Rebecca Maria Salentin

 3.9 Sterne bei 24 Bewertungen
Autor von Schuld war Elvis, Im Himmel gibt's kein Bier und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Rebecca Maria Salentin

Schuld war Elvis

Schuld war Elvis

 (24)
Erschienen am 09.03.2015
Im Himmel gibt's kein Bier

Im Himmel gibt's kein Bier

 (0)
Erschienen am 01.04.2017
Hintergrundwissen eines Klavierstimmers

Hintergrundwissen eines Klavierstimmers

 (0)
Erschienen am 27.02.2007

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once-upon-a-times avatar

Rezension zu "Schuld war Elvis" von Rebecca Maria Salentin

Eine ungewöhnlich erzählte, ungewöhnliche Lebensgeschichte
once-upon-a-timevor 2 Jahren

Zusammenfassung. Hebron hat nicht nur einen seltsamen Namen, sie führt auch ein ziemlich ungewöhnliches Leben: Eine große Familie, ein paar Brüder, mit denen sie nur die Mutter teilt und deren Väter verschwunden oder anderweitig abwesend sind, viele Pflichten und ziemlich spezielle Wohngewohnheiten.
Rebecca Maria Salentin erzählt Hebrons Geschichte so ausführlich und umfassend, dass man fast meint, ihr ganzes Leben (und das ihrer nahen Vorfahren und weiterer Verwandter) betrachten zu können. Und das macht echt Spaß!

Erster Satz. Und Hebron schrie.

Inhalt. In diesem Roman wird uns nicht nur die Lebensgeschichte der Hauptfigur Hebron ausführlich dargelegt, wir sehen auch, was alles passiert ist und was passieren musste, damit sich die Geschichte um Hebron genau so entwickeln konnte, wie sie sich entwickelt hat.
Ich muss gestehen, dass ich mich zwischendurch etwas zum Lesen zwingen musste, aber das passiert hin und wieder. Vermutlich lag das daran, dass all die Personen, die einem um die Ohren geworfen werden, und die Handlungsorte, mit denen man sich konfrontiert sieht, und diverse Zeitsprünge das Lesen doch ein wenig anstrengend machen.
Tatsächlich wird eine Geschichte erzählt, die vermutlich (wäre sie auf wesentliche Handlungen zusammengestrichen) deutlich weniger Seiten in Anspruch nehmen würden, doch mit all den Zeitsprüngen, die Reaktionen oder Geschehnisse erklären oder näher erläutern, schafft es das Buch auf knapp über 500 Seiten. Das hätten vielleicht ein paar weniger sein können.
Andererseits ist die Erzählweise herrlich lebhaft und sympathisch, das möchte ich nicht vergessen.

Personen. Manches Verhalten hat mich richtiggehend wütend gemacht (der Freund kann ein Lied davon singen – es passiert, dass ich Charaktere beschimpfe, wenn sie mich wütend machen), und ich schätze, das kann man positiv bewerten: Immerhin wird hier die Entwicklung eines ganzen (halben) Lebens aufgedeckt, da gibts auch Momente, die wütend machen dürfen.
Sehr gut gefallen hat mir die Entwicklung, die Hebrons Mutter macht, die (vergleicht man Beginn und Ende der Geschichte) so gravierend unterschiedlich charakterisiert wird und sich verhält.
Die Charaktere sind in nicht unerheblicher Anzahl nicht besonders sympathisch, aber sie sind menschlich und ehrlich beschrieben. Das ist echt gut!

Zitate. „Und ja, er hat recht, und nein, hat er nicht“ (S. 7)
„Hebrons Vater, dem sie ihren ersten Vornamen, wenn auch nur indirekt, verdankte, hatte nichts Besseres zu tun gehabt, als sich, nachdem Meggy ihm den positiven Schwangerschaftstest unter die Nase gehalten hatte, für eine Abtreibung auszusprechen sowie die Todesstrafe für Samenraub, jawohl Samenraub!, zu fordern, denn nichts anderes schien ihm der wachsende Klumpen in Meggys Bauch zu sein.“ (S. 9) (Dieses Zitat ist länger als solche, die ich üblicherweise verwenden würde, aber es bringt in meinen Augen zwei Dinge ganz gut auf den Punkt: Den Schreibstil auf der einen Seite sowie die generelle Erzählweise auf der anderen, denn nichts anderes als die hier zu sehenden Abschweifungen passiert im ganzen Buch – mal mehr, mal weniger ausschweifend.)

Fazit. Ich habe dieses Buch gern gelesen, auch wenn es sich von Zeit zu Zeit ein wenig zog. Paradoxerweise ist gerade die Erzählweise, die mir echt gut gefällt, vermutlich schuld an diesem „Das zieht sich“-Gefühl.
Die Charaktere sind gut entwickelt und ich habe die Lektüre keineswegs bereut – ob ich diesen Roman allerdings noch ein weiteres Mal lesen würde, da bin ich nicht sicher.

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BluevanMeers avatar

Rezension zu "Schuld war Elvis" von Rebecca Maria Salentin

"Jeder Mensch ist anders!"
BluevanMeervor 3 Jahren

Hebrons Leben stand von Anfang an unter einem Stern, den man nicht unbedingt schlecht nennen konnte, aber ihn als gut zu bezeichnen, würde ihren folgenden Lebensjahren nicht gerecht werden. (S. 7)

Als ich das erste Mal den Roman in einer Buchhandlung gesehen habe, wusste ich, dass ich unbedingt dieses Buch lesen musste. Mir gefiel der Titel, das Cover, vielleicht war ich gerade noch durch das 1950er Jahre – Seminar an der Uni inspiriert und dachte, dass „irgendwas mit Elvis“ schon passt. Eigentlich geht es aber nicht um Elvis, sondern um eine ziemlich verkorkste Familie.

In Rebecca Maria Salentins Debüt Schuld war Elvis wird auf knapp 500 Seiten eine Familien- und Entwicklungsgeschichte beschrieben, die in den 1970er Jahren in der Eifel beginnt. Anfang und Ende des Romans bestehen aus demselben Satz, so als habe sich auf den 500 Seiten nichts geändert: „Und Hebron schrie.“ (S.2, S. 506).

Doch es ändert sich eine Menge in Hebrons Leben und in ihrer Beziehung zu ihrer chaotischen Familie. Damit die Leser_innen nicht den Überblick verlieren, gibt es eine Ahnentafel der Familien Hunger und Apelstejn auf den letzten beiden Seiten. Das ist gerade in der Mitte des Buches wirklich hilfreich, denn Hebrons Leben ist so besonders und die Verstrickungen ihrer Familie komplexer als ich zunächst dachte.

„Es gibt keine zwei vergleichbaren Leben! Niemals! Jeder Mensch ist anders!“, wird natürlich jetzt jeder aufschreien, ebenso empört wie überzeugt. Und ja, er hat recht, und nein, hat er nicht.

Es gibt eine Andersartigkeit, die selbst unter anderen anders ist. Und unter dieser Andersartigkeit hatte Hebron von Anfang an zu leiden. “ (S. 7)

Hebrons Mutter Meggie hat Pech mit den Männern. Hebrons Vater ist kurz nach ihrer Geburt nach Israel abgehauen und ihr ganzes weiteres Leben lang, wird Hebron eine männliche Bezugsperson fehlen. Meggie schafft es zwar, immer wieder schwanger zu werden, aber eine offizielle Hochzeit mit einem der potentiellen Partner gibt es nie. Das sorgt für Gesprächsstoff in der Kleinstadt Düren und dafür, dass Hebron sehr früh in ihrem Leben nicht nur große Schwester, sondern viel zu oft auch Ersatzmama sein muss. Denn Meggies Männer kann man allesamt in der Pfeife rauchen (und Meggie eigentlich auch). Hebrons erster Ersatzpapa, der Vater ihrer Zwillingsbrüder, verstirbt tragisch bei einem Autorennen. Der nächste Mann, der als Ersatzvater in Frage kommen könnte, ist der Gartenarbeit zugewandt und hegt und pflegt zwar mit Hingabe seine Hanfplantage, findet Kinder aber eher anstrengend. Und wer der Vater vom mopsigen, aber glücklichen Francis ist, verrät Meggie gar nicht erst.

Zum Glück gibt es noch helfende Tanten, aber Fanny, Penny, Peggy, Sally, Daisy und Betty können ihrer verkorksten Schwester  nicht jedes Mal aus der Patsche helfen. Als Hebron die Situation nicht mehr aushält und ihr Suizidversuch ungehört verpufft, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Vater und fährt kurzer Hand nach Israel.

Allerdings handelt es sich hier eher um das Grundgerüst der Handlung. Immer wieder werden die Geschichten der Großeltern, der Onkel und Tanten und der ganzen Familie Hunger um Hebrons Leben herumgestrickt, denn natürlich gehört alles zusammen. Das ist manchmal etwas viel und driftet leider schnell ins Anekdotenhafte ab. Der Erzählmodus ist dabei gleichbleibend ironisch. Mit einem leichten Augenzwinkern werden die Streiche der Zwillingsbrüder Wim und Billy, ihre Raufereien mit ihren Cousins Geronimo und Casanova oder aber Hebrons erste Leseversuche, die allein durch den Anblick von Elvis  auf einer Illustrierte und Hebrons Instant-Verliebtheit, zu Stande kamen, beschrieben.

Das kann über 500 Seiten etwas zu launig werden und hat leider dafür gesorgt, dass mich die Geschichte stellenweise nicht ganz überzeugen konnte. Egal ob Kriegserlebnisse, Suizidversuche, eine unmögliche Mutter und eine tragische Kindheit, der heitere Erzählmodus bleibt bestehen und wirkt dabei auf Dauer etwas ermüdend. Da hätte es für mich nicht die gefühlt zehnte Erzählung über Hebrons Onkel‘ (ebenfalls Zwillinge) sein müssen, obwohl mich gerade dieser humoristische Erzählstil am Anfang noch begeistert hat. Zudem kommt Salentin wirklich in jedem Kapitel von einer kleinen Geschichte über eine Anekdote zu einer anderen Nebensächlichkeit um erst langsam wieder zu Meggie und Hebron zurückzukehren, die für mich eindeutig den Hauptteil des Romans ausmachen.

Geht es allerdings um Hebrons eigene Suche nach ihrem Vater und ihr Aufeinandertreffen mit Samuel Apelstejn gefällt mir der Roman ausgesprochen gut. Bei einer Figur wie Hebron ist natürlich damit zurechnen, dass die Begegnung nicht einfach wird und dass es so etwas wie ein Happy End gar nicht geben kann, aber vielleicht einen Neuanfang.

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Kuhni77s avatar

Rezension zu "Schuld war Elvis" von Rebecca Maria Salentin

Schuld war Elvis
Kuhni77vor 3 Jahren

Inhalt:
Ein Eifeldorf, ein Fachwerkhaus und eine kunterbunte Großfamilie

Inmitten einer Großfamilie, deren Mitglieder ebenso stur wie lebenslustig sind, wird in den Siebzigerjahren das Mädchen Hebron geboren.

Den eigenwilligen Namen verdankt sie ihrem Vater, der sich nach der Zeugung in seine Heimat Israel abgesetzt hat. Überhaupt hatte ihre Mutter Meggy Pech mit den Männern: Vom örtlichen Friseur bekommt sie Zwillinge. Der hätte sie gern geheiratet – wäre er nicht bei einem Autorennen ums Leben gekommen. Der Vater ihres Sohnes Francis ist ein katholischer Mönch, und Ben Omars Erzeuger Hadschi ist ein Rastafari mit Hundehaufenfrisur, dem seine Haschplantage wichtiger ist als die Kindererziehung, während Meggy die Familie ernährt. Die bunte Schar bewohnt ein windschiefes Fachwerkhaus in einem biederen Eifeldorf.

Da Hadschi verschwunden ist, muss Hebron sich um die kleinen Geschwister kümmern. Als sie daran fast zerbricht, reist sie nach Israel, um ihren Vater zu finden …

Meinung:
Ich bin ehrlich nur sehr schwer in das Buch hineingekommen. Mir war da zu viel „Drumherum“. Der Familienstammbaum am Ende des Buches, sollte einem helfen, die Familie um Hebron herum besser kennenzulernen und auch die Familienzusammenhänge zu verstehen. Aber bei knapp 50 Familienmitgliedern, war das für mich nicht so einfach. Ich habe ganz oft den Überblick verloren, was mir sehr leid tat. Das Buch ist auf jeden Fall so geschrieben, dass es nicht langweilig wird, denn es passiert auf jeder Seite Neues.
Eine eigentlich tolle Geschichte und tolle Großfamilie, die mich aber leider nicht wirklich überzeugen konnte, da mir einfach alles zu turbulent und zu schnell ging.

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rebeccamarias avatar
Liebe LeserInnen,
im März ist mein neuer Roman "Schuld war Elvis" erschienen und ich freue mich auf Eure Gedanken und Fragen dazu!

Eure Rebecca Maria Salentin

Ein Eifeldorf, ein Fachwerkhaus und eine kunterbunte Großfamilie

Inmitten einer Großfamilie, deren Mitglieder ebenso stur wie lebenslustig sind, wird in den Siebzigerjahren das Mädchen Hebron geboren.

Den eigenwilligen Namen verdankt sie ihrem Vater, der sich nach der Zeugung in seine Heimat Israel abgesetzt hat. Überhaupt hatte ihre Mutter Meggy Pech mit den Männern: Vom örtlichen Friseur bekommt sie Zwillinge. Der hätte sie gern geheiratet – wäre er nicht bei einem Autorennen ums Leben gekommen. Der Vater ihres Sohnes Francis ist ein katholischer Mönch, und Ben Omars Erzeuger Hadschi ist ein Rastafari mit Hundehaufenfrisur, dem seine Haschplantage wichtiger ist als die Kindererziehung, während Meggy die Familie ernährt. Die bunte Schar bewohnt ein windschiefes Fachwerkhaus in einem biederen Eifeldorf.

Da Hadschi verschwunden ist, muss Hebron sich um die kleinen Geschwister kümmern. Als sie daran fast zerbricht, reist sie nach Israel, um ihren Vater zu finden …


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