Rebecca Hunt Everland

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Inhaltsangabe zu „Everland“ von Rebecca Hunt

Rebecca Hunts zweiter Roman ist Abenteuergeschichte, spannender Thriller und psychologisches Drama in einem. Die Insel Everland wird von zwei Antarktisexpeditionen erforscht, zwischen denen hundert Jahre liegen. Doch die Einsamkeit, die harten Wetterbedingungen und die feindseligen Kräfte der Natur sind heute wie damals bestimmend, und bei beiden Expeditionen zeigt sich: Die Antarktis enhüllt den wahren Charakter der Menschen, die sich ihr aussetzen.

Zwei Abenteuergeschichten, die vor allem eines zeigen: Der Mensch bleibt unberechenbar. Ein Ausflug für zwischendurch!

— DieLeserin

Trotz kleiner Kritik lesenswert.

— AUSGEbuchT-PetraMolitor

Ein spannender Roman über 2 Antarktis-Expeditionen, menschliche Beziehungen unter existenzieller Bedrohung und den Umgang mit der Wahrheit.

— Barbara62

Zwei Expeditionen in die Antarktis, zwei Forscherteams und zwei langatmige Geschichten.

— killmonotony

Es kommt etwas langsam in Schwung aber am Ende sehr spannend.

— leserattebremen

Lesempfehlung an alle, die gerne ein Abenteuer von der Couch aus erleben!

— TanyBee

Packend - in mehrfacher Hinsicht

— StMoonlight

Spannung pur! Ganz tolles Setting!

— Mira20

Keinen wirklichen Bezug zu den Protagonisten; 2,5 Sterne

— LillySj

Ein bewegendes Drama mit einem besonderen Schauplatz. Spannend und sehr gut geschrieben!

— -nicole-

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  • Der Kampf ums Überleben

    Everland

    linasue

    12. October 2017 um 16:52

    ★★★★☆(4 von 5 Sterne)Inhalt:Antarktis 1913 Die Besatzung des britischen Forschungsschiff Kismet, entdeckte eine Insel, die diese auf den Namen Everland tauften. 3 Besatzungsmitglieder haben die große Ehre, als erstes die unbekannte Insel zu erforschen. Dinners, Milet-Bass und Napps haben schon Anfangs Schwierigkeiten mit dem Beiboot die Insel zu erreichen. Die Vorräte sind nicht mehr vollständig, Dinners Zustand verschlechtert sich und doch kämpfen alle 3 ums Überleben.Antarktis 2012100 Jahre danach, macht sich erneut ein Team auf, um Everland zu erkunden. Decker, Jess und Brix folgen den Spuren ihrer Vorgänger. Doch trotz der technischen Ausrüstung, müssen auch sie gegen Wetterveränderungen ankämpfen. Anfangs leichter als gedacht, geraten auch sie in einigen schwierigen Situation. Ob sie die Situation meistern werden ? Zusammenhalt ist hier gefragt.Meinung:Ich muss ehrlich sagen, dass ich anfangs wirklich Schwierigkeiten hatte in das Buch reinzukommen. Oft driftete ich anfangs gedanklich komplett beim lesen ab, oder las monoton, ohne das sich Bilder in meinem Kopf erstellen konnten. Kurzzeitig überlegte ich sogar, das Buch vorzeitig abzubrechen, da es sehr schwierig war, für mich, zu verstehen. Aber ich muss gestehen, dass ich froh bin, es bis zum Schluss gelesen zu haben. Aber der Mitte kam ich dann immer mehr rein in die Geschichte und der Schluss konnte mich dann wirklich überzeugen.Das Cover:Das Cover finde ich wirklich schön und ist passend zur Geschichte. Das Eis lässt schon erahnen, dass diese Geschichte in der Antarktis spielt.Die Geschichte:Die Idee zu der Geschichte finde ich wirklich super. Leider durch meine anfänglichen Leseschwierigkeiten, konnte ich die Geschichte nicht von Anfang bis zum Ende hin genießen, trotzdem merkte ich schnell das diese Geschichte Filmpotential hat – würde diese Verfilmt, würde ich mir den Film auf jeden Fall ansehen.Die Charaktere:Die Charaktere Dinners, Milet-Bass, Napps, Bricks, Decker, und Jess fand ich super.Von der Kismet hatte ich zu den Protagonisten nur wenig Bezug, abgesehen von dem Arzt und den Kapitän – die anderen waren mir einfach zu viel und ich brachte diese auch komplett durcheinander.Der Schreibstil:Den Schreibstil finde ich nicht wirklich einfach, viele Worte die ich einfach nicht kannte, wurden verwendet. Manche konnte ich auch durch weiteres lesen, nicht zuordnen. Teilweise springen die Ereignisse hin und her, da muss man wirklich aufpassen, dass man noch mitkommt. Oft musste ich Passagen auch mehrfach lesen, um diese zu verstehen.Ich finde das Buch ist keine einfache Lektüre.Fazit:Trotz meiner anfänglichen Schwierigkeiten in das Buch einzutauchen, finde ich die Geschichte wirklich gut und würde das Buch weiterempfehlen. Man sollte sich nur bewusst sein, dass es keine leichte Lektüre ist.

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  • Braucht ein wenig, aber dann wird es abenteuerlich

    Everland

    raven1711

    09. October 2017 um 14:37

    Rezension Rebecca Hunt - Everland Klappentext:Rebecca Hunts zweiter Roman ist Abenteuergeschichte, spannender Thriller und psychologisches Drama in einem. Die Insel Everland wird von zwei Antarktisexpeditionen erforscht, zwischen denen hundert Jahre liegen. Doch die Einsamkeit, die harten Wetterbedingungen und die feindseligen Kräfte der Natur sind heute wie damals bestimmend, und bei beiden Expeditionen zeigt sich: Die Antarktis enthüllt den wahren Charakter der Menschen, die sich ihr aussetzen.Meinung:Eigentlich bietet die Antarktis-Insel Everland keine großen Überraschungen oder Sehenswürdigkeiten. Kaum Vegetation, kaum Artenvielfalt an Tieren und hauptsächlich vulkanisches Gestein. Doch zum 100-jährigen Expeditionsjubiläum wird erneut ein Team zusammengestellt, um auf Everland zu forschen. Damals endete die Expedition in einer Katastrophe, nun scheint sich die Geschichte zu wiederholen.Rebecca Hunt schickt zwei Forscherteams auf nach Everland. Im Jahre 1913 sind es die Herren Napps, Millet-Bass und Dinners, im heutigen Szenario Decker und seine Kolleginnen Brix und Jess. Da sie jeweils die einzigen menschlichen Lebewesen auf der Insel sind, lernt man diese ziemlich gut kennen, wobei nicht jeder gleich sympathisch ist und man schnell die Personen findet, die man mag oder nicht. Insgesamt sind die Protagonisten gut ausgearbeitet, allerdings fiel es mir nicht immer leicht, mit ihnen warm zu werden.Vielleicht war das von der Autorin auch so beabsichtigt, berücksichtigt man den kalten Hintergrund der Geschichte. Und dabei ist es doch eigentlich Wärme, die die Charaktere hier doch dringend benötigen, in dieser rauen und unwirtlichen Umgebung. Deshalb hat es ein wenig gedauert, bis ich mich mit den Protagonisten arrangieren konnte.Diese Kälte wirkt sich auch ein wenig auf die Erzählung auf, denn nicht immer schaffte es Rebecca Hunt, mich an den Roman zu fesseln. Manchmal fühlte es sich so an, als ob nichts passiert, manchmal hatte ich den Eindruck, diesen Abschnitt in ähnlicher Weise schon mal gelesen zu haben. Gerade in der ersten Hälfte passierte das öfters, was aber auch daran liegt, dass sich zwischen den beiden Expeditionen einige Ereignisse wiederholen. Zwar war die Geschichte alles in allem doch spannend, manchmal musste ich mich aber zum Lesen etwas antreiben und nur langsam nahm die Geschichte Fahrt auf. Hier ist also ein wenig Durchhaltevermögen angesagt, bis man in der Geschichte angekommen ist.Die Geschichte wird meist abwechselnd rund um 1913 und dann wieder um 2012 erzählt. Der zumeist einnehmende Erzählstil wurde von pociao übersetzt und die Kapitel haben eine kurze bis moderate Länge, was für einen guten Lesefluss sorgt. Fazit:Everland ist ein zu weiten Teilen spannender Abenteuerroman, rau und eisig, der allerdings zu Anfang ein wenig schleppend verläuft und nicht immer meine Konzentration förderte. Trotz der Schwierigkeiten mit den Figuren und kleinen Längen in der Handlung hat das Abenteuer aber doch Spaß gemacht und konnte mich dann doch noch packen.Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.Vielen Dank an den Luchterhand Verlag für das Rezensionsexemplar.

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  • Eine psychologisch raffinierte Polarabenteuergeschichte, allerdings emotionslos

    Everland

    DieLeserin

    09. October 2017 um 14:07

    Sechs Figuren, zwei Zeitebenen und eine Insel sorgen für einen psychologisch raffinierten Abenteuerroman, der dem Leser den harten, rauen Überlebenskampf auf einer antarktischen Insel näherbringt. Nur leider ohne emotionalen Einlass, der bleibt wohl den Forschungsmitgliedern vorbehalten.Zwei Geschichten in einer1913 läuft die Kismet aus und setzt vor einer nicht erforschten antarktischen Insel drei Crewmitglieder ab. Doch die Expedition steht unter keinem guten Stern. Der Erste Offizier Napps, dem die Insel den Namen „Everland“ zu verdanken hat, der Seemann Millet-Bass und der Forscher Dinners kommen auf der Fahrt zu Everland in einen Sturm. Dinners kämpft bereits hier mit Erfrierungen und so macht sich Unmut unter den Dreien breit. Denn 1913 gibt es keine Hilfe von außen durch Rettungsflugzeuge oder Funkverbindungen. Die Drei sind auf sich alleine gestellt und kämpfen gegen die unwirtlichen Bedingungen der Insel, mit dem Hunger, Durst und Erfrierungen und zwischendurch auch mit Wahnvorstellungen.2013 startet erneut ein Expeditionsteam auf die Insel, um Seebären und die Adeliepinguine zu erforschen. Sie kennen die Geschichte von 1913, die nach dem Logbuch des Kapitäns verfilmt wurde. Sie ahnen nicht, dass das Buch von Kapitän Lawrence selbst verfälscht wurde, um seinen Namen und sein Ansehen zu schützen.Und auch 2013 lernen Decker, der polare Sokrates, die Feldassistentin Jess und die Wissenschaftlerin Brix sich näher kennen, als ihnen lieb ist. Denn so zauberhaft geheimnisvoll ist Everland in Wahrheit nicht, wie es auf Bildern scheint. Bei bis zu minus 30 Grad mit Wunden, die Monate zu heilen brauchen, in ungewaschenen Körpern in der Enge eines Zeltes aufeinanderzuhocken, verlangt einiges von einem Menschen ab. Besonders dann, wenn so vieles schief geht.Psychologische GrenzerfahrungenBeide Teams werden an ihre Belastbarkeitsgrenzen gebracht. Rebecca Hunt zeigt, wie sehr sich Menschen in so Ausnahmesituationen verändern können. Während Decker anfangs als erfahrener, zuverlässiger Offizier mit Führungsqualitäten daherkommt, ändert sich das im Laufe der Handlung. Ebenso bei Brix, die anfangs etwas tollpatschig und fehl am Platz wirkt, wächst diese durch die erschwerten Bedingungen über ihre Grenzen hinaus.Niemand ist einschätzbar in Ausnahmesituationen. Egal ob 1913 oder 2013. Auch wenn sich die Ausrüstungen in dem Jahrhundert geändert haben, bleibt der Mensch der unberechenbare Faktor in diesem Expeditionsexperiment. Die Charakterwandlung hat Rebecca Hunt wirklich gut entwickelt, unvorhersehbar für Figuren und auch dem Leser. In beiden Teams ticken Zeitbomben menschlicher Art. Und in beiden Teams gibt es Mitglieder, denen man nicht zutraut, in so einer Umgebung überleben zu können, die sich dann aber doch selbst und den Leser überraschen.Ein starkes Setting einer harten, rauen UmgebungEbenso merkt man dem Text an, dass hier ein malerisches Auge am Werk war. Rebecca Hunt beschreibt die Landschaft sehr genau, denn nicht alles ist schwarz-weiß wie die Pinguine. Da gibt es grobe Kieselsteine, lehmartige Ablagerungen, poröse Schichten aus grauem Eis, lassen die Landschaft zwischendurch aschgrau, pechschwarz und rostrot abstufen. Die krillreiche Nahrung vor der Küste lässt den Vogelkot rosa nach Ammoniak stinkend auf den eisbedeckten Böden zurück. Selbst die Vögel tragen schmutzige rosa-weiße Lätzchen auf der Brust. Als wäre das noch nicht genug streiten Möwen um rotfleckige Nachgeburtsfetzen der Seebären oder picken auf blutige Kadaver toter Adeliepinguinen ein.Dazu kommen noch erlebte Settingeinflüsse: Bei minus zehn bis minus 30 Grad setzt sich "feuchter Atem sofort als feste Eiskruste auf den Wollmützen fest". Erfrierungen lassen Körperteile zu wunden Massen anschwellen. Ungeheure Schmerzen täuschen Verbrennungsgefühle vor, einfachste Schnittwunden brauchen Monate um zu heilen.Trotz detaillierter Beschreibungen und Charakterreise kein emotionales LesevergnügenEgal, wie gut die Beschreibungen geschildert sind, wie raffiniert die Charakterentwicklung aufgebaut ist, vermisse ich vor allem eines: Das eigene Erleben. An keiner Stelle habe ich mich auf der Insel gefühlt und an keiner Stelle habe ich mit einer Figur gelitten. Emotionsloses Lesen nenne ich das, und deswegen bleibt es für mich nur ein Buch für zwischendurch. Atmosphäre entsteht leider nicht durch detaillierte Beschreibungen, und die Bindung zwischen Leser und Figuren nicht durch Charakterwandlung. Da braucht es mehr. Mehr Emotionen, Tiefe zwischen den Zeilen.Starke Beschreibungen über eine eisige, raue Umgebung lassen Everland auch den Leser am Überlebenskampf teilnehmen. Ebenso erschreckend sind die Charakterwandlungen in der Geschichte, denn diese zeigen vor allem eines: Der Mensch ist wahrscheinlich noch unberechenbarer als die Natur selbst. Und doch fehlt dem Buch etwas, etwas, das ich emotionale Bindung nennen möchte. Denn bei all der Härte der Umgebung, dem Überlebenskampf der Figuren, habe ich an keiner Stelle mitgelitten. Ein Buch für alle Leser, die es in die Kälte zieht, in die Kälte einer antarktischen Insel, in die Kälte des menschlichen Daseins. Denn die Natur hat ein Gesetz: Nur die Stärksten überleben. Auch in diesem Buch. Leider nur ohne emotionale Bindung.

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  • Auf nach "Everland": Ein tolles Buch mit kleinen Schwächen

    Everland

    AUSGEbuchT-PetraMolitor

    08. October 2017 um 17:27

    Auf nach "Everland": Ein tolles Buch mit kleinen Schwächen „Everland“ heißt der – nach dem für mich sehr konträren „Mr. Chartwell“ - zweite Roman der britischen Schriftstellerin und Malerin Rebecca Hunt. Diese wurde 1979 in Coventry geboren und hat am Central Saint Martin's College, einer Londoner Hochschule für Kunst und Design, studiert. Auf Deutsch erschien „Everland“ in der (sehr guten!!!) Übersetzung von pociao im Juni 2017 im Luchterhand Literaturverlag. Erhältlich sind momentan das 416 Seiten-starke Hardcover sowie die E-Book-Version.Optisch betrachtet ist „Everland“ ein wunderschönes Buch. Das Cover-Design hat noch vor dem Klappentext mein Interesse geweckt. Die für mich zurückhaltende, aber trotzdem ausdrucksstarke (Farb-)Gestaltung ist meiner Meinung nach überaus gelungen und passt perfekt zum Thema. Hier zeigt sich wieder einmal das feine Händchen des Luchterhand-Verlages nicht nur für tolle Inhalte, sondern auch für besonders schöne Einbände.Verlagstext:Rebecca Hunts zweiter Roman ist Abenteuergeschichte, spannender Thriller und psychologisches Drama in einem. Die Insel Everland wird von zwei Antarktisexpeditionen erforscht, zwischen denen hundert Jahre liegen. Doch die Einsamkeit, die harten Wetterbedingungen und die feindseligen Kräfte der Natur sind heute wie damals bestimmend, und bei beiden Expeditionen zeigt sich: Die Antarktis enthüllt den wahren Charakter der Menschen, die sich ihr aussetzen.Meine Meinung:Wie schon oben beschrieben, erzählt „Everland“ in zwei Handlungssträngen die Geschichte zweier Antarktisexpeditionen 1913 und 2013. Ich bin von jeher ein großer Fan von Extremerfahrungen in Wort und Bild, seien es Besteigungen des Mount Everest, Expeditionen in den Regenwald oder in die Arktis/Antarktis. Daher war klar, dass ich „Everland“ lesen möchte. Mich hat fasziniert, wie die Besatzung der „Kismet“ die bisher unbekannte Insel entdeckte und sie durch drei Crewmitglieder in Besitz genommen hat. Die Schilderungen lesen sich tatsächlich wie ein Abenteuerroman aus der guten alten Zeit. Komischerweise hatte ich beim Lesen immer Bilder aus „Meuterei auf der Bounty“ vor Augen und musste mich immer wieder in die eisige, unwirtliche Welt der Antarktis zurückversetzen.Genau 100 Jahre später findet eine Gedenkexpedition statt, die ebenfalls mit drei Personen besetzt ist und die Fauna der Gegend katalogisieren soll. Im Gegensatz zu ihren früheren Pendants verfügen diese über modernste Technik und Ausrüstung sowie eine umfangreiche Ausbildung. Doch schnell wird klar, dass auch dies in den rauen Gefilden keine Gewähr ist für einen reibungslosen Ablauf. So unterschiedlich sie auch sind, gibt es durchaus Parallelen in den beiden Unternehmungen. So werden beispielsweise Teilnehmer nicht aufgrund ihrer Qualifikation ins Team berufen, sondern aufgrund ihrer Beziehungen.Wie entwickeln sich Menschen in Extremsituationen? Was macht das wochenlange Zusammenleben auf engstem Raum mit der eigenen Psyche und der der Mitstreiter? Wie entwickelt man sich, wenn es ans Teuerste geht, an die eigene Existenz? Welche Grenzen ist man bereit für sich und andere zu überschreiten? Das sind Kernfragen, um die sich in „Everland“ alles dreht.Mir hat „Everland“ grundsätzlich gut gefallen. Den „spannenden Thriller“ habe ich etwas vermisst, Spannung ist zwar durchgängig da, aber nicht auf hohem Niveau. Ich fand es gleichzeitig interessant, aber auch anstrengend immer wieder in den Zeiten hin du her zu springen. Da hätte ein bisschen mehr „Ruhe“ dem Buch meiner Meinung nach gut getan. Die Charaktere waren für mich allesamt etwas farblos und oberflächlich. Es wäre allerdings wohl auch schwer geworden, sie im Kontext zur Handlung stärker herauszuarbeiten. Trotzdem blieb mir der Zugang zu den Protagonisten größtenteils verwehrt.Enttäuscht hat mich der Schluss. Ohne etwas zu verraten, war er mir zu abrupt und wenig aussagekräftig. Da hatte ich mir deutlich mehr versprochen. Ich bewerte "Everland" mit 4 von 5 Sternen. 

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  • „Hauptsache, es geht gut aus, alles andere ist nicht wichtig“

    Everland

    Barbara62

    27. August 2017 um 16:24

    Zwei Feldforschungsexpeditionen in die Antarktis stehen im Mittelpunkt des zweiten Romans der 1979 geborenen Britin Rebecca Hunt. Ging es in ihrem Debüt „Mr. Chartwell“ um Winston Churchill und dessen Depressionen in Gestalt eines schwarzen Hundes, so sind in ihrem 2017 auf Deutsch im Verlag Luchterhand mit einem bestechend schönen Cover erschienen Roman "Everland" menschliche Beziehungen im Angesicht existenzieller Bedrohungen und der Umgang mit der Wahrheit ihr Thema. Abwechselnd und in kurzen Kapiteln erzählt Rebecca Hunt von den einzigen beiden Expeditionen zur fünf Quadratmeilen großen, fiktiven Antarktisinsel Everland, durchgeführt 1913 und zum hundertjährigen Jubiläum 2012. Im März 1913 bricht vom britischen Dreimaster Kismet aus ein dreiköpfiges Team zur Erforschung der Insel auf: Napps, der erste Offizier und Leiter der Expedition, der erfahrene Matrose Millet-Bass und der vom Kapitän zur allgemeinen Überraschung und Missbilligung ausgewählte Dinners, ein völlig unerfahrener und schwächlicher Wissenschaftler. Nach zwei Wochen soll die Kismet sie wieder abholen, doch steht die Unternehmung von Beginn an unter keinem guten Stern, denn Stürme, Eis und die erforderliche Reparatur der Kismet werfen alle Pläne über den Haufen. Was sich auf der Insel tatsächlich abspielte, meint die Nachwelt aus dem Tagebuch des Kismet-Kapitäns zu wissen und das Drama wurde sogar aufwühlend verfilmt mit einer klaren Einteilung des Teams in Gut und Böse, die sich hauptsächlich auf Napps Aussage in einem Brief an seine Frau stützt: „Es gibt nichts, was ich nicht tun würde, um zurückzukehren, nichts, womit ich nicht leben könnte, wenn es mich nur nach Hause bringt.“ 100 Jahre später, im November/Dezember 2012, ist wieder ein Dreierteam unterwegs mit der Aufgabe, die Pinguin- und Robbenpopulation sowie den Gletscher zu untersuchen. Decker, erfahrener Biologe und Leiter der Expedition, die tüchtige Feldassistentin Jess und die vollkommen unerfahrene Wissenschaftlerin Brix. Eine ähnliche Konstellation? Immerhin ist die technische Ausrüstung ungleich besser, es steht nicht der arktische Winter, sondern der Sommer vor der Tür und es besteht ein ständiger Funkkontakt zum Basislager Aegeus. Und doch bleiben die Naturgewalten unberechenbar. Die wahren Hintergründe der Katastrophe von 1913, die Rebecca Hunt nach und nach enthüllt, waren für mich spannender als die neue Geschichte, auch wenn die zwischenmenschlichen Reibereien aufgrund der Tatsache, dass alles sich nach dem schwächsten Glied der Kette zu richten hat, in beiden Teams interessant waren. Die Frage, ob es sich lohnt, sein Leben aufs Spiel zu setzen, um das eines anderen Menschen zu retten, ist 1913 genauso aktuell wie 2012 und wirkt vor der imponierenden Kulisse des ewigen Eises umso eindringlicher. Bedauert habe ich lediglich die Tatsache, dass es mir kaum gelang, eine empathische Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen. http://mit-büchern-um-die-welt.de/rebecca-hunt-everland/

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    • 2
  • Ein großes Abenteuer

    Everland

    Kalulu

    18. August 2017 um 08:48

    Zwei Südpolexpeditionen die 100 Jahre auseinanderliegen und doch so viele Parallelen haben.
    Ein Abenteuerroman bei dem man kalte Finger bekommt - ein Überlebenskampf der sowohl tiefgründig als auch spannend ist.

  • Rezension: Everland

    Everland

    killmonotony

    13. August 2017 um 19:31

    Zwei Expeditionen in die Antarktis, zwei Forscherteams und zwei langatmige Geschichten — „Everland“ kann durch Sprache und Atmosphäre überzeugen, der Spannungsboden bleibt jedoch flach. Vom Cover und Klappentext gelockt, wurden bei mir bei dem Titel „Everland“ direkt Assoziationen an fantastische Geschichten und Bücher ausgelöst und in Erwartung eines fantastischen Abenteuerromans (oder zumindest einem, in dem es zur Sache geht!) zu Rebecca Hunts Roman gegriffen. Leider wartete hier eine herbe Enttäuschung auf mich, denn Spannung kam hier keine auf. Doch zunächst einmal zum Inhalt: Im Jahr 1913 entdeckt das Forschungsteam der „Kismet“ bei einer Antarktis-Mission eine unbekannte Insel, die sie „Everland“ taufen. Klirrende Kälte und eine Landschaft der des Mondes gleich, schicken die Forscher zunächst drei Männer los, um die Insel zu erkunden. Doch was für Dinners, Napps und Millet-Bass anfangs wie der Jackpot aussah, da diese unbetretenes Land auskundschaften sollten und womöglich Erkenntnisse von unschätzbarem Wert für die Wissenschaft mitbringen, entpuppt sich schon bald als Alptraum. Mit ihren komplett gegensätzlichen Persönlichkeiten geraten die Männer immer wieder in Streitigkeiten und Unstimmigkeiten. Keine gute Voraussetzung, um zwei Wochen lang in der eisigen Kälte zu überleben… 2012, knapp hundert Jahre später, bricht das zweite Forschungsteam nach Everland auf, und wieder einmal sind drei Personen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, gezwungen, auf kleinstem Raum zusammenzuleben und Feldforschung zu betreiben. Das Schicksal der Männer von 1913 ist Brix, Decker und Jess bekannt: In den 1960er Jahren wurde die Geschichte um Millet-Bass, Napps und Dinners verfilmt, sodass die Crew-Mitglieder der zweiten Mission bereits wissen, was auf sie zukommt. Doch leider haben sie sich und ihre Fähigkeiten überschätzt… Die komplette Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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  • Spannende Idee

    Everland

    leserattebremen

    03. August 2017 um 14:22

    Zwei Antarktisexpeditionen, 1913 und 2012, erforschen die Everland in der Antarktis und dies stellt alle Beteiligten vor ähnliche Herausforderungen: Kälte, soziales Umfeld, das ewige Eis, all das bringt die Teilnehmer an die Grenzen ihrer psychischen und physischen Belastbarkeit. Rebecca Hunt stellt in ihrem Roman „Everland“ die zwei fiktiven Expeditionen gegenüber und berichtet über Probleme und Erfolge. Als Leser springt man immer wieder zwischen den 100 Jahren Zeitunterschied hin und her und trotz der völlig veränderten Ausrüstung und Arbeit sind die Ähnlichkeiten der Wahrnehmung der Teams verblüffend. Die Autorin schafft es auf beeindruckende Weise in feinen Nuancen Gemeinsamkeiten und Unterschiede auszuleuchten und den Leser so auf eine beeindruckend Reise in die Antarktis zu schicken. Leider beginnt die Geschichte etwas schleppend und ich habe lange gebraucht, bis mich die Umsetzung dieser großartigen Idee richtig fesseln konnte. Besonders bei der älteren Expedition hatte ich Probleme, eine Beziehung zu den Personen aufzubauen, so dass mich die Geschichte nicht richtig mitgenommen hat. Gegen Ende nahm der Plot jedoch gewaltig an Fahrt auf und wurde sehr spannend, so dass die Geschichte nur so dahinflog und ich am Ende doch sehr von dem Buch gefangen genommen wurde. „Everland“ von Rebecca Hunt ist ein beeindruckender Roman, hinter dem eine sehr gute kreative Idee steckt. Lediglich der Anfang des Romans war mir etwas zu langatmig, so hat es etwas gedauert, bis mich die Story richtig packen konnte.  

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  • Weniger spannend als gedacht

    Everland

    LillySj

    01. August 2017 um 10:22

    Inhalt: 1913 bricht das Schiff Kismet zu Expedition in die Antarktis auf. Sie entdecken eine unbekannte Insel – Everland. Drei Freiwillige brechen auf, die Insel zu erforschen. Sie kentern mit dem Boot beinahe und einer der drei holt sich in der 6 tägigen Überfahrt (die nur halb so lange dauern sollte) und dem Sturm schwere Erfrierungen. Die Kismet kommt nicht nach vereinbarter Zeit. Es wird ein Überlebenskampf für die drei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. 2012 startet eine zweite Expedition nach Everland, mit ebenfalls drei ganz unterschiedlichen Leuten. Obwohl nun mit der neusten Technik ausgerüstet, mit genug Lebensmittel und mit einer Crew, die nur 2 Flugstunden entfernt ist, kommt es zu gravierenden Schwierigkeiten. Am Ende steht bei beiden Expedition die Frage: Bist Du bereit, einen Menschen sterben zu lassen, um Dein eigenes Leben zu retten? Wie viel Hilfe bist Du bereit zu geben? Und kannst Du zu Deinen eigenen Fehlern stehen? Meine Meinung: Was sich so spannend anhört und als Thriller auf dem Klappentext gepriesen wird, lässt doch deutlich an Spannung vermissen. 100 Seiten, bevor es überhaupt mal spannend wird, weitere 100 Seiten, bevor diese Spannung etwas steigt. Ich war immer wieder davor, das Buch abzubrechen. Dazu wird das Buch aus vier Zeitlinien erzählt. Da war es anstrengend, die Übersicht zu behalten, auch wenn die Zeiten über den Kapiteln stehen. Einmal 2012 – völlig klar. Dann die Expedition der drei Männer März/April 1913 – auch das war klar. Dann die Zeit, ab April 1913, wo die Männer der Kismet endlich Everland erreichten und die Zeit später auf dem Schiff. Und während die letzten beiden Zeitstränge schon erzählt wurden, gab es noch einen Rückblick, wie die drei Männer für die Expedition ausgewählt wurden. Zudem gibt es wirklich keinen Protagonisten in dem Buch, der mir von Grund auf sympathisch war. Ich habe irgendwie keinen Bezug zu den Personen bekommen. Positiv fand ich, dass man ins Nachdenken kam, ob man das Risiko, sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzen eingeht, um das Leben eines anderen zu retten. Ich hätte mir allerdings gewünscht, der Teil wäre besser ausgearbeitet worden. Man liest zwar, was die Personen denken, aber die Emotionen kamen bei mir nicht wirklich an.2,5 Sterne

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  • Spannender Abenteuerroman

    Everland

    TanyBee

    25. July 2017 um 10:18

    „Everland“ ist eine unbewohnte Insel in der Antarktis und das Ziel eines Forscherteams in Jahr 1913. Das Schiff „Kismet“ setzt drei Männer in einem Beiboot ab, die die Insel erforschen sollen. Zwei Wochen später sollen sie wieder abgeholt werden. Doch schon im Boot läuft alles anders als geplant, denn sie kommen in einen schweren Sturm.Ende 2012, zum Jubiläum der Expedition, soll eine neue Forschertruppe auf die Insel entsandt werden. Mit moderner Ausrüstung kann da ja nichts schief gehen, oder? Die Anreise erfolgt auch nicht im Boot, sondern per Hubschrauber. Doch auch mit bester Ausstattung kann dem Team etwas in die Quere kommen: das gnadenlose Klima der Antarktis oder der übertriebene Ehrgeiz der Teilnehmer.Der Roman zeigt abwechselnd die Ereignisse vom 1913 und 2012. Die Crew von 2012 glaubt alles zu wissen über die Expedition von damals und mit modernster Technik der Natur entgegentreten zu können. Doch es warten einige Überraschungen auf sie. Bei so einem kleinen Team ist jeder der Teilnehmer wichtig und trägt einen lebensnotwendigen Teil bei. Und so wird der Charakter jedes einzelnen hier besonders in den Fokus gerückt. Man glaubt den anderen Menschen zu kennen, aber wie verhält er sich in einer absoluten Notsituation? Wenn es um die Frage geht: Mein Leben oder deines? Manche verhalten sich dann ganz anders, als man es erwartet hätte.Die Schilderung des Geschehens und die langsame Auflösung haben mir sehr gefallen. Gegen Ende wurde es unglaublich spannend! Zufällig habe ich dieses Jahr noch ein Buch mit einer sehr ähnlichen Ausgangsituation gelesen: Herz auf Eis. Auch dort sind zwei Personen auf einer Insel in der antarktischen Region gestrandet. Dieses Buch war aber anders, literarischer, der Fokus lag noch mehr auf den Emotionen. In „Everland“ steht das Abenteuer mehr im Fokus, die Teilnehmer der Expedition sind freiwillig dort, es wurde alles geplant. Solche Bücher gefallen mir sehr, vielleicht gerade, weil ich –keine- Abenteurerin bin und kaum nachvollziehen kann, warum sich jemand auf so etwas einlässt.Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und hatte viele spannende Lesestunden. Ich musste oft an „In eisige Höhen“ von Jon Krakauer denken, auch wenn das hier kein Tatsachenbericht ist (es kommt einem aber fast so vor). Lesempfehlung an alle, die gerne ein Abenteuer von der Couch aus erleben!

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  • Gegfangen im ewigen Eis

    Everland

    StMoonlight

    23. July 2017 um 10:34

    Bei meiner Ausgabe handelt es sich um die Gebundene Ausgabe. Der Schutzumschlag ist geriffelt und erinnert (auch damit) ein wenig an altes (Pack)Papier. Mit dem Motiv eines Segelschiffs im Eis, sowie dem Anker passt es gut zur Geschichte. – Den Zusatz „Voyage Sea Travel“ finde ich allerdings etwas deplatziert, denn der größte Teil der Geschichte spielt sich in der Antarktis, auf dem „Festland“ ab. Strenggenommen handelt es sich bei diesem Buch sogar um zwei Geschichten, die – zumindest theoretisch – auch separat gelesen werden können. Es geht um zwei Expeditionen in die Antarktis. Die erste startete 1913, die zweite brach (zum Jubiläum der ersten) 2012 auf. Genauso sind die Kapitel aufgeteilt. Der Leser wird in die Zeit zurück – bzw. vorversetzt. Erste Expedition. Die Ausrüstung ist nicht nur klobig und schwer, sondern auch alles andere als fortschrittlich. Die drei Forscher verunglücken auf dem Weg zur Insel, mit Mühe und Not können sie sich retten und bangen fortan auf Rettung. Tag um Tag vergeht, gefangen im ewigen Eis. Die mühsam gesammelten Vorräte gehen zur Neige, kein Schiff ist zu sehen. Kälte, Hunger und auch die Tag-und-Nacht-Gleiche zerren an den Nerven der Drei. Wären sie besser dran, wenn sie sich einem Verwundeten, der nur Reserven kosten, entledigen? Sollten Sie versuchen eine entlegene Forschungsstation zu erreichen oder an Ort und Stelle auf Rettung warten? … Decker, Jess und Brix, welche fast 100 Jahre später auf die Insel kommen, haben zumindest moderne Ausrüstung und sind auch besser vorbereitet. Doch auch Ihnen begegnen schnell die Tücken der unwirklichen Welt, in der bei Minusgraden ihre Haut verbrennt und Medikamente wie kleine Schätze sind. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto klarer wird dem Leser, dass es bei der ersten Expedition ein Geheimnis gab. Warum fand diese, teils schlecht vorbereitet, Expedition wirklich statt? Nach und nach zeigt sich ein dünnes Netz aus Verrat, Gier und Neid, aber auch aus wahrer Freundschaft und Forscherdrang. Ein spannender Schreibstil, der den Leser neugierig hält und ihn in eine atemberaubende, wenn auch gefährliche, Welt versetzt. ~°~ Fazit ~°~ Die Geschichte ist in jedem Fall nichts für zarte Gemüter, geht es doch immer wieder um den Tod. Ab und an von Menschen, sehr oft aber von Tieren. Robben die totgeknüppelt werden, Pferde die erschossen und Hunde die gegessen werden. Dazu kommt schwarzes (nicht mehr wirklich lebendes) „Fleisch“ am Menschen. Teilweise verlangte das selbst mir so einiges ab. Meine Gefühle schwankten zwischen Faszination und Ekel, zwischen Mitleid und Verachtung, … Eine spannende Reise, an einen der vielleicht faszinierendsten Orten dieser Welt.

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  • Eine Insel, zwei Expeditionen – und dazwischen ein ganzes Jahrhundert

    Everland

    Havers

    19. July 2017 um 15:37

    Eine Insel, zwei Expeditionen – und dazwischen liegt ein ganzes Jahrhundert. Das Ziel ist Everland, ein (fiktives) Eiland in der Antarktis. Bereits im Jahr 1913 machen sich drei Briten auf den Weg dorthin, die von ihrer Forschergruppe für diese Exkursion ausgewählt wurden. Napps, Erster Offizier und Expeditionsleiter, hart und kaltschnäuzig. Millet-Bass, Seemann, groß, kräftig und unkompliziert. Und Dinners, Forscher und Träumer, der in seiner eigenen Welt lebt, das schwache Glied der Gruppe. Es ist eine lebensfeindliche Umgebung, die keinen Fehler verzeiht, die Wetterbedingungen sind katastrophal, die Teilnehmer geraten an ihre physischen und mentalen Grenzen. Und schnell wird klar, dass diese Expedition in einem Desaster enden wird. Für die Nachwelt bleibt einzig ein Logbuch. Es bildet die Grundlage für einen Film, der diese Unternehmung für die Nachwelt dokumentieren soll. Wahrheit oder Lüge? Anlässlich des hundertsten Jahrestages begeben sich drei weitere Wissenschaftler auf die Spuren von Napps, Millet-Bass und Dinners. Decker, der erfahrene Anführer, Jess, die kundige Feldassistentin, die ihm zur Hand gehen soll, und Brix, die mangelnde Kenntnisse durch Begeisterung wettzumachen versucht. Obwohl diese Gruppe moderne Transportmittel benutzt und Hightech-Equipment zur Verfügung hat, kämpfen sie schlussendlich mit ähnlichen Problemen wie ihre Vorgänger hundert Jahre zuvor. Keine Frage, die Antarktis ist schroff und unwirtlich, ja sogar lebensbedrohlich. Jeder, der sich dort warum auch immer aufhält, ist den Elementen schonungslos ausgesetzt Und natürlich beschreibt die Autorin sehr anschaulich diese Lebensbedingungen, aber auch deren psychische und physische Auswirkungen auf die Expeditionsteilnehmer heute und vor hundert Jahren. Doch sie verweilt nicht länger als für die Dramaturgie erforderlich bei diesen Beschreibungen, sondern konzentriert sich auf das Zwischenmenschliche, die dynamischen Prozesse, die innerhalb der beiden Dreierteams ablaufen und sich trotz des großen zeitlichen Abstands kaum unterscheiden. Ist aber nicht weiter erstaunlich, sind doch die Personenkonstellationen sowie die Funktionen des Einzelnen innerhalb der Gruppe nahezu identisch. „Everland“ ist ein Roman, der seine Geheimnisse erst nach und nach frei gibt. Was geschah wirklich bei der ersten Expedition? Stimmen die Eintragungen im Logbuch des Kapitäns, oder wurden sie womöglich geschönt? Diese Frage stellt man sich relativ bald. Und hier sorgt Rebecca Hunt durch den steten Wechsel zwischen den Zeiten (und somit auch zwischen den beiden Erzählebenen) dafür, dass das Interesse des Lesers nicht abebbt, sondern erhalten bleibt. Dennoch, der Fokus der Autorin liegt auf dem Verhalten der Expeditionsteilnehmer in den Situationen, in denen ihre Menschlichkeit auf die Probe gestellt wird. Sind die Entscheidungen, die sie treffen, geleitet vom Verstand und der realistischen Einschätzung der Situation oder lassen sie sich von ihren Gefühlen leiten? Nimmt man Schaden an der Seele durch den Aufenthalt auf „Everland“? Viele interessante Fragen, die jeder Leser für sich selbst beantworten kann. Lesen!

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  • Bitterer Überlebenskampf

    Everland

    YukBook

    16. July 2017 um 10:03

    Dieser Roman hat mich Kraft gekostet. Sicher nicht in dem Maße wie die Crew der beschriebenen Antarktis-Expedition, doch immerhin. Das liegt zum einen an den vielen Zeitsprüngen. 1913 brechen drei Männer des britischen Forschungsteams ‚Kismet‘ zur fiktiven Insel Everland auf, um sie zu erforschen. Parallel wird von einer zweiten Expedition erzählt, die hundert Jahre später stattfindet. Diesmal macht sich der Expeditionsleiter Decker mit einer unerfahrenen Wissenschaftlerin und einer kompetenten Feldassistentin nach Everland auf, um Feldforschung an Pinguinen und Seebären zu betreiben. Innerhalb dieser zwei Handlungsstränge gibt es wiederum Zeitsprünge, so dass man nur bruchstückartig Details erfährt, die das Geschehen immer wieder in ein neues Licht rücken.Doch es ist nicht nur die ungewöhnliche Konstruktion, die dem Leser einiges abverlangt. Rebecca Hunt geht es vor allem um das menschliche Verhalten in Extremsituationen, um zwischenmenschliche Dramen und psychologische Spielchen untereinander. Jeder einzelne ist nicht nur den gnadenlosen Naturgewalten, sondern auch menschlicher Eiseskälte und Wahnvorstellungen ausgeliefert.Feinheiten werden herausgearbeitet, zum Beispiel wie Matrosen herumblödeln, um den Ernst ihrer Situation herunterzuspielen, welche Phobien und Aberglauben sie haben oder wie sich verletzte Crewmitglieder abmühen, anderen nicht zur Last zu fallen und sich nützlich zu machen. Eine verstümmelte Hand kann eine so starke Präsenz ausstrahlen wie ein vierter Mann im Team, ein verletztes Bein kann so viel Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen, dass sich zwei Frauen das ‚Sorgerecht‘ darum teilen. Auf solche originellen Ausdrücke muss man erst einmal kommen.Wie geht man damit um, wenn man erkennt, dass eine unerfahrene Person aus rein egoistischen Motiven angeheuert wurde und damit die ganze Expedition gefährdet? Dieses und noch viele andere Muster wiederholen sich bei beiden Forschungsteams und werden plastisch gegenübergestellt. Die Beschreibung der allumfassenden Kälte sorgte für eine angenehme Abkühlung an den heißen Sommertagen, doch sie ging auch ganz schön an die Substanz. Schonungslos beschreibt Rebecca Hunt ausgemergelte Körper, erfrorene Gliedmaßen und Tierkadaver – das ist nichts für zartbesaitete Gemüter. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen ist zum Ende hin immer enger getaktet, die Spannung steigt, bis zum Schluss die Wahrheit ans Licht kommt und ein beklemmendes Gefühl hinterlässt.

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  • [Rezension] Everland von Rebecca Hunt

    Everland

    HappySteffi

    13. July 2017 um 23:46

    Gebundene Ausgabe: 416 SeitenVerlag: Luchterhand Literaturverlag Erscheinungstermin: 13. Juni 2017ISBN-10: 3630874630KlappentextRebecca Hunts zweiter Roman ist Abenteuergeschichte, spannender Thriller und psychologisches Drama in einem. Die Insel Everland wird von zwei Antarktisexpeditionen erforscht, zwischen denen hundert Jahre liegen. Doch die Einsamkeit, die harten Wetterbedingungen und die feindseligen Kräfte der Natur sind heute wie damals bestimmend, und bei beiden Expeditionen zeigt sich: Die Antarktis enthüllt den wahren Charakter der Menschen, die sich ihr aussetzen.AutorRebecca Hunt wurde 1979 in Coventry geboren und hat am Central Saint Martin's College, einer bekannten Londoner Hochschule für Kunst und Design, studiert. Rebecca Hunt ist Malerin und lebt in London. Ihr erster Roman „Mr. Chartwell“ stand auf der Longlist des Guardian First Book Award und auf der Shortlist des Galaxy National Book Award, ihr zweiter Roman „Everland“ kam auf die Shortlist des Encore Award 2014. CoverBeim ersten Blick habe ich das Cover ganz falsch eingeordnet. Das es sich hier um Eis und nicht um Wasser bzw. Wellen handelt ist mir erst beim genaueren Hinsehen aufgefallen, was vielleicht auch an dem Segelschiff liegt, das ich ehr in wärmere Regionen eingeordnet hatte. Nichts desto trotz ist das Titelbild gut gelungen und strahlt durch das helle, nautische Thema einen ganz eigenen Charme aus. MeinungDie Antarktis hat ihre ganz eigene Wirkung auf Menschen. Ich gehöre zu denen, die angezogen sind von dem Eis, der Kälte und der Stille... Angezogen aber nur in Bezug auf Aufnahmen, die ich mir anschauen kann, denn ich weiß: das, was ich jetzt faszinierend finde, würde mich dort verrückt machen. Umso gespannter begann ich dieses Buch zu lesen, in dem zwei Antarktisexpeditionen im Abstand von einhundert Jahren beleuchtet werden. Beide nehmen den Leser mit in die eisige Welt, die aufgrund technischer Errungenschaften und Erfahrungen sehr unterschiedlich sein müssten. Jedoch stellen sich beiden Forscherteams Hindernisse in den Weg, die überwunden werden müssen. In das Buch hineinzukommen war kein großes Problem. Anfangs noch etwas stolperig empfand ich spätestens nach 50 Seiten den Schreibstil der Autorin als äußerst angenehm. Sie schaffte es eine authentische Umgebung zu kreieren, in der man die Beklemmungen der Protagonisten nachempfinden konnte, in der die Ängste und Sorgen der Charaktere gut transportiert werden konnten. Durch ausführliche Konversationen lernt man viel über die Personen an Bord. Sie bleiben nicht oberflächlich sondern erhalten durch nachvollziehbare Gedankengänge Profil. Es war schön zu lesen, wie Hunt auf die Veränderungen in ihrem Denken eingegangen ist und was die Kälte, Einsamkeit und die Gefahren mit ihnen machen. Die Spannung, die in Everland erzeugt wird fand ich großartig. Da man so tief in der Psychologie der Protagonisten wühlt wirken Gefahren und Konflikte noch einmal ganz anders. Man fängt auch an sich in einzelnen Situationen selbst zu hinterfragen und lässt sich gedanklich noch einmal tiefer fallen. Wie weit würde ich in der Situation gehen? Könnte ich den Menschen vertrauen, die auch für mein Leben mitverantwortlich wären? Ich möchte nicht zu viel auf Everland eingehen, da ich glaube, jeder Leser wird auf seine eigene Reise mitgenommen und kann dieses Buch anders empfinden. Für mich war es großartig. Es war eine Reise in die Antarktis und in meine Gedankenwelt. FazitEverland gehört definitiv zu den besten Büchern, die ich in diesem Jahr bisher gelesen habe und das ich jedem, der Lust auf ein spannendes Antarktisabenteuer mit Tiefgang hat, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. 

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  • Eisige Kälte

    Everland

    walli007

    13. July 2017 um 11:24

    Zum hundertjährigen Jubiläum der Everland-Expedition sollen Wissenschaftler auf den Spuren ihrer Vorfahren wandeln. Zwei Frauen und ein Mann werden entsandt, um die antarktische Insel Everland erneut zu erkunden. Sie sollen wissenschaftliche Daten über die Pinguine sammeln. Obwohl eine der Teilnehmerinnen über keine Expeditionserfahrung verfügt, kommen die drei voran.  Den Bestreitern, die sich hundert Jahre zuvor auf den Weg gemacht haben, ergeht es weniger gut. Schon auf dem Weg zur Insel gerät ihr Boot in einen Sturm, der ihre Ankunft um Tage verzögert und den unerfahrensten der Drei in einen derart schlechten Gesundheitszustand versetzt, dass er nichts anderes als Pflege benötigt.  Gebannt folgt man den Expeditionen zu ihrem unwirtlichen Ziel. Eisige Kälte, Wind, kaum Schutz von der rauen Landschaft. Nicht so unähnlich laufen die Expeditionen ab, deren Zeitabstand im Vergleich mit dem Wachstum einer Flechte nicht besonders hoch ist. Was geschieht während der gemeinsam verbrachten Zeit. Die Mitglieder beider Gruppen gelangen näher an ihre Grenzen als sie es zuvor vermutet hätten. Die jeweils schwächsten Mitglieder erweisen sich als Hindernis, an dem es zu bestehen gilt oder an dem das Scheitern möglich ist. Diese Enge in der Kleingruppe in einer lebensfeindlichen Umgebung, kaum vorstellbar. Eigentlich müssten sie zusammen halten, den Gefahren gemeinsam begegnen, sich den Aufgaben stellen. Doch ganz so läuft es nicht und man beginnt zu zweifeln, ob es jeder gesund in die Heimat schaffen wird. Mit Aufmerksamkeit begegnet man diesem Buch, drei Ebenen gilt es zu folgen, die klar abgegrenzt sind und Cliffhanger unvermeidlich werden lassen. Denn manchmal wechselt die Perspektive gerade in dem Moment, wo man angespannt wissen möchte, wie es mit der vorherigen weitergeht. Mit dieser fesselnden Komposition entführt die Autorin in eine unwirtliche Region, die vornehmlich Menschen mit großem Forscherdrang aufsuchen werden. Was treibt sie dorthin, wie werden die Gruppen zusammengefügt, wie entwickeln sich die Beziehungen unter den Teilnehmern. Drei, sagt man, ist einer zu viel. Möglicherweise gilt ein solcher Spruch für diese Forschergruppen, die jeweils ein schwächstes Mitglied zu haben scheinen. Was macht diese Konstellation, verbünden sich zwei, wechseln die Bündnisse oder halten sie zusammen? Dies ist nicht das einzige Rätsel, dass die Autorin aufgibt. Mit ihrer ruhigen ausgeklügelten Erzählung fesselt sie ungemein.  Wer Bücher in eisiger Kälte mag, sollte sich dieses Werk nicht entgehen lassen.

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