Reda El Arbi

 3,8 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf

Reda El Arbi (*1969). Autor, Journalist und Campaigner lebt von Kaffee und Zigaretten. El Arbi schrieb bis 2018 für verschiedene Schweizer Medientitel und führte epische Social Media-Schlachten, bevor er sich von den Plattformen zurückzog und sich seinem Jugendtraum widmete: Science-Fiction-Geschichten zu schreiben. »Asimovs Kindergarten« ist sein zweiter Roman. 2023 erschien mit »[empfindungsfaehig]« der erste Band der Lea-Walker-Abenteuer. Dieser wurde sogleich für den Kurd-Laßwitz-Preis 2024 nominiert.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Reda El Arbi

Cover des Buches [empfindungsfæhig] (ISBN: 9783907709252)

[empfindungsfæhig]

(2)
Erschienen am 03.07.2025
Cover des Buches Asimovs Kindergarten (ISBN: 9783906913544)

Asimovs Kindergarten

(2)
Erschienen am 24.03.2025

Neue Rezensionen zu Reda El Arbi

Cover des Buches Asimovs Kindergarten (ISBN: 9783906913544)
M

Rezension zu "Asimovs Kindergarten" von Reda El Arbi

mospaeni
Rasanter SF-Thriller und kluge Weiterentwicklung der Asimov’schen KI-Logik

Ein Science-Fiction-Abenteuer, das in den 80er Jahren des 21. Jahrhunderts spielt, in einer düsteren, klimaerwärmten Welt, politisch auseinandergefallen und von hochkomplexen KI mitgesteuert. Probleme werden vorwiegend mit Feuerkraft gelöst, sodass sich nach fast 650 Seiten eine Spur aus meist übel zerstückelten Leichen von Texas bis in die Schweizer Alpen zieht. Die Protagonisten leben in einer Art Dauer-Kampfeinsatz, und ihr verbliebener Sarkasmus lässt sich vor allem dadurch erklären, dass sie ihre Resilienz künstlich verstärken und von einer überraschend menschlichen Kampf-KI betreut werden. 

 Man könnte dem Roman vorwerfen, er nähre sich von bekannten Genre-Klischees. Das stimmt ein Stück weit, und doch geht Reda el Arbi mit «Asimovs Kindergarten» in vielen Punkten weit über andere Vertreter des Genres hinaus. 

Ja, er greift Klischees auf, und das in großem Stil, er spielt aber auch kunstvoll mit ihnen, hinterfragt sie, demaskiert sie und führt sie ad absurdum, was dem Roman einen durchaus postmodernen Touch verleiht. 

Geradezu grandios ist die Ausgestaltung der zukünftigen Welt. Vermutlich ist Reda El-Arbi gar nicht, wie er im Netz verbreitet, 1969 geboren, sondern irgendwann als Zeitreisender aus den 80er Jahren des 21. Jahrhunderts zu uns gekommen; anders lässt sich kaum erklären, mit welchem Detailreichtum er die Welt der nahen Zukunft in all ihren Facetten beschreibt. Dabei flicht er das umfangreiche Wissen aus allen möglichen Fachgebieten so geschickt in Handlung und Dialoge ein, dass er nie mit seitenlangen Erklärungen langweilt. Sein Weltkonstrukt reicht von der Ernährung im virtuellen Raum über eine Landkarte unterschiedlichster politischer Gruppierungen und Netzwerke bis hin zur Thematik der Künstlichen Intelligenz, die einen großen Bogen über die rasante Thriller-Handlung spannt. Isaac Asimov’s «Gesetze der Künstlichen Intelligenz», eine Weiterführung seiner Roboter-Gesetze von 1942, bilden das Rückgrat der Handlung. Was als Grundlage für den Schutz der Menschheit vor der KI konzipiert wurde, erweist sich bei El Arbi in dem Moment als überholt, als sich die Grenzen zwischen KI und Mensch zu verwischen beginnen, und das tun sie, sobald Künstliche Intelligenz menschliche Züge annimmt, Bewusstsein und Empathie entwickelt, während sich Menschen mit KI auftunen, um biologische Grenzen zu überwinden. Mit Konzepten wie der Asimov-Fessel, der Asimov’scher Hintertür oder der VonNeumann-Fähigkeit verlangt uns der Autor einiges ab, baut damit aber über der Action-Handlung ein komplexes, klug durchdachtes Zukunftsszenario, welches die Entwicklungsstufe, auf der Asimovs Robotergesetze einen mythischen Kampf Mensch gegen Maschine verhindern sollen, weit hinter sich lässt: «Kindergarten ist aus», wie es gegen Ende des Romans heißt. 

 Ein rasanter, bis ins kleinste Detail sorgfältig ausgearbeiteter Science-Fiction-Thriller, der gekonnt und kunstvoll die Klischees des Genres aufgreift und hochkomplexe Zukunftsszenarien entwickelt, nicht ohne Witz und eine Prise Ironie.

 Und dass der Roman bei Lectorbooks, keinem Science-Fiction-Verlag, erschienen ist (der Begriff Science-Fiction wird übrigens nirgends verwendet, weder auf dem Cover, noch im Klappentext) beweist, dass gute Science-Fiction durchaus auch Lesende außerhalb der SF-Bubble ansprechen kann.

Cover des Buches [empfindungsfæhig] (ISBN: 9783906913407)
Flaventuss avatar

Rezension zu "[empfindungsfæhig]" von Reda El Arbi

Flaventus
Rasanter und actionreicher SF-Roman für Genrefans

In gerade mal 60 Jahren sieht die Welt arg verändert aus. KIs regieren die Staaten und bekannte Strukturen wurden entfremdet. Nach Aussage des Autors fällt dieser von KIs beherrschende Roman zufällig in die Zeit, in der alle von KI reden. In diesem Roman wird so manche Befürchtung zur SciFi-Realität.

Die abgehalfterte Privatermittlerin Lea Walker erhält im Jahre 2082 einen Auftrag, der eigentlich nicht ihre Kragenweite hat. Und gerät so in einen Strudel eines Kriegs zwischen KI-Einheiten. Die Ideen, die sich in diesem Roman wiederfinden, sind durchaus reizvoll. Wie z.B. die lokale KI in der Armprothese der Hauptfigur, die auch nicht davor zurückschreckt, die volle Kontrolle über ihren »Wirtskörper« zu übernehmen, wenn Gefahr in Verzug ist.

Auf der anderen Seite hätte es meiner Meinung nach ein wenig mehr Beschreibung der Cyberpunk-Welt und ein wenig mehr Gestaltung der Figuren geben dürfen. Vor allem im zweiten Teil verblassen diese Beschreibungen hinter einem kleinen und großen Actionfeuerwerk.

Fazit

Wer gerne rasante und actionreiche SciFi-Romane liest, ist hier genau richtig. Eine ethische Auseinandersetzung mit dem Wirken von KIs setzt sich der Autor nur wenig auseinander und bietet stattdessen eine gute Unterhaltung für den Genrefan.

Cover des Buches [empfindungsfæhig] (ISBN: 9783906913407)
R

Rezension zu "[empfindungsfæhig]" von Reda El Arbi

reda_el_arbi
Überrascht

Naja, ich habs geschrieben. Trotzdem hat mich die Story wieder von neuem überrascht.

Wer Cyberpunk-Thriller mag, sollte sicher mal reinlesen. Es wurde auch als feministischer Roman bezeichnet, weil die Bad-Ass-Heldin eine Frau ist und sich in eine Frau verliebt. Neben all den Schiessereien.


Man kann die Welt von 20282 sehr gut auf die Gegenwart zurückführen, und es ist weder Dystopie noch Utopie.

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