Regina Denk

 4,8 Sterne bei 192 Bewertungen
Autor*in von Der Fährmann, Die Schwarzgeherin und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Regina Denk wurde 1981 an der bayerisch-österreichischen Grenze geboren. Die Liebe zu ihrer Heimat wurde ihr, zusammen mit der Leidenschaft für Geschichten, in die Wiege gelegt. Das Schreiben und die Berge begleiten sie schon ihr Leben lang. Vom Literaturstudium in München, bis ans andere Ende der Welt und wieder zurück in die Heimat, wo sie heute lebt - ein Bein in Bayern, das andere in Österreich. Unter dem Pseudonym Fanny König veröffentlichte sie humoristische Bayern-Krimis. Nach "Die Schwarzgeherin" ist "Der Fährmann" ihr zweiter Roman bei Droemer. 

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Reden müssen (ISBN: 9783903618107)

Reden müssen

Neu erschienen am 05.03.2026 als Taschenbuch bei Wasser Publishing FlexKapG.
Cover des Buches Der Fährmann (ISBN: 9783426566282)

Der Fährmann

(100)
Neu erschienen am 02.03.2026 als Gebundenes Buch bei Droemer.

Alle Bücher von Regina Denk

Cover des Buches Der Fährmann (ISBN: 9783426566282)

Der Fährmann

(100)
Erschienen am 02.03.2026
Cover des Buches Die Schwarzgeherin (ISBN: 9783426447253)

Die Schwarzgeherin

(86)
Erschienen am 01.12.2025
Cover des Buches Reden müssen (ISBN: 9783903618107)

Reden müssen

(0)
Erschienen am 05.03.2026
Cover des Buches Der Fährmann (ISBN: B0GGL8SB3X)

Der Fährmann

(6)
Erschienen am 06.02.2026

Neue Rezensionen zu Regina Denk

Cover des Buches Der Fährmann (ISBN: 9783426566282)
buecherwurm1310s avatar

Rezension zu "Der Fährmann" von Regina Denk

buecherwurm1310
Ein sehr intensiver historischer Roman

Die Salzach trennt die Orte Hohenwart und Siegering und doch sind die Bewohner miteinander verbunden. Um von einem Ufer zum anderen zu kommen, müssen sie mit der Fähre übersetzen. Der Beruf des Fährmanns ist gefährlich, daher darf er nicht heiraten, um keine bedürftige Familie zurückzulassen, falls ihm etwas passiert. Hannes Winkler hat den Beruf von seinem Onkel übernommen, denn als jüngster in der Familie hätte er sich sonst als Knecht verdingen müssen. Seit Kindertagen gehört sein Herz der Elisabeth Hofer, die dem Steiner Josef versprochen ist. Elisabeths Freundin, die Annemarie Stiegl von der Salzschenke, hatte sich Hoffnung gemacht, dass der Josef sie heiratet. Aber wie schon immer, bestimmen Tradition und die Männer das Schicksal der Menschen. Dann ziehen die Männer in den Krieg und die Frauen müssen schauen, wie sie zurechtkommen. Viele Männer kommen nicht wieder zurück und die, die zurückkommen, haben ihre Verletzungen davongetragen.

Die Autorin Regina Denk macht es dem Leser nicht leicht mit ihrem historischen Roman. Das Leben ist hart und grausam. Die Väter und Ehemänner bestimmen über die Geschicke der Familie und sorgen gewalttätig für Zucht und Ordnung. Die Frauen sind nichts wert und haben sich zu fügen. Der Hannes hat sich zu fügen, weil er der jüngste Sohn ist, die Elisabeth, weil sie vom Vater versprochen wurde und die Annemie, weil sie für das Auskommen der Wirtsfamilie mit geradestehen muss. Hannes hat sich geschworen, dass er sich nie etwas zuschulden kommen lassen wird und so hält er sich zurück, wo er hätte eingreifen sollen. Lisi erträgt ihr Schicksal bis es fast zu spät ist und Annemie findet einen Weg, sich ein Stück Freiheit zu verschaffen.

Eigentlich sollte man annehmen, dass unter diesen unsäglichen Bedingungen sich die Frauen solidarisieren, doch sie machen sich das Leben schwer, schauen weg und schweigen. So kann es geschehen, dass das Böse von einer Generation zur anderen weitergegeben wird und es zu einer tragischen Entwicklung kommt, die das Leben der Freunde verändern wird. Plötzlich wachsen Menschen über sich hinaus, von denen man es nicht erwartet hätte.

Die Sprache in diesem Roman ist passend zur Handlungszeit und die Atmosphäre düster und bedrückend, aber auch fesselnd. Es ist oft schwer zu ertragen, mit welcher Grausamkeit vorgegangen wird und alle wegsehen und entschuldigen.

Es ist ein wunderbarer atmosphärisch dichter, aufwühlender Roman mit vielschichtigen Charakteren. Meine absolute Leseempfehlung!

 

Cover des Buches Der Fährmann (ISBN: 9783426566282)
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Rezension zu "Der Fährmann" von Regina Denk

booksandlibraries
Zwischen Traditionen und dem Wunsch nach Selbstbestimmung

„Der Fährmann“ von Regina Denk spielt Anfang des 20. Jahrhunderts an der deutsch-österreichischen Grenze, am Ufer der Salzach, und erzählt die Geschichte von Elisabeth, Annemarie und Hannes. Schon als Kinder verbindet die drei eine enge Freundschaft, doch je älter sie werden, desto stärker bestimmen Traditionen, gesellschaftliche Zwänge und die harte Lebensrealität ihren Weg.


Elisabeth wird gegen ihren Willen mit dem  wohlhabenden, aber brutalen Jungbauern Josef verheiratet. Annemarie muss im Wirtshaus ihrer Eltern arbeiten, während Hannes – wie es die Tradition verlangt – als Fährmann ungebunden bleiben soll. Dennoch spielt er im Leben beider Frauen eine besondere Rolle. 


Der Roman zeigt eindringlich, wie wenig Selbstbestimmung Frauen damals hatten und wie sehr Gewalt, Abhängigkeit und gesellschaftlicher Druck ganze Leben geprägt haben. 


Regina Denk schafft es dabei, ihre Figuren unglaublich lebendig zu zeichnen – manche wachsen einem sofort ans Herz, andere lösen regelrecht Wut aus.


Der Roman ist atmosphärisch dicht, düster und stellenweise kaum auszuhalten, gerade weil vieles davon bis heute nachwirkt. Die Geschichte wühlt auf, schmerzt, schenkt durch die Entwicklung von Annemarie und Leni aber auch Hoffnung. 


Mich hat das Buch von der ersten bis zu der letzten Seite gefesselt und die Geschichte tief beeindruckt

Cover des Buches Die Schwarzgeherin (ISBN: 9783426447253)
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Rezension zu "Die Schwarzgeherin" von Regina Denk

jenvo82
Füg dich, oder geh deiner Wege

"Trotzdem, es gibt halt immer die, die ändern sich auch im größten Schmerz nicht. Und auf die wartet meist kein gutes End."

Inhalt

Die 19-jährige Theres Lachermeyer will endlich weg von zu Hause, doch hat sie keinen blassen Schimmer wie ihr das gelingen könnte. Ihr Vater hat sie förmlich schon dem Sohn seines Freundes zur Frau versprochen, weil dann die beiden größten Bauernhöfe am Fuße des Berges familiär verbunden wären. Mit dem Leopold verbindet sie zwar eine gute Freundschaft seit Kindertagen, doch heiraten will sie ihn nicht und als Bauersfrau fühlt sie sich auch nicht berufen. Ihr sehnlichster Wunsch ist der nach Freiheit und Selbstbestimmung, am liebsten weit weg von der kargen Tiroler Heimat, vielleicht hinein ins städtische Treiben. Doch ihre Möglichkeiten als einzige lebende Erbin eines Großbauern im Jahre 1863 sind begrenzt - das gängige Rollenbild zeichnet einen klaren, unverrückbaren Weg: heiraten, Kinder kriegen, sich unterordnen und den Haushalt führen. Als sie am Tag ihrer Verlobung einem Fremden, ungestümen jungen Mann begegnet, der anscheinend schon viel herumgekommen ist und sie bald auch mitnehmen möchte, wenn sie will, ist es um sie geschehen. Hals über Kopf stürzt sie sich in das Abenteuer und ignoriert alle guten Ratschläge. Erst als ihr bewusst wird, das ihr schöner Fremder eine Gefahr für die Gemeinde werden könnte, muss sie eine Entscheidung treffen. Doch dafür ist es wohl zu spät, denn der Geliebte kommt nicht wie versprochen zurück, und alle anderen meiden sie fortan wie der Teufel das Weihwasser.

Meinung

Dieser historische Schmöker, der durch seine Bilder und Szenen besticht, ist ein echter Pageturner mit einer faszinierend, stimmigen Geschichte, die sehr schnell das Herz des Lesers erobert. Sowohl die Schauplätze als auch das düstere, karge Leben am Berg, welches nicht nur von schwerer Arbeit und hoher Sterblichkeit geprägt wird, sondern vor allem durch eine klare Struktur und Hierarchie unter der Dorfbevölkerung, wirkt wie eine Kulisse voller Bedrängnisse, die das Leben der einfachen Bevölkerung lenkt und leitet.

Mittendrin eine junge Frau, die sich dem Zeitgeist nicht anpassen möchte und voller Widerstand gegen jede Einschränkung vorgeht. Der Preis, den sie dafür zahlen muss, ist ihre Zugehörigkeit. Als Verbannte lebt sie still ganz weit oben auf dem Berg und kommt nur zu den Menschen hinab, wenn ein Sterbenskranker oder eine Gebärende mit dem Leben ringen und kein anderer mehr helfen kann.

Fasziniert hat mich hier nicht nur die plastische Abbildung der damaligen Zustände, sondern auch die detailreiche Beschreibung der menschlichen Befindlichkeiten, gepaart mit den Gedanken und Wünschen einer Frau, die zu ihrer Zeit nichts galt. Und letztlich zieht das Schicksal der Lachermeyer Theres und ihres Freundes Leopold auch per se große Wellen und verändert den Lauf des Schicksals in der kleinen, abgeschirmten Bergwelt. Fast nebenbei greift die Autorin wichtige gesellschaftliche Themen auf, ohne zu werten. Die Intensität des Beschriebenen bleibt kontinuierlich auf einem hohen Level und die wechselnden Erzählperspektiven mit den klaren Zeitsprüngen, fokussieren nicht nur die Last einer Generation, sondern auch die Sorgen der nächsten. Diese Romanvorlage würde sich auch bestens für eine Verfilmung eignen.

Fazit

Hier vergebe ich gerne begeisterte 5 Lesesterne, für ein vielschichtiges, umfassendes Buch über die Wertvorstellungen einer Gemeinschaft, geprägt vom Zeitgeist und dörflichen Ränkespielen. Die großen Themen werden auf ein kleines, trauriges Menschenleben herunter gebrochen und werden damit direkt greifbar und kratzen sehr an den Emotionen des Lesers. Ich bin großer Fan von Romanen, die das echte Leben zu einem bestimmten Zeitpunkt so klar und fest wiedergeben, dass man zwischen der vordergündigen Handlung, die sich mit dem Leben einer Person auseinandersetzt auch das ganze fatale Ausmaß der Hintergründe erfassen kann. Im Verlaufe des Buches nimmt die Dramatik zu, manchmal ist es ein wenig dick aufgetragen - doch im richtigen Moment fügt sich eins zum anderen. Sehr postiv bewerte ich auch die vielen unabänderlichen Wahrheiten, die hier in Gesprächen zwischen den Dorfbewohnern aufkeimen. Die Ränkespiele, der Neid, die Hoffnung, das schwere Leben, das Unglück anderer im Vergleich zum eigenen - alles was die Theres dazu bewegt, warum sie ihrer Gemeinschaft den Rücken kehren möchte, findet Anklang und gilt auch über die Seiten des Buches hinaus, manches ist auch heute noch spürbar.

Gespräche aus der Community

Anfang des 20. Jahrhunderts an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Zwei Dörfer, durch eine Fähre verbunden. Für den jungen Fährmann Hannes ein gefährlicher Beruf, er darf deswegen keine Familie gründen. Aber er liebt Elisabeth, die einen anderen heiraten soll. Der Erste Weltkrieg bricht aus und zerstört den Frieden in den Dörfern an beiden Seiten der Grenze, das Leben der beiden jungen Menschen ändert sich plötzlich ... Spannend und atmosphärisch, "Der Fährmann" ist der neue historische Roman von Regina Denk.

1.762 BeiträgeVerlosung beendet
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Letzter Beitrag von  Ryria

Der Epilog war schön geschrieben, er hat an den Anfang angeknüpft aber auch deutlich gemacht, dass die Themen des Buches auch über 100 Jahre später immer noch aktuell und wichtig sind.
Das Finale war generell vielleicht ein wenig "drüber" und unrealistisch, aber andererseits habe ich mir doch auch schon eine Art Happy End gewünscht nach all dem Leid zuvor.
Dass Leni sich jetzt plötzlich auf ihre Seite schlägt war unerwartet, aber nicht schlecht - ihre Perspektive hätte mich im Nachhinein auch noch interessiert, genauso wie eine Art Ausblick "5 Jahre später".

Ich würde mich sehr über 20 Leser*innen freuen, die Lust haben meinen Roman "Die Schwarzgeherin" zu lesen und zu rezensieren. Die sich gern mit mir zu den Themen Freiheit und Selbstbestimmung austauschen möchten.

Das Buch erscheint am 02. September 2024 und soll bitte nicht vor diesem Datum besprochen werden.

239 BeiträgeVerlosung beendet
Schoko_und_buchs avatar
Letzter Beitrag von  Schoko_und_buch

Was für ein dramatisches Ende. Wieviel Leid, Tod und nicht gröberes Leben hier erst vergehen mussten.
Der Dialog zwischen Theres und Leni hat mir sehr gefallen. Drückt doch viel über die Rolle als Frau aus. Und ebenso die Worte der Mutter an die Theres, übers fliegen. Nicht alle Männer haben die Frauen ausgenutzt. Der Leopold war ein guter und für damalige Zeiten war das für eine Frau sicher mehr als viele erwarten konnten. Und doch wollte die Theres mehr. Es erinnert mich ein wenig an heute - Frauen, die auf die „bösen Buben“ stehen und dann doch nur immer wieder enttäuscht werden. In vielen kann ch die Theres verstehen, frei sein, eigene Entscheidungen treffen…. Aber ohne Lebenserfahrung kam ihr dies teuer zu stehen. Das Bich hat mich auf so vielen Ebenen begeistert. Auch die tiefe Liebe von Mutter zu Tochter… muss das sacken lassen. Dann folgt die Rezension.

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