Rebecca Solnit Wenn Männer mir die Welt erklären

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Inhaltsangabe zu „Wenn Männer mir die Welt erklären“ von Rebecca Solnit

Ein Mann, der mit seinem Wissen prahlt, in der Annahme, dass seine Gesprächspartnerin ohnehin keine Ahnung hat - jede Frau hat diese Situation schon einmal erlebt. Rebecca Solnit untersucht die Mechanismen von Sexismus. Sie deckt Missstände auf, die meist gar nicht als solche erkannt werden, weil Übergriffe auf Frauen akzeptiert sind, als normal gelten. Sie schreibt über die Kernfamilie als Institution genauso wie über Gewalt gegen Frauen, französische Sex-Skandale, Virginia Woolf oder postkoloniale Machtverhältnisse. Leidenschaftlich, präzise und mit einem radikal neuen Blick zeigt Rebecca Solnit auf, was längst noch nicht selbstverständlich ist: Für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern gilt es, die Stimme zu erheben.

Wie wütend einen doch 176 Seiten machen können. Großartige Denkanstöße für mehr Gleichberechtigung in allen Bereichen!

— Marina_Nordbreze

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  • Warum Feminismus auch heute noch wichtig ist!

    Wenn Männer mir die Welt erklären

    Eva-Maria_Obermann

    05. July 2017 um 14:35

    Der Einstieg ist eigentlich mehr oder weniger amüsant. Ein Kerl, der große Töne spuckt. Er meint, der Autorin von einem großartigen neuen Buch erzählen zu müssen, weil sie über das Thema geschrieben hat. Das Buch, das er meint, stammt von ihr, aber er merkt es nicht. Ein Idiot vor dem Herrn, der sich profilieren wollte, der Frau vor seinen Augen nicht zugetraut hat, etwas Großes und Wichtiges geschafft zu haben, und dabei gepflegt auf die Nase gefallen ist. Ja, das kennen viele Frauen. Der Einstieg ist auf den zweiten Blick nicht mehr amüsant, wenn ich daran denke, wie oft Frauen klein geredet werden, ihnen die Chance gar nicht gewährt wird, aus eben den Gründen, die auch jener Mann hatte. Bewusst oder unbewusst, Frauen werden längst noch nicht gleichbehandelt. Und doch ist dieses Beispiel ein harmloses im Vergleich zu denen, die noch kommen. Rebecca Solnit ist Journalistin und Autorin. Sie beschäftigt sich schon lange mit Umweltschutz und Menschenrechten, dabei auch immer wieder mit Frauenrechten. 2010 war sie eine der 25 Visionäre, die Utne Readers gekürt hatte. Ja, sie ist Feministin. Und dieses Buch zeigt, warum es wichtig ist, dass unsere Welt auch heute noch Feministinnen wie sie kennt. Im Sammelband steht neben dem lockeren Einstieg ein erschütternder Text über Vergewaltigung, ein grandioser zu Strauß-Kahn. Sie hat zur Ehe für Alle, zu Virginia Woolf, zu Feminismus und Weiblichkeitsbildern geschrieben und diese Texte sind zum Teil hier zu finden. Es sind kleine reale Horrorgeschichten. Es ist Realsatire. Texte, die mich nicht losgelassen haben, die erschütternd waren, faszinierend, bewegend, energetisierend. Denn so wie es ist, kann es nicht bleiben. Die Absurdität beispielsweise, dass Frauen „zu ihrem eigenen Schutz“ weggesperrt werden, statt die Welt so zu verändern, dass dieser Schutz unnötig ist. Sei es bei jungen Studentinnen, denen geraten wird, bei Einbruch der Dunkelheit ihre Wohnungen nicht mehr zu verlassen, statt dass den Männern erklärt wird, warum Vergewaltigung falsch ist. Dem krankhaften Machtanspruch der Vergewaltiger wird einer gegenübergestellt, der die Frauen wegsperrt. Diese Welt gehört noch immer dem Mann und er sorgt dafür, dass es so bleibt. Auf die eine oder andere Weise. Die Frau wird zum Objekt, das begehrt wird, beschützt werden muss. Zum Besitz. Dieser Anspruch wird auch in der Ehe noch immer geführt. Die Öffnung der Ehe für alle ist für Solnit darum auch die Möglichkeit, Gleichstellung innerhalb der Ehe zu erreichen. Die Vorstellung von einem „männlichen“ und einem „weiblichen“ Part in einer Beziehung – die nichts anderes meint, als einen dominanten und einen unterwürfigen Teil – abzulegen. Es ist der Traum von Beziehungen zwischen gleichwertigen Menschen – und nein, der ist leider oft keine Realität. Solnit schmeißt hier nicht mit angeblich feministischen Kapriolen um sich. Sie zeigt auf. Ihre Essays beschreiben reale Geschehnisse, zitieren Studien, Artikel, Menschen. Sie kommentiert diese auf eine sehr nüchterne, durchdachte Art und Weise. Damit reißt sie mich mit. Sie plakatiert nicht, sie nimmt den Leser mit durch ihre Überlegungen, auf eine Reise, die holprig ist, weil das Ziel ein Kriegsgebiet ist. Im Grunde bleibt sie die ganze Zeit die Autorin, die erzählt bekommt, jemand habe zu ihrem Thema ein bahnbrechendes Buch geschrieben. Ruhig, nachdenklich, fragend. Da sind Selbstzweifel und die Erkenntnis danach, dass es ihr Buch ist. Die Erkenntnis, dass nicht sie falsch ist oder das falsche Geschlecht hat, sondern die Welt. Eine Welt, die bewertet, ohne hinzusehen, aufgrund von Geschlechtsteilen. Ich habe schon oft gehört, die Welt bräuchte keine Feministen. Oder dass Feministen ein Ungleichgewicht gegen ein Ungleichgewicht eintauschen wollten. Dieses Buch wertet nicht. Manchmal, wenn ich mir gedacht habe, dass zu viel „Männer“ über einen Kamm geschert werden, genau dann, greift die Autorin zurück und relativiert. Dass es nicht „die Männer“ gibt. Aber die Täter, Vergewaltiger, Denkmuster. Das ist sehr gut gemacht. Sehr wichtig. Ich lege jedem dieses Buch ans Herz, denn es geht uns alle an, aus der einen oder anderen Perspektive.

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  • Wenn Männer mir die Welt erklären

    Wenn Männer mir die Welt erklären

    Literameer

    21. February 2017 um 15:06

    In "Wenn Männer mir die Welt erklären" führt Rebecca Solnit in mehreren Essays die Mechanismen des Sexismus auf. Sie erzählt von körperlicher und verbaler Gewalt gegen Frauen, von alten und überholten Rollenbildern, von Mansplaining, Familie und Virginia Woolf. Nachdem ich angefangen habe mich mit Feminismus zu beschäftigen, bin ich auch immer wieder auf Rebecca Solnit gestoßen. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis ich zu ihrer Essay-Sammlung greifen würde. Zu Anfang erzählt die Autorin von einer Begegnung, wie sie die meisten Frauen sicher schon einmal erlebt haben. Ein (meist) älterer Mann erklärt großmütig die Welt, wie selbstverständlich davon ausgehend, dass die vermeintlich unwissende Frau nur so darauf gewartet hat von ihm, dem großen Aufklärer, aufgeklärt zu werden. Im Rahmen dieses Essays prägte Solnit den Begriff "Mansplaining", welcher auch in Deutschland immer häufiger verwendet, aber auch stark diskutiert wird. Mit viel Offenheit und noch mehr Wut spricht Solnit auch Tabuthemen, wie Gewalt gegen Frauen an. Alleine in Amerika wird alle 9 Sekunden eine Frau von einem Mann geschlagen. 9... 8... 7... 6... 5... 4... 3... 2... 1... Jetzt. Alleine in Amerika werden pro Jahr 87 000 Vergewaltigungen angezeigt, die Dunkelziffer an Vergewaltigungen liegt jedoch wesentlich höher. Alleine in Amerika sterben jedes Jahr mehr Menschen durch häusliche Gewalt als seit 2001 bis dato zusammengezählt durch Terrorismus gestorben sind. Dabei macht Solnit deutlich, dass ein Umdenken in der Gesellschaft zwingend notwendig ist. Wir dürfen uns nicht nur darauf konzentrieren, Frauen in der Opferrolle zu akzeptieren und ihnen Selbstverteidigungskurse und lange Kleidung zu verpassen, sondern Jungs und Männer müssen auch lernen, keine Täter zu werden. Sehr gut verdeutlicht Rebecca Solnit auch, dass es bei vielen Übergriffen nicht nur um einen Übergriff von einem Mann auf eine Frau geht, sondern auch um einen Übergriff von Reich und Mächtig auf Arm und machtlos. Diesen Aspekt fand ich sehr interessant und habe daraus einige neue Denkansätze gewonnen. Beim Lesen wird sehr deutlich, dass die Autorin immer wieder wütend ist. Und auch ich hatte immer wieder Wut im Bauch und musste mich nach den einzelnen Essays erst akklimatisieren. Dennoch ist Solnit keine stumpfe Männerhasserin und macht auch immer wieder deutlich, dass sie nicht verallgemeinert und dass selbstverständlich nicht jeder Mann Gewalt gegen Frauen ausübt. Sie verdeutlicht auch, dass es ebenso Frauen gibt, die zu Täterinnen werden. "Wenn Männer mir die Welt erklären" macht wütend, rüttelt aber auch auf und öffnet die Augen. Insgesamt sind die gesammelten Essays wirklich sehr lesenswert.

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  • Toller Titel und viele gute Gedanken

    Wenn Männer mir die Welt erklären

    skywatcher

    10. January 2017 um 01:42

    Obwohl das Buch nun schon etwas älter ist (habe die vorherige Auflage gelesen), ist es noch immer hoch aktuell (und wird es wohl leider noch lange bleiben), denn erst vor Kurzem wurde in den Medien berichtet, dass es in Schweden eine Hotline gibt, auf der man anrufen kann, wenn Männer einem eben mal wieder die Welt erklären wollen. Und das gleichnamige Buch von der US-amerikanischen Schriftstellerin Rebecca Solnit deckt solche Fälle männlicher "Überlegenheit" auf. Es ist nach verschiedenen Kapiteln gegliedert, mit kurzen Essays und vielen - auch neuen - Aspekten des Feminismus. Manchmal empfand ich die Texte als zu männerfeindlich, denn zum Glück gibt es doch auch "andere" Männer als die beschriebenen, aber im Großen und Ganzen hat mir "Wenn Männer mir die Welt erklären" viele Denkanstöße gegeben!

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  • Man hat das Gefühl, endlich etwas verstanden zu haben, was man schon lange hätte wissen müssen

    Wenn Männer mir die Welt erklären

    Tasmetu

    05. February 2016 um 10:08

    Ein kurzes Buch, für das ich erstaunlich lange gebraucht habe. Ich konnte immer nur kleine Häppchen lesen, da es mich immer wieder so erschüttert hat. Obwohl das erschütternste gar nicht die puren Fakten waren, die einem hier schwarz auf weiß und ungeschönt präsentiert werden , sondern die Tatsache, dass ich von eben diesen Fakten nicht schockiert war. Ich kannte einige der Fakten und Zahlen bereits, ich bin mir der aktuellen Lage durchaus bewusst und beschönige sie lediglich in meinem Kopf, um nicht verrückt zu werden. Das Buch hat mich aufgerüttelt. Solnit schreibt sehr direkt, aber doch mit genügend Feingefühl um nicht ungehobelt oder aggressiv zu wirken. Sie legt die Fakten auf den Tisch, würzt sie mit ein paar Anekdoten, räumt Missverständnisse und Verallgemeinerungen bei Seite und lässt uns mit dem Gefühl zurück, endlich etwas verstanden zu haben, was wir schon lange hätten wissen müssen. Und tief in uns auch bereits wussten. Ich empfehle dieses Buch vor allem Männern. Wie so oft bei feministischer Literatur spricht es nur Frauen an. Auch der Titel ist eindeutig an Frauen gerichtet. Doch die intelligenten, modernen Männer, die den Feminismus verstehen wollen, sollten ebenfalls zu diesem Buch greifen. Es wirkt zwar im ersten Moment, als würde es sich komplett gegen das männliche Geschlecht richten, doch Solnit stellt klar, dass das nicht ihre Intention ist. Auch Frauen können schlimme Dinge tun und nicht alle Männer sind gleich. Dies betont sie immer wieder. „Wenn Männer mir die Welt erklären“ ist ein sachliches und doch sympathisches Buch darüber, warum Feminismus und das Nicht-aufgeben der Frauen nach wie vor wichtig ist. Es ist wundervoll geschrieben, es schockiert und weckt auf. Es geht unter die Haut ohne unangenehm zu sein. Es präsentiert die unbequeme Wahrheit und vermittelt sie uns auf eine Weise, die uns aufstehen und selbstbewusst durchs Leben schreiten lässt. Ideen sterben nicht und Solnit verbreitet diese Ideen auf eine sehr lesenswerte Art und Weise.

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