Rebecca Makkai

 3.2 Sterne bei 71 Bewertungen
Autorin von Ausgeliehen, Ausgeliehen und weiteren Büchern.
Rebecca Makkai

Lebenslauf von Rebecca Makkai

Die US-amerikanische Schriftstellerin Rebecca Makkai, Jahrgang 1971, ist als Lehrerin tätig und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Chicago. Ihre erste Bekanntheit erlangte sie aufgrund ihrer Erzählungen, die unter Anderem in der 2008 von Salman Rushdie und 2009 von Alice Sebold herausgegebenen Anthologie "The Best American Short Storys" veröffentlicht wurden. Mit "Ausgeliehen" erscheint 2011 ihr Debütroman.

Alle Bücher von Rebecca Makkai

Ausgeliehen

Ausgeliehen

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Erschienen am 14.12.2012
Ausgeliehen

Ausgeliehen

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Erschienen am 10.10.2011
Ausgeliehen

Ausgeliehen

 (0)
Erschienen am 10.10.2011
The Hundred-Year House

The Hundred-Year House

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Erschienen am 26.05.2015
The Borrower

The Borrower

 (0)
Erschienen am 29.05.2012

Neue Rezensionen zu Rebecca Makkai

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Rezension zu "Ausgeliehen" von Rebecca Makkai

Liebenswerte Figuren auf einer Reise quer durch die USA
Moonievor 2 Jahren

Die Bibliothekarin Lucy Hull ist Halbrussin und vermutet bei sich selbst den Hang zum Kriminellen, den sie schneller ausleben kann, als ihr lieb ist. Sie liebt Bücher und glaubt daran, dass Bücher auch Leben retten können. So besonders im Fall von dem zehnjährigen Ian, der immer zur Vorlesestunde kommt und für den Lucy viele schöne Bücher aussucht, die sie ihm ausleiht. Dummerweise ist Ians Mutter nicht davon angetan und gibt Lucy irgendwann eine Liste von Dingen, die nicht in den Büchern auftauchen sollen, die Ian ausleiht. Sie sollen christlicher sein und ganz sicher nichts mit Magie oder ähnlich "frevelhaftem". Schon da hat Lucy Mitleid mit Ian, hört heraus, dass er nicht so ganz glücklich mit der Sache ist, vermutet ganz kurz auch häusliche Gewalt, als Ian mit kleinen Wunden über dem Auge in der Bibliothek auftaucht. Als Ian Lucy dann zu Weihnachten ein Origami-Gebilde schenkt und Lucy das Papier auseinander faltet, entdeckt sie darin eine E-Mail von Ians Mutter an einen Pastor, der einen Unterricht für "verwirrte" Jungen gibt, die vermutlich homosexuell sind. Lucy möchte Ian unbedingt helfen, weiß zunächst aber nicht wie.

Doch dann will Ian von zuhause weglaufen und Lucy findet ihn früh morgens in der Bibliothek, wo er übernachtet hat. Gemeinsam schlittern sie durch Halbwahrheiten auf Ians Seite und Lucys Wunsch ihm zu helfen, weil sie sofort vom Schlimmsten ausgeht, in eine abenteuerliche Reise quer durch die USA. Lucy weiß natürlich, dass das was sie tut nicht okay ist, verdrängt es aber immer wieder erfolgreich und schiebt es auf ihren möglicherweise Hang zur Kriminalität, den sie von ihrem Vater geerbt hat. Sie halten in mehreren Städten, besuchen Lucys russische Eltern, von denen Lucy schon immer angenommen hat, dass sie mit der russischen Mafia verbunden sind, bringen ein verdächtiges Paket zu Freunden von Lucys Vater und enden schließlich an der kanadischen Grenze. Mittlerweile wird Lucy von den Mitarbeitern der Bibliothek gesucht, kann aber alles sehr clever hindrehen, sodass nichts auffällt. Auch Ian wird natürlich gesucht und irgendwann taucht ein sonnenbebrillter Mann auf, der die beiden verfolgt.

Lucy ist fest der Annahme, dass Bücher Ians Leben retten werden und hält bis zum Schluss an diesem Glauben fest. Die Reise mit den beiden und die unterschiedlichen Zwischenstationen bei Freunden und Familie fand ich immer recht spannend auf eine leise Art jedoch. Die Figuren werden toll beschrieben, die Leserin Ulrike Grote gibt allen eine passende Stimme und ich fand ihre Art zu lesen wirklich beeindruckend und sehr angenehm. Besonders haben mir die russischen Akzente gefallen und die skurrile Hintergrundgeschichte von Lucys Vater.

Das Ende bleibt offen, hat mir aber trotzdem gefallen, weil es eher hoffnungsvoll ist und die Autorin mögliche Ausgänge der Geschichte kurz skizziert. Die Idee des Buches hat mir sehr gut gefallen und die Figuren kamen allesamt authentisch und lebendig rüber, wenn auch hin und wieder ein ganz klein wenig klischeehaft. Ich habe die Geschichte sehr gerne gehört und kann sie empfehlen, vielleicht auch besonders für Fans von Alan Bennett (die souveräne Leserin).

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Rezension zu "Ausgeliehen" von Rebecca Makkai

Ein seltsamer Roadtrip
badwomanvor 3 Jahren

Lucy, Biblithekarin in Hannibal, führt ein ruhiges, um nicht zu sagen langweiliges Leben, so wie sie es eigentlich nie wollte. Das ändert sich schlagartig, als sie eines Morgens Ian, einen 10-jährigen Jungen, der Stammkunde in ihrer Bücherei ist, an ihrem Arbeitsplatz vorfindet. Ians Familie ist tiefreligiös (oder einem Sektenguru verfallen?), seine Mutter möchte die Bücher, die Ian ausleiht, "zensieren". Lucy ist damit natürlich nicht einverstanden und verhilft Ian ab und zu doch zu den von ihm bevorzugten Büchern. Nun ist Ian also von zu Hause weggelaufen und überredet Lucy zu einem Roadtrip, der immer abenteuerlicher wird. Wie kann diese Geschichte für alle gut ausgehen?

Diese besondere Geschichte ist leider so unrealistisch, dass sie mich nicht wirklich fesseln konnte. Manche Passagen, besonders die etwas humorvolleren, waren ganz nett zu lesen, aber im Großen und Ganzen hatte ich immer im Hinterkopf: "Warum macht Lucy das?" Als Leser möchte man ihr nur dringend raten, dass sie dieses Kind auf dem schnellsten Weg nach Hause bringt. Dazu werden noch einige Problemthemen angeschnitten, z.B. religiöse Fanatiker, Russenafia, Homosexualität, aber nichts davon wird wirklich eingehender behandelt.

Nein, dieses Buch hat mich nicht in seinen Bann gezogen, leider, denn der Klappentext war recht vielversprechend.

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Rezension zu "Ausgeliehen" von Rebecca Makkai

Rezension zu "Ausgeliehen" von Rebecca Makkai
booklovingvor 6 Jahren

Rückblickend und aus einer allwissenden Sicht erzählt die Protagonistin Lucy Hull ihre abenteuerliche Geschichte mit Ian, bei der sie sich aber nicht als „Heldin“, sondern sich eher als „Bösewicht“ sieht.
Die 26-jährige Lucy Hull ist Angestellte einer Kinderbücherei in dem langweiligen Ort Hannibal und liebt ihre Arbeit mit den Kindern. Vor allem zu dem aufgeweckten, wissbegierigen 10-jährigen Ian hat sie eine innige Beziehung aufgebaut. Da seine strenggläubige Mutter Ian nur Literatur mit christlichen Inhalten auszuleihen erlaubt, hilft Lucy dem lesehungrigen Jungen heimlich anspruchsvolle Kinder-Bücher nach Hause zu schmuggeln. Eines Morgens entdeckt Lucy zwischen den Regalen der Bücherei Ian, der von zu Hause ausgerissen ist.
Aus ihrer Unschlüssigkeit und weniger aus einer inneren Überzeugung heraus, Ian helfen zu wollen, kommt es zu einer „Entführung“, die eigentlich gar keine ist. Denn Ian benutzt Lucy zu seiner Flucht und erpresst sie anfangs geschickt, um nicht wieder zu seinen Eltern zurückgebracht zu werden.
So befinden die beiden sich unverhofft auf einer skurrilen Irrfahrt quer durch die USA, ohne ein eigentliches Ziel vor Augen. Lucy ist zwar bewusst, dass sie mit dem Kidnapping eine kriminelle Tat begeht und dafür zur Rechenschaft gezogen werden kann, doch es gelingt ihr nicht ihre anfänglichen Fehler rückgängig zu machen. Eine Zeitlang können beide ihr verkorkstes Leben hinter sich lassen und ihre Freiheit genießen.
Sehr geschickt streut die Autorin viele skurrile, unterhaltsame Begegnungen und Geschichten in die eher ereignislose Handlung ein, bei der ich zuweilen den roten Faden vermisst habe. Schade fand ich auch, dass die Beziehung zwischen beiden Hauptfiguren während des Roadtrips nicht weiter in die Tiefe geht und ihre Gespräche eher oberflächlich bleiben.
Sehr vielschichtig und liebevoll sind die beiden Hauptfiguren Lucy und Ian ausgearbeitet.
Lucy ist mir mit ihrer Liebe zur Literatur auf Anhieb sehr sympathisch. Liebenswert sind ihre Entscheidungsschwäche, Unentschlossenheit und Andersartigkeit, ihre Angst, das Klischee der langweiligen grauen Bibliothekarin zu erfüllen und ihr permanentes Gefühl fehl am Platz zu sein. Weniger nachvollziehbar war für mich, warum sie vor lauter Selbstmitleid nicht in der Lage ist, ihre Lebenssituation zu verändern.
Faszinierend und schillernd ist auch die Figur des 10jährigen Ian. Eine ausgesprochene Leseratte ist dieses aufgeschlossene, hochbegabte aber manchmal auch sehr nervtötende Kind, das sehr unter seinem strengen Elternhaus leidet. Kaum nachvollziehbar für mich, dass seine vermeintlich nicht normale, sexuelle Orientierung in speziellen christlichen Bibelstunden wieder auf den rechten Weg gebracht werden soll.
Obwohl zeitweise einfach die Spannung in der Geschichte fehlte, hatte die Erzählung etwas sehr Fesselndes und Originelles an sich. Sehr unterhaltsam und ironisch greift Makkai Klischees und Vorurteile gegenüber unterschiedlichsten Minderheiten auf und teilt Seitenhiebe auf die amerikanische Gesellschaft aus .Vor allem die abwechslungsreiche, sehr humorvolle Erzählweise der Autorin hat mich angesprochen.
Sehr gut haben mir die vielen subtilen Anspielungen auf Kinder-Bücher und den Einbau sprachlicher Sequenzen aus Kinderbuch-Klassikern gefallen. Leider funktioniert das Wiedererkennen der Originale im Deutschen nicht immer so gut, da sehr viele Bücher aus dem englischsprachigen Raum bei uns weniger bekannt sind.
Auch wenn ihr Roadtrip sehr überraschend endet, kommt die abenteuerliche Irrfahrt doch für beide Hauptfiguren zu einem befriedigenden Ende und so manches Geheimnis wird gelüftet.
Lucy hat viel über sich und ihr Leben gelernt und begreift schließlich, dass sie aufhören muss, vor sich selbst wegzulaufen, und etwas in ihrem Leben ändern muss.
Ihr wird klar, dass nicht sie Ians Leben retten kann, sondern, dass Ian dies nur selbst mithilfe der inspirierenden Kraft der Bücher gelingen wird.
„Ausgeliehen“ ist somit eine wundervolle Hommage an die Macht der Bücher!

FAZIT
Ein anspruchsvolles, außergewöhnliches Romandebüt mit sehr ungewöhnlichen Charakteren.

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Gespräche aus der Community

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My first novel (The Borrower in English, Ausgeliehen in German) has just come out in paperback, and I’m eager to hear from all of you and answer your questions!

The Borrower is about a young librarian who hasn’t quite figured out who she is yet, and a ten-year old boy whose conservative parents have enrolled him in anti-gay therapy. After a strange series of events, the two take off together on a road trip across the US.

I’ve been thrilled that this book has found an audience internationally – a bit of a surprise for me, since the book addresses some political issues quite particular to America right now. But the themes of finding yourself through reading, and coming to terms with family, are ones that are (I hope) more universal. Our schools differ country by country, but it seems our libraries are much the same – and so passionate readers around the world have come discover books in much the same way.

The Borrower is a book about stories – the stories we tell each other, and the ones we tell ourselves. I hope that in talking with you, I’m able to tell you some of my own stories about how this book came to be!
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Kurzbeschreibung:
Der 10-jährige Ian ist süchtig nach immer neuen Geschichten. Lucy Hull ist Bibliothekarin in der Stadtbücherei von Hannibal – und seine Komplizin. Sie hilft ihm, die geliehenen Bücher an seiner herrischen Mutter vorbeizuschmuggeln. Als Lucy eines Morgens zur Arbeit kommt, traut sie ihren Augen kaum: Ian kampiert, umgeben von Decken, T-Shirts und Büchern, zwischen den Regalen. Pflichtbewusst will Lucy den Ausreißer nach Hause bringen, doch Ian hat einen anderen Plan: Geschickt lotst er sie mitten hinein in eine abenteuerliche Reise quer durch die USA. Doch wer hat hier wen entführt? Und läuft wirklich nur Ian vor seinen Eltern davon?

--> Leseprobe

Allgemeines zur Bewerbung und zur Leserunde:

Ihr habt hier die Möglichkeit bei einer Leserunde mit Rebecca Makkai mitzumachen. Rebecca spricht kein Deutsch, ihr könnt hier aber gern trotzdem auch auf Deutsch diskutieren. Stellt Fragen an die Autorin bitte auf Englisch - es ist gar nicht schlimm, dabei Fehler zu machen, sie wird euch verstehen. Wenn ihr auf Deutsch diskutiert und gelegentlich trotzdem knapp eure Eindrücke auf Englisch zusammenfasst, wird sich die Autorin sehr freuen :-)

Unter allen Bewerbern vergibt der List Verlag 10 Testleseexemplare des Buches. Ihr könnt euch dafür bis einschließlich 15. Januar 2013 bewerben - dafür gibt es nur eine kleine Aufgabe zu erfüllen:

Weshalb sind Bücher ein wichtiger Teil eures Lebens? (Wenn möglich, wäre eine Antwort auf Englisch toll!)


Letzter Beitrag von  booklovingvor 6 Jahren
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Rebecca Makkai im Netz:

Community-Statistik

in 109 Bibliotheken

auf 10 Wunschlisten

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