Rebecca West Die Rückkehr

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Inhaltsangabe zu „Die Rückkehr“ von Rebecca West

Eine kostbare literarische Entdeckung, eine berührende Liebesgeschichte

Ein englisches Landgut im Süden Londons während des Ersten Weltkriegs: Die zwei Frauen Jenny und Kitty Baldry kümmern sich um das Anwesen der Familie, während der Herr des Hauses, Kittys Ehemann und Jennys Cousin Chris, in Frankreich an der Front ist. Schon bald muss er versehrt nach Hause zurückkehren. Doch es ist keine der üblichen Kriegsverletzungen, die ihn in Mitleidenschaft gezogen hat: Er leidet unter einem Granatenschock, einem schrecklichen Trauma, das ihn glauben lässt, wieder zwanzig Jahre alt zu sein. Alles um ihn herum ist ihm fremd, selbst seine eigene Ehefrau. Obwohl Kitty diese Kränkung kaum ertragen kann, sucht sie gemeinsam mit Jenny und Margaret, einer alten Liebe von Chris, einen Weg, um ihren Mann ins Jetzt zurückzuholen.

Rebecca Wests Debütroman von 1918 liegt damit erstmals auf Deutsch vor. Er ist der einzige von einer Frau während des Ersten Weltkriegs verfasste und veröffentlichte Roman über den Krieg. 1982 wurde er mit Alan Bates und Julie Christie in den Hauptrollen verfilmt.

Hm, schade! Hatte mir mehr versprochen. Vielleicht kam ich aber auch mit der Sprache nicht zurecht. Teils zu langatmig geschrieben.

— Readrat

klein und fein - nicht Kriegsgeschehen im Vordergrund, sondern die Auswirkung des Kriegs auf Gesellschaft und Zwischenmenschliches

— Nerissa

Klassikerfreunde sollten sich wohl unbedingt ein eigenes Bild davon machen.

— NiWa

Lesenswert! Lohnenswert! Ein etwas anderes Buch!

— Miamou

Ein Buch, das viel Freiraum für Interpretation lässt.

— Johanna_Jay

Ein Buch, das sich nicht so einfach in eine Schublade stecken lässt und viel Interpretationsfreiraum bietet. Definitiv mal etwas anderes!

— Betsy

Sprachlich wunderschön, subtil und erzählerisch einfach nur klasse

— Charlea

Kein leichtes Buch, sowohl von der Thematik als auch vom eigentlichen Kern. Eine Nuss, die es sich zu knacken lohnt!

— Floh

einzige weibliche Zeitzeugenliteratur des 1. Weltkriegs

— katbieli

Das Buch hat mich absolut umgehauen. Der Schreibstil ist einfach wunderschön.

— LiveReadLove

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  • Ein Buch zum 1.Weltkrieg

    Die Rückkehr

    UWEDUIS

    02. January 2017 um 13:56

    Die Rückkehr Rebecca West wurde am 21.Dezember 1892 in London geboren und verstarb am 15.März 1983. Sie arbeitete auch als Journalistin und beobachtete für den Daily Telegraph den Nürnberger Kriegsverbrecherprozess. Sie war einige Jahre die Geliebte von H.G.Wells ( Die Zeitmaschine )Dieser Roman kann auch als Fortsetzung zu Erich Maria Remarques Buch „Im Westen nichts Neues“ gelesen werden. Während Remarque die Leiden und Schrecken des 1.Weltkrieges an der Front beschreibt, erzählt dieser Roman, über das Leiden der Menschen als Folge des 1.Weltkrieges. Die Geschichte spielt in einem eleganten Landhaus auf einer Anhöhe in Horrowweald, in der Nähe von London. Jenny die Ich-Erzählerin und unverheiratete Cousine von Chris Baldry, und seine Ehefrau Kitty verwalten das Anwesen, nachdem ihr Ehemann Chris im 1.Weltkrieg ist. Der Sohn Oliver, von Kitty und Chris ist bereits als Kind verstorben. Der Roman erklärt nicht den Tod von Oliver. Beide Frauen verehren Chris und verschönern das Landgut für den abwesenden Chris. Chris wird als liebenswürdig und charmant beschrieben.Kitty und Jenny erhalten einen Besuch von Margarete Grey, die von Chris ein Telegramm erhalten hat in dem sie mit ihrem Mädchennamen angesprochen wird. Chris leidet unter einem Granatenschock, der moderne medizinische Begriff lautet:KriegstraumaFolge dieses Kriegstrauma ist eine Amnesie und Chris besitzt keine Erinnerungen an die letzten 15 Jahre. Er kehrt in das Landhaus zurück und fühlt sich fremd, und hat kaum Erinnerungen, an seine Ehe mit Kitty. Er konfrontiert seine Frau mit dem Wunsch unbedingt seine Jugendliebe Margarete Grey zu sehen Es ist für Kitty schwer zu ertragen, dass ihr Ehemann sich nur an seine Jugendliebe Margarete erinnert. Kitty und Jenny sind im Leben von Chris ausgeschlossen und mit diesem Zustand können sich beide nur schwer abfinden.Dieser Roman ist auch eine Beschreibung der englischen Klassengesellschaft. Kitty und Jenny sind aus der englischen Oberschicht, während Margarete Grey in einer armen Wohngegend lebt, und auch wegen ihrer einfachen Kleidung von Kitty und Jenny abschätzig betrachtet wird.Jenny bringt Margarete Grey in das Landhaus. Ein Arzt untersucht Chris und führt eine Freudsche Psychoanalyse durch, mit Traumdeutungen und einer Analyse der Beziehungen von Chris zu seinen Eltern. Die Diagnose des Arztes:Chris versetzt sich mit der Amnesie in eine glücklichere Zeit zurück. Es ist auch eine gleichzeitig eine Rückkehr für Margarete in eine glücklichere Zeit, denn Margarete ist noch immer in Chris verliebtMargarete macht aber trotzdem einen Vorschlag um Chris in die Gegenwart zurück zu bringen.Chris soll zurückgeholt werden, mit den Anziehsachen seines toten Sohnes Oliver. Margarete soll ihm die Kleidungsstücke zeigen. Margarete weigert sich, denn Chris soll glücklich bleiben und nicht wieder in den Krieg zurückkehren und deswegen in der Vergangenheit bleiben. Dieses Buch ist eine Liebesgeschichte und beschreibt die psychologischen Beziehungen der Personen. Der Roman erschien vor hundert Jahren, und erst jetzt in Deutschland. Ich kann diesem Buch nur viele Leser wünschen ! Hier ist meine Videobesprechung: https://youtu.be/DIAYxKdXQm4

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  • Die Rückkehr eines Soldaten...

    Die Rückkehr

    Miamou

    28. December 2016 um 19:51

    „Die Rückkehr“ von Rebecca West ist ein Buch, das man nicht sucht, sondern das man findet. Es ist ein schmales Büchlein und das einzige Werk einer Frau aus dem ersten Weltkrieg. Jenny und Kitty leben auf einem großen Anwesen und ihre Aufgabe ist es, so wie bei vielen andern Frauen in Kriegszeiten, dieses Anwesen zu verwalten. Chris, der Ehemann von Kitty und der Cousin von Jenny ist an der Front, als eines Tages Margaret bei ihnen auftaucht und behauptet, dass sie wüsste, dass Chris „versehrt“ ist – er leide an einem Grantenschock. Sehr schmerzhaft wird es, als Chris tatsächlich zurückkommt und an Gedächtnisverlust leidet. Er hat die letzten 15 Jahre seines Lebens vergessen und somit auch, dass er mit Kitty verheiratet ist. Denn er liebt eine andere, nämlich Margaret, deren damalige Liebesbeziehung ein plötzliches Ende fand. Auf keinen Fall darf man jedoch annehmen, dass man sich hier mitten in einer kitschigen Liebesgeschichte befindet. Denn das genaue Gegenteil ist der Fall. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Kitty. Sie ist diejenige, die das ganze Geschehen von außen betrachtet, jedoch in keinem Augenblick objektiv ist. Kitty und Jenny leben in einer Glasglocke an Kultiviertheit und Schönheit, eine Welt in die Margret mit ihren „gelblichen Regenmantel und den schwarzen Hut“ nicht so recht passen will. Im Grunde hat Rebecca West mit diesen drei Frauen sehr unterschiedliche Charaktere erschaffen und jede hat ihre Eigenheiten. Während Kitty sehr auf Äußeres bedacht ist und immer versucht den Schein und die Kontenance zu wahren ist Margaret genau das Gegenteil davon, denn sie ist emotionaler und macht sich nur bedingt etwas aus Äußerlichkeiten. Jenny steht in der Mitte und je mehr die Geschichte voranschreitet umso mehr kann man beobachten, dass sie sich eher von Kitty ab und Margaret zuwendet. Was allen drei Frauen gleich ist, ist die Sorge um Chris und jede von ihnen möchte seinen Heilungsprozess voranbringen, auch wenn sie es auf sehr unterschiedliche Weise tun. Während Kitty also in ihren Routinen bleibt ist Margaret diejenige, die sich sehr persönlich um ihn annimmt. Jenny steht auch in diesem Zusammenhang irgendwo dazwischen. Einerseits zeigt sie sehr großes Verständnis für ihren Cousin, andererseits neidet sie aber auch Margaret ihren Zugang, den sie zu Chris findet, während Jenny dies nicht wirklich gelingen kann. Schlussendlich ist es auch Margaret die die Lösung für das „Problem“ findet, was dann aber nicht nur ihr sondern auch den beiden Frauen in ein Dilemma stürzen und ihnen ein großes Opfer abverlangen wird. Ein Buch, das in Wirklichkeit mit sehr leisen Tönen daherkommt, die sich aber dann zu einem großen Orchester zusammenfügen, den sprachlich ist Rebecca West ein Wahnsinnswerk gelungen. Zu den Figuren wahrt man als Leser eine gewisse Distanz und man will das im Grunde ja auch, weil jeder von ihnen mit Gefühlen zu kämpfen hat, die eigentlich zutiefst menschlich sind, die aber keinen strahlenden Helden oder strahlende Heldinnen erschaffen können. Zudem fehlt dafür auch die Sichtweise des ein oder anderen Charakters. Die ganze Geschichte, die Figuren und auch die Handlung lassen eine sehr weiten Interpretationsspielraum zu und laden den Leser dazu auch noch ein, sich mit dem Thema „Granatenschock“ und seine Auswirkungen auf ganze Familien zu beschäftigen. Ein Buch als, das lange nachhallt und das sich perfekt dafür eignet es mit anderen Leser zu diskutieren.

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    • 2
  • Die Rückkehr des Soldaten

    Die Rückkehr

    NiWa

    28. December 2016 um 17:25

    Während des 1. Weltkriegs halten Jenny und Kitty Baldry das Landgut der Familie auf Vordermann. Alles soll perfekt sein, wenn Kittys Ehemann Chris, der Herr des Hauses, von der Front aus Frankreich zurückkommt. Doch dann erhalten sie die Nachricht, dass der geliebte Ehemann und Cousin einen Granatenschock erlitten hat, und sich an nichts aus der jetzigen Zeit erinnern kann.Als vordergründiges Thema werden der 1. Weltkrieg sowie der „Granatenschock“ an sich angepriesen. Meinem Empfinden nach sind diese beiden Aspekte aber sehr in den Hintergrund gerutscht und es ist ein kleines Gesellschaftsdrama geblieben, das die feinere Gesellschaft in ihre Schranken weist.Chris leidet unter einem Granatenschock. Dabei sind die Soldaten äußerlich unversehrt, haben aber mit psychischen Symptomen zu kämpfen, die zu dieser Zeit nicht immer anerkannt wurden. In Chris’ Fall kann er sich an sein gegenwärtiges Leben nicht erinnern und hängt einer Liebe aus der Vergangenheit nach. Die Geliebte, die er vor 15 Jahren kennengelernt hat, ist mit von der häuslichen Partie und so ergibt sich eine merkwürdige Vierecksbeziehung, die der übergreifende Rahmen ist.Als Protagonistin habe ich seine Cousine Jenny empfunden. Sie ist bei Chris’ Ehefrau Kitty geblieben und die beiden Frauen haben für Ordnung im herrschaftlichen Anwesen gesorgt. Nun nimmt sie die Rolle der Vermittlerin ein und setzt alles daran, Chris wieder gesund zu bekommen. Dabei zögern die Frauen nicht einmal, die einstige Geliebte ins Haus zu holen.Kitty, Lady des Hauses und Chris’ Ehefrau, kommt meiner Meinung nach zu unrecht sehr schlecht in der Geschichte weg. Sie wird als oberflächlicher Dekorgegenstand beschrieben, der sich gegen die alte Liebe ihres Ehemanns stellt. Ich hoffe, hier sieht man anhand meiner Wortwahl schon, wie unfair ich diese Darstellung empfinde, denn immerhin hat Chris auch Kitty geheiratet und sie kann nichts dafür, dass er sie sich als Ehefrau genommen hat.Der Schreibstil ist trotz der fast 100 Jahre angenehm zu lesen und die Beschreibungen an sich sind der Autorin gut gelungen. Auch mit den Charakteren konnte ich mitfühlen und sie wurden für ein doch recht knappes Werk exzellent abgebildet.Dieses Buch hat bestimmt literarischen Wert. Vor allem wenn man bedenkt, dass es das einzige zeitgenössische Werk über den 1. Weltkrieg ist, das von einer Frau geschrieben wurde. Trotzdem muss ich sagen, dass es mir insgesamt nicht besonders gefallen hat, weil es mir einfach zu wenig Bezug zum Kriegsgeschehen und zur damaligen Gesellschaft herstellt.Klassikerfreunde sollten sich wohl unbedingt ein eigenes Bild von Rebecca Wests „Die Rückkehr“ machen, obwohl ich nicht das Gefühl habe, dass mir ohne dieses Buch viel entgangen wäre. 

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    • 10
  • Eine bisher unentdeckte literarische Perle

    Die Rückkehr

    Corsicana

    20. December 2016 um 12:07

    Das Buch " Die Rückkehr" von Rebecca West erschien bereits 1916 in Zeitschriften und 1918 als Buch.Und erst jetzt auf Deutsch.Und obwohl das Buch 100 Jahre alt ist, wirkt es modern und aktuell. Was sicher daran liegt, dass die Autorin auf eine gewisse Weise ihre Zeit voraus war. Die Themen "Posttraumatische Belastungsstörungen", "Klassengesellschaft", "Die Rolle der Frau in der Gesellschaft" waren sicherlich in der Diskussion - aber noch kein gesellschaftlicher Konsens. Und auch heute sind diese Themen alles andere als gelöst.Das Buch spielt auf einem dieser englischen Landgüter, das dem wohlhabenden Chris Baldry gehört. Er lebt dort mit seiner schönen - aber oberflächlichen - Frau Kitty und mit seiner unverheirateten Cousine Jenny - die ihn vergöttert. Die beiden Frauen entsprechen komplett dem Klischee der Frauen, die im Leben keine andere Aufgabe haben, als es dem Mann angenehm und schön zu machen. Aber dann kehrt Chris vorzeitig von der Front zurück aus dem 1. Weltkrieg. Körperlich ist er unversehrt - aber er hat aufgrund eines "Granatenschocks" einen teilweisen Gedächtnisverlust erlitten. Und so wähnt er sich wieder 21jährig und unsterblich in die schöne Wirtstochter Margaret verliebt. Aber Chris ist inzwischen 36 und verheiratet - und auch Margaret hat inzwischen geheiratet - und sie ist weiterhin nicht standesgemäß.Kitty, Jenny, Margaret, diverse Ärzte und später ein Psychoanalytiker versuchen, Chris wieder ins Heute zurückzubringen. Wobei sich fragt, ob dies wirklich die beste Zeit für Chris ist....Dieses Buch umfasst nur 160 Seiten. Und es ist erstaunlich, wie es der Autorin gelingt, alle Themen zu behandeln und gleichzeitig eine hohe literarische Qualität zu halten.Die Sprache ist poetisch, schön beschreibend, hier ein Beispiel:"Der Wind, der aufkam, um die Sonne in Schach zu halten, hatte der Zeder die Würde ihrer ausladenden Form genommen, die dunklen Tannen dazu gebracht, gemeinsam mit den Armen zu schlagen, und den Himmel mit enorm grauen Wolken gefüllt, die das Leuchten der Krokusse dämpften".Sehr subtil beschreibend wird Kritik an Klassengesellschaft, Oberflächlichkeit, Äußerem Schein und der Rolle der Frau geäußert. Wie ich gelesen habe, hat die Autorin selbst ein für ihre Zeit eher ungewöhnliches Leben gelebt. So hatte sie z.B. ein uneheliches Kind mit H.G. Wells und war beruflich erfolgreich als Journalistin.Dieses Buch war das Debüt der Autorin. Und es ist 100 jahre später noch relevant.

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  • Eine Geschichte, viele Sichtweisen

    Die Rückkehr

    Betsy

    17. December 2016 um 23:53

    England 1916: Chris Baldry kehrt aus dem Krieg auf sein Anwesen zurück, weil er aufgrund eines Granatenschocks (heute besser bekannt als Kriegstrauma oder Posttraumatische Belastungsstörung) die letzten 15 Jahre komplett vergessen hat. Er erkennt seine Frau Kitty nicht, sondern hat nur den Wunsch seine Jugendliebe Margaret zu sehen und versinkt in seinen Erinnerungen an sie. Jenny, seine Cousine bringt Margaret auf das Anwesen, da Kitty und sie hoffen, dass Chris nach einem Blick auf ihr jetziges verbrauchtes und ärmliches Aussehen, endlich wieder zur Besinnung kommt, was aber auch heißen würde, dass er wieder in den Krieg ziehen muss.Eine Geschichte über drei sehr unterschiedliche Frauen und einem Mann, der sie alle in der Gegenwart vereint. Erzählt wird die Geschichte aus Jennys Sicht, die hier das Geschehen und auch ihre eigenen sehr widersprüchlichen Gefühle weitergibt.Die Autorin hat einen bemerkenswerten Erzählstil, der teilweise vielleicht etwas abschweifend wirkt, aber auch sehr intensiv das Geschehen darstellt und wie alle mit der Situation umgehen.Diese Geschichte ist auch gar nicht so einfach einzuordnen, wenn man sie fertig gelesen hat. Auf den ersten Blick war es für mich eine tragische Liebes- bzw. Lebensgeschichte, doch sollte hier auch die Auswirkungen eines Granatenschocks sichtbar gemacht werden und auf die Schrecken des Krieges hinweisen. Eine wirkliche Kriegsgeschichte war es dann allerdings nicht, denn dieser ist nur ein kleiner Bestandteil der Handlung und wird erst gegen Ende wieder spürbar. Nebenbei ist es dann aber auch eine sehr gesellschaftskritische Geschichte, wie sich anhander der Frauen zeigt.Wir haben hier einerseits die wunderschöne und kühle Kitty, die sich schon allein durch das Aussehen und der abgetragenen Kleidung von Margaret abgestoßen fühlt und sich ganz so verhält wie man es wohl von jemandem in ihrer Stellung erwarten würde. Dann ist da Margaret, die wohl am glücklichsten in ihrer Zeit mit Chris war und nun ein sehr bescheidenes Leben mit ihrem Mann führt, ausgezehrt und dennoch mag sie es durch ihre innere Schönheit zu glänzen. Als letztes gibt es noch Jenny, die alles für ihren Cousin tun würde und anfänglich genauso oberflächlich wie Kitty ist, aber nach Margarets Auftauchen tiefer zu blicken scheint und hin- und hergerissen ist zwischen ihrer Abneigung für Margaret, aber auch der Bewunderung, weil sie und Chris etwas ganz besonderes verbindet und sie selbst immer nur im Abseits steht. Bei Chris spürt man, dass er sich sehr schwer tut und er versucht Kitty und Jenny aus dem Weg zu gehen sowie auch allem anderen, was nicht so ist wie in seiner Erinnerung, nur Margaret scheint ihn glücklich zu machen, doch wie er sich die weitere Zukunft vorstellt erfährt man leider nicht. 3 Frauen und ihre jeweiligen Wünsche und Prioritäten im Leben, die letztendlich alle irgendwie von Chris abhängen und auch über sein Schicksal entscheiden.Der Schluss war dann leider stellenweise so gar nicht mein Fall. Gegen Ende wird es etwas zu viel des guten, besonders was die scheinbaren Parallelen von Margarets und Chris Leben betrifft, oder auch dass hier immer noch die Frage offenbleibt warum genau Chris die letzten 15 Jahre verdrängt hat. Ich fand es einerseits durch Jenny sehr intensiv erzählt, aber ich hätte gerne noch viel tiefere Einblicke in das Gefühlsleben der anderen Personen bekommen um auch sie besser zu verstehen, besonders weil auch Jenny am Ende für mich immer noch etwas undurchsichtig blieb.Ein herrliches Buch zum Diskutieren und Austauschen mit anderen, da man hier so viel herauslesen und hineininterpretieren kann, wenn man sich wirklich damit beschäftigt.Fazit: Ein dünnes Büchlein mit einer außergewöhnlichen Geschichte. Sie zieht einen in seinen Bann und dennoch bleibt einem als Leser noch sehr viel Interpretationsfreiraum, was einerseits gut ist, aber dann auch zeigt, dass vieles offen bleibt (zumindest mir ging es so). Es ist ein Buch, das einen definitiv noch einige Zeit danach beschäftigt. Teilweise braucht man auch wirklich die Konzentration beim Lesen, weil die Autorin hier mit einem Erzählstil glänzt, der viel vermittelt und die Szenerie lebendig werden lässt, aber auch oftmals etwas ausschweifend ist und nicht ganz auf den Punkt kommt. Leider wird, was die Figuren selbst betrifft, oftmals nur an der Oberfläche gekratzt, vieles bleibt im Trüben. Mich konnte auch keine Figur wirklich für sich einnehmen und auch die Handlung selbst habe ich jetzt nicht hochemotional miterlebt, sondern eher als unbeteiligter Beobachter. Was mir hier dann noch fehlte, waren Anmerkungen und Infos zum Roman und der Autorin, besonders da es doch die einzige Geschichte ist, die während des ersten Weltkriegs über den Krieg von einer Frau geschrieben wurde.

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    • 3
  • Sprachlich wunderschön, subtil und erzählerisch einfach nur klasse

    Die Rückkehr

    Charlea

    16. December 2016 um 18:16

    Cover / Artwork / Romangestaltung Das Cover zeigt eine Ehefrau, die eine Treppe eines großen Hauses hinabsteigt. Es ist in schwarz-weiß Tönen gehalten und vermittelt beinahe den Anschein einer Fotografie. Das Buch ist gerade mal 160 Seiten dünn und liest sich daher relativ schnell. Inhalt Zu Beginn lernen wir Kitty und die Ich-Erzählerin Jenny kennen, die gemeinsam ein großes Herrenhaus bewohnen. Sie warten darauf, dass der Mann des Hauses, Kittys Ehemann und Jennys Cousin Chris, aus dem Krieg nach Hause kehrt. Eines Tages bekommen sie Besuch von Margaret, die ihnen offenbart, dass sie erfahren habe, dass sich Chris bereits in der Heimat, jedoch verwundet in einem Krankenhaus befindet. Ein Kriegstrauma hat ihn Teile seiner Vergangenheit vergessen lassen. Chris kehrt nach Hause zurück und trifft somit auf drei Frauen, die alle auf ihre Weise Teil seiner Vergangenheit sind. Fazit Die Rückkehr ist 1918 entstanden und somit fast 100 Jahre alt. Natürlich merkt man das auch an der wunderschönen, umschreibenden Sprache, die ich an dieser Stelle noch einmal hervorheben möchte. Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt. Ich hätte ehrlich gesagt nicht erwartet, dass die Autorin auf gerade einmal 160 Seiten derart tiefsinnig, feinfühlig und präzise beschreiben kann, wie drei völlig unterschiedliche Frauen die Rückkehr des Soldaten Chris Balwdry empfinden. Jenny, Chris Cousine, erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht und gibt dem Leser somit die Möglichkeit, die Charaktere auf eine nahezu intime Art und Weise kennen zu lernen. Chris wird von allen geliebt und vermisst und sein Ansehen scheint nicht nur über jeden Zweifel erhaben, sondern sein Wohlergehen von allen drei Frauen das zu sein, was es zu schützen gilt. Als Rebecca West ihren Debutroman geschrieben hat, hat sie nicht nur eine tragische Liebesgeschichte geschaffen, sondern auch ein zur damaligen Zeit brisantes Thema aufgegriffen – das Kriegstrauma, das von vielen Ärzten und vom Militär nicht anerkannt wurde, im Gegenteil wurden Soldaten als Deserteure behandelt und dem entsprechend verurteilt. Dies haben wir in einer Leserunde erfahren, in der wir gemeinsam das Buch gelesen haben und am Ende über die Frage gestolpert waren, ob die „Rückkehr“ wirklich ein Liebesroman ist. (An dieser Stelle noch mal „Danke“ für die tolle Versorgung mit Hintergrundinformationen, J.) Für mich ist es einfach ein sehr guter Roman. Es ist wie immer in der Kunst – man muss sie nicht genau definieren oder erklären können. Schön ist sie immer dann, wenn es viele Gründe gibt, warum sie gemocht wird.

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    • 2
  • Leserunde zu "Die Rückkehr" von Rebecca West

    Die Rückkehr

    NiWa

    Willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe Klassiker Leserunden. Die Leserunde beginnt am 10.12.2016.Wir wollen ein bisschen Leben in die altehrwürdige Literaturwelt bringen. Daher haben wir beschlossen, einige Klassiker gemeinsam zu lesen. !!! Wichtig: Bei dieser Leserunde lesen wir unsere eigenen Bücher, es werden keine Exemplare verlost !!!Für den Dezember haben wir uns „Die Rückkehr“ von Rebecca West vorgenommen.Klappentext:Eine kostbare literarische Entdeckung, eine berührende Liebesgeschichte Ein englisches Landgut im Süden Londons während des Ersten Weltkriegs: Die zwei Frauen Jenny und Kitty Baldry kümmern sich um das Anwesen der Familie, während der Herr des Hauses, Kittys Ehemann und Jennys Cousin Chris, in Frankreich an der Front ist. Schon bald muss er versehrt nach Hause zurückkehren. Doch es ist keine der üblichen Kriegsverletzungen, die ihn in Mitleidenschaft gezogen hat: Er leidet unter einem Granatenschock, einem schrecklichen Trauma, das ihn glauben lässt, wieder zwanzig Jahre alt zu sein. Alles um ihn herum ist ihm fremd, selbst seine eigene Ehefrau. Obwohl Kitty diese Kränkung kaum ertragen kann, sucht sie gemeinsam mit Jenny und Margaret, einer alten Liebe von Chris, einen Weg, um ihren Mann ins Jetzt zurückzuholen. Rebecca Wests Debütroman von 1918 liegt damit erstmals auf Deutsch vor. Er ist der einzige von einer Frau während des Ersten Weltkriegs verfasste und veröffentlichte Roman über den Krieg. 1982 wurde er mit Alan Bates und Julie Christie in den Hauptrollen verfilmt.Die Leserunde beginnt am 10.12.2016 und die Klassiker-Leserunden-Gruppe freut sich über jeden, der mit uns „Die Rückkehr“ lesen will.Wichtig ist, dass es auch von diesem Klassiker verschiedene Ausgaben geben kann.Sollten hier markante Unterschiede auffallen, gebt bitte in der Rubrik Meine Ausgabe Bescheid, damit wir die Einteilung dementsprechend anpassen können. Soweit man sich in der Leserunde orientieren kann, ist natürlich jede Version in Ordnung.Wir freuen uns über zahlreiche TeilnehmerInnen!• Bitte schreibt eure Beiträge in die bestehenden Kategorien, damit die Leserunde übersichtlich bleibt.• Bitte denkt auch daran, den Spoiler-Haken zu setzen!Zur Einteilung der Leseabschnitte------------------------------------------------1. Leseabschnitt: Kapitel I - II2. Leseabschnitt: Kapitel III - IV3. Leseabschnitt: Kapitel V - Ende

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    • 92

    Charlea

    16. December 2016 um 16:47
    Beitrag einblenden
    Johanna_Jay schreibt Über diese Frage habe ich auch schon im ersten Abschnitt nachgedacht. Sie scheint ja doch sehr viel für Chris übrig zu haben.

    Ich denke schon, dass die Beziehung zwischen Jenny und Chris eher wie die von Zwillingen ist, jedenfalls aus Sicht von Jenny.... Ich glaube im Gegenzug, dass Chris sie zwar als Cousine und auch ...

  • Challenge Historische Romane 2016

    Buecherwurm1973

    Hallo Freunde der Historischen Romane! Unsere Challenge findet auch im Jahre 2016 statt. Mit neuen Kategorien und neuen Regeln. In diesem Jahr müssen  20 Bücher gelesen werden. Es gibt noch ein paar andere Änderungen. Am Ende des Jahres wird ein Bücherpaket verlost. Es gelten folgende Regeln: Ablauf:  Du kannst dich unten mit einem Kommentar anmelden. Erstellt bitte einen Sammelbeitrag, in dem ihr euere Rezensionen sammelt. Ich werde daraufhin eine Teilnehmerliste führen. Dann habe ich einen Überblick. 15 Bücher müssen rezensiert werden. 5 dürfen mit einem Leserkommentar bewertet werden. Es zählen nur rezensierte Bücher oder die 5 mit Leserkommentar. Auch dieses Jahr wird es  wieder Kategorien geben. Ich gebe euch 8 Kategorien und ihr müsst daraus die Hälfte lesen. Den Rest dürft ihr frei wählen. In jeder Kategorie max. 2 Bücher. Zeitspanne: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 Mindestzahl Bücher:  20 Bücher müssen gelesen werden. Du kannst jederzeit einsteigen oder dich wieder abmelden. Du verpflichtest dich nicht fix. Die Challenge soll Spass machen! KATEGORIEN Historische Auswanderer-Romane: Auf vielfachen Wunsch wurden Siedler-Romane gewünscht. Ich habe den Begriff "Historische Auswanderer Romane" gefunden. Kaiserreiche /Königsreiche: Alle Romane über die Kaiser- und Königsreiche der Vergangenheit sind hier gefragt. Es gibt genügend Auswahl.  Mittelalter: bezeichnet in der europäischen Geschichte die Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit (ca. 6. bis 15. Jahrhundert) Historische Personen: Keine Biografien. Sondern fiktionale Romane über historische Personen. Z.B. Tanja Langer, die ein Buch über Heinrich Kleists Selbstmord geschrieben hat. Historische Krimis: Kriminalromane bis zirka zum 2. Weltkrieg. Danach sind es für mich keine Historische Krimis mehr. 1. und 2. Weltkrieg: Romane, die sich im Umfeld der beiden Weltkriege bewegen. Historische Ereignisse: Romane, die sich im Umfeld von Historischen Ereignissen spielen. Zum Beispiel Russische Revolution, Französische Revolution, Franco-Ära etc... Glauben: Es gibt unzählige Romane über die Katholische Kirche (Papst), die Reformation und andere Glaubenskriege. 10 Bücher aus diesen Kategorien müssen gelesen werden. Ich freue mich auf zahlreiche Teilnehmer und einen regen Austausch! Teilnehmerliste: Gesamt: anne_lay   20/20anushka    20/20 ban-aislingeach    8/20 Bellis-Perennis  90/20 Buchraettin    20/20ChattysBuecherblog  22/20Curin    2/20 DieBerta       0/20 engineerwife    27/20Filzblume   16/20 Finesty22   0/20 Floh      41/20 Fornika  21/20Ginevra    20/20 histeriker   21/20Insider2199  6/20 JuliB      7/20 Kirschbluetensommer    20/20 LadySamira091062      1/20Lese_gerne  15/20 leseratteneu    0/20 LibriHolly     5/20mabuerle   42/20 PMelittaM    20/20 Pucki60      15/20 Rissa    2/20 robberta        3/20 specialang   3/20 sursulapitschi     20/20Sternenstaubfee   36/20Svanvithe    0/20 tiggger  2/20Traubenbaer 4/20 werderaner  14/20 Historische Auswanderer-Romane: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 0/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  1/2 Ginevra  0/2 histeriker    0/2 Insider2199 2/2 JuliB       2/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne  2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle   2/2 PMelittaM   1/2 Pucki60    2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi     2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2Kaiserreiche / Königreiche: anne_lay 1/2anushka    2/2 ban-aislingeach   2/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    0/2 ChattysBuecherblog 1/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    1/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199   0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      1/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle  2/2 PMelittaM  2/2 Pucki60     1 /2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      0/2Sternenstaubfee    0/2Svanvithe    0/2tiggger  0/2Traubenbaer 0/2 werderaner  2/2 Mittelalter: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2Insider2199 0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 0/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly    1/2mabuerle  2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60     1/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  2/2Traubenbaer 1/2 werderaner  1/2 Historische Personen: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    2/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife   2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 1/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM   2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe     0/2 tiggger  4/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2 Historische Krimis: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 0/2 JuliB      2/2 Kirschbluetensommer     1/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2tiggger  0/2Trauenbenbaer 0/2 werderaner  2/2 1. und 2. Weltkrieg: anne_lay 0/2anushka    2/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    1/2 ChattysBuecherblog  0/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  0/2histeriker    2/2Insider2199 1/2 JuliB       1/2 Kirschbluetensommer     0/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 0/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM    1/2 Pucki60      0/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  1/2Traubenbaer 0/2 werderaner  1/2 Historische Ereignisse: anne_lay   2/2anushka    0/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perenni  2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    1/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  1/2 Ginevra 1/2 histeriker    0/2 Insider2199 1/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     1/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 1/2leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle  2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60      2/2 Rissa    1/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      1/2Sternenstaubfee   0/2Svanvithe   0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 1/2 werderaner  1/2 Glauben: anne_lay 2/2anushka    0/2 ban-aislingeach    2/2 Bellis-Perenni  2/2 Buchraettin    0/2 ChattysBuecherblog 1/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    0/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  0/2 Ginevra  2/2 histeriker    0/2 Insider 21099 0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne   1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle   2/2 PMelittaM    1/2 Pucki60      0/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      0/2Sternenstaubfee   0/2Svanvithe    0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 0/2 werderaner  0/2

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    • 779
  • Zeitgenössische und klassische Literatur mit Bezug zur Gegenwart und zur Gesellschaft.

    Die Rückkehr

    Floh

    11. November 2016 um 08:37

    Die bereits verstorbene englische Autorin Rebecca West hat mit ihrem sehr offenen, enthüllenden, klaren und einprägsamen Roman „Die Rückkehr“ eine Gesellschaftskritik geschaffen, die den Leser mit seinen Reizen und Vorhaltungen zum Nachdenken und Sinnieren bewegt, vor über 100 Jahren schon und heute genauso prägend und appellierend wie einst. Der Originaltitel lautete „The retorn oft he soldier“, was genauso das besagt, wie der deutsche Titel, der gewählt wurde. Eine polarisierende Geschichte mit Bezug zur Gegenwart und zur Gesellschaft inmitten des Ersten Weltkriegs um 1916. Eine Typologie des Trauma, der Gewalt und Trauer, der Liebe und Heimat, der Familie und des Verlustes... Dieses Buch hat eine lange Reifung und eigene Geschichte hinter sich. Ein Themenkomplex in schnörkellose und doch sehr verzweigte und verdichtete Worte mit prägnanter Wirkung gekleidet. Botschaften und Mahnungen, die lange in meinem Kopf nachklingen und einen sehr bewegenden, anmutigen und tiefgründigen Roman voller Elan, Tragik, Katastrophe, Abenteuer und Wut einmalig untermalt, aber mich, zugegeben, nur sehr schwer und spät erreichen konnte. Dafür umso schöner und überraschender… Erschienen im dtv (http://www.dtv.de/)Inhalt / Beschreibung:"Eine kostbare literarische Entdeckung, eine berührende Liebesgeschichte - Ein englisches Landgut im Süden Londons während des Ersten Weltkriegs: Die zwei Frauen Jenny und Kitty Baldry kümmern sich um das Anwesen der Familie, während der Herr des Hauses, Kittys Ehemann und Jennys Cousin Chris, in Frankreich an der Front ist. Schon bald muss er versehrt nach Hause zurückkehren. Doch es ist keine der üblichen Kriegsverletzungen, die ihn in Mitleidenschaft gezogen hat: Er leidet unter einem Granatenschock, einem schrecklichen Trauma, das ihn glauben lässt, wieder zwanzig Jahre alt zu sein. Alles um ihn herum ist ihm fremd, selbst seine eigene Ehefrau. Obwohl Kitty diese Kränkung kaum ertragen kann, sucht sie gemeinsam mit Jenny und Margaret, einer alten Liebe von Chris, einen Weg, um ihren Mann ins Jetzt zurückzuholen. Rebecca Wests Debütroman von 1918 liegt damit erstmals auf Deutsch vor. Er ist der einzige von einer Frau während des Ersten Weltkriegs verfasste und veröffentlichte Roman über den Krieg. 1982 wurde er mit Alan Bates und Julie Christie in den Hauptrollen verfilmt." Handlung:Obwohl das Bucherstmals nach knapp 100 Jahren ins Deutsche übersetzt wurde, liest es sich so aktuell, als würde es Themen heutiger Kriegswirren beschreiben. Die Nachwehen des Ersten Weltkriegs fest in der Hand. Obwohl dieser Klassiker, dieser unscheinbare Ausnahmeroman mit seinen gerade einmal knapp 160 Seiten keine im klassischen Sinne spannende oder aufbauende Handlung mit scharfen Kern hat, und keinen üblichen Plot mit Spitzen aufweist, möchte ich die Handlung, ohne zu viel zu verraten, kurz zusammenfassen und wiedergeben, denn in diesem feinen Werk geht es weit mehr als um Historische Kriegsaufzeichnungen und Eindrücke. Hier geht es um Liebe, Hoffnung, Amnesie, Stärke und einem Granatentrauma (einer posttraumatischen Belastungsstörung; wovon in den 1918iger Jahren natürlich noch niemand wirklich etwas gehört hatte).Rebecca West, als einzige weibliche Autorin und Schriftstellerin ihrer Zeit, die den Schritt zu einem solchen zeitgenössischen Roman gewagt hat, erzählt die Geschichte von einem Mann Chris und seinen drei besonderen Frauen im malerischen Süden von London auf einem kostbaren Landgut. Kitty seine Ehefrau, Jenny seine Cousine und Margaret seine Jugendliebe. Jenny, Chris Cousine schildert in warmen und sehr berührenden, aber auch sehr klaren und ehrlichen Worten, wie sich die Familie auf Chris langersehnte Wiederkehr von der französischen Front vorberieten, wie sie sein Wiedersehen erleben und wie sie mit den Narben des Krieges umzugehen lernen müssen um Chris wieder zurück ins Leben zu befördern. Äußerlich scheint er unversehrt, doch innerlich ist er ein gebrochener Mann, der seine Erlebnisse in einem Gedächtnisverlust, einer Amnesie, vergräbt. Jenny, die fürsorgliche Cousine, die auf der einen Seiten mittendrin ist im Geschehen und doch auch als einzige eine erforderliche Distanz und einen wachen Blickwinkel von außen wahren kann. Einen Kriegsroman aus dem ersten Weltkrieg sollte man hier jedoch nicht erwarten, dass wäre auf gerade einmal 157 Seiten auch nicht abbildbar gewesen. Hier steht nicht ausschließlich der Krieg mit seinen Zerstörungen und seinem Sterben und Kämpfen im Fokus. In Rebecca Wests Roman befasst man sich mit Themen des Leugnens, der Verdrängung, der Fassade nach außen und des Selbstbetruges. 160 Seiten, vier wichtige Charaktere und vier persönliche Schicksale, die dieser Krieg mit sich bringt, bzw. Chris Rückkehr. Man sollte annehmen, dass jedem der vier Personen gerade einmal knapp 40 Romanseiten gewidmet sind um das Seelenleben und die Zustände zu beschreiben. Klingt wenig, ist aber überaus intensiv und ausreichend um die Psychogramme und die Botschaften aus den Zeilen erkennen zu lassen und an die Leser zu bringen. Damals, wie heute… Bezug zur Gegenwart und zur Gesellschaft:Die Autorin hat natürlich mit ihrem Roman auch einen aussagenden und mahnenden Wunsch, so bezieht sich der Roman gesellschaftskritisch auch auf die heutige politische und menschliche Lage. Der Krieg und die Menschenrechte spielen hier im Roman eine bedeutende Rolle, was sich in der Aussagekraft des Buches widerspiegelt. Doch der Kern der Aussage liegt woanders. Wenn man die Handlung in groben Worten einmal auf sich wirken lässt, wird man hier schon einiges erkennen:Chris kehrt ohne Erinnerungen und traumatisiert von der Front zurück. Seine Cousine Jenny holt Chris nach Hause um ihm zu helfen sich zu erinnern. Doch Chris hat die letzten 15 Jahre verloren. Er erinnert sich jedoch noch an seine Jugendliebe und seiner Liebe zu Margaret, auch an seine Cousine Jenny kann er sich noch erinnern. Doch seine Frau Kitty ist ihm gänzlich fremd. Kitty reagiert empört und eingeschnappt, doch Jenny und Margaret versuchen Chris wiederzugeben, was er verloren hat. Wie darf man sich als Frau an Chris Seite fühlen? Sind Kittys Gedanken und ihr Schmerz, sogar ihr leiser Hass und ihre Eifersucht, berechtigt? Drei sehr verschiedene Frauen, in einem vereint - der Liebe zu einem Mann, wie sie ihn zu kennen glauben. Und anderes erfahren müssen… Auf nur wenigen Romanseiten geht Rebecca West hart ins Gericht mit den verantwortlichen, mit der Gesellschaft und dem Schein nach außen. Ohne einzelne Protagonisten zu verurteilen oder mit erhobenen Finger zu mahnen. Dennoch schafft sie Klarheit und vertritt einen Standpunkt, der nichts schönredet oder blumig beschreibt, sondern faktisch und ehrlich ist. Der Leser spürt die Lähmung und Geißelung der Amnesie, aber sie kann auch ein schützender Schild sein. Wie auch auf dem hergerichteten Landsitz bei Jenny, Kitty und Margret herrscht auch beim gebannten Leser eine lähmende Sprachlosigkeit, Verzweiflung und Unglaube, sowie Verschließen vor den Tatsachen des Scheiterns und des Rückschritts. Das Zerplatzen aller Hoffnung. Meinung:Zunächst hervorgehoben: dieses Buch ist keine übliche Kost! Wer sich gern klassischer und zeitgenössischer Literatur widmet, der wird trotz der 100 Jahre zurückliegenden Erstveröffentlichung, eine neuartige und noch nie dagewesene Sprachmelodie (von rau, derb bis krass zu liebevoll, anmutig und bildhaft im Rahmen der Poesie) finden. Wer mit Rebecca Wests Sprachbildern und Stil warm geworden ist, wird sich in ihren Worten, Aussagen, Bildern, Darstellungen und in ihrem Talent auch nur die kürzeste Lichtreflektion oder den leisesten Windhauch zu beschreiben und den Landsitz darzustellen verlieren. Wer einmal ein anderes, wenn auch aufwühlendes, aber gewiss auch ruhiges, ebenso appellierendes Leseerlebnis mit geschichtlichen Hintergründen und menschlichen Charakterstudien geprägt von einem Krieg und einem Gedächtnisverlust, an die Leser, die nicht genug bekommen können von streitbaren Sinnbildern, wortgewandten Dialogen, flacher aber auch stellenweise gehobener Sprache und erstaunlicher Landschaftsbeschreibung: bitte greift zu diesem Werk und lasst euch verwöhnen mit schicksalhaften Begegnungen und einer komplexen Erzählung einer Lebens- und Liebesgeschichte inmitten der Katastrophe der Verwüstung und den Hoffnungen und der Suche nach ein bisschen Glück und Normalität und Erinnerung. Besagt man nicht, dass die schönste Liebe in den traurigsten Zeiten gefunden wird und wächst? Vielleicht auch hier…Da ich sehr gern abwechslungsreiche Literatur mag und zur Auflockerung meines Lesealltags auch mal gern von meinen Gewohnheiten abweiche, kam mir diese langersehnte Übersetzung eines fast 100 Jahre alten Klassikers gerade recht. Hier waren meine Erwartungen einmal nicht sehr hoch gesteckt, bei diesem Buch wollte ich mich abholen lassen und mich der Reise hingeben, so wie sie kommen mag. Ich bin sehr überrascht von dem Buch und der unerwarteten Umsetzung zum Kern der Geschichte. Definitiv kein Kriegsroman, definitiv keine kitschige Liebesgeschichte, definitiv kein Mainstream, aber unheimlich wichtig in Bezug zur Gegenwart und Gesellschaft und ein Mahnmal und eine Erinnerung an den Ersten Weltkrieg. Dieses Buch hat Glanz, Anspruch und viele Farben, auch wenn das Cover so bedeckt und schwermütig erscheint. Sprachlich gekonnt, und sehr beeindruckend. Keine Frage, aber dennoch konnte ich bis fast zum ersten Drittel des kleinen Lesevergnügens auf weniger als 200 Seiten nicht genau ausmachen, wohin mich dieses Buch leiten möchte. Der Kern dieses Buches erschließt sich erst recht spät, wenn es denn überhaupt einen eigentlichen Kern geben sollte, daher zweifelte ich zwischenzeitlich, ob ich alles richtig aufgenommen und aufgegriffen habe, was mir die Seiten verraten wollten. Man darf zuversichtlich sein, das Buch entblättert seine Botschaft und seine Wendung erst im hinteren Teil und lässt sprachlose Gesichter zurück. Stoff, über den man erst einmal nachdenken muss… Diese Erkenntnis während des Lesens und das Dahingleitens im Buch, offenbart dem Roman noch einen ganz besonderen und sehr impulsiven und intensiven Lesegenuss, eine Wahrheit und ein Vor-Augen-Halten. Es breitet sich ein Gefühl aus, als dass man der Handlung nicht mehr entfliehen kann, man fühlt sich als Gefangener Rebecca Wests Worte, Gefangener dieser dramatischen Landes-; Liebes- und Familiengeschichte. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten für mich, dem Buch einen roten Faden zu verleihen, bin ich sehr begeistert von der Aussagekraft und dem Anreiz über das Gelesene Nachzudenken und über den Tellerrand zu schauen. Ein Kriegstrauma, was zur damaligen Zeit noch lange nicht erkannt oder behandelt wurde. Mit Blick auf die heutige Wissenschaft und Medizin hätte dieser Roman womöglich einen ganz anderen verlauf genommen. Aber das ist nur einer der wesentlichen Punkte, über die man stößt und nachzudenken beginnt. Es sind viele Gewissenskonflikte und Fragestellungen an die eigene Person, wenn man sich in die Situation der Charaktere versetzt. Was vor allem an den Beschreibungen und der wortgewandten groben aber auch teils sehr leisen Sprache liegt. Ich kann mir vorstellen, dass die erfahrene Übersetzerin Britta Mümmler an ihre Grenzen gestoßen sein mag um diese feinen Noten widergeben zu können. Die Erwartung an einem so langüberdauernden Klassiker ist doch recht hoch und der Charme der Zeit und die Authentizität der Worte und Aussagen der Autorin sollten unberührt und trotzdem modern ins Deutsche adaptiert und übersetzt werden. Ich finde, es ist der Übersetzerin sehr gut gelungen. Vieles wurde auch in seiner Ursprünglichen Sinn-Fassung belassen und erst gar nicht versucht in modernen Wortlauten zu übersetzen. Die Charaktere:Autorin Rebecca West hat nicht nur die Wucht und Schlagkraft über die Worte, nein, sie hat auch die Macht, die Eigenschaften und Details der einzelnen Charaktere, besonders der drei Frauen im Hause und natürlich auch dem Soldaten Chris, der so traumatisiert und verletzt ist, sowie der Gesellschaft und all den anderen Nebencharakteren, der Gesellschaft, Kultur und Menschen der Gegend und Region in England als auch an der französischen Front, auszumachen und unglaublich genau einzufangen. Rebecca Wests Beweggründe werden dem Leser jedoch erst schrittweise deutlich und klar gemacht.Die Anzahl der Charaktere im Buch ist sehr überschaubar. Erstaunlich herausgearbeitet ist der Umstand, dass auf so wenigen Romanseiten so viele Psychogramme und Charakterstudien Platz finden und einen sehr innigen und aufrüttelnden Roman beschreiben, der überrascht und völlig unvorhersehbar ist. schon recht hoch und dicht. Der Verlust, die verheerende Zerstörung und der unmenschliche Weltkrieg mit seiner Kälte, seinem Tod und der Fassungslosigkeit verändert die Menschen und lässt sie zu Egoisten werden, kalt, skrupellos, von Gier und Macht getrieben... Aber es gibt auch die wenigen, die die Menschlichkeit nie verloren haben. Die Autorin fängt das dortige Leben und die Situationen an der Front, ebenso das Leben nach Chris Rückkehr zum idyllischen Landsitz der Familie ein, dass man glaubt Teil der Handlung zu sein.Die Autorin:"Dame Cicely Isabel Fairfield, besser bekannt als Rebecca West (1892-1983), wurde in London geboren. Sie wuchs in einem intellektuellen Umfeld auf: Ihre Mutter war eine bekannte schottischstämmige Pianistin, ihr Vater Journalist. Nach ihrer Schulzeit in Edinburgh nahm sie Schauspielunterricht in London, wo sie auch am Women's Suffrage Movement teilnahm. West arbeitete als Journalistin für namhafte Zeitungen, darunter der Daily Telegraph, New Statesman, New York Herald Tribune. Sie machte sich einen Namen mit ihren Artikeln als Frauenrechtlerin und Literaturkritikerin. Auf diese Weise lernte sie auch H.G. Wells kennen. Sie schrieb einen Verriss über seinen 1912 erschienenen Roman ›Marriage. Die Geschichte einer Ehe‹ und bezeichnete Wells als die alte Jungfer unter den zeitgenössischen Romanciers. Das machte ihn neugierig und er lud sie zum Lunch ein. Ab 1913 wurde daraus eine Liebesbeziehung, 1914 kam der gemeinsame Sohn Anthony West zur Welt. Die Beziehung der beiden hielt gute zehn Jahre, aber sie hatten bis zu Wells' Tod im August 1946 ein gutes Verhältnis zueinander. West soll wohl auch ein Verhältnis mit Charlie Chaplin gehabt haben. Sie arbeitete als Schriftstellerin; George Bernard Shaw sagte einmal, dass wohl niemand so gut und so rigoros mit einem Stift umgehen könne wie Rebecca West. Als Journalistin wurde sie mehrfach ausgezeichnet, Truman bezeichnete sie in einer Laudatio als die beste Reporterin der Welt. 1946 entsandte sie der New Yorker als Berichterstatterin zu den Nürnberger Prozessen, in den 60er Jahren berichtete sie aus Südafrika über Apartheid."Die Übersetzerin:„Die Übersetzerin Britta Mümmler lebt und arbeitet in München. Sie überträgt die Texte berühmter Autoren, wie z. B. bei dtv die beliebte Vampir-Reihe von Charlaine Harris, aber auch klassische Werke von Charles Dickens und C. S. Forester.“Cover / Buch:Das Buch ist wirklich sehr schmal und unscheinbar. Fast verschwindet es in den Massen der Bücher und Titel in der Buchhandlung. Doch, da die erstmalige Übersetzung ins deutsche des Romans so intensiv beworben wurde, ist dieses Buch auf meine Aufmerksamkeit gestoßen. Zum Glück. Ein kleines und leichtes Hardcover Exemplar mit Schutzumschlag und Lesebändchen. Knapp 160 Seiten mit angenehmen Schriftbild und angenehmer Kapitellänge. Das Buch ist absolut hochwertig und sehr schön verarbeitet. Hätte ich nicht all die Medienstimmen, leserstimmen und Presseberichte zu diesem Klassiker in Deutscher Erstübersetzung vernommen, die mich aufmerksam gemacht haben, so wäre dieses Buch, diese Perle der Literatur, sicherlich nicht in mein Augenmerkt gerückt. Das Buch hat die Aufmerksamkeit interessierter und offener Leser verdient. Fazit:Dieses Buch, diese Perle, steckt voller gesellschaftskritischer und sozialkritischer Botschaften. Nach knapp 100 Jahren erstmals auf Deutsch. Reale Schauplätze, Kriegshintergründe und sehr viel Bezug zur Gegenwart und Stoff zum nachsinnen und reflektieren. Auf 160 Seiten habe ich so einen kleinen zeitgenössischen Schatz entdeckt. Sicherlich nicht unbedingt das ultimative Buch für Jedermann, man muss besondere Literatur lieben, und sich fallen lassen, und um all die Nuancen aufzuspüren. 4 intensive und aussagekräftige Sterne!

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    • 10
  • Wenn ein Soldat sein Gedächtnis verliert...

    Die Rückkehr

    LiveReadLove

    30. June 2016 um 08:19

    // Worum es geht // Während des ersten Weltkrieges kümmern sich die Frauen Jenny und Kitty Baldry um das Anwesen der Familie, denn der Herr des Hauses, Kittys Ehemann und Jennys Cousin Chris, ist in Frankreich an der Front. Doch schon bald muss er versehrt nach Hause zurückkehren. Seine Kriegsverletzung jedoch, ist nicht körperlich, sondern seelisch. Chris leidet an einem Granatenschock, einem Trauma, das ihn die letzten 15 Jahre vergessen lässt. Alles um ihn herum ist ihm fremd, sogar seine Ehefrau Kitty erkennt er nicht wieder. Gemeinsam mit einer alten Jugendliebe von Chris, versuchen Jenny und Kitty einen Weg zu finden, das Gedächtnis ihres geliebten Chris wieder herzustellen. // Was ich davon halte // Ich bin durch Wilja van Book auf dieses Buch aufmerksam geworden und habe mir im dtv Verlag die Beschreibung durchgelesen. Sofort war mein Interesse geweckt und ich habe das Buch kurzerhand angefragt. Der Verlag hat mir dann ein Exemplar zur Rezension zugeschickt und dafür möchte ich mich recht herzlich bedanken. Was mich an diesem Buch vor allem gereizt hat war, dass dies der einzige Roman ist, der im ersten Weltrkieg von einer Frau geschrieben und veröffentlicht wurde. Der Debütroman von Rebecca West kam erstmals 1918 heraus und nun, 2016 wurde er zum ersten Mal auf Deutsch veröffentlicht. Die Thematik hat mich sehr angesprochen und dass das Buch in der Zeit geschrieben wurde, in der es handelt, hat mich begeistert. Und es hat sich wirklich gelohnt die Geschichte zu lesen. Die Geschichte wird aus der Sicht von Jenny, der Cousine von Chris, erzählt. Die beiden sind gemeinsam aufgewachsen und während Chris geheiratet hat, ist Jenny immer an seiner Seite geblieben. Sie ist recht bodenständig, liebt ihren Cousin wie einen Bruder und versucht während seiner Abwesenheit Kitty zu beruhigen und zu beschäftigen. Bereits hier ist eine leicht unterkühlte Stimmung zwischen den Frauen zu spüren, die Rebecca West durch wunderbare Beschreibungen und Vergleiche akzentuiert. Allein Chris, scheint dem Anwesen Leben einzuhauchen und ohne ihn können die beiden Frauen eigentlich nichts miteinander anfangen. Trotzdem stützt Jenny die Frau ihres Cousins, auch wenn ich manchmal dachte, dass sie es überhaupt nicht verdient hat. Die Nachricht der Verletzung von Chris im Krieg, erhalten sie von einer Frau, die beide noch nie gesehen haben. Margaret Grey. Sie ist die Jugendliebe von Chris, die einen Brief von ihm bekommen hat, dass er im Krankenhaus liegt und sich wünscht sie zu sehen. Erst hier wird klar, was es mit der Verletzung von Chris auf sich hat und als ein Vertrauter der Familie ihnen ebenfalls Bericht erstattet, können sie sich sicher sein: ihr geliebter Chris hat sein Gedächtnis verloren. Wie im Buch damit umgegangen wird und was die drei Frauen und Chris tun, um ihn zurück ins Jetzt zu holen, müsst ihr natürlich selbst lesen. Ich möchte zur weiteren Handlung gar nichts mehr sagen. Die Art, wie Rebecca West mit der Posttraumatischen Belastungsstörung von Chris umgeht, finde ich wirklich unheimlich gelungen. Man erfährt nicht, wie er sich fühlt, wie es ihm damit geht und was in seinem Kopf wirklich vor geht und man erfährt es trotzdem. Jenny ist eine sehr gute Beobachterin und macht sich so ihre Gedanken. Die Autorin hat sich jedes Wort ganz genau überlegt, sie hat nichts dem Zufall überlassen und alles, was auf diesen 160 Seiten steht, hat eine so unglaubliche Bedeutung und ist so wunderschön, dass man dieses Buch niemals in einem Rutsch durchlesen kann. Man muss sich Zeit lassen, um all das zu verstehen. Um die wunderbaren Gedanken und Worte aufsaugen zu können und der Schönheit des Schreibstils in gebührender Weise seinen Respekt zu erweisen. Dieses Buch hat mich für sich eingenommen und absolut begeistert. Ich weiß, dass es nicht das letzte Mal war, dass ich es gelesen habe, weil ich sicher noch nicht alle wunderbaren Zitate entdeckt habe, die darin stecken. Es steckt nicht nur unglaublich viel Liebe darin, sondern macht auch deutlich, wie der erste Weltkrieg in dieser kleinen Idylle in England, ganze Leben zerstören kann. Der Krieg ist allgegenwärtig, auch wenn man kilometerweit von der Front entfernt ist. Dieses Buch beweist, dass PTBS auf die eine oder andere Weise zum Ausdruck kommen kann und dass es heute noch ein absolut aktuelles Thema ist. So vielen Soldaten passiert Ähnliches, wie es Chris Baldry passiert ist und das macht „Die Rückkehr“ zu einem Buch, das zwar 1918 geschrieben und erschienen ist, aber noch heute nicht an Gültigkeit verloren hat. Allerdings ist nicht nur der Krieg und seine Folgen für einen Soldaten Thema, sondern auch die Liebe, die die unterschiedlichsten Menschen füreinander empfinden können. Liebe für einen Cousin bzw. eine Cousine. Liebe für die Ehefrau und den Ehemann. Liebe für das, was eigentlich längst Vergangen ist. // Fazit // Dieses Buch hat mich für sich eingenommen und begeistert. Dem Thema PTBS wurde sich auf eine ganz andere Ar und Weise genährt, was mir unglaublich gut gefallen hat. Der Schreibstil ist wunderschön, jedes Wort genau abgewägt und wohlgewählt. Rebecca West hat nichts dem Zufall überlassen und somit ein Werk geschaffen, das wohl niemals an Aktualität verlieren wird.

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  • Die Rückkehr

    Die Rückkehr

    JuliB

    08. June 2016 um 14:37

    ~ Von Kopf bis Fuß wie ein Soldat ~ England, 1916Sehnsüchtig wird die Rückkehr von Chris Baldry auf seinem englischen Landsitz von seiner Frau Kitty und Cousine Jenny erwartet. Doch die Nachrichten aus Frankreich bleiben aus und die beiden Frauen, die sich sorgfältig um die Instandhaltung des Hauses und der eigenen Person kümmern, um so die Schrecken des Krieges, in dem Chris gerade kämpft von ihrem eigenen Mikrokosmos fernzuhalten. Doch dann taucht eine Frau in Baldry Hall auf. Es ist Margret Grey, die große Jugendliebe von Chris, der sich inzwischen bei ihr gemeldet hat und an einer Amnesie durch Granatenschock leidet, die ihn alles vergessen lässt, was sich in den letzten fünfzehn Jahren ereignet hat. Er weiß nur noch, dass er Margret liebt und unbedingt wiedersehen muss. Sehr zum Missfallen von Kitty, die den Status als Mitglied der feinen Gesellschaft gefährdet sieht und zur Eifersucht Jennys, die nie erfahren hat, was es heißt, so geliebt zu werden. Aber Chris ist glücklich. Die schrecklichen Erfahrungen des Krieges sind vergessen und die Baldry-Frauen machen es möglich, Margret wiederzusehen, die sich zunächst dagegen sträubt, ihn wiedersehen zu wollen, weil sich das nicht schickt. Jedoch will sie einem Heilungsversuch nicht entgegenstehen. Sie ahnt nicht, dass es nur einen Weg geben wird, um  dem Mann, dessen Glück ihr sehr am Herzen liegt, sein Gedächtnis wiederzugeben und am Ende ein sehr hoher Preis bezahlt werden wird. Denn der Kampf an der Front ist noch lange nicht vorbei. 5 von 5 Sternen für dieses köstliche, eindringliche Stück Literatur von 1918, dessen Sprache einem die beklemmende Szenerie auf Baldry Hall vor Augen führt und sich wünschen lässt, die Geschichte möge gut ausgehen und nicht bloß in höchstem Maße vernünftig. - Top!

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  • Die Scherben eines Lebensideals

    Die Rückkehr

    BettinaR87

    Sie haben ihn zu ihrem männlichen Ideal erhoben: Chris. Seine Ehefrau Kitty und seine in ihn heimlich verliebte Cousine Jenny. Für seine Rückkehr haben sie das gesamte Familienanwesen hergerichtet und nach neuester Mode renoviert – ein Ehrenmahl für den Ehrenmann. Der kann sich aber nicht an sein Leben der letzten 15 Jahre erinnern – wohl aber an seine Jugendliebe, die nicht weit von ihm wohnt und mittlerweile aber selbst verheiratet ist und bereits einen Sohn beerdigt hat. Wird er sich jemals an die Gegenwart erinnern? Sollte er das überhaupt? Ist es nicht gnädiger, ihn in der Vergangenheit zu belassen? Eines ist klar: Das Lebensideal in den Köpfen von Kitty und Jenny wird gnadenlos zerbrechen. Grandioses Lesevergnügen! Die Schreibweise ist sehr elegant, die Sätze nicht gerade kurz. Trotzdem lesen sie sich geschmeidig. Man merkt richtig, wie viel Spaß die Autorin daran gehabt hatte, mit Worten zu spielen und eine Geschichte aufzubauen. Ein anspruchsvolleres Buch, das die Gedanken nicht überstrapaziert und garantiert nicht prätentiös daher kommt. Im Übrigen ist Rebecca West ein Pseudonym – Dame Cicely Isabel Fairfield ist die einzige Autorin, die den ersten Weltkrieg in einem zeitgenössischen Roman verarbeitet und diesen veröffentlicht hat (1918). Auch nach bald einem Jahrhundert noch immer ein Vorbild für junge Frauen von heute und morgen!

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    Clari

    30. May 2016 um 14:41
    Floh schreibt ich freue mich auch schon auf die zeilen des Buches.

    Auch eine schöne Rezension! Liebe Grüße Clari

  • Die Schrecken des Krieges

    Die Rückkehr

    Clari

    30. May 2016 um 14:34

    In einem Landgut südlich von London warten im Jahr 1916 Kitty und Jenny Baldry sehnsüchtig auf Bettys Mann Chris, der im ersten Weltkrieg in Frankreich an der Front kämpft.Sie bekommen einen sonderbaren Besuch von einer ärmlich aussehenden Frau, die ihnen mitteilt, dass Christ verletzt sei und bald zurückkehren wird. Doch mit seinen Verletzungen habe es eine besondere Bewandtnis: er habe sein Gedächtnis verloren und lebe sein Leben, als sei er noch zwanzig Jahre alt. Er habe sich an sie, Margaret, gewandt, weil sie vor 15 Jahren eine innige Liebe verbunden hätten.In malerischen und poetischen Sentenzen wird das hübsche Haus, die Farbenpracht überall und das weite Land beschrieben. Jenny ist die Cousine von Chris. Die beiden Frauen sind sehr beunruhigt, als Chris endlich zu Hause ankommt. Er ist in der Tat verworren; er erkennt seine Frau nicht, wohl aber seine Cousine Jenny. 15 Jahre seines Lebens scheinen wie ausgelöscht. Er sehnt sich nur nach seiner Liebe von einst!Die Geschichte ergeht sich in merkwürdigen Windungen. Immer wieder wird die malerische Natur mit den wechselnden Lichtreflexen der Jahreszeiten heraufbeschworen und das sehr hübsche Anwesen, das von den zwei wartenden Frauen fein herausgeputzt worden ist. Es scheint wie eine heile Welt in einer doch in Wahrheit kaputten.Der Kern der Geschichte dreht sich darum, wie ein Mensch in eine partielle Amnesie verfallen kann, um die Schrecken des Ersten Weltkriegs mit seinen grausamen Grabenkriegen in Frankreich zu vergessen. Chris’ Frau und Jenny starten vielerlei Versuche, ihren Mann und Cousin mit Hilfe verschiedener Ärzte aus seinem Kriegstrauma zu holen. Schließlich holt Jenny die frühe Liebe von Chris, eben jene Margaret, zum Haus der Baldrys. Nach 15 Jahren ist sie eine verbrauchte Frau, doch Chris sieht in ihr nur die Geliebte jener Jahre, als er zwanzig war.Rebecca West wählt eine subtile und ästhetische Sprache, mit der sie den Leser bestrickt. In zarten Tönen widmet sie ich den Gefühlen der verschiedenen Protagonisten und erstellt das Bild einer fernen Welt. Die heile Welt des englischen Landadels steht der armseligen und bedürftigen Welt der Arbeiterklasse gegenüber. Leicht mysteriös steuert der Roman auf ein Ende zu, das tiefenpsychologische Kenntnisse erkennen lässt. Diese verbinden den Roman hoch aktuell mit einer Gegenwart, in der Kriege in zahlreichen Ländern die Bewohner in die Flucht treiben, vielerlei Traumata für die betroffenen Menschen mit sich bringen und sie zur Heimatlosigkeit verdammen. Das dünne Bändchen von knapp 157 Seiten liest sich vermeintlich schnell ist aber doch so gehaltvoll, dass man sich Zeit dafür nehmen sollte. Es ist ein anspruchsvolles literarisches kleines Werk.Der Roman von Rebecca West ist in England 1918 zum ersten Mal erschienen.Sie gilt als einzige weibliche Autorin, die über den Ersten Weltkrieg geschrieben hat. 

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