Der Weg der verlorenen Träume

von Rebecca Michéle 
4,4 Sterne bei5 Bewertungen
Der Weg der verlorenen Träume
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clary999s avatar

Eine bewegende Familiengeschichte! Lesenswert!

classiques avatar

"Starke Frauen" - Familiengeschichte ohne klassisches "Happy End"

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Inhaltsangabe zu "Der Weg der verlorenen Träume"

Masuren, Ostpreußen – 1918: Trotz zahlreicher Entbehrungen führt die junge Hedwig ein glückliches Leben. Nach der Heirat mit einem aufstrebenden Musiker und der Geburt zweier Kinder muss sie jedoch ihren eigenen Weg im Leben gehen. Als Hedwig sich endlich angekommen fühlt, zerstört das nahende Ende des 2. Weltkrieges alles. Hedwig und ihrer Tochter Margarethe gelingt die Flucht nach Norddeutschland. Dort kämpfen die beiden Frauen um ein neues Glück, doch auch Margarethes Leben verläuft nicht gradlinig …
Der Weg der verlorenen Träume ist die Geschichte zweier Frauen, die stark und mutig allen Widerständen, die das Schicksal ihnen aufzwingt, trotzen und sich dabei nie selbst verleugnen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783958131354
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:500 Seiten
Verlag:edition oberkassel
Erscheinungsdatum:06.04.2018

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    clary999s avatar
    clary999vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine bewegende Familiengeschichte! Lesenswert!
    Der Weg der verlorenen Träume...

    »Der Weg der verlorenen Träume ist die Geschichte zweier Frauen, die stark und mutig allen Widerständen, die das Schicksal ihnen aufzwingt, trotzen und sich dabei nie selbst verleugnen.«

    (aus dem Klappentext)

    Zum Inhalt: Masuren, Ostpreußen – 1918. Endlich ist der Krieg vorbei. Die 15-jährige Hedwig lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in Sensburg. Sie wird zur Schneiderin ausgebildet und schafft trotz Hindernisse ihre Meisterprüfung. Nach ihrer Heirat mit einem Musiker, der viel unterwegs ist, arbeitet sie tagtäglich in einer Fleischerei, schneidert abends bis spät in die Nacht und muss sich um ihre Kinder Werner und Margarethe kümmern…

    Die Nazizeit. Der zweite Weltkrieg. Die Rote Armee kommt nach Ostpreußen. Hedwig muss mit ihrer Tochter Margarethe in den Westen fliehen!

    Meine Meinung: Der Schreibstil der Autorin Rebecca Michéle ist fließend und sehr detailliert.

    Nach einem kurzen Prolog aus dem Jahr 1994 wechselt die Geschichte ins Jahr 1918. Hedwig ist erst 15 Jahre alt, aber trägt schon jetzt eine hohe Verantwortung. Hedwigs Kindheit war relativ unbeschwert, aber sie musste zu schnell erwachsen werden. Ihre Mutter ist nach den vielen Geburten schwach und oft krank. Ihr Vater ist sehr streng. Als älteste Tochter muss sich Hedwig um den Haushalt und ihre jüngeren Geschwister sorgen. Auch nach ihrer frühen Heirat wird es für Hedwig nicht einfacher. Es wird ihr viel abverlangt, aber sie ist arbeitsam und mutig. Hedwigs Stärke hat mich sehr beeindruckt! Immer wieder gibt es Rückschläge und Enttäuschungen.

     »Sie mochte nur einen Volksschulabschluss haben, kein Studium oder eine sonstige höhere Ausbildung, doch hatte sie zwischen den Zeilen gelesen. Und das, was sie daraus verstand, gefiel ihr nicht. Es blieb nur zu hoffen, dass Alberts Meinung sich bewahrheiten und bald niemand mehr von dem Buch »Mein Kampf«, seinem Verfasser und den Nationalsozialisten sprechen würde.«

    Zitat aus dem Buch

    Besonders in der Nazizeit musste sich Hedwig vorsehen um ihre Kinder und Angehörigen nicht zu gefährden, sondern zu schützen.

     »Margarethe sah den sehnsuchtsvollen Schimmer in den Augen der Mutter. Die letzten Monate waren auch für Hedwig sehr schwer gewesen, jede Nacht nur drei, maximal vier Stunden Schlaf. Die Mutter klagte aber nie, und Margarethe erinnerte sich einmal mehr an den Satz, der ihr von klein auf eingebläut worden war:

    »Ein ostpreußisches Mädchen weint nicht!«

    Hornhaut auf der Seele – so hatte es ihre Großmutter Auguste einmal ausgedrückt, die ihrerseits über ihr Schicksal nie geklagt hatte.«

    Zitat aus dem Buch

    »Zwei, drei Mal sah Hedwig den Konvoi, einmal in Begleitung von Grete, die fragte: »Warum singen die Menschen nicht mehr, wenn der Führer kommt?« »Die Zeiten, in denen gesungen wurde, sind vorbei, mein Kind«, antwortete Hedwig, und Margarethe stellte keine weiteren Fragen mehr.««

    Zitat aus dem Buch

    Das Schicksal von Hedwig scheint sich bei ihrer Tochter Margarethe teilweise zu wiederholen. Auch Margarethe ist ein junges Mädchen, erst 15 Jahre alt, als sie fliehen. Als Heimatvertriebene wurden sie im Westen eher geduldet, als freundlich aufgenommen. Auch diese Nachkriegszeit ist beschwerlich, aber Hedwig und Margarethe lassen sich nicht unterkriegen! Der Roman endet im Jahr 1963!

    Die Autorin beschreibt eindringlich und ungeschönt die damaligen Zeiten in Ostpreußen und später den Neuanfang im Westen von Deutschland. Die Geschichte beruht größtenteils auf Tatsachen! Der Epilog (aus dem Jahr 2016) und das Nachwort sind auch sehr interessant!

    Die Lebenswege von Hedwig und Margarethe wurden ausführlich erzählt, aber dadurch waren mir die beiden Frauen auch sehr nahe gekommen!

    Es ist eine bewegende Familiengeschichte und gleichzeitig auch ein Stück Zeitgeschichte!

    Lesenswert!

    4+ Sterne

    Kommentare: 6
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    Dominikuss avatar
    Dominikusvor 3 Monaten
    2 starke Frauen


    Rebecca Micheles Romane habe ich schon länger gerne gelesen, auch unter ihren Pseudonymen. Sie lässt ihren neuen bewegenden Roman „Der Weg der verlorenen Träume“ ab 1918 in Masuren Ostpreußen stattfinden. In diesen schweren Zeiten ist das Geld knapp.


    Hedwig kann nach ihrer Schneiderlehre mit Nähen etwas verdienen, oft auch gegen Naturalien. Stolz ist sie, das sie ihren Meister für Damen- und Herrenschneiderei besteht. Sie heiratet den Musiker Albert, aber der läßt sie bei seinen Eltern, wo sie in der Fleischerei arbeiten muss.


    Man erlebt den Aufstieg der Nazizeit mit. Hedwig hat keine Zeit sich um Politik zu kümmern, erst als ihr bekannte Personen als Juden verfolgt werden, wird sie hellhörig.

    Dann geht es mit der Tochter Margarethe auf die Flucht über das Haff mach Norddeutschland. Die Jahre auf dem Land sind für Beide arbeitsam,


    Die Autorin hat die Zeit detailliert und genau erzählt.Meine Mutter war eine Vertriebene, so kann ich von ihren Erfahrungen sagen, genau so war es. Da konnte ich mich beim Lesen wieder erneut erinnern.


    Der Roman ist angenehm und interessant zu Lesen. Eine gute Unterhaltung.




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    classiques avatar
    classiquevor 4 Monaten
    Kurzmeinung: "Starke Frauen" - Familiengeschichte ohne klassisches "Happy End"
    "Starke Frauen"

    Der Roman "Der Weg der verlorenen Träume" umfasst ca. 460 Seiten mit 23. Kapiteln, einem Prolog und Epilog. 

    Kurzer Plot: 


    Beginnen tut die Familiengeschichte in Sensburg, Ostpreußen, im November 1918

    Hedwig Mahnstein, ist 15 Jahre alt, ihre Mutter Auguste Mahnstein, hat bis jetzt 11 Kinder zur Welt gebracht. 

    Hermann Mahnstein, Beamter in der preußischen Polizei, führt eine strenge Hand. Gehorsamkeit verlangt er von allen seinen Kindern, und von seiner Ehefrau.

    Der erste Weltkrieg ist vorbei. Für Heinrich, den 2 Jahre älteren Bruder von Hedwig, kommt diese Tatsache zu spät. Er ist im Krieg gefallen. 

    Hedwig ist die älteste Tochter im Haushalt und muss sich mit um ihre jüngeren Geschwister Karl, Paula, Luise, Anna und Fritz kümmern. Denn Auguste, die Mutter, ist ständig krank und überfordert.

    Hedwig ist seit Herbst 1917 bei einer Schneiderin in der Lehre. Über einen Auftrag lernt sie Albert von Dombrowski kennen. 

    Albert von Dombrowski, ein Berufsmusiker, wird später Hedwigs Ehemann. 


    Hedwig arbeitet als Küchenmädchen um die Ausbildung zur Damen- und Herrenschneiderin (Meister) bezahlen zu können. Die Ausbildung absolviert Hedwig mit Auszeichnung, und sie hat einen Traum... "sich selbstständig zu machen." 

    Die Geschichte wird über Jahrzehnte weiter erzählt, und dabei spielt Hedwigs Tochter Margarethe eine große Rolle...

    Mein Fazit:

    Der Roman erzählt eine Familiengeschichte. Im Fokus dieser Geschichte stehen Hedwig und Margarethe.

    Die Schreibweise ist flüssig und macht das Lesen sehr angenehm.

    Es ist keine klassische "Happy - End" Geschichte, sondern zeigt den Lebensweg starker Frauen auf.

    4. Sterne! 

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    katikatharinenhofs avatar
    katikatharinenhofvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Bewegende Geschichte zweier Frauen, denen ich meinen ganzen Respekt zolle
    Bewegende Geschichte zweier Frauen, denen ich meinen ganzen Respekt zolle

    Hedwig genießt in Ostpreußen ihre Jugendjahre - trotz Entbehrungen verlebt sie glückliche Stunden und entwickelt sich zu einer starken jungen Frau. Ihre Liebe zu dem jungen Musiker Albert bleibt nicht lange ohne Folgen und Hedwig muss lernen, trotz Kindern auf eigenen Füßen zu stehen. Als dann auch noch die schreckliche Fratze des Zweiten Weltkrieges über Ostpreußen hereinbricht, muss Hedwig flüchten...ein Weg gepflastert mit verlorenen Träumen.


    Ich habe schon viele Bücher über die Zeit des Zweiten Weltkrieges und seine schrecklichen Ereignisse gelesen, doch mit diesem Roman habe ich jedes einzelne Erlebnis von Hedwig regelrecht nachgespürt. Atmosphärisch unheimlich dicht und sprachlich hervorragend werden die Jugendjahre, die erste Liebe und die weiteren Ereignisse von Hedwig so lebensnah geschildert, dass ich mit ihr mitleide, hoffe, bange und von den Folgen des Krieges beim Lesen ausgezehrt werde. Die Autorin nimmt mich mit auf eine Lebensreise von zwei Frauen, deren Stärke und Mut ich nicht nur bewundere, sondern denen mein ganzer Respekt gehört. Trotz widrigster Umstände haben Hedwig und Grete nie den Mut und den Glauben an ein besseres Leben verloren, haben sich tapfer durch die Kampflinien der Roten Armee geschlagen und sich allen Prüfungen des Lebens gestellt, die ihnen das Schicksal vor die Füße geworfen hat. Selbst in dunkelsten Zeiten haben beide nie die Zuversicht verloren. Ihr Schicksal steht für tausende von Schicksalen, die die Vertriebenen aus Ostpreußen erlitten haben. Eine Geschichte, die mich durch ihre akribische Recherche und ihre Authentizität beeindruckt und berührt hat. Ich habe alles um mich herum vergessen und bin auf den Spuren Hedwigs gewandelt, bin so zu einem Teil von ihr und ihrem Leben geworden und kann mich nur in Demut vor dieser Frau verneigen.


    Danke an Rebecca Michéle für diesen eindrucksvollen, berührenden Roman. Leider kann ich nur 5 Sternchen vergeben - 10 hätte er verdient !


    Herzlichen Dank an den Verlag Edition Oberkassel für die kostenfreie Bereitstellung dieses Rezi-Exemplares. Diese Tatsache hat jedoch nicht meine ehrliche Lesermeinung beeinflusst

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    detlef_knuts avatar
    detlef_knutvor 2 Monaten

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