Rebekka Pax

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Interview mit Rebekka Pax

12.05.2011

Wie bist Du zum Schreiben gekommen und wie hat sich Deine Arbeit als Schriftsteller mit der Zeit verändert?

Ich hab mir schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht, manchmal auch zum Leidwesen meiner Mitmenschen. Viele Jahre habe ich meine Ideen eher gezeichnet. Es entstanden Werke in Tusche und Acryl, die ich auch ausstellte, ein Mal sogar bei einer Gruppenausstellung in einer Galerie in LA. Später kamen Kurzgeschichten hinzu, dann Drehbücher und der erste Roman. Mittlerweile plotte ich mehr im voraus und schreibe strukturierter.

Welche Vorteile bietet für Dich das Internet und wie nutzt Du hier den Kontakt zum Leser, wie z.B. in einer Literaturcommunity wie LovelyBooks.de

Bei Lovelybooks bin ich recht neu und jetzt gerade läuft meine erste Leserunde an, daher kann ich eigentlich noch nicht viel dazu sagen. Ich bin aber gespannt auf die Lesermeinungen und werde sie auch bei weiteren Büchern sicherlich zum Teil berücksichtigen.

Welche Bücher/Autoren liest Du selbst gern und wo findest bzw. suchst Du Empfehlungen für den privaten Buchstapel?

Ich lese gerne spannende Urban Fantasy, Andrea Guscheras Bücher haben mich zuletzt begeistert. Ich mag Bücher von Neil Gaiman, Tschingis Aitmatov, Juri Rytcheü, Ludwig Ganghofer, aber auch die frühen von L.K. Hamilton, Jenny Benkau, Lilith Saintcrow … hinzu kommen allerlei Reiseberichte, Sachbücher und auch historische Quellen und nordische Sagas, die Edda und das Kalevala und dann sind da noch Märchen … ich sammle Märchen. Ich lasse mir gerne Bücher von Freunden empfehlen, die meinen etwas speziellen Geschmack kennen.

Von welchem Autor würdest Du Dir mal ein Vorwort für eines Deiner Bücher wünschen und warum?

Ein utopischer Wunsch wäre sicherlich Neil Gaiman, den ich wirklich sehr bewundere. Im realistischen Bereich würde ich mich sehr über ein Vorwort von meiner Autorenkollegin Andrea Gunschera freuen die unglaublich spannende, atmosphärisch dichte paranormale Thriller schreibt und die perfektesten Rohfassungen schreibt die ich je gelesen habe – beneidenswert.

Man wird als Schriftsteller schnell in Schubladen gesteckt. Würdest Du gerne mal das Genre wechseln und Deine Leser mit einer völlig neuen Seite überraschen?

Ich werde genau das tun und einen Ausflug in ein neues Genre machen. Als studierte Historikerin und begeisterte Reisende liegt es natürlich nahe, die Vergangenheit ferner Länder zu erkunden. Ich habe zwei neue Romanprojekte, bei unterschiedlichen Verlagen und werde meine Leser in das Neuseeland und Amerika des 19. Jahrhunderts entführen. Ich freue mich wahnsinnig auf diese neue Schreiberfahrung. Natürlich bleibe ich aber auch der Urban Fantasy treu.

Wo holst Du Dir die Ideen und Inspiration für Deine Bücher?

Gerade die Figuren finden eher mich als andersherum. Oft sind sie irgendwann einfach da, sei es durch einen Traum oder einen echten (fremden) Menschen in den ich dann etwas hinein interpretiere. Bildbände finde ich sehr inspirierend. Ein kiloschwerer National Geographic Band über Voodoo hat mir den Plot für den dritten Teil der Julius Lawhead Reihe geliefert.

Wie und wann schreibst Du normalerweise, kannst Du dabei diszipliniert vorgehen oder wartest, bis Dich in einer schlaflosen Nacht die Muse küsst?

Ich bin beim Schreiben recht diszipliniert, lasse mich aber gerne von Facebook und Co ablenken oder verlaufe mich beim Recherchieren in Büchern und Internet. Üblicherweise beginne ich direkt nach dem Aufstehen mit der Arbeit und schreibe dann bis Mittag. Dann koche ich mir etwas und mache einen ausgiebigen Spaziergang, den ich auch zum Plotten nutze. Bei Tee und Obst geht es dann in die zweite Schreibrunde. Orte sind hier Schreibtisch, Sessel, Balkon oder Garten. Wenn ich in Kalifornien bin, schreibe ich überall. Im Auto, am Strand oder nachts in der Wildnis am Lagerfeuer, dann schaltet meine Kreativität in overdrive :-)

Gibt es eine lustige Anekdote aus Deinem Schriftstellerdasein, die Du uns erzählen möchtest? Vielleicht das ein oder andere Erlebnis auf einer Lesereise?

Ehrlich gesagt, nein, bislang nicht. Ich hatte noch keine Lesereise und wenig Lesungen. Auf der Role Play Convention in Köln habe ich vergangenes Wochenende auf einem Thron aus Lack mit Glitzersteinen gesessen, das war cool. Nach ungefähr der Hälfte wurde ich von einer Horde randalierender Endzeit-Söldnern unterbrochen und musste warten, bis sie mit Sirenen und Tamtam weitergezogen waren.

Welche Wünsche hast Du im Bezug auf Deine Bücher und Deine Arbeit für die kommenden Jahre?

Ich hoffe mein Plan geht auf und ich kann von der Schriftstellerei leben. Ich würde mir wünschen, dass Urban Fantasy in Zukunft nicht noch weiter auf Romantasy reduziert wird und auch als reine Spannungsliteratur existieren darf.