Rebecca Wait

 4.6 Sterne bei 31 Bewertungen
Autor von Kopfüber zurück, The Followers und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Rebecca Wait

Kopfüber zurück

Kopfüber zurück

 (31)
Erschienen am 01.02.2015
The View on the Way Down

The View on the Way Down

 (0)
Erschienen am 10.04.2014
VIEW ON THE WAY DOWN

VIEW ON THE WAY DOWN

 (0)
Erschienen am 01.04.2013
The Followers

The Followers

 (0)
Erschienen am 21.05.2015

Neue Rezensionen zu Rebecca Wait

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Phyrias avatar

Rezension zu "Kopfüber zurück" von Rebecca Wait

Emotionaler Roman
Phyriavor 8 Monaten

Nach dem Tod von Kit zerbricht die Familie Stewart, dabei schienen sie doch solch eine perfekte Familie zu sein. Die Eltern leben nur noch nebeneinander her, der mittlere Sohn Jamie verschwand nach Kit’s Tod und die nun 14 jährige Emma weiß auch nach fünf Jahren nicht so recht was passiert ist und wieso Jamie überhaupt weg ist. Als sie endlich mehr erfahren möchte, bringt sie etwas ins Rollen das schon längst hätte geschehen müssen. Der Schmerz und die Trauer sitzen tief und die Familienmitglieder müssen anfangen sich mit der Vergangenheit und auch mit sich selber auseinander zu setzen. Doch ist dies, wie so oft, leichter gesagt als getan..


Meine Meinung:
Rebecca Wait hat meine Erwartungen mit ‚Kopfüber zurück’ eindeutig mehr als übertroffen. Hätte nie erwartet in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde und wie emotional das Ganze für mich werden könnte. Wundervoller, eindringlicher Schreibstil bei dem mich sogar die ganz sachlich erzählten Passagen zu Tränen rührten. Sehr deutlich und vor allem einfühlsam beschreibt die Autorin die Geschehnisse rund um Kit’s Tod und die damit entstandene Situation für die Familie. Die Stimmung ist eher bedrückend und ging zumindest mir sehr nahe. Man kann gar nicht anders als mitzufühlen und sich in die Lage hineinzuversetzen.
Denn obwohl schon fünf Jahre seit Kit’s Tod vergangen sind ist keine Besserung oder gar Heilung zu sehen. Rose, Joe, Emma und Jamie versuchen jeder für sich die Tage zu überstehen, als wären sie alleine und absolute Fremde füreinander, wobei es vor allem für Jamie schlimm ist, da er sich von anderen Menschen einfach nur isoliert. Rose stürzt sich in die Hausarbeit um möglichst das Bild einer perfekten Familie aufrecht zu erhalten, Joe verbringt mehr Zeit in seinem Schuppen als im Haus und Emma findet Zuflucht im Glauben sowie einen Trost im Essen.
Gerade dass sie als Familie nicht in der Lage sind miteinander zu reden, das anzusprechen was sie bewegt, hat mich ganz wahnsinnig und traurig zugleich gemacht. Und doch ist es ihre Art so zu tun als wäre alles okay um nicht über die Vergangenheit reden zu müssen, es ist glaubhaft.
Nur Stück für Stück erfährt man als Leser wieso die Familie so auseinander gegangen ist. Gerade die Frage um Kit’s Tod bleibt länger unbeantwortet und lässt einen Seite um Seite umblättern, denn dass das der Auslöser für den Abstand zueinander ist, kann man nicht leugnen. Und je mehr man voran kommt, desto bewegender wird es.
Durch Perspektivwechsel und häufige Rückblenden bekommt man das ganze Bild der Ereignisse präsentiert und dabei handelt es sich um keine einfachen Themen. Mich hat es länger beschäftigt und zum nachdenken gebracht und wenn ich ehrlich bin, habe ich gegen Ende über Seiten hinweg geweint. Authentisch und bewegend setzt sich Rebecca Wait mit den Themen auseinander, wobei ganz besonders Depressionen im Vordergrund stehen und da die Autorin als Jugendliche selber daran litt wirkt alles umso realer und glaubhafter.
Das ist ein Roman bei dem es eigentlich nichts ausmacht, wenn man mal ein oder zwei Personen nicht mag, denn hier steht was viel Bedeutenderes im Vordergrund und das sollte jeder für sich selber herausfinden. Wirklich schwer nicht allzu viel zu spoilern.


Fazit:
Lesenswerter Roman, der mehr bietet als er verspricht. Bin hin und weg und würde mich wirklich freuen mehr von der Autorin zu lesen.

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gsts avatar

Rezension zu "Kopfüber zurück" von Rebecca Wait

Tiefgreifendes Leseerlebnis
gstvor einem Jahr

Fünf Jahre sind seit dem Tod des ältesten Sohnes der Familie Stewart vergangen. Seitdem hat sich alles verändert: Der zweite Sohn hat das Haus verlassen und die inzwischen 14jährige Emma ist ein pummeliger, in der Schule gemobbter Teenager geworden. Manchmal sehnt sie sich nach ihren Brüdern und der früheren Unbeschwertheit. Aber verbalisieren kann sie es nicht, da die Eltern nie von der Vergangenheit sprechen. Stattdessen kümmert sich die Mutter hingebungsvoll um die Ernährung ihrer Familie und der Vater zieht sich so oft er kann in seinen geliebten Schuppen zurück. Eigentlich weiß keiner, wie es den jeweils anderen Familienmitgliedern geht.

Bis eines Tages das Telefon klingelt und sich die ehemalige Freundin von Jamie meldet. Sie hatte ihn zufälliger Weise in einer weit entfernten Buchhandlung getroffen und erfahren, dass niemand weiß, wo er steckt. Als Emma das hört, rafft sie ihr Gespartes zusammen und besucht heimlich den Bruder. Nun wird die Vergangenheit aufgerollt und das Leid der Familie von verschiedenen Seiten beleuchtet.

Der 1988 geborenen Rebecca Wait ist mit diesem Roman ein einnehmendes Debüt gelungen. Es gelingt ihr, die Spannung nach und nach zu steigern. Sie erzählt eindringlich und lässt den Leser auf eine ganz besondere Weise am Innenleben ihrer Protagonisten teilhaben. 

Leider finde ich das Cover nicht besonders gelungen, weshalb das Buch viel zu lange ungelesen bei mir herumlag. Dass es aber passt, zeigt ein Zitat von Seite 321: „Es geschah plötzlich. Kopfüber wurde er zurück ins Bewusstsein geschleudert. Angespannt und wachsam strengte er seine Ohren an, um das Geräusch einzufangen, das er gehört hatte. Er hatte keine Ahnung, was es gewesen war – aber er war sich sicher, dass er von einem Geräusch geweckt worden war.“

Fazit: Lesenswert!

Kommentare: 2
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hexepankis avatar

Rezension zu "Kopfüber zurück" von Rebecca Wait

Manche Dinge kann man nicht wieder aufbauen
hexepankivor 3 Jahren

"Aber jetzt erkannte er, dass Kit auf seiner Seite gestanden hatte. Auf die eine oder andere Art hatte Kit immer auf seiner Seite gestanden."

Dieses kleine Büchlein wurde mir vom Buchhändler meines Vertrauens empfohlen und ich bin froh, dass ich auf ihn gehört und es gelesen habe.

Von den ersten Seiten an wurde ich in seinen Bann gezogen und konnte kaum aufhören, diese Geschichte in mich aufzusaugen. Die Sprache ist ohne besondere Merkmale und doch irgendwie eindringlich. Auch das Erzählte ist auf den ersten Blick der Alltag verschiedener Mitglieder einer Familie, aber die Autorin schafft es sehr geschickt den Leser spüren zu lassen, dass tief verborgen etwas schwelt, das sorgfältig vergraben wurde und nur gelegentlich ungewollt an der Oberfläche aufblitzt.

Im ersten Teil des Buches gibt es immer wieder Andeutungen auf das Ereignis, was alles verändert hat und so ist es beinahe als spannend zu bezeichnen, weil man sich als Leser den Kopf zerbricht, was wohl passiert ist. Die Erzählweise spiegelt dabei das Verhalten und die Gefühlswelt der Personen wieder, was ich äußerst gelungen finde. Wie die Protagonisten sich der Vergangenheit und dem damit verbundenen Schmerz nicht stellen wollen und nur kleine Erinnerungsfetzen zulassen, so macht auch der Text nur vage Andeutungen und vermeidet es genau hinzusehen.

Im zweiten Teil des Buches werden die Protagonisten mit der Vergangenheit konfrontiert, manche freiwillig und einige unfreiwillig, und entsprechend ändert sich auch die Erzählweise.

Rebecca Wait hat sich an ein schwieriges und sehr schmerzhaftes Thema gewagt und hat ein unglaublich mitfühlendes, menschliches und berührendes Buch geschaffen, dass noch lange nachklingt und Spuren hinterlässt. Mir hat es während des Lesens manchmal regelrecht das Herz zerrissen und trotzdem war dieses Buch auch wunderschön.

Fazit: Ein kleines Juwel! Unglaublich berührend, traurig und wunderschön. Ein Buch, das das Leben schrieb.

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Gespräche aus der Community

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KEIN & ABER Verlags avatar

Kein & Aber eröffnet eine Leserunde zum Roman Kopfüber zurück von Rebecca Wait: Mit ungewöhnlicher Leichtigkeit erzählt die Autorin die bewegende Geschichte zweier Brüder.

»Wenn ich Kit nur in meiner Erinnerung fixieren könnte, wie ein Insekt in Bernstein, dann würde ich vielleicht Ruhe finden. Aber er hält natürlich nicht still. Er bewegt sich. Er entgleitet mir.« (Aus: Kopfüber zurück)

Zum Buch:
Fünf Jahre sind seit Kits Tod vergangen. Emma, seine jüngere Schwester, war damals neun. Ihre Erinnerungen an diesen Tag sind verschwommen – in ihrem Elternhaus wird über das Vergangene geschwiegen. Emma, die weder bei ihren Eltern noch in der Schule Halt findet, fragt sich, was damals wirklich passiert ist. Sie sucht Zuflucht in der Religion, doch auch die Bibel gibt ihr keine Antwort, ihre Sehnsucht nach den Brüdern und das quälende Gefühl des Zurückgelassenseins bleiben allgegenwärtig. Denn mit dem Tod von Kit verschwand auch ihr zweiter Bruder Jamie plötzlich spurlos. Was hat es mit seiner Flucht auf sich? Warum ließ er sie allein? Aus Wut und Hilflosigkeit beschließt Emma der Sache auf den Grund zu gehen und macht sich auf die Suche nach Jamie. Ein dunkler Schatten schwebt über dieser Familiengeschichte. Die Trauer wirkt wie ein Sog, der Emma und Jamie in den Abgrund zieht, bis die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit unausweichlich wird. Und doch gelingt es Rebecca Wait in ihrem Romandebüt, das Seelenleben ihrer Protagonisten äußerst einfühlsam zu beleuchten. Kopfüber zurück ist eine Geschichte über den Umgang mit dem Sterben, in der das Gefühl von Hoffnung und Zuversicht immer mitschwingt.

Leseprobe

Zur Autorin:
Rebecca Wait, 1988 geboren, schloss 2010 ihr Englischstudium an der Oxford Universität mit Bestnote ab. Dort wurde sie vom Lyriker und Romanautor Craig Raine unterrichtet. Sie schreibt seit ihrer Kindheit und hat zahlreiche Preise für ihre Kurzgeschichten und Theaterstücke gewonnen. Kopfüber zurück ist ihr erster Roman.

Um in den Lostopf zu springen, beantwortet uns bis zum 3. Februar 2015 folgende Frage:  Was assoziiert ihr mit dem Titel Kopfüber zurück?

Die Gewinner werden am 4. Februar 2015 an dieser Stelle bekannt gegeben!

Wir sind gespannt auf eure Beiträge und freuen uns auf die Leserunde!

Kein & Aber

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