Neuer Beitrag

KEIN & ABER Verlag

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Kein & Aber eröffnet eine Leserunde zum Roman Kopfüber zurück von Rebecca Wait: Mit ungewöhnlicher Leichtigkeit erzählt die Autorin die bewegende Geschichte zweier Brüder.

»Wenn ich Kit nur in meiner Erinnerung fixieren könnte, wie ein Insekt in Bernstein, dann würde ich vielleicht Ruhe finden. Aber er hält natürlich nicht still. Er bewegt sich. Er entgleitet mir.« (Aus: Kopfüber zurück)

Zum Buch:
Fünf Jahre sind seit Kits Tod vergangen. Emma, seine jüngere Schwester, war damals neun. Ihre Erinnerungen an diesen Tag sind verschwommen – in ihrem Elternhaus wird über das Vergangene geschwiegen. Emma, die weder bei ihren Eltern noch in der Schule Halt findet, fragt sich, was damals wirklich passiert ist. Sie sucht Zuflucht in der Religion, doch auch die Bibel gibt ihr keine Antwort, ihre Sehnsucht nach den Brüdern und das quälende Gefühl des Zurückgelassenseins bleiben allgegenwärtig. Denn mit dem Tod von Kit verschwand auch ihr zweiter Bruder Jamie plötzlich spurlos. Was hat es mit seiner Flucht auf sich? Warum ließ er sie allein? Aus Wut und Hilflosigkeit beschließt Emma der Sache auf den Grund zu gehen und macht sich auf die Suche nach Jamie. Ein dunkler Schatten schwebt über dieser Familiengeschichte. Die Trauer wirkt wie ein Sog, der Emma und Jamie in den Abgrund zieht, bis die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit unausweichlich wird. Und doch gelingt es Rebecca Wait in ihrem Romandebüt, das Seelenleben ihrer Protagonisten äußerst einfühlsam zu beleuchten. Kopfüber zurück ist eine Geschichte über den Umgang mit dem Sterben, in der das Gefühl von Hoffnung und Zuversicht immer mitschwingt.

Leseprobe

Zur Autorin:
Rebecca Wait, 1988 geboren, schloss 2010 ihr Englischstudium an der Oxford Universität mit Bestnote ab. Dort wurde sie vom Lyriker und Romanautor Craig Raine unterrichtet. Sie schreibt seit ihrer Kindheit und hat zahlreiche Preise für ihre Kurzgeschichten und Theaterstücke gewonnen. Kopfüber zurück ist ihr erster Roman.

Um in den Lostopf zu springen, beantwortet uns bis zum 3. Februar 2015 folgende Frage:  Was assoziiert ihr mit dem Titel Kopfüber zurück?

Die Gewinner werden am 4. Februar 2015 an dieser Stelle bekannt gegeben!

Wir sind gespannt auf eure Beiträge und freuen uns auf die Leserunde!

Kein & Aber

Autor: Rebecca Wait
Buch: Kopfüber zurück

wandablue

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Einen zweiten Versuch starten bei Kein & Aber 2015! Mir selber Glück wünschen! Ein Erstling noch dazu, da bin ich gespannt! Kopfüber zurück, was assoziiert das? Verwirrung, Orientierungslosigkeit, Hilflosigkeit. Und dann wieder Balance gewinnen? So was. Die Geschichte klingt verwickelt. Mal sehen, was dahintersteckt. Jedenfalls bewerbe ich mich mal flugs!

tweedledee

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Auch ich starte einen zweiten Versuch bei einer Kein & Aber Leserunde. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht sowie das Zitat, das schon einen Vorgeschmack auf den Schreibstil gibt. Ich liebe Geschichten, in denen es um Familiengeheimnisse geht, um die Suche nach der Wahrheit. Die Leseprobe ist leider sehr kurz und beschreibt eine kurze Sequenz aus der Kindheit von Kit und Jamie. Sie sind mit ihren Eltern am Strand, Emma ist noch ein Baby. Der Erzählstil ist bildhaft und atmosphärisch, die Szenerie am Strand konnte ich mir gut vorstellen. Ich würde mich freuen wenn ich bei der Leserunde dabei sein dürfte.

Mit "Kopfüber zurück" assoziiere ich Emmas Eintauchen in die Vergangenheit, und zwar mit Haut und Haar, ohne Rücksicht auf Verluste. Sie muss sich den (dunklen) Geheimnissen stellen, tief wühlen und herausfinden, was damals mit ihren Brüdern passiert ist. Ich bin gespannt ob sie herausfindet wieso Jamie spurlos verschwunden ist.

Beiträge danach
292 weitere Beiträge (Klassische Ansicht)
Beiträge davor

TimFinnegan

vor 2 Jahren

Teil 2: Seite 70 bis 148
Beitrag einblenden

Mit sehr viel Verspätung habe ich es endlich geschafft, das Buch quasi am Stück durchzulesen. Prüfungen können schon echt blöd sein.

Nachdem mich der erste Abschnitt noch nicht so richtig überzeugt hatte, ging es hier auch erst schleppend los, mit den Kapiteln aus Sicht von Alice und Rose. Fahrt aufgenommen hat es für mich erst, als Emma sich entschlossen hat, zu Jamie zu fahren. Ab diesem Zeitpunkt hat mich das Buch durchgehend gefesselt.

Relativ schnell wurde deutlich, dass nicht Emma die Hauptperson war (wie ich aus dem Klappentext und aus dem ersten Abschnitt vermutet hätte), sondern eher Jamie im Mittelpunkt steht. Natürlich schwebt über allem die Geschichte mit Kit, von der man ja nur scheibchenweise erfahren hat.

Ich hätte außerdem nicht erwartet, dass Emma schon so früh auf Jamie treffen würde. Die erste Begegnung der Eltern mit Jamie nach 5 Jahren fand ich ein gutes, erschütterndes und meiner Meinung nach authentisch beschriebens Kapitel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war mir klar, dass vor allem das Verhältnis von Jamie und seinem Vater wichtig für das Buch sein würde.

TimFinnegan

vor 2 Jahren

Teil 3: Seite 151 - 221
Beitrag einblenden

Die Form dieses Abschnittes fand ich großartig. Die Geschichte ausschließlich durch die unbeantworteten Briefe Jamies an seinen Vater zu erzählen, sehr gute Idee. Das Verhältnis der beiden und die Hintergründe zu Kits Tod sind ja die entscheidenden Elemente der Geschichte. Auch dazu wird langsam einiges klar. Kits Depressionen erscheinen mir als Außemstehenden, Ahnungslosen realistisch beschrieben, einschließlich der gelegentlichen "guten" Phasen. Natürlich war mir hier noch nicht klar, was Jamie mit Kits Tod zu tun haben würde, aber deutlich wurde herausgestellt, dass sowohl Jamie als auch sein Vater nicht gut mit der Vergangenheit umgehen: indem sie sie verdrängt haben, aus den Augen, aus dem Sinn.

Ich konnte das Buch in diesem Abschnitt wirklich keine Sekunde aus der Hand legen und habe sehr mit Jamie, aber auch mit seinem Vater versucht, mitgefühlt (so gut wie möglich). Das war der Autorin bis zu diesem Punkt des Buches noch nicht gelungen.

TimFinnegan

vor 2 Jahren

Teil 4: Seite 225 bis 277
Beitrag einblenden

Das war ja mal ein Abschnitt. Während die Familie langsam kleine Schritte in neue Richtungen macht (Emma wendet sich von der Religion ab und dem Literaturclub zu, Rose gönnt sich endlich mal wieder neue Kleider, Joe gibt sich Mühe, offener gegenüber seiner Familie zu sein), geht es Jamie immer schlechter. Natürlich ist der Höhepunkt dieses Abschnitts aber der Brief, in dem man erfährt, was Jamie mit Kits Tod zu tun hat.

Diese Stelle hat mich sehr mitgenommen. Zu dem, was Jamie getan hat, gehört ein unheimlicher Mut. Es war nicht nur pure Resignation, es war auf jeden Fall eine tiefe Zuneigung und der Wille, Kit den Abschied zu erleichtern, wenn er schon unvermeidbar ist. Dass niemand in seiner Umgebung Verständnis dafür haben würde, war auch zu erwarten. Einerseits bewundere ich Jamie für das, was er getan hat, andererseits hätte ich in seiner Situation nicht so handeln können.

Ich weiß ehrlich gesagt überhaupt nicht, wie ich Jamies Handeln einschätzen soll. Verantwortungslos? Oder aufopferungsvoll? Ich glaube, ein bisschen von beidem. Natürlich könnte man auch Kit in dieser Situation Egoismus vorwerfen, andererseits kann man ihm aufgrund seiner Krankheit eigentlich überhaupt nichts vorwerfen. Es gibt keine nette Art, sich selbst umzubringen. Und Jamie kann man in dieser Situation auch nichts vorwerfen, ich glaube, es gab hier kein "richtig" oder "falsch".

Dass ich Selbstmorde an sich sinnlos finde, kann ich bei dieser Einschätzung völlig ignorieren, denn die Autorin hat es tatsächlich geschafft, dass ich Verständnis und Mitgefühl für Kit habe. Ich hätte zu Beginn des Buches allerdings nie damit gerechnet, dass indirekt das Thema Sterbehilfe thematisiert werden würde. Somit bekommt das Buch hier mehr Tiefe, als ich erwartet hatte.

TimFinnegan

vor 2 Jahren

Teil 5: Seite 278 bis Ende
Beitrag einblenden

Ein gutes Ende. Kein Friede-Freude-Eierkuchen-Ende, das wäre unangemessen gewesen. Jamies Leben gerät endgültig aus den Fugen, und Joe sieht ein, dass es besser ist, einen Sohn zu haben, als gar keinen mehr. Endlich versucht er auch, die Vergangenheit aufzuarbeiten, als sie nur zu verdrängen.

Ich hätte dem Buch für ein paar Momente wirklich zugetraut, dass Joes Einsicht zu spät kommt, Jamie am Ende auch noch stirbt und Joe endgültig vor einem Scherbenhaufen steht, was wirklich grausam, aber nicht unglaubwürdig gewesen wäre. So ein Ende hätte die Leser sicher sehr polarisiert. Aber so, wie es ist, ist es zufriedenstellend. Auch die Art, wie Joe und Jamie am Ende zumindest etwas Frieden finden konnten, war gut dargestellt (natürlich würde Kits Schatten immer über den beiden schweben).

Auch wenn ich es eigentlich gut fand, dass Emma ihren "Religionsfimmel (Zitat Joe) aufgegeben hatte, was am Ende ja wieder rückgängig gemacht wird. ;)

Ach ja, was auf jeden Fall noch gesagt werden muss: Das Buch ist den Erwartungen an den Titel gerecht geworden — "Kopfüber zurück", womit ich und viele andere eine turbulente Aufarbeitung der Vergangenheit assoziiert haben. Der englische Originaltitel "The View on the Way Down" erscheint mir aber irgendwie passender.

TimFinnegan

vor 2 Jahren

Rezensionen

Sooo. Ich entschuldige mich nochmals für meine Verspätung, aber endlich habe ich es auch geschafft. Danke für dieses gute Buch. ;)
http://www.lovelybooks.de/autor/Rebecca-Wait/Kopf%C3%BCber-zur%C3%BCck-1135205274-w/rezension/1138129447/

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 2 Jahren

Rezensionen

Ich stelle gerade fest, dass ich dieses wundervolle Buch gar nicht auf WLD rezensiert habe.
Und dann sehe ich auch, dass ich HIER gar nicht meine LB Rezi verlinkt habe.
Was ist nur los mit mir?!

Also hole ich das feierlich nach.

Auf Wasliestdu?!
http://wasliestdu.de/rezension/sehr-fesselnd-und-emotional

Und natürlich hier auf Lovelybook (schon vor einem Monat veröffentlicht!)

http://www.lovelybooks.de/autor/Rebecca-Wait/Kopf%C3%BCber-zur%C3%BCck-1135205274-w/rezension/1134924464/

Vielen Dank für das geniale Buch.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 2 Jahren

Rezensionen

wandablue schreibt:
Nee. Hier gehört in der Regel das "ich bedanke mich" und der Link zur Rezi hin. Die meisten, mich eingeschlossen haben dies aber schon bei Teil 5 erledigt, weil nicht gesehen. Das macht aber nix.

Ach jetzt klingelt mein Glöckchen, ich habe tatsächlich meine Rezi auch schon unter Punkt 5 gepostet. Hahaha. Und ich dachte schon ich hätte die Rezi das erste Mal verpennt. :-) Na dann ist ja gut.

Neuer Beitrag