ironiefrei gelesen. Aus meiner Sicht hat Rebecca Goldstein einfach einen unglaublich schlauen, durchdachten, scharfsinnigen und warmherzigen Diskussionsbeitrag geliefert, der – auch dank der hervorragenden Übersetzung – herrlich und unterhaltsam zu lesen ist. Dass sie manchmal etwas zu viele Perspektiven in einem Rutsch durchstreift, stört beim Lesevergnügen nicht weiter, das im Fall von „36 Argumente für die Existenz Gottes“ auch ein großes Denkvergnügen ist. Daher empfiehlt die Buchprüferin allen, die auf Letzteres Lust haben: lesen!

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  • Rezension zu "36 Argumente für die Existenz Gottes" von Rebecca Goldstein

    36 Argumente für die Existenz Gottes
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. July 2010 um 14:47

    Wenn ich darf, ziehe ich das Fazit zuerst und schreibe beim Christian Science Monitor ab: "Ohne Zweifel ist '36 Argumente für die Existenz Gottes' das lustigste Buch über Existenzphilosophie, das Sie in diesem Jahr lesen werden. Fundiert, geistreich und – ich kann es nicht oft genug sagen – wirklich unterhaltsam." Nicht alles ist so, wie es scheint und wer sich vom Titel erschrecken lässt, verpasst ein richtig gutes Buch. Cass Seltzer ist nach Veröffentlichung seines Buchs "Die Vielfalt religiöser Illusion" zu einem populären Atheisten geworden, dem gerade ein Angebot der Harvard-Universität ins Haus getrudelt ist. Dort soll er eine bestens dotierte Professur übernehmen und die Frankfurt University verlassen. Seine Lebensgefährtin ist Lucinda Mandelbaum, eine anerkannte Wissenschaftlerin, die sich auf die Spieltheorie spezialisiert hat. Die ist gerade auf Dienstreise und Cass hebt die Einladung feierlich für ihre Rückkehr auf. Ohne Vorankündigung steht Roz Margolis vor seiner Tür, seine Studentenliebe, die das menschliche Leben verlängern will und Cass gerne für ihr Engagement gewinnen möchte. Goldstein erzählt, was Cass in dieser einen Woche alles erlebt und setzt abwechselnd in anderen Kapiteln Phasen aus der Vergangenheit in Szene. Auf diese Weise erfährt man mehr über die drei Frauen in Cass Leben: Seine poetische Exfrau Pascale, die ihn für einen Arzt verlassen hatte; die verwegene Roz, die Urvölker in Südamerika erforscht hat und Lucinda, die strikt mathematisch orientierte Psychologin. Wir lernen Cass' Studienleben kennen und seinen Lehrvater Eliah Klapper, der eine befremdliche Auffassung von Ausbildung und Wissen hat. Elijah Klapper ist ein unglaublich sturer und verkopfter Mann, der einerseits durch enzyklopädisches Wissen brilliert, dadurch andererseits geradezu im Minutentakt sinnfreie Theorien und Rückschlüsse zu den simpelsten Dingen strickt. Ein Buchstabenfehler im Ortsnamen von New Walden - statt New Valden - kann unmöglich ein Tippfehler sein, sondern muss einen tiefen, wegweisenden Sinn haben. Den fabuliert sich Klapper selbstverständlich und selbstverliebt mit seinem Wissensfundus und mutigen Querverweisen zusammen. Klapper wird in den Rückblenden der Erzählung immer sonderbarer und pflegt einen unfassbaren Personenkult um sich. Goldstein stellt auch den Rebbe der Valdener vor und dessen Sohn Azarya, der alle Anzeichen für ein Wunderkind mit sich bringt. Er begreift als kleiner Bub bereits das Konzept der Primzahlen, bringt sich das Englisch lesen selbst bei und erweist sich später auch als musikalisch äußerst begabt. Mit der Vorstellung Azaryas zieht auch ein sehr interessanter Einblick in das Leben und den Glauben der chassidischen Juden ein, der stark zu der gottfreien Welt von Cass kontrastiert. Das ganze Buch hindurch begegnen sich die verschiedensten Lebensauffassungen und Persönlichkeiten, die geschickt miteinander verflochten sind. Goldstein hat Plot und Personen sehr passend aufeinander aufgebaut, immer so clever, dass man Absicht vermutet, aber trotzdem alles wie "typisch Massachusetts" wirkt. Da funktioniert es auch, dass Lucinda sich mit Cass einlässt, denn mit dem "weichen" psychologischen Forschungsgebiet von ihm kann sie eigentlich nichts anfangen. Sie wird zur zentralen Figur bei der Frage, wie tolerant Menschen miteinander umgehen: Hab ich dir schon mal erzählt, dass ich am Anfang meines Studiums in Harvard nicht begreifen konnte, dass es einen Fachbereich Religionswissenschaften gibt? Warum nicht gleich Kurse über Astrologie und Alchemie, Chiromantie und Nakromantie? Und dann fand ich raus, dass man in Harvard sogar Theologie studieren kann. Wie können die sowas machen und gleichzeitg "Veritas" zu ihrem Motto erheben? Immer wieder fallen Passagen auf, die sich auf sehr einleuchtende Art mit philosophischen Fragen befassen. Im Anhang finden sich die 36 Argumente für die Existenz Gottes und diese werden - wie im fiktiven Buch von Cass - alle widerlegt. Damit bleibt selbstverständlich die zentrale Glaubensfrage offen. Die will auch nicht beantwortet werden; dafür bietet das Buch viele Ansatzpunkte für Diskussionen und das Nachdenken über die eigene Existenz (für den, der mag). Absolut ein Kandidat für eine Widerholungslektüre.

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  • Rezension zu "36 Argumente für die Existenz Gottes" von Rebecca Goldstein

    36 Argumente für die Existenz Gottes
    glowinggloom

    glowinggloom

    16. May 2010 um 13:30

    Der Titel des Buches ist irreführend, da er die Vermutung nahelegt, man würde durch die Lektüre im Glauben gestärkt werden. Man wird jedoch feststellen müssen, daß jedes angeführte Argument für die Existenz Gottes, widerlegt wird. Das Buch hat einen originellen Aufbau, es besteht aus einem Roman von 480 Seiten und einem Sachbuch-Teil von ca. 70 Seiten. Im Sachbuch werden 36 Argumente für die Existenz Gottes einzeln vorgestellt, mit glasklarer Logik und auf dem Stand der Wissenschaft analysiert und ausnahmslos als fehlerhaft festgestellt. Die meisten der Gottesbeweise basieren auf einem Projektionstrugschluß (Wunschdenken). Verblüffend, welche zynischen Argumente der christliche Klerus an den Haaren herbeizieht, um seine irrationalen Dogmen zu untermauern. Die Tatsache, daß es viel Leid in der Welt gibt, obwohl man von einem allmächtigen und gütigen Gott erwarten sollte, daß er seine Geschöpfte nicht leiden läßt, wird damit erklärt, daß Gott dem Menschen moralische Wahlmöglichkeiten lassen möchte, damit er Tugenden wie Duldsamkeit, Mut oder Mitleid entwickeln könne. Auch könne nur ein Wesen mit einem Zweckbewußtsein, das unseres übersteigt, den Zweck aller Leiden erfassen. Allein Gott könne ein solches Zweckbewußtsein haben, also existiere er. Letzte Woche ist der 16-jährige Sohn einer Arbeitskollegin, nach einer langen, schmerzvollen Krankheit an einem septischen Schock gestorben. Ich hatte den Eindruck, die Mutter hätte gerne auf diese Gelegenheit, ihre eigenen Tugenden zu erproben, verzichtet. Der Protagonist des Romans, Cass Seltzer, Professor für Religionspsychologie an der Harvard University und Autor des Bestsellers „Die Vielfalt religiöser Illusion“ wundert sich, daß es in der modernen Welt immer noch Menschen gibt, die religiös leben, „Anschauungen anhängen, die einer frühen Stufe der menschlichen Entwicklung angehören. Wie kann es sein, daß so etwas bei unserem heutigen Wissensstand immer noch herumgeistert? Irgendwie erinnert es an freigelegte und abgestaubte Relikte – tastende Versuche und mythisch-magische Ahnungen...“ In Rückblenden wird Seltzers Leben beschrieben. Er hat es mit schillernden Persönlichkeiten zu tun: seinem Lehrer Prof. Klapper, seinen 3 Lebensgefährtinnen und dem Rabbi Azarya. Prof. Klapper, der den Fachbereich für Glauben, Literatur und Werte leitet, verspürt eine „verzehrende Leidenschaft für die esoterischen Schriften des jüdischen Mystizismus“ und unternimmt mit Seltzer Exkursionen in eine Gemeinde von orthodoxen Juden. Später dreht Klapper völlig durch, wandert nach Israel aus und hält sich für den Messias. Azarya, der Sohn des Rabbis fällt, schon als Kind, durch sein mathematisches Genie auf. Als sein Vater stirbt, fühlt er eine Verpflichtung der jüdischen Gemeinde gegenüber. Er verzichtet auf eine Karriere als Wissenschaftler und tritt die Nachfolge seines Vatersan, er wird Rabbi. Die klare Logik, mit der die Autorin die metaphysischen Spekulationen der Religion ad absurdum führt, hat mir gefallen. Das Aufeinanderprallen von Weltanschauungen auf dem intellektuellen Niveau von Professoren mit starken Persönlichkeiten, liest sich spannend und manchmal auch komisch. Die Zustände, wie sie in orthodoxen jüdischen Gemeinden herrschen, waren mir neu. Es handelt sich um osteuropäische Juden, die vor den Nazis geflohen waren und in der Nähe von New York, eine eigene geschlossene Gemeinde gegründet haben. Der Rabbi wird als eine Art Heiliger verehrt, der sein Heil und sein Amt vererbt. Wer die Bibel oder den Koran kennt, der weiß, daß dort die Frauen nur Menschen zweiter Klasse sind; nicht anders ist es bei diesen orthodoxen Juden. Diese reaktionäre Patriarchen-Clique schart sich, in teuren Zobelschwanz-Klamotten und ondulierten Löckchen um ihren Rabbi und verzehrt den heiligen Kartoffel-Auflauf, während die Frauen außen vor bleiben, sich Glatzen schneiden müssen und keine Hosen oder ärmellosen Kleider tragen dürfen. Die Verbindung von Sachbuch und Roman, wie sie in diesem Buch stattfindet, finde ich weniger gelungen, nicht, weil es als Sachbuch einen überflüssigen Roman enthält, sondern, weil es dem Roman nicht gelingt, meine Gefühle zu berühren und er mich stilistisch und sprachlich nicht begeistert. Was die gute Sachbuch Autorin aus dem spannenden Plot, den schillernden Charakteren belletristisch macht, hat mich nicht überzeugen können.

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  • Rezension zu "36 Argumente für die Existenz Gottes" von Rebecca Goldstein

    36 Argumente für die Existenz Gottes
    dyabollo

    dyabollo

    10. May 2010 um 22:25

    Die "36 Argumente für die Existenz Gottes" ist kein gewöhnliches Buch. Es ist ein interessantes, intelligentes aber auch ein wenig verwirrendes Buch. Mir war zu Beginn klar dass es sich nicht um einen Roman wie "Die Hütte" handelt, der uns "Gott näher bringen will" sondern im Gegenteil um ein Buch, dass zu 36 Argumenten für die Existenz Gottes mehr als 50 schlagfertige Gegenargumente bietet. All das befindet sich fein säuberlich sortiert und gut recherchiert im Anhang. ( Schon alleine deswegen bekommt das Buch einen Ehrenplatz in meinem Buchregal ) Aber es geht ja hier auch um den Roman. Wie aus der Inhaltsangabe bekannt, dreht sich der Plot um einen gewissen Cass der ein Buch schreibt und wohl den Nerv der Zeit trifft. Er wird hoch gelobt und überall als ein Atheist mit Herz bezeichnet. Warum? Weil er es schafft die Argumente für Gott zu widerlegen ohne jedoch die Gläubigen anzugreifen. Er ist kein Glaubenshasser, nein Cass ist in einem orthodoxen jüdischen Dorf in der Nähe von New York groß geworden und pflegt auch als ungläubiger die Bräuche zu Freude aller. Doch das Buch erzählt mehr - es handelt von vorgetäuschter und wahrer Liebe, von Entscheidungen, die man zu treffen hat und von Konsequenzen. Es ist ein schönes Buch, ein lesenswerter Roman der mehr bietet als pure Unterhaltung!

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  • Rezension zu "36 Argumente für die Existenz Gottes" von Rebecca Goldstein

    36 Argumente für die Existenz Gottes
    Eule

    Eule

    01. May 2010 um 20:20

    Cass Seltzer ist eigentlich ja Religionspsychologe an der Frankfurter Uni (USA) mit Schwerpunkt auf den Formen, die Glaube außerhalb von Religionen annimmt, wurde aber durch das von ihm geschriebene Buch (genauer durch dessen Anhang) - das auch den Buchtitel dieses Romanes wiedergibt - für die breite Öffentlichkeit zum "Atheisten mit Seele" und außerdem berühmt. Insbesondere diese Berühmtheit ist es, die Cass' Leben in recht kurzer Zeit stark verändert. Dazu gehören das Auftauchen von Lucinda Mandelbaum - einer Spieltheoretikerin, die Cass ebenso verehrt und anbetet wie seine Ex-Frau - sowie seiner großen Liebe aus Studienzeiten, Rozlyn Margolis. Das Buch - das zeitweise in sehr wissenschaftlichem Ton geschrieben ist (weshalb ein Fremdwörterbuch in greifbarer Nähe das Lesen durchaus erleichtern kann) - beschreibt nun die Auseinandersetzung des Hauptprotagonisten mit seinem veränderten Leben und den Ereignissen der Vergangenheit. Dabei steht vor allem die Auseinandersetzung mit der Bedeutung des Glaubens (nicht nur unbedingt religiös), und der Selbstfindung von Cass Seltzer im Mittelpunkt, die über die persönliche Lebensgeschichte von Cass auch einige allgemeine philosophische Fragen bezüglich des Sinns und Seins der menschlichen Existenz anspricht. Ich persönlich fand das Buch, insbesondere in seinen Anfängen, da der Leser in ein Wirrwarr loser Enden gerät, die Cass aktuelles Leben darstellen, spannend und ansprechend. Auch die Schreibweise, die häufig zwischen Gegenwart und Vergangenheit springt, und auf diese Weise allmählich Licht in das Netz miteinander verwobener Gefühlsregungen und Ereignisse bringt, ist sehr unterhaltsam. Allerdings wird das Buch gerade gegen Ende, wenn man das Gros der Zusammenhänge kennt, immer vorhersehbarer in seinen Handlungen und damit langweilig. Insbesondere feststellen zu müssen, dass Cass sein Verhalten in Bezug auf frühere Lebenserfahrungen kaum verändert hat, sondern weiterhin die gleichen Fehler begeht - nämlich sich immer eine "anbetungswürdige" Person zu suchen und auf diese alle Hoffnungen und Ängste zu projizieren - war enttäuschend, auch wenn gerade hierin eine der philosophischen Hauptaussagen des Buches liegt: Glauben kann man nicht nur an Gott sondern auch an das Genie und Liebe. Dies zeigt sich auch im Charakter des Arzarya Sheiner - einem hochbegabten Savant bzw. Genie, der die Betreuung seiner jüdischen Gemeinde als Rabbi einer persönlichen wissenschaftlichen Karriere am MIT vorzieht. Wieder etwas spannender fand ich persönlich den Anhang des Buches, in dem logisch die "Fehler" der verschiedenen Argumente für eine Existenz Gottes dargestellt werden. Trotz diesen Anhanges sollte man aber nicht denken, dass dieses Buch gegen den Glauben an einen Gott gerichtet ist, es geht vielmehr darum, dass ein göttliches Wesen zwar nicht nachgewiesen werden, der Glaube selbst jedoch große Relevanz besitzen kann. Fazit: Insgesamt ein ganz netter Roman, aber mir hätte das Thema "Beweise für/gegen die Existenz Gottes" mehr in Form eines reinen Sachbuches bzw. ein Roman über die Selbstfindung und den Glauben von Cass Seltzer in Form eines reinen Romans besser gefallen. Die Vermischung dieser beiden Ansprüche des Buches wirkt häufig gezwungen und mindert damit leider den Lesespaß.

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  • Rezension zu "36 Argumente für die Existenz Gottes" von Rebecca Goldstein

    36 Argumente für die Existenz Gottes
    Scylla

    Scylla

    01. May 2010 um 10:35

    Dieses Buch ist wirklich eigenartig. Manchmal hat es mich total fasziniert und mir viele Denkanregungen gegeben und manchmal dachte ich einfach nur: wie kann man sich nur mit so einem philosophisch hochtrabendem Unsinn beschäftigen? Das Buch ist sicher nicht einfach zu lesen, ich empfand es jedoch auch nicht als allzu schwer, denn ich habe es relativ schnell durchbekommen. Das komische ist, obwohl es eigentlich kaum eine nachvollziehbare Handlung gibt, fand ich das Buch nie langweilig. Das hat mich selbst überrascht. Problematisch sind jedoch die vielen Zeitsprünge. Mit der Zeit gewöhnt man sich zwar an den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, als dann aber in der Vergangenheit auch noch hin und her gesprungen wurde, war ich manchmal schon etwas verwirrt. Während am Anfang die Vorlesung von Professor Klapper noch den Reiz des Unbekannten hat, ging er mir mit seinem allgegenwärtigen hyperphilosophischen Gefasel bald so auf die Nerven, dass ich seine Passagen meist übersprungen habe. Mir ist nicht ganz klar, was die Autorin mit dieser Person erreichen wollte. Was er von sich gibt, ist für den normalsterblichen Leser einfach nicht nachvollziehbar. Weiterhin sind die ganzen jüdischen Begriffe ein Problem und in die jüdische Gemeinde New Walden konnte ich mich auch kaum einfinden. Und doch gab es einige Lichtblicke, die mich dazu gebracht haben, das Buch immer weiter zu lesen. Das war zum einem Cass, in dessen Gedanken- und Gefühlswelt ich gut eintauchen konnte und Roz, die meine leidenschaftliche Abneigung Klapper gegenüber so wunderbar wortreich geteilt hat. Azarya, das mathematische Wunderkind aus New Walden, war ebenfalls einer meiner Lieblinge, obwohl mir die Entwicklung, die die Autorin für ihn gewählt hat, überhaupt nicht gefallen hat. Erstaunlicherweise geht es relativ wenig um die Argumente für die Existenz Gottes. Das Thema begleitet einen zwar die ganze Zeit, kommt dann aber nur sehr kurz zur Sprache. Viele Handlungsstränge werden meiner Meinung nach nicht ausreichend zu Ende geführt und am Ende fühlte ich mich ein wenig von der Autorin hängen gelassen.

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  • Rezension zu "36 Argumente für die Existenz Gottes" von Rebecca Goldstein

    36 Argumente für die Existenz Gottes
    dragazul

    dragazul

    30. April 2010 um 10:10

    Kein schlechtes Buch - aber LEIDER auch kein gutes. Hauptkritikpunkt für mich ist die Lesbarkeit. Nach einem tollen ersten Satz folgen für mich kaum verdauliche Seiten. Unter normalen (=ohne Testleserunde) Umständen hätte ich das Buch sicher nicht beendet. Auf sehr schön geschriebene Kapitel folgen solche, die mit Fachjargon der Philosophie und mit jüdischen Begriffen dermaßen überfrachtet sind, dass der eigentliche Inhalt und Beitrag dieser Kapitel zur Handlung mir komplett entgingen. Ein Kapitel beginnt mit einem Satz über zwei Seiten. Wenn der dann wenigstens so gut geschrieben wäre, dass man am Ende noch wüßte, worum es am Anfang ging. So aber musste ich erst wieder zurückwandern und den Anfang suchen. Da das nur einmal auf über 500 Seiten vorkommt, vermute ich entweder, die Autorin wollte ziegen, dass sie das auch kann oder dieser Teil ist früher einmal als Fingerübung entstanden und beim Lektieren übersehen worden. Die Figuren sind ganz gut ausgearbeitet, wobei meine Lieblingsfigur (Roz) leider immer nur kurz auftaucht. Gegen Ende wird das Buch dann leichter lesbar und macht dann sogar richtig Spaß zu lesen. Hätte die Autorin diesen Stil doch schon zu Anfang gefunden!

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  • Rezension zu "36 Argumente für die Existenz Gottes" von Rebecca Goldstein

    36 Argumente für die Existenz Gottes
    lokoschade

    lokoschade

    28. April 2010 um 13:38

    Meine Meinung: Ein ganz ambivalentes Leseerlebnis das sich am besten so erklären läßt: Mal hatte mich die Autorin fest an der Hand um mich dann auf den folgenden Seiten hilflos im Raum hängen zu lassen. Eine große Distanz entstand durch den sehr akademischen Ton und nur selten blitzte der auf dem Klappentext erwähnte Sprachwitz auf. Hatte ich es mit einem Sachbuch oder mit einem Roman zu tun? Konnte sich die Autorin hier nicht entscheiden? Einzig und allein wenn Roz, eine frühere Freundin von Cass auf der Bildfläche erschien ("Ich drehe die Zeit um. Ich habe die Kontrolle über meine Biochemie übernommen.") spürte ich eine gewisse Lebendigkeit und Nähe zu den Figuren, die dann aber im nächsten Kapitel schon wieder flöten ging. Alles in allem kein einfaches Buch (manche Sätze musste ich wiederholt lesen) das bestimmt viele Freunde findet die sich gerne mit philosophischen Fragen auseinandersetzen. Und die Existenz Gottes? Zweifler werden sicherlich nicht überzeugt sein und die Gläubigen kommen bestimmt nicht ins Zweifeln.(dk)

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  • Rezension zu "36 Argumente für die Existenz Gottes" von Rebecca Goldstein

    36 Argumente für die Existenz Gottes
    yoko

    yoko

    23. April 2010 um 07:53

    Wenn Literatur und Wissenschaft zusammentreffen, passiert etwas Gewaltiges. Es knallt, es knackt und kommt einem Hexenkessel gleich. An Ruhe und Ankommen ist gar nicht erst zu denken. Ans Denken schon eher. Der Kopf schaltet in 36 Argumente für die Existenz Gottes keine Sekunde ab. In den 560 Seiten starken Werk fordert die Autorin, Rebecca Goldstein, ihre Leser die ganze Zeit. Wehe dem, der einmal nicht aufmerksam ist. Der bekommt was auf den Kopf und darf zur Strafe die Seite nochmals lesen, muss er auch, um nicht den Faden zu verlieren. Häufig findet man sich in einer Vorlesung wieder – so scheint es, weil es teilweise nur von Fremdwörter hagelt, die sich später zwar aufklären, vorher aber Unruhe in den Lesefluss bringen. Rebecca Goldstein erzählt die Geschichte vom Religionspsychologen Cass Seltzer, der es mit seinem Buch Die Vielfalt religiöser Illussion in die amerikanische Bestsellerliste geschafft hat. Vor allem wegen des Anhanges, in dem er Argumente für die Existenz Gottes auseinandernimmt, gerät er in den Mittelpunkt. Plötzlich passieren auch Dinge mit ihm, die er sich nicht erklären kann, warum sich beispielsweise die schöne Lucinda Mandelbaum ihm zuwendet oder weshalb jetzt seine interessante Ex-Freundin Roz auftaucht. Das Buch teilt sich in mehrere Handlungsstränge auf, eine Rückblende und das Jetzt. Dies ist eine sehr geschickte Erzählweise, da man als Leser erfährt, wie Cass Seltzer zu dem geworden ist, wer er heute ist. Doch die Handlungsstränge unterscheiden sich erheblich. Während die Gegenwart mehr einer Beschreibung ähnelt, kommt es in der Vergangenheit zu wissenschaftlichen Abhandlungen höchsten Grades. Hier geht es um Religion, Literatur und Psychologie. Am Ende des Buch erwartet den Leser die 36 Argumente, die die Existenz Gottes klug und raffiniert diskutieren. Die Sprache ist sehr kühl, fast nüchtern, hat jedoch hier und da kleine Kurven mit denen man nicht rechnet und über die man schmunzelt. Mir persönlich fehlte einfach die Wärme zwischen den Buchstaben, um mich zu berühren. Wahrscheinlich funktioniert das einfach nicht, wenn sich die Literatur mit der Wissenschaft so nah ist wie hier. Der Roman ist qualitativ hochwertig, eine Wohltat für alle hungrigen Köpfe, die sich mit den Themen Philosophie, Psychologie und Religion intensiv wissenschaftlich auseinandersetzen und nebenbei literarisch unterhalten werden wollen.

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