Regener Sven

 3.8 Sterne bei 6 Bewertungen

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Herr Lehmann. Ein Roman

Herr Lehmann. Ein Roman

 (6)
Erschienen am 01.01.2003

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Giselle74s avatar

Rezension zu "Herr Lehmann. Ein Roman" von Regener Sven

Leselückenschließung
Giselle74vor 7 Monaten

Wenn man Lehmann heißt, dann ist es ja quasi ein Muss dieses Buch zu lesen und darum habe ich es lange nicht gelesen. Wegen der vielen unglaublich witzigen Menschen, die im Dauertakt darauf angespielt haben (Herr Lehmann - Frau Lehmann, haha, Du verstehst, hähä?) noch länger nicht. Außerdem trinke ich kein Bier und mag Hunde. Letzteres wußte ich aus dem Film, den ich mir mit meinem Gatten (Herr Lehmann, hihihoho) irgendwann angesehen und für, nun ja, langweilig befunden habe.
Nachdem das Buch aber tatsächlich im Regal ungelesener Bücher gelandet ist, wie auch immer ihm das gelungen ist, ich habe keine Erinnerung daran, und ich es jahrelang konsequent wieder nach hinten gestellt habe, habe ich mich nun erbarmt. Es leuchtet ja auch ständig in diesem auffälligen "Liesmich"-Rot, das einem ungewollt immer als erstes ins Auge springt, wenn man nach Lektüre suchend die Augen schweifen lässt.

Und ich wurde überrascht, sogar positiv! Bei den ersten Kapiteln ertappte ich mich recht häufig bei haltlosem Kichern, die Mischung aus Handlung und Herrn Lehmanns Gedanken dazu ist wirklich komisch. Wie er so mit geübtem Tunnelblick durchs Leben tappst, das hat etwas. Und die Berliner Kneipenszene scheint sich nicht großartig unterschieden zu haben von der Ruhrpottszene zur selben Zeit, Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger. Einige der Gestalten des Romans hätte man auch in die Hagener "Spinne" versetzen können, ohne dass sie es gemerkt hätten, den Erwin beispielsweise oder Kristall-Rainer.
Mit der Zeit, also nach den ersten Kapiteln, begann ich allerdings, den Tonfall eher ermüdend zu finden. Irgendetwas passiert, Herr Lehmann reagiert und betrachtet dazu und bemerkt im Allgemeinen gar nicht oder zu spät, was wirklich los ist. Es ist nicht so, dass nichts Relevantes passiert oder die Handlung plätschert oder der Tiefgang fehlt, nein, es ist tatsächlich der Tonfall, der mich zunehmend leise gähnen ließ. Nun muss der aber so sein, weil der Stil des Buches so ist und Herr Lehmann so denkt und das alles wirklich stimmig aufgebaut ist, daher... ist es kein Buch für mich, denke ich. Auch nicht, wenn ich Lehmann heiße und in der Ruhrpottszene groß geworden bin (ohne Bier zu trinken, das mochte ich schon damals nicht. Aber vielleicht ist das der Fehler?) und in der freien Zeit von Kneipe zu Kneipe getingelt bin. Aber ich habe es nun gelesen und für streckenweise ganz witzig  befunden und kann es nun aus dem Regal der ungelesenen Bücher verbannen. Jetzt muss es woanders rot leuchten...

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Annejas avatar

Rezension zu "Herr Lehmann. Ein Roman" von Regener Sven

Herr Lehmann erlebt die Wende
Annejavor 7 Monaten

Dieses Buch wanderte durch eine Schenkung in meine bescheidenen Bücherhallen und blieb dort auch erst einmal eine ganze Weile. Im Rahmen einer SuB- Abbau-Challenge gelang das Buch nun in meine Hände und hinter ließ dabei einen sehr fragwürdigen Beigeschmack. Warum? Dazu jetzt mehr.

Gelobt, hinterfragt und nicht verstanden, so in etwa kann man die Bewertungen zum Buch schnell und einfach zusammen fassen. Ich selbst, würde mich zwischen "hinterfragt bis nicht verstanden" einordnen, da ich vermute, das dieses Buch der Interpretation dient. Da dies aber keine meiner Stärken ist, eröffnete sich mir der Sinn des Buch leider nicht.

Wir befinden uns in Berlin vor der Wende und lernen Frank kennen, den alle nur "Herr Lehmann" nennen. Er ist Barkeeper in einer Kneipe und führt ein recht normales Leben. Und genau dies ist auch das Problem, denn wirklich erfahren tut man nix im Buch. Man erlebt ein paar Tage von Frank und lernt dabei seine Welt und seine Freunde kennen. Die Monologe zwischen ihnen waren stellenweise wirklich unterhaltsam, schafften es aber nicht über ein Grinsen hinaus.

Wie bereits erwähnt befinden wir uns noch knapp vor der Wende, was man so am Anfang aber überhaupt nicht bekommt, da es keinerlei Hinweise darauf gibt. Würde er zwischendurch nicht nach Ostberlin wollen, würde man denken das Buch spielt in der Neuzeit. 

Der große Spannungsdurchbruch, kam zu meinen Leidwesen, leider nicht, weshalb ich das Buch als sehr monoton empfand. Dies konnte auch die einfache Schreibweise nicht ändern, die wenigstens dafür sorgte, das man zügig durch das Buch kam.

Schon am Anfang darf man erlesen, das Frank mit einer gewissen Prise Humor durch sein Leben geht und sich dabei auch mal einem bissigen Hund entgegen stellt. Leider verliert sich im Laufe des Buches dieser Humor und man wird mit ernsteren Themen konfrontiert, wie einer versagten Liebe oder die Entdeckung des nicht mehr ganz so psychisch fiten Kumpels. Dies erlebt man jedoch alles als Dialoge, weshalb man das Gefühl bekommt, jemand wild fremdes zu belauschen. 

Franks Freundeskreis ist schräg, aber auf humorvolle Art und Weise, wobei ich sagen muss das ich sie nicht als Freunde haben möchte. Ich konnte nicht wirklich Vertrauen zu ihnen aufbauen, da ihre Handlungen so verquert waren. 

Wenn ich jemand mochte, dann Franks Eltern, da die etwas liebenswürdiges haben. Sie sind wahrscheinlich schon Rentner und gehen ihren Tag an wie sie es wollen, was schon mal bedeutet das in der frühesten Frühe das Telefon klingeln kann. 

Auch wenn dies alles sehr positiv klingt, vermisste ich doch die Tiefe. Man wird in eine Geschichte geschmissen und lernt Personen kennen, von denen wir nicht wissen woher sie kommen und was sie wirklich wollen. Wie bereits erwähnt, vermute ich einen Interpretationshintergrund, der sich mir leider nicht auf tat. 

Auffallend rot und doch dezent. 

Das einzige Highlight bleibt ein Bierdeckel, welcher in der unteren rechten Ecke seinen Platz gefunden hat. Ansonsten erwartet einen gähnende Leere, welche nur durch den Umstand verändert wird, das Buchtitel und Autorennamen im oberen Bereich eingefügt wurden.

Vielleicht erfolgreich, für mich jedoch einfach nix sagend, denn ich ging ohne Erwartungen an das Buch und kam mit noch weniger davon wieder heraus. 

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