Rebecca Wait Kopfüber zurück

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Inhaltsangabe zu „Kopfüber zurück“ von Rebecca Wait

Fünf Jahre sind seit Kits Tod vergangen. Der jüngere Bruder Jamie lebt ein schattenhaftes Dasein, entfremdet von seiner Familie, gelähmt durch die Ereignisse der Vergangenheit und die unbeugsame Wut seines Vaters. Die Eltern sind in Schweigen versunken und froh, dass wenigstens Tochter Emma ein zufriedenes Leben zu führen scheint und offenbar gar nicht genau weiß, was damals geschehen ist. Doch als Emma älter wird, beginnt sie, unbequeme Fragen zu stellen, in der Hoffnung, das Geheimnis um Kits Tod endlich zu lüften. Als die Antworten ausbleiben, beschließt Emma, der Sache selbst auf den Grund zu gehen, und reißt von zu Hause aus, um ihren Bruder Jamie zur Rede zu stellen.

Rebecca Wait erzählt eindringlich und lässt den Leser auf eine ganz besondere Weise am Innenleben ihrer Protagonisten teilhaben

— gst
gst

Tief berührend! Tolles schriftstellerisches Talent

— sternchennagel
sternchennagel

Mitfühlend, berührend, unendlich traurig und doch wunderschön trifft es mitten ins Herz. Ein Buch das lange nachklingt Ein kleines Juwel!

— hexepanki
hexepanki

Sehr emotional...

— labbelman
labbelman

Wie ein Baiser ...

— wandablue
wandablue

Ein vielschichtiger, berührender Roman über große Themen des Leben, der einen nicht so schnell wieder loslässt.

— miro76
miro76

Wie erträgt man Trauer ?? ..Das wird hier auf wunderbare Art und Weise erzählt..

— orchidee25
orchidee25

Sehr berührend und anregend! Ein tolles Buch darüber wie eine Familie auseinanderbricht und versucht sich wieder zu finden.

— Lilith79
Lilith79

grandios, mitreißend, spannend und sehr emotional. Kopfüber zurück geht mitten ins Herz.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Erschütternd,berührend,grausam und schön zugleich. Ein starkes Buch, über das Schicksal einer Familie und wie sie daran zu zerbrechen droht

— Maggi
Maggi

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  • Rezensionen
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  • Tiefgreifendes Leseerlebnis

    Kopfüber zurück
    gst

    gst

    02. June 2017 um 16:48

    Fünf Jahre sind seit dem Tod des ältesten Sohnes der Familie Stewart vergangen. Seitdem hat sich alles verändert: Der zweite Sohn hat das Haus verlassen und die inzwischen 14jährige Emma ist ein pummeliger, in der Schule gemobbter Teenager geworden. Manchmal sehnt sie sich nach ihren Brüdern und der früheren Unbeschwertheit. Aber verbalisieren kann sie es nicht, da die Eltern nie von der Vergangenheit sprechen. Stattdessen kümmert sich die Mutter hingebungsvoll um die Ernährung ihrer Familie und der Vater zieht sich so oft er kann in seinen geliebten Schuppen zurück. Eigentlich weiß keiner, wie es den jeweils anderen Familienmitgliedern geht. Bis eines Tages das Telefon klingelt und sich die ehemalige Freundin von Jamie meldet. Sie hatte ihn zufälliger Weise in einer weit entfernten Buchhandlung getroffen und erfahren, dass niemand weiß, wo er steckt. Als Emma das hört, rafft sie ihr Gespartes zusammen und besucht heimlich den Bruder. Nun wird die Vergangenheit aufgerollt und das Leid der Familie von verschiedenen Seiten beleuchtet. Der 1988 geborenen Rebecca Wait ist mit diesem Roman ein einnehmendes Debüt gelungen. Es gelingt ihr, die Spannung nach und nach zu steigern. Sie erzählt eindringlich und lässt den Leser auf eine ganz besondere Weise am Innenleben ihrer Protagonisten teilhaben. Leider finde ich das Cover nicht besonders gelungen, weshalb das Buch viel zu lange ungelesen bei mir herumlag. Dass es aber passt, zeigt ein Zitat von Seite 321: „Es geschah plötzlich. Kopfüber wurde er zurück ins Bewusstsein geschleudert. Angespannt und wachsam strengte er seine Ohren an, um das Geräusch einzufangen, das er gehört hatte. Er hatte keine Ahnung, was es gewesen war – aber er war sich sicher, dass er von einem Geräusch geweckt worden war.“ Fazit: Lesenswert!

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    • 3
  • Manche Dinge kann man nicht wieder aufbauen

    Kopfüber zurück
    hexepanki

    hexepanki

    14. May 2016 um 18:48

    "Aber jetzt erkannte er, dass Kit auf seiner Seite gestanden hatte. Auf die eine oder andere Art hatte Kit immer auf seiner Seite gestanden." Dieses kleine Büchlein wurde mir vom Buchhändler meines Vertrauens empfohlen und ich bin froh, dass ich auf ihn gehört und es gelesen habe. Von den ersten Seiten an wurde ich in seinen Bann gezogen und konnte kaum aufhören, diese Geschichte in mich aufzusaugen. Die Sprache ist ohne besondere Merkmale und doch irgendwie eindringlich. Auch das Erzählte ist auf den ersten Blick der Alltag verschiedener Mitglieder einer Familie, aber die Autorin schafft es sehr geschickt den Leser spüren zu lassen, dass tief verborgen etwas schwelt, das sorgfältig vergraben wurde und nur gelegentlich ungewollt an der Oberfläche aufblitzt. Im ersten Teil des Buches gibt es immer wieder Andeutungen auf das Ereignis, was alles verändert hat und so ist es beinahe als spannend zu bezeichnen, weil man sich als Leser den Kopf zerbricht, was wohl passiert ist. Die Erzählweise spiegelt dabei das Verhalten und die Gefühlswelt der Personen wieder, was ich äußerst gelungen finde. Wie die Protagonisten sich der Vergangenheit und dem damit verbundenen Schmerz nicht stellen wollen und nur kleine Erinnerungsfetzen zulassen, so macht auch der Text nur vage Andeutungen und vermeidet es genau hinzusehen. Im zweiten Teil des Buches werden die Protagonisten mit der Vergangenheit konfrontiert, manche freiwillig und einige unfreiwillig, und entsprechend ändert sich auch die Erzählweise. Rebecca Wait hat sich an ein schwieriges und sehr schmerzhaftes Thema gewagt und hat ein unglaublich mitfühlendes, menschliches und berührendes Buch geschaffen, dass noch lange nachklingt und Spuren hinterlässt. Mir hat es während des Lesens manchmal regelrecht das Herz zerrissen und trotzdem war dieses Buch auch wunderschön. Fazit: Ein kleines Juwel! Unglaublich berührend, traurig und wunderschön. Ein Buch, das das Leben schrieb.

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  • Emotionaler Roman

    Kopfüber zurück
    Celena

    Celena

    24. June 2015 um 21:45

    Die Handlung: Nach dem Tod von Kit zerbricht die Familie Stewart, dabei schienen sie doch solch eine perfekte Familie zu sein. Die Eltern leben nur noch nebeneinander her, der mittlere Sohn Jamie verschwand nach Kit’s Tod und die nun 14 jährige Emma weiß auch nach fünf Jahren nicht so recht was passiert ist und wieso Jamie überhaupt weg ist. Als sie endlich mehr erfahren möchte, bringt sie etwas ins Rollen das schon längst hätte geschehen müssen. Der Schmerz und die Trauer sitzen tief und die Familienmitglieder müssen anfangen sich mit der Vergangenheit und auch mit sich selber auseinander zu setzen. Doch ist dies, wie so oft, leichter gesagt als getan.. Meine Meinung: Rebecca Wait hat meine Erwartungen mit ‚Kopfüber zurück’ eindeutig mehr als übertroffen. Hätte nie erwartet in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde und wie emotional das Ganze für mich werden könnte. Wundervoller, eindringlicher Schreibstil bei dem mich sogar die ganz sachlich erzählten Passagen zu Tränen rührten. Sehr deutlich und vor allem einfühlsam beschreibt die Autorin die Geschehnisse rund um Kit’s Tod und die damit entstandene Situation für die Familie. Die Stimmung ist eher bedrückend und ging zumindest mir sehr nahe. Man kann gar nicht anders als mitzufühlen und sich in die Lage hineinzuversetzen. Denn obwohl schon fünf Jahre seit Kit’s Tod vergangen sind ist keine Besserung oder gar Heilung zu sehen. Rose, Joe, Emma und Jamie versuchen jeder für sich die Tage zu überstehen, als wären sie alleine und absolute Fremde füreinander, wobei es vor allem für Jamie schlimm ist, da er sich von anderen Menschen einfach nur isoliert. Rose stürzt sich in die Hausarbeit um möglichst das Bild einer perfekten Familie aufrecht zu erhalten, Joe verbringt mehr Zeit in seinem Schuppen als im Haus und Emma findet Zuflucht im Glauben sowie einen Trost im Essen. Gerade dass sie als Familie nicht in der Lage sind miteinander zu reden, das anzusprechen was sie bewegt, hat mich ganz wahnsinnig und traurig zugleich gemacht. Und doch ist es ihre Art so zu tun als wäre alles okay um nicht über die Vergangenheit reden zu müssen, es ist glaubhaft. Nur Stück für Stück erfährt man als Leser wieso die Familie so auseinander gegangen ist. Gerade die Frage um Kit’s Tod bleibt länger unbeantwortet und lässt einen Seite um Seite umblättern, denn dass das der Auslöser für den Abstand zueinander ist, kann man nicht leugnen. Und je mehr man voran kommt, desto bewegender wird es. Durch Perspektivwechsel und häufige Rückblenden bekommt man das ganze Bild der Ereignisse präsentiert und dabei handelt es sich um keine einfachen Themen. Mich hat es länger beschäftigt und zum nachdenken gebracht und wenn ich ehrlich bin, habe ich gegen Ende über Seiten hinweg geweint. Authentisch und bewegend setzt sich Rebecca Wait mit den Themen auseinander, wobei ganz besonders Depressionen im Vordergrund stehen und da die Autorin als Jugendliche selber daran litt wirkt alles umso realer und glaubhafter. Das ist ein Roman bei dem es eigentlich nichts ausmacht, wenn man mal ein oder zwei Personen nicht mag, denn hier steht was viel Bedeutenderes im Vordergrund und das sollte jeder für sich selber herausfinden. Wirklich schwer nicht allzu viel zu spoilern. Fazit: Lesenswerter Roman, der mehr bietet als er verspricht. Bin hin und weg und würde mich wirklich freuen mehr von der Autorin zu lesen.

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  • Trauer, Schmerz und ein großer Funke Hoffnung

    Kopfüber zurück
    Girl56

    Girl56

    Als ich das Cover dieses Buches gesehen habe, hat mich der Schwung und die Dynamik des gewählten Motivs spontan angesprochen  und ohne groß weiter zu überlegen, habe ich dieses Buch mitgenommen. Erst beim weiteren Lesen der Buchklappen habe ich geahnt, dass hier keine einfache Geschichte auf mich warten wird. Doch ich habe diese sehr schwere und traurige Geschichte in einem Rutsch gelesen und muss sagen, dass ich freiwillig noch nie eine Geschichte zum Thema Depression gelesen habe, dieses Buch mich aber zutiefst ergriffen und letztlich auch begeistert hat. Das Schicksal der Familie Stewart ist wirklich herzergreifend erzählt, ohne aber in irgend einer Weise  in Rührseligkeit abzudriften. Schleichend ergreift die Krankheit Depression den ältesten Sohn Kit und zieht ihn unaufhaltsam in den Abgrund, sprich in den Freitod. Der Roman wird aus der Perspektive von Jamie und Emma, den Geschwistern des toten Kit  und zum Ende auch von Joe, dem Vater und ein wenig aus der Perspektive von Rose, der Mutter erzählt. Den größten Raum nehmen Jamie und Emma ein, wobei Jamie die größte Last und die Folgen von Kits Freitod ertragen muss. Zu lesen, welche tragische Dimension Kits Krankheit für Jamies Leben hat, war sehr schwer und fast nicht zu ertragen. Mein Lesen wurde immer schneller, weil ich wissen musste, wie das Leben für diese gequälte Seele weitergehen kann. Auch Emma hat es nicht leicht,  und Schulleben und Familienleben erscheinen für sie wie abgestufte Formen von Strafen. Mobbing der übelsten Art bestimmen ihren Alltag und sie muss mit Eltern leben, denen beide Söhne abhanden gekommen sind. Am Ende der Geschichte hat sich in der Familie einiges geändert, besonders für die nachgeborene Tochter Emma sieht das Leben nun leichter aus, Jamie , Joe und Rose müssen sicherlich sehr achtsam miteinander umgehen, und es bleibt für mich als Leser offen, ob Jamie nicht doch Kits Weg gehen muss.   Für mich war „Kopfüber zurück“ ein sehr beeindruckender Roman über die Krankheit Depression und ich bin froh, dass ich mich diesem Thema gestellt habe.

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    • 3
  • ein mitreißendes Romandebüt

    Kopfüber zurück
    Manja82

    Manja82

    10. May 2015 um 16:11

    Kurzbeschreibung Fünf Jahre sind seit Kits Tod vergangen. Der jüngere Bruder Jamie lebt ein schattenhaftes Dasein, entfremdet von seiner Familie, gelähmt durch die Ereignisse der Vergangenheit und die unbeugsame Wut seines Vaters. Die Eltern sind in Schweigen versunken und froh, dass wenigstens Tochter Emma ein zufriedenes Leben zu führen scheint und offenbar gar nicht genau weiß, was damals geschehen ist. Doch als Emma älter wird, beginnt sie, unbequeme Fragen zu stellen, in der Hoffnung, das Geheimnis um Kits Tod endlich zu lüften. Als die Antworten ausbleiben, beschließt Emma, der Sache selbst auf den Grund zu gehen, und reißt von zu Hause aus, um ihren Bruder Jamie zur Rede zu stellen. (Quelle: Kein & Aber) Meine Meinung Kit ist gestorben. Und mit ihm auch seine Familie, die immer weiter auseinanderbricht. Dabei waren sie doch einst die perfekte Familie, oder? Die Eltern Rose und Joe leben nur noch nebeneinander her und Jaime ist nach Kits Tod einfach verschwunden. Nach nun mehr 5 Jahren hat Emma noch immer daran zu knabbern, dass sie beide Brüder verloren hat. Doch sie will nicht aufgeben und beginnt nach Jaime zu suchen. Damit bringt sie etwas ins Rollen, das schon lange überfällig ist. Alle Mitglieder der Familie Stewart müssen sich nun mit der Vergangenheit befassen, mit Trauer und Schmerz. Doch das ist viel leichter gesagt als getan … Der Roman „Kopfüber zurück“ stammt von der Autorin Rebecca Wait. Es ist das Romandebüt der Autorin, das mich durch den ansprechend klingenden Klappentext sehr angesprochen und neugierig gemacht hat. Die Charaktere sind jeder auf seine Weise wunderbar glaubhaft und authentisch. Die Eltern Rose und Joe leben seit dem Tod ihres Sohns Kit nur noch nebeneinander her. Joe werkelt lieber im Schuppen als bei seiner Frau zu sein. Und Rose entwickelt sich zur nahezu perfekten Hausfrau. Immer wieder putzt und schrubbt sie wo sie nur kann. Nur reden können die beiden nicht. Emma ist mittlerweile 14 Jahre alt. Sie wird immer pummeliger und erfährt in der Schule wie es ist eine Außenseiterin zu sein. Sie wird zudem gemobbt. Trost findet Emma bei Jesus und in der Religions-AG ihrer Schule. Freunde hat sie keine. Als die Situation immer aussichtsloser wird beschließt Emma schließlich Jaime zu suchen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig lesbar. Sie beschreibt die Situation, in der Familie Stewart sich befindet, emotional und sehr eindringlich. Man fühlt sich als Leser angesprochen und möchte wissen wie bzw. ob es die Familie schafft mit ihrer Trauer umzugehen, sie zu verarbeiten. Geschildert wird das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven. So erhält man einen tiefgründigen Einblick ins Seelenleben der Charaktere. Immer wieder gibt es Rückblenden, die schildern wie Kit damals gestorben ist und weshalb die Familie so zerbricht. Die Handlung hat mich emotional sehr berührt und mitgenommen. Durch den Klappentext hatte ich bereits geahnt, dass es berührend werden könnte aber mit dieser Handlung hatte ich gewiss nicht gerechnet. Die Stimmung im Buch ist durchweg bedrückend und die Autorin versteht es die Situation der Familie tiefgründig aber auch sehr behutsam zu schildern. Es sind gewiss keine einfachen Themen, unter anderem die mangelnde Kommunikation in der Familie aber auch der Glaube und die Religion allgemein, die angesprochen werden, daher ist das Buch auch nicht unbedingt für jedermann etwas. Und dennoch, man wird als Leser gefangen genommen, möchte immer weiter erfahren ob es die Familie schafft Kits Tod zu überwinden. Fazit Alles in Allem ist „Kopfüber zurück“ von Rebecca Wait ein sehr überzeugendes Romandebüt, das mich mitgerissen hat. Authentische Charaktere, ein eindringlicher flüssig lesbarer Stil der Autorin und eine Handlung, die recht schwierige Themen anspricht und den Leser auch zum Nachdenken anregt, haben mich hier auf ganzer Linie begeistert und emotional berührt. Sehr zu empfehlen!

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  • Kein leichtes, aber ein großartiges Buch

    Kopfüber zurück
    Maggi

    Maggi

    30. March 2015 um 07:01

    Dieses Buch ist erschütternd,berührend,grausam und schön zugleich. Ein starkes Buch, über das Schicksal einer Familie und wie sie daran zu zerbrechen droht Fünf Jahre ist es nun her, dass Emmas Bruder Kit starb. Seitdem lebt die ganze Familie in einer Art Schockstarre. Emmas zweiter Bruder Jamie ist kurz nach dem Unfall fluchtartig von zu Hause abgehauen, seitdem wird er von den Eltern tot geschwiegen. Über die beiden Brüder wird geschwiegen, die Mutter Rosa kocht den halben Tag wie eine Verrückte, um sich abzulenken und die Fassade einer heilen Familie vermeintlich zu bewahren, der Vater Joe verzieht sich täglich in die Garage, in der ihn niemand stören darf. Mir tat Emma in all dem Schweigen und der Kälte einfach nur unendlich leid. Sie ist ein klassischer Außenseiter, der in der Schule gemobbt wird, und sich mit einem sehr engen, bibelnahen Glauben und jeder menge Essen tröstet. Sie hat keine Freunde und zieht sich zurück, wann immer es geht. Sie leidet unter der fehlenden Kommunikation mit den Eltern und hat den Verlust beider Brüder noch nicht verkraftet. Sie versteht nicht, warum zu Jamie nicht mal Brief- oder Telefonkontakt besteht, darf aber nicht nachfragen. Der einzige Lichtblick in ihrem Leben ist die von ihr sehr geliebte Reli-AG in der Schule. Die Einflechtungen der biblischen Motive gelingt hier sehr gut und die Metaphern, die gewählt werden, passen gut. Es ist aber schon komisch, dass ein 14-jähriges Mädchen offenbar keinerlei andere Hobbies hat. Das Buch hat mich sofort mit seiner düsteren Atmosphäre gefangen. Man merkt einfach, das ein dunkler Schleier auf der ganzen Familie liegt, auch wenn vor allem Rosa und Joe, die Eltern, versuchen, ihn zu ignorieren. Aber das macht ja die beklemmende Stimmung aus. Dieses Schweigen, jeder leidet für sich allein, aber nach außen hin wird so getan, als wäre nie etwas gewesen. Auf mich hatte die Geschichte sofort eine Sogwirkung, da stets mehr angedeutet, als tatsächlich geschildert wird. Das hat meinen Drang, endlich zu erfahren, was wirklich geschehen ist, sehr gesteigert. Der Autorin gelingt es, mit einfachen Worten eine unheimlich dichte Atmosphäre zu erschaffen! Das Buch zeigt auf so tragische Weise, welch verheerende Wirkung es hat, wenn man in einer Familie nicht offen redet, sondern alles verschweigt und jeder mit seinen Gefühlen für sich da steht. Emma und ihre Eltern wohnen zwar noch zusammen, aber im Grunde lebt jeder für sich allein, jeder muss mit sich selbst klar kommen. Hilfe oder Unterstützung gibt es in dieser tödlichen Stille nicht. Ich hatte den Eindruck, die Familienmitglieder kennen sich gar nicht, wissen nicht, was die jeweils anderen bewegt. Im anderen Erzählstrang wird Jamies Leben geschildert. Er arbeitet in einer Buchhandlung und verlässt darüber hinaus kaum seine Wohnung, in die er sich verzieht und große, schwierige Legosachen baut. Das war eins, in Jugendtagen, Kits großes Hobby und natürlich ist es naheliegend, dass Jamie sich dadurch mit Kits Entschwinden aus seinem Leben auseinandersetzt. Jamie steht nach dem Bruch mit deiner Familie natürlich ganz allein da. Er hat das wohl so gewählt, stößt andere Menschen, wie Arbeitskollegen oder seinen Unifreund Sam, dem einzigen Freund, zu dem er noch Kontakt hat, bewusst von sich weg. Eine große Frage im Roman ist die, ob und wenn ja was, Jamie mit dem Tod von Kit zu tun hatte? Was an Kits Tod hat zum Bruch zwischen ihm und der Familie, besonders dem Vater, geführt? Was ist da nur passiert? Wieso haben die Eltern den zweiten Sohn auch noch von sich gestoßen, nachdem sie doch schon ein Kind verloren haben? Inwieweit Jamie in Kits Tod verwickelt ist, bleibt bis zum Ende offen und sorgt dafür, dass der Leser überlegt, was vorgefallen sein könnte. Eines Tages fährt Emma nach einem besonders schweren Tag Hals über Kopf zu Jamie, von dem sie durch Zufall erfahren hat, wo er wohnt. So kommt es zur Wiederaufnahme des Kontaktes zwischen Emma, den Eltern und Jamie. Die lange vergrabenen Traumata, Ängste und Gefühle kommen bei allen Beteiligten wieder hoch und sorgen dafür, dass die Spannung sich sehr steigert. Es kommt heraus, dass Kit unter starken Depressionen litt. Kit wurde einfach immer trauriger, niedergeschlagener, bis es irgendwann eine ausgewachsene Depression war. In dem Buch wird Depression richtig wie eine ernstzunehmende Krankheit geschildert, was es ja auch ist, gegen die man sich nicht wehren kann. Nicht wie sonst, wo es mehr wie traurig sein, Verstimmtheit oder Niedergeschlagenheit geschildert, wird und man da mit sich-zusammen-reißen wieder raus kommt. Das ist eine schonungslos ehrliche Schilderung, die ich sehr angemessen fand. Andererseits steht man dem ganzen durch diese Art der Darstellung genau so verwirrt und hilflos gegenüber, wie die Familie. Das macht es für mich so eindringlich! Bei all dem ist die Schreibweise so intensiv, so herzzerreißend und berührend und alle Familienmitglieder taten mir sehr leid! Gleichzeitig war das Buch aber auch nüchtern, irgendwie eingefroren. Ich finde, die negative, verstörende Stimmung, die die Familie gefangen hält, greift auch auf den Leser über. Für mich war dieses Buch ein sehr intensives, krasses Leseerlebnis zu einem Thema, welches man nicht so oft in Romanen trifft. Es ist kein leichtes Buch, aber ein sehr empfehlenswertes!

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  • Leserunde zu "Kopfüber zurück" von Rebecca Wait

    Kopfüber zurück
    KEIN & ABER Verlag

    KEIN & ABER Verlag

    Kein & Aber eröffnet eine Leserunde zum Roman Kopfüber zurück von Rebecca Wait: Mit ungewöhnlicher Leichtigkeit erzählt die Autorin die bewegende Geschichte zweier Brüder. »Wenn ich Kit nur in meiner Erinnerung fixieren könnte, wie ein Insekt in Bernstein, dann würde ich vielleicht Ruhe finden. Aber er hält natürlich nicht still. Er bewegt sich. Er entgleitet mir.« (Aus: Kopfüber zurück) Zum Buch: Fünf Jahre sind seit Kits Tod vergangen. Emma, seine jüngere Schwester, war damals neun. Ihre Erinnerungen an diesen Tag sind verschwommen – in ihrem Elternhaus wird über das Vergangene geschwiegen. Emma, die weder bei ihren Eltern noch in der Schule Halt findet, fragt sich, was damals wirklich passiert ist. Sie sucht Zuflucht in der Religion, doch auch die Bibel gibt ihr keine Antwort, ihre Sehnsucht nach den Brüdern und das quälende Gefühl des Zurückgelassenseins bleiben allgegenwärtig. Denn mit dem Tod von Kit verschwand auch ihr zweiter Bruder Jamie plötzlich spurlos. Was hat es mit seiner Flucht auf sich? Warum ließ er sie allein? Aus Wut und Hilflosigkeit beschließt Emma der Sache auf den Grund zu gehen und macht sich auf die Suche nach Jamie. Ein dunkler Schatten schwebt über dieser Familiengeschichte. Die Trauer wirkt wie ein Sog, der Emma und Jamie in den Abgrund zieht, bis die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit unausweichlich wird. Und doch gelingt es Rebecca Wait in ihrem Romandebüt, das Seelenleben ihrer Protagonisten äußerst einfühlsam zu beleuchten. Kopfüber zurück ist eine Geschichte über den Umgang mit dem Sterben, in der das Gefühl von Hoffnung und Zuversicht immer mitschwingt. Leseprobe Zur Autorin: Rebecca Wait, 1988 geboren, schloss 2010 ihr Englischstudium an der Oxford Universität mit Bestnote ab. Dort wurde sie vom Lyriker und Romanautor Craig Raine unterrichtet. Sie schreibt seit ihrer Kindheit und hat zahlreiche Preise für ihre Kurzgeschichten und Theaterstücke gewonnen. Kopfüber zurück ist ihr erster Roman. Um in den Lostopf zu springen, beantwortet uns bis zum 3. Februar 2015 folgende Frage:  Was assoziiert ihr mit dem Titel Kopfüber zurück? Die Gewinner werden am 4. Februar 2015 an dieser Stelle bekannt gegeben! Wir sind gespannt auf eure Beiträge und freuen uns auf die Leserunde! Kein & Aber

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    • 302
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. March 2015 um 07:00
    wandablue schreibt Nee. Hier gehört in der Regel das "ich bedanke mich" und der Link zur Rezi hin. Die meisten, mich eingeschlossen haben dies aber schon bei Teil 5 erledigt, weil nicht gesehen. Das macht aber nix.

    Ach jetzt klingelt mein Glöckchen, ich habe tatsächlich meine Rezi auch schon unter Punkt 5 gepostet. Hahaha. Und ich dachte schon ich hätte die Rezi das erste Mal verpennt. :-) Na dann ist ja gut.

  • Der Wettlauf mit der Vergangenheit

    Kopfüber zurück
    TimFinnegan

    TimFinnegan

    12. March 2015 um 18:52

    Fünf Jahre ist es her, dass der Tod ihres Bruders Kit das Leben von Emma und ihrer Familie aus den Fugen geraten ließ. Ihr Bruder Jamie war seitdem spurlos verschwunden; ihr jähzorniger Vater sperrt sich den Großteil des Tages in seinem Schuppen ein; ihre Mutter verbringt ihre Freizeit fast nur mit Kochen und Putzen; Emma selbst wendet all ihre Energie für die Reli-AG auf. Doch die totgeschwiegenen Ereignisse von damals liegen wie ein Schatten auf der Familie. Das Buch fängt nicht besonders schwungvoll an, ich fand zunächst keinen Zugang zu den Charakteren (besonders Emma, die sich allerdings nicht, wie man anfangs vermuten würde, als die Hauptperson herausstellt). Je mehr allerdings nach und nach von der Vergangenheit aufgedeckt wird, desto weniger kann man das Buch noch beiseite legen. Der Schreibstil ist flüssig, die oft wechselnde Erzählperspektive sorgt für Abwechslung und einen vielseitigen Blick auf die Handlung. Sehr ernste Thematiken (auf die ich hier wegen Spoilergefahr nicht näher eingehe) werden auf eine gut durchdachte, m.E. realistische Art und Weise verarbeitet. Letztlich bleibt die Moral: Vor der Vergangenheit wegzulaufen, ist keine Lösung, denn sie holt einen immer ein. Fazit: Trotz Startschwierigkeiten ein gutes, schnelles Buch für zwischendurch, das mehr Tiefgang besitzt, als ich erwartet hatte, jedoch ganz und gar nicht geeignet ist, falls man sich in fröhliche Stimmung versetzen möchte.

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  • Familienschicksal…

    Kopfüber zurück
    labbelman

    labbelman

    10. March 2015 um 09:38

    Bei diesem Romandebüt hatte ich keine genaue Vorstellung, was mich erwarten würde, aber ich bin immer für Überraschungen zu haben. Nun ja und diese ist auch geglückt, denn dieses Debüt ist gelungen. Aus der Mitte der Familie Stewart wurde Kit durch den Tod gerissen und seitdem ist die Familie nicht mehr wiederzuerkennen. Jedes Familienmitglied versucht für sich das Ganze zu verarbeiten, aber kann dies allein denn überhaupt gelingen? Emma als Jüngste in der Familie beginnt zu forschen, denn sie selber kann das Ganze nicht begreifen und sorgt somit dafür, dass endlich etwas passiert. Der Autorin gelingt es hier den Tod von Kit und die damit zerrüttete Familie so intensiv und eindrucksvoll zu beschreiben, dass man von Emotionen überrollt wird. Ich hatte mir die Geschichte zwar schon irgendwie tragisch ausgemalt, konnte mir aber nicht wirklich vorstellen, dass sie diese Richtung einschlagen würde. Aber gerade diese Überraschung macht das Buch zu etwas Besonderem. Durch Perspektivwechsel wird die Handlung noch spannender und durch das Einstreuen von Rückblenden erfahren wir nach und nach alles zu Kits Tod und warum die Familie so dermaßen zerbricht. Fazit: Ein berührendes Buch, bei dem einem als Leser bewusst sein sollte, dass man zu Tränen gerührt sein wird. Lesenswert!

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  • Ein ganz erstaunliches Romandebüt

    Kopfüber zurück
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    02. March 2015 um 13:35

    Ein ganz erstaunliches Romandebüt ist der 1988 geborenen Engländerin Rebecca Wait mit „Kopfüber zurück“ gelungen. Sie erzählt darin zunächst vom Leben einer Familie, die fünf Jahre nach dem Tod des ältesten Sohnes Kit in einem erbärmlichen  Zustand ist. Die Zeit scheint für sie still zu stehen, alles Leben, alle Lebendigkeit ist ihren Mitgliedern verloren gegangen. Die Eltern sind in Schweigen versunken. Der jüngere Bruder Jamie hat die Familie verlassen und arbeitet in einem Buchladen in Sheffield (warum erfahren wir erst später, genau wie die Hintergrundgeschichte des Todes des ältesten) und die Schwester Emma versucht ihre Trauer und ihren Verlust mit übermäßigem Essen zu bewältigen. Sie ist es auch, die zu Beginn des Romans im Mittelpunkt steht, doch im weiteren Verlauf ist es eher Jamie, dem sehr schmerzhaft langsam klar wird, dass er seine Familie dazu bringen muss, sich mit dem Geheimnis um den Tod seines Bruders Kit auseinanderzusetzen. Rebecca Wait, die den Leser über eine ziemlich lange Zeit im Unklaren lässt, was die Ursache für Kits Tod und den daraus resultierenden Zusammenbruch der familiären Struktur war, schafft es auf diese Weise hervorragend,  dass man fast atemlos immer weiterliest und sich in das Erleben der einzelnen Personen gut hineinversetzen kann.  Es ist eine Geschichte, ein Schicksal, wie sie über jede Familie hereinbrechen kann. Wie Rebecca Wait von dem Kampf dieser Familie um die Wahrheit schreibt, um ihre Würde und ihren Zusammenhalt, ist beeindruckend und für einen Erstling von beachtlicher literarischer Qualität. Ich kann das Buch nur empfehlen und bin gespannt auf den Nachfolger.

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  • Vielversprechender Erstling mit ästethischem Stil

    Kopfüber zurück
    wandablue

    wandablue

    Ästethischer Stil. Der Erstling von Rebecca Wait ist ein Familienroman. Die Familie Stewart, bestehend aus den Eltern Rose und Joe und den Kindern Jamie und Emma müssen irgendwie mit dem Verlust von Kit, dem ältesten Sohn der Familie fertig werden. Aber kann man mit einem solchen Schicksalsschlag jemals fertig werden? In der Familie breitet sich eine Art Taubheit aus. Kopfüber zurück, ob sie wollen oder nicht, müssen die Familienmitglieder, müssen die Vergangenheit noch einmal aufrollen, um die Konflike, die sich aufgebaut haben und die sie voneinander trennen, zu überwinden. Das ist natürlich schmerzhaft. Um das Geschehene aufzuschlüsseln schlüpft die Autorin in die Rolle Emmas, des Schulmädchens und in die Jamies, des Buchhändlers. Auch in Kit kann sie sich einfühlen. Joe wirkt ein wenig schwerfällig und Rose bleibt in der Küche. Ein paar Freunde der Familienmitglieder machen die Sache komplett. Sie nehmen nicht viel Raum ein, sind aber liebevoll und originell dargestellt. Es sind nicht alle Protagonisten gleich stark. Aber das macht nichts. Rebecca Wait hat einen ganz eigenen, fast beschwingten, ästethischen Stil, der das Lesen zum Vergnügen macht, doch fragt man sich, ob die luftige und leichte Atmosphäre angesichts der schmerzhaften Thematik durch tragen kann. Passt doch gar nicht. Doch, paßt. „Kopfüber zurück“ ist auf weite Strecken nämlich so, als ob man ein Baiser ißt, luftig, leicht, während einem doch die Tränen die Wangen runterlaufen. Rebecca Wait zeigt sich als sprachlich versierte und innovative Autorin. Einer der Teile des Romans besteht aus einem Briefwechsel zwischen Vater und Sohn. Trotz dessen hoher Sensibilität nimmt er den Leser jedoch aus dem unmittelbaren Geschehen heraus und schafft emotionale Distanz, deshalb für mich ein etwas schwächerer Teil des Buchs. Insgesamt zeichnet sich die junge Autorin Rebecca Wait als einfühlsame Autorin aus. Was wird Rebecca Wait in fünf Jahren schreiben oder in zehn? Man darf gespannt auf ihre literarische Entwicklung sein. Fazit: Es hat mir ungeheuren Spaß gemacht, dieses Debüt zu lesen. Emotional blieb ich aber manchmal aussen vor. Kategorie: Gute Unterhaltung Verlag: Kein & Aber, 2015

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    • 3
    wandablue

    wandablue

    28. February 2015 um 23:59
  • Berührende und tragische Familiengeschichte

    Kopfüber zurück
    tweedledee

    tweedledee

    Seit Kits Tod hat sich alles verändert. Sein Bruder Jamie verlässt das Elternhaus, kehrt nie zurück, hinterlässt kein Lebenszeichen wo er zu finden ist. Die neunjährige Emma versteht nicht was vor sich geht. Ihre Eltern sind jeder für sich mit ihrem Schmerz beschäftigt, in der Familie wird nicht darüber gesprochen. Emma muss mit ihrem Verlust alleine fertig werden, sie fängt an alles mögliche an Nahrung in sich hineinzustopfen um die fehlende Aufmerksamkeit zu kompensierten. Fünf Jahre später ist sie in der Pubertät und dicklich, wird von allen anderen Schülern gemieden. Sie hat keine Freunde und wird neuerdings auch noch von einer Mädchenclique, den "Coolen", gemobbbt. In dieser Situation kommt ein Anruf von Jamies Exfreundin, die ihn durch Zufall getroffen hat. Sie informiert die Familie und Emma macht sich bald darauf auf, ihn zu treffen. Damit wird ein Prozess der Erinnerungen angestoßen, der so viel früher hätte einsetzen sollen. Was den Roman von Rebecca Wait so besonders macht ist, mit wie viel Gefühl sie das Thema Depression angeht und schildert, wie eine Familie daran zerbricht. Sie lässt die Leser teilhaben an dem Schmerz um Kits Tod und rollt nach und nach eine berührende Geschichte auf. Anfangs wird man mit den Familienmitgliedern vertraut gemacht ohne zu wissen, was damals genau passiert ist, als Kit ums Leben kam. Jeder einzelne hat sich durch das einschneidende Ereignis verändert. Vater Joe hat sich von der Familie zurückgezogen und werkelt in seiner freien Zeit im Schuppen, seine Frau Rose ist zur perfekten Hausfrau geworden, die ihre Zeit mit der Zubereitung des Essens und der Reinigung des Hauses verbringt. Alles muss perfekt sein um nach außen den Schein zu wahren. Ihre Gefühle lässt sie nicht zu. In dieser Familie wird nicht viel geredet, jeder ist für sich alleine einsam. Doch beiden ist nicht bewusst, wie einsam Emma wirklich ist und dass sie eigentlich Hilfe braucht. Sie stellen Fragen zur Schule ohne Emmas Antworten wirklich wahrzunehmen, so ist es kein Wunder dass sich Emma mit ihren Problemen nicht an die Eltern wendet, sondern in ihrem Glauben Halt findet. Als die Reli-AG, die sie in der Schule gegründet hat, von den "Coolen" übernommen wird bricht ihr letzter Halt weg, sie will endlich Antworten und fährt zu Jamie. Aus vielen unterschiedlichen Sichtweisen erfährt man Stück für Stück die Wahrheit um Kits Tod, kann nachvollziehen wie schwer er unter der Depression gelitten hat und für sich keine Zukunft mehr sah. Die Autorin schafft es hervorragend, die Gefühle sowie die Konflikte zu schildern und wie die Familie damit umgeht. Ihr Erzählstil ist leicht, anspruchsvoll und fesselt von der ersten Seite an. Einmal angefangen fällt es schwer das Buch beiseite zu legen, denn die Handlung gewinnt im Verlauf zunehmend an Spannung. Es ist eine Geschichte die auf das Thema psychische Erkrankungen aufmerksam macht und Fragen aufwirft, die nicht mit einem klaren Ja oder Nein zu beantworten sind. Die Handlung ist zugleich spannend und berührend und ist mir sehr nah gegangen, vor allem die Briefe von Jamie an seinen Vater Joe gehen richtig unter die Haut. Fazit: Ein Buch über eine tragische Familiengeschichte, das am Ende einen Hoffnungsschimmer zulässt. Unbedingt zu empfehlen!

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    • 3
  • "Die Tage vergingen, aber sie nahmen die Zeit nicht mit."

    Kopfüber zurück
    miro76

    miro76

    23. February 2015 um 21:30

    Jamie und Kit waren unzertrennlich. Obwohl Kit, der Ältere, seinen Bruder mit seinen verrückten Ideen immer wieder in Schwierigkeiten brachte, stand er doch absolut zu ihm. Sie waren beste Freunde, liebten ihre kleine Schwester Emma, alberten mit ihr herum und waren stets für einen Unfug zu haben. Die Eltern, Joe und Rose, waren stolz auf ihre beiden Söhne, wie auf ihre Nachzüglerin Emma. Alles schien perfekt. Bis Kit starb und Jamie verschwand. Rose und Joe haben beide ihre Kompensationsstrategien. Joe verschanzt sich in seinem Schuppen und arbeitet mit Holz. Er baut Allerlei. Hauptsache er hat zu tun, dann kann er einen Moment lang alles vergessen. Rose geht in ihrer Hausarbeit auf. Immer wieder schrubbt sie den Herd, verliert sich in der Küche und versucht die perfekte Hausfrau zu sein. Und Emma? Emma ist mittlerweile eine pummelige Jugendliche, die Trost findet in der Liebe zu Jesus. Ihre Strategie ist es, Essen in sich reinzustopfen und in der Bibel zu lesen. Freunde hat sie eigentlich keine. Ihr einziger Halt in der Schule ist die Reli-AG. „Vielleicht war sie so daran gewöhnt, Menschen zu vermissen, dass ihr auch das nicht weiter auffiel. Aber vielleicht war Menschen zu vermissen etwas, an das man sich niemals gewöhnen sollte.“ (S. 233) Als Emma aus der Reli-AG gemobbt wird, beschließt sie alles hinter sich zu lassen und ihren Bruder Jamie zu suchen. Damit bringt sie den Stein ins Rollen. Die Familie wird kopfüber in die Vergangenheit geschleudert und alle müssen sich (noch einmal) mit dem Geschehenen auseinandersetzen. Rebecca Wait hat hier ein feinfühliges Meisterwerk als Debut vorgelegt. Langsam baut sich diese Erzählung für uns Leser auf. Aus verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen fügt sich ein Bild. So wird enorm viel Spannung aufgebaut. Die Frage, was mit Kit passiert ist, steht die ganze Zeit im Raum und warum musste Jamie die Familie verlassen? Dieser vielschichtige Roman behandelt eine Menge grundlegender Themen – den Umgang mit einer Tragödie, die mangelhaft Kommunikation in Familien, Trost im Glauben, Schuld und Tod. Somit regt „Kopfüber zurück“ die eigenen Gedanken an und lässt einen nicht so schnell wieder los. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die bereit sind, sich auf eine tiefgründige, berührende Geschichte einzulassen über große Themen des Lebens. „Ihr steckte noch immer das Gefühl in den Knochen, das sie empfunden hatte, als Kit nicht mehr da war. Die bestürzende Erkenntnis, wie schnell jemand sterben konnte. Die dünne Schranke, die Leben und Tod voneinander trennte. Man konnte hindurchrutschen, daran vorbei, jeden Augenblick, aus Versehen.“ (S. 58)

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  • Eine auseinandergebrochene Familie

    Kopfüber zurück
    TochterAlice

    TochterAlice

    22. February 2015 um 15:02

    steht im Mittelpunkt dieses wunderbaren Romans, eine der das Schlimmste, was man sich nur vorstellen kann, wiederfahren ist und die daher nicht mehr vollständig ist : Vater, Mutter und drei Kinder. Nun fehlt Kit, der älteste Sohn, zu Jamie, dem mittleren, wurde der Kontakt abgebrochen und Nesthäkchen Emma leidet darunter, dass ihr so einiges verschwiegen wird und fühlt sich isoliert - nicht nur zu Hause, sondern auch in der Schule. Eine Familie, in der jeder allein mit seinem Kummer, seiner Einsamkeit und seiner Verlassenheit zurecht kommen muss. Die junge englische Autorin Rebecca Wait beschreibt mit treffenden Worten und sowohl sehr direkt als auch einfühlsam - ja, diese Kombination ist möglich - das Leben einer Familie nach deren persönlichem Supergau.  Sukzessive erfährt der Leser, was es damit auf sich hat, nach und nach wird ihm das Ausmaß des Geschehenen bewusst. Behutsam entwickelt Rebecca Wait ihre Figuren, wobei sie alles andere als wortkarg ist, auf der anderen Seite aber auch nie ein Wort zuviel verliert und es sind bedeutsame Worte, die große Gefühle und große Entwicklungen beschreiben. Auch dies wird dem Leser erst nach und nach deutlich  - hier geht es um Werte wie Schuld, Treue,, Würde, Zusammenhalt und nicht zuletzt Liebe, wobei die schwere Krankheit Depression im Mittelpunkt steht . Auch Religion bzw. religiöse Motive sind ein Thema im Buch - Religion als Trost, Flucht oder gar Rachemotiv - nicht immer sind sie richtig greifbar. Tief blickt die Autorin in die menschleiche Seele , doch tut sie das mit einer stilistischen Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht und maßgeblich dazu beiträgt, dass der Leser sich durch einen Roman zu einem so schweren Thema nicht durchquälen muss, sondern auch noch gut unterhalten wird. Eine seltene Kunst,an der auch die sehr gute Übersetzung von Anna-Nina Kroll ihren Anteil hat. Ich empfehle dieses Buch allen, die auf der Suche nach einem guten Familienroman sind und schwere, ernste Themen nicht scheuen!

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  • Kopfüber zurück

    Kopfüber zurück
    worteundwelten

    worteundwelten

    Fünf Jahre sind vergangen, seit ein dramatisches Ereignis das Leben der Familie Stewart grundlegend verändert hat. Der älteste Sohn Kit stirbt, woraufhin sein Bruder Jamie verschwindet. Emma war damals neun und erinnert sich nur vage an das Geschehene. Doch langsam wird ihr klar, wie lückenhaft die knappe Erklärung ihrer Eltern ist, und sie beginnt, unbequeme Fragen zu stellen. Die Wahrheit, die nach und nach ans Licht kommt, ist erschütternd und konfrontiert Emma auf ganz neue Weise mit ihrer Familie – gleichzeitig beginnt sich aber auch die Erstarrung der letzten Jahre zu lösen. Dieses Buch werde ich nicht vergessen! Rebecca Wait erzählt die Geschichte einer Familie, die sich nach einem schweren Schicksalsschlag in Schweigen hüllt. Die Familie versucht zwar, Normalität zu bewahren, indem Vater Joe Tag für Tag ins Büro geht und Mutter Rose sich um den Haushalt kümmert, doch blickt man hinter die Fassade erkennt man, dass nicht so ist wie es scheint. Joe verzieht sich zuhause immer in seinen Schuppen, damit er nicht mit Rose sprechen muss, die wiederum versucht, das, was von der Familie übrig geblieben ist, zusammenzuhalten. Tochter Emma, die noch dazu in der Schule gemobbt wird, begegnet der Situation mit übermäßigem Essen.  Die Geschichte baut schon von der ersten Seite Spannung auf, die sich durch das ganze Buch zieht. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen und hatte das Buch in kurzer Zeit durch. Es werden immer mehr Hinweise und Andeutungen gemacht, sodass die Wahrheit, was vor fünf Jahren passiert ist, nach und nach aufgedeckt wird. So hat der Leser die Möglichkeit, selbst immer wieder neue Vermutungen anzustellen. Die Perspektive, aus der die Geschichte erzählt wird, wechselt immer wieder, sodass man die einzelnen Personen mit ihren Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen sehr gut kennenlernt und die verschiedenen Sichtweisen nachvollziehen kann. Ein kleiner Teil in der Mitte des Buches besteht nur aus Briefen, welche eine Abwechslung im Schreibstil darstellen und außerdem dafür sorgen, dass wir dem Briefeschreiber auf einer noch nähren Ebene begegnen und quasi „live“ miterleben, wie er sich verändert. Kopfüber zurück ist meiner Meinung nach nicht nur ein Roman, der sich mit dem Umgang einer Familie nach einem Schicksalsschlag beschäftigt, sondern auch ein spannendes Buch, das viele Fragen aufwirft und den Leser so zum Nachdenken anregt. Über Handlungen und Konsequenzen, Tod und Schuld, Liebe und Versöhnung. Ich vergebe 5 von 5 Punkten.

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    • 4
    worteundwelten

    worteundwelten

    22. February 2015 um 09:55
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