Everland

von Rebecca Hunt 
3,9 Sterne bei39 Bewertungen
Everland
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Positiv (30):
Buchlandung_in_Muenchens avatar

War das mitreißend!

Kritisch (4):
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Zwei Expeditionen in die Antarktis, zwei Forscherteams und zwei langatmige Geschichten.

Alle 39 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Everland"

Rebecca Hunts zweiter Roman ist Abenteuergeschichte, spannender Thriller und psychologisches Drama in einem. Die Insel Everland wird von zwei Antarktisexpeditionen erforscht, zwischen denen hundert Jahre liegen. Doch die Einsamkeit, die harten Wetterbedingungen und die feindseligen Kräfte der Natur sind heute wie damals bestimmend, und bei beiden Expeditionen zeigt sich: Die Antarktis enhüllt den wahren Charakter der Menschen, die sich ihr aussetzen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783630874630
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Luchterhand
Erscheinungsdatum:13.06.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    PagesofPaddys avatar
    PagesofPaddyvor 6 Monaten
    Ruhig und kühl, wie das Eis im Norden

    Wer ein ruhiges Buch mit einer dichter Atmosphäre lesen möchte, sollte sich Rebecca Hunts „Everland“ genauer angucken. Die beiden Geschichten die erzählt werden (2012 und 1913) ähneln sich in ihrem Aufbau und weisen so einige Gemeinsamkeiten auf. Manchmal hat man ein bisschen das Gefühl man liest die Geschichten doppelt. Was jetzt negativ klingt ist aber gar nicht so negativ gemeint. Alles in allem ist es ein gutes Buch geworden. Hunt schafft es die Geschichte mit einer Ruhe zu erzählen, die zu der Umgebung passt. Wie gesagt, die Atmosphäre ist sehr gelungen. Dieses ganze Antarktis-Setting, Kampf Mensch gegen Natur ist wirklich spannend und immer wieder intensiv. Ab und zu schleichen sich aber auch immer mal wieder gewisse Längen ein. Das muss man leider auch so sagen. Was mir nicht so gut gefallen hat waren die Charaktere. Ich hab nie wirklich Sympathien für einen der Figuren empfunden und sie blieben letztendlich bezugslos. Nichtsdestotrotz ist das Buch ein gelungenes Buch mit einigen Fehlerchen aber trotzdem sollten Leser, die sich für Abenteuer und das kalte Setting interessieren, zugreifen. Grade jetzt wo es draußen kälter wird, sind Bücher mit solchen Settings natürlich richtig passend. 

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    Nenaties avatar
    Nenatievor 8 Monaten
    Everland

    Abenteuerromane finde ich sehr spannend. Und Everland klang sehr interessant.

    Das Buch handelt von zwei fiktiven Antarktisexpeditionen die knapp einhundert Jahre auseinanderliegen und startet mit dem Ende der ersten Expedition, die nicht wirklich gut ausging. Zum Jubiläum soll nun eine erneute Expedition nach Everland stattfinden, weil das Medienwirksamer ist. Und um noch etwas mehr Aufmerksamkeit zu bekommen soll das neue Expeditionsteam auch nur aus drei Personen bestehen.

    Das Buch besticht nicht durch Action oder konstante Spannung. Es ist eher ruhig erzählt und der Fokus liegt hier eher auf der rauen und eisigen Umgebung. Ich mochte die Atmosphäre und auch die langsame Erzählweise. Nebenbei gibt es noch einen Einblick in die menschliche Psyche. Was passiert wenn drei Menschen unter Extrembedingungen zusammengepfercht sind? Auch drei Menschen bilden schon eine Gruppe, es gibt Sympathien und kleinere Rangkämpfe. Und in Extremsituationen reagieren viel unerwartet. Es war wirklich interessant den beiden Gruppen zu folgen. Wirklich gelungen waren die Parallelen die Rebecca Hunt zwischen den beiden Expeditionen zieht.

    Ein sehr interessantes Buch, das vor allem durch seine ruhige Erzählweise und die gelungenen Umgebungsbeschreibungen besticht.

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    Mylittlebookpalaces avatar
    Mylittlebookpalacevor 8 Monaten
    Leider nicht meins

    Handlung:Rebecca Hunts zweiter Roman ist Abenteuergeschichte, spannender Thriller und psychologisches Drama in einem. Die Insel Everland wird von zwei Antarktisexpeditionen erforscht, zwischen denen hundert Jahre liegen. Doch die Einsamkeit, die harten Wetterbedingungen und die feindseligen Kräfte der Natur sind heute wie damals bestimmend, und bei beiden Expeditionen zeigt sich: Die Antarktis enhüllt den wahren Charakter der Menschen, die sich ihr aussetzen.


    Orte: Das Buch spielt an zwei unterschiedlichen Zeiten auf der gleichen Insel und zwar „Everland“ eine kleine Insel mitten in der Arktis. Vor allem jetzt in der kalten Jahreszeit konnte ich mir die Orte sehr gut vorstellen.


    Person: Um ehrlich zu sein mochte ich viele der Personen überhaupt nicht. Ich weiß gar nicht so genau warum, wahrscheinlich weil deren Charaktere mit meinem nicht übereingestimmt haben und ich mich einfach nicht mit ihnen identifizieren konnte, außerdem haben manche Personen einige Sachen gemacht, die für mich vollkommen unverständlich und unergründlich waren.


    Schreibstil: An den Schreibstil musste ich mich erstmal eine Weile gewöhnen, weil ich am Anfang einfach nicht damit klar gekommen bin, doch nachdem ich mich eingelesen habe hat er angefangen mir zu gefallen. Er wird nie der beste sein ,den ich jeh gelesen habe aber er ist auszuhalten.


    Gestaltung: Ja das Cover mag ich wirklich wirklich gerne, es passt sehr gut zu dem Buch und ich mag auch die Farbkombination von diesem Weiß und dem blau. Auch die Kapitelgestaltung hat mir sehr gut gefallen.


    Geschichte: Ja leider mochte ich auch die Geschichte nicht so gerne, die meiste Zeit war es um ehrlich zu sein sehr langweilig. Es hat mich einfach nicht gepackt und ich bin nicht wirklich in die Geschichte gekommen, dazu kam das ich die Charaktere nicht so gerne mochte und ja das kam alles zusammen und ich bin einfach nicht wirklich in der Geschichte angekommen.


    Fazit: Ich mochte dieses Buch nicht wirklich gerne. Mir haben viele Parts nicht gefallen und ich bin einfach nicht in diesem Buch angekommen, es gab natürlich auch Teile die ich mochte, aber die „schlechten“ haben für mich einfach überwogen, deswegen gebe ich 2 von 5 Sternen. Hier möchte ich mich auch beim Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanken.

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    Zeilentraumfaengers avatar
    Zeilentraumfaengervor 9 Monaten
    Everland

    Everland ist ein ruhiger und interessanter Roman, dem es leider an Tiefe und Einzigartigkeit fehlt.
    Ich hatte das Buch ziemlich spontan angefragt und wusste nicht so wirklich, was mich erwartet. Das Cover hat mir dann direkt gefallen und wahrscheinlich bekommt das Buch auch einen besonderen Platz in meinem Regal. Es ist einfach wunderschön und passt perfekt zum Buch.
    Das Buch an sich hatte dann aber leider einige Schwächen. Es wird aus verschiedenen Zeiten und Perspektiven erzählt. Zwei unterschiedliche Expeditionen, 1913 und 2012. So taucht man immer abwechselnd in zwei unterschiedliche Geschehen ein. Die Kapitel sind dabei aber immer nur ein paar Seiten lang und der ständige Wechsel hat mich zwischendurch etwas verwirrt.
    Vor allem, weil beide Expeditionen sich total ähneln. Natürlich gibt es unterschiedliche Charaktere und es passiert auch nicht exakt das Gleiche. Aber es gibt wahnsinnig viele Parallelen, wodurch der Überblick in den beiden Geschehen nicht unbedingt leichter wird. Auch die Namen, die teilweise echt komisch sind, ähneln sich ziemlich. Ich hatte hier also echt meine Probleme.
    Spannung kam auch erst ziemlich spät auf, die letzten 100 Seiten ungefähr waren wirklich interessant, der Rest ist eher so vor sich hin getröpfelt und auch, wenn es teilweise ganz schön zu lesen war, hätte ich mir hier einfach mehr gewünscht.
    Der Schreibstil von Rebecca Hunt hat mir dafür aber ziemlich gut gefallen.Das Buch lies sich trotz allem sehr gut und flüssig lesen. Auch Gefühle wurden sehr gut eingefangen und bewegend wiedergegeben.
    Everland ist das perfekte Buch für alle, die ein ruhiges und ausführliches Buch über eine kurzzeitig spannende Expedition in die Antarktis, suchen und dabei nicht so viel Wert darauf legen, dass die Geschichte realistisch ist und sehr in die Tiefe geht.

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    -Leselust-s avatar
    -Leselust-vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ein spannender & atmosphärischer Roman, mit geheimnisvoller Geschichte & schonungslos ehrlicher Darstellung der Charaktere.
    Spannende Handlung & tiefe Einblicke in die menschliche Psyche

    Kurzmeinung:
    Ein spannender und atmosphärischer Roman, der durch seine geheimnisvolle Geschichte und die schonungslos ehrliche Darstellung seiner Charaktere besticht. Durch den Anfang muss man sich etwas durchkämpfen, doch dann erwarten einen Abenteuer und Einblicke in die menschliche Psyche.

    Meine Meinung:
    Am Anfang kam ich sehr schwer in die Geschichte rein. Es wurden sehr viele Personen eingeführt, ohne sie alle genauer vorzustellen. Außerdem wurden viele Handlungsstränge angefangen und Andeutungen gemacht, nur um mich dann damit allein zu lassen. Das hat mich als Leserin am Anfang überfordert und ich habe lange gebraucht, um mir der Handlung und den Personen warm zu werden. Doch im Verlauf der Geschichte nimmt die Handlung immer deutlicher Gestalt an und es werden kunstvoll alle losen Enden wieder aufgenommen und zu einem schlüssigen Ganzen verwoben.

    "Die Beurteilung eines Charakters ist nicht das exklusive Recht jener, die ihm am freundlichsten gesinnt waren, (...)." 

    Dieses Zitat ist für das Buch sehr bezeichnend, denn die Charaktere werden schonungslos ehrlich beschrieben, mit all ihren Fehlern und Schwächen. Keine Person war mir so richtig sympathisch. Das fand ich sehr erfrischend. Allerdings hat sich deswegen auch kein Gefühl der Nähe zu den Personen entwickelt. Das war aber auch nicht weiter tragisch, weil ich trotzdem von dem Buch gefesselt war –nicht, weil ich so an den Personen und ihrem Wohlergehen hing, sondern einfach, weil die Geschichte an sich so spannend war. Und bis auf ein paar kleine Längen gegen Ende, ist das auch so geblieben.

    Der Roman bietet viel Raum für die Entwicklung der Charaktere, man kann intensiv in die Gedankenwelten und Motive der Personen eintauchen. Diese stilleren Szenen halten sich aber in einer guten Balance zu Abenteuerszenen über das Überleben auf der antarktischen Insel. Ein weiteres Highlight dieses Buches sind die sehr atmosphärischen Beschreibungen. Beim Lesen war ich mit den Teams in Schneestürmen und Eiswelten und mir wurde trotz kuscheliger Decke richtig kalt.


    Fazit:
    Ein toller Roman, der dem/ der Leser_in viel bietet. Eine geheimnisvolle Geschichte, die sich erst nach und nach enthüllt. Interessante und komplexe Charaktere, über die man nicht so leicht ein Urteil fällen kann. Atmosphärische Beschreibungen, die einen direkt mitnehmen in die Kälte der antarktischen Insel Everland.
    Leseempfehlung für alle, die Lust auf einen Abenteuerroman haben, oder die gern in die Abgründe der Gedankenwelt von Menschen in Lebensgefahr abtauchen wollen. 

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    JayLaFleurs avatar
    JayLaFleurvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Spannender Roman über eisige, menschliche Verhaltensweisen. Sehr toller Erzähl- und Schreibstil!
    "Everland" von Rebecca Hunt

    Klappentext
    Abenteuergeschichte, spannender Thriller und psychologisches Drama in einem: Die Insel Everland wird von zwei Antarktisexpeditionen erforscht, zwischen denen hundert Jahre liegen. Doch die Einsamkeit, die harten Wetterbedingungen und die feindseligen Kräfte der Natur sind heute wie damals bestimmend, und in beiden Forscherteams zeigt sich: Die Antarktis enthüllt den wahren Charakter der Menschen, die sich ihr aussetzen.

    Meinung
    Rebecca Hunt weiß, wie sie von zwei unterschiedliche Abenteuern erzählen kann, die viele Ähnlichkeiten aufweisen und dennoch unterschiedlich sind.
    Die Autorin hat einen tollen deskriptiven Erzählstil. Sie konnte die fiktive Insel Everland so gut beschreiben, dass alles in meinem inneren Auge real wurde: Der Schnee, das tückische Wetter, die weiße Landschaft, die Bucht. Dabei hat Rebecca Hunt immer einen flüssigen Schreibstil.

    ⟫ Und jetzt war Brix hier, an einem weiteren verhangenen Morgen, an dem die Wolken über dem Vulkan hingen wie ein modriger Wollteppich. Der Himmel hatte die Farbe von Matsch und wirkte unheilverkündend, wie üblich. Bislang hatten sie die Sonne nicht zu sehen bekommen, nicht einmal für eine Sekunde. ⟪
    Zitat S. 74

    Leider war mein Einstieg in die Geschichte etwas schwerfällig. Ich musste zuallererst damit klarkommen, dass die beiden erzählten Abenteuer im raschen Kapitelwechsel erzählt werden. Erschwerend kam auch noch dazu, dass es sehr viele Figuren gibt.

    Noch mehr als der wunderbare Erzähl- und Schreibstil faszinierte mich, wie Menschen in Extremsituationen reagieren oder die Verhaltensweisen komplett ändern - ob im Jahr 1913 oder eben hundert Jahre später spielt dabei keine Rolle. Sehr erschreckend zu lesen war, welche Kehrtwendungen einige Protagonisten gemacht haben oder sich Charaktereigenschaften um 180 Grad gedreht haben. Zwischenmenschliches Verhalten schreibt die Autorin sehr groß!

    Allerdings sollte sich der Leser darüber im Klaren sein, dass keine großartigen Dialoge geführt werden. Manch einer wird sicherlich auch die Charaktertiefe vermissen. Im allwissenden Erzählstil geschrieben habe ich einen Bezug zu den Protagonisten bekommen, aber keinen allzu großen. Rebecca Hunt möchte das Augenmerk in „Everland“ auf die Extremsituationen und das Verhalten der Menschen lenken. Und das hat sie definitiv geschafft!


    Fazit
    Ein spannender Roman über eisige, menschliche Verhaltensweisen. Leider hatte ich anfängliche Schwierigkeiten, die aber schnell überwunden waren. „Everland“ verdient viereinhalb von fünf Sternen! 

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor einem Jahr
    eiskaltes Abenteuer

    »Everland präsentierte ihnen einen Himmel voller erdrückend niedriger Wolken, die aussahen wie Schwaden von Dieselabgasen. Der Wind brachte Schneekristalle mit, fein wie Sägemehl, die sich sofort in Brix`Kragen setzten und in ihren Augen brannten.«

    Everland ist eine fiktive Insel. Zwei Forschungsteams, in zwei Jahrhunderten: 1913 und 2012. Die erste Expedition beginnt mit ihrem Ende. Nur ein Teilnehmer hat es überlebt, 1913, nur noch einer wird von dem Expeditionsschiff gefunden, welches die Mannschaft abholen sollte, und es ist ungewiss, wie lange er durchhalten wird. 2012 startet eine neue Expedition in die Antarktis nach Everland, Pinguine und Seebären zu erforschen. Abwechselnd wird in den Kapiteln von beiden Lagern berichtet, der Verlauf der Geschichte gestaltet sich in beiden Gruppen ähnlich.

    »In Wahrheit richtete sich alles nach dem schwächsten Glied in der Kette, und das bedeutete, dass alles, was Brix tat, doppelt so viel Zeit und doppelt so viel Mühe kostete, denn Decker musste es ihr erst erklären und überprüfen, ob sie auch alles richtig gemacht hatte.«

    In jeder Gruppe gibt es ein schwaches Glied in der Kette und einen, der brutal klarstellt, dass der Schwächling hätte zu Hause bleiben müssen. Der ein oder andere ist vom Ehrgeiz zerfressen, es gibt eine Menge Fehlentscheidungen, schwache Führer. Theoretisch gibt es bei beiden Expeditionen genügend Lebensmittel und ein festes Lager. Jemand verletzt sich, verheimlicht das und ein Schneesturm bahnt eine Katastrophe an. Beide Geschichten sind ähnlich, doch völlig verschieden.

    »Ein fauliger Geruch hatte Dinners` Zustand verraten. ... Einer hatte gewürgt und dann geflüstert, riecht nach verfaultem Fleisch.«

    Man fröstelt nicht nur wegen der Beschreibung der Antarktis, karge Landschaften, stinkend vom Vogelkot, Kälte, Schnee, erfrorene Haut und Gliedmaßen, sondern auch wegen der Hinterhältigkeit einiger Protagonisten. Der Erzähler spielt mit dem Leser, führt ihn an der Nase herum. Man spürt förmlich die psychische Anspannung der Protagonisten, wenn sie sich durch das Eis quälen, Geräusche von Winden, die Halluzinationen hervorrufen, Kopfschmerzen.

    »In Hoffnung, Buße für sein unverzeihliches Verhalten zu tun, indem er sich nützlich machte, zog er die Handschuhe aus, und kramte in seinen Taschen nach Messern. Die plumpen, tauben Finger konnten sie nicht halten, und sie fielen klappernd auf die Erde.«

    Die Natur ist rau und nicht zu berechnen. Der Mensch glaubt, er hätte alles im Griff, vorausschauend geplant. Doch nichts ist sicher in der Antarktis, und manche Dinge sind nicht gleich zu erklären. Selbst die Gruppe aus 2012, ausgestattet mit technischer Raffinesse, muss ums Überleben kämpfen. Wie reagiert ein Mensch in Extremsituationen, wie verhält er sich anderen gegenüber? Geht es nur ums eigene Leben oder gibt so etwas wie Verantwortung? Bestie Mensch oder ein sozialer Charakter? Wen trifft die Schuld und wer schiebt etwas auf andere? Was ist die Wahrheit?

    »Bei minus fünfundzwanzig Grad wird die Fähigkeit des menschlichen Körpers, Feuchtigkeit zu produzieren und auszustoßen, auf teuflische Weise offensichtlich. Ales, was nicht ausgeatmet wurde und um die mit Blasen bedeckten Nasenlöcher und Lippen gefror oder aus den Poren verdampfte und an der Kleidung gefror, schien in ihrem Inneren zu gefrieren.«

    Dieser spannende Abenteuerroman lebt von zwei Dingen. Auf der einen Seite sind die Naturbeschreibungen fantastisch, schrecklich, sich bewusst zu werden, wie brutal die Natur mit Tieren umgeht: Nur die Stärksten kommen durch. Der tägliche Kampf des Menschen, bei diesen Witterungsbedingungen zu forschen, zu überleben wird fein ausgebreitet, insbesondere das, was sich unter Extremsituationen im Menschen freilegt. Auf der anderen Seiten tragen die feingezeichneten Figuren die Geschichte. Psychologisch sorgfältig ausgearbeitete Charaktere, wandelbar in ihrer Handlung, dem Leser aber so präsentiert, dass er nicht gleich durchschaut, wie sich im Zweifel verhalten werden. Härte gegen Weichei, Erfahrung versus Greenhorn. Menschen, die auf engem Raum miteinander auskommen müssen, die sich aufeinander verlassen müssen. Da stellt sich die Frage:

    »Schlag auf Schlag, meine Herren“, rief Dinners. „Mal sehen, wer am längsten durchhält.«

    Es gab nichts durchzuhalten bei diesem Roman. Flott durchgelesen, spannend, faziniert, fröstelnd und dann erstaunt. Ich kann nur raten: Selbst lesen!

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    linasues avatar
    linasuevor einem Jahr
    Der Kampf ums Überleben

    ★★★★☆(4 von 5 Sterne)

    Inhalt:
    Antarktis 1913
    Die Besatzung des britischen Forschungsschiff Kismet, entdeckte eine Insel, die diese auf den Namen Everland tauften. 3 Besatzungsmitglieder haben die große Ehre, als erstes die unbekannte Insel zu erforschen. Dinners, Milet-Bass und Napps haben schon Anfangs Schwierigkeiten mit dem Beiboot die Insel zu erreichen. Die Vorräte sind nicht mehr vollständig, Dinners Zustand verschlechtert sich und doch kämpfen alle 3 ums Überleben.

    Antarktis 2012
    100 Jahre danach, macht sich erneut ein Team auf, um Everland zu erkunden. Decker, Jess und Brix folgen den Spuren ihrer Vorgänger. Doch trotz der technischen Ausrüstung, müssen auch sie gegen Wetterveränderungen ankämpfen. Anfangs leichter als gedacht, geraten auch sie in einigen schwierigen Situation. Ob sie die Situation meistern werden ? Zusammenhalt ist hier gefragt.

    Meinung:
    Ich muss ehrlich sagen, dass ich anfangs wirklich Schwierigkeiten hatte in das Buch reinzukommen. Oft driftete ich anfangs gedanklich komplett beim lesen ab, oder las monoton, ohne das sich Bilder in meinem Kopf erstellen konnten. Kurzzeitig überlegte ich sogar, das Buch vorzeitig abzubrechen, da es sehr schwierig war, für mich, zu verstehen. Aber ich muss gestehen, dass ich froh bin, es bis zum Schluss gelesen zu haben. Aber der Mitte kam ich dann immer mehr rein in die Geschichte und der Schluss konnte mich dann wirklich überzeugen.

    Das Cover:
    Das Cover finde ich wirklich schön und ist passend zur Geschichte. Das Eis lässt schon erahnen, dass diese Geschichte in der Antarktis spielt.
    Die Geschichte:
    Die Idee zu der Geschichte finde ich wirklich super. Leider durch meine anfänglichen Leseschwierigkeiten, konnte ich die Geschichte nicht von Anfang bis zum Ende hin genießen, trotzdem merkte ich schnell das diese Geschichte Filmpotential hat – würde diese Verfilmt, würde ich mir den Film auf jeden Fall ansehen.
    Die Charaktere:
    Die Charaktere Dinners, Milet-Bass, Napps, Bricks, Decker, und Jess fand ich super.
    Von der Kismet hatte ich zu den Protagonisten nur wenig Bezug, abgesehen von dem Arzt und den Kapitän – die anderen waren mir einfach zu viel und ich brachte diese auch komplett durcheinander.

    Der Schreibstil:
    Den Schreibstil finde ich nicht wirklich einfach, viele Worte die ich einfach nicht kannte, wurden verwendet. Manche konnte ich auch durch weiteres lesen, nicht zuordnen. Teilweise springen die Ereignisse hin und her, da muss man wirklich aufpassen, dass man noch mitkommt. Oft musste ich Passagen auch mehrfach lesen, um diese zu verstehen.
    Ich finde das Buch ist keine einfache Lektüre.

    Fazit:
    Trotz meiner anfänglichen Schwierigkeiten in das Buch einzutauchen, finde ich die Geschichte wirklich gut und würde das Buch weiterempfehlen. Man sollte sich nur bewusst sein, dass es keine leichte Lektüre ist.

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    raven1711s avatar
    raven1711vor einem Jahr
    Braucht ein wenig, aber dann wird es abenteuerlich

    Rezension Rebecca Hunt - Everland

    Klappentext:
    Rebecca Hunts zweiter Roman ist Abenteuergeschichte, spannender Thriller und psychologisches Drama in einem. Die Insel Everland wird von zwei Antarktisexpeditionen erforscht, zwischen denen hundert Jahre liegen. Doch die Einsamkeit, die harten Wetterbedingungen und die feindseligen Kräfte der Natur sind heute wie damals bestimmend, und bei beiden Expeditionen zeigt sich: Die Antarktis enthüllt den wahren Charakter der Menschen, die sich ihr aussetzen.

    Meinung:
    Eigentlich bietet die Antarktis-Insel Everland keine großen Überraschungen oder Sehenswürdigkeiten. Kaum Vegetation, kaum Artenvielfalt an Tieren und hauptsächlich vulkanisches Gestein. Doch zum 100-jährigen Expeditionsjubiläum wird erneut ein Team zusammengestellt, um auf Everland zu forschen. Damals endete die Expedition in einer Katastrophe, nun scheint sich die Geschichte zu wiederholen.
    Rebecca Hunt schickt zwei Forscherteams auf nach Everland. Im Jahre 1913 sind es die Herren Napps, Millet-Bass und Dinners, im heutigen Szenario Decker und seine Kolleginnen Brix und Jess. Da sie jeweils die einzigen menschlichen Lebewesen auf der Insel sind, lernt man diese ziemlich gut kennen, wobei nicht jeder gleich sympathisch ist und man schnell die Personen findet, die man mag oder nicht. Insgesamt sind die Protagonisten gut ausgearbeitet, allerdings fiel es mir nicht immer leicht, mit ihnen warm zu werden.
    Vielleicht war das von der Autorin auch so beabsichtigt, berücksichtigt man den kalten Hintergrund der Geschichte. Und dabei ist es doch eigentlich Wärme, die die Charaktere hier doch dringend benötigen, in dieser rauen und unwirtlichen Umgebung. Deshalb hat es ein wenig gedauert, bis ich mich mit den Protagonisten arrangieren konnte.
    Diese Kälte wirkt sich auch ein wenig auf die Erzählung auf, denn nicht immer schaffte es Rebecca Hunt, mich an den Roman zu fesseln. Manchmal fühlte es sich so an, als ob nichts passiert, manchmal hatte ich den Eindruck, diesen Abschnitt in ähnlicher Weise schon mal gelesen zu haben. Gerade in der ersten Hälfte passierte das öfters, was aber auch daran liegt, dass sich zwischen den beiden Expeditionen einige Ereignisse wiederholen. Zwar war die Geschichte alles in allem doch spannend, manchmal musste ich mich aber zum Lesen etwas antreiben und nur langsam nahm die Geschichte Fahrt auf. Hier ist also ein wenig Durchhaltevermögen angesagt, bis man in der Geschichte angekommen ist.
    Die Geschichte wird meist abwechselnd rund um 1913 und dann wieder um 2012 erzählt. Der zumeist einnehmende Erzählstil wurde von pociao übersetzt und die Kapitel haben eine kurze bis moderate Länge, was für einen guten Lesefluss sorgt.

    Fazit:
    Everland ist ein zu weiten Teilen spannender Abenteuerroman, rau und eisig, der allerdings zu Anfang ein wenig schleppend verläuft und nicht immer meine Konzentration förderte. Trotz der Schwierigkeiten mit den Figuren und kleinen Längen in der Handlung hat das Abenteuer aber doch Spaß gemacht und konnte mich dann doch noch packen.
    Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
    Vielen Dank an den Luchterhand Verlag für das Rezensionsexemplar.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Zwei Abenteuergeschichten, die vor allem eines zeigen: Der Mensch bleibt unberechenbar. Ein Ausflug für zwischendurch!
    Eine psychologisch raffinierte Polarabenteuergeschichte, allerdings emotionslos

    Sechs Figuren, zwei Zeitebenen und eine Insel sorgen für einen psychologisch raffinierten Abenteuerroman, der dem Leser den harten, rauen Überlebenskampf auf einer antarktischen Insel näherbringt. Nur leider ohne emotionalen Einlass, der bleibt wohl den Forschungsmitgliedern vorbehalten.

    Zwei Geschichten in einer
    1913 läuft die Kismet aus und setzt vor einer nicht erforschten antarktischen Insel drei Crewmitglieder ab. Doch die Expedition steht unter keinem guten Stern. Der Erste Offizier Napps, dem die Insel den Namen „Everland“ zu verdanken hat, der Seemann Millet-Bass und der Forscher Dinners kommen auf der Fahrt zu Everland in einen Sturm. Dinners kämpft bereits hier mit Erfrierungen und so macht sich Unmut unter den Dreien breit. Denn 1913 gibt es keine Hilfe von außen durch Rettungsflugzeuge oder Funkverbindungen. Die Drei sind auf sich alleine gestellt und kämpfen gegen die unwirtlichen Bedingungen der Insel, mit dem Hunger, Durst und Erfrierungen und zwischendurch auch mit Wahnvorstellungen.

    2013 startet erneut ein Expeditionsteam auf die Insel, um Seebären und die Adeliepinguine zu erforschen. Sie kennen die Geschichte von 1913, die nach dem Logbuch des Kapitäns verfilmt wurde. Sie ahnen nicht, dass das Buch von Kapitän Lawrence selbst verfälscht wurde, um seinen Namen und sein Ansehen zu schützen.
    Und auch 2013 lernen Decker, der polare Sokrates, die Feldassistentin Jess und die Wissenschaftlerin Brix sich näher kennen, als ihnen lieb ist. Denn so zauberhaft geheimnisvoll ist Everland in Wahrheit nicht, wie es auf Bildern scheint. Bei bis zu minus 30 Grad mit Wunden, die Monate zu heilen brauchen, in ungewaschenen Körpern in der Enge eines Zeltes aufeinanderzuhocken, verlangt einiges von einem Menschen ab. Besonders dann, wenn so vieles schief geht.

    Psychologische Grenzerfahrungen
    Beide Teams werden an ihre Belastbarkeitsgrenzen gebracht. Rebecca Hunt zeigt, wie sehr sich Menschen in so Ausnahmesituationen verändern können. Während Decker anfangs als erfahrener, zuverlässiger Offizier mit Führungsqualitäten daherkommt, ändert sich das im Laufe der Handlung. Ebenso bei Brix, die anfangs etwas tollpatschig und fehl am Platz wirkt, wächst diese durch die erschwerten Bedingungen über ihre Grenzen hinaus.
    Niemand ist einschätzbar in Ausnahmesituationen. Egal ob 1913 oder 2013. Auch wenn sich die Ausrüstungen in dem Jahrhundert geändert haben, bleibt der Mensch der unberechenbare Faktor in diesem Expeditionsexperiment. Die Charakterwandlung hat Rebecca Hunt wirklich gut entwickelt, unvorhersehbar für Figuren und auch dem Leser. In beiden Teams ticken Zeitbomben menschlicher Art. Und in beiden Teams gibt es Mitglieder, denen man nicht zutraut, in so einer Umgebung überleben zu können, die sich dann aber doch selbst und den Leser überraschen.

    Ein starkes Setting einer harten, rauen Umgebung
    Ebenso merkt man dem Text an, dass hier ein malerisches Auge am Werk war. Rebecca Hunt beschreibt die Landschaft sehr genau, denn nicht alles ist schwarz-weiß wie die Pinguine. Da gibt es grobe Kieselsteine, lehmartige Ablagerungen, poröse Schichten aus grauem Eis, lassen die Landschaft zwischendurch aschgrau, pechschwarz und rostrot abstufen. Die krillreiche Nahrung vor der Küste lässt den Vogelkot rosa nach Ammoniak stinkend auf den eisbedeckten Böden zurück. Selbst die Vögel tragen schmutzige rosa-weiße Lätzchen auf der Brust. Als wäre das noch nicht genug streiten Möwen um rotfleckige Nachgeburtsfetzen der Seebären oder picken auf blutige Kadaver toter Adeliepinguinen ein.
    Dazu kommen noch erlebte Settingeinflüsse: Bei minus zehn bis minus 30 Grad setzt sich "feuchter Atem sofort als feste Eiskruste auf den Wollmützen fest". Erfrierungen lassen Körperteile zu wunden Massen anschwellen. Ungeheure Schmerzen täuschen Verbrennungsgefühle vor, einfachste Schnittwunden brauchen Monate um zu heilen.

    Trotz detaillierter Beschreibungen und Charakterreise kein emotionales Lesevergnügen
    Egal, wie gut die Beschreibungen geschildert sind, wie raffiniert die Charakterentwicklung aufgebaut ist, vermisse ich vor allem eines: Das eigene Erleben. An keiner Stelle habe ich mich auf der Insel gefühlt und an keiner Stelle habe ich mit einer Figur gelitten. Emotionsloses Lesen nenne ich das, und deswegen bleibt es für mich nur ein Buch für zwischendurch. Atmosphäre entsteht leider nicht durch detaillierte Beschreibungen, und die Bindung zwischen Leser und Figuren nicht durch Charakterwandlung. Da braucht es mehr. Mehr Emotionen, Tiefe zwischen den Zeilen.

    Starke Beschreibungen über eine eisige, raue Umgebung lassen Everland auch den Leser am Überlebenskampf teilnehmen. Ebenso erschreckend sind die Charakterwandlungen in der Geschichte, denn diese zeigen vor allem eines: Der Mensch ist wahrscheinlich noch unberechenbarer als die Natur selbst. Und doch fehlt dem Buch etwas, etwas, das ich emotionale Bindung nennen möchte. Denn bei all der Härte der Umgebung, dem Überlebenskampf der Figuren, habe ich an keiner Stelle mitgelitten. 

    Ein Buch für alle Leser, die es in die Kälte zieht, in die Kälte einer antarktischen Insel, in die Kälte des menschlichen Daseins. Denn die Natur hat ein Gesetz: Nur die Stärksten überleben. Auch in diesem Buch. Leider nur ohne emotionale Bindung.

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